parteiamtl.Iageszeitung der
Das flmtsblatt des Senats
NationalsozialislenVremens
der Zreien fjanlestadt Bremen
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1 g Z 5
M. 282 / 5. Jahrgang
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Sonnabend, 12. Sktober
kinzelpreis 15 Npf.
Iriumpfi deutschen Erfindergeistes
Eine Lroßtat der Motorisierung / erfolgreicher Abschluß der Versuchsfalirt mit beimischen Kraftstoffen
Unser lagvsspisgsl
Auf der 16 OOO-Kilometer-Versuchsfahrt von 18 Lastkraftwagen mit heimischen Treibstoffen wurde ein voller Erfolg erzielt.
In Berlin fand die erste Besprechung zur Vorbereitung des dritten Reichsberufswett- kampfes statt.
Nach Reuter-Meldungen finden in und um Adua weitere erbitterte Kämpfe statt.
Der Genfer SLHne-Ausschnß beschloß die ersten entscheidenden Maßnahme«.
Die Volksabstimmung über die Staatssorm in Griechenland wird am 3. November stattfinden.
Die Besserung der Danzig-polnischen Wirtschaftsbeziehungen nimmt mit weiteren Ab- - kommen ihren Fortgang.
Der gesamte Bremer Senat stattete dem Hamburger Senat seinen Gegenbesuch ab.
In Bremen wurde das Winterhilsswerk durch eine Großkundgebung mit Pg. Gutterer oom Reichspropagandaministerium eröffnet.
Morgen erfolgt die feierliche Weihe des Ehrenmals auf der Altmannshöhe.
Für den Wirtschaftsbezirk Bremen der Reichsgruppe Banken wurde Bankdirektor Robert Stuck (Bremer Bank) zum Landes- obmauu ernannt.
flb sebruar
Nelttisberufswettkampf
Berlin, 12. Oktober.
Im großen Sitzungssaal der Deutschen Arbeitsamt trat am Freitag zum ersten Male der ieichsausschuß für den dritten Reichsberufswett- impf der deutschen Jugend zusammen. Der rrantwortliche Leiter des Reichsberufswett- lmpfes, Obergebietsführer Axmann, verwies es die Grundsätze der zusätzlichen Berufsschulung, ie sie heute von der Arbeitsfront und der itler-Jugend gemeinsam durchgeführt wird, und uf die Bestrebungen, auch für die gewerblichen lerufe' jene ideale- Arbeitskameradschaft zu -zielen, die bereits in der deutschen Uebungs- irtschast ihren Ausdruck gefunden hat. Der .eichsberufswettkampf werde auch im kommenden ahr vom sportlichen Gedanken etragen werden. Besonders wertvoll sei die Beteiligung der Studierenden an den deutschen och- und Fachschulen, die zum Ausdruck bringe, iß s-ch die Jugend der Stirn und der Faust heute i bewußter Abwendung von einem unzeit- rmäßen Brauchtum gemeinsam die neue Tradition der Leistung schaffe. Der leichsberufswyttkampf habe seine tiefsten gurgeln im Grundsatz der Freiwilligkeit, der nantastbar sei. Das Schwergewicht liege m der raktischen beruflichen Arbeit, während dre weit- nschauliche und körperliche Prüfung nur zur stmittlung der endgültigen Sieger dienen -innen.
In Zukunft wird die Arbeit im Reichsberuss- nttkampf, d. h. Vorbereitung, Durchführung und luswertung, jeweils ein ganzes Jahr in ^lnspruch ehmen. Der Wettkampf selbst wird 1936 örtlich urchaeführt vom 3. bis 13. Februar, m den iauen am 14. und 13. März. Der Endkamps ludet wiederum an einer Schule des Reiches als iriedensdemonstration der deutschen Jugend oom 1. bis 39. April statt.
Winterarbett der kjl.
Berlin, 12. Oktober.
