Ausgabe 
(2.11.1935) Nr. 303
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parteiamtl.Iageszeitung der

Htltllina^iizmll^en Rremens

Das Amtsblatt des Senats der §reien Iianlestadt Dremen

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Nr. / Z. Jahrgang

Sonnabend, 2. November Einzelpreis 15 Nps.

Nur ein scharfes Schwert schützt den frieden"

öeneral ööring eröffnet die tustkriegsakademie in ffnweseniteit des füftrers und obersten vesestlsstabers der Wehrmacht

Berlin, 2. November.

Im protzen Hörfaal der Luftkriegsakademie wurde Freitag vormittag in Anwesenheit des Führers und Ober st en Befehls- habersder Wehrmacht die in etwas mehr als Jahresfrist im Rahmen des Ausbaues der

Unser lagvsspisgel

In Anwesenheit des Führers wurde die Lustkriegs-Akademie gestern durch General Göring feierlich eröffnet.

Zu einem gewaltigen Erlebnis wurde die erste Reichstagung der HJ.-Rechtsorgani- sation in Oldenburg, bei der Reichsjugend- fiihrer Baldur von Schirach und Gauleiter Carl Rover weltanschauliche Ansprache» hielten.

Zwischen London und Paris ist es in Gens zu einer Einigung gekommen, mit der sich eine neue Entente für die Zukunft anzeigt. Um Makale sind äußerst schwere Kämpfe im Gange.

Aus den chinesischen Ministerpräsidenten Wangtschingwei ist ein Revolverattentat ver­übt worden.

In einer Großkundgebung im Casino sprach der Reichsleiter der Reichspropaganda der DAF., Pg. Geiger-Berlin.

Zur Ueberwindung der gegenwärtigen Ber- sorgungslage mit Butter wurden weitere Maßnahmen getroffen. (Siehe Handelsteil.)

rutschen Luftwaffe geschaffene großzügige Anlage rs Luftkriegs- und der Lufttechnischen Akademie »wie der Luftkriegsschule eröffnet. Unter der Ee- mitleitung des Architekten des Reichsluftfahrt- nnifteriums Pros..-Jng. Dr. Sage Siel nd links und rechts der Straße CatowKlatow ach den Entwürfen der Architekten und Regie- ungsbaumeister Binder, Braun und Eunzen- mser und unter der örtlichen Bauleitung des rchitekten Dohme auf einem landschaftlich übera­us reizvoll gelegenen, etwa 1700 Morgen großen ielände schlichte, meist einstöckige Zweckbauten ach übersichtlicher Planung entstanden, die in mlaae und Form alle Voraussetzungen, die an iese Bauten gestellt werden mutzten, erfüllen. Rechts der Straße liegt die Luftkriegsakademke i engster Verbindung mit der Lufttechnifchen Aka- rmie, die Leide für die Weiterbildung der Offi- ere bestimmt sind, während die links der Straße i der Richtung auf Grog-Elienicke errichtete uftkriegsschule der Heranbildung des Offiziers­achwuchses dient. Dort sind auch die Flugzeug- rllen und der eigentliche Flugplatz, die Ünter- mftshäuser, der Sportplatz und andere Anlagen .'richtet. Die freundlichen, hellen Bauten heben ch im Schmuck der Fahnen, die zur Feier des röffnungstages von allen Masten wehen, präch- g von dem saftigen Grün der großen Wiesen- ächen und den dunklen Kieferwaldungen ab. üertausend Erd- und Bauarbeiter haben die ge- altige Anlage in dieser kurzen Frist geschaffen, er etwa einem Jahr wurde der erste Stein ver- uuert, jetzt ist die Anlage nahezu vollendet. Kurz vor 11 llhr traf der Führer, begleitet en seinem Adjutanten, Hauptmann a. D. liebem ann, ferner dem. Reichspressechef Dr. >ietrich und Brigadesührer Schaub, am aupteingang ein, wo er vom Reichskriegs- ünister Generaloberst von Blomberg und >n Oberbefehlshabern der Luftwaffe General :r Flieger Hermann Göring, des Heeres, Ge- -ral der Artillerie, Freiherr von Fritsch, nd der Kriegsmarine, Admiral Dr. h. c. aeder, dem Staatssekretär des Reichsluft- inisteriums, Generalleutnant Milch, der Ee- >ralität der Reichsluftwäffe und dem Amtschcf -s Reichsluftfahrtministeriums empfangen und : den großen Hörsaal geleitet wurde, nachdem : unter den Klängen des Deutschland-Liedes :e Front der vom Jagdgeschwader Rickthofen Hellten Ehrenkompanie abgeschritten hatte.

