Ausgabe 
(17.3.1935) Nr. 76
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das amtliche Organ -es Senats

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Nr. 7S / 3 . Jahrgang

Sonntag, 17. März

Einzelpreis 12 Rpf.

Allgemeine Wehrpflicht in Deutschland

Entscheidender Beschluß des Ministerrats: 12 Wehrkommandos, 36 Divisionen

/

Der Wortlaut -es Gesetzes

cinb Berlin, 16. März

Die Reichsregierung hat deute eine Proklamation von weitesttragender geschichtlicher Bedeutung erlassen und folgendes Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1932 verkündet:

§ 1. Der Dienst in der Wehrmacht erfolgt auf der Grundlage der allgemeinen Wehr­pflicht.

§ 2. Das deutsche Friedensheer einschließlich der überführten Xruppenpolizeien gliedert sich in 12 Korpskommandos und 36 Divisionen.

8 3 . Die ergänzenden Gesetze über die Regelung der allgemeinen Wehrpflicht sind durch den Reichswehrminifter dem Reichsministerium vorzulegen.

Berlin, 16. März 1932."

Das Gesetz ist vom Führer und sämtlichen Mitgliedern des Reichskabinetts unter­schrieben worden.

Heldengedenken!

Und Ihr habt doch gesiegt!"

Aufruf des Führers

VIW. Berlin, 18 . März.

Der Führer hat gestern nachmittag seinen Krankheitsurlaub unterbrochen und ist nach Berlin zurückgekehrt. Er hat im Verlause des gestrigen Abends noch eine Reihe von Herren aus dem Reichskabinett zu sich gebeten, um die internationale Lage zu besprechen. In Verfolg dieser Unterredungen ist für mittags um 1 Uhr ein Ministerrat zusammenberusen worden. In diesem Ministerrat ist ein Ausruf und ein Gesetz beschlossen worden, das von weitesttragender Bedeutung ist.

Der Führer wird morgen mittag noch an der Totenfeier in der Staatsoper teil­nehmen, den Vorbeimarsch abnehmen und dann wieder in seinen Erholungs­urlaub nach München zurückfahren.

Nachmittags 4 Uhr empfing Reichsminister Dr. Goebbels die Hauptschriftleiter der Berliner Zeitungen und die Vertreter der auswärtige» Presse und gab ihnen die folgende Erklärung der Reichsregierung mit anschließendem Eesetztext bekannt:

An vas deutsche Volk!"

Als im November 1918 das deutsche Volk vertrauend auf die in den 11 Punkten Wilsons gegebenen Zusicherungen nach 4V-jährigem ruhmvollen Widerstand in einem Kriege, dessen Ausbruch es nie gewollt hatte, die Waffen streckte, glaubte es, nicht nur der gequälten Menschheit, sondern auch einer großen Idee an sich einen Dienst erwiesen zu haben. Selbst am schwersten leidend unter den Folgen dieses wahnsinnigen Kampfes, griffen die , Millionen unseres Volkes gläubig nach dem Gedanken einer Neugestaltung der Völkerbeziehungen, die durch die Abschaffung der Geheimnisse diplomatischer Kabinettspolitik einerseits sowie der schrecklichen Mittel des Krie­ges andererseits veredelt werden sollten. Die geschichtlich härtesten Folgen einer Niederlage erschienen vielen Deutschen damit geradezu als notwendige Opfer, um einmal für immer die Welt von ähnlichen Schrecknissen zu erlösen.

Die Idee des Völkerbundes hat vielleicht in keiner Nation eine heißere Zustimmung erweckt als in der von allem irdischen Glück verlassenen deutschen. Nur so war es verständlich, daß die in manchem geradezu sinnlosen Bedingungen der Zerstörung im deutschen Volke nicht nur ange­nommen, sondern von ihm auch erfüllt worden find. Das deutsche Volk und insonderheit seine damaligen Regierungen waren überzeugt, daß durch die Erfüllung der im Bersailler Vertrag vorgeschriebene« Entwaffnungsvestimmunge« ent­

sprechend der Verheißung dieses Vertrages der Beginn einer internationalen allgemeinen Ab­rüstung eingeleitet und garantiert sein würde.

