Ausgabe 
(23.10.1935) Nr. 293
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parteiamtl.Iageszeitung der

Das flmtsblatt des 5ena1s

Nationalsozialisten Bremens

Bremer Leitung erscheint täglich (auch MontaaS, durch die Pest RM. 2.S0 einsetzt UeberweisunIgebü^ entrichten. Postscheck Hamburg 172 72. BetriebsstSm-na^

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Nr. 2 SZ / Z. 1 at,rgairg

Mittwoch, 2Z. vmober

der Zreien lzansestadt Bremen

Anzeigen-Grundpreise- Die 22-mm.Z-il- im Anzeigenteil 12 Rpf.. die 7v.mm.ZM- tw T°rtteU Rp,. Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Anzeigen. Familienanzeig-n «. a.) sowie sonstige Bedingungen laut Preisliste b. (Nachlaßstassel 0.» Für Anzeigen durch Fernspreche, keine Gewähr. Annaymeschluß 18 Nyr. Sprechzeit: Verlag werktäattch von 12-13 Ubr: Schri?»l--iinna Dienstaa bis Freitag von 12 ^ -i-i »or.

6n;elpre«s lS ttp-.

Me Nation dankt ikrem Ältesten lieersichrer

Minifterpriifidenl ööring übereignet öeneralfeldmarschall v. Markensen im Kuftrage des fübrers die domüne vrüssow

Unser Vagesspisgel

Ministerpräsident Eöring übereignete im Auftrage des Führers dem Eeneralseldmar- schall von Mackensen die Domäne Brüssow. Der britische Außenminister hat vor dem Unterhaus die Haltung Englands im italie- nisch-abessinischen Konflikt begründet.

Die praktische Durchführung der Sühnemaß- nahmen gegen Italien ist bis zum 15. No­vember zurückgestellt worden.

Die Zahl der Gefallenen und Schwerverwun­deten Italiens in Abessinien beträgt nach italienischer Angabe bis jetzt 87.

In Palästina ist man einem umfangreichen jüdischen Wafsenschmuggel aus die Spur gekommen.

Die Memelwahlen sind als gültig erklärt worden.

Am 3. Dezember erfolgt im Reiche eine neue Viehzählung.

Der Arbeitsdank im Gau 17, Bremen, zieht in ein neues Gebäude am Wall.

Heute vor 50 Jahren wurde der Bau des Notesand-Leuchtturms abgenommen.

Der Reichssportführer von Tschammer und Osten hielt in Athen einen bemerkenswerten Vortrag über die Olympiade 1S3K.

Keine Woffnungszwangswietschaft!

Berlin, 23. Oktober.

Der Reichsarbeitsminister hat sich in einem Er­lag an die Ministerien oer Länder gegen die Be­strebungen auf Wiedereinführung der Wohnungs­zwangswirtschaft, d. h. des Rechtes der Gemeinden zur Beschlagnahme von leerstehenden Wohnungen, ausgesprochen.

Der Minister erklärt, daß eine Wiederein­führung der Wohnungszwangswirtschaft un­günstige Rückwirkungen auf den Realkredit und reu Wohnungsneubau haben müßte. Das Ve- schlagnahmerecht sei auch nicht geeignet, etwaige Schwierigkeiten des Wohnungsmarktes in einer Gemeinde zu beheben. Dies könne nur durch ge­nügenden Wohnunasneubau geschehen. Die­ser müsse daher in erster Linie gefördert werden und es müsse alles unterlassen werden, was den Wohnungsneubau hemmen könne.

-Schönkeit der flrbett" auf Seeschiffen

Berlin, 23. Oktober.

Zwischen der Seeberufsgenossenschast und dem Amt sürSchönheit der Arbeit", Sachwaltung Seeschiffahrt, ist eine Vereinbarung getroffen worden, derzufolge sämtliche Neubaupläne von Seeschiffen dem AmtSchönheit der Arbeit" vor­gelegt werden, um zu prüfen, ob die vorgesehene» Uilterkunfts- und Mannschastsräume den An- sordcrungen des Amtes entspreche». Der Zusam­menarbeit wurde der Erlaß des Reichs- und Preußischen Arbeitsministers zugrunde gelegt, der die Zusammenarbeit der Eewerbeaufsichtsbeamten mit dem Amt fürSchönheit der Arbeit" regelt.