le flnsprache löenoral Vörings

Nach einem geschichtlichen Rückblick aui die Ent- icklung und die Großtaten der deutschen Luft­affe und die Bedeutung des Tages durch den hef des Luftfahrtkommandoamtes. General- ajor W e v e r. ergriff der Oberbefehlshaber der uftwaffe General der Flieger Hermann G kl ­ing das Wort und wies darauf tun. daß die chaffung dieses Werkes als ein Symbol für e Arbeit der gesamten Luftwaffe gelten könne, e wie dieses Bauwerk aus dem Erdboden ge- ampft und nur dank einem unerschütterlichen Kllen entstehen konnte, der auch die gesamte uftwaffe von heute beseelt. Allen Mitarbeitern, e sich mit restloser Hingabe für das Gelingen »gesetzt haben, dankte der Oberbefehlshaber der uftwaffe mit herzlichen Worten. Auf die Be- immung der auch baulich vereinigten beiden kademien eingehend wies er darauf hin. daß > keine Trennung zwischen Füll­ung und Technik geben dürfte, und daß der ührer die Grundlagen der Technik einwandfrei Herrschen müsse.

Die Schaffung der Luftflotte werde inmal als eine Großtat unter den gro- «» L»t«» des Führers gefeiert werden.

Dem Führer gelte der Dank der gesamten Luft­flotte dafür, daß er die Grundlage für den Aufbau geschaffen habe. Es sei eine Selbstverständlichkeit, daß das deutsche Volk zur Wahrung seiner Ehre und Freiheit eine starke Luftwaffe brauche. Es gelte, eine Luftwaffe zu schmieden, die so stark sei, daß das deutsche Volk in Ruhe seiner Arbeit nachgehen könne. An dieser Stätte sollten die Flieger im Geiste der wirklich heroischen Auf­fassung der nationalsozialistischen Idee und un­serer Zeit erzogen werden. Die tausendjährige Sehnsucht der Menschheit, sich in die Lüfte zu er­heben, verlange hingebungsvolle Begeisterung und männliche Kühnheit. Zu dieser Begeisterung und Kühnheit, zu heroischem Denken und Handeln sollten die Lehrkräfte der Akademie die Männer erziehen, die kühn und entschlossen und fest im

Loü. Oldenburg, 2. November.

(Ligsnsr Lsrivbt äsrLrswsr 2situng")

Die Stadt Oldenburg zeigt in diesen Tagen ein farbenprächtiges Bild. Von allen Gebäuden der Partei und des Staates wie auch von den Privathäusern wehen Hakenireuzfahnen. Kolonnen marschierender Hitlerjungen, Aufmärsche, Befehle, Musik überall ....

Vom 1. bis zum 3. November steht Oldenburg, und mit der Stadt der ganze Gau Weser-Ems im Zeichen der Hitlerjugend, im Zeichen der Ar­beit für ein umfassendes deutsches Jugendrecht. Am Freitag vormittag begann die erste große Reichstagung der HJ.-Rochtsorga- nisation. Die feierliche Eröffnung fand im Sitzungssaal des ehemaligen Oldenburger Land- taggebäudes statt, auf dem eine rissige Haken- kreuzfahne wehte, während die Vorderfront des Hauses mit drei lang herabhängenden HJ.-Fah- nen geschmückt war. Vor dem Portal des Land­taggebäudes hatten schon in aller Frühe Ehren- abordnungen der Hitlerjugend, des Jungvolks, des Bundes Deutscher Mädel und des Bundes Deut­scher Jung-mädchen, Aufstellung genommen.

