Ausgabe 
(14.4.1935) Nr. 104
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

'«5

"L'x

p«:

deren r

?- Da- jermünd rAn»..

Kapitän

Orden

i Hell Dekors

in«

BHW. D,^ ' in der Stell esammelt» re ist verlach ndig sind, U ch die List!» m Betrag e,.

) Master. As

aden in Frei,

ung errang« üt ihren » rfolg. A«!. Verwertung!, den Stall« l. Drei okei» l. Preis, du! weitere Ääl. chnet. Dni

cesiSchÄsi«

lweine ein«

reude". A

urch Freud!' Arbeitsfroni . Die NM, worden, m rd zu getin, l soll die A- r national- . Wir siehe» -ratswahl«, können, das den Fühl« lr wird nah daß er!« er PeiG wbert hat

reins. A

traditionelle ns zu M' wieder zahl' r deutsch« Halter Ea»> !n eingega»> n die best» chte.

rrhetter k- ir. 81. link Lheft' , - Ba»--

Mederblaa-

ille Ehest.

geb. M-' >gel Eh»^ lNführerK. ter Str.1°. eb. Post»- Lheft-.E

Unterseld'

nn» Donis-

hefr.. »4 rführer E- Sir.

str. 108< ng, Fried'

heft" §!/' ^ P. Iah»

heft-, 0^

L

1

ippier

K.S

i'S«

marethl>

-r öl ^ lrerEr"? strpedl!^ Hin-

'"U

,in>

)ss.

.'stE

rhE,

berg

klas amUiche Organ -es Senats

)Mng

-er Smen Hansestadt öremen

RS.-löauveriag lueser-t^ms E. m. b. H., Bremen, Am Eeeren 68 / Fernsprecher: Roland 625 .

1

9

3

5

Anzeigen-Grundpreise: Die 82-mm.Zeil« im Anzeigenteil lS Rp>. di- lo-wm-Zeile im Wertteil 15 Rpj. Ermäßigte Grundpreise (sOr kleine Anzeigen. Famtlienanzetgen u ->.- iowie ionstlge Bedingungen laut Preisliste «. (Nachlaßstassel v-> Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluh IS Uyr. Sprechzeit: Verlag werktäglich von 1213 Uhr; Schriftleitung Dienstag bis Freitag von I2'/^-13'/, Uhr.

N7.104 / 3. Zähmung

Sonntag, 14 . April

Einzelpreis is Rpf.

Die Neichöregiemng über den Ostpakt

Für Llnterzeichnung von Nichtangriffspakten, gegen das System der Kriegsbünöniffe

Unser lagesspisgel

Die Reichsregierung erklärt sich in einer Dar­legung ihrer Ostpakt-Politik erneut zur Unter- zeichnung von Nichtangriffspakten bereit.

Die in Stresa vertretenen drei Mächte werden heute ein Schlußkommunique über das Er­gebnis der Konferenz veröffentlichen.

In Stresa wurde beschlossen, am 20. Mai eine Donau-Konferenz nach Rom einzuberufen.

Der Führer und Reichskanzler hat dem Flie­gergeschwader in Niedersachsen die Bezeichnung Geschwader Boelcke" verliehen.

Auf der Jahresversammlung der Freunde des Jbero-amerikanischen Instituts in Hamburg äußerte sich Dr. Schacht über die erfreuliche Aufwärtsentwicklung des Außenhandels mit den lateinamerikanischen Ländern.

In Berlin wurde durch Reichsminister Darr« die deutsche Frühjahrsblumenschau eröffnet.

Im Amateur-Länderboxkampf besiegte Deutsch­land die ungarische Mannschaft überlege« 11 : 8 .

Die Landesstelle Weser-Ems gibt die Richt­linien für den bevorstehenden Rundfunk­sprecher-Wettbewerb bekannt.

Kreiswalter der DAF., Pg. Schwenk, erläßt einen Aufruf an alle Schassenden Bremens.

Gelöbnis der Vertrauensmänner

Berlin, 13. April.

