Ausgabe 
(11.10.1935) Nr. 281
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parteiamtl.Iageszeitung der

Das flmtsblatt des Senats

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Nationalsozialisten Vremens

der Freien Hansestadt Dremen

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was wäre die well odne Ideale!"

des süftrers flppell an das deutsche Volk / Vee Wortlaut der Nede sldols Killers zur Eröffnung des MnterlMswerkes

Berlin, 11. Oktober.

Am Mittwoch erklärte der Führer und Reichs­kanzler zur Eröffnung des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes in der Kroll-Oper:

Meine deutschen Volksgenossen und Volks­genossinnen! Wenn ich hier zu Ihnen, meine Zu­hörer und Zuhörerinnen, spreche, dann bitte ich Sie, diese Rede und diesen Appell nicht als nur an Sie, die Sie in diesem Saale versammelt sind, gerichtet aufzufassen, sondern ich bitte Sie,

Unser lagesspiegel

Der katholische Bischof von Meißen wurde wegen Devisenvergehens verhaftet.

Im Memelgebiet hat auch die Nachwahl i» Wieschen einen überwältigenden Sieg der Deutschen gebracht.

In Griechenland ist die Proklamation der Monarchie durch die Armee erfolgt.

In Abessinien hat die italienische Offensive an der Ogaden-Front eingesetzt.

Die französischen und englische» Sachverstän­digen in Genf haben sich auf einen Sauk- tionsbeschluß gegen Italien geeinigt.

In einer Londoner Sitzung wurde die Ost- asien-Konferenz vorläufig bis zum 31. März 1838 verlängert.

Eine Sturmbö von 125 Stundenkilometer Geschwindigkeit raste über Bremen und for­derte ein Todesopfer.

Die Schule der Deutschen Arbeitsfront in Bremen wurde feierlich eröffnet.

Das Bremer Fliegerlager in der Earlstedter Heide erfährt einen beträchtlichen Ausbau.

zu bedenken, daß ich darüber hinaus zum gan- zendeutschen Volke spreche, zu den Millio­nen, die nicht hier anwesend sind, die aber doch irgendwie diese Stunde auch miterleben und die ersaht werden sollen von dem Auftrag, der der Nation gegeben werden mutz.

Sozialer sriede In Deutschland

Drei Jahre lebt Deutschland nun schon in einem Zustand des sozialen Friedens. Was die andere Welt um uns herum nicht kennt, ist bei uns lebendige Wirklichkeit. Der innere Streit und der Hader, die wir überall um uns sehen, sind aus Deutschland verschwunden. Die Sorgen, denen die besten Männer und Frauen anderer Nationen angesichts der inneren Wirrnisse m ihren Völkern begegnen, kennen viele von uns kaum mehr. Manchesmal ist es aber notwendig, daß man den Blick wieder nach rückwärts wen­det, denn die Völker und die Menschen sind ver­geßlich. Nur zu leicht erscheint ihnen ein Zustand, an den sie sich erst einmal gewöhnt hallen, als allzu selbstverständlich, gar natürlich. Und nur zu leicht vergessen sie dann, datz dieser Zustand nicht immer war und datz er auch von selbst nicht kam und durchaus nicht immer da sein mutz.

Es gibt auch viele, die zwar das Angenehme eines solchen Zustandes begrüßen, aber nicht einsehen wollen, daß dieses Angenehme natur­gemäß auch verbunden ist mit Opfern und Leistungen.

Auch in Deutschland ist es wohl denkbar, datz der eine oder der andere sich gar nicht mehr dessen bewußt wird, datz wir diesen inneren Frieden, in dem wir heute leben, ebenso als ein großes Glück empfinden müssen, wie wir bereit sein sollen, uns für ihn einzusetzen und die von ihm geforderten Opfer zu bringen.

