Ausgabe 
(24.10.1935) Nr. 294
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parteiamtklageszeitung der

Das flmtsblatt des Senats

NalionalsozialistenVremens

der §reien Hansestadt Bremen

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kiner der ältesten und treuesten Mitarbeiter des süstrers tritt vom Kampffeld

Unser Vagesspiegsl

Gauleiter Wilhelm Loeper, der Reichsstatt- halter für Vraunschweig und Anhalt, ist nach längerer Krankheit gestorben.

Reichsschatzn,elfter Schwarz fordert in einer Rundsuniansprache zu reger Beteiligung an der Arbeitsbeschaffungs-Lotterie auf.

2n Auswirkung der Entspannung zwischen London und Rom zieht Italien Truppen aus Libyen zurück.

Die englische Regierung gab die Bedingungen für die Beilegung des italienisch-abesfinischen Streitfalles bekannt.

Die Neuwahlen in England finden am 14. No­vember statt.

In Britisch-Westindien ist es zu schwere« Ar­beitslosenunruhen gekommen.

Bei den Wahlen zum dänischen Folketing haben die Regierungsparteien gesiegt.

BarietS-KLnstler werden sich am Sonntag in Bremen in den Dienst des WHW. stellen.

Eine starke Senkung der Marmeladenpreise steht bevor.

Bremens erste Nachtfröste vernichteten die Blüte der Dahlien.

Der führer vor den Neichsrednern

Berlin, 24. Oktober.

Der Führer sprach Mittwoch nachmittag im > Thronsaal des Reichsministeriums für Volksauf­klärung und Propaganda auf einer Veranstaltung der Reichspropagandaleitung der NSDAP. vor Gauleitern und Reichsrednern und gab die Richt­linien für die propagandistische Arbeit des kom­menden Winters, die insbesondere auch im Hin­blick auf die Durchführung oes Winterhilfswerks gestellt sind. Vorher gedachte Reichsminister Dr. Goebbels in tief empfundenen Worten des verstorbenen Gauleiters von Magdeburg-Anhalt, Reichsstatthalter Wilhelm Loeper der nun schon der zweite Gauleiter sei, der im Laufe dieses Jahres durch den Tod aus den Reihen der alten Mitstreiter des Führers gerissen worden ist.

rag der Nationalen Solidarität

Berlin, 24. Oktober. Im Programm des Winterhilfswerks tritt fol- gende Aenderung ein! Der Tag der Nationalen Solidarität wird nicht am 14., sondern bereits am 7. Dezember abgehalten. Die erste Straßen- sammlung findet am 3. November statt.

die Seeresbeamten-taufbalfn

Berlin, 24. Oktober.

Der Bedarf an Zivilanwärtern für den gehobe­nen, mittleren, nicht technischen Dienst der Heeres­verwaltung (Heeresbeamten (Einheits-) Laufbahn) wird im April jeden Jahres zum Teil aus den im Herbst des Vorjahres eingestellten Frei­willigen und Dienstpflichtigen gedeckt. Der größte Teil der Anwarterstellen ist den Versorgungs­anwärtern vorbehalten.

Für die Einstellung als. Zivilanwärter gelten folgende Voraussetzungen: s.) mindestens Prima- reste einer neunstufigen höheren Lehranstalt (rncht Privatschule), b) arische Abstammung, °) deutsche Reichsangehörigkeit, ä) unverheiratet, s) Ab­legen einer psychologischen Prüfung.

Iin allgemeinen haben nur Gesuche von Be- Werbern Aussicht auf Berücksichtigung, die das 13. Lebensjahr vollendet haben. Die Bewerbun­gen sind unmittelbar an die Truppenteile zu richten. Bescheide, in denen den Bewerbern die Vorlage eines erneuten Gesuches im Aprrl 1838 anheimgestellt wurde, sind nunmehr überholt. Neueinstellungen von Zivilanwärtern erfolgen erst wieder im April 1937.

