Ausgabe 
(18.10.1935) Nr. 288
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Nationalsozialisten Bremens

Das Amtsblatt des Benats

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der Zreien Hansestadt Bremen

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Nr. 299 / 5. lalzrgang

sreitag, 19. Vktober

klnzelprels 15 Npf.

Mas gellt wieder in Oesterreich vor?

SegensStze innerhalb der keimwestr fülzren zur Kabinettsumbildung / Kie Starssemberg, die feg / keimwelzr vor Wien!

Wie«, 18. Oktober.

Amtlich wird mitgeteilt: Bundeskanzler Dr. Schuschnigg hat gestern nachmittag dem Bundes- Präsidenten Miklas einen Vorschlag unterbreitet, sämtliche Mitglieder seiner Regierung laut Ar­tikel 82 der Bundesverfassung zu entlassen. Gleich­zeitig gab der Bundeskanzler dem Vundesprwsiden- ten gemäß Artikel 86 der Verfassung seine De- Mssion. Der Dundespräsident gab dem Vorschlag Pnsichtlich der Entlassung der Regierungsmitglie­der statt, nahm jedoch das Ersuchen des Bundes­kanzlers um seine Enthebung vom Amte nicht zur Kenntnis. Er ersuchte den Bundeskanzler Dr.

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Unser lagesspiegel

Die österreichische Regierung ist in Auswir­kung von Gegensätzen in der Heimwehr um­gebildet worden.

In Gens mache» sich ernste Widerstände gegen Englands SLHnepolitik bemerkbar.

Der Evangelische Reichskirchenausschnß hat einen Aufrus an das Kirchenvolk erlassen.

Reichsminister Dr. Goebbels rechnete vor der Berliner SA. mit den Meckerer» und Mies­machern ab.

Bei der Schlußsteinlegnng im Haus des deutschen Handwerks sprachen Reichsbank- priisident Dr. Schacht und Reichsorganisa- tionsleiter Dr. Ley.

Bei der Eröffnung der 29. Internationale« Automobil-Ausstellung in London fanden deutsche Wagen starke Beachtung.

Die große gesundheitspolitische Aktion der DAF. beginnt mit der ärztlichen Untersu­chung der Jahrgänge 191V/11.

Eine neue Erünschmuckanlage entstand in Bremen auf dem Langeooger Platz; sür den Tannhiiuser-Platz ist ebenfalls eine geplant.

Sanitätssührer und -Männer aus zehn Stür­men der Motorstaffeln II/A K2 hielten bei Rotenburg eine großangelegte Uebung ab.

Schuschnigg, ihm unverzüglich Vorschläge hinsicht­lich der neuen Zusammensetzung der Regierung zu erstatten. Dr. Schuschnigg kam diesem Auftrag des Bundespräsidenten nach und erstattete seine Vor­schläge, die vom Bundespräsidenten genehmigt wurden.

Zm Kabinett wird somit Bundeskanzler Dr. Schuschnigg die Ressorts Bundeskanzleramt, Bun­desministerium sür Landesverteidigung und Vun- desministerium für Unterricht führen. Außerdem wurden vom Bundespräsidenten folgende Persön­lichkeiten zu Mitgliedern der Bundesregierung er­nannt:

Ernst Rüdiger Starhemberg, Vizekanzler; Egon Berger-Waldenegg, Vundesminister sür die auswärtigen Angelegenheiten; Eduard Baar-Varenfels, Vundesminister für fach­liche Leitung der Angelegenheiten der inneren Verwaltung und des Sicherheitswesens; llniver- sitätsprofessor Dr. Debretsberger, Bundes­minister für soziale Verwaltung; Staatsrat Rechts- -nwalt Dr. Ludwig Draxler, Vundesminister stir Finanzen; Fritz Sto Singer, Vundes- «inister für Handel und Verkehr; Generalproku­rator Dr. Robert Winter st ein, Bundes­minister für Justiz; Ingenieur Ludwig Strobl, Vundesminister für Land- und Forstwirtschaft; Dr. Karl Vurcsch, Vundesminister ohne Porte­feuille, betraut mit der Verwaltung gemeinsamer wirtschaftlicher Angelegenheiten und dem Vorsitz in wirtschaftlichen Ministerkomitees.