Ser Kampf der Klassen

Der Blick in die Umwelt zeigt uns, datz sie, mit wenigen Ausnahmen, noch bedingen ist im Kampf der Klassen. Die Lehre, die Karl Marx einst verkündet hat, sie beherrscht auch heute noch, ja vielleicht in steigendem Matze, das Leben vieler Völker. Wir sehen die Auswirkungen dieser Lehre in der inneren Zerrissenheit, in dem Nicht- verstehen der Menschen untereinander, in den fortgesetzten Kämpfen der Klassen und in den Folgen dieser traurigen Entwicklung. Wir Deutsche haben das einst auch erlebt. Vor wenigen Jahren noch, da hingen Millionen, vermutlich die überwältigende Mehrheit des deutschen Volkes an dem Gedanken, datz die Spannungen im Innern der Nation nur gelöst werden können durch den Kampf der Träger dieser Spannungen. Der Kampf der Klassen schien für Millionen unserer Volksgenossen natürlich und viele konnten nicht verstehen, datz nun plötzlich eine Lehre erschien, die gerade diesen Kampf der Klaffen als unsinnig und auch als unwirksam bezeichnete. Wenn wir vielen Kampf der Klaffen im heutigen Leben der Völker untersuchen, dann kommen wir aber zu folgenden Feststellungen:

Drei Feststellungen

Erstens: Der Klassenkamps der vergangenen

Zeit hat es nicht fertiggebracht, die Ursachen "Heg Kampfes zu überwinden, sonder« er hat

nur von Fall zu Fall einen vorübergehenden Waffenstillstand erreicht, wobei bald die eine, bald die andere Klasse als scheinbarer Sieger hervor­ging. Ja, es schien gar nicht im Interesse der Teilnehmer und besonders der Führer dieses Kampfes zu liegen, daß durch eine grundsätzliche Lösung diese Ursachen sür die Zukunft gänzlich beseitigt würden.

Und zweitens ist einleuchtend, datz dieser Kampf durchaus nicht entschieden wurde von der Ver­nunft oder gar vom Recht, sondern datz alle diese Kämpfe entschieden wurden durch die momen­tanen wirtschaftlichen Möglichkeiten der Beteiligten: Bald sind es die gefüllten Streikkassen der Arbeiter gewesen, bald wieder

Wir haben gesehen, wie die Sinnlosigkeit un­serer Klassenkämpfe so weit ging, datz Mir durch sie auch nach außen große Absatzmärkte einfach verloren haben, weil man glaubte, in Deutsch­land unabhängig von der übrigen Welt Lohn und Preis selbst gestalten zu können. Nein. wer diese Bedingtheiten erkennt, der mutz verstehen, daß die Lösung der stets vorhandenen Differenzen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, zwischen Lohn und Preis zweckmätzigerweise nicht dem Spiel des Zufalles überlassen werden kann son­dern der Entscheidung einer höheren Vernunft, die kühl und klar das Für und Wider in diesem Streit zu prüfen, abzuwägen und damit zu ent­scheiden hat. Es war daher die Voraussetzung, datz eine neue Basis gefunden wurde, um eine Führung aufzubauen, die über den st reiten­den Teilen stehen, autoritär über beide Ent­scheidungen fällen kann. Es ist natürlich, datz sich diese Führung dabei der höchsten wirtschaftlichen Einsicht bedient und an die Mitarbeit aller jene« von wirklich wirtschaftlichen Fähigkeiten erfüllten Männer appelliert, die auch ihrerseits unabhängig sind und sich ihrem Volk nur allein verpflichtet fühlen!

Diese Führung besteht heute! Die national­sozialistische Bewegung hat sich bewußt nicht aus einzelnen Wirtschaftsorganisationen aufgebaut, sondern sie suchte nach einer Synthese des deut­schen Volkes und seinen Lebensnotwendigreiten seinen Lebensvoraussetzungen und seinen Lebens­bedingungen.

Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen kam der Führer auf die inneren Zusammenhänge zwi­schen den Problemen des Klaffenkampfes und der nationalsozialistischen Schicksals- und Volks­gemeinschaft zu sprechen Hierzu und zur

Vegründung See Pflichterfüllung

für das große nationalsozialistische Opferwerk führte er u. a. folgendes aus:

Erstens: Machtmätzig ist heute der Klaffen- kampf in Deutschland beseitigt, d. h. es ist niemand mehr da, der ihn zu führen in der Lage wäre. Die nationalsozialistische Bewegung wird mit ihren Organisationen, die sich auf ganz anderen Ebenen als denen des Klaffenkampfes aufbauen, niemals mehr dulden, datz ein solcher Versuch unternommen wird. Es mag vielleicht den einen oder anderen geben, der diesen Gedanken noch in seinem Gehirn herumträgt und auf eine bessere Zeit, d. h. auf eine schlechtere Zeit hofft, in der er noch einmal diese Instinkte zu mobilisieren in der Lage wäre.

