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Das flmtsblatt des Senats der Zreien kjansestadt Dremen
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Nr. rss / z. lalirgang
Menslag, 15. Nktober
kin;elpreis 15 Npf.
Kredit- und Weiliesperre gegen Italien in Kraft
Abbruch der diplomatischen öeziedungen Mischen England und Italien! / druck Englands auf den l-enfer Sichneausschuß
Unser lagesspiegel
Zur Befriedung des kirchlichen Lebens ist nunmehr der Reichskirchenansschuß gebildet worden.
2n Lüttich begann der Prozeß gegen vier Malmedy-Heimattreue.
Der Genfer Sühneausschuß hat Kreditsperre gegen Italien beschlossen.
Die Italiener haben ihr Hauptquartier von Asmara nach Adua verlegt.
Unter Englands Einfluß nehmen die Kriegs- vorbereitunge» Aegyptens ausgedehnte Formen an.
Der Cintopssountag in Bremen erbrachte 38 000 RM.
Generalmajor Strauß ist vom Führer zum Kommandeur der 22. Infanterie-Division, Standort Bremen, ernannt worden.
Senator Laue hat Mietpreissteigerungen verboten.
Das Landschulhekm in Eggestedt wurde von sämtlichen Ortsgruppenleitern und Stützpunktleiter» des Kreises Bremen bezogen.
Zwischen den Ostasien-Reedereien und der 2reg ist eine Rateneinignng erfolgt.
Tschechoslowakische Exporteure wollen Verhandlungen mit der Levante-Linie ausnehmen.
Nust an die vuefchenfchast
Berlin, 15. Oktober.
Reichserziehungsminister Rüst hat an den Führer der Deutschen Burschenschaft, Rechtsanwalt Dr. Elauninm folgendes Telegramm gesandt: Von der Auslosung der Deutschen Burschenschaft und der Ueberführung der einzelnen Burschenschaften als Kameradschaften in den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund habe ich mit großer Befriedigung Kenntnis genommen. Ich spreche Ihnen zu diesem Entschluß meine Glückwünsche aus. Die Deutsche Burschenschaft hat damit bewiesen, daß sie gewillt ist, an der nationalsozialistischen Aufbauarbeit an den deutschen Hochschulen Anteil zu nehmen.
(gez.) Ruft, Reichserziehungsminister.
Deutsche Künstler gesten nach Nom
Berlin, 15. Oktober.
Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Rüst, hat soeben die bildenden Künstler bestimmt, die vom 15. Oktober d. I. ab mit einem Barstipendium einen kostenfreien neunmonatigen Studienaufenthalt in der Deutschen Akademie (Villa Vassimo) in Rom erhalten. Es sind dies die Bildhauer Max Haberselzer, Fritz Schwarzbeck und Philipp Flettner, die 'Maler Magnus ZeIler und Erwin Merz sowie der Graphiker Hans Fischer. Ferner gehen die Maler Alfred Knispel und Wilhelm Gesser als Studiengäste nach Rom. Schließlich wird der Staatspreisträger der Preußischen Akademie der Künste, der Bildhauer Robert Stie - ler, einen Studienaufenthalt in dem genannten deutschen Kunstinstitüt nehmen.
eine frledensrede kulls
Washington, 15. Oktober.
Staatssekretär Hüll begrüßte am Montag Abgeordnete des panamerikanischen Instituts mr Geographie und Weltgeschichte. In der Ansprache, die er vor den Abgeordneten hielt, erklärte er u. a., daß die Nationen des westlichen Erdteils zur Erhaltung des Friedens entschlossen seien. Ohne auf den italienisch-abessinischen Konflikt einzugehen, gab er der Hoffnung Ausdruck, daß alle Nationen bald die barbarische Einrichtung des Krieges für immer aufgeben und daß Argwohn, Mißtrauen und selbstsüchtiger Ehrgeiz, die zuweilen die Beziehungen der Nationen trübten, für immer verschwinden möchten. Auf Drohungen mit Krieg und auf Mißverständnisse solle als Antwort allein eine standhafte Staa engruppe in den beiden Amerikas gelten.