Ferner wurden vom Bundespräsidenen zu Staatssekretären bestellt Sektionschef Dr. Hans Pertner, dem Bundesminister für Unterricht als Staats>ekretär beigegeben. General der In­fanterie Wilhelm Zehner, dem Vundesminister für Landesverteidigung als Staatssekretär bei- gegeben. Theodor'Z n id a r i c bisheriger Ob- mann der Metallarbeitergewerkschaft. dem Bundes- ministei für soziale Verwaltung.

Vereinheitlichung der wehroerbiinde

Zu gleicher Zeit wird die Vereinheitlichung der Wchrvcrbände in der vom Vundessührer der Vaterländischen Front und Führer der Wehr- sront, Ernst Rüdiger Starhemberg, im Einver­nehmen mit Bundeslanzler Dr. Schuschnigg be­reits vor einiger Zeit angekündigten Form durch- üesührt. Der neue gemeinsame Wehrverband führt d>e BezeichnungFreiwillige Miliz Oester- reichischer Heimatschutz" und wird der einzige Träger der freiwilligen Wehrbcwegung in Oestre­ich sein. Der Bundeskanzler und Vundesminister

für Landesverteidigung hat dem Vizekanzler und Führer der Wehrfront alle Vollmachten einge­räumt, die erforderlich sind, um die Zusammen­arbeit der Wehrmacht und der freiwilligen Miliz zu gewährleisten.

Ferner wird die Vereinheitlichung der in einer Arbeitsgemeinschaft bereits erfaßten Jugend­organisationen als Staatsjugend unter vollkommener Wahrung bestehender Rechte der einzelnen Verbände und unter Berücksichtigung der im Konkordat vereinbarten Grundsätze durch­geführt.

*

Die Regierungsumbildung in Oesterreich ist ganz offensichtlich durch Gegensätze in der Heim­wehr herbeigeführt und läuft auf eine Stärkung des Starhemberg-Kurses und eine Zurückdrängung des Wiener Heimwehrflügels hinaus. Es sind dieser Umbildung Minister Fey, dem die Wiener Heimwehr als ihrem Landesführer erst in diesen

Tagen anläßlich seiner dreijährigen Ministerschaft Kundgebungen bereitete, Landwirtschaftsminister Reicher, sowie der Minister für soziale Verwal­tung, Neustädter-Stiirmer, zum Opfern gefallen. Bezeichnend ist, daß während und nach der Um­bildung des Kabinetts die öffentlichen Gebäude in Wien militärisch stark gesichert wurden, da man Unruhen befürchtete, l Daß der Heimwehrschutz bei der Regierungs­umbildung die entscheidende Rolle gespielt hat, geht daraus hervor, daß die neu in das Kabinett eingetretenen Minister mit Ausnahme des Ee- neralprokurators Dr. Winterstein als Heimwehr­männer gelten. Als Beweis für die starke Ausschaltung des christlich-sozialen Elements ist der Umstand anzusehen, daß der langjährige Fi­nanzminister und frühere Landeshauptmann von Niederösterreich, Dr. Karl Vuresch, Minister ohne

Portefeuille geworden ist. Die persönliche Stel­lung Schuschniggs ist nach Meldungen aus Wien nicht angetastet.

sei» malint zue Nul»e

Wien, 18. Oktober.

In Wien rechnet man im Zusammenhang mit der Umbildung der Regierung nach wie vor mit Heimwehr-llnruhen. Es sollen sich bereits Lastautos mit niederösterreichischer Heimwehr aus dem Wege nach Wien befinden.