Am 13. und 16. Oktober findet in Braunschweig eine Tagung der Gebietsführer und Obergau- siihrerinnen der Hitler-Jugend unter dem Vorsitz des Reichsjugendführers Baldur von Schirach uns unter Teilnahme seiner Amtsleiter statt. Die Tagung, bei der führende Männer der Partei und des' Staates sprechen werden, dient vor allem der Sammlung und einheitlichen Ausrichtung der bevorstehenden Winterarbeit der HJ.
Vefangnis für einen Nassenschünder
Lübeck. 12. Oktober.
Vor dem Lübecker Schöffengericht hatte sich der Jude Baruch Langsner zu verantworten, der sich im Mai d. I. einem deutschen Mädchen gegenüber, das für die Caritas sammelte, unverschämt benommen hatte, indem er ihr unsittliche Anträge machte. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hatte eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten beantragt und zum Ausdruck gebracht, daß der Angeklagte zwar unter der Anklage der Beleidigung stehe, sich in Wahrheit aber aus das gröblichste gegen den im Volke verankerten Begriff der Rassenschande vergangen habe. Das Eerichl verurteilte den Vollsschädling 'u einer Gefängnisstrafe von vier Monaten.
Berlin, 12. Oktober.
Die Versuchsfahrt mit heimischen Treibstoffen, die über mehr als 16 009 Kilomter geführt hat, wurde am Freitagnachmittag mit einer kleinen Feier auf der Avus abgeschlossen. Die an der Fahrt beteiligten 46 Lastkraftwagen sind im besten Zustand wieder zurückgekehrt.
An der Feier nahmen Vertreter des Heeres, des NSKK. und der Industrie teil. Korpsführer Hühnlein gab einen lleberblick über die Fahrt. Die 46 Lastkraftwagen sind seit dem 19. August unterwegs gewesen. Alle Fahrzeuge haben nach festgelegtem Programm die zum Teil sehr schwierige Strecke hinter sich gebracht. Korps- führer Hühnlein dankte allen, die zum Gelingen des Unternehmens beigetragen haben, vor allem dem Reichsverkehrsminister, der Inspektion der Heeresmotorisierung und den Leitern und den Mannschaften der Fahrt. Die Erfahrung, die gewonnen worden ist, ist durchaus positiv. Die zu lösende Aufgabe war nicht, einen Ersatz für Leicht- kraftstoffe zu finden, sondern deren Entlastung. Zum Schluß sagte der Korpsführer:
Die Versuchsfahrt für heimische Treibstoffe 1935 ist ein Markstein in der Entwicklung der Kraftfahrzeuge mit heimischen Treibstoffen. Sie kann eine Großtat genannt werden. Der Beweis ist geliefert, daß Lastkraftwagen mit heimischen
Treibstoffen wirtschaftlich und betriebssicher zu betreiben sind.
Anschließend sprach Reichsverkehrsminister Freiherr Eltzvon Rübenach. Einleitend dankte er dem Korpsführer Hühnlein, der Wehrmacht, dem Gruppenführer Kraus, der die Ge- samtleitung in der Hand gehabt hat und den Leitern und Teilnehmern — Fahrern und Beobachtern — die durch ihre Disziplin und Umsicht einen Erfolg der Fahrt herheigeführt haben, wie er vielleicht nicht immer zur Grundlage normaler Betriebskalkulationen gemacht werden könne. Der Erfolg sei so groß, daß ein gewisser Leistungsabfall im normalen Betrieb getrost hingenommen werden könne. Das Ergebnis der praktischen Untersuchung sei geeignet, den letzten Saulus zum Paulus zu machen. Schon allein die Tatsache, daß alle 46 am Start beteiligten Fahrzeuge sozusagen gesund und munter hier wieder zu sehen seien, sei außerordentlich vielsagend.
