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Nr. 134 / 3. Jahrgang
Donnerstag, 16 . Mai
Einzelpreis is Rps.
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Der Reichstag wurde zur Entgegennahme einer außenpolitischen Erklärung des Führers zum Dienstag einberufen.
Die bolschewistische Propaganda benutzt den italienisch-abessinischen Konflikt zu einer wüsten Hetze gegen Rom. Eeneralfeldmarschall von Mackensen wurde in Budapest begeistert empfangen.
Das Reichswirtschaftsministerium traf für die Schlußverkäufe im Einzelhandel genaue Bestimmungen.
Der Bremer Earteninspektor Schönbohm wurde für die Ausgestaltung der Reichsgartenbauausstellung 1938 in Dresden mehrfach preisgekrönt.
Zur Förderung der deutschen Schafzucht stellt die Reichsregierung erhebliche Mittel bereit. Der Bremer Vulkan erhielt den Auftrag zum Bau eines neuen Tankers.
Die Fußballelf Werder Il> schlug die erste Mannschaft der Bremer Eintracht 6:1.
GA.-Lieber-Wettbewerb
Ein Schriftleiter erster Preisträger
Zum ersten Nordmarktreffen am 25. und 26. Mai dieses Jahres in Kiel hatte der Führer der SA.- Eruppe Nordmark, Gruppenführer Meyer-Quade einen ersten Preis von 300 RM., einen zweiten Preis von 200 RM., einen dritten Preis von lüg RM. für das beste Marschlied der SA.-Gruvpe Nordmark ausgeschrieben. Das Lied sollte dem Charakter der SA. und dem Charakter der schles- wig-holsteinischen Heimat entsprechen. Den ersten Preis erhielt das Lied „Nordmark voran!" des Schriftleiters Ludwig Thoms, Husum, das in einem zweiten Preisausschreiben zur Komposition eines Gruppenmarsches, in dem das Lied mthalten sein soll, den Komponisten zur Ver- Mng gestellt wurde.
Ausdehnung öerMitgNebssperre
Der Reichsschatzmeister gibt die folgende Verfügung bekannt: Die derzeit bestehende Mitgliedersperre wird im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers unter Hinweis auf meine diesbezüglichen Verfügungen zu einer endgültigen Regelung auch auf Angehörige der Hitlerjugend sowie des Bundes Deutscher Mädel ausgedehnt. Vorstehende Verfügung tritt mit dem Tage ihrer Verkündung in Kraft.
München, den 14. Mai 1933. Schwarz.
Ausgewiesen
Berlin, 15. Mai.
Der Geschäftsführer der „New Park Times Vilddienst E. m. b. H.", Julius Volgar, ist unter Gewährung einer Frist von fünf Tagen aus dem Reichsgebiet ausgewiesen worden. Volgar, der ungarischer Staatsangehöriger und jüdischer Abstammung ist, hat zu wiederholten Malen seiner gehässigen und feindseligen Einstellung gegenüber dem neuen Staat und seinen führenden Männern Ausdruck gegeben.
Der Arbeitsdienst ehrt den Reichsschatzmeister. Der Reichsarbeitsführer Staatssekretär Constan- tin Hievt hat Reichsschatzmeister Schwarz zum Ehren-Oberst-Arbeitsführer ernannt.
Der Reichstag zur Entgegennahme einer Regierungserklärung einberufen
Am Dienstag spricht -er Führer zur Wett
Rundfunkübertragung für alle deutschen Volksgenossen
' Berlin. 15. Mai.
Der Reichstag ist aus Dienstag, 21. Mai, 2Ü Uhr, einberufen. Aus der Tagesordnung steht als einziger Punkt: Entgegennahme einer Erklärung der Reichsregierung.
Die Erklärung der Reichsregierung wird der Führer und Reichskanzler selbst abgeben. Die Reichstagssitzung ist deshalb auf 8 Uhr abends angesetzt worden, um jedem Volksgenossen die Möglichkeit zu geben, die Rede am Rundfunk zu hören.