Der aus der Regierung ausgeschiedene Vundes­minister Fey hat einen Landesbefehl an die Wiener Heimwehr erlassen, in dem es unter Bezugnahme auf die Regierungsumbildung u. a. heißt:Ich befehle, daß sämtliche Kameraden und Truppen des Wiener Heimatschutzes vollkommene Ruhe und Disziplin zu halten haben und sich durch keinerlei Vorgänge, Gerüchte oder Agitationen zu Eigenmächtigkeiten und Disziplinlosigkeiten ver­leiten lassen."

Inhaltsschwere fragen

Frankreichs Lage hochdramatisch

* Bremen» 18. Oktober.

Zweierlei Bindungen find es, an denen sich Frankreich im englisch-italienischen Streitfall wegen Abessiniens heute hin und her gezerrt sieht.

Einmal ist es die Verpflichtung, die es dem Völkerbund gegenüber hat. Nach dessen Satzungen ist es gehalten, bei einem allenfalls aus dem Vollzug von Sühnemaßnahmen gegen Italien zwischen Italien und England entstehen­den Krieg England mit seinen Streitkrästen zu unterstützen. Dann wiederum besteht für Frankreich aus dem französisch-italieni­schen Militärabkommen die Verpflich­tung, in ganz bestimmten Fällen Italien militärisch Hilfe zu leisten. Diese aus solcher doppelseitigen Verpflichtung für die fran­zösische Regierung entstandene peinliche Lage ver­mag mehr als langatmige Erläuterungen und eingehende Betrachtungen es könnten treffend zu kennzeichnen die Nebeneinanderstellung zweier inhaltsschwerer Fragen, die beide fast gleich­zeitig die eine von Rom, die andere von London in Paris gestellt worden sind.

Es lautet die Frage aus London: Was gedenkt die französische Flotte bei einem italienischen Angriff auf die britische Mittel­meerflotte zu tun? Es lautet die Frage aus Rom: Ist Frankreich bereit, gemeinsam mit Italien den Brenner-Paß zu verteidigen, wenn dieser einem Angriff ausgesetzt sein sollte?, Hinzugefügt ist dieser Frage noch der Hinweis Mussolinis, daß die italienische Regierung Zwei­fel hege, ob sie imstande sein würde, den Brenner- Paß im Falle eines Angriffs zu verteidigen, wo­bei noch um die Zuficherung gebeten ist, daß gegebenenfalls Italien sich auf den Beistand der französischen Armee verlassen könne.

Was nun die Behandlung der Frage aus London durch Laval anbelangt, so besagt sie viel. Frankreich will danach die Verpflichtung der Hilfeleistung für England nur anerkennen für den Fall, daß die britische Flotte von der italie­nischen wegen wirtschaftlicher und finan­zieller Sühnematznahmen angegriffen werde. Dann, so heißt es in der französischen Presse, wolle die französische Regierung die fran­zösischen Flottenstützpunkte England zur Ver­fügung stellen, und die französische Flotte würde die britische unterstützen. Dagegen erachtet die französische Regierung die Verpflichtung, Eng­land zu unterstützen, nicht als gegeben, wenn aus irgendeinem anderen Grunde etwa bloß wegen der Anwesenheit der britischen Flotte im Mittelmeer dort die Geschütze zu sprechen be­gännen.

Wie gesagt, die Behandlung dieser Frage besagt schon viel. Die Behandlung der Frage aus Rom durch die französische Regierung besagt aber noch mehr. Denn auf diese Frage ist man in Paris noch gar nicht eingegangen, und die französische Presse liegt selbst darob im Streit miteinander, ob die Frage aus Rom über­haupt gestellt worden sein könne, da man von keiner Antwort vernommen habe. Ob die Frage nun gestellt wurde oder vielleicht nicht gestellt wurde, ist gar nicht so wesentlich. Wesentlich aber ist, daß sie auf Grund des französisch-italienischen Freundschaftsvertrages zumindest stündlich gestellt werden kann, und daß Frankreich infolgedessen in diesen Tagen in der ihm äußerst peinlichen Zwangslage ist, sich oben für Eng­land oder für Italien entscheiden zu müssen.

