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Nationalsozialisten Vremens
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Nr. 2?5 / 5. Zaffrgang
Sonnabend, 5. Skwber
cinzelprelo 15 Npf.
Deutschlands tebensmitteloersorguna gesichett
Neichspropagandaminister pr. Soebbels: „der Nationalso;ialismus ist nicht gekommen, um stch an anderen Völkern ein Veispiel ;u nehmen, sondern um der Welt ein Veispiel zu geben / „In schwerer Zeit VWplin halten!"
Halle, 8. Oktober.
150 000 deutsche Volksgenossen, waren am Donnerstag nachmittag auf dem Halle'schen Thing- platzgeläude zusammengeströmt, um Reichsminister Dr. Goebbels zu hören. Im Festschmuck prangte der Thingplatz, von dem die Fahnen des Reiches lind der HI. grüßten. Stunden schon vor Beginn der Kundgebung waren die Straßen auf den Anfahrtwegen mit Menschen besetzt. Die reich beflaggte Stadt selbst lag wie abgestorben, die Geschäfte hatten bereits um 13 Uhr geschlossen. Bei der Ankunft auf dem Thingplatz wurde Dr. Goebbels mit vieltausendstimmigen Heilrufen begrüßt.
IIIWIWW
Unser lagssspivgel
Der Führer sprach in Königsberg vor dem ostpreußischen Führerkorps der Partei.
In Halle gab Dr. Goebbels wichtige Erklärungen zur Frage der Lebensmittelversorgung Deutschlands ab.
In Zukunft werden auch die Kirchengebäude bei öffentlichen Anlässen nur die Neichsflagge zeigen.
I« Memel wurde ein litauischer Student bei Stimmenfalschungen ertappt.
An der Adüa-Front sind erbitterte italienisch- abessinische Kämpfe im Gange.
Der Pariser Ministerrat hat sich für die englisch-französische Zusammenarbeit im Mittelmeer entschieden.
Die Vorbereitungen sür den Staatsakt auf dem Vückeberg sind beendet.
Wegen des Erntedankfestes sind Sonntag zwischen 12 und 13 llhr alle sportlichen Veranstaltungen untersagt.
Die Kartoffelpreise sind vow Kartoffelwirtschaftsverband Oldenburg bis einschließlich März 1938 festgelegt worden.
Oberpräsident und Stabschef Lutze durchreiste gestern den Negierungbezirk Stade.
Ärsislsiter Dohmgoergen entbot ihm den Willkommensgruß der Eaustadt Halle. Nichts konnte wohl die Beliebtheit und Volkstümlichkeit des Reichs-miuisters besser zum Ausdruck bringen, als die Rufe von allen Seiten im Sprechchor: „Wir gratulieren". Endlich kam der Minister zu Wort. Er spreche in einer Zeit stärkster internationaler Spannungen, während über Abessinien schon die Geschütze donnern und die Fliegerbomben herunterbersten. Die Welt stehe vor schweren Entscheidungen, und es sei ein tröstliches Gefühl, zu wissen, daß Deutschland wieder eine Weltmacht sei. nachdem es seine Wehrhoheit wiedergewonnen habe. Es sei ein Irrtum, zu glauben, daß ein Volk allein dadurch den Frieden erhalten könne, daß es ihn liebe. Der Friede stehe nicht beim Schwachen; er stehe beim Starken und werde nicht mit Lamentationen gesichert.
Der Minister kam im weiteren Verlauf seiner Rede auf die Lebensmittelversorgung des deutschen Volkes zu sprechen. Wenn man der Regierung den Vorwurf mache, daß zurzeit die Butter etwas knapp geworden sei, so müsse er fragen: „Sind wir denn der Herrgott, der die Sonne scheinen läßt? Und regieren wir auch über den Himmel, der die Ernte macht?
