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Nr. Y3 / 3. Jahrgang
Mittwoch, 3. April
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Die Rede des Stellvertreters des Führers im Reichsbahnausbesserungswerk Freimann
Des deutschen Arbeiters Einsatzbereitschaft
Rudolf Heß über die politische und wirtschaftliche Bedeutung des neuen Volksheeres Gefolgschaftsappell
München, 2. April
Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Hetz, hielt am Dienstagvormittag im Reichsbahnausbesserungswerk Freimann bei München eine Ansprache, die für den Gemeinschaftsempfang auf alle deutschen Sender übertragen wurde. Rudolf Hetz betonte, datz der äußere Anlaß zu seiner Ansprache die demnächst in ganz Deutschland stattfindende Vertrauensratswahl sei. Der innere Anlaß sei der langgehegte Wunsch, zu deutschen Handarbeitern zu sprechen, von denen so viele an der Front des Weltkrieges zu seinen besten Kameraden gehört hätten. Gerade Handarbeiter seien es auch gewesen, die in der Gemeinschaft der nationah^>zialistischen Bewegung als Soldaten einer neuen Idee zusammengestanden hätten.
Er wende sich aber nicht etwa an einen Stand oder eine Klasse für sich, sondern an die Gemeinschaft der Schaffenden in den Betrieben, die zum Eemeinschaftsempfang beieinanderständen, wie sie an den Stätten der Produktion zueinander gehörten. „Ihr seid aufeinander angewiesen", rief Rudolf Hetz ihnen zu, „und ergänzt euch wie die ganz großen Arbeitsgruppen der Volksgemeinschaft, wie Bauern, Handarbeiter, Geistesarbeiter usw. sich ergänzen und aufeinander angewiesen sind, weil ein Teil ohne den anderen auf die Dauer nicht zu leben vermag. Nie soll diese nationalsozialistische Erunderkenntnis vergessen werden.
Für die Interessen des Volkes
Nie sollen wieder sogenannte Führer bei Bauern, Arbeitern und Bürgern die kleinen Einzelinteressen von Klassen und Ständen gegeneinander ausspielen und sie höherstellen als die gemeinsamen Interessen des Volkes. Stets wollen wir alle auf der Hut sein, datz nicht neue Hetzer nach alten marxistischen Methoden — gleichgültig in welchem Gewände — erstehen. Wer diesen Versuch machen sollte, muh wissen, datz das Volk selbst in seinen erwachten Instinkten sich am schärfsten dagegen zur Wehr setzt, um so mehr, als es weih, datz die Führer eine Gemeinschaft in sich bilden und es ihre Pflicht ist, etwa auftretende Ungerechtigkeiten in gemeinsamem Wirken unter Berücksichtigung der großen Eesamt- interessen des Volkes, von denen das Wohl der Standes- und Einzelinteressen abhängt, auszugleichen."
Die bevorstehende Wahl, so führte Hetz weiter aus, seikeineWahlim frllherenSinne, vielmehr sollen Männer zur Regelung auftauchender Probleme innerhalb der Betriebe bestimmt werden, die das Vertrauen ihrer Arbeitskameraden hätten. Es werde deswegen auch kein Wahlkampf im alten Sinne geführt, ebensowenig wie den deutschen Arbeitern etwa eine herrliche Blumenlese von Versprechungen vorgesetzt würde, die größtenteils nicht gehalten werden können. Der nationalsozialistische Staat habe versprochen, das Arbeitslosenelend zu mildern, und dieses Versprechen, das Adolf Hitler bei der Machtergreifung gab, wurde erfüllt. „Und noch ein ganz großes Versprechen des Nationalsozialismus wurde erfüllt: Das Versprechen, den deutschen Arbeiter als gleichwertigen Volksgenossen in die Volksgemeinschaft einzugliedern.
Niemand kann heute mehr bestreiten, datz der Handarbeiter sich im nationalsozialistischen Staat absolut gleichwertig fühlt und in den Augen aller seiner Volksgenossen gleichwertig ist."