Es soll sich keiner täuschen: Wir haben die Macht, das zu verhindern, und wir sind ent­schlossen, es unter allen Umständen zu ver­hindern und zwar nach beiden Seiten hin.

Zweitens: Wir sind dabei, die diesem Klaffen- kampf zugrundeliegenden Differenzen auch sach­lich zu kosen. Wir sind in der glücklichen Lage, diese sachliche Lösung durchführen zu können, weil wir selbst über diesen Differenzen stehen. Ich darf wohl sagen, datz ich mich als den unab­hängigen Mann in dieser Richtung fühle, niemandem verpflichtet, niemandem Untertan, nie­mandem Dank schuldig, sondern ausschließlich meinem Gewissen verantwortlich.

Unser Volk der einzige Vefeklsgeber

Und dieses Gewissen hat nur einen einzigen Vesehlsgeber: Unser Volk! Das deutsche Volk und seine Auslese, vereint in der Bewegung, in der nationalsozialistischen Partei. Diesem Befehls- geber allein fühle ich mich in allen meinen Hand­lungen verantwortlich, sonst niemandem. Und genau so unabhängig sind unter mir und neben mir alle meine Mitkämpfer. Wir sind daher in der Lage, diese Probleme, die dem Klassenkamps zugrunde liegen, rein sachlich zu erforschen und nach unsrem besten Wissen und Gewissen auch zu lösen, unter Berücksichtigung nicht nur unserer innerdeutschen sondern auch der außerhalb Deutschlands liegen­den Faktoren.

Drittens: Wenn wir daran sind, diese Probleme sachlich zu lösen, und wir können das dank der Autorität, die diese Führung besitzt, und dank ihrer Herkunft dann müssen wir auch einge- stehen, daß dieser Klassenkamps noch eine andere Seite besitzt, nämlich eine ideelle.

Die große Mehrzahl der Menschen ist nicht be­fähigt die Probleme des Lebens aus der tiefsten Erkenntnis heraus zu sehen und aus dieser heraus zu lösen und zu beantworten. Das, was ihnen an

die gefüllteren Aussperrungskassen der Unter­nehmer. Bald war es die Eeschicklichkeit der einen Seite, die bestimmte Argumente für den Sieg mobilisieren konnte, bald wieder die Geschicklich- keit der anderen, die dies besser verstanden. Aus keinen Fall aber ist dieser Kampf irgendwie ent­schieden worden durch eine höhere Vernunft oder gar durch dasRecht".

Und drittens: Wir haben in diesen langen Jahren gesehen, datz, ganz gleich, wie auch im einzelnen diese Kämpfe ausgingen, sie dem er­folgreichen Teil trotzdem keinen wirklichen Nutzen brachten, sondern datz am Ende das Resultat für beide Teile nur ein negatives war.- Wie oft haben Arbeitnehmer und Arbeitgeber

miteinander gerungen. Und das Ergebnis dieses ganzen Ringens?

Weder die eine Klasse vermochte zur endgülti­gen Herrscherin über die andere noch die andere zur Herrscherin über die eine zu werden. Wohl aber kostete dieser Kamps beiden Teilen Jahr für Jahr unermeßliche Opfer. Wir können ausrech­nen, daß, wenn diese Opfer, die jährlich in un­zählige Hunderte von Millionen gingen, für eine gemeinsame Hilfe verwendet worden wären, beide Teile um vieles besser gefahren sein wür­den. Das weitaus größte Opfer aber war die dauernde Schädigung und Minderung der natio­nalen Produktion, von der am Ende das Volk lebt.

Sieg in Memei

* Bremen, 11. Oktober.

Eiserner Wille zum rückhaltlosen Einsatz und unerschütterlicher Glaube an den Sieg im Kampfe um ihr Volkstum haben den Memelländern mit dem jüngsten Wahlergebnis einen ungeheuren Triumph über litauische Wahlmache und litauische Wahlschikanen gebracht.

Nichts hat es genützt, datz man in Kowno den Wahlakt für Memel so gestaltete, datz nicht ein­mal die Hälfte aller Wahlberechtigten am Wahl­tag ihre Stimmen abgeben konnte; nichts hat es genützt, datz die Wähler zum Vollzug einer gültigen Wahl aus Stimmblöcken mit 187 Zetteln die 29 Zettel ihrer Kandidaten erst umständlich aussuchen mutzten, um sie dann in einem unver­schlossenen Briefumschlag dem Wahlvorsteher zu übergeben, bei dem diese Umschläge dann oft genug so in die Urne wanderten, datz Zettel herausfielen und damit die Stimmabgabe un­gültig wurde.