Und während Laval, wie es scheint, die Freund- schaft mit Italien, selbst auf die Gefahr hin einer Entfremdung zu England festhalten will, sind die Leiter des Kriegsministeriums, des Luftfahrt- ministeriums und des Marineministeriums in Paris der Ueberzeugung, daß keinesfalls Italien wegen die Bindung mit England zerrissen werden dürfte. So ist weder im Innern, noch nach außen hin die Lage der französischen Regierung benei- denswert, und man wird in Paris wohl jetzt, wo es bereit? recht spät. vielleicht schrn zu spät für einen geraden Kurs geworden ist. dar­über nachzudenken beginnen, ob es tatsächlich po­litisch richtig war, diplomatisch n a ch allen mög- lichen Richtungen hin Bindungen einzugehen, nur

krnste widerstünde in Senf

Verschärfung der englisch-französischen und der englisch-italienischen Segensotze

(Orabtbsriolit rwssror Lsrllnsr Sobrittloitung) Li. Berlin, 18. Oktober.

In Rom bezeichnet man es jetzt als eines der wichtigsten Ziele der militärischen Operationen in Ostafrika, so schnell wie möglich Djigdjiga in Besitz zu nehmen. Man will so die abefsinische Munitions- und Waffenzusuhr abschneiden, da jetzt größere Munitionssendungen als bisher vor allem aus Britisch-Somaliländ erfolgen würden. In dem Hafen von Berbera (Vritisch-Somaliland) sind in den letzten 24 Stunden bereits sieben Schiffe mit dem verschiedensten Kriegsmaterial eingelaufen.

Bei der Genfer Erörterung des Verbots der Einfuhr italienischer Waren in die Mitglieds­staaten hat nach Venezuela auch die Schweiz Ein­wendungen erhoben. Die Anmeldungen für die Bereitschaft der einzelnen Regierungen zur Durch­führung des Waffenausfuhrverbots gegen Italien laufen etwas spärlich ein. Sie liegen bisher nur von England, Argentinien. Polen, Griechenland und Kuba vor. Die Zahl der Staaten, die Vor­behalte machen, wächst. Diese Vorbehalte sind so schwerwiegend, daß diese Staaten auch nach dem entsprechenden Beschluß der Sanktionskonserenz an ihnen festhalten.

Die Aussprache hat im Ausschuß der Sank­tionskonferenz zum ersten Male den Willen zum Widerstand gegen einige Absichten Englands gezeigt. Vor allem ist eine weitere Verschärfung des Gegensatzes zwischen England und Italien eingetreten. Die englische Forderung, daß Mussolini sich vor Verhandlungen dem Völ­kerbund unterwerfen müsse, ist von Mussolini mit der Gegenforderung beantwortet worden, daß England seine Flotte aus dem Mittelmeer zurück­ziehen müsse. Nach der Ablehnung dieser Forde­rung wird Mussolini noch mehr Truppen nach Libyen schicken. Die zögernde Haltung Lavals hat inzwischen auch zu einer Verschärfung des englisch-französischen Gegen­satzes geführt. England verlangt jetzt unzwei­deutige Antworten auf unzweideutige Fragen. Von'diesen ist die erste: Ist Frankreich bereit, wirkliche Völkerbundspolitik zu treiben und seine bisherige Spiegelfechterei aufzugeben? Und die zweite:'Kann England auf die franzopsche Flotte rechnen, wenn es von den Italienern im Mittel­meer angegriffen wird? Was die Beantwortung der zweiten Frage betrifft, fo hat Laval sich eine Bedenkzeit von etwa ein oder zwei Tagen aus- gebeten. Es erregt übrigens in englischen Kreisen starke Nervosität, daß Meldungen aus Alexan- drien von einer Zusammenziehung italienischer Truppen an der Westgrenze Aegyptens sprechen.

knIlÄädiguns der Strafenden

Genf berät die Boykottmaßnahmen

Gens, 18. Oktober.

