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Nr. 146 / 3. Jahrgang
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Dienstag, 28 . Mai
Einzelpreis 15 Npf.
Unser ^agesspisgel
.Seine-Departement hab, As Vorhandensein eines kommunistisch, Gürtels um Paris bestätigt. ^
Bei den tschechischen Landes- und Bezirk Vertretungswahlen hat die Sudetendeutsä Partei Konrad Henleins einen neuen Erfo erzielt.
Oberst Lörzer eröffnete in Berlin den Wet bewerb des Deutschlandfluges 1938.
In München wurde eine Terrorgruppe ve hastet.
Auf -er Reichstagung der deutschen Volk lius Streicher Frankensührer I,
Der Edeka-Verbandstag in Aachen stellte d« Grundsatz der persönlichen Tüchtigkeit im Eil zelhande! heraus.
Gestern gingen die ersten Bremer Handwerk- barschen aus die Walze.
In Bremen begann eine Serie von Komm: »isten-Prozesse».
Deutschlanö-Flug eröffnet
Berlin, 27. Mai.
Im Auftrag des Reichsluftfahrtministers General der Flieger, Eö ring, gab der Präsident des Deutschen Luftsport-Berbandes, Oberst Lörzer, am Montag um 18 Uhr das Zeichen zur feierlichen Flaggenhissnng. Damit ist der Wettbewerb des Deutschlandfluges 1838 für die 151 Flugzeuge mit 308 Führern und Örtern eröffnet.
Der Start zu dem bisher größten Deutschlandflug findet Dienstag früh um 8 Uhr statt. An dem diesjährigen Wettbewerb nehmen 38 Verbände teil, und zwar K Verbände zu drei Flugzeugen, ein Verband zn vier Flugzeugen, 17 Verbände zu fünf Flugzeugen, 3 Verbände zu 7 Flugzeugen und 3 Verbände zu neun Flugzeugen.
Der Führer dankt Hühnlein
Berlin, 27. Mai.
Der Führer und Reichskanzler hat an Korps- führer Hühnlein nachfolgendes Telegramm gerichtet: „Für Ihre Meldung von dem überlegenen Sieg des Mercedes-Benz-Wagens und den Erfolgen der DKW.- und BMW.-Motorräder beim gestrigen Avus-Rennen sage ich Ihnen meinen besten Dank. Ich habe mich über diesen neuen Beweis der Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der deutschen Maschinen aufrichtig gefreut.
(gez.): Adolf Hitler."
Korruption in Sowjetrußiand
Moskau, 27. Mai.
Wie amtlich mitgeteilt wird, sind auf dem ganzen Gebiet der Sowjetunion große Unregelmäßigkeiten beiderHerausgabevonAnleihen und gröblichste llebertretung des Anleihegefetzes festgestellt worden. Die Kommission für Partei- und Staatskontrolle hat daraufhin allen Parteistellen und Staatsbehörden einen strengen Befehl zur Kenntnis gebracht, der scharfe Maßregelungen der Schuldigen ankündigt. In dem Befehl heißt es, daß in vielen Städten der Sowjetunion die örtlichen Behörden versucht hätten, eigenmächtig gesetzwidrige Anleihen zu sabotieren.
Moskau siegt bet den französischen Generalratswahlen
„Roter Gürtel" um Paris
Die Zeitungen Frankreichs warnen vor der kommunistischen Gefahr
Paris, 27. Mai.
In Frankreich fanden in 22 Wahlbezirken des Seine-Departements die Wahlen für 58 General- ratsmitglieder statt. Der erste Wahlgang traf in 27 Fällen die Entscheidung, während in 23 Fällen am kommenden Sonntag die Stichwahl entscheiden wird. Die Wahl bestätigt den Eindruck der Stadtratswahlen von dem Vorhandensein eines „roten Gürtels" um Paris. Die Kommunisten und kommunistischen Dissidenten erreichten in den 27 entschiedenen Fällen 15 Sitze und gewinnen somit acht. Sie eroberten bereits im ersten Wahlgang
fünf von den zehn neu eingeführten Mandaten. Alle anderen Parteien bleiben hinter diesen Ziffern weit zurück.
