Ausgabe 
(3.11.1935) Nr. 304
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parteiamtl.Iageszeitung der Nationalsozialisten Vremens

Das flmlsblaN des Senats V der freien Hansestadt Bremen _

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Nr. 504 / 5. Jahrgang

Sonntag, Z. November

ktnzelpreis 15 Npf.

fluftakt ;u den feiettligen der Partei

kine neue kpoche der Hauptstadt der vewegung - wie das Heutige Mchtfest der Parteibauten in München verlüuft

Unser logssspiegel

In Oldenburg sprach Neichsmiuister Dr. Frank über den nationalsozialistischen Rechtskamps.

Zm Prozeh wegen der Demsenschiebnngen beim katholischen Liebsrauenorden wurden hohe Zuchthausstrafen beantragt.

Lava! gab vor dem Pariser Ministerrat Er­klärungen über die Ziele seiner Außenpoli­tik ab.

Die Genfer Verhandlungen zwischen dem eng­lischen Außenminister und dem italienischen Vertreter sind ohne Ergebnis geblieben.

Das Inkrafttreten der Sühnemaßnahmen ge­gen Italien ist endgültig aus den 18. Novem­ber festgelegt worden.

Makale ist von den abessinischen Truppen ge­räumt worden.

Der Ausmarschplan sür die am 7. November stattfindende Rekrutenvereidigung in Bremen steht nun fest.

Durch Reg. Bürgermeister Pg. Herder wurde gestern einem Lebensretter eine Erinnerungs­medaille verliehen.

Der Reichsabteilungsleiter des Amtes für Schönheit der Arbeit besichtigte die Zigaretten­fabrik von Martin Brinkmann in Hemelingen.

W!^

»In thron werden wir fahren"

Indienststellung des neuen KreuzersNürnberg" Kiel, 3. November.

Am Sonnabendvormittag erfolgte in Kiel die feierliche Indienststellung des neuen Kreuzers Nürnberg" mit einer Ansprache des Komman­danten Kapitän z. S. Schmundt in Anwesen­heit des Gauleiters Streicher sowie des Ober­bürgermeisters von Nürnberg Liebel.

Kapitän z. S. Schmundt führte aus:Am heu­tigen Tage wird der deutschen Flotte neuestes Schiff, der KreuzerNürnberg", in Dienst ge­stellt, an einem Tage, an dessen Vorabend sein Vorgänger im Nachklang der Schlacht von Co­ronet vor- 21 Jahren die Feuertaufe bei der Vernichtung des englischen KreuzersMon- mouth" erhalten hat.Bravo Nürnberg" hatte das Signal des Eeschwaderchefs, des Grafen Spee gelautet. Die alteNürnberg" ist nicht mehr. Die Wogen des Atlantik rauschen über ihren zerschossenen Rumpf und die heldenmütige Besatzung vor Falkland. Wir aber, die neue Be­satzung wissen, daß heute mit diesem Schiff die alteNürnberg" zu neuem Leben erweckt ist.

Sie werden initmarschieren in unseren Reihen, unsere gefallenen und unvergeßlichen Nürnberg- Kameraden von Coronel und Falkland. Mit der Vergangenheit aber verbindet sich bei uns die Gegenwart. Der Stadt Nürnberg stolze Bedeu­tung hat zündenden Widerhall auch in unseren Soldatcnherzen gefunden. Denn alljährlich sicht­bar erneuert sich in den Mauern dieser Stadt des deutschen Volkes heiß ersehnte Einheit. Ein Reich, ein Führer, ein Polk und untrennbar mit ihnen verbunden durch Blut und Geist in heißem Mit­erleben des deutschen Volkes Wehrmacht. So wehe denn nun über diesem Schiff stolz und rein des Deutschen Reiches Flagge für des Deutschen Reiches Größe, Ehre und Freiheit.

Darauf erfolgte feierlich die Flaggen- hissung. Dann fuhr der Kommandant fort: Der Kreuzer Nürnberg ist in Dienst gestellt. Zu treuen Händen übernehmen wir dieses Schiff, das Platte um Platte deutsche Männer im Schweiße ihres Angesichts gefügt für unsere Wehr, das unter wirtschaftlichen Opfern das deutsche Volk sich schuf für seine Freiheit. ^

In Ehren werden wir fahren. Mit diesem Ge­löbnis gedenken wir unseres Führers und des Vaterlandes. Es lebe der Führer Adolf Hitler! Es lebe Deutschland! Sieg-Heil!

Am Schluß der Ansprache ertönt das Kom­mando:Besatzung stillgestanden!" Bei präsen­tiertem Gewehr der Sicherheitswache braust ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer aus kräftigen Kehlen. Leuchtenden Auges stimmen die an der Kaimauer stehenden Arbeiter des Marinearsenals mit ein. Das Deutschland- und das Horst-Wessel- Lied klingen feierlich über das Wasser.