Durch diese Vereinbarung werden nunmehr in Zukunft schon bei Neubauten von Seeschiffen alle Forderungen des AmtesSchönheit der Arbeit" berücksichtigt werden. Das AmtSchönheit der Arbeit" in der Sachwaltung Seeschiffahrt der Deutschen Arbeitsfront hat gerade in den letzten Monaten große Erfolge erzielt. Die Zusammen­arbeit mit der Seeberufsgenossenschast wird diese Erfolge noch steigern.

Auflösung der Deutschen SilSenschaft

Berlin, 23. Oktober.

Der Vundesführer der Deutschen Gildenschaft, Bund der Hochschulgilden, Rechtsanwalt Dr. Harald Eckert-Mllnchen, hat die Selbstauslösung der Teutschen Gildenschaft verfügt. Diese Ber­ingung erfolgt, nachdem das Ziel des Bundes> eine einheitliche Studentenschaft als klassenlose Kameradschaft unter einheitlicher klarer Führung, durch die Bewegung erkämpft ist.

vestraste Fahrlässigkeit

- gerichtliche Nachspiel zum Tode des Gauleiters Hans Schemm.

Bayreuth, 23. Oktober.

ste Große Strafkammer Bayreuth hat am mstag nach zweitägiger Verhandlung das Ur- gegen den Flugzeugführer M i ch a e I imitt gefällt, unter dessen Führung am März 1835 der Staatsminister und Gauleiter bayrischen Ostmark, Hans Schemm, über i Flugplatz von Bayreuth tödlich verunglückte. )ie Verhandlung drehte sich in der Hauptsache den Punkt, ob infolge der Wahl des Etart- tzes oder der Startri^tung eine Fahrlässigkeit r bis zu einem gewissen Grade, der An­lagt« vorbrachte, eine Zwangslage durch bewe^ ige Gefahrenquellen anzunehmen wäre Nach Mündiger Beratung des Gerichtes lautete Ws teil auf 9 Monate Gefängnis wegen fa y r ° ssiger Tötung und Trauung der Kosten ! Verfabrens durch den Angekügten. Als straf- ldeind wurde angesehen, daß der <iuege lmitt durch den Verlust seiner Stellung und aes Flugscheines sowie insbesondere durch das worgerufene Unglück ohnehin schwer gestraft >rden sei.

Berlin, 23. Oktober.

Nach dem Willen des Führers und Reichskanz­lers soll dem Danke des deutschen Volkes an den ruhmvollen Heersührer des Weltkrieges und preußischen Generalseldmarschall von Mackensen unvergänglicher Ausdruck verliehen werde». Daher hat das Staatsministerinm beschlossen, die preußische Domäne Brüssow (Kreis Prenzlau) zur Gesamtgröße von 1231 Hektar, 88 Ar, 15 Quadratmeter dem Führer und Reichskanzler zur Bersügnng zu stellen, um dem Generalfeld­marschall August von Mackensen als Dotation übereignet zu werden.

Das Gesetz über die Dotation ist in der preußi­schen Gesetzessammlung vom 22. Oktober enthal­ten, während im Reichsgesetzblatt Teil I vom 22. Oktober ein Gesetz veröffentlicht wird, nach dem bei Durchführung des preußischen Gesetzes

Steuern und andere Abgaben des Reiches, der Länder und der Gemeinden nicht erhoben werden.

Im Auftrage des Führers und Reichskanz­lers übergab Ministerpräsident General Göring Dienstag mittag dem Generalfeld­marschall von Mackensen die Domäne Brüssow als Erbhof.

Ministerpräsident Eöring faßte in seiner An­sprache an den Generalseldmarschall den Dank des deutschen Volkes gegenüber dem ältesten Feldherrn des Weltkrieges und hervorragenden Soldaten in herzlichen Worten zusammen und überreichte die Schenkungsurkunde des Führers und Reichskanz­lers und für den Reichsernährungsminister und damit für die Reichsregierung die Erbhofurkunde. Nach der Uebergabe der Schlüssel für Haus und Hof dankte der Generalseldmarschall bewegt für die ihm erwiesene hohe Ehrung und versicherte, daß er die Schenkung in der Ueberzeugung an­nehme, mit ihr die deutschenSoldaten des großen Weltkrieges insgesamt geehrt zu wissen.

