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Nr. 69 / 3. Jahrgang
Sonntag, io. März
Einzelpreis is Rps.
Gauleiter Hans Schemnis letzter Weg
Der Führer in Bayreuth
Rudolf Hetz: „Hans Schemm, du bist unvergänglich in der Bewegung!"
Halbmast am 17. März
Berlin, 9. März
Am Heldengedenktag, dem 17. März» flagge» die Gebäude des Reiches, -er Länder, der Gemeinden, der Körperschafte« des öffentliche» Rechts und der öffentlichen Schulen halbmast. Diese Anordnung wird hiermit amtlich mit dem Hinzufügen bekanntgegeben, daß eine schriftliche Benachrichtigung der Behörden nicht erfolgt.
Reichötagung der Arbeitsfront
Berlin, 9. März
Von 26. bis 89 März findet in Leipzig die große Reichstagung der DAF. statt. Reichsleiter und Reichsminister werden auf dieser Tagung sprechen. Die Amtsleiter der DAF. geben in kurzen Referaten einen Leistungsbericht über die Arbeit ihrer Aemter. Damit wird diese gewaltige Tagung, bei der über 4000 Teilnehmer erscheinen, zu einer großen und eindrucksvollen Leistungsschau der DAF. Alle Kreiswalter, Gauwalter und Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter der DAF. sind in diesen Tagen in Leipzig versammelt.
Görings Hochzeit am 11. April
Berlin» 9. März
Die Adjutantur des Ministerpräsidenten Eöring bestätigt die Nachricht, daß sich der Ministerpräsident und Reichsluftsahrtminister General Eöring am Donnerstag, 11. April, mit Frau Staatsschauspielerin Emmy Sonnemann vermählen wird.
„Deutschland fürchtet sich nicht"
Paris, 9. März
Die außenpolitische Mitarbeiterin des „Oeuvre" ist in Berlin eingetroffen und sendet ihrem Blatt ihren ersten Bericht. Sie kann nicht umhin, festzustellen, daß die Wirtschaftslage in Deutschland keineswegs so unentwirrbar aussehe, wie man das in Frankreich häufig darstelle. Die Methoden Dr. Schachts hätten Wunder gewirkt. Hinsichtlich der Führung der deutschen Außenpolitik hat die Berichterstatterin den Eindruck gewonnen, daß sich Deutschland vor einer Einkreisung nicht fürchte.
Äus dem Inhalt
der heutigen Ausgabe unserer Zeitung
Unterredung v. Ribbentrops mit dem englischen Journalisten Ward Price
„Der Ostfriese und sein Lebensraum" Von Eugenie von Garvens (Stille Stunde)
Wird Schmeling siegen? (Bebilderte Son- derseite über den Boxkampf Schmeling gegen Hamas)
Schomburgk-Jnteroiew
Der „Kuhhirten" wird umgestaltet
Jahresbericht der Sparkasse in Bremen (Handel)
Bayreuth, 9. März.
Der Führer verließ am Freitagabend Berlin und begab sich im Sonderzug nach Bayreuth, um seinem tödlich verunglückten Gauleiter Hanns Schemm die letzte Ehre zu erweisen. Am Sonnabendvormittag 10.30 Uhr traf -er Sonderzug in Bayreuth ein. Der Führer begab sich sofort zu den Beisetzungs- feierlichkeiten.
Mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand nahm der Führer nicht an der Beisetzung aus dem Friedhof, sondern nur an der Totenfeier im geschlossenen Raum, in der Ehrenhalle des Hauses der Deutschen Erziehung, teil. Die Gedenkrede in der Ehrenhalle, die der Führer infolge seiner Erkältung nicht selbst halten konnte, wurde von seinem Stellvertreter Rudolf Hetz übernommen.
Die Straßen. Vayreuths belebten sich im Laufe des frühen Vormittags mehr und mehr. Vor dem
Berlin, 9. März.
Mit dem Eintritt milderer Witterung, die Mitte Februar eine Wiederaufnahme der wegen des' Frostes unterbrochenen Außenarbeiten ermöglichte, setzte — wie die Neichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung berichtet — eine umfangreiche Entlastung in der Arbeitslosigkeit ein. Die Zahl der bei den Arbeitsämtern eingetragenen Arbeitslosen lag Ende Februar — bei einem Stande von 2 765 000 — bereits um 209 000 unter dem winterlichen Höchststand, der Ende Januar erreicht war. Ein Rückgang in diesem Umfange ist für die jetzige Jahreszeit umso beachtlicher, als erfahrungsgemäß der Höhepunkt der winterlichen Arbeitslosigkeit meistens erst gegen Ende Februar erreicht zu werden pflegt.
