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Nr. ZV7 / Z. Jahrgang
Mittwoch, 6. November
kinzelpreis 15 Npf.
Ver Vormarsch auf Makale abgestoppt
Die Ziele der italienischen offensive an der Nordsrant / wieder Unterwerfungen abelfinischer Stammesdauptlinge!
Unser lagesspiogel
Der Führer empfing den Präsidenten des Olympischen Komitees.
Nach einer Anordnung des Reichsernährungsministers gelten die Bestimmungen über den Arier-Nachweis auch für Adelige.
Im Devisenschieber-Prozeh gegen die Eeneral- prokuratorin Anna Schroers lautet das Urteil aus 18 Jahre Zuchthaus.
Der Vormarsch der italienischen Truppen aus Makale ist zum Stillstand gekommen.
Der englische Botschafter in Rom wurde erneut von Mussolini empfangen.
Der tschechoslowakische Auhenminister äuherte sich über das Verhältnis Prag—Berlin.
Das Direktorium im Memclgebiet Vruvelaitis ist zurückgetreten.
Das Segelschulschifs „Eorch Fock" der Deutschen Kriegsmarine wird am kommenden Freitag im Bremer Freihafen eintreffen.
Der schwimmende Flugzeugstützpunkt der Deutschen Lufthansa, „Westfalen", traf gestern abend wieder in Bremen ein.
Zehn Zahre Zuchthaus für katholische Vevisenschiebereien
Berlin, 6. November.
In dem Devisenprozetz gegen die Eeneral- prokuratorin Anna S ch r o e r s von der Genossenschaft „Unserer Lieben Frau" in Mühlhausen bei Kempen am Rhein verkündete die IV. Große Strafkammer des Berliner Landgerichts nach dreitägiger Verhandlung folgendes Urteil:
Die Angeklagte wird wegen fortgesetzten Deoisenverbrechens zu 18 Jahren Zuchthaus, 18 Jahren Ehrverlust und 258 888 RM. Geldstrafe verurteilt. Die beschlagnahmten Obligationen in Höhe von 88 888 Gulden sowie 625 888 RM. werden eingezogen. Für die Geldstrafe, die Kosten und den eingezogenen Betrag hastet der Lieb- srauen-Orden in Mühlhausen mit.
Das Gericht sieht, wie in der Urteilsbegründung ausgeführt wurde, als erwiesen an, daß die Angeklagte 322 000 RM. an Geldern ihres eigenen Ordens, zum Teil persönlich, über die Grenze geschafft hat. Dazu kommen vier Mächen mit Banknoten im Gesamtbetrags von 200 000 RM., die von ihr unter Mißbrauch ihrer Ordens- kleidung für andere Klöster ins Ausland geschmuggelt wurden. Diese Gelder wurden zum größten Teil zum Rückkauf von Ordensobligationen in Holland verwendet.
Vattlet-Lalour beim sichrer
Asmara, 6. November.
Der Vormarsch des Korps Maravigna in das Gebiet von Adiabo führt in eine ziemlich unerforschte Gebirgsgegend westlich und südwestlich von Aksum, die bis an den Fluß Takasse heranreicht. Es handelt sich bei diesem Fluh um den Oberlauf des späterhin die Grenze zwischen Abefsinien und Eritrea bildenden Seilt unter anderem Namen. Das Gebiet von Adiabo schiebt sich wie ein Keil in das Gebiet der Kolonie Eritrea herein, so dah das Vorgehen des Korps Maravigna zu einer wesentlichen Berichtigung der italienischen Front führen wird.
Auherdem hofft man, dah die italienischen Truppen nach Durchquerung des Gebietes von Adiabo im Tal des Takasse flnhaufwärts vorstoßen, die unwegsame Hochebene von Tembien umgehen und wenn möglich einen Keil zwischen die abessinischen Streitkräfte am Tanasee und die weiter ostwärts stehenden feindlichen Truppen treiben können.
Eine spätere Meldung aus Asmara besagt folgendes: Am Dienstagmittag kam der Vormarsch der italienischen Truppen auf Makale zum Stillstand. Die Unterbrechung der Operationen kann vielleicht
einige Tage dauern. Diese Zeit ist aber nicht verlöre», da Patrouillen und Flugzeuge das Gelände erkunde». Gerüchte wollen wissen, dah italienische Verpesten bereits in die Gegend von Makale vorgedrungen sind. Das Eros der Armee steht jedoch immer ncch bei Hausten.
