Ausgabe 
(20.10.1935) Nr. 290
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parteiamtl.Iageszeitung der

Das Amtsblatt des 5enats

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Nr. 2S0 / r. lalzrgang

Nationalsozialisten Vremens

der Zreien Hansestadt Vremen

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Anzeigen-Grundpreii-: Die eS-mio.Aeik im AnzetgenteU lL Rp>.. die IV-mm-Zeile im Lexttril 7b Rpt-

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Sonntag, 20. Sktober

klnzelpreis l5 Npf»

„Im freilteitsjug der deutschen Nation"

stdols Hitler beim NSKK-flppell in Koburg / Korpsfülzrer lzübnlein: „Motorisierung der Ausdruck des willens der Nation"

^ - Koburg. 20. Oktober.

Die Stadt Koburg, in die bereits vor 13 Jabren im Oktober 1923 der Führer Adolf Hitler mit seiner jungen SA. mit wehenden Fahnen seinen Einzug gehalten hat, in der er mit' seinen ersten treuen Kämpfern den ersten großen Sieg Wer den Marxismus erfochten hat, ist wieder einmal Mit­telpunkt eines bedeutsamen Ereignisses.

Der Korpsführer des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps Hühnlein versammelte in dieser Stadt, die eine nationalsozialistische Hoch­burg von jeher war und geblieben ist. seine sämt-

Unser lagesspivgsl

Der Führer wohnte dem NSKK.-Appell in Koburg bei.

Pros. Dr. Frank eröffnete in Berlin das Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutsch­lands.

Im Namen der Memeldeutschen richtete Schul- rat Meyer eine Denkschrift an die Signatar­mächte.

Nach der bejahenden Antwort Frankreichs an England scheint eine gewisse Entspannung im Mittelmeer eingetreten zu sein.

Die abesfinische Armee fetzt zu einem Groß- angriff an der Nordfront ein.

Der Senator für Arbeit, Technik und Wohl­fahrt, Pg. Haltermann, richtete an Bremens Kleingärtner einen bedeutsamen Aufruf. Wieder stehen 19 Siedlungshäuser in Heme- lingen vor der Vollendung.

Der zur Schach-Olympiade bestellte Reichs- trainer Bogoljubow schult Bremer Schach­spieler.

Wen Gruppen- und Vrigadeführer, die Kraft- iahrinspekteure und die Amtschefs sowie die rhulleiter der Motorschulen, um mit ihnen die Arbeit und die Aufgaben zu beraten, die diesen großen nationalsozialistischen Formationen ge­stellt sind.

In aller Frühe des Sonnabends hatte sich mit Windeseile die Nachricht verbreitet, daß zu dem Tressen des NSKK. der Führer selbst kommen werde. Von einer dichtgedrängten Menschenmenge wir das Bahnhofsgebäude bald umlagert, vor dem sich die Ehrenstaffeln und Ehrenstürme des MKK., der SA. und SS. mit ihren Fahnen und Musitzügen aufgestellt hatten. Auf dem Bahn­hof waren zur Begrüßung des Führers Korps- iührer Hühnlein und der Ehrensuhrer des, NZKK., Gruppenführer Herzog Karl Eduard von Ächien-Koburg und Gotha, ferner Gauleiter und rtaatsminister Wagner, der stellvertretende Gan­gster der bayerischen Ostmark, Ruckdeschel, der . Khrer der SA.-Gruppe Bayerische Ostmark, Rako- «randt, der Oberbürgermeister der Stadt Koburg mid Vertreter der Wehrmacht versammelt.