öoulster im Hauptamt für volkswoHlfaHrl

Besiin, 24. Oktober.

Gestern vormittag stattete der Reichsleiter Vouhler unter der Führung des Hauptamtslerters Pg. Hilgenfeldt dem Hauptamt für Volkswohl­fahrt einen Besuch ab. Er besichtigte u. a. ein­gehend die Stelle für Bittgesuche, in der ,m letzten 2ahre 34 080 Gesuche bearbeitet wurden. Dre auf dem Gebiete des Winterhilfswerks zu leistenden Arbeiten fanden seine besondere Beachtung und regstes Interesse.

T-r Führer und Reichskanzler empfing gestern den Dundessührer des deutschen Reichskriegerbundes »Ktzff- Häuser", Oberst a. D- Reinhard, zum Dortrag.

Neues Junavolk-Heim. In Crock bei Hildburghausen durde ein neues Heim eingeweiht, das dem dortigen Jungvolk kostenlos zur Dcrsügung gestellt wird. Die Mittel von etwa 2000 RM. für dieses Heim sind von der nur etwa 1<M Kopse zählenden Gemeinde in vor­bildlicher Opserbercitschast aufgebracht worden

Landes- d-r vorige

. Ehrungen für einen Ausgeschiedenen. Der houptmann von Niederösterreich, Reither, bei M°che aus der Wiener Regierung, der er al. ^urtfchastsminister angehörte, ausgeschieden rft, von 69 Gemeinden zum Ehrenbürger ernannt.

Dessau, 24. Oktober.

Mittwoch morgen 5.3V Uhr ist der Reichs­statthalter in Braunschweig und Anhalt und Gauleiter von Magdeburg-Anhalt, Haupt­mann a. D. Wilhelm Loeper, nach längerer Krankheit sanft entschlafen.

Das braunschweigische und das anhaltische Staatsministerium erlassen einen Nachruf zum Tode des Reichsstatthalter- Loeper, in dem es heißt:

„In tiefer Trauer geden en wir an der Bahre des allzu früh Entschlafenen seiner hohen unver­gänglichen Verdienste um den Nationalsozialis­mus und um die beiden Länder Braunschweig und Anhalt, deren erster Reichsstatthalter er ge­wesen ist.

Voll mutigen Glaubens an Deutschlands Zu­kunft hat er sich frühzeitig zur Fahne Adolf Hit­lers bekannt und bei der nationalen Erhebung am 9. November 1923 in vorderster Reihe der Streiter gestanden. Dann hat er mit vollem Ein­satz seiner Willensstärken Persönlichkeit die natio­nalsozialistische Bewegung im Gau Magdeburg- Anhalt zum Siege geführt und den Gau bis zu seinem Hinscheiden in rastlosem Wirken geleitet. Im Mai 1933 berief ihn das Vertrauen unseres Führers zum Reichsstatthalter in Braunschweig

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und Anhalt. Seitdem hat er sich den vielfältigen schwierigen Aufgaben, vor die sein neues hohes Ämt ihn stellte, mit gleichem heiligen Eifer gewidmet. Allen Zweigen der Staats- und Ge­meindeverwaltung galt seine Anteilnahme. Rein­haltung und Pflege deutscher Art und Kunst war ihm Herzenssache. In dem Neubau des Dessauer Theaters, das in erster Linie sein Werk ist, hat er selbst seinem Leben ein schönes und bleibendes Denkmal gesetzt. Den großen Anstrengungen der jahrelangen Kämpfe und der gewaltigen auf ihm ruhenden Arbeitslast hat sein Körper nicht standzu- halten vermocht. Rücksichtslos gegen sich selbst, wo es der Sache unseres Volkes, der Sache des Nationalsozialismus galt, hat er seine Kräfte allzu früh verzehrt. So ist er gefallen wie ein Held auf dem Schlachtfelde: Im Leben wie im Tode ein Ritter ohne Furcht und Tadel. Ein echter deutscher Mann und Nationalsozialist.