Mit einer Selbstzucht sondergleichen und mit der unserem Erenzlanddeutschtum altgewohnten kämpferischen Zähigkeit haben, sich die Memel- länder weder verwirren noch es sich verdrießen lassen, in guter deutscher Gründlichkeit ihre Wahl- handlung vorzunehmen, und da nun einmal die Wahl sich unter den Augen unbeeinflutzbarer Auslandsvertreter vollzog, hat sich Kowno schan­denhalber dazu verstehen müssen, zu dem einen Wahltag noch einen zweiten zuzulassen, der dann zwar auch nicht die. Abgabe sämtlicher deutschen Stimmen ermöglichte von rund 75 090 Wahl­berechtigten haben nur 68 000 gewählt aber immerhin genügte, um den Memeldeutschen einen durch nichts mehr zu verfälschenden glorreichen Wahlsieg zu sichern.

Der Sieg der deutschen Memelländer ist er­rungen, und Kowno, das sich jetzt dem Ausland gegenüber wegen seines vorhergegangenen Ver­haltens und seiner falschen Behauptungen in stärk­ster Verlegenheit befindet, ist nun vor den Augen der ganzen Welt mit der Tatsache überführt, datz das Memelland deutsch, deutsch und abermals deutsch ist. Litauen mutz sich nun mit dem Gedanken vertraut machen, endlich einmal die Memelländer Autonomie anzuerken­nen und den neugewählten Landtag fortan unge­stört im Sinne des Memel-Statuts arbeiten zu lassen. Und an den Earantiemächten ist es nun fortan, ganz einwandfrei darüber zu wachen, datz die Memelautonomie von den Litau­ern gewissenhaft beachtet und die den Memel­ländern von England, Frankreich und Italien ge­währleistete Selbstverwaltung nicht mehr weiter durch Willkür gefährdet wird. Wie sagte doch der Führer in Nürnberg?Am Ende hat eine 65- Millionen-Nation das Recht zu verlangen, nicht minder respektiert zu werden, als die Willkür eines 2-Millionen-Volkes."

Der neue Memelländische Landtag, der sich mit vierundzwanzig deutschen Stimmen gegen fünf litauische genau so zusammensetzt wie der alte, mutz nun auf Grund des jetzt ihm vom memel- ländischen Volke abermals eindeutig erteilten Auftrags arbeiten können. Und wenn ihm, wie im alten Landtag, von Kowno aus neuer­dings Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden sollten, dann wird falls die Earantiemächte das zulassen das ganze deutsche Volk seine Stimme dagegen erheben und an die Welt die Frage stellen, ob ein von drei europäischen Groß­mächten unterzeichnetes Verpflichtungs-Protokoll ein Fetzen Papier sein soll oder ein Vertrag, der unter allen Umständen einzuhalten ist.

Mit freudigem Stolze aber und unaussprech­licher Bewunderung blickt das 65-Millionen-Volk der Reichsdeutschen auf das allen Widerständen zum Trotz sein Volkstum heroisch verteidigende und sich unbedingt durchsetzende Memeldeutschtum in der niemals wankenden Ueberzeugung, datz die Memeldeutschen so wie. bisher und so wie jetzt auch für alle Zukunft ihren Kampf um die Erhal­tung deutscher Art und deutscher Sitte, deutscher Sprache und deutscher Freiheit fortsetzen und ganz zweifellos zum glücklichen Ende führen werden. Denn es steht hinter diesem Kampf das Ideal der Volksgemeinschaft, das sich, wie im national­sozialistischen Reiche, auch im Memelland als eine wie der Führer soeben sagte gewaltige Realität erwiesen hat.

