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Nr. 91 / 3. Jahrgang
Montag, i. April
Einzelpreis is Rps.
Gin Appell an die Staatsmänner der Welt
Hitlers Versöhnungshand bleibt offen
Dr. Goebbels aus der Zehnjahresfeier des Gaues Baden
Lordfiegelbewahrer Eden nach Warschau abgereist
Moskau, 31. März.
Lordsiegelbewahrer Eden ist am Sonntagabend nach Warschau abgereist.
In einer amtlichen Erklärung der Sowjetunion über die Besprechungen des englischen Lordsiegelbewahrers Eden in Moskau heißt es: Sowohl Eden als auch Stalin, Molotow und Litwinow waren der Meinung, daß es angesichts der heutigen internationalen Lage mehr denn je notwendig sei, die Anstrengungen zur Schaffung eines Systems der kollektivenSicherheitin Europa fortzusetzen. Als Ergebnis des Meinungsaustausches der Vertreter beider Regierungen wurde festge- stellt, daß gegenwärtig keinerlei Widersprüche bezüglich der Interessen beider Regie- rungen bestehen und daß diese Tatsache ein festes Fundament für die Entwicklung fruchtbringender Zusammenarbeit zwischen ihnen für die Sache des Friedens schafft/
Wechsel Macöonalö - Baldwn?
London, 31. März.
Nach Ansicht des „Observer" ist für den Frühherbst aller Voraussicht nach mit einer vollständigen Umbildung des britischen Kabinetts zu rechnen. Man könne mit ziemlicher Sicherheit annehmen, daß Macdonald sich dann entschließe, die Ministerpräsidentschaft Valdwin zu übertragen. Das umgebildete Kabinett, dem auch Macdonald als Minister angehören werd«, würde auch weiterhin eine „nationale Regierung" sein, sich also aus Vertretern der drei Gruppen zusammensetzen, die auch letzt die Regierung bilden. Macdonald werd« auf jeden Fall den Posten des Ministerpräsidenten während der Jubiläumsfeierlichkeiten und noch einige weitere Monate beibehalten.
GA-Gturmführek Demmig f
Spätes Opfer des Roten Terrors
Breslau, 31. März.
Die Gruppe Schlesien erhielt die erschütternde Nachricht, daß der im Februar 1933 durch Kom- munister verwundete SA.-Sturmführer Dem- mig-Vreslau im Alter von 22 Jahren an den Folgen der damals erlittenen Verletzungen nach langer Krankheit gestorben sei. Damit beklagt die SA. der Gruppe Schlesien ihr 21. Todesopfer.
Reichsheimstättenamt und Bauindustrie. Zwischen dem Reichsheimstättenamt und der Wirtschaftsgruppe Bauindustrie wurde eine Vereinbarung ge.troffen, deren Ziel die Schaffung von gesunden und wirtschaftlichen Wohnstätten für Werksangehörige ist.
Abwertung der Belga um 28 v. H. Der belgische Ministerrat hat am Sonntag die Abwertung des Belga um 28 v. H. festgesetzt.
Ausbau der französischen „Verteidigungskräfte". Auf der Gründungsfeier der französischen Nationalen Vereinigung der Reserveoffiziere hielt Kriegsminister General Maurin eine Rede, in der er den Ausbau der französischen „Verteidigungskräfte" forderte.
Essen, 31- März.
Die große Jungarbeiterkundgebung vom März vorigen Jahres erlebte am Sonntag an der gleichen Stelle wie vor einem Jahre und wie künftig alljährlich auf dem Kokereiplatz der Zeche Friedrich Ernestine in Essen- Stoppenberg ihre machtvolle Wiederholung. Wieder hatten sich am frühen Sonntagmorgen auf dem weiten Werkgelände wohl an ein halbes Hunderttausend Jungen und Mädel der HJ., des Jungvolks und des BDM. zusammengefunden, um aus dem Munde ihres Reichsjugendfllhrers das Bekenntnis der deutschen Jugend zu Sozialismus und Volk, zu Führer und Vaterland zu hören.
Endloser Jubel und immer neue Heilrufe brausten auf, als Baldur von Schirach auf dem Kundgebungsplatz erschien. Die Sirenen der Zechen und Werke gaben das Zeichen zum Beginn der Kundgebung. Der Reichsjugendführer führte aus:
„Wir wollen in unserem gewaltigen Aufmarsch daran denken, daß es immer der schöpferisch« Wille ist, die schöpferische Leistung und die schöpferische Tat allein, die entscheidend ist. Die junge deutsche Arbeiterschaft steht bei uns und wir sind diese Arbeiterschaft, und unser Staat ist nicht gegründet auf die Weisheit der Professoren und auf die Jntelligenzschichten und die Jntelligenzklllngel des Bürgertums, sondern unser Staat steht auf den Schultern dieser jungen Arbeiter. Wir haben das verlogene Ideal der bürgerlichen
Karlsruhe, 31. März.