Kurz nach g llhr verließ der Reichsjugend­führer das nahegelegene Adolf-Hitler-Haus, den Sitz der Reichsstatthalterei und der Gauleitung, um sich zusammen mit dem Reichsleiter Buch, dem Reichsstatthalter Rover, dem Ministerpräsidenten Joel, Staatsminister Pauly, dem Eebietsführer des Gebietes Nordsee, Lühr Hogrefe und weiteren Vertretern des Eaustabes Weser-Ems sowie Mit­gliedern der Reichsjugendführung zum Landtaqs- gebäude zu begeben. Zunächst schritt Baldur von Schirach die Front der Ehrengefolgschaften ab, um anschließend vor dem Portal die Meldung des Leiters des Rechtsamtes der Reichsjugendführung, Dr: Theo Goldmann, entgegenzunehmen.

Dann begann in dem feierlich ausgeschmückten Sitzungssaal die Eröffnungssitzung, an der außer den führenden Vertretern der Reichsleitung der NSDAP-, der Gauleitung Weser-Ems, der Reichs­jugendführung und des oldenburgischen Staats­ministeriums Vertreter sämtlicher Gliederungen der Bewegung, des Staates und der Wehrmacht teilnahmen, darunter der Landesstellenleiter Weser-Ems des Reichsministeriüms für Volks­aufklärung und Propaganda und Vertreter der Rechtsorganisation der HJ. aus sämtlichen 23 Ge­bieten des Reiches.

Die Tagung selbst wurde durch den Rechts­amtsleiter Dr. Theo Goldman» eröffnet. Er ging aus das große Ziel der Arbeit des Rechts­amtes der HJ. ein: Die Schaffung eines neuen

Charakter auf sich selbst gestellt sich zu behaupten und zu kühnem Entschluß durchzuringen ver­stünden.

Wiederholt habe der Führer betont, daß sein und des deutschen Volkes Wille der Friede sei. Er habe aber ebensooft betont, daß dieser Friede nicht allein von uns, sondern auch von unseren Nachbarn abhängt. Nur ein scharfes Schwert schütze den Frieden. Wenn dieses Schwert zer­bräche, werde auch ein Volk friedlos.

Zum Schluß ermähnte General Göring das Fllhrerkorps der Luftwaffe, immer wieder fort­zuschreiten in dem Geist, in dem das Werk be­gonnen sei, ein Werk, das nicht in kühler Ueber- legung, sondern in heißer Leidenschaft entstanden sei. Diese Leidenschaft habe den Willen zur Tat

deutschen Jugendrechts. Anschließend stellte er die drei großen Arbeitsgebiete und Säulen des Ju­gendrechts heraus:

1. Das Gesetz für Vernfserziehung und Lehre.

2. Das Gesetz zur Führung und Pflege der deutschen Jugend.

3. Das Gesetz über das Jugendshrrecht, das als Gegenseite dann auch das Jugendstrasrecht umfassen werde.

Hierauf ergriff der Reichsjugendführer Bal­dur von Schirach das Wort, um u. a. auszu­führen: Da die H2. Voraussetzung ist für die Zu­gehörigkeit 'zum Parteiapparai, jo hat sie jetzt eine Aufgabe der Gesamterziehung der deutschen Jugend erhalten, die ihren Dienst neben den im Reichsarbeitsdienst und in der Wehrmacht rückt. In Zukunft wird jeder junge Deutsche vom zehn­ten Lebensjahre an in einem bestimmten Er­ziehungssystem stehen, das nach den Erfahrungen