Die Familie Mackensen sitze noch heute wie vor 380 Jahren auf e i gene r B auer n s ch o l le. Er, so führte der Generalseldmarschall aus, sei als Junge am Pfluge ausgebildet und könne nun, nachdem er seinem Vaterlands ein Leben lang mit dem Schwerte gedient habe, wieder zum Pfluge zurückkehren. Die feierliche Uebergabe des Erb- Hofes schloß mit einem Sieg-Heil auf den Reichs­kanzler und Führer, das der Generalseldmarschall mit dankerfülltem Herzen ausbrachte.

An der Feier nahmen neben den Familienange- hörigen des Generalfeldmarschalls u. a. teil die Reichsminister Darre, Freiherr von Neurath, Graf SchwerinvonKrosigk, Staatsminister Popitz, der kommandierende General des 2. Armeekorps, General Blaskowitz und der Chef des Wehrmachtsamtes Generalmajor Kei­tel für den dienstlich verhinderten Reichskriegs­minister. Von der Partei hatten die politischen Leiter, die SA., SS. und Arbeitsdienst Ehrenaü- ovdnungen entsandt.

Her Angestellte Stalins"

Eine fragwürdige Bereicherung des französischen Senats

* Bremen, 23. Oktober. Dem heute in Paris beginnenden großen radi­kalsozialistischen Parteikongreß sieht man nicht zuletzt darum mit einiger Spannung entgegen, weil er für die Stellungnahme der Radikal­sozialistischen Partei zum Kommunismus bedeut­samen Aufschluß geben wird. Ist doch die durch die Senatswahlen erfolgte Bereicherung des französischen Senats eine Erscheinung, die in Frankreich und auch über Frankreichs Grenzen hinaus zu denken gibt. Und wenn dazu das be­kannte Pariser BlattMattn" schreibt: ..Zar Stalin ist es gelungen, einen seiner Angestellten in den Senat von Frankreich zu bekommen," so wird hier ein Motiv angeschlagen, das zweifellos noch weiter in Frankreich fortklingen dürfte.

Man wird in Zukunft Stalins Stimme im Senat vernehmen, wenn der Angestellte Stalins zu besonderen Anlässen eine im Büro der Komin­tern ausgeheckte und auf französisch redigierte Rede der erlauchten Senatsversammlung vor­lesen wird. Der Senat erhält somit ganz unmit­telbar Kenntnis von den Anordnungen, Wün­schen und Richtlinien einer auswärtigen Regie­rung, die danach trachtet, Frankreich zu re­giere n", schreibt derMattn" weiter. Und man muß es ihm lassen: Er sieht schärf; wenig­stens im Hinblick auf die Sowjets. Dem französi­schen Volke aber und besonders seiner Regierung möchte.man nur wünschen, daß beide die Tatsache des Einzugs des ersten Kommunisten in den Senat mit den Augen desMattn" zu sehen ver­möchten.

Die ganze Frage:Frankreich und der Kom­munismus", die heute längst nicht mehr bloß ver­einzelte Franzosen eingehend beschäftigt, läge dann in ihrer ganzen Klarheit vor Frankreichs Augen; und das wäre aus mehr als einem Grunde nicht weniger gut für Frankreich als für Europa. Unterschätzen doch die meisten Franzosen immer noch die bolschewistische Gefahr für ihr Land. Wohl mag es richtig sein, was in Frankreich vielfach Anlaß gibt, die bolschewistische Gefahr noch zu verkennen nämlich, daß das in jahrhundertlanger geschichtlicher Vergangen­heit gereifte ausgeprägte französische National- gefühl nicht allzu leicht Spielraum für die bol­schewistische Saat abgibt. Aber daß diese Saat dennoch Wurzel fasten und aufgehen kann, wird doch wohl durch die Tatsache bestätigt, daß nun schon der erste Kommunist in den französischen Senat Eingang fand, ganz abgesehen von den letzten französischen Gemeindewahlen, die ein starkes Umsichgreifen des Bolschewismus, beson­ders in den Vorstädten der französischen Haupt­stadt, recht eindringlich erwiesen haben.