Die Generalratswahlen werden denn auch von der breiten Masse der Bevölkerung als ein ausgesprochener Sieg der Kommunisten ange- sehen. Auch die politischen Kreise geben dies zu, und in der Presse wird die Tatsache, daß der rote Gürtel um Paris sich verbreitert hat, eingehend besprochen. Ohne soweit zu gehen wie das Abendblatt „La Presse", das die rote Revolution bereits an die Wand malt, warnen die übrigen Blätter doch vor der drohenden Gefahr. Für besonders ernst hält das „Journal des Debats" den
Geist der Entmutigung und der Aufsässigkeit, der sich überall breit mache und in den Aufrufen zur Gewalt zum Ausdruck komme. Man wisse anscheinend noch nicht, wus man wolle, und sicher ziehe der Kommunismus die Masse nicht an. Aber man wünsche nicht die Verewigung des Regimes der Verschwendung, der Skandale, des politischen, und sozialen Wirrwarrs, sllr das man den Parlamentarismus verantwortlich mache. Die „Libertö" schreibt, auch das Zusammentreffen dieses kommunistischen Vorstoßes mit dem Abschluß des fran- zösisch-sowjetrussi scheu Bündnisses verdiene hervorgehoben zu werden. Die ersten Früchte zur Annäherung an Moskau seien wahr- lich bitter.
ir. K4Ü. Versucht man in Gesprächen mit Franzosen dem in breitesten Volksschichten unseres westlichen Nachbarstaates wachgehaltenen Mißtrauen gegen Deutschlands Friedenspolitik auf den Grund zu gehen, so stößt man immer wieder auf einen Gedanken» ja, auf ein Wort: Revanche. Die im Dienst der Rüstungsindustrie stehenden großen Zeitungen haben dem französischen Leser jahrelang immer wieder die „Gewißheit" eingehämmert, daß Deutschland — nicht anders als Frankreich nach 1871 mit Bezug auf den Frankfurter Frieden — bewußt aus eine ge- waltmäßige Aenderung der im Ver- sailler Vertrag festgelegten Grenzen hinarbeite. Es ist bezeichnend, daß der überwiegende Teil der Pariser Presse bei der Berichterstattung über die Reichstagsrede Adolf Hitlers besonders die Aeußerungen des Führers glatt unterschlug, die mit dazu bestimmt waren, das Mißtrauen des französischen Volkes zu beseitigen. Die wenigen Blätter, die der Erklärung der Reichsregierung Beachtung schenkten, sie wolle die im Wandel der Zeiten unvermeidlichen Revisionen territorialer Art nuraufdemWege einer friedlichen Verständigung durchführen, knüpften daran gehässige Bemerkungen über angebliche Täuschungsabsichten des Führers.
Soweit aus dieser ablehnenden Haltung Frankreichs gegenüber der Friedenspolitik des nationalsozialistischen Deutschlands nicht nur der Einfluß einer gewinnsüchtigen Rüstungsindustrie spricht, zeugt sie von dem schlechten Gewissen derjenigen politischen Kreise an der Seine, die für die traditionelle Pariser Revanchepolitik der Vorkriegszeit verantwortlich sind. Daß die Franzosen die Revision des Frankfurter Friedens vierzig Jahre lang unablässig betrieben, ist eine feststehende Tatsache; mit aller Bestimmtheit aber muß die Anschauung zurückgewiesen werden, daß sich die deutsche Politik ze der gleichen kriegshetzerischen und hinterhältigsten Methoden, wie sie bei den Revisionsbestrebungen der französischen Regierung von 1871 bis 1914 festzustellen waren, bedienen würde. Die Beschäftigung mit diesen Methoden ist recht aufschlußreich:
Schon der erste Präsident der Republik, Thiers, trieb eine Politikmitdoppel- temBoden. Aus dem Zwang der Verhältnisse heraus belauert er 1872 in Anwei- ' sungen an seine Auslandsvertreter, daß „zuviel von Revanche gesprochen" werde, dem Petersburger Botschafter aber schreibt er: „Für die Gegenwart wollen wir unserer Unterschrift treu bleiben." Später spricht er sogar von einem „Moment der Abrechnung", der kommen werde, wenn Deutschland mit anderen Mächten in „Verlegenheit" geraten sollte. Auch Gambettas zwiespältige Politik spricht hier Bände: 1877, vor dem Wahlsieg der Republikaner, läßt er dem deutschen Botschafter in Paris erklären, man habe auf den Revanchekrieg verzichtet; während seiner kurzen Ministerpräsidentenschaft dagegen arbeitet er offen aus Krieg mit Deutschland hin und versucht, die nach Rußland und England führenden Fäden noch enger zu knüpfen. 1878 werden in Paris von durch-
Neuer Erfolg der Sudetendeutschen
Lufammenbmch dei- Gozialdemokmten bei den tschechischen Landes- und Bezieksvei-ti'etungswahien
Prag, 27. Mai.