Die HJ. wird die ihr bestimmte Mission, die Einordnung der deutschen Jugend, als eine ihrer Hauptaufgaben erfüllen. Die zweite große Auf­gabe der HJ. ergibt sich aus dem Anteil der Jungarbeiterschaft an der Durchsetzung der Idee des Nationalsozialismus. Wir haben aus unserem Kampf um die Jungarbeiterschaft in den Jndustriebezirken die schweigende Verpflich­tung auf uns genommen, daß dann, wenn wir zur Macht gekommen sind, wir die Lebensbedin­gungen der Jungarbeiterschaft neu gestalten wollen. Besonders auf dem Gebiete der Freizeit­gestaltung habe ich damals eingehende und be­trübliche Beobachtungen gemacht. Im schwersten Beruf, den wir kennen, dem Bergmannsberuf, betrug die Freizeit im ganzen Jahre einen Tag. Im Durchschnitt betrug sie höchstens fünf bis sechs Tage. Durch diese Verhältnisse ist der deutsche Jungarbeiter gesundheitlich außerordent­lich geschädigt worden.

Eine der Grundforderungeu der national­sozialistischen Jugenderziehung ist, daß unsere Jugend einmal im Jahre mindestens drei bis vier Wochen in einer Erholungspause aus dem Beruf herausgenommen wird.

werden lassen, und sie erwarte er auch von jedem einzelnen, vor allem von jenen, die zu Führern berufen seien. Der Oberbefehlshaber der Luft­waffe wies noch einmal auf die leuchtenden Vorbilder in der kurzen Geschichte der deutschen Luftwaffe hin, denen nach­zustreben höchste Verpflichtung sei. In der Mate­rialanzahl werde wie im Weltkriege Deutschland immer unterlegen sein, aber die materielle Ueber- legenheit der anderen müsse durch den rechten Fliegcrgeist, wie ihn die großen Vorbilder vor­gelebt hätten, wieder wettgemacht werden. In diesem Sinne übergebe er die Akademie ihrer Bestimmung.

An den Festakt schloß sich ein Rundgang durch die Gebäude beider Akademien und eine Besichti­gung der Luftkriegsschule an.

und Gesetzen, die von der nationalsozialistischen Bewegung gegeben werden, sein Leben gestaltet.

Um den Gedanken des Jugenddienstes anschau­lich zu machen, ging der Reichsjugendführer dann auf die Entwicklungsgeschichte der HJ. ein, die entstanden sei als Organisation der Bewegung für junge kämpferische deutsche Men­schen, die nach den bestehenden Gesetzen noch nicht Parteimitglieder hätten werden dürfen. Nach der Machtergreifung sei der HJ. die Aufgabe gestellt worden, an die Stelle der noch vorhandenen Viel­heit der Jugendorganisationen die Einheit zu setzen. Nach einem Vierteljahr sei bereits der Erfolg erzielt worden, daß außer der HJ. nur noch die konfessionellen Jugendverbände bestanden hätten. Ende 1933 seien die evangelischen Ver­bände in die HJ. eingegliedert worden. Wenn auch die katholische Kirche hieraus keine Konsequenzen gezogen habe, so sei durch das Abkommen mit dieser Kirche bewiesen worden, daß religiöse Jugenderziehung und staatliche Jugenderziehung keine Gegensätze seien. Die politische Erziehung sei das alleinige Recht des Staates.