Die günstige Rückwirkung der gebesserten Witterungsverhältnisse auf den Arbeitseinsatz trat in diesem Jahr besonders rasch und kräftig ein und dies berechtigt zu der Erwartung, daß der winterliche Rückschlag im nächsten Monat weiter schnell und erheblich aufgeholt wird, wenn nicht ein länger anhaltender Kälteeinfall die Autzen- arbeiten erneut tiefgreifend behindert. An der Abnahme der Arbeitslosigkeit waren alle Landesarbeitsamtsbezirke beteiligt. Die stärksten Rückgänge hatten die Bezirke Brandenburg, Mitteldeutschland und Sachsen. Im'Osten des Reiches war die Entlastung naturgemäß noch gering.
Hause der Deutschen Erziehung, auf dem Platz, der zum ersten Male die lorbeerumkränzten Schilder mit dem Namen des toten Gauleiters trägt, stauen sich die Menschen, um nochmals am Sarge des Toten vorbeizuziehen. Auf dem Wege vom Haus der Deutschen Erziehung zum Friedhof sind 200 Pechpfannen aufgestellt worden. Nachdem die übrigen Sonderzüge eingetroffen waren, kam kurz nach 10 Uhr der Münchener Sonderzug, in dem sich Reichsstatthalter General Ritter v. Epp, Ministerpräsident Siebert, Innenminister Wagner, Staatssekretär Däuser sowie die Nürnberger Trauergäste, an ihrer Spitze Gauleiter Julius Streicher, befanden.
Außer dem Führer trafen auch die Reichsminister Goebbels und Darre, Reichspressechef Dr. Dietrich, Obergruppenführer Vrückner und Korpsführer Hiihnlein ein. Auf dem Wege zum „Haus der Deutschen Erziehung" wurde der Führer überall von der in den Straßen wartenden dichten Menge stumm mit erhobener Rechten begrüßt.
Inzwischen haben die Leidtragenden in der Ehrenhalle des Hauses der Deutschen Erziehung Platz genommen. Es sind die Witwe des Verstorbenen, seine Mutter, sein 18jähriger Sohn und die beiden Brüder des Ministers anwesend. Hinter den Familienmitgliedern sitzen die beiden Ehrenbürgerinnen Bayreuths, Frau Winni- fred Wagner mit ihren Kindern und Frau Eva Chamberlain.
Der Führer betritt die Halle. Die sonst so gewohnten Heil-Rufe ersterben auf den Lippen der Trauerversammlung. Der Führer schreitet zum Sarg und reckt die Hand zum Abschiedsgruß. Sodann drückt er der Witwe und der Mutter des Verstorbenen sichtlich bewegt sein Beileid aus. Zwei SA.-Führer übergeben ihm den riesengroßen Lorbeerkranz, den er darauf am Sarg niederlegt. Der Kranz des Führers trägt folgende Worte: „Meinem treuen alten Gauleiter, dem Kampfgenossen um die Macht, dem Erzieher eines neuen Volkes, Hanns Schemm in tiefer Bewegung und Dankbarkeit. Adolf Hitler." (Fortsetzung S. 2)
Bürgerkrieg um feiner selbst
* Bremen, den 10. März 1935.
Der Bürgerkrieg in Griechenland hat gleich in den ersten Tagen seines Ausbruches eine Schärfe und ein Ausmaß angenommen, das nicht anders als besorgniserregend bezeichnet werden kann.
Wenn hierüber aus Athen gemeldet wird, daß es sich bei der neuen großen Ausstandsbewegung um einen bewaffneten inneren Machtkampf handelt, wie er in Griechenland bis jetzt blutiger noch nie erlebt wurde, so findet man diese Behauptung voll bestätigt durch eine Anzahl zuverlässiger und den Stempel der Wahrheit an der Stirne tragender Meldungen, die der Kenner der politischen und geographischen Verhältnisse Griechenlands unschwer aus dem Wust der aus dem Balkan ständig einlaufenden Nachrichten herauszuschälen vermag.
Gefechte zu Wasser und zu Lande und in der Luft zwischen den Regierungstruppen und den Aufständischen in Athen selbst, in Mazedonien, Ostthrazien, Kreta haben schon auf beiden Seiten Tote nach vielen Hunderten und Verwundete nach Tausenden gekostet. Der Bürgerkrieg wird mit einer Erbitterung geführt, die — so möchte man fast sagen — einer konkreteren Sache würdig wäre. Das nämlich ist das Tragische bei dem Griechenland tief aufwühlenden Kampfe, daß er nicht so sehr seine eigentlichen Ursachen in politischen oder gar weltanschaulichen Gegensätzen hat, als vielmehr im rein Persönlichen, d. h. in der un - bedingten und unüberbrückbaren Gegnerschaft des alten Kämpen Venizelos gegen jedwede Regierung Griechenlands, die nicht eine Regierung Venizelos selber ist, daß dieser Bürgerkrieg also sozusagen ein Kampf um des Kampfes willen, ein Bürgerkrieg um seiner selbst ist.