Moskau protestiert in rokio
Tokio. 15. Oktober.
er sowjetrussische Botschafter Jurenew über- hte am Montag dem japanischen Augen- lster Hirota die amtliche sowjetru,si,che Pro- rote wegen der gemeldeten Zwischensalle an sowjetrussisch - mandschurischen Grenze, die bei Suisenho nordöstlich von Wladiwostok in der Nähe der Grenzstation Pogramtsch- a ereignet haben. Ein schriftlicher Protest r die Vorfälle war bereits am Sonntag m io eingetroffen. Der japanische Augennnnlster arte deut Sowietbotschaster. dag er erst den -icht über die Zwischensalle aus Mandschukuo oarten müsse, bevor er eine Antwort auf den etest erteilen könne. Er schlug ferner vor, d«e chandlungen über die Bildung einer gemlsch- Erenzkommission zu beschleuniget!-, um ahn- e Fälle in Zukunft zu vermeiden.
(Uraktberiviit unseres den Ur. Genf, 15. Oktober.
Der Mechanismus der Sühnemaßnahmen arbeitt unter dem Druck Englands mit äußerster Exaktheit. So ist man gestern zu dem bedeutsamen Beschluß gekommen, über Italien die Kredit- und Anleihesperre zu verhängen.
Die Eperrmaßnahmen sind bereits in Kraft getreten, und die Konferenz sieht nunmehr Borschlägen ihres Arbeitsausschusses über wirtschaftliche Sühnemaßnahmen entgegen. Bei den Arbeiten des Ausschusses spielen in erster Linie die Rohstoffrage, dann aber auch der Ausgleich von Verlusten einzelner die Sühnemaßnahmen vollstreckender Mächte eine Rolle.
Gemäß der Kreditsperre sind den Mitgliedern des Völkerbundes jedes mittelbare oder unmittelbare Herleihen von Geld, das Zeichnen einer Anleihe, alle bankmäßigen oder anderen Kredite, alle Aktienemissionen oder sonstigen Kreditaufnahmen verboten, und zwar einerlei, ob es sich dabei um die italienische Regierung, um öffentliche Körperschaften oder um juristische oder natürliche Personen auf italienischem Gebiet handelt. Nur die Zahlungen für das italienische Rote Kreuz sollen nicht unter die Kreditsperre fallen..
Neben Ungarn, dessen Vertreter die Erklärung abgab, daß eine Beteiligung Ungarns, weil es weder Geldgeber noch Schuldner sei, nicht in Frage käme, erklärte auch der österreichische Vertreter, daß Oesterreich an den Sperrmaßnahmen nicht teilnehmen wolle. Im übrigen scheinen sich auch, was die weitere Durchführung von lücken-
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losen Zwangsmaßnahmen gegen Italien anlangt, Bedenken bei Argentinien einzustellen, und zwar im Hinblick darauf, daß eine Million italienischer Bewohner in Argentinien vorhanden sind und die italienische Einwanderung in den letzten zehn Jahren anscheinend die Entwicklung des Landes begünstigt hat. Auch verfassungsrechtliche Schwierigkeiten scheinen dabei vorzuliegen.
Nachdem außer den genannten Staaten auch die Schweiz Bedenken grundsätzlicher Art zu Zwangsmaßnahmen gegen Italien geäußert hat und weitere Vorbehalte anderer Staaten sich vorzubereiten scheinen, hatEngland die Mitglieder der Sühne-Konferenz wissen lasse», daß es nicht geneigt ist, unbegrenzt aus weitere Entschlüsse gegen Italien zu warten, sondern fest gewillt sei, von den in Artikel 1S vorgesehenen Möglichkeiten, selbständig Sühnemaßnahmen in Gang zu setzen, Gebrauch zu machen.