ftnkunft des sichrere

Um 8.30 Uhr rollt der Souderzug langsam in die Bahnhofshalle ein. Der Führer, begleitet von Aeichsminister Kerrl, Gauleiter Korster-Danzig, dem Reichspressechef der NSDAP., Gruppenführer Dietrich, seinem Adjutanten, Hauptmann D. Wiedemann, und Vrigadeführer Schaub, umsteigt dem Zuge. Spontan klingen ihm von den Mj. allen Bahnsteigen stehenden Volksgenossen be­scherte Heilrufe entgegen. Korpsführer Hühnlein Mattet dem Führer Meldung von dem Führer- Mell des NSKK. Mit herzlichem Händedruck chrüßt der Führer die erschienenen Persönlich­sten und begibt sich dann aus den Bahnhofs­matz. um dort unter den Klängen des Präsentier- taarihes die Front der angetretenen ^hrenstürme abzuschreiten. Dann besteigen kr und seine Begleitung die bereitstehenden Kräft­igen. Die lange Kolonne fährt durch ein ein­iges Jubelbraujen, fährt durch die phantastisch schmückten und von einem dichten Menschen- Mller gesäumten Straßen hinaus zur stolzen ä-'t- Koburg.

> ^.Kleinen Hof der Feste Koburg erwarten An sichrer die Teilnehmer des Führer-Appells. Nppenführer Krauß-München erstattet hier dem UM" Meldung der jedem einzelnen der /?,^K.-Führer die Hand reicht. Korpsführer Mnlein geleitet sodann den Führer in den herr- cheu gotischen Kongreßsaal der Feste, der als Algen Schmuck die lorbeergeschmückte Büste des die Hakenkreuzfahne und die Flagge des -NvKK. trägt.

,,^r Korpsführer des NSKK., Hühnlein, ..Mut dann sofort das Wort, um in einer aus- Wlichen Rede die Aufgaben und dre An«desNSKK. und den Zweck des Führer- -Mllz darzulegen. Er betont, daß es eine treue MPflogenheit des NSKK. sei, einmal jährlich sich Führer-Appell zusammenzufinden, um wie es um das Korps steht, dre ^°eit für das nächste Jahr abzustecken und die ^meradschaft zu pflegen.

Wie der Nationalsozialismus als Be­rgung in ständig ununterbrochener Entwick­lung sich besinde und immer neue Gebiete "obere, so lebe auch das NSKK. immer in "r Vorstellung des Vormarsches des Korps >ur Festigung der Geltung seines Ansehens.

Nur gleichgerichtete Kräfte seien zu eine, Höchstmaß von Leistungen befähigt. Und darur befehle er auch immer seinen Führern, bei dieser Appell Zweck, Sinn, Aufgäbe und Ideenwelt de Gliederung zu präzisieren. „Motorisierung ist fll Asausschließlich technischer Begriff. Da Wort hat für uns einen ideellen Inhalt. Wi sehen in der Motorisierung den Ausdruck de Lebenswillens der Nation."

Der Korpsführer umriß dann im einzelnen di Aufgabengebiete, die das Korps in diesem Sinn durchzuführen hat, an Hand von Beispielen, di das Kraftfahrkorps mit der Wirtschaft, mit der Rechtswesen, mit dem sportlichen und dem Bei kehrsgebiete verbinden, um zum Schluß mit be sonderem Na >ck das Gefühl der Zusammen

gehorrgkert zu Ostreichen, das das NSKK. in-

besonbere mit oer SA. verbinde. Wenn man di Stadt Koburg in diesem Jahre zum Tagungsor gewählt habe, dann vor allem deshalb, weil ma den Appell hierher und in eine Zeit verlege konnte, die Gedenktage, ernst und schön für di Bewegung und die Stadt Koburg zugleich, dar stellen. Der Führer selbst habe sich hier vor 1

Jahren an dem Kampf beteiligt und die Kampf- parole für die Zukunft damals hier in dieser Stadt, die darum in so besonders treuer Erinne­rung bleiben werde, gegeben. Mit dem Dank an den Führer, daß er zu dem Appell er­schienen fei, und einem Sieg-Heil schloß der Korps­führer seine Reoe.

Dann richtete der Führer an das Führerkorps des NSKK. eine Ansprache, in der er Richtung und Ziel für die Zukunft wies und dem NSKK. für seine mühevolle Aufbauarbeit und Mitwir­kung bei der Motorisierung Deutschlands dankte.