Kann man uns verdenken, daß wir lieber einmal für 11 Tage oder drei Wochen eine immerhin noch erträgliche Butterknappheit in Kauf nehmen, nm die dadurch ersparten Devisen für die Roh- stosseinfuhr zu verwenden, mit der wir die Ar- Leitsschlacht schlagen, als daß Millionen ohne Arbeit und damit auch ohne Brot bleiben? (Hier bricht die Menge in stürmische Zustimmung aus).
kine flufgabe unserer Hausfrauen
Dabei solle niemand glauben, daß die Regierung die Schwierigkeiten in der Ernährungsfrage unterschätze. „Wir wissen, wie schwer es ist, sich mit dieser oder jener Knappheit zeitweilig abzufinden. Aber worauf man dringen muß, ist doch, daß das deutsche Volk in so schwerer Zeit Disziplin hält. Es darf nicht vorkommen, daß gewisse Fette, wie Schmalz, die an sich in genügender Menge vorhanden sind, durch Angstkäufe künstlich verknappt werden." Hier erwachse den Hausfrauen eine besondere Aufgabe, die sie täglich erfüllen müßten.
Die Versorgung der Bevölkerung mit Brot, Kartoffeln, Rind-, Kalb- und Hammelfleisch, Fischen, Milch, Eiern, Zucker und vielen anderen Lebensmitteln ist in Deutschland absolut sicher- gestellt.
Dagegen ist allerdings eine vorübergehende Schweineknappheit festzustellen. Diese Schweineknappheit hat ihre ganz natürliche Ursache. Im vorigen Jahre haben wir eine schlechte Ernte gehabt. Wir hatten keine Futtermittel und mußten deshalb die Schweinebestände > lichten: Und das, was wir im vorigen Jahre an
Schweinefleisch zuviel gegessen haben, müssen wir dann eben in Gottes Namen in diesem Jahre weniger essen. Im übrigen wird diese Knappheit schon zusehends überwunden. Wir haben am 1. Juli d. Js. nur einen Bestand von 20 Millionen Schweinen gehabt. Bis zum 1. September ist dieser Bestand bereits auf 22,5 Millionen gestiegen. Können wir denn nicht die Zeit abwarten, bis diese Schweine gemästet sind, oder hätten wir wirklich Devisen im Uebermaß freimachen sollen zur Einfuhr von Schweinen? Die Arbeitslosen hätten dann warten müssen. Was würden diese dann sagen, wenn wir uns vor ihnen entschuldigen wollten, indem wir erklärten: „Wir mußten Schweine kaufen, das deutsche Volk wollte es so." (Brausender Beifall). Im übrigen habe der Reichsernährungsminister bereits eine Reihe besonderer Maßnahmen zur geregelten Versorgung der Bevölkerung mit Schweinefleisch eingeleitet.
Auf dem Gebiete der Vutterversorgung werde schon in allernächster Zeit eine Entspannung eintreten. Es werde alles versucht, um durch handels
politische Abmachungen auftretende Schwierigkeiten zu überwinden. Die Regierung müsse aber auch Rücksicht auf diese Lage beim deutschen Publikum voraussetzen. Denn wenn jede Maßnahme der Regierung einfach durch Unverstand einiger Unbelehrbarer gefährdet werden könne, wohin würde das am Ende noch führen?
„Und dabei ist das deutsche Volk nicht einmal am schlechtesten daran. Andere Völker nehmen heute für nationale Ziele sogar Kriege von ganz unbestimmtem Ausgangs auf sich. Wollen wir unsere tägliche Lebenshaltung durch diese Völker beschämen lassen? Ich meine, der Nationalsozialismus ist nicht gekommen, um sich an anderen Völkern ein Veispiel zu nehmen, sondern um der Welt ein Veispiel zu geben!" (Bei diesen Worten bricht unter der Menge ein ungeheurer Jubelsturm aus.)
Der Nationalsozialismus trage ja nicht die Schuld, daß Deutschland zu wenig Rohstoffe besitze. Weil wir aber nicht genügend Rohstoffe haben, müßten wir diese einführen. Sie werden in Deutschland verarbeitet. Wenn wir statt dessen nur Lebensmittel einführen, so werden diese auch ver
arbeitet, aber nur mit dem Munde und Magen. Das schaffe keine Arbeit, sondern koste Geld.