Nach den amtlichen Ergebnissen der Landesund Vezirksvertretungswahlen in der Tschechoslowakei ist wiederum, wie bei den Parlamentswahlen, das Hauptmerkmal der überwältigende Wahlsteg der Sudetendeutschen Partei, die in Böhmen und Mähren zusammen abermals weit über 1288 888 Stimmen erhielt. Der Zusammcn- bruch der deutschen Regierungsparteien, der So- zialdemokraten und des Bundes der Landwirte, hat sich vervollständigt. Sie haben gegenüber dem letzten Sonntag mehr als ein Fünftel ihrer Stimmen verloren. Auch die deutschen Christlich-Sozialen, die dem ehemaligen reichsdeutschen Zentrum gleichzusetzen sind, haben einen neuerlichen Rückgang besonders in Mähren auszuweisen. Die Su- detendeutsche Partei mit 318 888 Stimmen ist die stärkste Partei in der Landesvertretung von Mähren geworden. Die frühere stärkste Partei, die Tschechische Katholische Bolkspartei, steht an zweiter Stelle.
Von den deutschen Stimmen in Böhmen erhielt die Sudetendoutsche Partei am letzten Wahl- sonntag 68,24 v. H. und jetzt 70,89 v. H.; in Mähren ist das verhältnismäßige Ansteigen der Sudetendeutschen Partei noch stärker gewesen. Hatte die Sudetendeutsche Partei bei den Parlamentswahlen durchschnittlich zwei Drittel aller deutschen Stimmen erreicht, so nähert sich dieses Verhältnis einer Dreioiertel-Mehrheit. Die Verhältniszahl der deutschen zu den tschechischen Stimmen ist gleich geblieben. Unter den tschechischen Parteien sind die Verschiebungen nicht bedeutend.
Im Hundertsatz stellt sich das Ergebnis der böhmischen Landeswahlen wie folgt dar: Tschechische Parteien: Agrarier 13,55; Sozialdemo- kraten 12,65; Nationalsozialisten (Benesch-Partei) 12,19; Katholische Volkspartei 5,81; Gewerbe- partei 6,36; Faschisten (Eajda) 1,71; Nationale Vereinigung 7,36; Kommunisten 8,90. Deut
scheParteien: Deutsche Sozialdemokraten 4,72; Bund der Landwirte 2; Deutsche Christlich-Soziale Partei 1,82; Sudetendeutscher Wahlblock 0,61 und Sudetendeutsche Partei (Konrad Henlein) 22,31.
Die Verteilung der 80 Mandate in der Landesvertretung von Böhmen ist folgende: Tschechische Agrarier 11 Mandate (Gewinn 1), Tschechische Sozialdemokraten 10, Tschechische Nationalsozialisten 10 (Verlust 2), Kommunisten 7 (Verlust 3), Tschechische Kathol. Volkspartei 5 (Verl. 1), Deutsche Sozialdemokraten 4 (Verl. 3), Bund der Landwirte 2 (Verl. 3), Deutsche Christlich-Soziale 1 (Verl. 3), Tschechische Eewerbepartei 5 (Eew. 1), Sudetendeutsche Partei 18, Deutsche Arbeite- und Wirtschaftsgemeinschaft 0 (Verl. 2), Tschechisch-Nationale Vereinigung 6, Sudetendeutscher Wahlblock 0 (Verl. 1), Faschisten 1.