Wohl stehen sich Venizelos — übrigens ein grundsätzlicher Gegner Deutschlands — und Tsaldaris, der Ministerpräsident Griechenlands, wie Feuer und Wasser in heftiger persönlicher Abneigung gegenüber. Falsch wäre es aber, zu sagen, daß der Ausstand — wie es manchem scheinen möchte — auf dem Gegensatze: hie republikanisch, hie monarchistisch beruht. Ist es doch eine unbestrittene Tatsache, daß auch auf Tsaldaris Seite, der wohl als Monarchist bekannt ist, aber bei seinem Regierungsantritt in einem feierlichen Versprechen den Bestand der republikanischen Staatsform in Griechenland verbürgte, ebenso zahlreich Republikaner wie Monarchisten vertreten sind. Und obgleich der Aufstand von den Anhängern des Venizelos zum größten Teil mit der Behauptung zu rechtfertigen versucht wird, daß es ein Kampf gegen die Monarchisten sei, liegt offen zutage, daß Venizelos semen Gegner Tsaldaris auch dann bis aufs Messer bekämpfen würde, wenn Tsaldaris nicht als Monarchist bekannt wäre. Wie sehr Venizelos seine Gegnerschaft zu Tsaldaris um jeden Preis aufrechtzuerhalten stets bemüht war, läßt sich ja auch schon aus der Tatsache erkennen, daß er Tsaldaris griechisch-türkische
Arbeitslosenzahl fällt wieder
Günstige Entwicklung des Arbeitseinsatzes im Monat Februar
Die Zahl der Unterstützungsempfänger in den drei llnterstützungseinrichtungen ist um 119 000 zurückgegangen und zwar sank die Zahl der Unterstützten in der Arbeitslosenversicherung um 88 000 auf 720 000 und in der öffentlichen Fürsorge um 38 000 auf 648 000. Die Krisenfürsorge hatte demgegenüber bei einem Stande von 821000 Unterstützten Ende Februar einen geringen Zugang um 7000. Beachtlich ist der Rückgang der sonstigen — nicht unterstützten — Arbeitslosen um 90 000. Er zeigt, daß eine beträchtliche Zahl von Arbeitslosen schon innerhalb der dem Unterstützungsbezug vorgeschalteten Wartezeit, also innerhalb ganz kurzer Frist, wieder in Arbeit gekommen ist: weiter treten in diesem Rückgang
Gegen estmiche Freiheitskämpfer
Neval, 9. März
Die von der estnischen Regierung verbotene Freiheitskämpferbewegung hat in letzter Zeit, wie von amtlicher Seite gemeldet wird, eine lebhafte illegale Tätigkeit entwickelt. Heimlich seien militärisch aufgezogene Abteilungen gebildet worden. 2n den Städten Reval und Dorpat hätten sich besondere Stoßtrupps der Freiheitskämpfer gebildet, die sich Attentate aus führende Persönlichkeiten der Regierung Päts zum Ziele gesetzt hätten. Weiterhin seien weit-
die nicht unbeträchtlichen Vermittlungen nicht unterstützter Jugendlicher in die Landwirtschaft in Erscheinung. Die Zahl der von der Reichsanstalt betreuten Notstandsarbeiter hat um 81000 zugenommen und betrug Ende Februar 291000.
Die Arbeitslosenzahlen für das Saarland sind in den vorstehenden Zahlen nicht enthalten. Die noch nicht abgeschlossenen Ermittlungen lasten für das Saarland im Zeitpunkt der Uebernahme eine Arbeitslosenzahl von über 81000 erwarten. Damit wird die Belastung des Saarlandes mit 61,7 Arbeitslosen aus 1000 Einwohner wesentlich über dem Reichsdurchschnitt von 42,4 Arbeitslosen auf 1000 Einwohner liegen.
gehende Vorbereitungen für einen bewaffneten Putsch getroffen worden. Haussuchungen bei führenden Freiheitskämpfern förderten Vorräte an Handgranaten zutage. Zwanzig führende Freiheitskämpfer sind deshalb bisher verhaftet worden. Der Regierung scheinen diese Dinge durch Gegensätze innerhalb der Freiheitskämpferbewegung selbst zur Kenntnis gekommen zu sein. Während nämlich ein Teil der Mitglieder entschlossen ist, den Kampf gegen die Regierung Päts mit allen Mitteln durchzuführen, ist eine andere Richtung Gegner jeder Gewaltanwendung.