In einer 13. Durchführungsverordnung zum Ge­setz zur Ordnung der nationalen Arbeit wird fest­gestellt, daß die Ablegung des Gelöbnisses der Vertrauensmänner am 1. Mai im Betriebe selbst zu erfolgen hat. Das Gelöbnis kann an dem letzten vor dem 1. Mai liegenden Werktag oder an einem der beiden auf den 1. Mai folgenden Werktage abgelegt werden, wenn durch eine vorhergehende Betriebsversammlung die Teilnahme der Betriebsangehörigen an der ge­meinsamen Feier der Bevölkerung wesentlich er­schwert werden würde. Einer besonderen Ge­nehmigung des Treuhänders der Arbeit bedarf es nicht.

Die Verordnung steht weiter eine Verpflich­tung der Abstimmungsleiter vor, das Ergebnis der Abstimmung unverzüglich, spätestens innerhalb einer Woche nach Feststellung, der zu­ständigen Kreiswaltung der Deutschen Arbeits­front mitzuteilen. Dabei ist die Zahl der im Be­triebe abstimmungsberechtigten Eefolgschaftsmit- glieder und die Zahl der Stimmen, die auf die einzelnen als Vertrauensmänner oder Stellver­treter vorgeschlagenen Personen entfallen sind, an­zugeben. Die Mitteilung hat auch zu. erfolgen, wenn die Abstimmung erfolgslos verlaufen ist.

Was -er Irie-ensplan enthalten müßte

Berlin, 13.. April.

Irreführende Auslegungen in verschiedenen Pressekommentarcn haben die Rcichsregierung veranlaßt, ihren Standpunkt in der Frage des Ostpaktes wie folgt zu präzisieren:

I. In den Berliner Besprechungen hat der Führer und Reichskanzler der britischen Delega­tion mitgeteilt, daß die deutsche Regierung zu ihrem Bedauern nicht in der Lage sei, zum Ost­pakt in der vorgeschlagenen Form ihren Veitritt zu erklären. Die deutsche Reichsregierung sei demgegenüber aber bereit, einem solchen kollek­tiven Sicherheitspakte ihre Zustimmung zu ge­ben dann, wenn er

erstens sich aufbaue auf gegenseitigen und allgemeinen Nichtangrisfsverpflichtun- gen und Schiedsgerichtsverfahren;

zweitens im Falle einer Friedens­störung ein konsultatives Verfahren vor­sehe.

Drittens sei die deutsche Reichsregie­rung bereit, unter Betonung der Schwierigkeiten der einwandfreien Fest­stellung eines Angreifers sich allgemei­nen Maßnahmen der Nichtunterstützung eines solchen anzuschließen.

Zu diesem Angebot steht die deutsche Reichs­regierung auch heute.

II. Der Führer und Reichskanzler hat in dieser Besprechung weiter mitgeteilt, daß die deutsche Regierung nicht in der Lage sei, einem Pakt­vorschlag zuzustimmen, der, sei es für alle oder für einzelne, mehr oder weniger automatische militärische Bei st a n dsverpflichtun- gen enthalte. Diese sähe darin nicht ein Element

der Friedenserhaltung, sondern eher noch ein Element der Friedensbedrohung. Die deutsche Reichsregierung bekennt sich auch heute zu die­ser Auffassung und zu der sich daraus ergebenden Haltung.

III. Die Reichsregierung hat sofort nach Ueber­nahme der Macht ihren Wunsch ausgedrückt, mit den umliegenden Staaten Nichtangriffs­pakte abzuschließen. Sie machte diesen Vor­schlag, ohne eine eingehende Kenntnis bestehender zwei- oder mehrseitiger militärischer Abmachun­gen einzelner Staaten zu besitzen, und ohne jede Bezugnahme auf sie. Da sie selbst keine aggressiven Absichten hegt, fühlt sie sich von wirklichen ^ Defensivabkommen auch nicht betroffen. Auch zu dieser Auffassung bekennt sich die deutsche Regie­rung heute noch.

So wenig sie daher in der Lage ist, einem Pakt beizutrete», der solche militärischen Verpflichtun­gen als ein wesentliches Element seines Inhalts und damit seiner Existenz enthält, so wenig kön­ne» solche außerhalb dieses Paktes liegenden Vereinbarungen die deutsche Reichsregiernng be­hindern, ihrerseits, Nichtangriffspakte auf der oben fixierten Basis abzuschließen.

Dies ist der Sinn der Antwort der deutschen Reichsregierung auf die Frage des Königlich Britischen Botschafters, ob Deutschland bereit sei, - einen Ostpakt -auf der von ihm selbst, angedeute­ten Grundlage abzuschließen, auch für den Fall, daß andere Staaten unter sich noch besondere Ab­machungen getroffen hätten oder treffen würden.