Vraunschweig und Anhalt werden ihrem ersten Reichsstatthalter Wilhelm Friedrich Loeper, den tapferen Gefolgsmann Adolf Hitlers, in Dankbar­keit und Treue über Tod und Grab hinaus allezeit ein ehrendes Andenken bewahren"

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Der Reichs- und Preußische Minister des Innern, Dr. Frick, hat angeordnet, daß alle öffent­lichen Gebäude im Gau und Statthalterbezirk des verstorbenen Gauleiters Loeper am Todestag und am Beisetzungstag halbmast zu beflaggen sind.

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Die Stadt Dessau ein einziges Meer schwar;umslorter sahnen - SeileiSstelegramm Des sührers

Dessau, 24. Oktober.

Die Nachricht vom Ableben des Gauleiters und Reichsstatthalters Hauptmann Loeper wurde in Dessau in den frühen Morgenstunden bekannt und rief tiefe Trauer bei der gesamten Bevölkerung hervor. Man wußte zwar um die ernstliche Er­krankung des „Hauptmanns" — so hieß Gauleiter Loeper im Volksmund — aber niemand ahnte, daß der ernsten Krankheit sobald der Tod folgen würde. Bald nach Bekanntwerden der Trauernach- richt war die ganze Stadt in ein einziges Meer schwarzumflorter Fahnen ge­wandelt. Alle öffentlichen Gebäude hatten die Fahnen halbmast gefetzt. Auf allen Straßen bil­deten sich Gruppen, die die Nachricht vom Ab­leben des Hauptmanns Loeper mit Anteilnahme erörterten. In den Schulen wurde der großen Ver­dienste des alten und treuen Mitkämpfers Adolf Hitlers in Ansprachen der Lehrerschaft gedacht.

Auch in Magdeburg kam die Nachricht vom Tode des Gauleiters vielen unerwartet. Nur wenige wußten, daß allein die ungeheure Willenskraft den Dahingeschiedenen in den letzten Wochen aufrecht­erhielt und ihn sogar an öffentlichen Veranstaltun­gen noch teilnehmen ließ. Alles beugt sich im Schmerz vor dem harten Geschick, daß einer der tapfersten Kämpfer, einer der getreuesten Pala­dine des Führers so früh abberufen wurde. Die Nationalsozialisten des.Gaues wissen, daß sie es nur Loeper zu verdanken haben, daß Magdeburg- Anhalt von den frühesten Tagen der Bewegung an ein starker Gau war. Wie der Gau seinen Leiter geliebt und geachtet hat, zeigt sich, wie in allen Städten und Dörfern von Magdeburg-Anhalt auch in der Stadt in der spontanen Trauerbeflaggung. Von Donnerstag ab bis zum Tage der Beisetzung ist allen Volksgenossen Gelegenheit gegeben, von ihrem Gauleiter Loeper im Hause des Reichsstatt­halters Abschied zu nehmen.

Die Umgebung des toten Gauleiters meldete sofort dem Führer den schweren Verlust und drückte ihr Beileid aus. In den ersten Bor­mittagsstunden liefen aus allen Teilen des Gaues und des Reiches Beileidstelegramme ein. Außer den hervorragenden Vertretern von Staat und Partei gingen Beileidstelegramme vom Her- zogshaus von Anhalt, von den Reichsstatthaltern Säuckel und Hildebrandt, dem Landeshauptmann der Provinz Sachsen, Otto, und zahlreichen Kreis- leitern ein.

Der stellvertretende Gauleiter, Eggeling, ordnete anläßlich des Todes des Gauleiters für sämtliche Dienststellen der Partei im Bereich des Gaues Magdeburg-Anhalt für die Dauer von vierzehn Tagen Trauerbeflaggung an.

