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Nr. 77 / 3. Jahrgang
Montag, 18. März
Einzelpreis 15 Rpf.
Deutschland dankt dem Mheer
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Triumphaler Empfang des Kämpfers für Gleichberechtigung in der Hauptstadt der Bewegung
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Zubel in München
München, 17. März.
In den Abendstunden des historischen 16. März war in der Eeburtsstadt der Bewegung bekannt geworden, daß der Führer am Sonntag, nachdem die geschichtliche Entscheidung über die allgemeine Wehrpflicht in Deutschland getroffen war, von Berlin wieder nach München zurückkommen werde, alle Formationen der Partei und der angeschlossenen Gliederungen und Verbände erhielten ihre Befehle, um dem Führer Zeichen des Dankes, den ihm das deutsche Volk für die historische Tat der Wiederherstellung der deutschen Ehre schuldet, in einem gewaltigen Empfang an der Wiege der Bewegung zum Ausdruck zu bringen. Aber was nicht befohlen werden konnte und was auch keines Befehles bedurfte, das waren die Hunderttausende, die die Kunde von dem Kommen des Führers veranlagt hatte, die weiten Flächen um den Flugplatz Oberwiesenfeld schon Stunden vor der festgesetzten Ankunftszeit zu belagern.
So wurde dem Führer in der Hauptstadt der Bewegung ein Empfang von triumphalem Ausmaß bereitet, wie ihn München noch niemals erlebt hat, ein Empfang, der in den Stürme« der Begeisterung, die über den Führer dahinrauschten, in dem Leuchten der Augen der jungen und alten Kämpfer der Bewegung, in der glühenden Begeisterung der Massen aus allen Schichten und Ständen des Volkes für das ganze deutsche Volk das Gelöbnis erneuerte und bekräftigte, dem Führer auf dem Marsch in die Freiheit getreu bis zum Letzten zur Seite zu stehen.
Der Anmarsch der Formationen
Kaum find die Marschklänge der Kolonnen verhallt, die um die Mittagsstunde in der imposanten Kundgebung das Gedächtnis der Gefallenen des Weltkrieges geehrt hatten, da wird es in den Straßen der Stadt wieder lebendig. Im Gleichschritt mit klingendem Spiel rücken die Formationen der Reichswehr, der Landespolizei, der Fliegertruppe, der SS. und der SA., des Arbeitsdienstes, des NSKK., der HJ. und des VDM. an, die zur Teilnahme an dem feierlichen Empfang auf dem Oberwiesenfeld oder zum Spalierbilden in den Straßen bestimmt sind. Kraftwagen über Kraftwagen bringen in der dritten Nachmittagsstunde die führenden Männer aus Staat und Bewegung zum Flugplatz hinaus und in endlosen Schlangen bewegt sich die Bevölkerung Münchens in vielen Zehntausenden in der gleichen Richtung, dem Führer bei diesem Empfang für seine geschichtliche Tat zu danken.
Aus bem Flugplatz
Das weite Rund des Flugplatzes Oberwiesen- feld ist von SS.-Mannschaften abgesperrt. An den hohen Fahnenmasten leuchten die Fahnen des Reiches, das Schwarz-Weiß-Rot, unter dem die Helden des Weltkrieges fielen und die Zeichen der Bewegung, deren Führer dem deutschen Volk die Wiederherstellung seiner Ehre erkämpft hat. Der Flor der Trauer um die Toten des Weltkrieges ist gefallen. Sieghaft leuchten nun die Flaggen, als wollten sie das Ende einer Zeitspanne künden, in der das deutsche Volk Spielball fremder Mächte war, einer Zeit, die nun unwiderruflich der Vergangenheit angehört.
Als Ehrengäste haben sich u. a. eingefunden die Reichsleiter Amann, Schwarz, Fiehler und Bormann, Reichsstatthalter General Ritter von Epp mit Staatssekretär Hofmann, Ministerpräsident Siebert mit den Mitgliedern der bayerischen Staatsregierung und den Staatssekretären, Stabschef Lutze, dann als Vertreter des Reichsheeres Generalleutnant Adam.