Inzwischen sind in Asmara wieder zahlreiche Gerüchte verbreitet, die von angeblichen freiwilligen Unterwerfungen abesst irischer Stammeshäuptlinge zu berichten wissen. So soll der Sultan von Aussa im südlichen Danakilgebiet seine Unterwerfung erklärt haben und angeblich mit 20 000 Mann zu den Italienern überzugehen beabsichtigen. Einige tausend Mann seines Gefolges sollen bereits Anschlug an die Kamelreiterkarawane des Obersten Lorenzini suchen. Auch weitere Gruppen von Anhängern des Ras Eugsa rücken, wie behauptet wird, mit weihen Fahnen von Makale aus nordwärts, um sich den italienischen Behörden zu stellen. Schließlich ist sogar das Gerücht verbreitet, dah der Herrscher der südlich des Tanasees gelegenen Landschaft Eodjam Ras Jmru nnd sein Sohn sich anschickten, mit Italien in Verhandlungen zu treten.
Die italienischen Frontberichterstatter berichten jedenfalls übereinstimmend, dah die Absalls- bewegung unter den abessinischen Stammeshäuptlingen immer größeren Umfang annehme. Wichtige Häuptlinge hätten sich dem militärischen Befehl des Negus widersetzt und eine beträchtliche Anzahl von ihnen sei für eine Verständigung mit Italien. Der Führer dieser Bewegung sei der Beherrscher der nördlich vom Tannsee gelegenen Landschaft Gondar, Ras Dagsa Dargile.
Von maßgebender italienischer Seite wird auf die Gefahren aufmerksam gemacht, die die Anwendung der Sühnemaß nahmen auf die Waffenversorgnng der italienischen Truppen haben könnte, vor allem angesichts der Tatsache, daß die abessinischen Truppen reichlich mit Waffen und Munition ausgerüstet werden wür- d'en. Man befürchtet in italienischen Militärkreisen, dah Waffen- und Mnnitionsmangel die militärischen Maßnahmen, die einen völlig neuartigen Charakter trügen, erheblich erschweren würden
(Siehe auch Seite 2)
öauleiter Növer: „wir verlangen die kinsahbereitslhaft des einzelnen für die Nation
Nichts Schöneres als zu kämpfen flirNeutschlanV
Oldenburg, 6. November Bei einer Kundgebung der NSDAP. in Kirch hatten nahm Gauleiter Reichsstatthalter Carl Rover das Wort zu einer etwa einstündigen Rede, in der er besonders diejenigen Aufgaben in den Vordergrund stellte, die zur Durchführung der vom Führer vorgezerchneten Aufgabe notwendig sind. Er führte u. a. aus: Es wäre undankbar von uns, wollten wir jetzt, wo die Bewegung Adolf Hitlers an die Macht gelangt ist, zü Hause bleiben oder nur in den großen Städten sprechen. Gerade die Versammlungen, die ich in zehn Jahren des rücksichtslosesten Kampfes auf dem Lande abgehalten habe, gehören zu den schönsten meiner Erinnerungen, weil ich hier stets mit dem unverfälschten Menschentum zusammenkam. Hier, auf dem Lande, wurde der Sieg der'Bewegung Adolf Hitlers im Gau Weser-Ems erfochten; und von hier aus drang die nationalsozialistische Weltanschauung erst in die Städte. Deshalb komme ich gerade zu euch hier. meine Volksgenossen, mit einer tiefen Dankbarkeit, um die Verbindung aufrechtzuerhalten. Diese Versammlung steht 'im Zeichen des Winterhilfswerkes.
Wir Nationalsozialisten vertreten den Standpunkt, dah die Weltanschauung Adolf Hitlers ein großes und herrliches Bekenntnis zu den ewigen Gesetzen der Schöpfung ist.
Es ist aber falsch, anzunehmen, dah ihr uns jetzt, wo Adolf Hitler die Führung im Staate hat, die Arbeit ganz allein überlassen könntet. Wir
brauchen zur Durchführung der nationalsozialistischen Idee die Hilfe aller. Das Dritte Reich ist noch nicht angebrochen. Es ist vielmehr erst der Schutt beiseitegeschafft worden, und wir beginnen erst die Steine zu dem neuen Bau zusammenzutragen. Wenn einst das Werk erstehen ioll. dann müssen wir alle mithelfen und in harmonischem Gesamtklang zusammenstehen, damit in dem Haus ein glückliches Geschlecht wohnen kann. Damit nun alle Deutschen mit dem Gefühl gemeinsamer Verbundenheit an die Aufgabe herangehen, müssen wir diejenigen Volksgenossen, die noch aus irgendeinem Grunde abseits stehen, mit aller Kraft der Ueberzeugung bearbeiten, um auch sie als wertvolle Mitarbeiter für die Durchführung der großen Aufgabe zu gewinnen.