Als der Nationalsozialismus an die Macht gekommen sei, habe Deutschland sür zweieinhalb Milliarden RM. Lebensmittel einführen müssen. Diese Summe sei mittlerweile durch die agrar- politischen Maßnahmen der Regierung bis auf eine Milliarde heruntergeschraubt und der ersparte Betrag für Zwecke der Arbeitsbeschaffung freigemacht worden. Sei das nicht auch eine Leistung?
Der Minister kam dann noch auf die Judenfrage zu sprechen. Wenn diese Frage in Nürnberg einer Lösung zugeführt worden sei, so müsse der Staat verlangen, daß nicht jeder nach Belieben diese Frage seiner eigenen Meinung entsprechend zu lösen versuche.
Mit einem Sieg-Heil auf den Führer, die Bewegung, die Armee und das deutsche Volk schloß der Minister seine fast anderthalbstündige Rede, die immer und immer wieder vom Beifall der Massen unterbrochen wurde und im stürmischen Jubel aus- klang.
Line frage mit flusrufzeichen
* Bremen, 5. Oktober.
Es war eine herzerfrischende Philippika, die Reichsminister Dr. Goebbels in HaIlezur Frage der deutschen Nahrungsmittelversorgung gehalten hat. Es ist diese Frage eigentlich gar keine Frage, weil sie ganz selbstverständlich mit einem Ausrufezeichen zu versehen ist. Nichtsdestoweniger seien Dr. Goebbels Ausführungen denjenigen besonders ans Herz gelegt, deren kleinliche Veranlagung und enger Gesichtskreis bei einigen lächerlichen, armseligen Schwierigkeiten gleich die großen Ziele des deutschen Volkes, wie sie ihm vom Führer gewiesen und vom Schicksal gesteckt sind, aus den Augen verlieren läßt.
Butterknappheit für einige Wochen! Man sollte eigentlich nicht glauben, daß darüber auch nur ein Wort zu verlieren sei. Die Arbeitsschlacht verlangt, wie Dr. Goebbels deutlich betonte, daß alle dem Reiche zur Verfügung stehenden Devisen der Rohstoffversorgung zu dienen haben. Und welcher vernünftige Mensch möchte annehmen, daß man diese der Arbeiterschaft zugute kommende Maßnahme wegen etwas weniger bestochenen Butterbroten zurückstellen müßte? Denn — das nämlich ist wohl zu beherzigen — an anderen Fetten haben wir nicht einmal besonderen Mangel, und wer bisher seine Speisen ausschließlich mit Butter zubereitete, mag für einige Zeit nur auch einmal Schmalz nehmen und ist dadurch ohne weiteres seiner „Butternot" schon enthoben.
Sind wir ein Volk von Ernst und Würde, oder sind wir es nicht? Wir sind es, weil uns Adolf Hitler zu ernster Lebensauffassung und würdevoller Lebenshaltung
Adolf Hitler gab dem deutschen Bauern die Stellung wieder, die ihm als Ernährer des Volkes gebührt. Der Dank des deutschen Bauerntums wird auf dem Erntedankfest am kommenden Sonntag erneut zum Ausdruck kommen
erzogen hat. Und wenn wir es sind, dann brauchen wir uns nur daran zu erinnern, was wir alles in den Kriegsjahren und in der daraus folgenden Inflationszeit an lebenszehrenden Entbehrnissen ertragen und erduldet haben, um heute darüber lächeln zu können, daß uns jetzt eine vorübergehende Butterknappheit auch nur die Laune zu verderben vermöchte.
Und wie es mit der Butter ist, so mit den Schweinen. Rindfleisch, Kalbfleisch und Hammelfleisch, Fisch, Milch, Eier, Brot, Kartoffeln, Zucker und was sonst alles noch zu einer geregelten Lebenshaltung gehört, ist in genügender Menge in Deutschland vorhanden, und als geradezu nebensächliche Tatsache erscheint es uns, daß es den von Dr. Goebbels erwähnten Umständen gemäß nun für einige Zeit in Deutschland etwas weniger Schweinernes als zu gewöhnlichen Zeiten geben wird.