Die deutsche Reichsregierung will aber an die­ser Stelle die folgenden Bemerkungen nicht unter­drücken: Die von verschiedenen Regierungen als

nötig erachtete Ergänzung von Nichtangriffs- und Gewaltausschließungspakten durch militärische Beistandsverpflichtungen beruht auf einem Wider­spruch in sich. Entweder man glaubt an freiwillig übernommene Verpflich­tungen oder man glaubt an sie nicht. Glaubt man an sie, dann ist die Notwendigkeit solcher militärischer Abmachungen nicht einzusehen. Zweifelt man aber an der aufrichtigen Einhaltung einer übernommenen Nichtangriffsverpflichtung, dann ist dieser Zweifel genau so berechtigt gegen­über der sinngemäßen Einhaltung der ergänzenden militärischen Verpflichtungen solcher Friedens­pakte. Wenn es möglich ist, daß aus Nichtangriffs­pakten Kriege entstehen, ist es ebenso möglich, daß aus defensiven Beistandspakten offensive An­griffshandlungen kommen. Nur scheint der deut­schen Reichsregierung der Weg vom Gewalt-, Ab- lehnungs- und Ausscheidungspakt zum gewalttäti­gen Friedensbruch ein weiterer zu sein, als der Weg von militärischen Verpflichtungen defensiver Natur zu einer militärischen Haltung offensiver Art.

Die deutsche Reichsregierung sieht aber nach wie vor in dieser Entwicklung militärischer Bündnisse in Europa kein Element einer kollektiven fried­lichen Entwicklung oder gar eine Garantie des Friedens. Sie ist daher auch nicht in der Lage, Pakte zu unterzeichnen, in denen solche Verpflich­tungen integrierender Bestandteil sind, gleichgül­tig, ob für alle oder einzelne Teilnehmer.

Der vorstehende Standpunkt ist dem britischen Staatssekretär des Aeutzeren durch Vermittlung der hiesigen Botschaft amtlich mitgeteilt worden.

Gtresa-Konserenz beendet

Heute Veröffentlichung eines Gchlußkommuniques / Am 20. Mai Donaukonferenz

Stresa, 13 . April.

Die Sonnabend-Sitzung auf der Jsola Bella war nach 19.30 Uhr beendet. Nach der Ankunft der Delegierten in Stresa wurde von englischer Seite erklärt, man habe am Sonnabend alle mit der Londoner Erklärung vom 3. Februar zusam­menhängenden Fragen erörtert und außerdem noch eine oder zwei ander« Fragen. Praktisch seien die Beratungen beendet. Jetzt würde der Text des Schlußkommuniquös ausgearbeitet. Sonntag früh um 10 Uhr Müden die Vertreter nochmals zu­sammenkommen, um die Fassung der Schlutzver- lautbarung zu prüfen und einige kleinere Fragen, die noch übriggeblieben seien, zu besprechen. Sonntag mittag ' werde dann das Schlußkom-

muniquä in Stresa veröffentlicht werden. Alles sei bei vielem guten Willen in außerordentlich be­friedigender Weise verlaufen. Die Schlußverlaut­barung werde umfangreich sein und mit dem Lon­doner Kommunique vom 3. Februar eine gewisse Gleichheit ausweisen.

Ueber die Beschlüsse, die die drei Mächte hin­sichtlich der D on au - K 0 nserenz am 20. Mai in Rom gefaßt haben, hört man, daß außer Frank­reich und Italien die Kleine Entente, Polen und Oesterreich vertreten sein sollen. Eine Einladung an Deutschland soll beabsichtigt sein. England und die Schweiz sollen, wie man hört, nur Beob­achter entsenden.

Am Sonnabendabend ist auch, wie man weiter hört, über die Frage einer Fortsetzung oder Liqui­dierung der Abrüstungskonferenz ge­sprochen worden. Dabei sei England dafür einge­treten, doch noch zu versuchen, ein Abkommen über den Rüstungsftand zustandezubringen. Frankreich soll sich für den Abschluß der Konferenz, sowie für. die Umwandlung in eine Sicherheitskonferenz ein­gesetzt haben. Ferner wird behauptet, Mussolini habe sich am Sonnabend besonders stark für die militärische Gleichberechtigung Ungarns eingesetzt. Hierbei soll Frankreich zugleich für die Kleine Entente erklärt haben,' daß diese Gleichberech­tigung nur ins Auge gefaßt werden könnte, wenn gleichzeitig bestimmte Garantien gegeben würden.^

Wende für Europa?