Wie der deutsche Handarbeiter im Kampfe an den Fronten des Weltkrieges seinen Mann gestanden habe, so auch im Kampfe um das neue Deutschland. Bei der Saarabstimmung und bei den großen Volksabstimmungen, die Adols Hitler in der jüngsten Zeit vornehmen ließ, seien es wieder die deutschen Arbeiter gewesen, die Seite an Seite mit den übrigen deutschen Volksgenossen ihre Pflicht erfüllten und die Behauptungen des Auslandes Lügen straften, datz sie abseits stünden. „Durch die unerhörte Geschlossenheit, mit der sich das deutsche Volk hinter Adolf Hitler stellte, war es ihm allein möglich, es so erfolgreich zu führen, wie es in den Jahren seit der Machtergreifung der Fall war. Und gerade dank der Tatsache, datz insbesondere auch der deutsche Arbeiter ihm folgte, vermochte Adolf Hitler Deutschland wieder frei zu machen.
Proklamation der deutschen Freiheit
Seine Erklärung der Wiedereinführung der Allgemeinen Wehrpflicht, von der die Welt weiß, datz hinter ihr heute bereits eine Macht: eine entsprechende Zahl von Soldaten in Waffen steht — eine Erklärung, die sich über wesentliche Bestimmungen des von den anderen gebrochenen Versailler Vertrages hinwegsetzt —, ist gleichbedeutend mit der Proklamation der deutschen Freiheit und Unabhängigkeit. Seit dem 18. März
1935 sind wir wieder ein freies Volk, von dem die Welt weiß, datz seine Freiheit nicht mehr angetastet werden kann, ohne datz es sich dagegen leidenschaftlich zur Wehr setzt."
Nach diesen Ausführungen über die geschichtliche Bedeutung des 16. März fuhr Rudolf Hetz fort: „Der Wiederaufbau des Heeres ist nicht nur eine moralisch« Angelegenheit — er ist auch eine durchaus materielle Angelegenheit. Denn auch die materiellen Güter eines Volkes, die Wirtschaft, welche die Güter hervorbringt, bedürfen des Schuhes. Wir haben es alle erlebt, welches die Folgen waren, als wir uns nach dein Zusammenbrach 1918 nicht mehr wehren konnten gegen die Erpr-ssungen anderer Völker. Es waren Produkte der Arbeit unseres Volkes, es waren die Güter, die das Volk selbst nur zu gut hätte gebrauchen können, hie es zwangsweise abliefern mutzte."
Die damalige Wirtschaftskatastrophe als Folge der Repar.ationsver- pslichtungen hätte das furchtbare Ausmaß nie angenommen, die Gegner hätten die wirtschaftlich irrsinnigen Forderungen nie gestellt, wenn sie mit der Möglichkeit einer deutschen Gegenwehr hätten rechnen müssen. Hätte damals eine wirkliche deutsche Wehrmacht bestanden, so wäre Deutschland und der Welt das ganze Unglück, welches die Wirtschaftskatastrophe nach sich zog, wenn nicht erspart geblieben, so doch verringert worden.
Wirkungen des Wertgesetzes
„Abgesehen vom Schutz, den die neuerstandene Wehrmacht bedeutet", so führte Rudolf Hetz weiter aus, „hat ihr Wiederaufbau große direkte und indirekte Wirkungen im Gefolge. Das Vertrauen, welches die aufsteigende Wirtschaft in sich birgt, wird nämlich durch die Ueberzeugung der Welt, datz nicht wieder willkürlich ein Staat, dem es gefällt, bei uns einzurücken, diese Wirtschaft
Berlin, 2. April
Der entscheidende Schritt, den die nationalsozialistische Regierung durch die Uebernahme der gesamten Rechtspflege aus das Reich auf dem Wege zum deutschen Einheitsstaat getan hat, wurde am Dienstagnachmittag durch einen großen Staatsakt im Staatlichen Opernhaus begangen. An diesem bedeutungsvollen Feiertag der Justiz hatten sämtliche Justizbehörden Deutschlands Flaggenschmuck angelegt. Aus dem ganzen Reich waren die Juristen nach Berlin gekommen, um an der Kundgebung teilzunehmen.