Denn nur in einer solchen zweiseitigen Erfüllung dieser gestellten Aufgabe des Vertrages konnte die moralische und vernünftige Berechtigung für eine Forderung liegen, die einseitig auferlegt und durchgeführt zu einer ewigen Diskriminierung und damit Minderwertigkeitserklärung einer großen Nation werden mußte. Damit aber könnte ein solcher Friedensvertrag niemals die Voraussetzung für eine wahrhafte innere Aussöhnung der Völ­ker und einer dadurch herbeigeführten Befriedung der Welt, sondern nur für die Aufrichtung eines ewig weiterzehrenden Hasses sein.

Wie Deutschland abrüstete

Deutschland hat die ihm auferlegten Abriistungs- verpflichtungen nach den Feststellungen der inter­alliierten Kontrollkommission erfüllt. Folgendes waren die von dieser Kommission bestätigten Ar­beiten der Zerstörung der deutschen Wehrkraft und ihrer Mittel:

Heer: 59 897 Geschütze und Rohre, 139 558 Maschinengewehre, 31479 Minenwerfer und Rohre, 6 997 999 Gewehre und Karabiner, 243 937 ME.-Läufe, 28 991 Lafetten, 4399 MW.-Lafetten, 38 759 999 Geschosse, 16 559 999 Hand- und Gewehr­granaten, 69 499 999 scharfe Zünder, 491999 999 Handwaffenmunition, 335 999 t Eeschoßhülsen, 23 515 t Kartusch-Patronenhülsen, 37 699 t Pul­ver, 79 599 Munitionsleeren, 212 999 Fernsprecher, 1972 Flammenwerfer, 31 Panzerzüge, 59 Tanks, 1762 Veobachtungswagen, 8982 drahtlose Statio­nen, 1249 Feldbäckereien, 2199 Pontons, 981,7 t Ausrüstungsstücke für Soldaten, 8 239359 Sack

Ausrüstungsgegenstände für Soldaten, 7399 Pisto­len und Revolver, 189 ME.-Schlitten, 21 fahrbare Werkstätten, 12 Flak-Geschützwagen, 11 Protzen, 64 999 Stahlhelme, 174 999 Gasmasken, 2599 Ma­schinen der ehemaligen Kriegsindustrie, 8999 Ge­wehrläufe.

L. Luft: 15 714 Jagd- und Bombenflugzeuge, 27 757 Flugzeugmotoren.

0. Marine: Zerstörtes, abgewracktes oder ver­senktes Kriegsschiffmaterial der Marine: 26

Eroßkampfschiffe, 4 Küstenpanzer, 4 Panzer­kreuzer, 19 kleine Kreuzer, 21 Schul- und Spezial- schiffe, 83 Torpedoboote. 315 U-Boote.

Ferner unterlagen der Zerstörungspflicht: Fahrzeuge aller Art, Easkampf- und zum Teil Easschutzmittel, Treib- und Sprengmittel, Schein­werfer, Visiereinrichtungen, Entfernungs- und Schallmeßgerät, optische Geräte aller Art, Pferde­geschirr, Schmalspurgerät, Felddruckereien, Feld­küchen, Werkstätten, Hieb- und Stichwaffen, Stahlhelme, Munitionstransportmaterial, Nor­mal- und Spezialmaschinen der Kriegsindustrie, sowie Einspann-Vorrichtungen, Zeichnungen dazu, Flugzeug- und Luftschiffhallen usw.

Nach dieser geschichtlich beispiellosen Erfüllung eines Vertrages hatte das deutsche Volk ein An­recht, die Einlösung der eingegangenen Ver­pflichtungen auch von der anderen Seite zu erwarten. Denn: ^

1. Deutschland hatte abgerüstet.

2. '2m Friedensvertrag war ausdrücklich gefor­

dert worden, daß Deutschland abgerüstet wer­den müßte, um damit die Voraussetzung für eine allgemeine Abrüstung zu schaffen, d. h.: es war damit behauptet, daß nur in Deutsch­

lands Rüstung allein die Begründung für die Rüstung der anderen Länder läge.