Die neue Reichstagssitzung ist die fünfte des gegenwärtigen Reichstages. Abgesehen von der hohen Bedeutung der zu erwartenden Rede des Führers hat sie noch ein besonderes vor allen anderen Reichstagssitzungen der Nachkriegszeit vor
aus. Zum ersten Mal wieder ist im Deutschen Reichstag auch das befreite Saarland vertreten, und zwar durch die acht Männer, die als Abgeordnete des Saarvolkes bestimmt worden sind. Die Gesamtzahl der Mitglieder des gegenwärtigen Reichstages, einschließlich der acht Saarabgeordneten, beträgt 669.
Der Reichstag war am 12. November 1933 gewählt worden. Er hat bisher vier Sitzungen abgehalten, von denen jede fundamentale Bedeutung besaß und größtes Aufsehen nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt fand. 2m Gegensatz zu dem Brauch in der Zeit des Weimarer Zwischenreiches zeichnete sich jede Reichstagssitzung seit der Machtübernahme durch einen weithin hervorragenden besonderen Anlaß aus. Die erste Reichstagssitzung des gegenwär
tigen Hauses hatte am 12. Dezember 1933 stattgefunden und diente der Konstitution der Volksvertretung und ihrer Ausschüsse. In der zweiten Sitzung, am 30. Januar 1934, wurde der Ee- setzesantrag „Hitler, Dr. Frick und Genossen" über den Neuaufbau des Dritten Reiches einmütig angenommen, jener Gesetzentwurf, der die Volksvertretung der Länder aufhob, die Hoheitsrechte der Länder auf das Reich überführte und damit die eigentliche Grundlage der Gesetzgebungsarbeit der Reichsregierung für den noch im Fluß befindlichen Neubau des Deutschen Reiches bildete. Zu der vierten Zusammenkunft am 6. August 1934 vereinigten sich die Abgeordneten in feierlicher Trauerkundgebung für den verewigten Reichspräsidenten und Eeneralfeldmarschall von Hindenburg.
Moskau hetzt gegen Rom
Man spricht von einem „verbrecherischen Kolonial-Raubkrieg Italiens
(vrubtberiekt unserer Lr. Berlin, 15. Mai.
Die Spannung zwischen Italien und Abessinien hat jetzt eine Rückwirkung auf die Leitung der Kommunistischen Internationale gehabt, die von besonderer Bedeutung deshalb ist, weil Sowjetrußland gegenüber Frankreich wahrscheinlich vorübergehend eine politische Neutralität proklamieren wird und an anderer Stelle Stoff und Raum für die kommunistische Agitation benötigt. Die Zeitschrift der Komintern beschäftigt sich in einem Artikel mit den „Angriffsabsichten Italiens gegenüber Abessinien" und schreibt u. a., es sei klar, daß ein Krieg Italiens gegen Abessinien als ein imperialistischer Kolo- nialraub-Krieg zu betrachten sei.
Es sei gleichgültig, welche Staatsform in Abessinien herrsche. Dem abessinischen Volke drohe der Verlust der nationalen Unabhängigkeit. Der Kampf Abessiniens würde ein gerechter Verteidigungskrieg für die Unabhängigkeit des abessinischen Volkes sein. Darum müsse das internationale Proletariat den Kampf des italienischen Proletariats gegen diesen „verbrecherischen Raubkrieg des italienischen Imperialismus" unterstützen.
Da in Moskau Aeußerungen dieser Art ohne Genehmigung der Sowjetregierung nicht erscheinen dürfen, wird man in Rom wohl erkennen, welche Beziehungen in Wirklichkeit zwischen Rom und Moskau bestehen, und welche Rückwirkungen für Italien das Bündnis zwischen Paris und Moskau haben wird.
London, 15. Mai.