Deutschlands Beispiel in Stresa

* Bremen, 14. April.

Die Konferenz von Stresa ist beendet. Ihr Verlauf war mit Spannungen geladen, die anfangs ein befriedigendes Ergebnis sehr in Frage stellten. Rückblickend muß man feststellen, daß es der ganzen Geschick- lichkeit englischer Vermittlungskunst be­durfte, um ein Festfahren der Beratungen zu vermeiden. Die zumindest von der französischen Presse gehegten Erwartun­gen und unter fast hysterischer Erregung gestellten Forderungen an die in Stresa verhandelnden Mächte, ein Gewalturteil gegen Deutschland zu formulieren, um es dann in Genf vom Völkerbund vollstrecken zu lassen, wurden in keiner Weise erfüllt. Gesiegt hat schließlich über das lärmende Verlangen Frankreichs, durch einen Ge­meinschaftsbeschluß der Mächte Deutschland zu diskriminieren, derWilleEnglands und ItaliensVernunft, die dahin zielten, der verhängnisvollen europäischen Politik der letzten Jahre ein Ende zu machen.

Wahl Kam in Stresa ein Gemeinschasts- beschluß zustande. Aber nicht in dem Sinne, daß ihm' Deutschland unter keinen Umstän­den beitreten könnte. Ganz im-Gegenteil ist im Prinzip aus den französisch-russischen Vereinbarungen, die ihren Stachel zuerst eindeutig gegen Deutschland richteten nun ein Nichtangriffspakt in Stresa geworden, innerhalb dessen sich zwar Frankreich und Rußland für den Fall des Krieges aktive Hilfe gegenseitig zusagen, der aber doch gleichzeitig die strikte Nichtangrisss- verpflichtung auch für diese beiden Staaten enthält. Wenn Mussolini kurz vor der Konferenz sich imPopolo Italia" oahin geäußert hat, daß der Friede der Duce wollte wohl sagen der Erfolg der Kon­ferenz, was vielleicht dasselbe ist von einem abhängt, der nicht in Stresa an­wesend sein werde, so hatte der Duce in staatsmännischer Scharfsicht den Kern der Sache erfaßt, und sein Land wie ganz Europa hat es nur dem nicht auf der Kon­ferenz nicht anwesend Gewesenen, zu ver­danken, daß der Erfolg zugunsten des europäischen Friedens sich nunmehr doch noch einstellen konnte.

Der nicht anwesend Gewesene, den Musso­lini meinte, war nämlich Deutschland. Aufrichtig und ernst, wie die Führung des Dritten Reiches überhaupt ist, hat die deutsche Regierung jede Phase der Konferenz in Stresa mit höchster Anteilnahme verfolgt, und, so sehr die Gegensätze zwischen den drei in Stresa beratenden Mächte klafften, keinen

Das neue Ringen der Ozeanrenner

.Bremen" gegenLex",Clueen Mary" undKormsndie - Waschinenkraft und Seemannjchast

Schlägt man eines der berühmtesten deutschen Wörterbücher auf und sucht man den Artikel Vaterland", dann findet man darunter ein paar einfach lächerliche Angaben über Presseorgane die­ses Namens, sogar über eines, das in der Schweiz erschienen war, lächerlich im Vergleich zu dem, was man zu finden hoffte, nämlich eine Angabe über das deutsche SchiffVaterland".

Schlägt man das führende englische Lexikon auf, dann findet man unter dem ArtikelVaterland" den HinweisSchiff stehe Leviathan". Schöpft man Hoffnung daraus und wälzt noch einmal das deutsche Lexikon, um nachzuschauen, ob wenigstens unterLeviathan" die begehrten Angaben über eine der gewaltigsten Leistungen der deutschen und der Technik der Welt zu finden sind, dann trifft man auf ein paar alttestamentarische Hinweise mit Hervorhebung der Fälle, in denenLeviathan" als Ungeheuer der Sonnenfinsternis oder sonst etwas vorkommt. Aber nichts, kein einziges. Wort über das Schiff, das die Amerikaner den Deut­schen raubten und das sie mit dem Namen Leviathan" (Ungeheuer der Sonnenfinsternis) wieder auf die Meere schickten. Um über die Größe der deutschen Leistung etwas zu erfahren, muß man sich dann schon wohl oder übel den Aufzeichnungen der Briten anvertrauen.