Die Ankunft des Führers
Um 16.45 Uhr kommt die Maschine des Führers von Norden her in Sicht. Die Ehrengäste, an ihrer Spitze die Reichsleiter, der Reichsstatthalter in Bayern und der Gauleiter des Traditionsgaues Miinchen-Oberbayern, Staatsminister Wagner, begeben sich auf das Flugfeld. Die gespannte Erwartung der Zehntausende löst sich und wie eine Flutwelle brandet, als das Flugzeug des Führers seine letzten Schleifen über dem Flugplatz zieht, die Begeisterung der Massen empor. Kurze Kommandos, und nun grüßen die Klänge des Badenweiler Marsches und Stürme der Begeisterung, wie "sie der Flugplatz Oberwiesenfeld noch niemals über sich hinbrausen sah, den Führer, als er als Erster dem Flugzeug entsteigt. Ein Wald von kleinen Haken- kreuzfähnchen, eine unabsehbare Phalanx Arme hebt sich, vom Flugfeld aus gesehen, gegen den schwach bewölkten Himmel ab. Das Deutschland- lied erklingt, als machtvolles Bekenntnis der Zehntausend« zu Deutschland und seinem sichrer. Dann begrüßt Reichsstatthalter General von Epp den Führer in einer bewegten Ansprache, in der er dem Führer und Reichskanzler den Dank für seine
geschichtliche Tat ausspricht. Als Zeichen dieses Dankes brachte der Reichsstatthalter ein Sieg-Heil auf den Führer aus, in das die Massen in jubelnder Begeisterung einstimmen.
Der Führer dank dem Reichsstatthalter in kurzer Ansprache für die Begrüßung und hebt dabei hervor, wie glücklich er sei, heute in München sein zu können. Dann klingen die Weisen des Kampfliedes der Bewegung zum Himmel empor. Unter immer wieder aufrauschenden Stürmen der Begeisterung und des Jubels schreitet der Führer die Front der Ehrenformationen ab, während die Massen hinter den Linien in immer stärkere Bewegung geraten. Dann setzt sich die lange Reihe der Wagen in Fahrt, an der Spitze die Wagen des Führers und seiner Begleitung, Reichspressechef Dr. Dietrich, Obergruppführer Brückner, der Beauftragte des Führers für Abrüstungsfragen, Herr von Ribbentrop, und Brigadeführer Schaub, begleitet von dem Reichsstatthalter, dem Gau
leiter des Traditionsgaues und den weiteren Ehrengästen.
Nun hebt eine triumphale Fahrt an, wie sie auch die Hauptstadt der Bewegung noch niemals gesehen hat, ei» Einzug, wie er selbst dem Führer und Reichskanzler in der Eeburtsstadt seiner Bewegung noch nicht bereitet worden war. Der ganze viel« Kilometer lange Weg vom Flugplatz hinein in die Stadt und hier weiter durch die Ludwig- straße, vorbei an der Feldherrnhalle mit dem Mahnmal und der Residenz, hinein in die Maximilianstraße, gleicht einer einzigen via trium- plialis. Die verschiedenen Formationen der Bewegung, denen die Absperrung anvertraut war, konnten nur mit Mühe und äußersten Anstrengung die Massen zurückhalten, die dem Führer zujubelten.