„Times" bringt aus der Feder eines ungenannten Korrespondenten einen Artikel über die abessinische Angelegenheit, in dem es heißt: Sei-
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nerzeit haben England, Frankreich und Italien in einem Drei-Mächte-Vertrag den status guo in Abessinien gewährleistet und sich verpflichtet, in dieser Hinsicht keinen Schritt ohne gemeinsame Beratung zu unternehmen. In Rom jedoch haben zwei von den Unterzeichnermächten andere Abmachungen geschloffen. Die dritte Macht, nämlich Großbritannien, konnte diese Vereinbarung nicht stören, ohne die überragenden Interessen euro-
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II ir neu« dsnorulinspelcteui ckes polnischen Heeres. KIs Mcbkolgsr äss Vlarscballs Lil- sucksüi vuräs Clevsral Rxä-i-Lmigl^ emm Oens- rslinspsktsur äsr polnischen ^.rmes srnsnnt.
Pinscher Befriedung zu gefährden, die der Pakt von Rom sicherstellen sollte.
Die weiteren Ausführungen besagen, daß sich die Lage in Ostafrika seit den Tagen, in denen der erwähnte Drei-Mächte-Vertrag über Abesst- men zustande kam, von Grund auf geändert habe. Die Abtretung eines französischen Küstenstreifens an der Straße von Vab el Mandeb, die Anerkennung der italienischen Oberherrschaft über die Insel Dumeira, die die enge Wasserstraße beherrscht, und die Ueberlassung einer beträchtlichen Zahl von Anteilscheinen der Eisenbahn Djibuti— Addis Abeba, die 80 v. H. des gesamten Handels von Abessinien befördert, das seien solide Vorteile, die,Italien in Südwestarabien und in ganz Abessinien erzielte.
Eftnischer Vutschplan gescheitert
Reval, 15. Mai
Die estnische Regierung veröffentlicht eine amtliche Erklärung über die Aufdeckung eines Putschplanes, der in den letzten Monaten von dem ak- tivistischen Flügel der estnischen Freiheitskämpfer-Bewegung vorbereitet worden sei. Nach den amtlichen Angaben sollen sich im Laufe des Winters in Reval und Dorpat unter der Führung des Hauptmanns a. D. Reha zwei Stoßtrupps gebildet haben, die einen bewaffneten Umschwung gegen die Regierung Paets und die gewaltsame Beseitigung der führenden Männer dieser Regierung planten.
Der Putschplan scheiterte daran, daß Mitglieder der früheren Freiheitskämpferbewegung, die zum gemäßigten Flügel gehörten, der Regierung von den Plänen Mitteilung machten.
Kombinationen zwecklos
Außenpolitischer Wendepunkt?
(Orahtbsrickt unserer Berliner Lchriktleitnng.),
Xr. Berlin, 15. Mai.
Die amtliche Mitteilung über die Einberufung des Reichstages am Dienstag nächster Woche hat, wie aus dem Auslande bereits vorliegende Meldungen zeigen, trotz aller Gerüchte und Kombinationen der letzten Zeit eine außerordentliche Wirkung hervorgerufen. Vor allen Dingen interessiert sich das Ausland für die Anordnung über einen Gemeinschaftsempfang der Rede des Führers. Der Gemeinschaftsempfang wird nicht so durchgeführt, daß sich in jedem Betriebe alle Volksgenossen versammeln; es ist vielmehr nur vorgesehen, daß alle Funkwarte die Möglichkeit einer Entgegennahme der Rede des Führers durch Lautsprecher aus Straßen und Plätzen für diejenigen vorbereiten, die nicht in der Lage find, die Rede an eigenem Apparat zu hören. Der Führer legt den größten Wert darauf, daß mit Hilfe des Rundfunks das ganze deutsche Volk Zeuge seiner Ausführungen über die auswärtige Politik Deutschlands ist und daß dadurch die Gemeinschaft zwischen Führer und Volk auch im Augenblick wichtiger Erklärungen zum Ausdruck gebracht wird.
