parteiamtklageszeitung der Nationalsozialisten Vremens
parteiamtl.Iageszeitung der
Das Amtsblatt des 5ena1s
der Zreien Hansestadt Vremen
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Nr. 2SS / 5. Jahrgang
Sonnabend,
1S. Sktober
kinzelpreis 15 kpf.
ftusrus der Neichsregierung
für das Winterftilfswerk ISZS/Z6 / Semeknsamer Kampf gegen Hunger und Kälte Höchste kHrenpflicht der Natlon
Unser ^agvsspiegei
Die Neichsregierung erläßt einen Ausruf zum Winterhilsswerk 1935/36.
Das Reichskabinett hat eine Reihe wichtiger neuer Gesetze verabschiedet.
Zum neuen Präsidenten der Reichsfilmkammer wurde Professor Dr. Lehnich ernannt. Die Deutsche Burschenschaft hat sich im Nahmen ihres letzten Wartburgfestes in den NSDStV. eingegliedert.
Nach Meldungen aus London und Rom scheinen England und Italien im italienisch- abessinischen Konflikt einzulenken.
Die Boote der IV. Torpedobootshalbflottille sind heute und morgen in Bremen, Hafen I, zu besichtigen.
Gestern erfolgte die Uebernahme des 2. und 3. Bataillons des neugebildeten Infanterie- Regiments 65 durch Oberst von Sodenstern. Zn Bremen wurde die Deutsche Rhododendron- Gesellschaft ins Leben gerufen.
Die deutschen Afrika-Linien lausen Genua, Port Sudan und Djibouti nicht mehr an.
Der deutsche Holzeinschlag wird um S6 Pzt. erhöht.
Vor dem Hafen von Alexandrien wurde ein italienischer Personendampfer durch Feuersbrunst vernichtet.
Helft den Hinterbliebenen des Loggers „Navensberg"
Emden, 18. Oktober
Der Hilssausschuh „Logger Raoensberg" erläßt salzenden Aufruf:
Sechszehn Männer und Jünglinge starben in Ausübung ihres Berufes den Seemannstod. Dieser harte Schicksalsschlag brachte viele Familien in große Not. Die Opfer der Arbeit aus dem untergegangenen Logger „Raoensberg" waren von dem Geiste beseelt, in Treue einsatzbereit bis zum letzten Augenblick im Dienste des Volkes auszuharren.
So mutz es für uns alle selbstverständliche Verpflichtung sein, den Hinterbliebenen tatkräftig im Triste des deutschen Sozialismus beizustehen. Die schnellste Hilfe ist die wirksamste Hilfe!,
Darum möge ein jeder nach Kräften für die Unterstützung der jetzt in Not geratenen Hinterbliebenen beitragen. Die Stadtsparkasse Emden nimmt Spenden auf dem Konto „Hilfskonto Logger Raoensberg" entgegen.
NeuerPräsidenlderNelchsfilmkammer
Berlin, 19. Oktober
Der Präsident der Reichsfilmkammer Dr. Fritz Scheuermann hat den Präsidenten der Reichskulturkammer Reichsminister Dr. Goebbels gebeten, ihn von seinem Amt als Präsident der Reichsfilmkammer zu entbinden, um die Möglichkeit zu haben, sich in größerem Umfange-»als bisher filmwirtschastlichen und anwaltlichen Aufgaben zu widmen.
Reichsminister Dr. Goebbels hat diesem Wunsche entsprochen mit dem Ausdruck des Dankes an Dr. Scheuermann für die am Neuaufbau des deutschen Films in den letzten Jahren geleistete erfolgreiche Arbeit. Dr. Scheuermann, der Mitglied des Präsidialrates der Reichsfilmkammer bleibt, übernimmt die Leitung der FUm- kreditbank.
Reichsminister Dr. Goebbels hat zum Präsidenten der Reichsfilmkammer den Württembergischen Staatsminister SS.-Ober- fllhrer Pg. Professor Dr. Lehnich berufen.
Gleichzeitig hat Reichsminister Dr. Goebbels an Stelle des zurückgetretenen Oberregierungs- rates Räth er den Leiter der Fachschaft Frlm Hans Weidemann zum Vizepräsidenten der Neichsfilmkammer bestellt. , .
