Ausgabe 
(11.11.1935) Nr. 312
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parteiamtl.Iageszeitung der Nationalsozialisten Vremens

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Nr. 512 / 5. Jahrgang

Montag, 11. November

j kinzelpreis 15 Npf.

Her dritte Neichsbauemtag in eoslar eröffnet

keichsbauernfülicer Valtlier darre:fldolf ftitlec ffat die Vocaussetsungen iur Nalirungsstcherung unseres Volkes geschaffen" / das sichrerkorps des Neichsnöffrstandes gelobt Pflichterfüllung bis ;um Äußersten

Eoslar, 11. November.

Seit Sonntag steht die Harzstadt Goslar ganz im Zeichen des dritten Reichsbauerntages, zn dem aus allen Gauen des Reiches die Banern- siihrer zusammengekommen sind.

Wie in den verflossenen Jahren, so hat auch diesmal die Stadt reichen Flaggenschmuck ange-

Unser lagesspivgel

In Goslar wurde Sonntag der bis zum 17. November dauernde Reichsbauerntag er­öffnet.

Die Vereidigung der SS.-Anwärter fand in München in Gegenwart des Führers statt. Dr. Goebbels wendet sich gegen den nationa­len Ritsch auf dem Gebiet der Festspiel- produkiion.

Die Italiener haben auf ihrem Vormarsch in Richtung Harrar die Stadt Sassabeneh besetzt. Die Ortsgruppe Hastedt der NSV. veranstal­tete erstmalig ein WHW.-Gemeinschastsessen. In die Vorschlußrunde um den Vereinspokal des DFB. gelangten Schalke 81,1. FC. Nürn­berg, Waldhof und der Freiburger FC. Gegen 88 Hildesheim spielte Werder 1:1; Komet verlor in Harburg 8:1.

In Mannheim lieferten sich Fischer-Bremen und der Ungar Csik ein totes Rennen.

Bei den Europameisterschaften der Gewicht­heber verzeichnete Deutschland schöne Erfolge. Im Kunstturnländerkampf gegen Finnland unterlag Deutschland mit 2 Punkten.

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legt und zeigt damit schon rein äußerlich ihre Verbundenheit mit dem deutschen Bauerntum und zugleich den Charakter einer wirklichen Reichs­bauernstadt.

Schon die Eröffnung dieses dritten Reichs­bauerntages gestaltete sich überaus eindrucksvoll im Eoslar er Kaisersaal, der mit den Mitgliedern des Reichsbauernrates und mit Bauernführern bis auf den letzten Platz besetzt war. Vor Beginn der Eröffnung hatte sich vor dem Kaisersaal eine erwartungsvolle Menge zu­sammengefunden, die den Reichsbauernführer und seine engeren Mitarbeiter begrüßen wollte.

Die Eröffnung selbst erfolgte durch den Spre­cher des Reichsbäuernrates und Ministernräsiden- ten a. D. Eranzow, der auf die besondere Be­deutung des Reichsbauerntages für die zukünftige Entwicklung des Reichsnährstandes und damit des gesamten Volkes hinwies. Er begrüßte beson­ders die Vertreter der Stadt, der Partei und der Behörden.

Vor Neichsbauernsüffrer spricht

Dann ergriff, jubelnd begrüßt, der Reichs- bauernfllhrer R. Walther Darre das Wort, um dem dritten Reichsbauerntag seine Sinnweisung zu gehen. Er dankte zunächst der Stadt Goslar Und ihrer Bevölkerung, dem Eau Südhannover- Braunschweig und allen Parteigenossen für die Mitarbeit und tatkräftige Unterstützung. Das Jahr 1935 sei ein Jahr der Erfüllung geworden; denn der Führer habe mit der Wiedererrich­tung der deutschen Wehrmacht dem Reiche die Unabhängigkeit wiedergegeben. Aber dieses Jahr habe noch eine weitere Erfüllung ge­bracht : Deutschland habe nun eine einheit­liche Flagge, unter der eine geeinte Nation marschiere.

Dieses neue geeinte Deutschland sei allein aus der nationalsozialistischen Bewegung erstanden, und es gelte, mit allen Mitteln diesen Staat und sein Volk für alle Zukunft zu sichern. So dürfe es auch niemals wieder eintreten, daß wie vor dem Kriege das Reich in seinem Bestände durch eine mangelhafte Organisation in seiner Er- niihrungspolitik gefährdet werde. Wenn der Reichsnährstand in allen seinen Gliederungen straff organisiert sei, so habe das aus den Er­fahrungen der Vergangenheit schon seinen Sinn und Zweck.

. Der Reichsbauernführer gab seiner Be- lnedigung Ausdruck über die in der Er- Zeirgung s sch l ach t des letzten Jahres ge­leistete Arbeit. Es sei klar. so führte er aus, daß wir bei der Lage unseres Vaterlandes, um dm u^ vom Führer gegebene Wehrfreiheit er- uahrungswirtschaftlich untermauern zu können, eme straffe, einheitlich geführte Organisation der gesamten Ernährungswirtichaft aufbauen mußten.