Die Indienststellung ist beendet. Die Mann­schaft tritt ab. Da bittet Gauleiter Streicher die zur Besatzung gehörenden Franken auf die Schanz. 19 Mann sind angetreten. Er mahnt sie, den NamenNürnberg" stets in Ehren zu halten und allzeit als ganze Männer für Volksgemeinschaft und Vaterland einzutreten.

fluch an Schlechrroeltertagen

Neue Tarifordnung sür die Reichsautobahnen Berlin, 3. November.

Der zur Lohnregelung an Regen- und Frost­tagen auf den Baustellen der össenilichen Hand bestellte Sondertreuhänder Dr. Schmeltcr hat sür sämtliche Baustellen der Reichsautobahnen eine Tarifordnung erlassen, durch die den Gesolgschasts- mitilicsern eine Bezahlung von 32 Stunden wöchentlich st i'cgejtellt wird, auch wenn durch Wtterungseinsliisse aus den Baustellen vorüber­gehend nicht gearbeitet werden kann.

Das Richtfest der großen Bauten der Partei in München steht am Beginn einer neuen Epoche der Hauptstadt der Vewegung. Das München von gestern hat sein Gesicht und seine Sendung erhol- ten durch die Bauten Ludwigs I., der seine Haupt­stadt zur Metropole deutscher Kunst und deutschen Geisteslebens werden ließ. Das München von heute und morgen ist die Stadt, die Adolf Hitler zur zweiten Hauptstadt des Reiches werden ließ und ihr in seinen gewaltigen Bauten den Ausdruck ihrer politischen Aufgabe schuf.

Das Richtfest dieser Bauten, die für uns den An­blick der Zukunft bieten, bildet den Auftakt zu den großen Feierstunden, mit denen die Partei wenige Tage später derer gedenkt, auf deren Opfer sich die Gegenwart und Zukunft gründen. Zwei Feiern, die in tiefer innerer Verbindung zueinander stehen.

Während die Lebenden zum ersten Male die steingewordene Größe der Bewegung sehen, ziehen die toten Märtyrer von der Feldherrnhalle ein in die Ehrentempel dieser großartigen Bauten, die in Jahrhunderten noch künden werden von Kampf, Opfer und Größe unserer Zeit. Deutschland rüstet

sich, die tiefe Bedeutung dieser Tage zu erkennen und mitzuerleben.

Das Richtfest der Parteibauten findet im An­schluß an die Eröffnungsfeierlichkeiten der Lud­wigsbrücke um 12 Uhr vor dem Führerhaus am Königsplatz statt. Die Ehrenkompanien der SA., SS. und des Reichsarbeitsdienstes werden der Veranstaltung den äußeren Rahmen geben.

Die am Bau beteiligten Arbeiter nehmen vor dem Führerhaus Aufstellung. Reichsschatzmeister Schwarz wird dann vom Balkon des Führer­hauses in einer Ansprache die große Bedeutung der Neubauten der Partei würdigen. Ein Arbeits­kamerad der Arbeiterschaft erstattet anschließend den Dank an Bauherrn, Bauleitung und Bau- firmen. Ein Polier wird den Richtspruch sprechen.

Nach Beendigung der Feier am Königsplatz folgt das Richtfest anläßlich der Ausgestal­tung der alten Glaspalast anlagen. Auch hier geben SA- und SS-Abordnungen der Zusammenarbeit zwischen Bewegung und Staat lebendigen Ausdruck. Nach dem Eintreffen der Ehrengäste leitet Generaldirektor Doehle-

mann den Richtakt mit einer Begrüßungs­ansprache ein. Ein Avbeitskamerad wird den Richtspruch vortragen. Nach dem Schlußwort, das wiederum Generaldirektor Toehlemann spricht, endigt die Feier mit dem Gesang des Horst-Wessel- Liedes.

Um 18 Uhr findet die Uebergabe des Hauses der deutschen Aerzte in der Brienner Straße statt.

Der gestrige Sonnabend stand bereits ganz im Zeichen der letzten Vorbereitungen und der wür­digen Ausschmückung aller derjenigen Stätten, an denen heute die Feierlichkeiten vor sich gehen werden.

Auf der östlichen Seite der neuen Ludwigs- brücke, deren Weihe ein bedeutsames verkehrs- politisches Ereignis darstellen wird, wurden die beiden Tribünen fertiggestellt. Von der Rosen- hainer Straße ab, beim historischen Bürgerbräu­keller, sind 18 Meter hohe, mächtige Fahnenmasten errichtet, die in Abständen von je 10 Metern bis zum Jsartorplatz die Masten flankieren.