Gegenüber Einwendungen der Wirtschaft mutz erklärt werden, daß diese Pause, die der Gemein­schaftserziehung dient, zugleich auch eine Wieder­herstellung und Auffrischung der Arbeitsfreudig­keit und Einsatzkraft der Zungarbeiter in ihren Posten darstellt. Mit dieser Frage hängt eine Aufgabe zusammen, die sich die HJ. in Verbindung mit der DAF. gesetzt hat. Es handelt sich um die Förderung des Facharbeiternach­wuchses, die allerdings nur einen Teil der Gssamtzielsetzung darstellt, die mit dem Reichs- berufswettkampf angestrebt wird. Dieses Eesamt- ziel ist der Versuch, die ganze junge deutsche Ge; neration zu hohen Leistungen zu befähigen und anzuspornen. Durch diesen Berufswettkampf wird aber zugleich der junge Deutsche dazu erzogen, in dem Beruf nicht meKr nur die Existenzmöglich­keit zu sehen, sondern ibn zu erkennen als einen Dienst, der ebenso wie der Dienst in der Bewe­gung oder in der Wehrmacht Ehrendienst an der Nation ist. Das Berufsausbildungs­gesetz soll die gesetzliche Regelung der Beruss- erziehung in dieser Richtung bringen.

Es erscheint angebracht, im Rahmen der großen Erziehungsaufgaben der HJ. auch das Problem der schulischen Erziehung anzuschneiden und HJ.-Erziehung und schulische Erziehung von­einander abzugrenzen.

Grundsätzlich müssen alle, die an der erzieheri­schen Aufgabe an der deutschen Jugend mit­arbeiten, sich zusammenschließen: Elternschaft, Lehrerschaft und HJ. Die Reichsjugendführung beabsichtigt, führende Vertreter dieser drei Er­ziehungsfaktoren in einer Tagung einmal zu­sammenzufassen und eine Art Arbeitsgemeinschaft zu bilden.

Alles, was außerhalb der schulischen Erziehungs­arbeit au Erziehungsarbeit geleistet wird, ist Sache der HJ. In der Schule ist selbstverständlich der Lehrer die höchste Autorität, auch für den HJ.-Führer. In der HJ. ist der rangälteste Füh­rer des Standortes jeweils die höchste Autorität auch dann, wenn Lehrer in der HJ. mitarbeiten. 2m übrigen bleibt es in der HJ. bei dem Prin­zip, das als Führerprinzip am Beginn der natio­nalsozialistischen Jugendbewegung gestanden hat,

! die eben keine Gründung des Staates für die ! Jugend, sondern eine Gründung der Jugend für den Staat gewesen ist, und die deshalb das Prin- ! zip der Jugend-Führung bedingte. Hierdurch un- j tersbeidet sich die H2. von der Jugend aller an­deren Länder. Es bleibt der vom Führer aus­gesprochene Grundsatz bestehen: Jugend muß von Jugend geführt werden! Wir sind der Ausfasfung, daß junge Deutsche aller Berufe bestimmt sind, den Führer-Nachwuchs zu stellen.

(Fortsetzung aus Seite 2) !

Sie lolalilöt

Zum kempo der Neoolulion

Von ^.lkrsä-Iugsmar Lsrnät

Der Reichsminister für Bolksausklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, hat den innenpolitischen Hauptschristlciter des Deut­schen Nachrichtenbüros, Alfred-Jnge- mar Berndt, unter Beibehaltung feiner bisherigen Stellung zur kommissarischen Be­schäftigung in die Presseabteilung der Rcichs- rcgierung berufen. Pg. Berndt hat seinen Dienst gestern angetreten.

Als ich vor einem halben Jahr einmal mit einem ehemaligen Politiker einer der verflossenen Rechtsparteien zufällig sprach, da glaubte er innerlich etwas zum Triumph geneigt fest­stellen zu müßen, daß nun die nationalsozialistische Revolution zu Ende sei, daß die Entwicklung stagniere und daß der einst so reißende Strim des Nationalsozialismus dickflüssig und träge ge­worden sei. Er verwies auf die Kirchenfrage, deren der Nationalsozialismus doch nicht Herr geworden sei, er meinte feststellen zu müssen, daß ja nun die studentischen Korporationen und mit ihnen die jahrzehntelang tonangebende Gesell- schaftsschicht einen Sieg davongetragen hätte. Und aus manchen anderen Zeichen hier und da glaubte er einen Silberstreifen für sich und sei­nesgleichen am Horizont erhoffen zu dürfen.