Wir dürfen uns nicht beirren lasten durch Menschen, die ihre Aufgabe darin sehen, durch kleinliche Kritik, die sie an Nichtigkeiten verschwenden, die großen Leistungen der Bewegung herabzuziehen: ich appelliere an die Wohlanständigkeit jedes einzelnen, sich über alles Kleinliche hinwegzusetzen und vor allem die geschichtliche Sendung der nationalsozialistischen Bewegung zu erkennen. Wir haben den Wunsch und das Ziel, dah alle deutschen Menschen zu Nationalsozialisten werden. Mag früher gewesen sein, was wolle, heute verlangen wir die Einordnung in die Gemeinschaft des deutschen Lebens, die Hintansetzung aller gegen das Gemeinwohl verstohenden Interessen und die Einsatzbereitschaft des einzelnen für die Nation.
Der Gauleiter sprach dann über die Bedeutung des Vookholzberges, den er zu einer Stätte ausbauen wolle der in ganz Deutschland nichts an die Seite gestellt werden könnte. Zum Schluß sprach er über die Stellung des Beamten im Dritten Reich, von dem er nicht nur die selbstverständliche Erfüllung seiner Pflicht verlange, sondern von dem er weiter erwarte, daß er stets die Verbindung mit dem Volke aufrechterhalte, um dauernd die Größe und Verantwortung seines Amtes zu erkennen. Wir wollen uns einsetzen für unser Volk, unsere Rasse und das Leben unserer Kinder, denn es gibt nichts Schöneres, als zu kämpfen für Deutschland und das deutsche Blut!
Schulungserfolge des NSLS.
lir. Berlin, 6. November Der NS.-Lehrerbund hatte in den letzten Monaten eine ganze Reihe bedeutender innerer Erfolge auf dem Gebiete der Schulung zu verzeichnen. Die Eauamtsleitung Westfalen-Nord des NS.-Lehrerbundes eröffnete nun in diesen Tagen in Detmold eine Schulungsstätte, die deshalb von besonderer Bedeutung sein wird, weil sie einmal an einer Stätte steht,, die voller Erinnerungen an die deutsche Vorgeschichte ist, und zum anderen, weil die Schule es gestattet, die beachtliche Anzahl von 140 Erziehern gleichzeitig zu schulen. Die Erzieher des Eaugebletes werden also in nicht allzu langer Zeit restlos durchgeschallt sein.
VNlk ins gusland
l?. Vkü. Bremen, 6. November.
s,.,« Seit Wochen stehen die Präger A Zeitungen im Zeichen der nun-
m Präge ^hr abgeschlossenen Umbildung der tschechoslowakischen Regierung. Präsident Masaryk hat an die Stelle des bisherigen Ministerpräsidenten Malypetr, der den Borsitz in der Nationalversammlung übernehmen soll, den Landwirtschaftsminister Hodza berufen. Für das damit freiwerdende Landwirtschaftsministerium ist der tschechisch-agrarische Abgeordnete Zadina in Aussicht genommen. Wenn in der tschechoslowakischen Hauptstadt erklärt wird, mit dieser Lösung der Kabinettskrise seien die eigentlichen innerpolitischen Spannungen noch keineswegs überwunden, so ist das eine Angelegenheit, deren Entwicklung uns Deutschen gleichgültig ist. Was an dem Wechsel im Präger Ministerpräsidium dagegen ein größeres Interesse beanspruchen kann, das ist die Frage nach der außenpolitischen Zielsetzung des neuen Kabinettschefs. Obschon Außenminister Benesch im Amt bleiben wird, dürften die politischen Gegensätze zwischen ihm und Dr. Hodza, der übrigens Slowake ist, ihren Ausgleich kaum in einer Stabilisierung des gegenwärtigen außenpolitischen Kurses der Tschechoslowakei finden. Wir nehmen gern davon Kenntnis, daß Dr. Hodza für eine Verständigung mit Deutschland eintritt. Die Erklärungen, die Benesch gestern vor den Kammern über seinen Wunsch, mit Deutschland zusammenzuarbeiten, abgab, stehen sicherlich in einem ursächlichen Zusammenhang mit der Kabinettsumbildung. Andernteils hat Benesch durchblicken lassen, daß er hinsichtlich der (von Hodza nicht gebilligten) allzu stalinfreundlichen Sowjetpolitik Prags nicht einzulenken gewillt ist. Auffallend sind übrigens die Parallelen, die sich zwischen der Tschechoslowakei und Frankreich in den Beziehungen zu Moskau ergeben. Hier wie dort lehnt die Volksmeinung immer mehr das militärische Bündnis ihrer Regierungen mit den Mächten der Unordnung und der Zerstörung ab, ohne daß bisher dieser Gegenströmung an verantwortlicher Stelle Rechnung getragen wurde. Wird Dr. Hodza sich als der Mann erweisen, der eine scharfe Trennungslinie zwischen Bolschewismus und aufbauender Politik zu ziehen in der Lage ist? Ohne diese grundsätzliche Absage an Moskau wird jedenfalls ein diplomatischer Kurswechsel gegenüber den kommunistischen Friedensfeinden nicht möglich sein.