Gestern mittag empfing Reichsminister Dr. Goebbels den Präsidenten Dr. Scheuermann und Aaatsminister Professor Dr. Lehnich zwecks Uebernahme der Geschäfte durch den neuen Präsidenten der Reichsfilmkammer.
Räch den von verschiedenen Ländern eingegangenen Beitrittserklärungen zur Internationalen Filmkammer hat nunmehr auch die Reichsftlm- iainmer ihren Beitritt offiziell angemeldet. Präsident Dr. Scheuermann, der auch nach seinem Ausscheiden als Präsident der Reichsfilmkammer die Arbeiten der Internationalen Filmkammer ws deutscher Beauftragter weiterführt, wird für den 8. und 9. November den Verwaltungsrat der internationalen Filmkammer nach Paris em- laden und die erste Arbeitstagung der Jnterna- «onalen Filmkammer leiten.
kine Verfügung des süHrers
Berlin, 19. Oktober.
Der Führer und Reichskanzler hat in einer an alle Staats- und Parteistellen gerichteten Ver- iugung unzulässige Eingriffe in die Filmzensur Mrch Einzelpersonen, Organisationen, Veruss- llande und ihre Presseorgane untersagt.
Die Neichsregierung erläßt folgenden Aufruf für das Winterhilsswerk 1935 36:
Der gemeinsame Kampf gegen die Not in den vergangenen Jahren hat der Welt bewiesen, daß das nationalsozialistische Deutschland für seine notleidenden Volksgenossen mit der gleichen Tatkraft eintritt, mit der es den Neubau des Reiches in Angriff genommen hat.
Der einige Wille gab dem deutschen Volke Ehre und Freiheit zurück. Die geschlossene Kraft der Nation brachte fünf Millionen Volksgenossen in Arbeit und Brot.
Die Kameradschaft der deutschen Volksgenossen überwindet die aus dunkler Vergangenheit verbliebene Not und lindert die bittersten Sorgen.
Auch für das jetzt beginnende Winterhilsswerk 1935 36 ruft die Neichsregierung das gesamte deutsche Volk ohne Unterschied zum gemeinsamen Kampf gegen Hunger und Kälte auf.
Der nationalsozialistische Staat, die nationalsozialistische Bewegung, ihre Regierung und das einige deutsche Volk betrachten das Winterhilsswerk als ihre höchste Ehrenpflicht.
Tue jeder seine Schuldigkeit an dem Platze, auf den er gestellt ist.
Berlin, den 18. Oktober 1935.
DieNeichsregierung.
lieichskadlnett beschließt neue besehe
kinHettüche Kredit- und Kapitalmarktpolitik / Schutz der krbgesundtzeit / kntschuldung der veamten
Das Reichskabinett verabschiedete in der gestrigen ersten Sitzung nach der Sommerpause zunächst ein Gesetz über die Staatsbanken, durch das die Gesetzgebung zum Abschluß gebracht wird, die eine einheitliche Lenkung der Kredit- nnd Kapitalmarktpolitik ermöglichen soll. Die Aussicht über die Staatsbanken geht von den Ländern auf das Reich über. Der Reichswirt- schastsminister kann nach diesem Gesetz auch die zu einer zweckmäßigen Gestaltung der Organisationen der Staatsbanken erforderlichen Maßnahmen treffen. Die Durchführung dieses Gesetzes
wird, soweit sie die Staatssinanzen berührt, im Einvernehmen mit dem Reichsfinanzminister erfolgen.
Ferner wurde ein Gesetz zum Schutze der Erb- gesundheit des deutschen Volkes beschlossen, durch das der Staat der Familie einen besonderen Schutz angedeihen läßt, indem zur Verhinderung der Schließung gesundheitlich unerwünschter Ehen in besonders begründeten Fällen eine Reihe von Eheverboten vorgesehen wird.
Das Gesetz über die Abtretung von Veamten- bezllgen zum Zwecke der Entschuldung der
Beamten überträgt dem Reichsbund der Deutschen Beamten und dem Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen die Aufgabe der lleber- sührung von unverschuldet in eine Notlage geratenen Beamten in geordnete wirtschaftliche Verhältnisse.