Die Bedeutung der Fahrt lasse sich dahin zusammenfassen, daß die deutsche Motorisierung, wenn es wirtschaftlich oder sonstwie irgendeinmal schlimm kommen sollte, letzten Endes frei sei von der gefährlichen nationalen Unselbständigkeit in der Treibstofsver>orgung-
Wenn wir auch annehmen mußten, so führte der Minister u. a. aus, daß die Holz- und Holzkohle- Generatoren, die schon früher zu großer Betviebs- reife entwickelt waren, den Anforderungen der Fahrt gewachsen sein würden, so war dies nicht mit gleicher Sicherheit für die noch wenig erprobten Generatoren für Schwelkoks, Anthrazit und sogar Vraunkohlebriketts anzunehmen. Das vorzügliche Abschneiden der mit diesen Treibstoffen fahrenden Wagen möchte ich mit als das wertvollste Ergebnis der Fahrt verbuchen. Es ergibt sich hieraus eine gewaltige Verbreiterung unserer Brennstoffdecke. Wenn diese Entwicklung so weitergeht, braucht man die Hoffnung nicht aufzugeben, daß der zurzeit nur garnifondienstfähige Generatorwagen in absehbarer Zeit k. v. geschrieben werden kann und daß das Interesse der Wehrmacht, welches heute noch ein mittelbares ist, zu einem unmittelbaren ausreift.
Zum Schluß sprach Graf Soden für den Verein Deutscher Ingenieure und die ihm angeschlossene Automobiltschnifche Gesellschaft. Er beglückwünschte das NSKK. zu der großartigen Leistung seiner Männer und dankte dem Korpsführer für die großzügige Unterstützung. Eine Besichtigung der an der Fahrt beteiligt gewesenen Lastkraftwagen beendete die Feier,
Von Senf aus gesellen
(Von unserem in Genf weilenden Lr.-Vertreter.)
Genf, 12. Oktober.
Ein Spiel mit dem Titel: „Kleine Revolution der Weltpolitik" ging in diesen Tagen über die Bühne von Genf. Der erste Akt spielte im Saale des Völkerbundsrates. Der Ort des zweiten Aktes war die Vollversammlung mit dem nunmehr beschlossenem Ausschuß, der den einzelnen Mitgliedstaaten die Sanktionen empfehlen soll. Der dritte Akt . . . Wer weiß es? Propheten sind in diesem Kreise einer verschlagenen Diplomatie nicht am Platze. Wird die Szene zum Platz des wirtschaft- lichen Voykotts oder rasen die Torpedoboote, Kreuzer, Schlachtschiffe und Kampfflugzeuge Englands und Italiens im Mittelmeerraum gegenein- ander? Oder gibt Mussolini dem nunmehr vereinten politischen Druck Englands und Frankreichs nach, weil er erkennt, daß daraus leicht ein militärischer Druck werden kann?
Das „Spiel" läuft. Es kann sehr gefährlich werden. Hunderte von Journalisten rufen in Genf: „Der Völkerbund ist der Friede. Er hat es bewiesen, weil er Italien für schuldig erklärt hat, weil er jetzt den Krieg mit wirtschaftlichen Sanktionen ersticken will."
Gemach, meine Herren. Ihr Idealismus sieht nicht über die Spitze ihrer Nase hinweg, mit der sie die jeweilige propagandistische Lösung er- schnuppern. Wo ist hier eine Handlung, geschweige eine Tat des Völkerbundes? Wir wollen doch lieber streng bei der Wahrheit bleiben. Der Völkerbund oder wie Ihr auf französisch sagt, „die Gesellschaft der Nationen", ist eine Maschine, e i n diplomatischer Tank. Wenn man gute Juristen und diplomatische Psychologen hat, welche den inneren Mechanismus dieser Maschine kennen, läßt sich in Eurer Welt von Versailles, in Eurer Welt der Machtpolitik alten Systems damit gaiH gut Politik der eigenen Interessen machen. Es gibt außerdem in England einzelne politische Schichten, die sich allmählich zu einem Völkerbundsglauben erzogen haben. In Frankreich war der Völkerbund immer nur Mittel zum Zweck und wer mit ihm arbeitet, muß ihn immer egoistisch benutzen. Zehn Jahre lang machte Frankreich den Vorkämpfer des Völkerbundes. Es hat zurzeit nicht die Aussicht, sein schon im Jahre 1924 angelegtes Spiel vollständig zu gewinnen. Die Beherrschung der Maschine von Genf durch Paris allein. England ist in den Wettbewerb um diese in der Welt von Versailles wertvolle Führung in Genf eingetreten. Es hat zurzeit die Oberhand, dank einer günstigen Einheit zwischen falschen, aber lebhaft vertretenen idealen Vorstellungen über den Völkerbund und die tatsächlichen Interessen.