Es besteht kein Zweifel, daß England unter solchen Sühnemaßnahmen vor allem das kriegs- gefährliche Mittel der Blockade versteht und es ist durchaus denkbar, was von französischer Seite befürchtet wird, nämlich, daß sich die englische Abordnung, die sich unter Führung Edens heute oder morgen nach London begeben will, mit dem Gedanken eines Abbruches der diplomatischen Beziehungen Großbritanniens zu Italien trägt. Da eine solche Maßnahme zweifellos den Widerstand einer Reihe anderer Staaten finden würde, zumal mit
dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen die letzte Hoffnung auf die Wiederaufnahme von Verhandlungen mit Italien schwinden würde, wird England abermals die stärksten Register seiner ' „Ueberredungskunst" wählen müssen, um auch weiterhin den Sühneausschuß zu den von ihm verlangten Beschlüssen zu bringen. Neben Holland hat es jedenfalls seine Dominien dabei fest auf seiner Seite. Die Stellungnahme Frankreichs ist noch ziemlich unklar. Aber das „Oeuvre", das die vergangene Genfer Woche als die bedeutsamste, die der Völkerbund je erlebt hat, bezeichnet, mag den Kern der Sache erfaßt haben, wenn es die Frage auswirft: „Wohin zielen die Engländer, wollen sie Mussolini niederschlagen, um eine ihnen angenehmere italienische Regierung zu bekommen, oder wollen sie noch darüber hinaus die italienische Flotte schwächen?" Und wenn die „Victoire" schreibt, „nur durch die Vermittlung des Völkerbundes führt England Krieg mit Italien", so trifft sie gleichfalls nicht daneben.
Was die Pariser Richtlinien für den französischen Völkerbundsvsrtreter anlangt, so scheinen sie nach allem, was man hier beobachten kann, dahin zu gehen, daß die französische Vertretung den Auftrag erhielt, das von England in tatkräftigster Weise geforderte Vorgehen gegen Italien diplomatisch so gut wie möglich zu hemmen und zu verzögern, aber dennoch mit England zu stimmen, sobald eine Abstimmung unvermeidlich wird.
Die englisch-französische Freundschaft soll eben keinesfalls durch ernste Meinungsverschiedenheiten getrübt werden.
Waffeneinfuhr nach flbessinien
Italienische Iruppen nekmen slksum ein - Verlegung des kauptquartiers nach fldua
(Orabibsriokt unssrss römisobsn blitarbsitsrs)
Rom, 15. Oktober.
Berichten aus Adua zufolge, soll sich die heih- umkämpfte Heilige Stadt der Abefsinier, Aksum, vorgestern den Italienern ergeben haben.
Aksum ist bekanntlich die uralte Kaiserstadt, von der aus das Christentum das Land ringsum eroberte. Wie es heißt, befindet sich in der Stadt die salomonische Bundeslade.
Im übrigen berichtet die gesamte italienische Presse von der Verlegung des italienischen Hauptquartiers von Asmara nach Adua.
Die Siegessicherheit der Italiener war durch keine der vielen sich widersprechenden Meldungen vom abessinischen Kriegsschauplatz zu erschüttern und ist um so mehr gefestigt, als es den Tatsachen zu entsprechen scheint, daß sich fortwährend abessi- nische Hilfstruppen nicht nur den Italienern ergeben, sondern zu ihnen übergehen, d. h. sich in die italienische Front einstellen lassen.
Das scheint eine Meldung zu bestätigen, wonach Hatte Selassie Eugsa, der Kommandant von Malaie, mit 1V0V0 Soldaten zu den Italienern übergegangen sein soll, die bisher von maßgebenden abessinischen Kreisen noch nicht dementiert wurde. Eine andere Behauptung, daß Eugsa verwundet und auf dem Wege nach Addis Abeba sei, läßt sich gleichfalls nicht kontrollieren. Auch seien, wie es heißt, erst am Sonntag wieder tausend Abessinier bei Adrigrat desertiert und haben, wie allerdings vorerst noch ohne amtliche Bestätigung verlautet, den Italienern, als den Befreiern Abessiniens, gehuldigt.
Die Angabe, daß Italien auf seinem Vormarsch einer begeisterten Aufnahme der Bevölkerung und ihrer freiwilligen Unterwerfung begegne, wird übrigens von der ganzen italienischen Presse vertreten. Das italienische Vorgehen, so heißt es im „Giornale d' Jtalia", sei auf «Seismischem Gebiet zu einem Werk der Befreiung und der Zusammenarbeit mit der Eingebore- nen-Vevölkerung geworden. Es handele sich bei den Ueberläufern nicht um Fahnenflucht von Leuten, die den Gefahren eines Krieges entgehen wollten, sondern um völlig freie Entschlüsse von Kriegern, auf italienischer Seite zu kämpfen.