Für die Landesvertretung Mähren-Schlesien wurden 1888141 gültige Stimmen abgegeben. Die in Klammern beigefügten Ziffern sind die bei den Landeswahlen im Jahre 1928 und die bei den Senatswahlen vom letzten Sonntag erreichten Ziffern. Es erhielten: Tschechische Agrarier 263118 (202 579, 252 340) Stimmen: Tschechische Sozialdemokraten 243 480
(206 033, 234 726), Tschechische Nationalsozialisten 180192 (140 599, 172 746), Kommunisten 156 301 (160 644, 150 825), Tschechische-Kath. Volkspartei 299 912 (304 507, 281 665), Deutsche Sozialdemokraten 68 625 (94 568, 69 338), Bund der Landwirte 26 004 (66 333, 83 573), Deutsche Christlich- Soziale 59 487 (100 335, 68 708), Tschechische Gewerbepartei 116032 (68729,104855), Sudeten- deutsche Partei 317995 (0, 262967), Tschechische nationale Vereinigung 67 724 (88162, 67 392), Tschechische Christl.-Soziale 27 004, Tschechische Faschisten 33 077 (0, 41623), Polnische Parteien 26 823, Deutscher Wahlblock 7369.
Hierbei ist zu berücksichtigen, daß bei den Wählen in die Landesvertretung das Wahlalter
gegenüber den Wahlen in das Abgeordnetenhaus um drei Jahre höher liegt.
Im Bezirl Hultschin wurden 23 537 Stimmen abgegeben, wovon 7958 auf die Tschechen, 454 auf die Kommunisten und 15160 aus die deutschen Parteien entfielen. Davon waren 13 993 Stimmen der Sudetendeutschen Partei. Das bedeutet, Laß auch bei diesem Wahlgang die deutschen 84,5 v. H. und unter diesen die Sudetendeutsche Partei 92,6 v. H. erhielten. Die Tatsache ist umso bemerkenswerter, als bei der letzten Volkszählung im Jahre 1930 in diesem Bezirk 54 634 Einwohner nach der amtlichen Angabe 49957 als Tschecho- slowaken und nur 4599 als Deutsche gezählt wurden, was einem Verhältnis von 91,27 v. H. Tschechoslowakei: zu 8,4 o. H. Deutschen entspräche.
Neben Böhmen und Mähren ist vor allem ein Anwachsen der Stimmen der Sudetendeutschen Partei in jenen Bezirken festzustellen, wo noch stärkere Reste der Marxisten, des Bundes der Landwirte und der Christlich-Sozialen verblieben waren. In den Städten, die schon bei den Parlamentswahlen eine weit überwiegende Mehrheit der Sudetendeutschen Partei ausgewiesen hatten, nahm die Partei noch um 1 bis 2 v. H. zu.
Darre in Hamburg
Hamburg, 27. Mai.
Zur Eröffnung der 2. Reichsnährstandsschau traf der Reichsernährungsminister und Reichsbauernführer Darre Montag in Hamburg ein. In seiner Begleitung befanden sich der stelln. Reichsbauernführer und Reichsobmann des'Reichsnährstandes Meinberg, der Führer des Stabsamtes des Reichsnährstandes D. Reischle und Staatssekretär Backe. Zum Empfang hatten sich Reichsstatthalter Kaufmann, Regierender Bürgermeister Krogmann, Landherr Klepp, Landesbauernführer von Rheden, SS.-Ober- gruppenführer Lorenz und SA.-Gruppenführer Fust auf dem Bahnhof eingefunden.
Curt Hotzel
Wandlung p
Eine beispielhafte Erinnerung an ein kleines Erlebnis voraus. Es war um das Jahr 1908. Ein durch seine Tätigkeit wohlhabend gewordener Handwerker einer mitteldeutschen Stadt hatte sich mit seiner Frau einmal eine Sommerreise gegönnt. Nach zwei Wochen stand die Frau Meisterin wieder hinter ihrem Ladentisch und bediente die Käufer und Käuferinnen. Darunter auch zwei Damen der „höheren Gesellschaftsschicht". Als diese erfahren, daß die Meisterin von einer Sommerreise zurückgekommen ist, da sagt die eine spöttisch und verärgert zur anderen: „Jetzt fahren auch sogar die Handwerker schon in die Sommerfrische ..."