Schon von weitem sieht man die Flammen der Feldherrnhalle emporlodern, die an beiden Seiten des Katafalks zum Gedächtnis der Ge
fallenen aus mächtigen Opferschalen züngeln. Die Wagenkolonne hält an. Der Führer entsteigt seinem Wagen, begibt sich in Begleitung des Stabschefs der SA. Lutze über die Stufen zu dem Katafalk und legt einen riesigen Lorbeerkranz für alle Toten Deutschlands nieder, während 16 Salutschüsse das Gedächtnis der gefallenen Kämpfer der Bewegung vom 9. November 1923 ehren. Das Deutschlandlied begleitet den feierlichen in seiner Einfachheit erschütternden Gedenkakt. Noch eine Minute stillen Gedenkens — dann setzen sich die Wagen wieder in Bewegung und in immer wieder aufflammenden, gleich einer Brandungswelle sich von Straße zu Straße fortpflanzenden Kundgebungen grüßen die Tausende und aber Tausende den Wahrer der deutschen Ehre. Fast eine Stunde dauert diese Fahrt vom Flugfeld bis zu ihrem Endpunkt in der Maximilianstraße, wo vor dem Hotel „Vier Jahreszeiten" der Vorbeimarsch der an dem Empfang beteiligten Formationen erfolgt.
Heldengedenktag der Nation
Feierlicher Staatsakt in Berlin / Rede des Reichswehrministers
Berlin, 17. März
Der Heldengedenktag des deutschen Volkes ist im ganzen Reich in würdiger Feierlichkeit he-? gangen worden. In der Reichshauptstadt war das Haus der Staatsoper lange vor dem Beginn der! Feierstunde zum Gedenken der Gefallenen bis auf' den letzten Platz besetzt.
In der Ehrenloge hatten das gesamte Reichskabinett, und als Vertreter der alten Wehrmacht Eeneralfeldmarschall von Mackensen, der Chef des Stabes, der Reichsführer der SS. und die Leiter aller Parteigliederungen Platz genommen, während die linke Rangseite vom diplomatischen Korps besetzt war. Die übrigen Rangplätze waren für die Staatssekretäre, die Reichsleiter, die Heerführer des Weltkrieges und das hohe Offizierskorps der alten und neuen Wehrmacht vorbehalten.
Auf der Bühne bot sich ein überwältigendes Bild. In einem gewaltigen schwarzen Rahmen vor einem großen Eisernen Kreuz auf samt- braunem Hintergründe standen, eskortiert von Offizieren der Wehrmacht im Stahlhelm und mit gezogenem Degen, die 80 Träger der ruhmreichen Fahnen, die nach dem Staatsakt im Lustgarten mit dem Kriegsehrenkreuz dekoriert wurden.
Die Teilnehmer der feierlichen Stunde erhoben sich von ihren Plätzen und grüßten schweigend mit erhobener Rechten den Führer, der in Begleitung des Reichswehrministers Generaloberst von Blom-
berg, des preußischen Ministerpräsidenten General Göring, des Chefs der Heeresleitung General der Artillerie Freiherr von Fritsch und des Chefs der. Marineleitung Admiral Dr. b. o. Raeder das Haus betrat.
Der Reichswehrminister hielt die Gedenkrede für die Toten des Weltkrieges und die für die deutsche Freiheitsbewegung Gefallenen. Er führte u. a. aus:
-„Mein Führer! Kameraden! Deutsche Männer und Frauen!
Indem wir Soldaten unsere gefallenen Väter und Vrüder ehren, sind wir nichts anderes als die Vollstrecker des Willens und die Dolmetscher des Denkens und Fühlens der ganzen Nation. Erinnerung ist die erste Pflicht in dieser Weihestunde. So erinnern wir uns der zwei Millionen toter deutscher Soldaten, die in allen Ländern und allen Meeren des Erdballs ruhen. So gedenken wir der um ein Vielfaches größeren Zahl der Verwundeten und besonders jener Kriegsopfer, die einen dauernden Schaden an Leib oder Geist davontrugen. So gilt unsere Anteilnahme jenen unzähligen Volksgenossen, die der würgenden Blockade erlagen. In Ehrfurcht neigen wir uns vor dem unermeßlichen Leid, das die deutschen Frauen, die Mütter, Witwen und Waisen erduldeten. Wir schließen in unser Gedenken ein sowohl die große Armee der deutschen Soldaten, die in früheren Kriegen ihr Leben für das Vater
land gaben, als auch die Blutzeugen der nationalsozialistischen Bewegung, denen wir das neue Reich und auch die Sinngebung des heutigen Tages als Heldengedenktag mit verdanken. Angesichts der Allgewalt des Todes ehrt der deutsche Frontkämpfer auch die gefallenen Soldaten aus dem Lager des Gegners.