Der Wirtschaftsausschutz der Sanktions­konferenz hat am Donnerstag die Beratung der über Italien zu verhängenden Ein- und Aus­fuhrsperre fortgesetzt. Die Liste der Schlüsselpro­dukte deren Ausfuhr nach Italien gesperrt wer­den soll wurde nochmals geprüft und durch einige Rohstoffe, z. B. Wolle und Baumwolle, ergänzt.

Hinsichtlich der gegenseitigen Hilfeleistung der an wirtschaftlichen Sühnemaßnahmen teilnehmen­den Staaten einigte man sich auf einen franzö­sischen Plan, der vorsieht, daß sür die entstehen­den Ausfälle neue Absatzgebiete erschlossen wer­den sollen und daß außerdem gewisse Staaten eine sinanzielle Unterstützung in Form von Kre­diten oder Anleihen erhalten lallen. Ein Rcdak- tionsausschuß wird aus dieser Grundlage einen Entschließungsentwurf ausarbeiten.

Die französische Regierung hat der von der Sanktionskonferenz beschlossenen Waffenausfuhr­sperre nach Italien zugestimmt. Auch Finnland und Holland haben ihre Zustimmung erteilt.

Wegertärigkeit an der Nocdfront

Truppenansammlungen in Addis Aveba Addis Abeba, 18. Oktober.

Die Angriffe italienischer Flieger an der Nord­front wurden bis Amba Maischt vorgetragen. Die Ortschaft wurde von mehreren Staffeln mit zahlreichen Bomben belegt. Nach abessinischen Meldungen soll das Bombardement zahlreiche Opfer der Zivilbevölkerung gefordert haben. Die Truppen hätten dagegen keine Verluste zu ver­zeichnen, da sie die Ortschaft vorher verlassen hätten. Aus der Provinz Wollo sind etwa 100 000 Mann abessinische Verstärkungen auf dem Marsch nach Addis Abeba.

Die Stadt selbst gleicht einem großen Heer­lager. 80 000 reguläre Truppen und 120 000 irre­guläre, die zur Armee des Kriegsministers Ras Mulugeta gehören marschieren durch die Stadt.

Der Kaiser richtete eine Ansprache an die Sol­daten, in der er auch Verhaltungsmaßregeln für etwaige Fliegerangriffe auf geschlossene Abteilun­gen und genauere Marschvorschriften gab. Die Be­geisterung der Truppen ist groß.

Wie der italienische Heeresbericht meldet, hat General de Bono Gugfa zum Ras von Tigre er­nannt.

Konflikt zwischen Mussolini und öe Sonor

Addis Abeba, 18. Oktober.

In der abessinischen Hauptstadt sind aus Eritrea Nachrichten eingetroffen, denen zufolge die ita­lienischen Truppen überaus große Verluste durch Krankheiten haben sollen. Ferner wird hier die sensationelle (mit allem Vorbehalt wieder- gegebene) Meldung verbreitet, daß zwischen Mussolini, dem italienischen Generalstab und General de Bono wegen des langsamen Vor- wärtskommens der italienischen Truppen heftige Meinungsverschiedenheiten ausgebrochen sein sollen. '

Angeblich soll der italienische General seinen Rücktritt angeboten haben, der italienisch? König habe aber selbst eine Vermittlunqsaktion zwischen Mussolini und de Bonn in die Wege geleitet.

M Seist der Semeinschast

SchiuUteiniegung im Haus des deutschen Handwerks

Berlin, 18. Oktober.

Im Haus des deutschen Handwerks in der Neu­städtischen Kirchstraßc, unmittelbar an der Straße Unter den Linden, fand am Tonnerstagvormittag in Gegenwart zahlreicher Ehrengäste die feierliche Schlußsteinlegung statt, bei der Dr. Schacht und Dr. Ley Ansprachen hielten.