Auch für den kommenden Zeitabschnitt der Erzeugungsschlacht habe er den festen Willen, diese Schlacht siegreich zu schlagen, und er dürfe mit Stolz bekennen, daß er sich dabei auf das vor ihm sitzende Führerkorps des deutschen Bauerntums und damit auf das ge­samte deutsche Landvolk verlassen könne.

. Am in dem großen Deutschland der Friedens-

° " dr« Sicherung der Ernährung nicht möglich ge­

wesen sei, dann aus dem ganz einfachen Erunde, weil zu jener Zeit nicht diejenigen Voraussetzun­gen vorhanden gewesen seien, unter denen wir im Dritten Reich die Schlacht zur Sicherung unserer Nahrung schlagen können. Unter lautem Beifall seiner Zuhörer sagte der Reichsbauernführer zum Schluß:Diese Voraussetzungen aber hat der Führer und seine herrliche Bewegung uns gege­ben und durch sie werden wir die Nahrungssiche­rung unseres Volkes wenn auch unter harter Arbeit des deutschen Landvolks gewährleisten."

Mit einem Sieg-Heil auf den Führer und mit dem Horst-Wessel-Lied fand die eindrucksvolle Kundgebung ihren Abschluß.

An den Führer und Reichskanzler wurde das folgende Telegramm geschickt:Das in Eoslar zum dritten Reichsbauerntag versammelte FUHrerkorps des deutschen Reichsnährstandes grüßt Lei Beginn seiner Arbeit ehrfurchtsvoll den Führer und gelobt Pflichterfüllung bis zum äußersten. Darre."

Kamps gegen den nationalen Kitsch

Verfehlte flnpreisung von Testspielen für nationalsvMlistische feiertags

Berlin, 11. November.

Wie die Nationalsozialistische Parteikorrespon­denz mitteilt, gibt der Reichspropagandaleiter der NSDAP. und Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels bekannt:

Unmittelbar nach dem Siege der Bewegung zeigte sich eine Erscheinung, die schon öfters in der Begleitung großer Geschehnisse aufgetreten ist: Die kitschige Verwendung der Symbole der Bewegung, der Nation und des Staates zur Her­stellung von Gegenständen des Handelsverkehrs. So schnell wie die Erscheinung kam, kam aber auch die Abwehr. Am 19. Mai 1933 wurde das Gesetz zum Schutze der nationalen Symbole verabschiedet. Es ist nur selten mög­lich, in augenfälliger Weise nachzuweisen, ob ein Gesetz heilsam oder schädlich gewirkt hat Hier dagegen zeigt die zahlenmäßige Zusammen­stellung der getroffenen Entscheidungen die Aus­wirkungen des Gesetzes. Die Zahl der beanstan­deten und aus dem Handelsverkehr gezogenen Gegenstände innerhalb des gesamten Reichsgebie­tes steigerte sich im Zuge der Durchführung des Gesetzes bis zum Ende des Jahres 1933 auf 183. Damit war aber auch der Höhepunkt schon er­reicht. Das Jahr 1931 sowie das laufende Jahr bis einschließlich zum September zeigt eine fort­laufende Senkung der Zahlen, bis in den hinter uns liegenden Monaten die Zahl der Beanstan­dungen nur noch einzelne Fälle im Reichsgebiet umfaßte, innerhalb des letzten Halbjahres im Monatsdurchschnitt etwa 10.

Damit ist bewiesen, daß das Gesetz den höch­sten Erfolg erreicht hat, der einem Gesetz über­haupt zuteil werden kann: Nämlich allmählich entbehrlich zu werden. Das Gesetz hat bewirkt, daß das Empfinden von der Würde der natio­nalen Symbole geweckt, Verantwortungsbewußt­sein und Geschmack bei Händlern und Publikum gehoben worden ist.

Neuerdings freilich zeigt sich auf einem ande­ren Gebiete als dem der Gegenstände des Han­delsverkehrs eine Erscheinung, die zwar kein Ge­setz, wohl aber eine Warnung nötig macht. Seit einigen Monaten werden die Dienststellen der Partei vielfach mit Verlagsprospekten über Fest spiele für nationale Feier- t a g e",Nationalsozialistische Feiern" u. ä. über­schwemmt. In sehr vielen Fällen handelt es sich hier um billigste Konjunkturware. deren Ver­fasser in dem großen Irrtum befangen sind, die Zeit despatriotischen Theaterstückes für die Ver­einsbühnen", wie es in der Vorkriegszeit massen­weise Produziert wurde, sei erneut angebrochen. Statt derMutter Germania" wollen sie jetzt die Mutter Deutschland" oder dieMutter Erde" über die Bühne jagen. IhreMilitär-Humores­ken" glauben sie uns sogar gänzlich unverändert alsaltbewährt" anbieten zu können. Andere, die früher ganze Bücher mitAnsprachen zu Kaisers Geburtstag" erscheinen ließen, halten sich nun auch für berufen, Bücher unter dem Titel Nationalsozialistische Feiern im Dritten Reich" usw. zu schreiben. Ihre Musteransprachen begin­nen:Werte Festteilnehmer!" . . .

