Ausgabe 
(7.10.1935) Nr. 277
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parteiamtl.Iages;eitung der

Nationalsozialisten Bremens

Das flmtsblatt des Senats

der Zreien kjansestadt Bremen

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Nr. 277 / Z. Jahrgang

Montag, 7. Oktober

kinzelpreis lS Npf.

Der Mrer: Deutschland ist stark und frei

krliebender Verlauf des krntedanktages / Schauübungen der Wehrmacht beim Staatsakt auf dem vücheberg / kine Million volksgenyfsen jubeln fldolf Killer zu / kmufang der vauernabordnungen in öoslar

Auf dem Vückeberg, 6. Oktober.

Ein klarer, Heller, sonnendurchleuchteter Mar­gen ist angebrochen. Ueber den abgeernteten Fel­dern und den grünen Wiesen liegt einer festes- frohe, erwartungsvolle Stimmung. Auf den Land­straßen bewegen sich seit Tagesanbruch unüber­sehbare Marschkolonnen. Zu Hunderttausenden sind die deutschen Bauern aus allen Teilen des Reiches und mit ihnen Volksgenossen aus allen Berufsständen nach dem Herzen Deutschlands ge­kommen, um hier sich um den Führer zu scharen und den Tag des Erntedankfestes feierlich zu be­gehen, um aufs neue ein machtvolles Bekenntnis für den Nationalsozialismus, Deutschland und seinen Führer abzulegen.

verbundenkeit von Nüstrstand und wekrstand

Als wir beim ersten Schein des neuen Tages­lichtes die Straßen von Bad Pqrmont bis Ha- meln, das Gebiet, in dem sich der Aufmarsch des deutschen Nährstandes vollzieht, durchführen, sehen wir überall bereits emsiges Leben und frohes Treiben, hören Gesang und Marschmusik. Auf den Bahnhöfen stehen die mit Fahnen, Blumen und Tannengrün bekränzten Sonderzüge, die aus Nord und Süd, aus West und Ost die Volks­genossen hierhergebracht haben. Alle Straßen, alle Häuser, alle Hofe und alle Brücken sind festlich geschmückt, und immer wieder sieht man die Erntekrone, das Sinnbild diesesHöhetages der deutschen Nation".

In einem Umkreis von mehreren hundert Qua­dratkilometern herrscht dieses bunte Leben nun bereits seit 24 Stunden. Stadt und Land haben sich wiederverstehen gelernt. Der Bauer gibt sei­ner Freude über die geschaffte Arbeit und über den eingebrachten Erntesegen Ausdruck. Alle Volksgenossen danken ihm für sein unermüdliches Schaffen, und gemeinsam bekunden heute alle Schichten des deutschen Volkes ihren Dank dem Führer, der Deutschland nicht nur die Nah­rungsfreiheit, sondern auch seine Wehr­freiheit wiedergegeben hat.

Zum Zeichen der Verbundenheit von Nährstand und Wehrstand reichen an diesem Tage die Bauern ihre Hand den fungen Männern des Vol­kes, die die Waffen zur Verteidigung des heiligen deutschen Bodens führen. Darum ist mit der Heerschau der Bauern auch eine Heerschau der deutschen Waffenmacht verbunden.

Wngftötte des deutschen Vauerntums

Von dem Gipfel des Bllckeberges aus, der die große Tribüne der Ehrengäste trägt, bietet sich wieder das jetzt schon so gewohnte, aber trotzdem immer wieder hinreißende, wundervolle Bild: Liebliche Talniederungen mit malerischen Dör­fern und stolzen Bauernhöfen, grüne Wiesen, rau­schende Wälder, ragende Berge, und inmitten dieser wunderbaren Landschaft stehen heute schätzungsweise 708 000 Volksgenossen, die Abgesandten aller deutschen Stämme, die Vertre­ter der geeinten deutschen Nation. Dazu kommen noch weitere Hunderttausende, die die Anfahrts­straßen des Führers umsäumen. Ueber diese un­geheuren Menschenmengen, über Wiesen, Felder und Berge schweift der Blick und bleibt haften an den hohen Flaggenmasten mit den Hakenkreuz­sahnen, die zu beiden Seiten in vierfacher Reihe den 500 Meter langen Weg einrahmen, den der Führer nimmt. Tausende von Fahnen stehen rings um die Tribüne der Ehrengäste oben auf dem Berge sowie an der Rednertribüne am Fuße des Berges.