Es gab und es gibt für die deutsche Wehrmacht und für unser Volk keine Schuld am Weltkriege und keine in diesem Kriege. Mit blankem Schild sind wir in den Kamps gezogen, mit reiner Ehre gingen wir daraus hervor. Und wie der deutsche Soldat im Kriege nur seine Pslicht erfüllte, ohne den Haß zu kennen, der den Gegner herabwürdigte, so bietet er auch heute dem einstigen Feind die Hand zur Versöhnung, die getragen sein muß von gegenseitiger Achtung und von der Anerkennung der Ehre und der natürlichen Lebensrechte jeder Nation.
In dem Führer der revolutionären Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei und in der Gestalt des Feldmarschalls von Hindenburg trafen sich symbolisch jene beiden Kraftströme, die im Fronterlebnis des Weltkrieges geboren, auf getrennten Wegen dem gemeinsamen Ziel zustrebten.
(Fortsetzung auf Seite 2)
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„Europas Lage -leibt unverändert
Das Ausland zurWiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland
Berlin, 17. März.
Die vom Ausland eingehenden Blätterstimmen bezeugen, daß die ganze Welt am Sonntag unter dem gewaltigen Eindruck der Wiedergewinnung der deutschen Wehrfreiheit stand. Will man das Gesamtbild, das die Stellungnahme der Auslandspresse ergibt, kurz zusammenfassen, so gelangt man zu der Feststellung, daß der deutsche Schritt wie ein seit langem erwartetes Geschehen, das in der allgemeinen politischen Lage Europas nichts ändert, aufgenommen wird.
Frankreich
In Paris wurde der Beschluß der Reichsregierung, die allgemeine Dienstpflicht einzuführen, schon am Sonnabendabend durch Sonderausgaben einiger Blätter bekannt. „Die Oeffent- lichkeit scheint", so stellt Havas fest, „auf diesen Beschluß gefaßt gewesen zu sein. Das Publikum ist anscheinend durch die Maßnahmen Deutschlands nicht besonders beeindruckt. Auch in amtlichen Kreisen wird versichert, daß man die deutsche Erklärung nicht überraschend finde, weil man seit langem Bescheid gewußt habe. Unter diesen Umständen wird in amtlichen Kreisen der Auffassung Ausdruck gegeben, daß der Beschluß Deutschlands wenigstens den Vorteil habe. eine Frage zu klären, die in den letzten Jahren auf die europäische Atmosphäre gedrückt habe.
Die Sonntagmorgenpresse bringt den Beschluß der deutschen Reichsregierung in riesigen Schlagzeilen. Die Betrachtungen zeigen jedoch, welch ungeheuren Eindruck die Nachricht von dem deutschen Wehrgesetz hervorrief.
Bemerkenswert ist der Versuch einzelner Blätter, den Eindruck zu erwecken, als ob das deutsche Wehrgesetz die Bemühungen um eine
Neuordnung der Völkerbeziehungen beeinträchtigen könnte. In diesem Sinne spricht der Autzen- politiker des „Journal" „von einem Bruch des gegebenen Wortes" (!) und von einer „unerhörten Gewalttat" und erwartet, daß jetzt endlich die „durch die neue deutsche Drohung" gebotenen Sicherheitsmaßnahmen beschlossen würden. Auch „Petit Journal" behauptet, „Europa sei vor eine höchst ernste Tatsache gestellt".