3. Das deutsche Volk war sowohl in seinen Re­gierungen als auch in seinen Parteien damals von einer Gesinnung erfüllt, die den pazifi­stisch-demokratischen Idealen des Völkerbun­des und seiner Gründer restlos entsprach. Während aber Deutschland als die eine Seite der Vertragsschließenden seine Verpflichtun­gen erfüllt hatte, unterblieb die Einlösung der Verpflichtung der zweiten Vertragsseite.

Das heißt: Die hohen Vertragschließenden der ehemaligen Siegerstaaten haben sich einseitig von den Verpflichtungen des Versailler Vertrages gelöst!

Wie öle anderen aufrüsteten

Allein nicht genügend, daß jede Abrüstung in einem irgendwie mit der deutschen Wasfenzerstörung vergleichbaren Matze unterblieb, nein, es trat nicht einmal ein Stillstand der Rüstungen ein, ja, im Gegenteil, es wurde endlich die Ausrüstung einer ganzen Reihe von Staaten offensichtlich. Was im Kriege an neuen Zerstörungsmaschinen erfun­den wurde, erhielt nunmehr im Frieden in metho­disch-wissenschaftlicher Arbeit die letzte Vollendung. Auf dem Gebiete der Schaffung mächtiger Land­panzer sowohl als neuer Kampf- und Vomben- maschinen fanden ununterbrochene und schreckliche Verbesserungen statt. Neue Riesengeschlltze wurden konstruiert, neue Spreng-, Brand- und Gasbomben entwickelt. Die Welt aber hallte seitdem wider von Kriegsgeschrei, als ob niemals ein Weltkrieg ge­wesen und ein Versailler Vertrag geschlossen wor­den wäre.

(Fortsetzung auf Seite 2)

* Bremen, 17. März.

Heldengedenktag!

Tag dankbaren Gedenkens an alle die­jenigen, die den Tod erlitten, damit Deutsch­land leben kann.

Wir haben uns vielleicht schon viel zu sehr an den Gedanken gewöhnt, daß zur Ver­teidigung des deutschen Bodens und zum Schutz von Haus und Herd sich im Weltkrieg rund zwei Millionen deutscher Männer opferten für das Vaterland. Wir haben uns zu sehr daran gewöhnt, als daß wir in Zei­ten des Alltags dieser Taten lebhafter ge­dächten. Und wir haben uns vielleicht auch schon etwas zu rasch damit abgefunden, daß vierhundert der besten unseres Volkes für die Wiedererneuerung Deutschlands noch nach dem Kriege starben. Doch wir haben nicht vergessen, daß ihr Tod erst dem Tod der zwei Millionen des Weltkrieges wieder richtigen Sinn zu geben vermochte.

Ohne das Opfer der Vierhundert wäre das Opfer der zwei Millionen vergeblich ge­wesen und wenn der Führer, in dessen Ge­folgschaft und für dessen Idee die Vierhun­dert starben, einen Tag bestimmte, wo dieser Vierhundert gleichzeitig mit jenen zwei Millionen im deutschen Volke besonders ge­dacht werden soll, so geschah es nicht bloß, um dem deutschen Volke immer wieder ein­mal eine Dankesschuld ins Gedächtnis zu­rückzurufen, die im beständigen Kampf und Getriebe des Allstags weder vergehen kann. noch darf, sondern vor allem aus jenem tie­fen Empfinden heraus, dem der Führer vor zwei Jahren Ausdruck gab, als er nach er­folgten: Durchbruch der nationalsozialistischen Revolution in Deutschland vor der Münche­ner Feldherrnhalle das lapidare Wort sprach: Und ihr habt doch gesiegt!"

Ihrhabtdoch gesiegt! Ja, ihr habt gesiegt, ihr zwei Millionen deutscher Helden, die ihr in den Krieg zöget, um ein von un­gezählten Feinden eingekreistes und über- fallenes Vaterland zu verteidigen. Ihr habt gesiegt, weil aus der Größe eures Opfers in deutschen Seelen neue Heldengröße erwuchs und von neuem zum todesmutigen Einsatz kam, obwohl mit den düsteren Tagen von 1918 der Untergang des Reiches hoffnungslos besiegelt schien. Ihr habt gesiegt, und ihr konntet siegen, weil einer, der mit euch draußen im Felde viereinhalb Jahr lang um des Reiches Bestand gegen die feindliche Uebermacht gerungen und geblutet hatte, schwer verletzt in die Heimat zurückgekehrt, sich als Vollstrecker eures letzten Willens fühlte. Euer Vermächtnis zu erfüllen, ging er an die Arbeit, um das ungeheure Werk der Wiedererneuerung des Reiches und des Volkes zu vollbringen. Und indem er zuerst ein kleines Häuschen, dann immer größere Massen, zuletzt ein ganzes