Außerdem wandte sich der stellvertretende Gau­leiter Staatsrat Eggeling mit einem Aufruf an die Parteigenossen des Gaues, in dem es u. a. heißt: „Unser Gauleiter ist von uns gegangen. Nach unsäglichem, mit unendlicher Geduld und noch größerer Willenskraft getragenem Leiden, ist er zur Standarte Horst Messe! eingegangen. Da­mit hat ein Leben seinen Abschluß gefunden, das nur seinem Volk galt, ein Leben, das dem unseren, meine Parteigenossen, so verbunden war wie das eigene. War es in den Zeiten des Kampfes, war es nach der Eroberung der Macht, immer war er der erste, der sich einsetzte. Hart, wenn es sein mußte, und doch wieder weich, wenn es um rein Menschliches ging. Aber stets Nationalsoz ialist .

.Sein Leben liegt klar vor uns. Soldat der alten, ruhmreichen Armee und politischer Soldat unseres Führers. Kein Opfer, das ihm zu groß ist, keine Aufgabe, die ihm nicht lösbar, kein Mißerfolg, der seinen Glauben erschüttern konnte. Dies sind die Eigenschaften, die seinen Gau geschaffen haben, und die ihn zu „unserem

Hauptmann" machten. Er hat nun ausgelitten, aber im Geist steht er unter uns, und wir glau­ben, ihn sagen zu hören: Nun zeigt, meine

Parteigenossen, daß ich nicht umsonst euer Gau­leiter war. Nun zeigt, daß ich nicht umsonst ge­lebt habe."

Aus Anlaß des Ablebens des Gauleiters und Reichsstatthalters Loeper hat auch der stellver­tretende Gauleiter des Gaues Südhannover- Vraunschweig, Kurt Schmalz, angeordnet, daß die politischen Leiter, Führer und Amtswalter der Gliederungen der Partei innerhalb des Landes Braunschweig bis zum Veisetzungstage zum Dienstanzug Trauerflor anlegen. Die Dienst­gebäude der Partei haben am Beisetzungstage halbmast zu flaggen. Am Beisetzungstage dürfen nur solche Veranstaltungen stattfinden, die einen des Tages würdigen ernsten Charakter tragen.

Berlin, 24. Oktober.

Der Führer sprach, laut NSK., Frau Loeper mit folgendem Telegramm sein Beileid aus:

Zum Hinscheiden Ihres Gatten spreche ich Ihnen mein herzlichstes Beileid aus. Er war einer meiner ältesten und treuesten Mitkämpfer, dessen Verdienste um die Wiederausrichtung des Reiches unvergänglich sind. In Dankbarkeit und Verbundenheit gedenke ich feines Wirkens als Gauleiter und Reichsstatthalter. Möge Ihnen der Gedanke an das große Werk Ihres Gatten Trost in Ihrem schweren Schmerz geben.

Adolf Hitler.

(Siehe auch Seite 2)

Kaust tose »er strbeitsbeschaffungslotterie!

Nundfunkansprache des Neichssüiahmeislers Dchwar;

Berlin, 24. Oktober.

Der Reichsschatzmeister der NSDAP., Schwarz, hielt am Dienstag über sämtliche deutschen Sen­der folgende Ansprache:

„Das deutsche Volk hat in den zweieinhalb Jahren unter der starken Hand des Führers Lei­stungen vollbracht, die das Staunen der ganzen Welt erregen und das grenzenlose Vertrauen des gesamten Volkes zum Führer beweisen. Ewig­keitswerte wurden und werden geschaffen, seien es die Deutschland umspannenden Auto­straßen oder die mächtigen Dämme, durch die wir den Volksgenossen auf den Inseln der Nord- und Ostsee die brüderliche Hand reichen, sei es das Land, das in harter Arbeit dem Meere abgerungen, Tausenden als Siedlungsstätte eine neue freie Heimat werden wird. Dem staatlichen Vorbild folgte erfreulicherweise auch die Pri­vatwirtschaft, überall neue Arbeitsplätze schaffend, und damit die Arbeitslosenzahl ver­mindernd. Neben dem Aufbau und der Arbeit im Innern hat uns aber der Führer auch nach außen durch die Einführung der Wehrpflicht wieder Ehre und Freiheit und Weltgeltung zurückgegeben.