Massenchöre und Musikkorps, Vorführungen von Spiel und Tanz sorgen für die Unterhaltung der immer stärker anwachsenden Menschenmenge. Auf zwei hohen Schaugerüsten spielen, tanzen und fingen Trachtengruppen aus allen deutschen Gauen und künden von deutschem Brauchtum. 3000 Trachtenträger sind hier versammelt, ein heiteres und farbenfrohes Bild. Auf einem besonderen Platz vor der Ehrentribüne haben 800 Opfer der Arbeit Platz gefunden.

Die Stunden des Aufmarsches und des geduldi­gen Ausharrens der Menge sind beendet. Eine gewaltige Spannung hat alle gepackt. Die Blicke richten sich zu der Straße, die der Führer nehmen muß. Die große Tribüne hat sich bis auf den letzten Platz gefüllt Die Ehrengäste sind in großer Zahl erschienen, auch die Vertreter der fremden Staaten, Botschafter und Gesandte haben sich eingefunden.

Ver fükrer kommt

Kurz vor 12 Uhr wird der Wagen des Führers auf der Straße von Hameln her sichtbar. Die Mafien richten sich aus, eine Ehrenkompanie In­fanterie und eine Ehrenbereitschast des Arbeits­dienstkommandos präsentieren. Grenzenlos ist der Zubil, der nun über oas Feld hinwegbraust. Die Artillerie hat 21 Salutschüsse abgefeuert, aber die Heilrufe übertönen den Donner der Geschütze. Ein Geschwader von 17 Flugzeugen ist dem Füh­rer entgegengeslogen. 2n Hakenkreuzform zieht es am Himmel seine Schleifen Reichskriegsmini­ster Generaloberst v. Blomberg, der Ober­befehlshaber der Wehrmacht, General der Artille­rie Freiherr v. Fritsch, der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Admiral Raeder, sowie der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, General der Flieger, Göring, begrüßen am Fuße des Ber­ges den Führer. Dann steigt der Führer, allen

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sichtbar, den etwas höher gelegenen Weg zur Ehrentribüne hinauf, und immer wieder nimmt er aus den Händen der Bauern und Bäuerinnen die Früchte des Feldes und Blumensträuße ent­gegen. Die Musikkorps spielen den Badenweiler Marsch. Auf der Ehrentribüne angelangt be­grüßt der Führer die dort versammelten Ehren­gäste und Diplomaten.

Drei Knallbomben künden den Beginn des Staatsaktes an. Eine Abordnung der Kreis­bauernschaft Dannenberg, bestehend aus einer Jungbäuerin, einem Jungbauern, einer Land­arbeiterin und einem Landarbeiter, tritt an den Führer heran und überreicht ihm die Ernte­krone. Die Jungbäuerin richtet dabei an den Führer folgende Worte:

Mein Führer! In treuer, freudiger Arbeit haben wir geerntet, was die Kraft der Sonne und des Bodens auf unserer Scholle wachsen ließ.

Wir wissen und sind stolz darauf, daß Sie, mein Führer, das Bauerntum aus Jahrhunderte lan­ger seelischer Unfreiheit herausgehoben und es wieder seiner großen völkischen Bestimmung ver­pflichtet haben. Der Völker Erbe, Blut und Bo­den, ist uns heilig. Wir wollen es hüten und wahren. Unsere Dankbarkeit zu Ihnen ist ehr­liche Liebe und immerwährende Treue. Zum Zei­chen unseres Vertrauens und in Dankbarkeit überreiche ich Ihnen die Erntekrone des deutschen Bauerntums."