VollelV-Milliarden werden durch zielbewußte Einengung der Lebensmitteleinfuhr sür Deutschland zugunsten der Rohstoffversorgung, also zur Ermöglichung unserer großzügigen Arbeitsbeschaffung, erspart. Wer wollte sich in Deutschland nicht darüber freuen und, wenn nötig, noch weit mehr tun, als auf etwas Butter und Schweinefleisch zu verzichten, wenn dadurch der nun schon so weit gebändigten Arbeitslosigkeit in Deutschland keinneuer Spielraum mehr gelassen wird. Ein Jch-Süchtling müßte es sein, ein Mensch, der sich seiner ganzen inneren Veranlagung nach, selbst aus der Volksgemeinschaft ausschaltet und daher nichts anderes verdient, als daß er tatsächlich aus verdeutschen Volksgemeinschaft ausgeschlossen wird.
„Der Nationalsozialismus ist nicht gekommen, um sich an anderen Völkern ein Beispiel zu nehmen , sagte Dr. Goebbels in unmißverständlichem Hinweis darauf, was heute das italienische Volk an Opfern zur Erreichung der von ihm als lebensnotwendig gehaltenen Ziele auf sich nimmt. Nein, wahrlich, der Nationalsozialismus ist nicht gekommen, um sich an anderen Völkern ein Beispiel zu nehmen, sondern, wie Dr. Goebbels weiter sagt. um der Welt ein Veispiel zu geben.
Wir zweifeln aber auch nicht daran, daß, wenn es einmal nötig wäre oder nötig werden könnte, das deutsche Volk ohne weiteres ein Beispiel ohnegleichen an Opfermut und Selbstlosigkeit der Welt geben würde, so wie es dies in seiner Geschichte oft genug getan hat, wenn es unter der richtigen Führung stand. Aber es kommt wahrlich uns heute noch gar nicht zu, bei einer durchaus gesicherten Lebensmittelversorgung für das deutsche Volk überhaupt von Opfern zu reden. Leichte Unbequemlichkeiten können nicht mit Opfern verwechselt werden und nichts als höchstens Unbequemlichkeiten kann genannt werden, was tn Behebung der augenblicklichen Butter- und Schweinenot den Verbrauchern in Deutschland auferlegt wird.
Es ist aber denen, die angesichts dieser Butter-
krMerte Kämpfe an der fldua-front
Neue Luftangriffe — drei italienische Heeressäulen — Flugzeuge zum Hauptquartier des abesftnifchen Kronprinzen
Addis Abeba, 5. Oktober
Nach abessinischen Meldungen von der Adua- Front haben sich die Avessinier in Vergstellungen gnt verschanzt, so daß der italienische Angriff nur schwer vorwärtskommen wird. Die Meldungen sprechen von erbitterten Kämpfen. Die Italiener, so heißt es weiter, machten die stärksten Anstrengungen, um Adua zu erreichen und damit eine günstigere Stellung beziehen zu können.
Nach anderen Meldungen sind italienische Truppen mit Tanks, Fliegern und Infanterie zwischen Adua und Aksum durchgestoßen und haben die Orte Saibaria und Vergrammet südlich der 30-Kilometer-Zone eingenommen.
Dem Vertreter des DNB. wird von amtlicher Seite bestätigt, daß auf den Ort Walkait Fliegerangriffe ausgeführt wurden. Zwei weitere Flieger griffen Jamadia in der Nähe des Jedjo- Flusses an. Es gab drei Tote und sechs Verwundete. Der Abwurf galt ausschließlich dem Militär und insbesondere den Telegraphenstatio
nen. Auch an der Ogaden-Front haben Flieger Bomben abgeworfen. In Korahi und Eerlogubi ist die Zahl der Opfer unbekannt. Von den italienischen Fliegern wurden auch Flugblätter in amharischer Sprache abgeworfen.
London, 5. Oktober
Ueber die Lage auf dem abessinischen Kriegsschauplatz lagen am Freitag in London zum Teil widersprechende Meldungen vor. Während in früheren Berichten bereits von einem Fall Aduas gesprochen worden war, besagt eine am Freitag nachmittag aus Addis Abeba eingetroffen Reuter-Nachricht, daß die Stadt erneut aus der Luft bombardiert worden sei. Bei dieser Aktion sei ein italienisches Flugzeug abgeschossen worden.