Seit Wochen haben alle maßgebenden diplomatischen Stellen in Paris, London und Rom den Versuch gemacht, durch die Verbreitung von Gerüchten über eine bevorstehende Erklärung des Führers eine Stellungnahme Deutschlands zu den großen diplomatischen Ereignissen der letzten Zeit herauszulocken. Jedesmal, wenn besondere Schwierigkeiten sich in den Verhandlungen zwischen Frankreich und Sowjetrußland oder zwischen Frankreich und Italien oder zwischen London und Paris herausstellten, glaubte man, eine Erklärung des Führers durchsetzen zu können, mit der man die Schwierigkeiteri beseitigen wollte; Deutschland hat sich an diesen Kompromißversuchen nicht beteiligt. Der Führer hat absichtlich die volle Zurückhaltung gewahrt, weil erst nach der heutigen Klarstellung der direkten Absichten des Bündnisses zwischen Frankreich und dem Bolschewismus eine Stellungnahme Deutschlands möglich ist, die nicht etwa nur im Interesse des Reiches, sondern im Interesse des Friedens in ganz Europa erfolgt.
Gleich nach dem Bekanntwerden des Termins für die Rede des Führers haben im Auslande auch wieder die Kombinationen über dsn Inhalt der Rede eingesetzt. Es ist festzustellen, daß selbstverständlich niemand über die Absichten des Führers unterrichtet ist, und daß infolgedessen alle im Auslande verbreiteten Gerüchte und Kombinationen auf freier Erfindung fußen. Diejenigen diplomatischen Stellen, die auch jetzt wieder die Ankündigung der Erklärung des Führers benutzen wollen, um politische Geschäfte im Dunkeln zu betreiben, werden sich schon gedulden müssen, bis der Führer gesprochen hat.
Die außerordentliche Bedeutung der Rede des Führers ergibt sich schon daraus, daß nur in ganz besonderen Fällen der Führer
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Der bekannte Journalist veröffentlicht soeben eine ''roschnre: „Militärmacht Sowjetunion" (kart.
,,W RM.>, bei Will,. Gottl. Korn, Breslau. Die Vdeutung Rußlands ist heute größer denn je. ächt zuleht dank seiner ungeheuren Rüstung, sür ne der Charakter des russischen Menschen ganz eigene psychologische Voraussetzungen mitbringt. Davon spricht das folgende Kapitel, das wir mit Genehmigung des Verlages abdrucken.
An den Leistungen der Sowjetflieger, die im März und April 1934 die hundertundzehnköpfige Besatzung des gesunkenen Polarschiffs „Tschel- juikin" vom sicheren Tod auf der Eisscholle glücklich ans Festland retteten, ist der Welt klar geworden, über welches Matz von aufopfernder Selbstlosigkeit, von wahrem und echtem Heldentum voller menschlicher Größe der russische Mensch zu verfügen vermag. Um so kläglicher gibt sich dabei die großmäulige Propaganda, die so tut als hätte dieses Heldentum irgend etwas mit dem Kommunismus gemein. Zugutekommt den Bol- schewiki ein Umstand volklicher Eigenart: unter den jungen Völkerschaften, die im Rätebund leben, gibt es viele Individuen, deren Nervensystem Belastungsproben aushält, denen der seiner konstituierte, entwicklungsgeschichtlich ältere Mensch nur dann standhält, wenn er die Ueber- legenheit mit der Willenskraft bändigt. Die lln- bekümmertheit, das „Nitschewo", die technische Halbbildung, die Gleichgültigkeit der Verantwortlichen gegenüber den ihnen anvertrauten Menschenleben sind unnachahmliche Charakterzuge, die in der Gegenwart der Rekordanstren- llung zugutekommen.