Drei Völker - örel Felder der Ehre

Wie die /Kationen ihrer Toten auf dem Schlachtfeld gedenken

Dammweg

Lhemin des Domes. Graziöser, französischer Name, dem viele deutsche Soldaten oft nach­sannen, der vielen eine Vision und eine Sehnsucht wurde. Im Sommer 1914 eine bezaubernd schöne, auf. und abschwingende Bergstraße, der der Wald. seinen kräftigen Duft mitteilte. Und einst ist hier eine schöne Königin gezogen, nach der man diese Straße Damenweg genannt hat. In den Kriegs- sommern war der Damenweg ein weißes Band mit grünen Strichen; mit Trichtern, Löchern, Trümmern: mit schwarzen, braunen und gelben Rauchbäumen beim Angriff. 2n den Wintern, sah man hier einen gefrorenen oder morastischen Kanal. Und Anno 1918 war er nur noch eine graue Markierung, die wie eine Vleiröhre Men­schen und Material oft inReihe zu einem" nach vorn leitete. Nach vorn, nach vorn!

Chemin des Domes. War Verdun Frankreichs Blutmühle, so war der Damenweg Frankreichs Blutstraße. Seineendlose Straße". Und endlos, nuübersehbar reihen sich da heute französische Kreuze und Hügel. Im Wald steht dieMadonna des Schweigens", hochragend in Stein eine Frauen- bewacht die Ruhe der schlafenden Armee. Sie hat ewacht die Ruhe der schlafenden Armee. Sie hat die Hand erhoben und einen Finger vor die ge­schlossenen Lippen gelegt, als wolle sie sagen, daß dies Land ein heiliges sei, auf dem man die .Schuh« ausziehen mäste. Hohe Napoleons-Pappeln, Frankreichs Lieblingsbäume, sind im lZraberfeld verstreut. Reiche, oft peinlich überladene und mit

glasgeschützten Photographien gezierte Male sind den Schangels, den Poilus errichtet worden: zum Zeichen, daß sie die ersten geworden sind in der großen Nation. Am Tag der Soldaten schwimmt ein Meer von Flämmchen über dem Totenfeld und bannt die Augen, daß sie die Sterne nicht mehr sehen. Steigt nicht das Märchen vomGevatter Tod" auf, das die Franzosen genau so erzählen wie die Deutschen? Sind das hier Lebenslichter? Ergreifend ist die Madonna des Schweigens, kühl und ein wenig fremd.

Vpern

Wie grundverschieden gedenken doch die Völker ihrer Toten! Das wieder aufgebaute, vieltürmige Ppern ist Englands Totenzone, isttds zour- ns/s sock". Bei Zonnebeke stehen 14 999 weiße, prunkvolle Stein«, die Namen in goldener Block­schrift eingegraben. Sämtliche Steine wurden eigens aus England herübergeschasft. In Vpern wölbt sich der mächtige hallende Erinnerungsbogen für 69 999 vermißte Engländer. Ihre Namen sind sämtlich in diesem Erinnerungsbogen verzeichnet. Ihnen gilt noch eine besondere Ehrung, die Eng­lands würdiger ist als die viel zu stolzen Steine. Abend um Abend treten in das erlöschende graue Licht zwei Hornisten der englischen Arme«, in voller Kriegsuniform, den flachen Stahlhelm auf dem Kopf. Hart an die Gräber stellen sie sich, und langgezogen, klagend erklingt ihr Signal zu den verschollenen Kameraden:Sammeln!Die letzte Post!" Hören es die, deren Gebeine der Wind spur­

los verwehte? In den Lüften zieht es, es ist wie ein Riesenzug toter Soldaten. Und die Besucher erschauern im Nachtwind, der von der Küste her- überstreicht und das Gurgeln und Vollern der Nordsee, die England wie ein silbernes Kleinod einfaßt, mitträgt.