Es ist nicht uninteressant für die deutsche Entwicklung zur Volksgemeinschaft, sich einmal einer solchen Episode zu erinnern, — heute, da die Ausfahrt der Dampfer der nationalsozialistischen Kraft-durch-Freude-Fahrten nach dem Südmeer eine Angelegenheit der ganzen Nation ist. Die Wandlung der Auffassung scheint, gemessen an der mitgeteilten der Damen von 1908, ungeheuer. Heute ist es allgemeine Forderung geworden, daß der Träger der Arbeit — gleichviel welcher — seine Erholung genau so findet und mit den gleichen zivilisatorischen Mitteln wie der, der durch ein schönes Erbe solche „Erholung" zum Dauerzustand machen kann ... , „
Der grundsätzliche Wandel des Fuhlens besteht darin, daß kein Deutscher mehr - ohne Gefahr siK zum mindesten mißliebig zu machen ^iuen anderen fühlen lasten darf, er habe höhere Rechte auf Lebensgenuß und Lebensfreude. Man muß die einfachsten Dinge betrachten m dieser Hinsicht, um zu dem grundlegenden Wandel vorzudringen. Grundlegend ist der Wandel insofern, als er
id Formung
einen anderen Rang des einzelnen bestimmt Wer sich als Deutscher fühlt, hat gleiches Recht und gleiche Pflicht. Beides: Recht und Verpflichtung aber müssen immer als untrennbar zusammengehörig betrachtet werden. Das ist die weitere Folgerung. Der Deutsche hat — nicht nur bedingt durch das ihm zugesprochene Recht auf höheren Anteil an den Kulturgütern und den Genüssen des Lebens — eine höhere Verpflichtung an die Nation, weil wir heute einen anderen Begriff von Nation, Volksgemeinschaft, Deutschtum haben. Wir leben unter einer Aufgabe, allesamt, und wir wissen, daß an der Lösung unserer Aufgabe in der Volksgemeinschaft das Schicksal der Nation hängt. Kurz gesagt, es handelt sich darum, der Welt einen Begriff vom Deutschen zu geben, wie sie ihn noch nicht kannte. Um mit Nietzsche zu reden: Wir wollen etwas von uns, was man von uns noch nicht wollte . . . Was ist es? —
Wir wollen den Deutschen, der stolz auf sich ist. Wir wollen ihn kraft der Gemeinschaft am Werke der Deutschen, kraft der Geschichte der Deutschen und kraft des höchsten geistigen Ranges der Deutschen.
Das gibt der sozialen Volksgemeinschaft den letzten Sinn. Sie mutz steigernd wirken auf das Selbstbewußtsein und die Selbstzucht des ganzen Volkes und jedes einzelnen Volksgenossen. Nur durch diese Zucht können wir den einzelnen als Mensch, als Person, als Seele und Kraft steigern, können in immer sich steigernden Generationen einen neuen Typus Deutscher „züchten". Denn dieser Gedanke der Steigerung und Züchtung ist keine philosophische „Verstiegenheit", wie ihn ein liberales Zeita -r ansehen und verleumden
konnte, sondern er ist die bittere Notwendigkeit unseres künftigen Schicksals. Wir können nur dann in der Weltgeschichte noch bestehen, wenn wir nach dem furchtbaren Zusammenbrach von 1918 und 1919, nach Versailles und der Systemzeit, der Welt ein größeres Beispiel deutscher Schöpferkraft geben, als sie es bisher noch sah. Wir müssen einen Menschentypus in der Volksgemeinschaft hervorbringen, der die Welt fesselt und zum Bejahen zwingt. Wir können nicht mehr erwarten, daß die Welt zu dem Ja sagt, was sie nach Versailles von uns sah, nachdem die Weltkriegs-Haßpropaganda alles Deutsche zur Ausgeburt der Hölle verfälschte — Und nachdem die Haßpropaganda gegen das Deutschland Adolf Hitlers einen fast ebenso großen Abscheu zu erregen sucht.