Nicht nur in Rußland läßt sich beobachten, daß die tollkühnsten Autofahrer von solchen Völkern gestellt werden, die von dem Ballast technischen Wissens um die Entwicklung der Maschine und
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ihre Möglichkeiten nicht beschwert sind. Die Fliegerfertigkeit russischer Piloten ist außerordentlich groß. Erfahrene Fachleute leugnen nicht, daß ihnen oft eine Gänsehaut über den Rücken geht, wenn sie sehen, welche Luftakrobatik besonders von sowjetrussischen Militärfliegern geübt wird, und wenn sie dabei wissen, unter welchen oft primitiven technischen Voraussetzungen dabei gearbeitet werden muß. Mit dieser Kühnheit und Sorglosigkeit um die Folgen sind auf technischem und wirtschaftlichem Gebiet große Erfolge erreicht worden. Sie sind ein Charakterzug des bolschewistischen Experiments überhaupt, das mit Opfern an Menschenleben ebenso wenig rechnet wie mit Zweckmäßigkeit- und Wirtschaftsüberlegungen. Der Fetisch der großen Zahl und der allmächtigen Technik schafft geistige Vorstellungen bei den Führern, die unter westlich-„kleinlichen" Gesichtspunkten einfach undenkbar sind.
Die Erziehungstendenzen gehen einfach dahin, an Stelle der Tollkühnheit die Disziplin, an Stelle des Nitschewo die pflichtbewußte mutige Tat zu setzen. Dennoch läßt sich feststellen, daß mit guter Absicht auch dann nicht der Lohn verweigert wird, wenn die Tat zwar leichtfertig aber wenigstens von Erfolg gekrönt ist. Die Losung „Individualität", nicht Individualismus, die Stalin seit dem Jahre 1931 predigt, führt in ihrer letzten Konsequenz zur Förderung der Einzelleistungen. Militärisch gesprochen ist dies der Weg zum Führertum und Heldentum, auf das man nicht verzichten will, so stark auch immer der Wunsch bleibt, alles in die Breite, in die Massen ausdehnen zu wollen.
Die sportliche Betätigung nach jeder Richtung findet im Heer größte Förderung. Dabei geht es nicht ohne ein Kraftmeiertum ab, das im
Grunde unvernünftig ist. Der Alpinismus beispielsweise ist eine ganz junge Entdeckung für Rußland. Schwierige Bergbesteigungen, wie die des Elbrus und des Kasbek im Kaukasus, während des Winters, werden jetzt von ganzen Rudeln Angehöriger der Roten Armee durchgeführt, obwohl dabei von einem praktischen Nutzen für die Erhöhung der Kampfkraft der Truppe im Hochgebirge keine Rede sein kann. Immer wieder erweist es sich, daß der russische Mensch bereit und befähigt ist, größte Entbehrungen zu ertragen und stoßartige Kraftanstrengungen zu vollbringen, die zu überraschenden Leistungen führen können. Was ihm bisher charakterlich fehlt, ist die Beharrlichkeit, die Ausdauer, die haushälterische Kraftdisziplin mit rechtzeitiger Erkenntnis der Grenzen. Es ist keine Frage, daß von diesen letzten Eigenschaften die militärische Qualität außerordentlich beeinflußt wird. Das Heer als großartigste Schule der Massen- bildung auch in charakterlicher Beziehung ist bestrebt, diesen Mangel zu bekämpfen. Allein es handelt sich um Dinge, deren Lösung erst im Wechsel der Generationen langsam heranreifen könnte. Der Umbruch, den die russische Revolution bewirkt hat, ist erst im Anfang. Er hat zur Voraussetzung, daß noch manche Stufe höherer kultureller Entwicklung erklommen wird.
Ein Handbuch der Arbcitstechnik. Die Reichsleitung des Arbeitsdienstes und des Reichskuratoriums sür Wirtschaftlichkeit geben gemeinschaftlich ein Handbuch der Arbeitstechnik heraus. Das Handbuch soll in erster Linie dem Arbeitsdienstführer zur Unterrichtung dienen über die handwerklichen Kenntnisse, die die Arbeit am Boden von ihm sordert. Es erscheint in einer Folge von Hesten.
Reichsautozug mit Tonfilm. Der von der NSDAP im Zusammenhang mit dem Neubau der Neichszeug meistern in Verbindung mit einem Heimatbahnhos neugeschaffene Reichsautozug „Deutschland" wird auch Tonsilmausnahme und Wiedergabe-Geräte enthalten. Der Reichsautozug wird aus 80 Fahrzeugen bestehen.