Es ist klar, daß der Bolschewismus, der, wo er immer Boden zu gewinnen versucht, sich stets eine besondere Tarnung zu geben pflegt, in Frankreich am wenigsten etwas davon erkennen lassen will, daß sein Ziel ist, überall dort, wo er sieghaft seine Macht errichtet, auch das Land zu regieren. Wenn man in Kreml einstmals, um Deutschland für den Kommunismus reif zu machen, den Kommunistenhäuptling Thälmann zu einem Reitergeneral ernannte, so geschah dies zweifellos in einer allerdings gänzlich ver­fehlten Spekulation auf den selbst in der Systemzeit nicht ausgestorbenen militärischen Geist des deutschen Volkes. (Daß dieser Geist nichts mit Aeußerlichkeit und vor allem nichts mit Machtgier und Eroberungssucht zu tun hat, sondern lediglich der Ausdruck eines auf Einsicht beruhenden Eingliederungswillens in ein großes Ganzes ist, davon können ja die Sowjets freilich keine Ahnung haben.)

Wenn die Sowjets im Kreml nun heute für Frankreich dem Bolschewismus den Mantel einer neuen Menschheitskultur umhängen, so geht diese Spekulation dahin, der französischen Eigenliebe zu schmeicheln, die sich ja immer schon in dem Ee- fühl, daß Frankreich die Wiege aller Zivilisation sei, wohlbefand. Desto gefährlicher wäre es für Frankreich, wenn es sich täuschen ließe?

Indes gewinnt, wenngleich auch der Bolschewis­mus in Frankreich geflissentlich vermeidet, er- kennen zu lassen, daß ein kommunistisches Frank­reich dereinst nichts anderes als eine Sektion der von Moskau regierten bolschewistischen Länder

hoare gegenmilitärische Süßnemaßnaßmen"

Englands flußenmimstec eröffnet die Unterkaus-ffussprache über den italienisch-abessinischen Konflikt

London, 23. Oktober.

Das englische Unterhaus trat gestern nach fast dreimonatiger Pause zu seiner letzten Sitzung vor der Auslösung zusammen. Die außenpolitische Aussprache, für die drei Tage vorgesehen sind, wurde mit einer Erklärung dös Außenministers Sir Samuel Hoare zum italienisch-abessinischen Streitfall eröffnet. Nach einem Nachruf für den verstorbenen Präsidenten der Abrüstungskonferenz Henderson führte Sir Samuel Hoare u. a. aus, daß sich die Politik Englands in der letzten Zeit nicht geändert habe. Er könne behaupten, daß diese Politik die große Mehrheit des britischen Volkes hinter sich häbe. Auch die Dominions stün­den hinter der britischen Regierung. Diese Tat­sache habe im Auslande Ueberraschung hervor­gerufen. Man habe, weil England sich früher ge­weigert habe, sich zu einem bestimmten Vorgehen in angenommenen Fällen zu verpflichten, irrtüm­licherweise gemeint, daß die englische Handlungs­weise auch in einem klaren und bestimmten Fall unbestimmt sein würde. Man habe nicht begrif­fen, daß England an den Völkerbund glaube als eine Einrichtung, nicht nur um den Krieg zu verhindern, sondern auch um seine Ursachen zu beseitigen. Man habe auch nicht begriffen, daß England den Völkerbund als die Brücke zwi­schen Großbritannien und Europa ansehe und daß, falls diese Brücke geschwächt oder zerbrochen würd«, die Zusammenarbeit zwischen England und dem Kontinent äußerst schwierig und gefährlich werden würde.

Die Gründe, weshalb England den Völkerbund unterstützt habe, seien darin zu suchen, daß Eng­land die Dinge realistisch sehe. England sei All­zeit damit beschäftigt, die Bestimmungen der Völ- bundssatzung auszuprobieren. Was die britische Regierung angehe, so habe sie ernstlich und ehr­lich versucht, ihnen zu einem Erfolg zu verhelfen.

Dies seien die einzigen Gründe für die Rolle, die Großbritannien in Genf gespielt habe. Es

habe keinerlei Reichsinteresse mitgespielt, es sei denn die natürliche Sorge, die ei» über den Erd­ball sich erstreckendes Reich haben müsse, daß der Friede gewahrt werde. England habe auch nicht die mindeste Absicht, sich in die inneren Ange­legenheiten anderer Völker z« mischen.