Der Führer nimmt die Erntekrone, sichtbar be­wegt, entgegen und dankt der Jungbäuerin mit herzlichen Worten. Tausend Einwohner Hamelns, Männer, Frauen uno Schulkinder, tragen so­dann den Thorgesang .Segnung" von Kapellmei­ster Otto Meyer-Hameln vor, eine kraftvolle Dich­tung von volksliedhafter Schönheit und Innerlich­keit, ein dichterisches Bekenntnis zum Führer.

Vr. voebbels spricht

Darauf nimmt Reichspropagandaminister Dr. Goebbels das Wort zu folgender Ansprache: Mein Führer! Das deutsche Vauernvolk steht in dieser Stunde um Sie versammelt, um mit Ihnen gemeinsam das Erntedankfest des deutschen Volkes feierlich zu begehen.

Eine Million Bauern stehen auf dem Vückeberg und an den Anfahrtstraßen nach Gos­lar aufmarschiert, um Sie, mein Führer, zu be­grüßen und Ihnen ihre Huldigung und ihre Dank­barkeit zu Füßen zu legen. Die deutschen Bauern haben ein schweres Jahr hinter sich. Eine schlechte Ernte im vergangenen Jahre hat Schwierigkeiten auf dem Gebiete dei Nahrungsmittelversorguna des deutschen Volkes hervorgerufen. Trotzdem ist es dem deutschen Bauerntum gelungen, die Ein­fuhr von Lebensmitteln nach Deutschland von 216 Milliarden auf eine Milliarde durch Inten­sivierung der Landwirtschaft herunterzudrücken. Was das für die Ankurbelung der Arbeitsschlacht bedeutet, das weiß jeder Arbeiter in Deutschland Bauer und Arbeiter haben im Zeichen der Nationalsozialismus verstanden, daß wahre Volks­gemeinschaft und Freiheit der Nation nach innen und nach außen nur erreicht werden kann durch Zusammenwirken der Stände, wie Sie, mein Füh­rer, es das deutsche Volk gelehrt haben Und nicht umsonst bestreiket die wiedererstan­dene deutsche Volksarmee am heutigen Mittag einen großen Teil des Programms unseres Bau­ern- und Erntedankfestes Denn das Bauerntum stellt den besten Teil seiner Söhne für die junge deutsche Volksarmee zur Verfügung Und die junge deutsche Volksarmee wurde von Ihnen, mein Führe: nicht geschaffen, um Kriege zu füh­ren oder Kriege zu provozieren,

die deutsche Volksarmee wurde geschaffen, um den Maschinen deutscher Arbeiter und den Pflügen deutscher Bauern den Schuh zu ge­währen, auf den sie Anspruch habe» und der für sie nötig ist, um das deutsche Volk zu er­nähren und zu kleiden. (Beifall).

Deshalb steht auch dieser Vauerntag im Zeichen der deutschen Freiheit, und es ist viel­leicht das schönste Symbol dieser letzten großen Volksdemonstration dieses Jahres, in dem Sie,

mein Führer, dem deutschen Volke die Wehrfrei­heit zurückgegeben haben (Beifall), daß Arbei­ter Bauer und Soldat Hand in Hand zusammenstehen, um dem Volke sein täglich Brot zu geben und dem Reiche seine Freiheit zu sichern. (Heilrufe). In diesem Sinne, mein Führer, grüßen die Arbeiter, Bauern und Soldaten, grüßt Sie das geeinte deutsche Volk. Adolf Hitler: Sieg­heil!

Schauübung der Wehrmacht

Und dann beginnt die große Schauübung der Wehrmacht, bei der alle modernen Waffengattun­gen zum Einsatz kommen und die darauf angelegt ist, den Zuschauern möglichst viel von den einzel­nen Waffengattungen und ihrer Arbeit zu zeigen. Am Fuß des Berges ist der OrtBllckedorf" auf­gebaut worden, ein kleiner Ort von vielleicht einem Dutzend Wobnbäusern und N-':-"'--bänden.

Hier verteidigen sich die roten Kräfte gegen den andringenden blauen Feind, der in über­holender Verfolgung über Voremberg Hasten- beck vorgeht, um den Weserllbergang seiner Haupt- kräfte zu ermöglichen und dem Gegner den Rück­zug nach Westen abzuschneiden.