Im Vorhofe der Universität versammelten sich die Abordnungen der Richter, Staatsanwälte, Rechtsanwälte, Urkunds-Beamten und Hochschullehrer in ihren farbigen Amtstrachten, um im feierlichen Zuge über den Kaiser-Franz-Joseph- Platz zur Staatsoper zu gehen. Der große Raum der Staatsoper bot ein noch nie geschautes Bild. Auf der geschmückten Bühne nahmen die höchsten richterlichen Beamten Deutschlands mit dem Präsidenten des Reichsgerichtes an der Spitze Platz. Die große Mittelloge war für den Führer und die Reichsregierung freigehalten. Die weihevollen Klänge der Akademischen Festouvertüre von Brahms leiteten die festliche Stunde ein. Die Reihe der Ansprachen eröffnete Ministerpräsident General Eöring.
Er begann mit der Feststellung, datz die nationalsozialistische Regierung in den vergangenen beiden Jahren auf dem Gebiete der Erneuerung des Reiches das Hauptziel des Führers erreicht habe. Zum ersten Male seit Jahrhunderten sei die einheitliche Reichsgewalt über alle deutschen Gaue aufgerichtet und rechtlich verankert. Auch die nunmehr vollzogene Vereinheitlichung des deutschen Rechtswesens sei ein staatspolitisches Ereignis von geschichtlicher Bedeutung. Ministerpräsident Eöring gedachte der besonderen Verdienste des ersten nationalsozialistischen preußischen Justizministers Hanns Aerrl. Er ging dann auf die einzelnen Etappen zur Neugestaltung des deutschen Rechts.
Er wies darauf hin, wie dem gesunden Rechtsempfinden des Volkes Zwang angetan wurde, als vor einigen hundert Jahren fremdes Recht, das der römisch antiken Kulturentwicklung, entscheidenden Einfluß auf unsere altgermanischen Rechtsbegriffe gewonnen habe. Niemals werde im neuen Staat ein Urteil möglich sein, durch das aufrechte Männer, die der Stimme ihres Blutes treu blieben und bestehende internationale Rechtsabmachungen in nichts verletzt haben, zu drakonischen Strafen verurteilt werden.
zerstören kann, derart gestärkt,' datz neuerdings die Wirtschaftsbeziehungen zu anderen Staaten gefördert werden. Auch dadurch ergeben sich die Voraussetzungen für weitere Arbeit in Deutschland und damit für die allmähliche Besserung des Wohlergehens der Gesamtheit und des einzelnen.
Eine nationalsozialistische Armee
Und mehr noch als dies: Das Heranziehen der Jahrgänge von Jungen schafft Arbeitsplätze für Aeltere. Die Herstellung von Waffen für die neue Armee gibt weiteren deutschen Volksgenossen von großer Zahl Arbeit und Brot. Insgesamt kann die deutsche Wirtschaft wie die Volkswirtschaft aller großen Nationen wieder mit einer Armee und ihrem Bedarf rechnen. Die deutsche Wirtschaft gleicht sich auch hierin wieder mehr den Wirtschaften der anderen Völker an, und dies kann nur der Wirtschaftsgesundung der Welt dienlich sein „Ich weiß, datz ihr alle stolz seid auf das neue Volksheer!" rief der Stellvertreter des Führers seinen Volksgenossen in den Betrieben zu. „Ich weiß, datz die alten Soldaten unter euch noch gern zurückdenken an die Dienst- zeit und datz ihr euch freut, wenn eure Söhne in der Armee wieder zu Männern erzogen werden."
Ihr seid um so mehr stolz auf die neue Armee, als ihr die Gewißheit habt, datz diese wirklich ein Volksheer im besten Sinne sein wird.
Die neue deutsch« Armee ist vom nationalsozialistischen Geist durchdrungen und frei von allem, was vielleicht im alten Heer noch im Widerspruch stand mit dem Grundsatz, datz es gerade für Soldaten keinerlei Sonderrechte aus Grund von Geld, Kastenzugehörigkeit und totem Schulwissen gibt. Das neue Heer kennt keine Einjährig-Freiwilligen mehr. Führer kann in ihm werden, wer das Zeug zum wirklichen Führer in sich trägt. Es ist das
„Der nationalsozialistische Staat", so unterstrich Ministerpräsident Eöring ausdrücklich, „ist und bleibt ein Rechts st aa t." Er verdiene diesen Titel im Hinblick darauf, datz sein Recht und seine Gesetze in der Gemeinschaft des Volkes begründet seien, datz jeder einzelne Volksgenosse die Gewißheit habe, daß sein Anspruch auf Gerechtigkeit erfüllt werde, datz schließlich jedem Volksgenossen, der seine Pflicht gegen die Gemeinschaft tue und der am Aufbau des Staates mitarbeite, Lebensraum, Lebenssicherheit und Lebensfreiheit gewährleistet sei.. Die neue Vorstellung vom Recht werde aber nur dann im Volke durchdringen, wenn jeder einzelne Richter sich von ihr beherrschen lasse.