Im übrigen ist die italienische Presse äußerst ergrimmt darüber, daß, wie sie sagt, es sich in Gens keinesfalls um Grundsätze, sondern um einen Angriff auf den Faschismus unter Hilfeleistung des englischen Imperialismus handle.
Aber die von England befohlene und von Sowjetrußland unterstützte Sanktionspolitik werde zu einer verhängnisvollen Verwirrung des europäischen Lebens und zuletzt zu einem völligen Zu- sammenbruch der Grundsätze führen, welche bisher die europäische Politik beherrschten.
Die englische Regierung hat das Verbot von Ausfuhr von Waffen nach Abessinien aufgehoben und gleichzeitig die italienische Regierung aus diplomatischem Wege darauf aufmerksam gemacht, daß Addis Abeba und Deredaua offene, d. h. unbefestigte Städte seien, in denen sich ausländische Niederlassungen befinden.
Der italienische Unterstaatssekretär Suvich hat
in London daraufhin mitgeteilt, daß er die Vor- stellung zur Kenntnis nehme und die Militärbehörden benachrichten werde. Nichtsdestoweniger wollen abessinische Meldungen davon wissen, daß italienische Fliegergeschwader über Städten wie Makale und Hautzien neuerdings Bomben geworfen hätten.
Kriegsmaterial aus Frankreich
London, 15. Oktober.
Nach einer Mitteilung des „Daily Telegraph" befinden sich neben etwa 3000 Tonnen Munition Infanterie- und Maschinengewehre, die aus französischen Fabriken stammen und für Abessinien bestimmt sind, auf dem Wege nach Djibouti.
Sroßer waffenkauf flbessmiens
London, 15. Oktober.
Im Zusammenhang mit der Wiederaufhebung des Verbotes der Ausfuhr von Waffen nach Abessinien berichtet der „Evening Standard",
daß die Regierung von Abessinien vor kurzem bei der Bank von Aegypten einen Betrag von 600 000 Pfund hinterlegt habe, der für den sofortigen Kauf von Waffen benutzt werde.
fluch velgien erlaubt Waffenausfuhr
Brüssel, 15. Oktober
Die belgische Telegraphenagentur teilt mit, daß die belgische Regierung Anträgen auf Ausfuhr von Waffen nach Abessinien in Uebereinstimmung mit der vom Völkerbund an die einzelnen Mitgliedsstaaten erlassenen Empfehlung zukünftig ihre Genehmigung erteilen wird.
knglänbsr verlassen flddls flbeba
Addis Abeba, 15. Oktober.
Der britische Gesandte in Addis Abeba, Bar- ton, hat die dort ansässigen Engländer zum sofortigen Verlassen des Landes aufgefordert. Gegen diejenigen britischen Untertanen, die dieser Aufforderung nicht folgen, sollen Zwangsmaßnahmen ergriffen werben.
Kriegsvorbereitmigen in flegMen
knglanbs Meinung: Italienisch-englische fluseinandersehung unvermeidlich
London, 15. Oktober.
Die Spannung im Mittelmeer zieht immer mehr auch Aegypten in den Kreis der kriegerischen Vorbereitungen. Der ägyptische Aus- schuß zur Hilfeleistung für Abessinien ist mit einem Aufruf hervorgetreten, der von der Pflicht spricht, dem Nachbarn „in seinem Verzweiflungskampf" zu helfen. Der Aufruf weist bezeichnenderweise auf die Tatsache hin, daß die Abessinier vor tausend Jahren muselmanischen Emigranten geholfen hätten, er wendet sich also bewußt an das Dankbarkeitsgefühl der muselmanischen Bevölkerung Aegyptens. Der Aufruf ist vom Prinzen Omar Tussun unterzeichnet. Prinz Omar Tussun besitzt großes Ansehen in Aegypten und in anderen arabischen Ländern. Er gilt als ernster Verfechter panarabischer und pan- islamischer Ideen. Seine Namensunterschrift gibt dem Aufruf einen besonderen Wert.