Angenommen wurde weiterhin ein Gesetz über das Jngenieurkorps der Luftwaffe sowie schließlich ein Gesetz über die Beschränkung der Nachbarrechte gegenüber Betrieben, die für die Volksgesundheit von besonderer Bedeutung sind.
(Wortlaut der Gesetze auf Seite 2)
„veukschlanv eine Sroßmacht, die mitredet"
Neiktzsminister Vr. Soebbels vor der verlin-vrandenburger Sfl. / „Me allen Kämpfer werden als die unsterbliche
Sarde des fützrers in die Seschichte eingehen"
Berlin, 19. Oktober.
Vor 18 000 SA.-Männern der Gruppe Berlin- Brandenburg, die am Donnerstagabend, wie bereits kurz gemeldet, im Berliner Sportpalast zu einem zweiten großen politischen Ausbildungsabend versammelt waren, führte der Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels, dem minutenlanger Jubel entgegenscholl, als er die Rednertribüne betrat, in einer großangelegten und zu Herzen gehenden Rede unter anderem folgendes aus:
„Wenn heute übelwollende Kritikaster der nationalsozialistischen Bewegung ihr die großen Erfolge auf innen- und außenpolitischem Gebiet absprechen wollen, so brauchen wir nur auf die Stellung zu verweisen, die Deutschland in dieser so außerordentlich bewegten Zeit in der Welt einnimmt. Deutschland ist -heute wieder eine Großmacht, die im internationalen Kräfte- spiel ein Wort mitzureden hat. Die Tatsache dieser gefestigten Stellung ist nicht etwa auf irgendwelche Glücksumstände zurückzuführen, sondern auf die unentwegte Beharrlichkeit, mit der der Führer und seine Bewegung die gesteckten Ziele verfolgt haben."
Gewiß habe die Regierung auch große Sorgen.
Wir sind in Sorgen als Partei groß geworden, wir haben die Sorgen im Staat übernommen und wir werden wohl auch noch Sorgen haben, wenn wir unsere Aufgaben einmal in die Hände einer neuen Generation legen. Darauf kommt es nicht an ob eine Regierung Sorgen hat, sondern darauf" — jubelnde Zustimmung unterstrich diese Feststellung — „was sie mit diesen Sorgen anfängt!" Mit ganzer Kraft sei die Bewegung an die Erfüllung ihrer Aufgaben gegangen, lind derart wie sie die Verantwortung getragen habe, brauche sie sich wahrlich vor niemandem zu schämen.
Wir haben im Innern die Wirtschaft angekurbelt wir haben nach außen dem Reich wiedec seine Sicherheit gegeben. Es ist einfach, diese Tatsachen festzustellen, nicht aber ist es einfach, sie zu schaffen, besonders dann nicht, wenn eine kleine Gruppe allein, schweigend und einsam die Verantwortung dafür zu übernehmen hat. Wir haben
getan, was wir überhaupt tun konnten, mit dem Volk und für das Volk."
Dabei hat die Bewegung dem Führer immer aufs neue ihre treue Gefolgschaft bewiesen. „Alles, was es heute in Deutschland an neuen Kräften und Werten gibt, ist", so rief Dr. Goebbels unter brausendem Beifall aus, „das Ergebnis unserer politischen Arbeit!"
Sie Sarde des sichrer»
Der Berliner Gauleiter gab dann seiner tiefen und großen Freude Ausdruck, wieder einmal vor den alten Kampfgenossen sprechen zu können, die sich als unbekannte Kämpfer um den Aufstieg der Bewegung gemüht haben in einer Zeit, als noch alles gegen die Partei stand und keiner für sie eintrat.
„Ich weiß", so sagte er, „daß es für diese» oder jenen von euch bitter sein mag, daß er persönlich nicht zu der öffentlichen Anerkennung kommt, die er eigentlich mit seiner Arbeit verdient hat. Aber so, wie die Grenadiere Napoleons zwar nicht im einzelnen dem Namen nach bekannt, ab.er insgesamt als die Napoleonische Garde in die Geschichte übergegangen sind, so werden auch diese Einzel- kämpfer in ihrer Gesamtheit als die unsterbliche, niemals wankende und niemals verzweifelnde Garde des Führers in die Geschichte eingehen und nie vergessen werden."