Nachdem das Weihelied verklungen war, nahm Reichshandwerksmcister Schmidt Las Wort Er erinnerte daran, daß das stolze Haus durch den Opfersinn der Handwerkskameraden errichtet wer­den konnte. Allen Mitarbeitern, in erster Linie auch den Staatsstellen und der Bewegung, gebühre herzlichster Dank. f

Darauf wurde die Kapsel zugelötet, die unter den Schlußstein zu liegen kommt. In ihr sind ent­halten ein Buch des FührersMein Kampf", die neue Gesetzgebung» die das Handwerk betrifft, die Satzungen der Organisation, Zeitungen und eine kleine Münzsammlung.

Mit drei ßammerschlägen legte der Reichshand- wevksmeister Hand an den Schlußstein mit dem Wunsche, daß dieser Bau zum Segen des Hand­werks, zur Achtung des deutschen Volkes und zum Schutze unseres geliebten Führers Adolf Hitler bestehen möge.

Dann nahm Dr. Schacht das Wort. Er führte u. a. aus: Das Haus. das wir einweihen, ist kein Neubau. Ein altes, solides Gebäude inmitten der Reichshauptstadt ist zum Hause des Handwerks umgebaut worden. Auch die neue Handwsrks- gesetzgebung ist kein Neubau, sondern fußt aus den unvergänglichen Fundamenten des deutschen Handwerks. Auf dieser festen Grundlage muß der Weiterbau des Handwerks nach innen und außen gestaltet werden. Diese Aufgabe for­dert von den Führern des Handwerks wie von jedem Meister. Gesellen und Lehrling unermüd­liche. opferwillige Arbeit für den Beruf und für das Vaterland. Alles, was zu dieser Ausgabe ge­hört. soll die Führung des Berufsstandes in die­sem Hause zusammenfassen. Möge sie sich stets be­wußt sein, daß sie nicht nur eine Pflicht gegen­über dem Handwerk zu erfüllen, sondern auch eine

Dankesschuld übernommen hat gegen­über dem Führer und seiner Regie­rung, die dem alten deutschen Handwerk neue Lebensmöglichkeiten gaben.

Nach der Rede Dr. Schachts sprach Dr. Ley. Er überbrachte die Grüße der schaffenden deutschen Menschen und gab dem Wunsche Ausdruck, daß in diesem schönen Haus immer der Geist der Ge­meinschaft herrschen möge, dieser Geist der Ge­meinschaft, der so unerhört groß jetzt im deutschen Volk zu Hause sei. Daß dieser Geist weiter gehegt und gepflegt werde, dessen sei er gewiß, und er wisse auch, daß die Führung des deutschen Hand­werks alles tun werde, um die Ideen des Nationalsozialismus im Handwerk durchzusetzen.

In Jahren ist schon geschaffen worden, was vorher niemand wagte zu glaube»: daran können wir ermessen, wie ungeheuer das Werk sein wird, das wir vollenden können.

So baut der neue Staat

Der Führer besichtigt die Modelle sür den Ausbau des Berliner Messegeländes Der Führer und Reichskanzler besichtigte am Mittwoch die in der Reichskanzlei aufgestellten Modelle der künftigen endgültigen Ausgestal­tung des Messegeländes und der dort zur Errichtung gelangenden umfassenden Neubauten. Nach Vortrag des Reichsministers Dr. Goebbels entschied der Führer sich für einen der Entwürfe, der sich durch eine besondere Geschlossenheit der Komposition auszeichnet. Die Eesamtausfllhrung der Pläne, die bekanntlich auch die Deutsch­landhalle und den dahinterliegenden soge­nannten Eisenbahnberg wie das angrenzende Maldgolände mit umfassen, dürfte sich über meh­rere Jahre erstrecken. Jedoch wird der Neubau, der für die abgebrannte Halle erbaut wird, bereits im Februar 1080 fertiggestellt iein. Eine neue große Halle, die sich gegenüber dem Funkhaus in der Masurenallee erheben wird. soll bis zu den Olympischen Spielen Berlin 1936 im Rohbau fer­tiggestellt sein.