Demgegenüber findet die in Regierungskreisen laut werdende Mahnung, nicht den Kopf zu' verlieren, jedoch auch in vielen Pressebetrachtungen ihren Niederschlag. So betont die Außenpolitikerin des „Oeuvre", daß der 16. März 1935 für Europa an dem bestehenden Zustand kaum etwas ändere. Das Blatt rät zur Ruhe und warnt vor einer systematischen Einkreisung Deutschlands.
Allein auf weiter Flur steht Gustave Heros, der in der „Victoire" für eine Verständigung mit Deutschland eintritt. Es gebe kein großes Volk, das die Demütigung auf sich nehme, verhältnismäßig abgerüstet zu sein, wenn um es herum alle Welt bis an die Zähne bewaffnet sei. Heute gebe die deutsche Nation ihren Besiegeln den Willen kund, nicht einen Tag länger im Zustand d-r wili- tärischen llnterlegenheit zu verharren.
England
Nach der Aufmachung der Londoner Blätter zu schließen, hat das deutsche Wehrgesetz in England wie eine Bombe eingeschlagen. Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, wird der deutsche Schritt in Low don jedoch ruhig aufgenommen und man versuch« ihn in sachlicher Weise zu behandeln klebrigen- wird allgemein darauf hingewiesen, daß die deutsche Maßnahme eine Antwort auf den franzö
sischen Beschluß, die zweijährige Dienstzeit einzuführen, sei. Das Ereignis braucht keineUebe» raschung zu verursachen, schreibt „Observer". „Was wir nicht verhindern können, müssen wir in Kauf nehmen. Deutschlands Gleichberechtigung, die ihm oft versprochen wurde, wird durch den bevorstehenden Besuch Simons in Berlin bestätigt."
Der diplomatische Mitarbeiter der „Observer" meint, die Hauptschwierigkeit sei nach Londoner Auffassung die, daß, wenn die deutsche Regierung ihren Anspruch aufrecht erhalte, es so gut wie unmöglich sein werde, eine allgemeine Vereinbarung über Rüstungen im Sinne des englischfranzösischen Vorschlages zu erzielen. Warum dies vorher nicht möglich war und warum ausgerechnet die deutsche Rüstung ein Hindernis sein soll, wird nicht untersucht. In der „Sunday Times" wird eine neue Erwägung der Frage des Berliner Besuches Simons für notwendig gehalten.
Italien
Auch in Rom hat der deutsche Schritt stärksten Eindruck hervorgerufen. Ilebereinstimmend hört man die Ansicht, daß eine neue Sachlage geschaffen werde. In politischen Kreisen bekundet man zunächst größte Zurückhaltung. Die Sonntagspresse bringt den Ausruf der Reichsregierung ausführlich und unter großen Ueberschrif- ten. Besonders erwähnt wird vor allem der Hinweis auf die Stärke der sowjetrussischen Armee und die Einführung der zweijährigen Dienstzeit in Frankreich sowie die einseitige, von der interalliierten Kontrollkommission anerkannte Abrüstung Deutschlands, der als Gegenstück die systematische Aufrüstung der anderen Staaten gegenübersteht. „Popolo di Roma" bemerkt, der Ver- sailler Vertrag sei nur noch ein leerer Schatten.
Dem Volk zur Ehr
Dem Reich zur Wehr
» Bremen, 18. März.
Groß, ja gewaltig ist der Eindruck, den des Führers grandioser Entschluß, dem deutschen Volk die Wehrpflicht wiederzugeben weit über die Grenzen des Reiches hinaus hinterlassen hat. Wir wollen hier nicht mehr davon reden wie erlösend in allen Gauen Deutschlands die Tatsache wirkte, daß durch des Führers geniale Politik Deutschland nun wieder völlig seine Ehre zurückerhielt, wir gedenken nur in tiefer Ergriffenheit, wie der am 16. März spontan durch alle deutschen Herzen sprühende Funke der Begeisterung auch den letzten deutschen Volksgenossen erfaßte und begreifen ließ, daß Deutschland jetzt wieder ein völlig souveräner Staat geworden ist, daß nun auch der letzte trübe Fleck vom deutschen Ehrenschilde genommen, der nun wieder klar und rein wie in den besten Tagen deutscher Größe glänzt und leuchtet.