Der Gau Baden der NSDAP. feierte am Sonntag sein lOjähriges Bestehen. Zu dieser Feier war Reichsminister Dr. Goebbels erschienen. Nach kurzen Begrüßungsworten des ba- dischen Gauleiters und Reichsstatthalters Robert Wagner führte Dr. Goebbels auf der Hoch- schulkampfbahn aus: Wir müssen heute den Mut haben, unseren Idealismus mit der harten Wirklichkeit in Uebereinstimmung zu bringen. Wir können deshalb unsere Zeit nicht damit verschwenden, Theorien zu spinnen, sondern unsere Zeit muß damit angewandt werden, die Tatsachen;» meistern. (Lebhafter Beifall.) Wir müssen mit realistischem Sinn den Alltag für unser Volk besser zu machen versuchen.
Man müsse sich immer fragen, welche Maßnahmen im Augenblick zweckmäßig durchgeführt werden könnten. So müsse auch eine kluge Führung dafür sorgen, daß die innerpolitischen Maßnahmen in Uebereinstimmung gebracht würden
Berlin, 31. März.
Im Reichsgesetzblatt wird das Gesetz über die Haushaltsführung im Reich veröffentlicht. Es lautet: Die Reichsregierung hat das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet wird:
K 1. Bis zur Fertigstellung des Reichshaushaltsplanes für das Rechnungsjahr 193S dürfen die zur Aufrechterhaltung der Reichsverwaltung oder zur Erfüllung der Aufgaben und der rechtlichen Verpflichtungen des Reiches notwendigen Ausgaben geleistet werden. Für die Art der Verwendung der Mittel und die Höhe der Ausgaben gelten die nachstehenden Vorschriften:
Z 2. Ueber die letzten 10 v. H. der im Reichshaushaltsplan bei den restlichen Ausgaben einschließlich der allgemeinen Bewilligungen vorgesehenen Beträge darf, soweit nicht die Verpflichtung zur Leistung auf Grund eines Gesetzes be-r steht, nur mit vorheriger Zustimmung desReichsministers der Finanzen verfügt werden. Im übrigen gelten für die Durchführung des Reichshaushaltsplanes und für die Aufstellung der Reichshaushaltsrechnung die in der Anlage zusammengestellten Durchführungsbestimmungen.
8 3. Die im Einzelplan VIII k der Reichsmarine für den Bau von Schiffen usw. vorgesehenen Ausgabemittel sind, soweit es sich um Schiffe usw. handelt, für die bis einschließlich 1929 Mittel bewilligt sind, untereinander und mit den bereits durch frühere Haushalte für den gleichen Zweck bewilligten Beträgen deckungs - fähig, jedoch nicht länger als drei Jahre nach Fertigstellung der Neubauten. Das gleiche gilt für die für artilleristische Armierungen und für die für Torpedoarmierungen bewilligten Aus-
Gesellschaft der Vergangenheit überwunden, wir haben an die Stelle von Parteien und Gruppen und Verbänden eine Einheit gesetzt und dort, wo früher einmal die großen Massen riefen: Hie Proletariat, hie Bürgertum!", dort steht jetzt die im nationalsozialistischen Glauben geeinte junge Mannschaft der deutschen Nation. Aber anders wie die großen sozialistischen Bewegungen der Vergangenheit sind wir hier nicht angetreten, um Rechte zu proklamieren, sondern um unser, Pflicht zu erfüllen, unsere Pflicht, die wir in einem jahrelangen Ringen erkannt haben als die Pflicht zur Einigung der gesamten deutschen Jugend im Zeichen und unter der Fahne der HJ.
In diesem unserem gemeinsamen festen, unbeirrbaren Entschluß, die deutsch'« Jugend zusammenzuführen und zu einen, werden wir uns durch nichts, durch keine Macht und keine Konzession auch beirren lassen. Wir, meine Kameraden, wir kennen unsere Gegner, wir kennen sie, auch wenn sie sich tarnen. Wir werden die Fahne der deutschen Listigkeit, die Fahne der revolutionären sozialistischen Jugend Adolf Hitlers dennoch trotz der Absichten dieser finsteren Kreise zum Siege führen. Es sind immer dieselben, die nun wieder meinen, sie könnten in diesem Deutschland, in dem es nur einen politischen Willen gibt, auf Umwegen wieder auch zu politischer Macht gelangen, Aber das werden wir verhindern, das werden wir verhindern kraft des Auftrages, den uns unser Führer Adolf Hitler gegeben hat.
mit den Erfordernissen der Außenpolitik. Es sei unfair, wenn heute gewisse Kritikaster auf den einen oder anderen Amtswalter hinwiesen, um zu zeigen, daß der Nationalsozialismus Fehler mache. „Wir, die wir in den vergangenen zwei Jahren so viel getan haben, haben damit das souveräne Recht erworben, auch einmal Fehler zu machen. (Stürmischer Beifall.) Die Pharisäer, die gar nichts tun, können allerdings auch keine Fehler machen." (Heiterkeit.)
Jeder aus den Reihen der Bewegung, auch der kleinste Pimpf im Jungvolk, trägt heute den Marschall st ab im Tornister, denn wir haben den Satz „Freie Bahn dem Tüchtigen" zur Wahrheit gemacht. (Bravo-Rufe.)