„Hundert Fahre Oesterreich im Roman"
yum 75. Geburtstag Gmil Ertls am 11. Mär)
Die ältesten Hakenkreuze der Welt
Eine interessante Schau in Lrefeld
Soeben wurde in der staatlichen Eewebesainin- lung in Krefeld im Hause der Webeschule eine Sondsrausstellung „Das Hakenkreuz, ein Symbol und seine Geschichte" eröffnet, die einen interessanten Einblick in die historische Entwicklung des Wahrzeichens des Dritten Reiches bietet.
Das Schrifttum der Donau-Monarchie, Oester- reich-llngarns, bot ein ebenso uneinheitliches Bild wie das politische Kaiserreich Oesterreich-Ungarn vor dem Zusammenbruch 1918 auch. 2n Wien schien dieses Schrifttum bestimmt und charakterisiert zu werden. Aber was in Wien schrieb und das meiste Aufsehen von sich zu machen verstand, das war nicht Schrifttum im Sinne blutsgebun- dener Dichtung, die die Bezeichnung national verdient hätte, es war im besten Falle „wienerisch" und auf der anderen Seite wurzelloses „Literaten- tum", das am üppigsten im Kaffeehaus gedieh. So ist es zu erklären, daß die Dichtungen Karl Schönherrs in Deutschland sehr zu denken gaben. Denn dieser Dramatiker, der Menschen von Fleisch und Blut auf die Bretter stellte und sie in ihrer Heimatverbundenheit schilderte, wie einst Defregger Land und Leute gemalt hatte, war ja ein Heimatkünstler wie etwa ältere Erzähler — Anzengruber und Rosegger.
Abseits vom Moralischen Alltagsgetriebe gab es damals in Oesterreich Schriftsteller von Format und Könnerschaft, die das Werk dieser erd- und volksverbundenen Heimatkünstler fortführten: Adam Müller-Euttenbrunn aus dem ungarischen Vanat Euttenbrunn, Enrika von Handel-Mazzetti und der Wiener Emil Ertl, der auch heute noch nicht den verdienten Leserkreis hat und vielen Lesern Norddeutschlands besonders nur dem Namen nach bekannt ist. Ertl der jetzt 73 Jahre alt wird, ist eins der stärksten Talente deutschen Schrifttums in Oesterreich.
Er begann als Soldat. Er wurde Offizier. Aber seine Freizeit gehörte den Büchern und der Schriftstellerei. Da er wie keiner von Land und Leuten seiner Grazer Heimat zu erzählen verstand, wurden schon die ersten Niederschriften
I seiner in freien Stunden aufgezeichneten Erzählungen, die er schüchtern Zeitungen und Zeitschriften angeboten hatte, gern gedruckt und gern gelesen. Und da er viele große Pläne hatte, da ihm, dem Bücherwurm-Soldaten, der nichts lieber getan hatte, als in Bibliotheken zu arbeiten und zu lesen, der sich bei dieser Arbeit eine gediegene Fachkenntnis des Büchereiwesens angeeignet hatte, eine Stellung als Bibliotheksbeamter angeboten wurde, zog er kurz entschlossen den bunten Rock aus, um unter die „Literaten" zu gehen, die damals, in den neunziger Jahren, in Oesterreich angesehener waren als in Preußen. Ertl gründete sich eine solide Existenz — er hat es bis zum „Vorsteher der Bibliothek an der Technischen Hochschule zu Eraz" gebracht.
Seine Lebensarbeit, seine Leidenschaft und seine Liebe gehörten fortan der Idee jenes großen epischen Werkes, in dem er ein getreues Bild seines Vaterlandes von der Biedermeierzeit bis zur Gegenwart geben wollte. 190o erschien der erste Band dieser Erzählung unter dem Titel „Die Leute vom Guguckhaus". Es folgte der Band „Freiheit, die ich meine", der Roman des deutsch-österreichischen Bürger- und Bauerntums, dann der Roman „Auf der Wegmacht", der die „Industrialisierung der Kultur" oder — wie man auch gesagt hat — die „Mechanisierung des Geistes" durch die Industrie zum Gegenstand hat, und schließlich, nach dem Zusammenbruch 1918. der bekannteste dieser Romane, der 1920 j erschienene Band „Das Haus zum Seiden- ^ dauern". Die großen Ereignisse von 1848. 1800 und 1914/18 kennzeichnen die historischen Abschnitte dieser Arbeit. Schonungslos, aber österreichisch-liebenswürdig-kritisch schildert Ertl, was
die Geschichte gelehrt hat: da die alte Donaumonarchie ein zeitgemäßes Zweckgebilde war, dem jede völkische Bindung fehlte, mußte sie auseinanderfalten — der Weg Oesterreichs in die Zukunft aber ist der Weg zum Deutschtum. „Volk in der Arbeit" lautet der zusammenfassende Titel dieser Roman-Serie. „Hundert Jahre Oesterreich im Roman" hat sie der Dichter auch genannt.