Diesem Ideal der Volksgemeinschaft entspre­chend, haben die Mmelländer bei ihrer Wahl

fälinmg muß unabhängig fein

Einsicht verweigert wurde, ist ihnen aber gegeben in einer inneren Stimme, die unbewußt zu ihnen spricht und manchesmal warnend und mahnend auftritt. Was sie nicht mit der Schärfe des Ver­standes zu lösen vermögen, das finden sie mit der Kraft ihres Gemütes, mit der Innigkeit des Her­zens. Dinge, di« vielleicht der wissenschaftlich ge­schulte Geist, der Philosoph, seherisch erforscht und erfaßt, werden von der breiten Masse unbewußt empfunden und ebenso unbewußt beantwortet. Der Philosophie des Denkers steht gegenüber der naturgegebene Instinkt der breiten Masse. Hier ist deshalb auch keine Differenz zwi­schen dem Ideal und der Vernunft, zwischen oem Ideal und den realen Notwendigkeiten. Denn was nicht irgendwie den realen Notwendigkeiten des Völkerlebens entspricht, ist fast nie ein Ideal und wird vom Volk auch nicht als wirkliches Ideal empfunden. Der Weltkrieg war eine Realität. Und in diesem Weltkrieg haben Millionen Men­schen gefochten, denen das mögliche reale Ergebnis in bezug auf ihre eigene Person sicherlich nicht klar gewesen sein konnte. Alle die Millionen Menschen, die, ohne selbst Nutznießer zu sein, mennoch ein solches Opfer bringen, handeln nicht nur als wahrhaftige Idealisten, sondern zugleich auch in der klaren Empfindung der Notwendig­keiten. So setzen sie sich ein für ihr Volk, für ihre Gemeinschaft. Es ist natürlich kein Beweis für diese These, wenn ein Mann, der im Besitze aller Lehensmöglichkeiten ist, dem zeit seines Lebens fast vom Tage seiner Geburt an nur die Sonne scheint, der an allem teilnimmt, was die Nation zu bie­

ten hat an Schönem, an Erhabenem, der alle Reichtümer besitzt, wenn der vielleicht auch aus einer solchen Erkenntnis heraus für sein Volk eintritt. Aber diese These wird bewiesen von den Millionen derer, die an diesem Glück nicht teil­haben, von den Millionen anderen, die in Armut aufwachsen, die zu Hause nur Not und Elend kennen und immer nur Entbehrungen erlebt haben. Von den Millionen, die kaum eine genügende Woh­nung ihr eigen nennen, die so oft nicht in der Lage find, Frau und Kinder richtig zu ernähren, von jenen Millionen, die das Schicksal herumwirft, die v-om Leben überhaupt nur die Schattenseiten erfahren und die dann trotzdem in dem Moment, in dem der gewaltige Appell der Nation erfolgt, aus einem tiefinnersten Wissen und Erleben her­aus plötzlich die tapfersten und anständigsten Sol­daten gewesen sind.

Diese große Schar der unbekannten Musketiere der Grenadiere und Kanoniere, die ihre Pflicht erfüllten, treu und brav bis in den Tod, als ob sie damit einen Dank abstatten wollten für ein Leben des Glanzes, der Schönheit und des Reichtums, das sie aber vorher niemals gekannt haben, beweist die Lebendigkeit unseres Ideals! And dies ist der Beweis der Macht dieses Ideals! Wie aber würde ein solches Ideal erst wirksam sein, wenn eine Nation es nicht erst im Kriege, sondern schon im Frieden erlebt? Es in sich lebendig gestaltet? Wenn sie schon im Frieden bemüht ist, den Geist der Gemeinschaft aufs äußerste zu pflegen und diesem Geist auch Opfer zu bringen?

Kampf für die Volksgemeinschaft

Das nationalsozialistische Ideal der Volksgemeinschaft ist eine gewal­tige Realität. Von ihr hängt, glauben Sie mir, meine Volksgenossen über diesen Saal weit hinaus, das ganze Deutsche Reich, die Existenz und der Bestand des deutschen Volkes ab.

Wenn wir alle nicht als eine treueste Einheit, miteinander verbunden auf Sein oder Nichtsein unserer Arbeit nachgehen, dann werden wir in un­serem Lebenskampf, der immer hart war und hart sein wird, nicht bestehen können gegenüber den Völkern, die vom Schicksal gesegneter sind als wir.

Täuschen wir uns nicht. Die Gefahr der Zer­reißung unseres Volkes ist auch heute gegeben. Außer uns und um uns herum lauern die Fer­mente der Zersetzung nur darauf, datz sie das Gift, das wir ausgeschieden haben, eines Tages wieder in unsere Körper hineinführen können. Der Bolschewismus ist erne ewige Zeiterschei­nung. Nur der Name hat sich im Laufe von Jahr­tausenden von Zeit zu Zeit gewandelt. Diese Zeiterscheinung bleibt stets so lange wirksam, so­lange die Völker im Innern nicht zu dem Ideal ihrer Volkserhaltung zurückfinden.