Diese Folgerungen müssen aus der Idee der Volksgemeinschaft gezogen werden, wenn sie folgerichtig durchdacht wird.
Heute schon beobachten wir eine größere Aufgeschlossenheit des einzelnen im Verkehr der Volksgenossen untereinander. Der Aufbruch zur Gemeinschaft hat neue Formen des Verkehrs hervorgebracht, die sich allmählich abzeichnen. Eine allgemeine Liebenswürdigkeit ist festzustellen — die vielleicht manchem nicht ganz leicht fällt, die aber als allgemeine Haltung keine Abweichung mehr duldet. Der festliche Zusammenklang bei allen Kundgebungen und öffentlichen Veranstaltungen ist anders als in früherer,,Zeit. Die Erhöhung und Weihe der Arbeitsehre ist die Grundlage für diese neue Lebensart. Die Vereinheitlichung des Reiches, die Zusammenfassung der einzelnen Stämme, die Annäherung von Nord und Süd und Ost und West im Sinne der einen beherrschenden Idee tun das übrige. Das deutsche Volk beginnt einen Typus hervorzubringen, es muß sich in dieser Hinsicht nur noch mehr seines Herrencharakters bewußt werden — aus Grund einer unermeßlichen geschichtlichen Leistung. Wir
sind nicht mehr die romantischen Träumer, als die man uns so gern sehen möchte, sondern wir sind das Volk der Arbeit, der höchsten Leistung
Dokly Haas
gastiert im Bremer Schauspielhaus
Dolly Haas spielt diesmal im Ensemble des Schauspielhauses: Man.wird sie in der Titelrolle der augenblicklich aus vielen deutschen Bühnen erfolgreichen Komödie „Veronika" von Fritz Peter Buch sehen. Die Aufführung ist zugleich die Abschieds - Inszenierung Hermann Schultze- EriesbeiwL
auf allen Gebieten der modernen Zivilisation- Wir haben aber in unserem Wesen ein Erbe an Kultur mitbekommen, das nicht minder unser Gesicht bestimmt: Beides muß der Deutsche heute in sich selbstbewußt mit höchster Anspannung aller seiner Gaben und Kräfte darstellen. Er kann es nur in der Gemeinschaft, er kann es nur durch Anerkennung aller anderen in seinem Volke, durch Zusammenklang der Leistung und des Wesens.
Schöpferischen Ausdruck muß diese neue Haltung eines typischen und charakteristischen Deutschen in der Kunst und Dichtung finden. Das kann nicht gewollt und krampfhaft geschehen, sondern es kann nur aus einem glücklichen, stolzen Lebensgefühl erfließen. Künstler können wahrhaft Volkstümliches und allgemein Geltendes nur aus einem glücklichen Zustande schaffen,
— allein das Genie verkündet in der Morgenfrühe eines neuen Werdens schmerzlich das Neue, allein, verkannt, bekämpft. Eine ganze Kunst, eine breite, schöpferische Schicht bedarf schon der Erfüllung des Verhießenen im Leben. Kunst ist nicht grundsätzlich eine verzweifelte Elendsange- - legenheit und ein Produkt der Einsamkeit und des Hungerns... Die große Kunst des Mittelalters und der Renaissance kam nur deshalb zu so hoher Vollendung, weil sie aus einer überströmenden Kraftflllle und einem allgemeinen Bedürfnis nach künstlerischer Beglückung entsprang. Das bürgerliche Zeitalter hatte im allgemeinen dieses Bedürfnis nicht. Es suchte Kunst meist nur als Vildungselement. Jetzt kann ein neues Zeitalter anbrechen, das die Geburt des deutschen Typus aus der Gemeinschaft auch in der Kunst vollzieht.
Wir stehen am Anfang, wir sehen beglückt große Aufgaben. Wir bemerken ein gesteigertes Verstehen längst ausgesprochener Forderungen im Volke. Wir glauben Antwort zu hören, zu sehen auf unsere eigene l9l9 an die Nation gerichtete Frage: „Wird nach diesen Jahren schwerster