Bei einem Rückblick auf die Kampfjahre, in denen die Partei zugleich die Heimat ihrer Kämpfer war, sei es verständlich, wenn mancher meine, es sei damals schöner gewesen als heute. Damit werde man aber der heutigen Zeit nicht gerecht. So sprächen Romantiker, die, wenn man ihnen das Reich überließe, nicht viel zuwege bringen könnten. Sie schauten zurück in die Vergangenheit, vergäßen darüber die Gegenwart und eroberten darum niemals die Zukunft. Heute dürfe man nicht nur in romantische» Erinnerungen schwelgen, sondern müsse darüber hinaus die schwere und sorgenvolle Gegenwartsarbeit ausführen.
Dabei allerdings seien auch die Erinnerungen wertvoll. Wenn heute ein Problem unlösbar erscheinen wofle, dann brauche man sich nur an die
unlösbar erschienen und die doch gemeistert w den. Einst sei die Aufgabe Entmutigend groß wesen, eine Stadt wie Berlin für die Bewegn zu erobern. Nur mit dem Idealismus als Bund genossen habe man damals die unendlich schw Aufgabe erfüllen können. Mit diesem Jdealism sei die Partei an die Macht gekommen We heute die alten Parteigenossen feststellten, t nahezu 8 Millionen Menschen mehr wieder 'hren Arbeitsplätzen stehen, wenn sie diese i bmtsplatze durch die eigene Kraft der Nation sichert und Deutschland wieder als machtvoll i-aktor der Weltpolitik sähen, dann könnten di alten Parteigenossen aus der Kampfzeit mit St Ingen: „Das ist uns zu verdanken!" Wären v nicht gewesen, dann wäre Deutschland zugrusi gegangen; weil wir da waren, darum ist Deuts land wieder auferstanden." (Stürmischer Beif geht nach diesen Worten durch den Sportpalast)
Vie Parkei dauernde Mahnerin
Deshalb könne die Partei auch niemals auf- AfH.werden. Der Wunsch gewisser Elemente nach Auslosung der oder jener Parteiorganisation sei allerdings verständlich. Die Partei sei ihnen lästig denn sie sei eine dauernde Mahnerin zur Gesinnung, zur Arbeit und zum Opfersinn. Von diesen Elementen werde die Partei als überflüssig hingestellt. Sie sagten einfach, die Partei sei doch nicht mehr notwendig, weil heute alle Deutschen Nationalsozialisten seien. „Ich will es hoffen, aber leider kann ich es nicht glauben", bemerkte der Minister dazu unter stürmischer Heiterkeit der SA- Männer. „Selbst wenn dem aber so wäre, dann ei dies doch kein Grund, die Partei auszulösen Wenn z. V. all« Deutschen soldatisch dächten, dann wurde man deshalb doch nicht die Armee auflösen - denn die Armee bringe dem Volke nicht nur da- soldatische Denken, sondern auch das soldatische Handeln bei. Ebenso sorge die Partei nicht nur dafür, daß unser Volk nationalsozialistisch denke, sondern sie bringe ihm auch das nationalsozialistische Gemein- schaftshandeln bei. Dasselbe gelte von der SA. (Fortsetzung auf Seite 2).
flus eigener Kraft
Zur öesundung der öemeinÄefinanzen
ir. dlu. Die Erfolge, die das nationalsozialistische Aufbauwerk auf allen Gebieten der Wirtschaft zeitigt, finden ihre Bestätigung auch in der günstigen Entwicklung der Gemeindefinanzen. Die neueste Statistik über die Besserung der Verhältnisse in den Gemeinden ist geradezu ein Barometer für den Aufstieg und die Befreiung deutscher Städte aus früherer Verschuldung und Mißwirtschaft. Welcher städtische Beamte und Angestellte denkt nicht mit Schrecken zurück an die Systemjahre — oder hat er sie schon vergessen? —, da er oft genug nicht wußte, ob sein Gehalt zur rechten Zeit und in der notwendigen Höhe zur Auszahlung kommen würde, während an anderer Stelle öffentliche Gelder der Befriedigung des Geltungsbedürfnisses marxistischer Parteigrößen dienten und auch sonst zum Fenster hinausgeworfen wurden. Dabei nahm die Schuldenlast der deutschen Kommunen ein immer schlimmeres Ausmaß an, und die pünktliche Erfüllung der Tilgungspflichten nahm in vielen Fällen die ganze, ohnehin schon recht spärliche Denkkraft der Systemgewaltigen in Anspruch.