Die Vorgeschichte des ersten Aktes: Italien will Raum in Afrika haben. Es sucht das Gelände sür die Ausdehnung seiner politischen und wirtschäTT- lichen Macht dort, wo es gleichzeitig durch den Druck Abessiniens auf Erythräa und Somaliland und durch die Möglichkeit, wirtschaftlich wertvolles Gebiet in Abessinien zu erreichen, zu militärischen Unternehmungen angeregt wird. Abessinien ist der letzte Platz für koloniale Versuche.
Mussolini spricht ausführlich mit Laval, weniger genau mit England. Die italienische Propaganda gebraucht außerdem das Schlagwort von der Nachfolge im englischen Weltreich- Damit war alles weitere klar: England steht gegen Italien, benutzt Abessiniens ursprünglich stark umstrittene, aber gerade von Italien geförderte Mitgliedschaft im Völkerbund als Grundlage seiner Politik. Es führt Frankreich, das ohne Völkerbund seine politische Methode gegen Deutschland nicht durchsetzen kann, langsam von Mussolini fort nach Genf. Wenn der französische Ministerpräsident Laval sich sträubt, macht England Versprechungen für die Unterstützung der Pariser Politik gegen Deutschland. Das ist der Inhalt aller Noten,'die zwischen London und Paris über die Ausfüllung von Lücken des sogenannten Sicherheitssystems gewechselt werden.
Als Mussolini unter formaler Verletzung der Völkerbundssatzung die Grenzen Abessiniens überschreitet, ist alles fertig. Laval muß im ersten Genfer Akt nachgeben. Eden siegt in drei Tagen. Italien wird für schuldig erklärt. Frankreich muß über wirtschaftliche Sanktionen gegen Italien verhandeln.
Im zweiten Akt spricht man vor der Öffentlichkeit teils energisch, teils mahnend, teils mit schlecht versteckter Angst von Sanktionen. Hinter den Kulissen versucht Laval, England an die Kette zu legen, doch er muß jetzt gegen Italien auf wirtschaftlichem Gebiete mit zu Felde ziehen.
Träumer haben einmal geglaubt, der Völkerbund könne einen Krieg verhindern. Er hat den Krieg vom Oktober 1935 nicht verhindert. Man wird diesen Krieg auch nicht mit den Mitteln des Völkerbundes beschränken. Nicht durch Gens, nur durch London, vielleicht auch durch Paris wird Mussolini, wenn er überhaupt einlenkt, vorzeitig zu Verhandlungen, gezwungen werden,
stas Süßne-Versaßren gegen Italien
waffenausfuhrverbot gegenüber flbefsinien wird aufgekoben, gegenüber Italien auf welkere Staaten ausgedehnt
(Ors-ktbsrlokt unserer Berliner Lokriktlsitnng)
Berlin, 12. Oktober.
Die Durchführung der Völkerbunds-Sanktionen gegen Italien wird voraussichtlich ziemlich lange Zeit in Anspruch nehmen. Nach dem Beschluß der Vollversammlung, der „Kriegserklärung" von 50 Mitgliedsstaaten des Völkerbundes an Italien, von der sich nur Oesterreich, Ungarn und — Albanien ausschlössen, hat man zunächst einen Aus-
schuß, bestehend eben aus jenen 50 Mächten, und sodann einen Ausschuß dieses Ausschusses gebildet. Man muß zudem bedenken, daß es sich bei diesen Kommissionen, sowohl der größeren wie der kleineren mit ihren 16 Mitgliedern, nicht um Organe des Völkerbundes- handelt, sondern um Vertreter souveräner Staaten, die sich zur Lösung einer gemeinsamen Aufgabe, der Sank- tionsverhängung gegen Italien, zusammenge
funden haben. Damit ist-auch der Bewegungsfreiheit des einzelnen größerer Spielraum gegeben, wie das auf der anderen Seite auch der direkte Einfluß der Großmächte auf' die von ihnen abhängigen kleineren und mittleren Staaten noch deutlicher zeigen wird,' als es im Rahmen des Völkerbundes zu geschehen pflegt.