Als nächster Redner nahm Reichsjustizminister Dr.: Gürtn er das Wort. Er erinnerte daran, daß die Frage der Reichsjustiz so alt sei wie das Deutsche Reich selbst. 2e zerfahrener die Macht- verteilung und je verworrener die Rechtszustände im Deutschen Reich im Laufe der Jahrhunderte waren, um so größer sei jeweils die Sehnsucht des Volkes nach einer starken Reichsgewalt als Hüterin des Rechts gewesen.
Datz die Reichsjustiz in der Zeit von weniger als einem Jahr aufgebaut werden konnte, sei vor allem dem Entschluß des Führers zu verdanken, der am 16. Mai 1934 auf Vorschlag des preußischen Ministerpräsidenten die Reichs- und preußische Justizverwaltung in einer Hand vereinigt hat. Der Reichsgustizminister ging dann auf die Vorteile der Vereinheitlichung der Justiz im Reiche ein und betonte, daß die einfache und einheitliche Organisation der Justizbehörden im ganzen Reich die sichere Gewähr biete, den Willen des Führets auf geraden und ungebrochenen Linien bis zur äußersten Behörde erkennbar zu machen und durchzusetzen.
Sodann zählte der Reichsinnenminister die einzelnen wichtigen Gesetze auf, die die Reichsreform vorbereitet und weitergetrieben hallen. Hier nannte er vor allem das am ersten Jahrestag der nationalsozialistischen Revolution ergan- gene Gesetz über den Neuaufbau des Reiches, das einen vielhundertjährigen Traum der Deutschen erfüllt habe und den Abschluß einer tausendjährigen Entwicklung darstelle. Deutschland sei ein Einheitsreich geworden. Die letzten bundes- staatlichen Erscheinungsformen seien durch Aufhebung des Reichsrates und durch Schaffung einer einheitlichen Rei ch s angehörigkeit beseitigt. Der Dualismus zwischen dem Reich und Preußen sei durch die Herstellung von Personalunionen und später von Realunionen zwischen den
Heer des deutschen Volkes und das Heer sür das deutsche Volk. Es wird Deutschland wieder schützen, seine Menschen und ihre Habe, und es wird nicht zuletzt die Stätten schirmen, in denen ihr eure Arbeit findet. Das deutsche Volksheer hat keine imperialistische Ausgabe, es dient dem Frieden der Deutschen."
„Unter dem Schutz des neuen Heeres", so schloß Rudolf Hetz seine Ansprache an die deutschen Arbeiter, „wollen wir weiter gemeinsam arbeiten und schaffen in treuer Pflichterfüllung jeder an der Stelle, die ihm vom Schicksal zugewiesen ist. In dem glücklichen Bewußtsein, eine bessere Zukunft unseren Kindern zu schaffen, wollen wir zusammenstehen im gemeinsamen Stolz auf den Führer, der uns zusammenbrachte, der unserer Arbeit wieder einen Sinn gab — der in seinem Werdegang symbolisch den Hand- und Geistesarbeiter, den Untergebenen von einst und den Führer des ganzen Volkes von heute vereint"
„Unter seiner Führung tun wir unsere Arbeit weiter, auf datz auch unser Volk und Vaterland weiter gesundet und wir Kindern und Kindeskindern eine Heimat schaffen, in der es ihnen besser geht als vielen ihrer Väter und aus die sie von Herzen stolz sein können. Wir werden weiter- schasfen unter der Führung des Mannes, der uns bisher so erfolgreich geführt hat, unter der Führung des erste» Soldaten und des ersten Arbeiters Deutschlands: Adolf Hitler!"