Auf dem Königsplatz, vor dem Führerbau und dem Verwaltungshaus der Partei, sind hochstre- beNde, mit bunten Ländern geschmückte Richt- bäume aufgestellt.

das WW eine Herzenssache

Der Sammeltag, ei« neuer Triumph

* Bremen, 3. November.

Der Großangriff in der Winterhilfsschlacht ist nun in vollem Gange. Nach dem ersten Eintopf- sonntag in diesem Winter, der als verheißungs­voller Vor sieg schon die Klärung der Stim­mung im Volke erbrachte derzufolge gar kein Zweifel mehr darüber aufkommen kann, daß die Winterhilfsschlacht 1938/36 ein neuer glänzender Triumph nationalsozialistischen Eemeinschafts- fühlens sein wird, ist seit gestern die erste Büchsensammlung am Werk, in deren Dienst sich der Kerntrupp der Bewegung, die gesamte SA. mit SS. und NSKK. gestellt hat.

Es ist der erste Reichs-Strahensammeltag für das Winterhilfswerk 1938/36 für jeden in seinem Volke wurzelnden Menschen deutschen Blutes eine nicht weniger bedeutsame Herzensangelegen­heit, als der erste Eintopssonntag und die seit­dem im Gange befindliche Pfundsammlung. Und wie jeder Volksgenosse, der beim Eintopssonntag im Vergleich zum Vorjahr wenngleich auch nur ein um geringes höheres Opfer brachte, mit Recht stolz sein konnte, als ihm das im Ver­gleich zum Vorjahr noch glänzendere Ergebnis dieses ersten Eintopfsonntages bekannt wurde weil er sich ja sagen durfte, daß er an diesem besseren Ergebnis auch seinen Teil hatte, so kann, wenn demnächst das Ergebnis der ersten Reichs-Straßensammlung gewiß ebenfalls als ein im Vergleich zum Vorjahre besseres bekannt wird, jeder, der auch nur durch ein kleines Mehr seiner Gabe zu solch erfreulichem Ergebnis beiträgt, tiefinnerst im Herzen jene selige Be­friedigung empfinden, die der rechtschaffene Mensch im Bewußtsein empfindet, noch etwas mehr als seine Pflicht getan zu haben.

Darüber, daß es Pflicht ist für jeden Volksgenossen, am heutigen Reichssammeltag zu geben, braucht ja kein Wort mehr verloren zu werden. Sinn und Zweck des Winterhilfswerkes, dieser in aller Welt vorbehaltlos bewunderten, großartigen kameradschaftlichen Fllrsorgeleistung des deutschen Volkes, ist jedem deutschen Volks­genossen zu sehr geläufig, als daß auch nur einer, der sich nicht selbst verachten möchte, von diesem Werke sich ausschließen wollte. Aber noch etwas mehr als das Gewohnte dabei zu tun und sei es auch im Rahmen bescheidenen Könnens eine nur bescheidene Kleinigkeit, einige Pfennige mehr in die Büchse, je nach Vermögen, das erzeugt Hochgefühl im Herzen und wonnige Wärme in der Brust; das verleiht Siegesgefllhl, ja, wenn man so sagen darf, ein Gefühl des Triumphes, des Triumphes über Hunger und Kälte, über diese grimmigen Feinde der Arbeitslosen und Kranken in der winterlichen Zeit. Diesem grimmigen Feinde soll keine Bresche gelassen und keine Möglichkeit gegeben werden, in der deutschen Volksgemeinschaft Opfer zu for­dern und Opfer zu finden. Nein, vor der Not der Jahreszeit steht der eiserne Wille und die geschlossene Kraft des deutschen Volkes, diese Not in redlicher Kameradschaft gemeinsam zu brechen. Und daß sie gebrochen wird, auch in die­sem Jahre, darüber kann gar kein Zweifel be­stehen.

Unbekannt und namenlos bleibt heute bei der Reichs-Straßensammlung der einzelne Geber im Generalangriff bei der Winterhilfsschlacht. Was der einzelne heute als Opfer in die Sammelbüchse wirft, wird nicht gezählt und nicht bekannt. Unbe- kannte Soldaten in dieser Schlacht sind alle, die ihr Opfer bringen Aber wie auf die unbekannten Soldaten des Weltkrieges der volle Glanz des Ruhmes der unerhörten Wasfentaten unseres Feld­heeres fiel und heute noch fällt, so fällt heute und für alle Zeiten die Ehre des Ruhmes unseres ein­zigartig in der Welt dastehenden Winterhilfswer- kes auf alle die unbekannten Geber bei diesem Werke, das, wie der Führer sagt, den inneren Sinn und den Wert unserer deutschen Volksge- meinschaft repräsentiert.