Während die unter Ras Soyoum stehenden abessinischen Truppen bei Adua noch Widerstand zu leisten scheinen, rückt westlich von Adua in der Richtung von Agordat eine Streitmacht von 12 000 Mann unter Ras Ayenu vor. Die Vor
hut dieser Armee hat angeblich die Grenze von Eritrea überschritten und einige italienische Vorposten unschädlich gemacht. Reuter meldet weiter, daß Somalis und italienische Eingeborenentruppen zu den abessinischen Streitkrästen übergelaufen seien.
Nach Berichten der englischen Blätter greisen die Italiener zurzeit an drei verschiedenen Stellen mit starken Truppenaufgeboten an. Der Hauptstoß scheint von Nord-Eritrea auf Adua geführt zu werden. Die zweite Angriffshandlung ist südlich von Eritrea am Berge Mussa Ali im Gange, während der dritte Frontabschnitt sich in der "Provinz Ogaden in der Nähe der Ortschaft klal-Üal befindet.
Am Freitagoormittag sind fünf abessinische Flugzeuge von Addis Abeba aus nach den verschiedenen Frontabschnitten abgeflogen. Sie führen Waffen sowie Befehle an die abessinischen Heerführer mit sich.
In Addis Abeba wurde gegen Mittag amtlich mitgeteilt, daß die abessinischen Truppen unter Ras Seyoum einen Rückschlag Lei Agame erlitten haben. Borher hatte die abessinische Regierung erklärt, ihre Streitkräfte hätten sich glänzend verteidigt und auf beiden Seiten seien schwere Verluste zu verzeichnen.
Die Abessinier haben während der letzten Nacht die Dunkelheit und ihre genaue Bodenkenntnis ausgenutzt, um einen Guerillakrieg einzuleiten. Es ist jetzt auch in der Nachbarschaft des Berges Mussälli zu Kämpfen gekommen. 50 000 Abessinier sollen den italienischen Vormarsch in Richtung der Eisenbahnlinie Addis Abeba-Djibuti aufhalten. Die Italiener verfügen an dieser Stelle über 96 Tanks und über eine große Zahl von Flugzeugen.
Reuter zufolge ist in Addis Abeba ein Telegramm aus Harrar eingetroffen, daß auch an der südlichen Front in der Provinz Ogaden am Freitagmorgen schwere Kämpfe stattgefunden, und daß die Abessinier 2000 Tote und viele Verwundete verloren haben.
krneute Sombenabwürfe
Nach einer weiteren Reuter-Meldung aus Diredawa sind italienische Kriegsslngzeuge von Mussälli nach Dessie, dem Hauptquartier des abessinischen Kronprinzen, unterwegs. Sie belegen die Strecke mit Bomben. Die Angehörigen des Danakil-Stammes, der in diesem Gebiet ansässig ist, seien von Schrecken ergriffen, da sie zum erstenmal in ihrem Leben Flugzeuge sehen. Aus Addis Abeba wird gemeldet, daß die italienischen Flugzeuge über der Tigre-Provinz Flugzettel mit dem Schlagwort: „Nehmt die italienische
Freundschaft an oder sterbt" abwerfen.
Aus Addis Abeba berichtet Reuter: In Adua gab es während des Luftbombardements und auch später herzzerreißende Szenen. Frauen und Kinder vieler Soldaten wurden getötet, während ihre Männer außerhalb der Stadt lagerten. Die Flugzeuge flogen niedrig. Flugzeugabwehrgeschütze traten nicht in Tätigkeit.'
Her abessinische kriegsschak
Addis Abeba, 5. Oktober
Der abessinische Kriegsschatz, der nach den Gesetzen erst bei Kriegsausbruch angegriffen werden darf. wurde am Donnerstag freigegeben. Den Grundstock dieses Schatzes bildete die italienische Kriegsentschädigung nach der Schlacht von Adua in Höhe von 11 Millionen Lire. Hierzu kamen das von Kaiser Menelik hinterlassene Vermögen sowie Teile des Vermögens der Kaiserin Saidit und des jetzigen Kaisers Hatte Selasse. Die Gesamtsumme des Kriegsschatzes wird auf 20 bis 25 Millionen Mariatheresientaler geschätzt.
(Siehe auch Seite 2)
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