Eine neue Geschichte Vremens
Georg Vessel: „Bremen, die Geschichte einer deutschen Stadt"
Bremen mit seiner mehr als tausendjährigen Vergangenheit hat schon früh in dem gelehrten Magister Adam seinen Eeschichtsschreiber gefunden. Auch in neuer Zeit sind gute Gesamtdarstellungen sowohl wie Einzelforschungen entstanden, wir brauchen nur an die Namen von Bippen, Enthalt, Focke, Erahne, Loh. Vollmann, Franz Vuchenau, Otto Gildemeister erinnern.
Trotzdem ist das neue Werk vonBessel etwas ganz Eigenartiges. Es behandelt nämlich die Geschichte Bremens vom Gesichtspunkte der allgemeinen deutschen Geschichte. Es ist etwas anderes, ob der Chronist seinen Standort in der Stadt selbst hat und die Begebenheiten schildert, die das Schicksal dieser Stadt ausmachen, oder ob er seinen Standort nach draußen verlegt und nur solche Ereignisse, Kämpfe und Niederlagen. Unternehmungen und Fehlschläge berichtet, die im Zusammenhang mit dem Schicksal Deutschlands stehen.
In diesem letzten Falle muß vieles fortfallen, was für den Bürger der Stadt berechtigtes Interesse hat. Ganze Epochen, in denen immerhin manches geschehen ist. was die damaligen Menschen bewegt hat und was in seinen Auswirkungen bis heute spürbar ist, müssen mit kurzen, allgemein gehaltenen Abschnitten abgetan werden. Alles Anekdotische kann nur einen kleinen Raum einnehmen, die Akzente verschieben sich auf die geschichtlichen Ereignisse, mit denen die Stadt kämpfend oder leidend deutsches Schicksal erlebt hat.
Unter den Städten Deutschlands haben viele auch kleine einmal im Licht der vaterländischen Geschichte gestanden, es sei nur erinnert an Kolkerg, Schleswig, Tilsit. Andere Städte dagegen,
wie etwa Aachen, Straßburg, Königsberg, sind immer wieder durch die Jahrhunderte hin mit der Geschichte des Reiches verknüpft.
Zu diesen letzten Städten gehört auch Bremen. Denn das Schicksal Bremens ist der Kampf ums Meer, und dieser Kampf ist immer eine Sache nicht nur der Stadt, sondern des deutschen Volkes gewesen. Als Eroberer des Meeres ist Bremen Vorkämpfer Deutschlands gewesen.
Endlich, möchte man ausrufen, ist einmal die Geschichte unserer Stadt von diesem weiteren Gesichtspunkt, vom Gesichtspunkt der nationalen Geschichte geschrieben worden. Das Ergebnis, das soeben in schöner Ausstattung beim Insel- verlag herauskommt, ist unbeschwert mit Dingen, die nur die „tagenbaren Bürger" angehen, ist geschrieben mit einer souveränen Beherrschung des Stoffes und mit einer Weite des Blickes, die gewiß auch gut bremisches Erbteil ist.
Das Buch gliedert sich in drei große Abschnitte. Diese gruppieren sich um die Höhepunkte bremischer Geschichte. Der erste von ihnen ist die große Zeit des Erzbistums, die Zeit, da Bremen das nordische Rom genannt wurde. Bis Skandinavien und die Südküste der Ostsee reichte damals die Macht des bremischen Krummstabes, und diese Macht war keineswegs nur eine religiös-kirchliche. sondern auch eine politische. Große Gestalten ragen auf, io Adalbert, so Adam, der als Berater zweier Kaiser. Heinrich des III. und Heinrich des IV. Reichspolitik machte.
Mit der Macht der Kirche entwickelte sich eine starke Kaufmannschaft Das Ansehen des Reiches erschloß ihnen die Well Sie hießen .die Leute des römischen Reiches deutscher Nation", .die Leute des Kaisers". AIs die Macht des Erzbistums erlosch, als das Reich ohnmächtig dalag.