In seiner Ansprache an die Führerschaft des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps im Kon­greßsaal der Feste Koburg rief der Führer ein­leitend die Erinnerungen wach,an den Tag vor 13 Jahren, an dem der Nationalsozialismus seinen denkwürdigen Einmarsch in Koburgs Mauern hielt und den Dietrich Eckart mit sehe­rischem Blick schon damals den „ersten Freiheits­zug der deutschen Nation" nannte.

Dieses Beispiel habe unendlich, erzieherisch und vorbildlich gewirkt für den ganzen späteren Kampf zur Eroberung der deutschen Nation.

Aber dieser in der Geschichte einzigartige Vor­gang in dem kurzen Zeitraum von 13 Jahren sei nur möglich gewesen, weil sich die Bewegung be­wußt einer Reihe moderner technischer Hilfsmittel zur intensivsten Steigerung ihrer Arbeitsleistung bedient habe. „Ohne Kraftwagen, ohne Flugzeug und ohne Lautsprecher hätten wir Deutschland nicht er­obert!" Diese drei technischen Hilfsmittel seien es gewesen, die der NSDAP. diesen staunenswer­ten Feldzuq ermöglichten. Daß die Gegner die propagandistische Bedeutung dieser drei Einrich­tungen nicht erkannten, habe sie letzten Endes um ihre politische Existenz gebracht. Sie hätten sich keine Mühe genommen, sich zu fragen, was es heißt, wenn tausend Redner einen Kraftwagen zur Verfügung haben und damit 109 090 Ver­sammlungen im Jahre mehr abhalten können. Der große Kampf, oer im Innern mit Hilfe dieser drei Mittel durchgefochten wurde, habe ihn per­sönlich zu einem entschiedenen Anhänger gerade der Motorisierung gemacht.

(Fortsetzung auf Seite 2)

kmspannung im Mitteln»«

England Ist nach der beladenden flntwort Frankreichs zur Zurückziehung von slotteneinkeiten bereit

Berlin, 20. Oktober

Wie wir bereits in einem Teil unserer ge­strigen Ausgabe berichteten, hat Frankreich die englische Anfrage bezüglich einer Unter­stützung der britischen Flotte im Mittelmeer für den Fall eines italienischen Angriffs auf Eng­land bejahend beantwortet. Es hat dabei allerdings dem Artikel 16 der Völkerbunds­satzung eine besondere Auslegung gegeben, wo­nach die französisch-englische Solidarität nur dann zur Pflicht werde, wenn die Sühnemaß­nahmen von allen Völkerbundsstaaten gemein­sam beschlossen worden seien.

Nach Pressemeldungen aus London ist die fran­zösische Antwort an England trotz der erwähnten Einschränkung mit großer Befriedigung aufge­nommen worden. Es sei nunmehr, so meldet Reuter, die Vorbedingung für eine Entspan­nung im Mittelmeer erfüllt.

Nachdem die französische Flotte der englischen ihre Unterstützung zugesagt habe, sei Grotzbritan- nien gewillt, einige der im Mittelmeer angesam­melten Flotteneinheiten zurückzuziehen. Aller­dings müsse Italien zuvor seine Truppenverstär- kungen in Libyen aus den normalen Stand her­absetzen. Ferner müßten die italienischen Presse-

angriffe gegen England eingestellt werden. Der bisher befriedigende Verkauf der Besprechungen zwischen Mussolini und den diplomatischen Ver­tretern Englands und Frankreichs in Rom läßt daraus schließen, daß auch der italienische Staats­chef einlenken wird.

Was die Entspannungen im Mittelmeer be­trifft, so will eine große Pariser Zeitung bereits wissen, das England auf Grund der mit Frank­reich getroffenen Vereinbarung 7S 000 Ton­nen seine rFlotte aus dem Mittelmeer zu­rückziehen und diese Einheiten durch französische Schiffe ersetzen lassen will.