Und es ist daher die Aufgabe der Partei und damit der Führung des heutigen Staats, datz sie alles das, was durch das Leben scheinbar ge­trennt wird, durch ihre Tätigkeit, ihre Lehre, ihre Anregungen und ihre Führung immer wie­der zusammenfügt. Wir sind alle belastet von der Vergangenheit und viele unter uns Deutschen auch noch von der Gegenwart. Alle die Faktoren der Herkunft und des Vermögens, des Wissens, der Bildung usw., Traditionen vieler Art, sie trennen die Menschen, sie sind geeignet, die Volksgemeinschaft immer wieder aufzulösen. Wehe, wenn diesen trennenden Momenten nicht etwas Einigendes entgegengestellt wird.

wo die Volksgemeinschaft keifen muß

Die Wirtschaft kann nicht alles lösen, es liegt in. ihrem Wesen, datz neben dem Erfolg irgend­wie stets wieder der Mißerfolg marschiert. Es liegt im Wesen eben dieses wirtschaftlichen Kampfes begründet, datz schon aus der natür? lichen und notwendigen Auslese heraus dieser Weg stets mehr oder weniger immer wieder über Opfer führt.

Wie einfach, diese Gefallenen dann liegenzu­lassen! Wie einfach, zu sagen: Sie sind gestürzt, sie sind gestrauchelt, was kümmert das uns. Hier muß die Volksgemeinschaft in Erscheinung treten und muß diesen einzelnen, die das wirtschaftliche Leben zu Fall gebracht hat, sofort wieder aus die Beine helfen, mutz sie unterstützen und muß sie

wieder eingliedern in einen neuen Prozeß des Lebens der Gemeinschaft.

Nun könnte man sagen: Wenn die Wirt­schaft nicht alles lösen kann, warum lassen Sie das nicht durch den Staat lösen? Heben Sie doch Steuern ein! Wir haben natürlich auch die Möglichkeit erwogen, diese große Hilfs­aktion für den Winter vom Staate durchführen zu lassen. Wir sind aber von diesen Erwägungen sofort wieder abgekommen, weil wir glauben, datz wir damit den einzelnen Deutschen frei­sprechen würden von seiner Verpflichtung. Er würde sich wieder denken, das ist die Aufgabe des Staates. Wir aber wollen ihm eine lebendige Gemeinschaft zeigen.

Was heißt Staat? Volksgenosse. Du bist der Staat!

Nicht der Staat soll dich zwingen, daß du dieser natürlichen Pflicht genügst, sondern du sollst deiner Empfindung sür deine Volks­gemeinschaft selbst lebendigen Ausdruck geben! Du mußt herantreten und freiwillig Opfer bringen. Du sollst dich nicht davon drücken und sagen, das ist unangenehm für mich.

Mein lieber Volksgenosse, sei glücklich, wenn du im Rahmen deiner Volksgemeinschaft dein täg­liches Brot verdienen kannst. Denn du verdienst es nicht, weil du da bist mit deiner eigenen Kraft, sondern du verdienst es, weil die ganze Volks­gemeinschaft hinter dir steht. Alle die Millionen ermöglichen dir es, datz du dein Leben hast. (Stürmischer andauernder Beifall.)

Würdest du allein stehen, was wärest du denn auf dieser Welt? All deine Kulturhöhe, dein Ein­kommen, das Vermögen, Gehalt und Lohn, du erhältst es nur, weil du ein Glied dieser großen Gemeinschaft bi st! Die Höhe der Kultur, an der du vielleicht teilnimmst, du ver­dankst sie nicht nur der Gegenwart, sondern der Arbeit der zahllosen Geschlechter vor dir, all der Millionen deutscher Vorfahren, die ihr Leben ein­gesetzt haben, damit du heute leben kannst, damit du verdienen kannst! (Erneute Beifallsstürme.)

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Sage mir nicht: Ja, aber es ist doch lästig, diese Sammlerei. Du hast nie den Hunger kennen­gelernt, sonst würdest du wissen, wie lästig er, der Hunger, ist. (Stürmischer Beifall.) Du hast es nicht erlebt, was es heißt, selbst nichts zu essen zu haben, aber noch viel weniger, was es heißt, seinen Liebsten nichts zu essen geben zu können.

(Fortsetzung auf Seite 2)