Man habe dann England den Vorwurf ge­macht, daß es in Genf die Führung übernommen habe. Hierauf wolle er frei­mütig feststellen, daß ein Vertreter Groß­britanniens in einer internationalen Aussprache nicht eine zweitklassige Rolle spielen könne. Auf der anderen Seite habe man der Regierung vor­geworfen, daß sie so langsam gehandelt habe und daß sie verschiedene Vorgänge früherer Zeit nicht beachtet habe. Hoare wies darauf hin, daß z. V. in Stresa die italienische Regierung über die Ansichten der britischen Regierung unterrichtet worden sei. Erst habe die Lage aufgeklärt werden müssen, ehe man zu einer Handlung habe schrei­ten können. Dann habe man dem Völkerbund vorgeworfen, daß er so langsam handele. Hier müsse er feststellen, daß, solange eine Versöhnung noch möglich gewesen sei, es die Pflicht des Völ­kerbunds gewesen wäre, auf f r i e d l i ch e m Wege eine Lösung anzustreben. Wenn die Ziele der Völkerbundssatzung erreicht werden sollten, müß­ten alle Mitglieder des Völkerbunds ihre Auf­gabe erfüllen.

Hierauf wandte sich Hoare gegen die Kritik, die gegen die wirtschaftlichen Sühnemaßnahmen ge­richtet wurden. Es gebe Leute, die sagten, daß sie unvermeidlich zum Kriege führten. Damit stimme er nicht überein. Er glaube auch nicht, daß der wirtschaftliche Druck, den man ins Auge gefaßt habe, unwirksam sein werde. Alle Völker­bundsstaaten müßten zusammenstehen, um einem Angriff Widerstand zu leisten, der auf einen Staat gemacht wird, weil er die Völkerbunds­satzung verteidigt. Aus diesem Grunde habe man Mitteilungen mit der französischen Regierung ausgetauscht. Die französische Antwort sei völlig

befriedigend. Die Franzosen legten den Artikel 16 der Völkerbundssatznng genau so aus, wie die Engländer ihn auslegten.

Der englische Außenminister wandte sich hieraus der Frage der militärischen Sank­tionen zu. Er wies darauf hin, daß es eine völlige Uebereinstimmung über diese Frage in Genf nie gegeben habe. Militärische Sanktionen könnten nur kollektiv, gemeinsam, angewandt werden, und England habe von vornherein klar­gemacht, daß es nur kollektiv handeln wolle.

England habe nicht die Absicht allein zu handeln. Man habe von Ansang an in Gens über die Frage der militärischen Sanktionen nicht gesprochen, und keinerlei Maßnahmen dieser Art seien ein Bestandteil der britischen Politik. Die geplanten Maßnahmen seien nicht militärischer sondern wirtschaftlicher Art. Er glaube nicht, daß jemand in Europa einen Krieg wolle. Auch in den Verhandlungen mit den Franzosen sei niemals die Frage militärischer Maßnahmen behandelt worden.

Der Völkerbund sei eine Einrichtung des Friedens. Des müßten sich die Leute erinnern, die verlangten, daß England den Suez-Kanal schließen und die italienischen Seeverbindungen abschneiden sollte. Es sei gefährlich hierüber auch nur zu reden. Der wirtschaftliche Drua der jetzt beabsichtigt sei, solle nicht so ausgedehnt werden, daß es zu einem Kriege komme.

Der Außenminister wies zum Schluß daraus hin, daß die Atempause, in der man sich jetzt befinde, bevor der wirtschaftliche Druck ange­wandt werde, benutzt werden müsse, um eine Regelung zu erreichen.

(Fortsetzung auf Seite 2)

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kvksiI-LUäoräisiist

Wie wir schon mitteil ten, strandete am 19. Ob an der Küste von Syl der französische 6990-1 DampferA d r a r bei Klappholttal. - Die Vergungsarbeite sind bereits in Angris genommen worden un dürften mehrere Woche dauern. Nach den bi- herrgen Feststellung« ist der Unfall auf ei Versagen des Seeven tils. durch das die Mo schinen ihrSpeisewasse einpumpten, zurückzr führen. Die Maschine wurden sofort teilweis außer Funktion gesetz und das Schiff geric ins Treiben. Am SiU strand von Sylt strar dete dann das Schis Da die Vrandun außerordentlich sta, war. konnte man mi den Rettungsboote nicht in die Nähe de gefährdeten Dampfer gelangen. Man stellt deshalb durch Raketen schüsse eine Leinenvei bindung her. Kapitä und Besatzung bliebe jedoch an Bord. In zwischen ist das Masse soweit wieder abgelar fen, daß man trockene Fußes zum Schiff g< langen kann.