Die neueste Wendung geht auf drei Tatsachen zurück. Erstens: Auf das Drängen Englands hat Laval die Antwort gegeben, daß Frankreich bereit sei, die von England verlangte militärische Hilfe im Ernstfälle zu leisten. Zweitens: Der britische Botschafter in Rom hat Mussolini in einer sehr ausführlichen Besprechung versichert, daß Eng­land weder eine Blockade Italiens noch militäri­sche Sanktionen noch die Schließung des Suez- Kanals plane und überhaupt nicht selbständig, sondern nur als Mitglied des Völkerbundes han­dele. Drittens: Es ist mit einer englisch-italieni­schen Abmachung m rechnen, daß die gegenseitige Zurücknahme von Teilen der italienischen Truppen in Libyen sowie Teilen der englischen Mittelmeer­flotte vorsieht.

Hinzu koy:mi als weiteres günstiges Moment, daß durch die Beschlüsse in Genf auch in der Sanktionsfraqe eine gewisse Beruhigung einge­treten ist. Bis zum 31. Oktober kann danach Italien alle für den Krieg notwendigen Güter einführen, und bis zu diesem Tage hat Italien völlig freie Ausfuhr in alle Staaten der Welt. Erst wenn der Beschluß der Sanktionskonferenz vorn 29. Oktober wirklich gefaßt werden sollte, beginnen die wirtschaftlichen Sanktionen. Bis dahin bleibt Zeit für weitere diplomatische Ver­handlungen.

Bedeutsame flusfichrungen valdwins

London, 20. Oktober.

Der englische Premierminister Valdwin sprach am Sonnabend in Worcester, seinem Wahlkreis. Er wies eingangs darauf hin, daß die größte Frage, vor der das Land heute stehe, Frieden oder Krieg heiße. Baldwin führte u. a. aus:

Ich möchte hier wiederholen, was ich bereits früher gesagt habe und worauf ich nicht oft genug bestehen kann, daß dieser Streit kein britisch­italienischer Streit ist.

Es ist ein Streit zwischen Italien und dem Völ­kerbund; denn Großbritannien ist nicht isoliert vorgegangen und Großbritannien wird nichts iso­liert unternehmen. Das Ziel des Völkerbundes heißt Frieden und nicht Krieg, und Krieg ist das letzte, was die britische Regierung beabsichtigt. Wir sind jederzeit bereit, eine sich bietende Ge­legenheit zur Herbeiführung einer Versöhnung zu ergreifen.

Baldwin führte weiter aus, er brauche nur noch eines hinzuzufügen, außerhalb Englands behaupte man, eines der Hauptziele der engli­schen Haltung sei, daß England den Faschismus in Italien bekämpfen und umstürzen wolle. „Das ist eine gefährliche Lüge," so führte er aus, „welche Regierung Ita­lien hat, geht nur Italien etwas an." Die Zeiten seien vorbei, in denen England zu den Waffen griff, um eine Regierungsform zu stürzen, weil sie anders geartet sei il-, die in England bestehende.

(Siehe auch Seite 2)

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öeftchr vorüber!

ljoffnunsen unv Möglichkeiten

* Bremen, 20. Oktober.

Frankreichs „I a" auf die englische Anfrage in Paris beseitigte eine unmittelbare europäische Kriegsgefahr. Der Kriegsausbruch stand näher, als manche dachten, und wenn die Gefahr nun­mehr beseitigt ist, so ist sie zwar für den Augen­blick beseitigt, aber noch bedarf es einer ganz erklecklichen Summe diplomatischer Eeschicklichkeit und vor allem guten Willens, um sie dauernd zu bannen.