Berlin, 6. November.
Der Führer und Reichskanzler empfing am 5. November den Präsidenten des internationalen olympischen Komitees Grafen de Baillet-Latour im Beisein des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern Dr. Frick, des Präsidenten des Organisationskomitees für die 11. Olympiade Staatssekretär a. D. Dr. Lewald und des Reichssportführers von Tschammer und Osten zu einer längeren Unterredung.
veamtennachwukhs aus der HZ.
Er. Berlin, 6. November
Für die Annahme von Veamtenanwärtern werben jetzt in einem Runderlaß des Innenministers zugleich im Namen sämtlicher Reichsminister wichtige Bestimmungen mitgeteilt- Nach dem geltenden Recht darf nur derjenige Beamter werden, der die Gewähr dafür bietet, daß er jederzeit rückhaltslos für den nationalsozialistischen Staat eintritt. Daher ist es erforderlich, daß in Zukunft diejenigen, die Beamte werden wollen, schon von Jugend auf in der nationalsozialistischen Weltanschauung erzogen sind. Der Führer und Reichskanzler wird noch nähere Bestimmungen darüber erlassen, in welcher Weise diese Schulung zu ersolgen hat. Bis dahin ist zu fordern, daß solche Bewerber um Beamtenstellen, die nach dem 31. Dezember 1935 Las 16. Lebensjahr vollenden, mit Erfolg der Hitler-Jugend angehört haben. In Zukunft sind deshalb nur solche Bewerber um Beamtenftellen anzunehmen, die dieser Bedingung entsprechen oder die als Offiziere oder Soldaten mit Versorgungsberechtigung aus der Wehrmacht entlassen sind. Ausnahmen bedürfen der Zustimmung des Innenministers im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers.
Vorbereitungen für den g. November
Berlin, 6. November.
Der Deutschlandsender übernimmt am heutigen Mittwoch, 18.45 Uhr, aus München einen Vor- trag des stellvertretenden Gauleiters des Traditionsgaues Miinchcn-Oberbayern, Pg. Nippold, über die Vorbereitungen zum 3. Rov.
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direktorium Vruvelaitis zurückgetreten. Diese: an sich selbstverständliche Schritt hätte eigentlick nicht erst jetzt, sondern schon unmittelbar nach de vernichtenden litauischen Wahlniederlage in Memelgebiet erfolgen müssen. Am heutigen Tage an dem der Memelländische Landtag zusammen tritt, wäre der Sturz des landfremden Direk toriums ohnehin sicher gewesen, nachdem die li tauische Regierung den Unterzeichnerstaaten der Memelstatuts die Erklärung abgegeben hat, da: Direktorium endlich dem Willen der Mehrheit de: Memelbevölkerung entsprechend zusammenzu setzen. Die Kownoer Regierung hat nunmehr Ee legenheit, ihr Versprechen in die Tat umzusetzen Dabei kann allerdings ebensowenig wie bei den
Rücktritt Vruvelaitis von einem „Entgegenkommen Litauens" die Rede sein, denn mit der Einsetzung eines deutschen Direktoriums wird lediglich ein der memelländischen Bevölkerung feierlich verbrieftes, aber bisher mit Füßen getretenes Recht durchgeführt. Der neu gewählte Landtag, der neben 24 deutschen Abgeordneten nur 5 Vertreter der litauischen Parteien ausweist, wird scharf darüber wachen, daß es nicht nur bei Zusagen und Versprechungen der litauischen Regierungsstellen bleibt, sondern daß der Wille der deutschbewußten Memelländer auch wirklich respektiert wird. Wozu es allerdings noch nicht zu spät ist.
Bolschewistische Nanking ist bei "der llnter- Mordpläne suchung des Revolver Anschlags auf den chinesischen Ministerpräsidenten Wangtschingwei ein umfassender kommunistischer Mordplan zur Beseitigung des