Die letzten Wochen haben diesem Herrn und all denen seiner Art den Beweis geliefert, daß der Nationalsozialismus revolutionär war, revo­lutionär ist und immer revolutionär sein wird. Sie haben gezeigt, datz der Gedanke der Totalität keinesfalls aufgegeben ist oder nur ein Schein war, sondern folgerichtig bis zur letzten Mög­lichkeit durchgeführt wird. Manches von dem, was jener einstige Politiker als Stillstand ansah, ja, als Rückzug vor reaktionären Kreisen, das war nichts weiter als Klugheit und Weitsicht. Das war nur die innere Gewißheit der national­sozialistischen Bewegung und der nationalsozia­listischen Staatsführung, daß der Gang der Ent­wicklung ganz von selbst auch in der Kirchenfrage und der Frage des Studententums mit einem restlosen Durchbruch des nationalsozialistischen Gedankengutes enden werde. Mancher wurde un­geduldig in diesen Monaten, da er glaubte, daß die Spargel-Vorussen gesiegt und politisierende Kirchengruppen über die Autorität des Staates triumphiert hätten.

Mit fester Hand und ohne Nervosität haben derweilen Nationalsozialisten die Zügel des Staates gehalten, hat die innere Kraft der Be­wegung ohne allzu lauten Lärm der Idee Gel­tung verschafft. Und nun sehen wir den Erfolg. Sämtliche studentischen Spitzenverbände, Burschen­schaften, Korps, Sängerschaften, Landsmannschaf­ten, Turnerfchaften, sie alle sind nicht mehr oder gerade im Begriff, ihr Eigenleben aufzugeben und sich in die große Front des Nationalsozia­listischen Deutschen Studentenbundes einzuglie­dern. Die Einzelverbindungen, die hier und da noch bestehen, werden, des gemeinsamen Zusam­menhalts beraubt, im Laufe der nächsten Monate nach und nach ebenfalls verschwinden, ohne datz es großer Maßnahmen zur Beschleunigung dieser Entwicklung bedarf. Das Kartenhaus der Alt- Heidelberg-Romantik von 1878 ist in sich zusam­mengefallen. Wir freuen uns dabei, daß die wertvollen Teile der einstigen studentischen Ver­bände, die auf eine große Tradition zurückblicken können und schon lange das nationalsozialistische Ideengut zur Grundlage ihres Seins genommen hatten, zu den ersten gehörten, die freiwillig aus Band und Mütze verzichteten, sich in Gehorsam und Disziplin einordneten und ohne Bitterkeit und mit einem durchaus berechtigten Stolz aus ihre Vergangenheit in der neuen Form der- studentischen Erziehung weiterarbeiten werden. Diese neue Form allerdings wird grundverschie­den sein von der, die bisher in den studentischen Verbindungen vielfach üblich war. Gehörten bis­her die ersten vier Semester des Studiums den' Verbindungen, der Kneipe und dem Fechtboden. so werden jetzt nach den Richtlinien des NS.-' Studentenbundes die ersten vier Semester der allgemeinen politischen und weltanschaulichen Schulung des deutschen Studenten dienen, einer Schulung, die ganz besonders wichtig ist im Hin­blick auf die großen Aufgaben, die im national- - sozialistischen Staat dem akademischen Nachwuchs gestellt sind.

Aehnlich wie Lei den studentischen Verbindungen

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Rsioüsts--uu8 äsr L>-,Rt-irs1sröutsn äsr. iv Oläsnburg. k!,'ieI>K.jugonäküt»rsr Dsiäur von

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22«

Schaffung eines neuen deutschen Zugendrechts

Neichsjugendsichrer Valdur von Schirach spricht aus der ersten Neichstagung der stl.-Nechtsorganisation in Sidenburg

Sie vurchdringung der Mgarbeiterschast

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