Die neue Gemeindeordnung, die neben anderen Maßnahmen nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wieder die Selbstverantwortung der Eemeindeführung zur Geltung brachte, hat zu einem wesentlichen Teil die Grundlage für eine saubere kommunale Haushaltsführung mit festigen helfen, und daß auf diesem härteren, aber dafür um so sicheren Boden auch wirklich gearbeitet wird, davon zeugt der auf der ganzen Linie festzustellende Rückgang der Fehlbeträge in den Gemeinde-Etats. War früher für die Gesamtheit der kommunalen Einheiten ein Zuschuß von etwa vier Milliarden Mark erforderlich, so wird jetzt annähernd der gleiche Betrag durch ein erhöhtes Eesamtauskom- men an Betriebsüberschüssen, Steuern und Vermögenserträgnissen erzielt. Das laufende Rechnungsjahr ist jedenfalls von einem so beharrlichen Wirtschaftsaufstieg beherrscht, daß ein weiterer Rückgang der Eemeindeschul- den als sicher gilt. Typisch ist für diese erfreuliche Entwicklung die finanzielle Gesundung der Reichshauptstadt: Wurde im Berliner Haushalt des Jahres 193-l infolge der vorangegangenen Korruption der Roten noch ein Fehlbetrag von 89 Millionen Mark eingesetzt, so ergab sich beim Jahresabschluß als Ergebnis der vorsichtigen nationalsozialistischen Finanzwirtschaft ein Fehlbetrag von nur 5,6 Millionen Mark. Für das erste Halbjahr 1935 können in Berlin 35,7 Millionen Mark Einnahmen mehr, als zunächst angenommen, verbucht werden, wodurch der Fehlbetrag langsam aber sicher auf den Nullpunkt herabgedrückt wird. Das sind Zahlen, die Bände sprechen, Bände zu dem Thema: „Wir Nationalsozialisten bringen die zerrütteten Gemeindefinanzen wieder in Ordnung — aus eigener Kraft!"
Nun sage man nicht, die Dinge interessierten doch eigentlich nur die Finanzsachverständigen. Sie gehen jeden Volksgenossen an, wirken sich bis weit in seinen persönlichen Lebenskreis aus. Denn in der Gemeinde nimmt er unmittelbar teil an der Volksgemeinschaft, kommt er als einzelner überhaupt erst mit einem ihm übergeordneten Ganzen in schöpferische Berührung. Ist diese Gemeinschaft, der er angehört und die für ihn gewissermaßen die Brücke zur Nation bildet, finanziell nicht gesund, so vermag sie auch ihm gegenüber ihre Aufgaben nicht voll und ganz zu erfüllen — ja, so ist er nur oer Gebende. Denn eine Stadt, die nicht in der Lage ist, der Gesundheitspflege das notwendige Maß an Kraft und Geld zuzuwenden, die bei der Ertüchtigung der Jugend nicht tatkräftig mitwirken kann, wegen des Fehlens jeglicher Mittel für die Durchführung öffentlicher Bauten in der Gestaltung des Ortsbildes so gut wie nichts unternehmen darf, hinsichtlich der Straßenplanung mit dem Anwachsen des Verkehrs nicht Schritt halten kann und auch von der Lösung rein kultureller Aufgaben ausgeschlossen ist. — eine solche Stadt ist gegen ihren Willen gezwungen, der Gemeinschaft der von ihr zu betreuenden Volksgenossen das Beste vorzuenthalten. Daß sich heute keine deutsche Stadt mehr in einer derart hemmenden