Besprechungen zwischen der ägyptischen Regierung und den britischen Amtsstellen häufen sich. Der Oberkommissar ist dauernd zwischen Kairo und Alexandrien unterwegs. Allein diese Tatsache wird in hiesigen politischen Kreisen als genügender Beweis dafür angesehen, daß ernsthafte Pläne in Vorbereitung seien und schwerwiegende Entscheidungen bevorstünden. Nach Zeitungsmeldungen solle» die englischen Wünsche so weit gehen, daß sie alle im Kriegsfalle wichtigen Einrichtungen Aegyptens überantwortet haben wollen, also Heer, Eisenbahnen, Häfen usw.
Durch den Suez-Kanal sind bisher nach verschiedenen Schätzungen 270 bis 300 000 Italiener befördert worden. Die Truppentransporte nehmen auch jetzt ihren Fortgang.
In maßgebenden Kreisen beurteilt man die Lage heute so. daß eine englisch-italienische Auseinandersetzung schwer zu vermeiden ist. Nach den hier verbreiteten Vermutungen werden aber die Feindseligkeiten nicht
jetzt beginnen, sondern erst durch immer stärker werdenden britischen Druck hervorgerufen werden. Inzwischen rüstet man hier mit aller Kraft, um zu gegebener Zeit bereit und auf alles gefaßt zu sein. Die täglichen britischen Manöver ver- Ichlingen, wie hier betont wird, eine solche Summe von Geld, daß sie ohne bestimmte Absichten für später kaum zu rechtfertigen wären. Ein kurzer Besuch im Fliegerlager von Abukir bei Alexandrien zeigte tatsächlich auch 60 Kriegsmaschinen verschiedener Art auf dem Flugplatz. Ferner war ein dauerndes Kommen und Gehen aus der Luft und in die Luft zu beobachten. In der Bucht von Abukir lagen zehn große schwere Wasserflugzeuge. Im Fliegerlager sind außerdem etwa 100 riesige Kisten, die dem Transport von Flugmaschinen dienen, sichtbar. Die fieberhaften Vorbereitungen der Engländer geschehen jedenfalls in aller Offenheit.
Wie aus Alexandrien berichtet wird, hat die „Khedivial Mail Steamship Company", die Frachtverbindungen zwischen Alexandrien und dem Piräus, Neapel, Genua und Marseille unterhält, ihre Verschiffungen nach den beiden italienischen Häfen bis auf weiteres eingestellt. Auf der Höhe von Alexandrien finden zurzeit große Uebungen britischer Flotteneinhei- ten statt. > - u -
Das erste Bataillon des Regiments Manchester, das zwei Jahre in Bermudas (Westindien) stand, traf am Montag in Southampton ein und wurde nach nur achtstündigem Aufenthalt auf heimatlichem Boden nach Aegypten weiterverschickt.
Aus Aden wird berichtet, daß der Jman von Jemen die militärische Bewachung und die Befestigungen an der Küste verstärke, besonders an den Hafenstädten Hodeida, Mokka und Schech Seid. Dies wird in Zusammenhang gebracht mit der Ablehnung des italienischen Ersuchens, Schech Said als Eenesungsstätte für italienische Soldaten benutzen zu dürfen. (Siehe auch Seite 2).
vlick ins flusland
kk. Klü. Bremen, 15. Oktober.