Bezeichnend ist, daß die Verlagsprospekte über solche Machwerke fast ausschließlich an die un­teren Dienststellen der Partei gerichtet und oft auch nur in den Teilen des Reiches verbreitet werden, die von der engeren Heimat des Ver­fassers ausreichend entfernt liegen.

Aus diesem Anlaß stelle ich fest: Die Pro­

grammgestaltung für öffentliche Veranstaltungen der Partei an nationalen Feiertagen ist Ange­legenheit der örtlichen Propagandaleitungen der NSDAP., die von den zuständigen Hoheitsträgern der Partei generell mit dieser Aufgabe betraut sind.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Wenn das neue Deutschland auf eine Leistung besonders stolz sein kann, so ist es die Zusam­menfassung des gesamten Bauern­tums, der gesamten Ernährungswirtschaft im Reichsnährstand. Durch ihn ist es in der Ge­schichte moderner Staaten zum erstenmal gelun­gen, der blutsmäßigen Ausrichtung und Ernäh­rung eines Volkes eine einheitliche Grundlinie zu geben. Und gerade die Zusammenfassung von Bauerntum und Ernährungswirtschast hat nicht nur in Deutschland selbst, aus den Erfahrungen des Weltkrieges heraus, stärkste Zustimmung er-

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ffppell des Landvolks

Von ^srmann-I^sinricli k'tsucisnlzsi'gsi', ksiclisoidtsilungslsitsi' im ksiclisnölii'ston^

fahren, sondern auch im Auslande bei allen sach­lich denkenden Politikern große Bewunderung gefunden. Ist es in der Tat bisher keinem Staate gelungen, auf dem Gebiete seiner Ernährungs­wirtschaft eine solch einheitliche und klare Orga­nisation durchzuführen.

Das muß man vorausschicken, will man die Be­deutung der Woche politisch und sachlich richtig werten, die am 10. in der Stadt Eoslar unter der Bezeichnung 3. Reichsbauerntag ihren An­fang genommen hat. Dieser 3. Reichsbauerntag ist das große Jahresereignis des Reichsnährstandes, bei dem der Reichs­bauernführer selbst die Parole für die Arbeit des kommenden Jahres gibt, und die Bauernführer aus allen Landesbauernschaften und Kreis- bauernschaften zusammenkommen, um in offener Aussprache die Probleme der bäuerlichen Selbst­verwaltung und der Ernährung des Volkes zu behandeln. Diese Tagung hat also nichts mit dem Charakter einer Massenkundgebung, wie etwa der Erntedanktag auf dem Bückeberg zu tun, son­dern sie ist eine Führertagung im besten Sinne des Wortes.

Ist der 3. Reichsbauerntag damit nun eine reine Standesangelegnheit des Bauerntums? Wer die Bedutung des Reichsnährstandes für die blutsmäßige und ernährungswirtschaftliche Sicherung des Staates richtig wertet, weiß, daß von dem Erfolg der Arbeit des Reichsnährstandes letzten Endes das Schicksal unseres Vol­kes überhaupt abhängt. Gerade im Weltkriege haben wir erfahren müssen, daß nur der Staat letzten Endes unabhängig ist, dessen Ernährung in entscheidenden Stunden durch den eigenen Boden gesichert ist. Man kann fast sagen, daß die jetzt wieder neuerstandene Wehrmacht eigent­lich erst durch die Sicher st ellung der Volksernährung ihre entscheidende Grund­lage erhält. Schon aus dieser Erkenntnis wächst die Bedeutung des 3. Reichsbauerntages in Eoslar mit seiner Paroleausgabe an die Unterführer des Reichsnährstandes weit über die Bedeutung einer reinen Standesangelegenheit hinaus.

Die im Augenblick besonders wichtigen Fragen Ernährungswirtschaft werden diesmal im

Der letrtv Appell.

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Mittelpunkt der sachlichen Erörterung stehen. Die Verknappung, die in den letzten Wochen auf einzelnen Gebieten der Lebensmittel­versorgung aufgetreten ist, erfordert einen ver­stärkten Einsatz des Bauerntums, eine Mobili­sierung aller geistigen und materiellen Kräfte der Männer, die den deutschen Boden bestellen. Was in dieser Richtung geleistet werden kann. hat das vergangene Jahr in dem ersten Abschnitt der Erzeugungsschlacht bewiesen. Es ist in der verhältnismäßig kurzen Zeitspanne gelungen, un­serer Volksernährung eine noch breitere Grund­lage zu geben.

So ist der 3. Reichsbauerntag in Eoslar, also die Paroleausgabe für das Führerkorps des Reichsnährstandes, eine Angelegenheit,