Die Ausführungen Rudolf Hetz' wurden wiederholt von stürmischem Beifall unterbrochen, der sich nach dem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer zu einem wahren Jubelsturm steigerte. Unter den Klängen des Liedes „Brüder in Zechen und Gruben" verließ der Stellvertreter des Führers die Lokomotiv-Halle und begab sich mit dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und anderen Herren in die Kantine, wo sie an einem gemeinsamen Essen der Arbeiterschaft teilnahmen.
entsprechenden Ministerien des Reiches und Preu» tzens verschwunden.
Unter den gesetzgeberischen, den Neuaufbau des Reiches berührenden Maßnahmen stehe die Ueberleitung der Rechtspflege auf das Reich im Vordergrund. Bei der Justiz handele es sich um einen im wesentlichen schon lange durch das Gerichtversassungsgesetz feststehenden, in sich geschlossenen Kreis von selbständigen Behörden mit in der Hauptsache reichsrechtlich bestimmten Geschäftsaufgaben. Wesentlich anders lägen die Verhältnisse bei der Verwaltung, als dem Inbegriff der gesamten staatlichen Tätigkeit, soweit sie nicht „Justiz" sei. Hier sei es eine der wichtigsten Aufgaben des Nationalsozialismus, die verlorengegangene Einheit soweit wie möglich wiederherzustellen. Der erste Schritt in dieser Richtung sei mit der zweiten Neuaus- bauverordnung und dem neuen Reichsstatthaltergesetz getan. Weitere Schritte würden folgen. Zum Schluß werde das große Werk der Reichsreform gekrönt werden durch die territoriale Neugliederung des Reiches.
Der gemeinsame Gesang des Deutschland- und Horst-Wessel-Liedes beendete den Festakt. Dem Führer und Reichskanzler wurden beim Verlassen der Oper von einer tausendköpfigen Menschenmenge große Kundgebungen bereitet.
Kammersieg Flandins
Paris, 2. April.
Ministerpräsident Flandin ergriff in der Kammer zu einer Erklärung über die Regierungspolitik das Wort. Er berührte die Maßnahmen zur Sicherung Frankreichs in militärischer und politischer Hinsicht. Gegenüber der deutschen Armee müsse Frankreich seine Sicherheit durch militärische Maßnahmen und durch Militärabkommen organisieren. Gewisse Truppenverschiebungen seien bereits «m 22. März von zuständiger Stelle beschlossen worden. Für die Luftstreitkräfte seien ebenfalls die notwendigen Maßnahmen getroffen.
Weiter streifte Flandin die Kredit- und Währungspolitik, wobei er betonte, datz Frankreich den gegenwärtigen Stand seiner Währung behaupten werde. Die Lage des Schatzamtes sei gesund und bleibe auch gesund, vorausgesetzt, datz die Kammer die Haushaltspläne der Regierung nicht durch gewisse Beschlüsse gefährde. Zum Schluß bat der Ministerpräsident die Kammer, der Regierung das Vertrauen auszusprechen
Die Kammer sprach dann mit 410 gegen 134 Stimmen der Regierung Flandin das Vertrauen aus. Daraus vertagte sie sich bis zum 28. Mai.
Zm Kamps um Deutschland
Der Handarbeiter steht seinen Mann * Bremen, 3. April.
„Im Kampfe um das neue Deutschland hat der deutsche Handarbeiter seinen Mann gestanden, und es wird der deutsche Handarbeiter zum Schutze und zur Verteidigung dieses neuen Deutschland erst recht seinen Mann stehen." — Das war der Rudolf Heßschen Rede tiefster Sinn, als er, der Stellvertreter des Führers, gestern vormittag vom Reichsbahnausbesserungswerk Freimann bei München zu allen deutschen Handarbeitern in allen Betrieben sprach, wobei er, von spontanen Beifallsstürmen umbraust, die beste Bestätigung seiner Worte gleich selbst erleben konnte.