... Wir haben vor einiger Zeit Warum Mcht pEiif hingewiesen, daß es Ausländsdeutsche? immer eine Reihe
deutscher Firmen gibt, die im Auslande ihre Interessen durch Juden vertreten lassen, während deutsche Vertreter jenseits unserer Grenzen in einem oft hoffnungslosen Kampf um ihre Existenz stehen. Der Appell an alle jene Unternehmungen, die aus ausländischen Märkten Deutschland repräsentieren, hier einmal nachdem Rechten zu sehen und selbstverständlichen rasse- politischen Forderungen zu entsprechen, ist in vielen Fällen nicht ohne Erfolg geblieben. Aus mehreren auslandsdeutschen Stimmen der letzten Zeit geht jedoch hervor, daß die Zurücksetzung von Pionieren des Deutschtums gegenüber „geschäftstüchtigen" Juden noch lange nicht ganz unterbunden ist. Es wird bei der Beschäftigung von Juden auf Auslandsposten deutscher Firmen — sofern nicht völlige Gedankenlosigkeit vorliegt — u. a. geltend gemacht, daß die jüdischen Filialleiter über angeblich bessere Geschäftsbeziehungen verfügen. Diese Behauptung verdient eine kritische Nachprüfung. Daß der Jude in seiner Hand vielerlei Fäden, und zwar recht seltsame Fäden, vereinigt, soll nicht bestritten werden. Wir haben jedoch Beispiele genug dafür erlebt, wie der jüdische Agent, wenn es sich um weittragende Entscheidungen handelt, seine Verbindungen nicht im Interesse der von ihm vertretenen deutschen Firma, sondern unbedenklich zum Nutzen und Vorteil seiner eigenen Person oder seiner artverwandten Gesinnungsgenossen ausnutzt. Das Blatt der Deutschen Rumäniens, die „Deutsche Tageszeitung", berichtete erst kürzlich von einer derartigen „Leistung" eines in deutschen Diensten befindlichen jüdischen Handelsvertreters in Afghanistan, der durch Zusammenarbeit mit der Sowjetunion den deutschen Vertreter einer Bremer Exportfirma an den Rand des wirtschaftlichen Ruins brachte. Im übrigen weist die rumänische Zeitung mit Recht darauf hin, daß viele Tausend aus dem Aus- land verdrängte Reichsdeutsche, „die besten, Sachkenner des deutschen Handels im Auslande", untätig in ihrem Vaterlands leben und zusehen müssen, wie man statt ihrer Juden beauftragt Uns scheint, das offenherzige Bekenntnis der „Deutschen Tageszeitung", der Ausländsdeutsche schäme sich angesichts dieser Zurücksetzung zu Tode, müßte nunmehr allen exportierenden Wirtschaftsführern des Dritten Reiches die Augen öffnen. So wie bisher kann es jedenfalls nicht weitergehen!
Eine seltsame, aber aufschlußreiche Meldung kam in diesen Tagen aus Moskau. Der sowjetrussische Flieger Aresiew, der kürzlich abgestürzt war, ist nicht dem schlechten Flugzeug- abgestürzt war, ist nicht dem schlechten Flugmaterial, sondern der Kreml-Justiz zum Opfer gefallen: er ist hingerichtet worden. Man vollstreckte an ihm ein Todesurteil, weil er sein Flugzeug angeblich aus eigenem Willen zerstört habe. Der Nachdenkliche faßt sich an den Kopf: ein Pilot, der bei mehreren Flugzeugabstürzen nur wie durch ein Wunder mit dem Leben davonkam, muß sein kostbarstes Gut wegen dieser Unfälle hergeben. Und doch spricht hier keine Begriffsverwirrung, sondern das System des Bolschewismus in seiner ganzen Menschenfeindlichkeit. Nichts kann nämlich den Gegensatz, der zwischen der nationalsozialistischen und der kommunistischen Auffassung vom Menschen und seinem Arbeitswerk besteht, schärfer kennzeichnen, als jenes ausdrücklich zum Zwecke der Abschreckung vollstreckte Todesurteil gegen den sow- jetrussischen Flieger. Nicht der Mensch mit seiner Schaffenskraft ist, wie in Deutschland, das in erster Linie zu schützende Volksgut, sondern das Material, der Sachwert, die Maschine marschieren im Sowjet-Paradies an der Spitze. Der Mensch ist dort weniger als sein Werkzeug. Nicht nur das: er hat dem Götzen Maschine knechtisch zu dienen. Daß die Unschuld des Fliegers Aresiew den Moskauer Richtern nicht entgangen sein konnte, steht außer Zweifel. Aber darauf, ob das Flugzeug wirklich mutwillig zerstört worden war, kam es vom Blickpunkt des Kommu-
Der Mensch im Sowjet-Paradies