Außergewöhnliche Leistungen erfordern auch außergewöhnliche Mittel. Gerade die Arbeits­

beschaffung als Problem des ganzen Volkes und jedes einzelnen mußte deshalb nicht nur vom Staat allein, sondern auch durch die freiwillige Mithilfe aller Volksgenossen gefördert werden.

In ihrer Verbundenheit mit dem Staat hat deshalb die Nationalsozialistische Dercksche Arbeiterpartei den Weg der freiwilligen Hilfe beschritten, als sie aus Wunsch des Führers und als Unterstützung für die Durchführung des Arbeitsbeschassungsprogramms das großartige Werk, die Arbeitsbeschasfungslotterie, ins Leben rief.

Fünf solcher Lotterien wurden bis jetzt durch­geführt, und alle fünf brachten sie. dank der opfer­willigen Mithilfe aller Volksgenossen, einen schönen Erfolg. Mit dieser hohen Zielgebung ist die Arbeitsbeschassungslotterie über jede an­dere Lotterie und über den Zweck einer Lotterie überhaupt hinausgewachsen.

Die Form der Mittelbeschafsung durch eine Lotterie kann ich nur als glücklich bezeichnen, da sie nicht nur ein wertvoller Faktor im Aufbauprogramm geworden ist, sondern auch da und dort den Volksgenossen kleine und große Gewinne brachte, die sich wiederum segensreich in den Nöten des Alltagslebens aus­wirkten.

Die Arbeitsbeschaffungslotterie geht Hand in Hand mit dem Winterhilfswerk des deut­schen Volkes.. Beide haben große Aufgaben zu erfüllen, die sich gegenseitig ergänzen. Aus die­sem Grunde habe ich angeordnet, daß am 1. Okto­ber die sechste Reichslotterie für Ar­beitsbeschaffung aufgelegt wurde.

Wenn ich Sie hiermit in meiner Eigenschaft als Generalbevollmächtigter des Führers in allen oermögensrechtlichen Fragen der Partei aufrufe zur freundigen Mithilfe am Gelingen dieser Arbeitsbeschaffungslotterie, so tue ich das in der Gewißheit, daß auch Sie, meine Volksgenossen, mit dem Führer einig sind in dem unerschütter­lichen Willen zum Aufbau unseres Reiches.

Helfen Sie also, daß auch der sechsten Reichs­lotterie für Arbeitsbeschaffung ein voller Erfolg oeschieden sei! Tragen Sie dazu bei, denjenigen unserer Volksgenossen, die durch die Katastrophen- wirtschaft der Sqftemzeit unverschuldet arbeits­los geworden und in Not geraten sind, wieder Arbeit zu geben. Sie sollen nicht weiterhin das Brot des Mitleids essen, sie sollen wieder durch eigener Hände Fleiß in freier Arbeit ihren Le­bensunterhalt verdienen können.

Das ist der Wunsch und Wille des Führers."

Soldat stdolf Hitlers

Zum Tod wllHelm Loepers

Wilhelm Loeper war einer der. ältesten un!d treuesten Kämpfer des Führers. Er, der Soldat des Weltkrieges, wurde später der Soldat des großen Freiheitskampfes und stand in den großen, aler vor allem auch in den schweren Stunden der nationalsozialistischen Bewegung stets an der Seite Adolf Hitlers. Sein tragischer Tod reißt eine tiefe Lücke in die Reihe der alten Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung.

Reichsstatthalter Wilhelm Loeper wurde am 13. Oktober 1883 in Schwerin in Mecklenburg geboren, hat also nur ein Alter von 82 Jahren erreicht. Er machte in Dessau sein Abiturienten- Examen, trat als Fahnenjunker in das Pionier­bataillon 3 in Spandau ein und besuchte die Kriegsschule in Neiße. Als Hauptmann ging er mit den vierten Pionieren in Magdeburg 1914 ins Feld. Bis zum Ende des großen Ringens kämpfte Loeper an der Westfront und verdiente sich zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Eiserne Kreuz Zweiter und Erster Klasse. In mehreren Schlachten wurde Wilhelm Loeper verwundet, einmal besonders schwer durch einen Kopfschuß.