Außer diesen Werken hat Ertl noch zahlreiche Novellen veröffentlicht, vor allem aber lesenswerte und aufschlußreiche „Erinnerungen an Peter Rosegger", ein Buch, mit dem Ertl auch in Deutschland viel Anklang gefunden hat. Jeder Roieager-Leser ist ihm dafür dankbar ---.--o —
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Die Forschungen um die geschichtliche Entwicklung des Hakenkreuzes haben in letzter Zeit große Fortschritte erzielen können, und die Krefelder Sonderschau, die eine Fülle von historischem Material bietet, erbringt den Beweis, daß dieses Wahrzeichen nicht, wie vielfach angenommen wurde, in Indien zuerst in Erscheinung getreten ist, vielmehr hat man es schon zweitausend Jahre vor Christus in Nord- und Mitteleuropa feststellen können. Es war ein Snmbol des Zeit- und Weltbildes und wir finden hier auf einer Tafel alle jene Länder verzeichnet, wo das Hakenkreuz besonders häufig gefunden wurde. Außer den Fundstellen in Nord- und Mitteleuropa entdeckte man es in Troja, im alten Griechenland und im römischen Imperium, aber auch bei den nordamerika- nischen Indianern, ferner in Ehina, Japan, Peru und Aegypten.
Hierei ist zu unterscheiden, daß man das Haken- treuz bei germanischen Volksstämmen von Anfang an als ein übliches Symbol auftritt, während man beispielsweise in Rom erst mit der Zeit des ersten Christentums vorfindet. Sehr interessant ist die Feststellung, daß man es auf einem Stück , der Trajansäule sehr deutlich sieht — im Ber- ! liner Pergamnnmuseum kann man es im Original ! betrachten. Auch auf dem beriikmten Pergamon- > oltar (180 v Chr.) ist es festzustellen Vorher fand man das Hakenkreuz auf Werkzeugen und Waffen, ja sogar als Zeichnung auf Felswänden Ein besonders wertvolles und eigenartiges Stück stellt die Krefelder Eewebeschule aus: Das älteste
erhaltene Stoffstück germanischer Herkunft, das wohl dreitausend Jahre alt ist und zahlreiche Hakenkreuze ausweist. Es finden sich ferner «ine ganze Reihe von Stoffresten vor — teilweise sind es sogar Seidenstoffe — die das Hakenkreuz ausweisen.
Die symbolische Bedeutung war verschiedenen Wandlungen unterworfen. Wahrend das Hakenkreuz ursprünglich als Mondzeichen galt, ist es in der ersten Lhristenzeit das Sonnenzeichen. Es wird aber auch zum Gesundheitszeichen — die historische Treppe eines alten Apothekerhauses beweist das — und schließlich gilt es überhaupt als ein Symbol für die Kultur.
Ein abgerundetes Bild von der Entwicklung gibt die Sonderschau durch wertvolles Material, das den Siegeszug des altgermanischen Zeichens in der Nachkriegszeir bis zur Gegenwart beleuchtet. Es handelt sich um Dokumente aus den Anfängen der nationalsozialistischen Bewegung Besonderes Interesse dürften die gewebten Stoffe finden, die die Verschmelzung der christlichen und der nordischen Symbole zeigen Wir finden nämlich das Hakenkreuz sowohl auf Priestergewändern als auch auf Kriegrrüstungen. Und besonders aufschlußreich sind auch die Hakenkreuzsymbole aus germanischen Gräbern, die erst in letzter Zeit in der Umgebung von Krefeld gefunden wurden.
Reuters „Atromtied" aus der Vükne
Wilhelm Scharrelmann hat unier dem Titel „Die Leute auf Pümpelhagen", Bilderbuch zu Reuters „Stromtid", eine Bühnenbearbeitung vorgenommen. Das Werk ist von dem Theater des Volkes in Berlin zur Uraufführung erworben worden.