Daß die große geschichtliche Stunde ein großes Geschlecht fand, ein Geschlecht, das diese Stunde voll versteht, und zu würdigen weiß, das allerdings ist das ausschließliche Verdienst des Führers, der Kraft seiner überragenden Persönlichkeit eine Erziehungsarbeit am deutschen Volk geleistet hat, die heute ihre Früchte trägt. Deutschland i st frei von den Ketten von Versailles und keine Macht der Welt vermag ihm diese Ketten nochmals anzulegen. Friede und Ehre ist nach wie vor die Losung des Dritten Reiches, Friede und Ehre bleibt des deutschen Volkes Streben für alle Zeit. Zum Frieden eines Volkes aber gehört die Möglichkeit, sich aller Angriffs- und Ueber- fallsgefahren zu erwehren, zur Ehre eines Volkes, das Maß feiner Rüstungen zur Abwehr dieser Gefahren selbst zu bestimmen.
Wir sind Frankreich nicht gram, daß es sein Recht, das Maß seiner Rüstungen selbst zu bestimmen, wahrgenommen hat und — was nach unserer Meinung freilich nicht nötig gewesen wäre — die zweijährrge Dienstpflicht einführte. Wir sind Frankreich eberksowenig gram darum, wie wir es England sein konnten, als es sich vor kurzem vom Abrüstungsgedanken lossagte, und auch seinerseits das Recht, nach Maßgabe eigenen Ermessens seine Rüstungen zu bestimmen, proklamierte. Wir sind um Wahrnehmung dieses Rechtes ebensowenig irgendeiner anderen Nation gram, die zur eigenen Sicherheit aufrüstet, aber wir müssen dieses Recht der Aufrüstung auch für uns beanspruchen und wir haben es nunmehr getan und davon Gebrauch gemacht.
Jede von den Franzosen nur gewünschte Sicherheit für die Unantastbarkeit der deutsch-französischen Grenze hat der Führer den französischen Machthabern angeboten. Es wäre darum nach Deutschlands Ueberzeugung nicht nötig gewesen, daß Frankreich die Zweijährige Dienstzeit einführte. Aber da es sie einführte, und damit den Willen zur Aufrechterhaltung seiner Vormundschaft über Europa eindeutig bekundete, da es nicht den Weg, der die Abrüstung der Völker ermöglicht hätte, sondern den Weg der Aufrüstung und das noch dazu unter Betreibung einer Bündnispolitik mit Sowjet- rußland und der Tschechoslowakei beschritt — womit es die Gefahr einer neuerlichen Einkreisung Deutschlands heraufbeschwor —.mußte Deutschland für alle Zukunft und gegenüber allen Möglichkeiten die Belange seiner eigenen Sicherheit wahrnehmen und — nachdem schon einmal der Abrüstungsgedanke von Paris her erstickt war — an die eigene Aufrüstung denken, die nur dann eine wirkliche Sicherheit für Deutschland bieten kann, wenn sie im Rahmen der allgemeinen Wehr- Pflicht vor sich geht.
Diese Stellungnahme Deutschlands kann kein redlich denkender Staatsmann mißbilligen und es ist erfreulich, daß man ebensowohl in London wie in Paris viele verständige Pressestimmen hört, die ihren Lesern des Führers Entschluß begreiflich zu machen suchen, ja, daß die Völker Europas selbst von diesem Entschlüsse gar, nicht so sehr überrascht sind, weil sie selber nicht mehr daran glauben konnten, daß bei der Tatsache ringsum erfolgender Aufrüstungen Deutschland allein abgerüstet bleiben werde. Diejenigen Stimmen aber, die hauptsächlich von Paris her mißtönend zu uns
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