Es kam in diesen ungeheuren Beifallsstürmen eindeutig zum Ausdruck, nicht allein die unverhohlene Begeisterung von Millionen deutscher Handarbeiter für des Führers gewichtige Tat vom 16. März, sondern gleichzeitig auch der berechtigte Stolz eines jeden einzelnen der zuhörenden Arbeitermillionen, der Stolz, einem Volke anzugehören, das aus eigener Kraft die Ketten seiner Knechtschaft zerriß. Und es kam darüber hinaus zum Ausdruck die unerbittliche Entschlossenheit der gewaltigen Zahl von deutschen Handarbeitern, das, was nun endlich, dank einer genial betriebenen folgerichtigen Politik des Führers und durch des deutschen Volkes Kraft, wiedergewonnen werden konnte, nie und nimmer mehr preiszugeben, ja, wenn es notwendig werden sollte, aufs unerbittlichste zu verteidigen.
Wer den deutschen Arbeiter kennt, wer mit ihm Seite an Seite ins Feld gezogen ist und mit ihm draußen Tag für Tag mit unerhörter Zähigkeit für die Unversehrtheit des deutschen Gebietes und für die Erhaltung der deutschen Arbeitsstätten gekämpst und gerungen hat, wer hinterher erlebte, mit welch fanatischer Leidenschaft gerade der Handarbeiter den Kampf um das Dritte Reich geführt hat, sobald er nur erst einmal aus den Händen von Verführern gerissen und von Irrtümern befreit erkannt hatte, wie sehr er selbst zum deutschen Volke gehörte und wie er selbst ein Teil dieses Volkes ist, der brauchte sich nicht zu wundern und hat sich nicht gewundert über die auflodernde Begeisterung bei den Worten des Stellvertreters des Führers von gestern, die da lauten: „Seit dem 16. März 1935 sind wir wieder ein freies Volk, von dem die Welt weiß, daß seine Freiheit nicht mehr angetastet werden kann, ohne daß es sich dagegen leidenschaftlich zur Wehr setzt." Wundern konnten sich höchstens jene Kreise des Auslandes, die immer noch nicht begriffen haben, daß Deutschland ein Volk geworden ist und daß der deutsche Arbeiter heute ganz selbstverständlich sich als vollwertiger Teil innerhalb dieses Volkes fühlt; daß er in innigster Blutverbundenheit empfindet, wie er, den Angehörigen aller Stände im Volke völlig gleichgestellt, Blut vom Blute und Fleisch vom Fleische dieses Volkes ist, und wie des deutschen Volkes Wohl, sein eigenes Wohl, des deutschen Volkes Ehre, seine eigene Ehre ist. Sie mögen sich wundern, jene Kreise im Ausland, aber die Tatsache bleibt bestehen, und wohl oder übel werden sie sich damit abzufinden haben. Alle Hoffnungen auf die Möglichkeit neuer Zwistig- keiten in Deutschland müssen sie begraben, alle Spekulationen auf etwaige Gegenströmungen zum Wehrgesetz in Nichts versinken lassen; stehen bleibt nur vor ihren Augen: die eherne Geschlossenheit eines Siebzig-Millionenvolkes und seine restlose Einsatzbereitschaft für die wieder-
ewonnene Ehre und zurückerrungene
r e i h e i t.
Im Kampfe um das neue Deutschland steht der deutsche Handarbeiter seinen Mann, der Handarbeiter, der wohl begriffen hat, was der Stellvertreter des Führers meinte, als er auf die fürchterliche Wirtschafts- katastrophe hinwies, die seinerzeit als Folge deutscher W e hr lo si g ke it doch zumeist den deutschen Handarbeiter betroffen hat und die niemals über Deutschland in so verheerender Weise hätte kommen können, wenn eine deutsche Wehrmacht bestanden hätte, die imstande gewesen wäre, den uferlosen Wirtschaftsforderungen der Gegner ein kräftiges „Nein" entgegenzusetzen. Und begriffen hat der Handarbeiter auch, daß der Neuaufbau der Wehrmacht ganz außerordentliche wirtschaftsbelebende Kräfte in sich trägt, die dem Handarbeiter im besonderen Maße zugute kommen, die sich sogar nicht allein auf Deutschland, sondern auf die gesamte Weltwirtschaft erstrecken können.
So haben denn gestern durch den Gefolgschaftsappell in den deutschen Betrieben die Deutschland feindlich eingestellten Kreise des Auslandes wieder einmal eine schwere E n t- täuschung erleben müssen. Das deutsche
„Ein Reich - ein Recht"
Feierlicher Gtaatsakt aus Anlaß der Lledertragung sämtlicher Iustizaufgaben auf das Reich