Unter der SpitzmarkeLeviathan" finden sich in dem englischen Lexikon nicht weniger als drei Stellen mit Hinweisen zu Darlegungen über die­ses deutsche Schiff und obendrein noch eine Ab­bildung. Dabei wird hervorgehoben, daß die An­strengungen der Engländer um die Beherrschung des transatlantischen Schiffsverkehrs von den

Deutschenmit den riesenhaftesten Dampfern der Welt" beantwortet würden. Der Erste der Reihe war derImperator", jetzt der englische Dampfer Berengaria". Sie lief 1912 vom Stapel. Ihre Tonnage betrug 52 000 Tonnen. Der Zweite der Reihe war derVaterland", jetzt derLeviathan" der amerikanischen Linie. Seine Matze betragen 49000 Tonnen. Das dritte Schiff war derBis- marck", jetzt der englische DampferMajestic", ähnlich demVaterland", aber mit 56 021 Br.- Reg.-To. das lange Zeit größte Schiff der Welt.

Viele deutsche Lexika haben offenbar immer noch Männer, die keine Ahnung davon haben, daß ihr Volk mit jedem anderen der Erde in Wett­bewerb treten kann, daß es drei Jahrzehnte hin­durch die Weltleistung der größten und schönsten drei Schiffe halten konnte und daß bis zu diesem Augenblick die fünf größten und die beiden schnell­sten Schiffe der Erde immer noch als Zeugen über­legenen deutschen Könnens die Meere befahren.

Und nun kommt der neue Kampf um das Blaue Band des Ozeans. Es wird gegenwärtig immer noch von unsererBremen" gehalten, die nur wenig-schneller ist als das andere deutsche Schiff, dieEuropa". Allerdings machen uns die Ita­liener unseren Rang mit ihremRex" streitig. Aber das ist nur eine Rechenangelegenheit. Auf der schnellsten Reise fuhr dieBremen" mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 28,51 Knoten nach Amerika. Das geschah auf der klassischen Rennstrecke für dasBlaue Band des Ozeans" LherbourgNewyork. DerRex" fuhr seine Re­kordfahrt aber zwischen Gibraltar und Newyork und erreichte dabei eine Durchschnittsgeschwindig.

keit von 28,72 Knoten. In der Welt der Seeleute zählt diese Leistung aber nicht; denn Vergleiche, find natürlich nur bei der gleichen Strecke möglich, und die italienischen Kapitäne werden sich hüten, deutsche oder englische Schiffe auf der Strecke LherbourgNewyork herauszufordern, weil es bei dieser nicht nur auf die stärksten Maschinen, son­dern auch auf die tüchtigste Seemannschaft an­kommt.

In. diesem Punkte gibt es aber nur zwei ernst­hafte Wettbewerber: die Deutschen und die Eng­länder. Wir sind nicht der Ueberzeugung, daß die Bremen" und auch dieEuropa" schon ihre Best­leistungen herausgeholt haben. Der Kampf um die größte Schnelligkeit auf dem Weltmeer er­scheint uns noch nicht entschieden durch die un­geheuerliche Maschinenkraft, welche die Engländer dem kürzlich vom Stapel gelassenen Riesendampfer Queen Mary" und die Franzosen der schon län­ger auf dem Wasser liegendenNormandie" mit auf den Weg geben werden. Mit 85 000 Tonnen und 79 000 Tonnen sind diese Schiffe allerdings größer als unser rund 49 000 Tonnen umfassender Vaterland", der ja auch dafür um volle dreißig Jahre älter ist. Bei dem Bau derBremen" und derEuropa" hätten wir über diese Tonnenziffer natürlich ebenso weit wie die Engländer hinaus­gehen können. Wir ließen es aber bei rund 50 000 Tonnen, weil das nach unserer Erfahrung die Größe ist, mit der Hwei Schiffe für den Trans­atlantikverkehr muß man immer zwei Schiffe der gleichen Klasse haben auf dem Wege zwischen Europa und Amerika noch wirtschaftlich arbeiten können.Queen Mary" undNormandie" werden für eine Leistung um dreißig Knoten gebaut. Das heißt aber nicht, daß sie diese Geschwindigkeit, also rund 55,5 Kilometer in der Stunde, auf der gan­zen Länge der Strecke zwischen Cherbourg und Newyork erreichen werden. Die Franzosen sagten