Langemarck

Schon unter den vielen weißen Malen bei Zonnebeke gibt es ein kärgliches Holzkreuz für drei unbekannte deutsche Soldaten. Die Engländer haben es am Ort gelassen, als sie den Boden für ihre Toten erwarben. Da steht es kahl, wie ver­stoßen und es ist der Arme an des Reichen Tisch. Uns zieht sich das Herz zusammen. Das kärgliche Holzkreuz steht für Deutschland.

Viel tausend Gräber im fremden Land Mußten wir schaufeln mit eigener Hand Im Morgenrot und Lei tiefer Nacht Wir haben die Helden zur Ruh gebracht.

Heut hat man dabei die Trommel geregt, Ein andermal nur die Wimper bewegt, Schulter an Schulter, an Glorie gleich, So rückten sie hin ins Totenreich.

Für Deutschland stehen die zahlreichen, schlich, ten, schwarzgrauen Kreuze auf Friedhof 123 bei Langemarck, zwischen denen sich junge sehnige Eichen hochranken. 19 999 von Deutschlands jun­ger Mannschaft werden hier in den Gräbern dieser Erde wieder Landschaft; sie bauen am silbernen Flandern mit. In unheimlich starkem, strengem Formrhythmus ziehen sich die nackten Kreuze auf einheitlichem hügellosen Rasenfeld hin, von nie­drigen Hecken oder Vacksteinmauern eingezäunt, den Blick freilassend in die offene flandrische Landschaft. Neuerbaute Dörfer senden das tiefe Rot ihrer Ziegel in das weißliche Blau des Him. mels, der Pflug bricht friedlich-arbeitsam die dampfende Frllhlingserde auf. Hin und wieder erheben sich Schrotthaufen von Kriegsgerät, die

Inzwischen floh Sommer und Sommer dahin, Und flüchtig und flüchtig ist Menschensinn. Der Hügel da draußen ist leicht verweht. Sag an, ob er noch im Herzen dir steht?

O du mein Volk, vergiß dich nicht ganz!

Vergiß nicht die Toten, vergiß nicht den Kranz! Aus allen Fernen singt dir der Wind Von Helden, die dir gestorben sind!

tzeldengrsber

Don Karl Vurkert

Bauern ziehen immer noch Stahlhelme aus den Aeckern und setzen sie auf die Spitzen von Stroh­mieten, damit der Regen nicht eindringt. Das alles muß dem Leben dienen.

Warum fällt einem vor diesen Holzkreuzen eine Stelle des Tacitus ein?Grabmäler ver­achten sie, Klagen und Tränen nehmen bald, Schmerz und Traurigkeit spät ein Ende." Die hier brauchen keine prunkvollen Stätten. Ihr inneres Glühen und Brennen, ihre Begeisterung, waren das blankste Rüstzeug Deutschlands. Das schimmert nun vor der neuen Jugend her für immer. Wie die Grenadiere Friedrichs des Großen, wie die Musketiere des alten Blüchers stürzten dieKinderregimenter", jeden Schutz ver­achtend, gegen die knatternden, fauchenden Hecken- reihen vor. und die flandrischen Kanäle färbten sich rot von Blut . . .

Eingeschnitzte Namen lesen wir und glauben, zwi­schen Namen und Namen das röchelnde Atemholen des Todes zu hören. Aber der Tod ist verschlun­gen in den Sieg. Was sind das für tröstliche Töne, die zu uns herüberwehen! Eine Gruppe deutscher Studenten steht in der schmucklosen Ehrenhalle und singt ein uraltes Lied: Kein schönrer Tod ist in der Welt / als wer vorm Feind erschlagen. / Auf grünerHeid. im weiten Feld / darf nicht sein groß Wehklagen ..." '

Es gibt keine schöpferische Handlung außer Die- Opfern; es hält die Welt zusammen. Der Wissend« kann nur noch dienen und opfern Jeder Dwnende gibt seine Kraft, damit ein anderer ^-D'e Langemarck-Toten sind in den Mythus Deutschlands eingetreten. Der Mythus ist wie die Stimme eines klingenden Bergwassers, das die ^^ ewem geheimnisvollen Ton er- der VMer * ^ Kr das höhere Leben

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