Insgesamt sind mehrere Tausend Mann Infan­terie, Pioniere, Kraftfahrschiitzen, Reiterei, Ar­tillerie, 108 Kampfflugzeuge und 120 Tankwagen an dem Gefecht beteiligt. Aus beiden Seiten waren alle Waffenarten in den Kampf verwickelt. Alls Häuser von Bllckedorf gehen in Flammen auf.

Eine halbe Stunde dauerte dieses militärische Schauspiel, das von den Zuschauern mit gewal­tiger Spannung verfolgt wird. Das Kaupi-nter- esfe galt begreiflicherweise den modernsten Waf­fengattungen, Fliegern, Flak-Batterien und Ban- zerwagen.

ludet umdranSst Sen sichrer

Der Führer spricht den Offizieren der Wehr­macht Worte des Dankes und der Ane, .nnung für die gezeigten Vorführungen aus und verläßt dann gemeinsam mit dem Reichsbauernsührer, den Reichsministern und Reichsleitern und an­deren die Ehrentribüne, um sich nach der unteren

Rednertribüne zu begeben. Nur langsam, sehr langsam kommt der Führer vorwärts. Immer wieder muß er viele Hände schütteln, und man­ches Wort der Freude und Anerkennung bekom­men die Trachtenträger von ihm zu hören, die beiderseits des Weges stehen. Immer wieder kommt die Liebe und Begeisterung der Volksgenossen zum Ausdruck. Nach beiden Seiten hin verteilt der Führer Händedrücke. Die allge­meine Freude auf dem großen Festplatz ist um so

größer, als der:Wettergott die Veranstaltung in einer alle Erwartungen übertreffenden Weise begünstigt hat.

Sie Nede des Neichsbauernflchrers

Von der Tribüne aus spricht nun zunächst Reichsbauernführer Darrä, der u. a. folgendes ausführt:

Als wir uns im Jahre der nationasozialistischen Revolution zum ersten Male hier auf dem Bücke­berg zusammenfanden, um gemeinsam als Volk das Erntedankfest zu begehen, da war diese Tatsache allein schon etwas in der Geschichte bis­her Unerhörtes. Wohl ist im deutschen Landvolk auch vordem der von den Vätern ererbte Brauch des Erntedankes nie ganz verlorengegangen. Allein, dieser Brauch (beschränkte sich auf die Fa­milie oder bestenfalls das Dorf, wobei rückblickend festgestellt werden darf, daß in vielen dem Libe­ralismus verfallenen Gebieten unseres Landes überhaupt bereits jeder innere Zusammenhang zwischen dem äußerlichen Festgeschehen und dem inneren Sinn des Festes verlorengegangen war.

Sie Stellung des deutschen Sauern

Jenes erste nationalsozialistische Ern- tedankfest des Jahres 1933 erhielt sein be­sonderes Gesicht dadurch, daß es dem deutschen Volks, aber auch der Welt die neue Stellung zum Bewußtsein brachte, die das Reich Adolf Hitlers dem deutschen Bauerntum zumaß.

Aus dem niedergetretenen, oft bereits zur Spott­figur herabgewürdigten dummen Bauern war durch unsere Agrargesetze mit einem Schlags wieder

der stolz feiner Volksgemeinschaft verpflichtete und dienende Bauer

geworden. War es nicht eine Offenbarung, als von Nord und Süd und Ost und West die Scharen deutscher Bauern und Bäuerinnen in ihren er­erbten Trachten vor dem Führer aufmarschierten und sich zu ihm und seinem Werk bekannten? Wer überhaupt in Deutschland und in der Welt hatte noch davon gewußt, daß das seit Jahrzehnten planmäßig verindustriali- sierte Deutschland noch über eine solche Fülle von hodenständigem, treu an der Väterart festhalten­den V-Otstum verfügte? Wer erinnert sich nicht voll i-n -e- Ergriffenheit an diese bäuerliche Jugend aus allen Gauen, die längs des Weges, den der Führer schritt, stand, und die trotz all

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