Als Loeper nach Beendigung des Krieges von der Front zurückkehrte, zog er den feldgrauen Rock nicht aus. Als Kompanieführer in einem Frei­korps kämpfte er weiter gegen die äußeren, aber auch gegen die inneren Feinde des Reiches. Sein Platz war immer dort, wo seinem Vaterlands Ge­fahr drohte. Er stand in jenen Tagen beim Grenz­schutz im Osten, später beim Kapp-Putsch im Ruhr­gebiet, wo er den kommunistischen Aufstand nieder­schlagen half und die Entwaffnung der roten Hor­den durchführte. Dann war er wieder als Haupt­mann und Kompaniechef bei der Reichswehr zu finden. So kam er am 1. April 1923 als Lehrer an die Pionierschule in München. In diese Zeit fällt seine erste Begegnung mit Adolf Hitler.

Beim großen Freiheitsmarsch am 9. November 1923 setzte er aus eigener Machtvollkommenheit den Kommandeur der Münchener Pionierschnle ab, schickte ihn in Stubenarrest und führte Adolf Hitler die gesamte Pionierschule zu.

In jener schmachvollen Stunde, als Adolf Hitler und einige seiner Getreuen verhaftet wur­den, mußte Wilhelm Loeper den feldgrauen Rock ausziehen. Seine Einsatzbereitschaft für den Na­tionalsozialismus hatte zur Folge, daß er aus der Reichswehr entlassen wurde. Loepers eiserner Kampf- und Siegeswille für den Führer wurde aber durch diesen Akt nur noch härter. Aus dem Soldaten und Pionier des Weltkrieges wurde in dieser Stunde der SA.-Mann, der Pionier der Freiheitsbewegung.

Von Adolf Hitler zum Gauleiter von Magde- Lurg-Anhalt ernannt, nimmt Wilhelm Loeper den Kampfmitden marxistischen Ele­menten auf. Ruhelos eilt er von Ort zu Ort, von Versammlung zu Versammlung, immer ver­folgt von den Machthabern des Systems. Ganz Mitteldeutschland wird von ihm aufgerüttelt. Immer größer wird die Zahl seiner Mitkämpfer. Redeverbote und Hunderte von Beleidigungs­klagen sollen seinen Kampf lähmen. Aber der Begeisterung Wilhelm Loepers ist keine Polizei- gewalt des damaligen Oberpräsidenten und Reichsbannergenerals Hörfing gewachsen.

Der Nationalsozialismus hat dank des zähen Kämpfers die marxistische Hochburg Mittel- deutschland gestürmt und sich durch keine Wider­stände halten lassen. Wilhelm Loeper wurde 1928 Mitglied des Anhaltinischen Landtages und 1930 Reichstagsabgeordneter. In diesem Jahre wurde er auch zum Chef des Personalamtes bei der Reichsleitung der NSDAP. bestellt und im August 1932 zum Landesinspekteur für Mittel- deutschland und Brandenburg ernannt.

Es war selbstverständlich, daß diesem Man» auch nach der nationalen Befreiung am 3V. Ja­nuar 1933 große Aufgaben gestellt wurden. Der Führer ernannte Wilhelm Loeper zum Reichs­statthalter von Anhalt und Braunschweig, ein Posten, auf dem er die Macht des Nationalsozia­lismus befestigte. Wilhelm Loepers größtes Ver­dienst ist es hier, dem Willen des Führers zum Durchbruch verholsen zu haben. Er blieb auch auf diesem Posten das, was er im besten Sinne immer war, der Soldat und Kämpfer, der Hüter der nationalsozialistischen Idee im Go-, Magde­burg-Anhalt.