vorsichtshalber, daß sie an dreißig Knoten heran­kommen würden. Die.Engländer rechnen mit ihrer Überschreitung. Was sind Hoffnungen, was sind Entwürfe! Das Wort gilt auf keinem Gebiet so zutreffend wie auf dem der großen Schiffe. In wenigen Monaten werden wir darüber Klarheit

Donnerwetter, di

Es gibt drei Dinge, die man dem besten Freund nur ungern anvertraut: Eine junge hübsche Frau, eine Zahnbürste und ein Auto. Um so höher muß ich meinen Freund Ädolar aus Bremen einschätzen, der mir jetzt, wo mein eigenes Vehikel in Repara­tur ist, seinen Wagen borgte.Nimm dir Polly," sagte er,ich verreise auf eine Woche, derweilen kannst du sie fahren." Als echter und langjähriger Autofahrer hatte er selbstverständlich seinem Ben- zintöchterchen einen Namen gegeben Polly, wie gesagt und unter diesem Kriegsnamen war das altersgraue Fortbewegungsinstrument mit dem komischen hohen Verdeck in halb Bremen bekannt.

Wenn ein Mädchen Polly heißt, so, denk ich mir, muß an dem Mädchen was dran sein. Mindestens verpflichtet der Name Polly zu vollschlank. Wer ein Mädchen namens Polly in seine Arme nimmt, der hat einenordentlichen Arm voll."

Am Morgen machte ich mich wohlgemut auf den Weg zur Garage Adolars und sprach leichtfertig die Absicht aus zu starten. Der Garagenwart maß Mich mit mitleidigem Blick:Was, Sie wollen Polly fahren? Das ist kein Spaß, Verehrtester. Das ist Schwerarbeit, das ist Zirkuskunst. Und starten wollnse? Starten is nich. Die Batterie hat sich schon lange zur ewigen Ruhe begeben. Na kommse her, ich setze mich rein, und Sie schieben wie ein Großschieber an Polly herum."

gewinnen. Halten die Deutschen, dasBlaue Band" gegen die französischen und englischen Schiffe, dann platzen zwei Spekulationen, deren Umfang mit den Hunderten Millionen Mark der hineingesteckten Vaugelder nur erst angedeutet ist.

üsrwanv Lrisgsr.

rje Donnerbüchse!

Etwas ängstlich geworden durch diese Erklä­rung, nahm ich Polly genau unter die Lupe. Die Scheinwerfer sahen aus wie Petroleumfunzeln. Die Vorderräder waren o-beinig, die Decke war bis auf die Schwarte abgefahren. Die Haube hatte Adolar in sinnvoller Weise durch Bindfäden vor dem Wegfliegen geschützt. Der Podex er war Pollys würdig ragte hinten wie das Hinter­teil eines 80-Talerpferdes hinaus und trug einen Refervestreifen, bei dem man die Leinwand sah. Ueber das Ganze zog sich ein Verdeck, unter dem man bequem mit einem Zylinder Platz hatte.

Polly schielte zu mir hin.Menschenskind, mutz das sein?" schien sie zu fragen. Ja Polly, es mutz sein. Ich stemmte mich also gegen das Reserve­rad, zweimal .rollten wir über den Hof, ohne daß außer einem lauten Quietschen ein Geräusch ver­nehmbar wurde. Aber mit einem Male brüllte es aus Polly, ein Donnerschlag war das mit an­schließendem wilden Geknatter, eine blauschwarze Oelwolke hüllte mich ein. Polly schüttelte sich ge­waltig, sie war angesprungen.

Unter den Segenswünschen des vollzählig ver­sammelten Earagenpersonals kletterte ich hinter das Steuerrad. Ein fabelhaftes Steuerrad war das. Gelb, groß und ganz dick wie bei einem Dampfer. Ich löste die Handbremse.Hat keinen Zweck," sagte der Meister,die is nich ange-