Als erstes Thema wurde auf englischen Antrag die Wafsenlieserungssrage zur Debatte gestellt. Es ist bei Stimmenthaltung Ungarns der Beschluß gefaßt worden, bestehend« Wasfenausfuhrverbote gegenüber Abessinien aufzuheben und noch nicht bestehende Waffenausfuhrverbote gegenüber Italien zu beschließen. Weiter steht der Plan einer Einstellung des Ein- und Ausfuhrhandels mit Italien im Vordergrund.
Das Verfahren der Sanktionsanwendung, das auszuarbeiten und praktisch durchzuführen Sache der jetzt gebildeten Ausschüsse ist, wird vermutlich so gehandhabt werden, daß zunächst diejenigen Sanktionen festgesetzt werden, die sämtliche Staaten in gleicher Weise anzuwenden haben Dann werden einzelne Aufgaben besän- deren Staaten zugewiesen werden, die zu ihrer Durchführung aus irgendwelchen geographischen oder wirtschaftlichen Gründen besonders geeignet erscheinen. Worin im einzelnen diese beabsichtigten Maßnahmen bestehen, läßt sich im Augenblick noch nicht sagen. Sehr viel wird für die Wirkung solcher Zwangsmaßnahmen natürlich davon abhängen, ob über die Mitgliedsstaaten des Völkerbundes hinaus auch andere Staaten, die für Italien als Kreditgeber oder Lieferanten auftreten könnten, sich an den Sanktionen beteiligen und vor allem, in welchem Grade. Ueber die Teilnahme Amerikas sind noch keine offiziellen Anfragen nach Washington gerichtet worden, obwohl eine erste Fühlungnahme, wie man hört, bereits stattgefunden hat. Präsident Roosevelt soll darauf haben antworten lassen, er werde ganz unabhängig diejenigen Maßnahmen treffen, die er für angebracht halte.
Vielfach wird diese Erklärung dahin aufgefaßt, daß Roosevelt tatsächlich bei den kommenden Genfer Maßnahmen weitgehend parallel mitarbeiten wird.
Weniger zuversichtlich im Sinne der Genfer Ve- schliisse lauten die noch unbestätigten und privaten Aeußerungen aus Japan zu der gleichen Frage. Die mehr oder weniger große Schnelligkeit und Ernsthaftigkeit, mit der man nun an die praktische Verwirklichung der Sanktionsbeschlllsse herangehen wird, muß entscheidend für ihren Erfolg oder Mißerfolg werden.
Vertagung
der Völkerbundsversammlung
Auch Albanien verweigert die Teilnahme an Sühnemaßnahmen
Gens, 12. Oktober. Die Völkerbundsoersammlung hat Freitag mittag ihre Vertagung ausgesprochen. Der italienische Vertreter nahm an dieser Sitzung noch teil, um dann sofort nach Rom abzureisen Zu Beginn der Schlußsitzung gab der albanische V e r t r e t e r, der sich nachträglich für die allgemeine Aussprache zum Wort gemeldet hatte, die Erklärung ab, daß Albanien der Völkerbundssatzung treu bleibe, daß die albanische Regierung aber wegen ihrer politischen Beziehungen zu Italien, die in dem Bündnisvertrag zum Aus- druck kommen, und wegen der zwischen den beiden Ländern bestehenden engen wirtschaftlichen Verbindungen zu ihrem Bedauern nicht in der Lage sei, sich dem Vorgehen der anderen Regierungen anzuschließen. (Siehe auch Seite 2)
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