Nachdem England weiß, daß ihm — gemäß Artikel 16 der Völkerbundssatzungen — Frank­reichs Unterstützung für den Fall eines beim Voll­zug von Sühnemaßnahmen entstehenden kriege­rischen Zusammewpralls mit Italien im Mittel- meer sicher ist, konnte es sich, ohne Gefährdung seiner Belange und ohne ein gefährliches Ver­säumnis befürchten zu müssen, damit einverstanden erklären, daß erstens der Vollzug der vom Sühne- ausschuß beschlossenen wirtschaftlichen Maßnahmen gegen Italien bis zum 31. Oktober ausgesetzt bleibe, daß zweitens jetzt mit Italien darüber in Verhandlungen eingetreten wird, wie die bis zur Weißglut gestiegene Spannung zwischen Rom und London wieder aus der Welt geschafft zu werden vermag.

Italien aber, durch Frankreichs für Lon­don ausschlaggebendes Ja über die Tragweite des Artikels 16 der Völkerbundssatzungen und damit über den Ernst seiner Lage dem Völker­bund gegenüber ins klare gekommen, ist nun­mehr imstande, sein Wollen und Planen darauf einzustellen und — zumal man in London wahr­lich nicht daran denkt, Italien demütigen zu wollen — die aufgenommenen Verhandlungen in einem Geiste zu führen, der die Klärung der Meinungsverschiedenheiten über die weitere Be­handlung der abessinischen Frage so gut wie es geht herbeiführen kann. Daß solches gelingt, mag man wohl wünschen und muß es auch hoffen zu Nutz und Frommen des europäischen Friedens; voraussagen dazu kann man nichts.

Ein Ausgleich der sich widersprechenden An­schauungen Roms und Londons über die abessi- nische Frage würde bestimmt nicht leicht, aber auch nicht ganz unmöglich sein. England, das seinen unbeugsamen Willen beim Völkerbund und in Paris im Sinne der Völkerbundssatzun­gen durchgesetzt hat, ist jedenfalls heute eher als bisher geneigt, Italien insoweit Zugeständnisse bei Behandlung der abessinischen Frage zu machen, als diese Zugeständnisse nicht die von England im Namen des Völkerbunds vertretenen Grundsätze verletzen.

Italien seinerseits, das mit der Einnahme von Adua der italienischen Waffenehre genugtat, könnte sich vielleicht gleichfalls heute eher, als vor der Eroberung Aduas, mit Zugeständnissen zufriedengeben, insoweit solche wenigstens eini­germaßen Italiens naturgegebenem Ausdehnungs­drang befriedigen und auch sonst das italienische Nationalgefühl schonen und schließlich dem italie­nischen Ansehen auch im Hinblick auf die bisher in der Welt verbreiteten und vielfach auch ge­glaubten Propagandamärchen Rechnung tragen. Fest steht jedenfalls, daß, wenn Italien in Libyen seine Streitkräfte verringert, England auch seine Kriegsflotte im Mittelmeer vermindern wird. Das ist noch nicht viel, aber es ist immerhin et­was, es ist zumindest der Ausdruck des guten Willens der beiden gegnerischen Mächte, mitein­ander in Frieden zu bleiben.

Daß dieser Friede erhalten bleibe, haben diese beiden Mächte und mit ihnen ganz Europa guten Grund zu wünschen. Denn es würde bei einem englisch-italienischen Kriege, in den ja auch ge­mäß des Artikels 16 der Völkerbundssatzungen Frankreich und schließlich noch andere Mächte ein- bezogen würden, doch wohl nur einen Gewin­ner geben: Moskau! Europa in das Chaos eines neuen Weltkrieges zu stürzen, ist zweifels­ohne sein vordringlichstes Bestreben, und um die­ses Ziel zu erreichen, hat Litwinow, der Sowjet­vertreter in Genf, wahrlich alles getan, was er tun konnte.

Schon durch Englands Austritt aus dem Völker­bund, der unbedingt erfolgt.wäre, hätte Frank­reich die Anfrage Londons mit einem Nein be­antwortet, wäre das Uebergewicht der Sowjets in Genf für Europa ohne weiteres zum Verhäng-