Nicht weniger hell als auf die Gebenden bei die­sem Werke fällt aber auch auf die Sammelnden und weil sie selber auch noch Gebende sind sogar doppeIt - der Ruhm des sicheren Sie­ges in dieser Schlacht. Mit den Kameraden der SS. und des NSKK. sind in j eder Stadt und in jedem Dorfe heute sämtliche Einheiten der

was taval von verlln erhofft

Sie »Limes" sprechen von der Möglichkeit einer kntente Mischen Veutschland, Sroßbritannien und Frankreich

lvrsktbericcht unserer berliner Zebriktleitung!

Kr. Berlin, 3. November.

Ueber das Präger Außenministerium, dessen enge Beziehungen zum Quai d'Orsay zur Genüge bekannt sind, werden jetzt nähere Mitteilungen über einige vertrauliche Erklärungen bekannt, die der französische Ministerpräsident Laval die­ser Tage vor dem Pariser Ministerrat abgegeben hat. 2n ihnen stellte er u. a. folgendes fest:

Frankreich habe ausreichende Garantien Groß­britanniens für den Fall, daß Deutschland irgendeinen europäischen Staat angreifen würde, erhalten. Er, Laval, habe jedoch andererseits be­gründete Aussichten, das Deutsche Reich für das kollektive Friedens- und Sicherheitssystem zu ge­winnen und teile die übertriebenen Befürchtun­gen eines Teiles der französischen Öffentlichkeit nicht, daß Deutschland bestrebt sei, Europa in kriegerische Verwicklungen zu stürzen. Die fran­zösische Regierung bemühe sich, die vor kurzem gewonnene Freundschaft Italiens ebenso wie das von Paris in Ost- und Mitteleuropa aufgebaute Bündnissystem zu festigen. Die Ver­bündeten Frankreichs in Ost- und Mitteleuropa wie die auf dem Balkan könnten der Unter­stützung Frankreichs auch weiterhin vollkommen sicher sein.

Die nächsten Aufgaben der französischen Außen­politik seien die Beilegung des abessinischen Kon­

flikts, die Wiederherstellung der Stresa-Front, das Zustandekommen eines Donau-Paktes, der Abschluß eines osteuropäischen Sicherheit- und Hilseleistungspaktes und schließlich die Rückkehr Deutschlands in den Völkerbund.

In einem Genfer Bericht derTimes" wird von den Entwicklungsmöglichkeiten für das Ver­hältnis der West mächte zu Deutsch­land gesprochen. Es seien Bestrebungen im Gange, eine Lösung des ewigen deutsch-französi­schen Streites zu finden. Wenn Deutschland bereit sein sollte, an den Sanktionen gegen Italien teil­zunehmen, so werde dies ein Anzeichen dafür sein,

daß Deutschland sich in der Richtung auf Genf orientieren werde. Wenn der französisch-sowjet- russische Pakt, dem Deutschland widersprach, von der französischen Regierung nicht ratifiziert würde, so würde dies die Tür für eine Entente zwi­schen Großbritannien, Frankreich und Deutschland offen lassen unter der Be­dingung. daß Deutschland in einen Völkerbund zurückkehrt, der auf reformierten Satzungen beruhe und vom Versailler Vertrag losgelöst sei. Es sei bemerkenswert, so meint schließlich die englische Zeitung, daß die Sowjetbotschaft in Paris gegen die inoffiziellen Besprecbungen Lavals mit Ber­lin protestiert hat.

Komplott See Kommunisten

Das Attentat aus Chinas Ministerpräsidenten Nanking, 3. November.

Wie die polizeiliche Untersuchung des Mord­anschlages aus den chinesischen Ministerpräsiden­ten Wangtschingwei bisher ergeben hat, sind an dem Attentat drei Männer und eine Frau un­mittelbar beteiligt. Diese vier Personen sind ver­haftet worden.

Der mit der Untersuchung betraute Chef der Sonderpolizei in Nanking hat der Presse erklärt, er sei nach eingehender Prüfung des Sachver-

haltes zu der Ueberzeugung gekommen, daß der Anschlag aus den Ministerpräsidenten mit großer Wahrscheinlichkeit auf eine kommunistische Verschwörung zurückzuführen sei.

Das Befinden des Ministerpräsidenten Wangt­schingwei ist den Umständen nach gut. Der Attentäter ist den bei der Verhaftung erlittenen Verletzungen erlegen. Die Untersuchung der Po­lizei hat ergeben, daß er seit Jahresfrist in Nanking gemeinsam mit dem Besitzer und Schriftleiter der Agentur Chingwong ein Kom­plott zur Ermordung des Ministerpräsidenten geschmiedet hat.

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