Zur Außenpolitik führte Dr. Goebbels aus: „Es ist nicht wahr, daß Deutschland den Korridor, Teile der Tschechoslowakei, Oesterreich und Elsaß-Lothringen oder sonstige Gebietsteile gefordert hat. Wenn aber ausländische Zeitungen solche Lügen verbreiteten, so sind sie es, die Europa beunruhigen. W i r
gabemittel. Sind für Torpedoarmierungen nach dem Jahre der Fertigstellung der Neubauten noch Mittel bewilligt worden, so rechnet die dreijährige Frist vom Ablauf desjenigen Rechnungsjahres ab, für das der Schlußbetrag bewilligt worden ist.
8 4. Die Träger der Invalidenversicherung sind verpflichtet, den ihnen auf Grund des 8 1384 Abs. 1 Nr. 2 der Reichsver-sicherungsord- nung zustehenden jährlichen Reichsbeitrag von 200 Millionen RM. bis zu einem vom Reichsminister der Finanzen im Einvernehmen mit dem Reichsarbeitsminister festzusetzenden Betrag in Schuldverschreibungen oder Schatz- anweisungen des Reiches anzunehmen. Die Bedingungen, unter denen die Schuldverschreibungen oder Schatzanweisungen auszugeben sind, werden vom Reichsminister der Finanzen im Einvernehmen mit dem Reichsarbeitsminister festgesetzt.
8 5. Ueber die Verteilung und Verwendung der Mittel zur Erleichterung der knappschaftlichen Pensionsversiche- runz und zur Erhaltung ihrer Leistungsfähigkeit bestimmt der Reichsarbeitsminister im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Finanzen das Nähere.
8 6. Im Rechnungsjahr 1935 finden keine Anwendung: a) die Vorschriften der Reichshaushaltsordnung über den außerordentlichen Haushalt, b) die Vorschrift des 8 7S der Reichshaushaltsordnung, o) die Vorschrift des 8 2 des Gesetzes über Schuldentilgung und Kreditermächtigungen vom 12. Mai 1932 (Reichsgesetzblatt I S. 191) und ä) die Vorschrift des 8 205 0 der Reichsversicherungsordnung.
Die Garantieermächtigungen
§ 7. Die dem Reichsminister der Finanzen früher erteilten Garantieermächtigungen bleiben für das Rechnungsjahr 1938 in Kraft. 2. Der Reichsminister der Finanzen wird ermächtigt, Garantien zu übernehmen: a) zur Förderung des deutschen Außenhandels bis zum Höchstbetrage von 200 Millionen RM., b) zur Ordnung des Marktes für Vieh und Schlachterzeugnisse bis zur Höhe von 39 Millionen RM., e) zur Förderung der deutschen Schashaltung und Wollecrzeugung bis zur Höhe von 8 Millionen RM., ä) zur Ordnung des Marktes für Eier bis zur Höhe von 25 Millionen RM., v) zur Regelung des Butter- und Fettmqrktes bis zur Höhe von 29 Millionen RM., k) zur Beschaffung von Betriebskrediten für Flachs- und Hanf- röstanstalten bis zur Höhe von 5 Millionen RM., g) zur Förderung von Arbeitsbeschasfungsmaß- nahmcn au? dem Gebiete der Landeskultur bis zum Höchstbetrage von 199 Millionen RM., I>) dafür, daß für die aus Reichsbesitz im Rechnungsjahre 1938 zum Verkauf kommenden Vorzugsaktien der Deutschen Reichsbahngesellschaft dieser Wertpapiere eine Dividende von mindestens 7 v. H. jährlich gezahlt wird.
3. Der Höchstbetrag, den die neuen Bürgschasts- verpflichtungen aus Grund des Z 1 des Gesetzes zur Förderung der landwirtschaftlichen Siedlung vom 31. März 1931 (Reichsgesetzblatt I, S. 122) nicht überschreiten dürfen, wird für das Rechnungsjahr 1938 auf 78 Millionen RM festgestellt.
4. Der Höchstbetrag, den die jeweiligen Bürg- chaftsvsrpflichtungen auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen vom 1. Dezember 1939 7. Teil, Kap. II Uebernahme von Bürgschaften zugunsten des Kleinwohnungsbaues — tz 1 (Reichsgesetzblatt I S. 817, 593) nicht überschreiten dür-
drohen niemandem, aber wir lassen uns auch nicht bedrohen. Wir sind der Ueberzeugung, daß etwas weniger Gerede, aber etwas mehr Vernunft der Welt sehr dienlich wären."
Der Minister wandte sich dann an die Alte Garde, die auch heute wieder dem eigenen Volk und der ganzen Welt ein leuchtendes Beispiel ruhiger Gelassenheit, aber auch fester Entschlossenheit zeigen müsse. Der Führer hat der Welt oft genug die Versöhnungshand hingestreckt. Diese Versöhnungshand bleibt weiter offen.
In dieser Stunde möchte ich einen Appell an die Welt und an die Staatsmänner der Welt richten, daß sie der Welt den Frieden geben, der auf der Achtung aller gegen alle beruht. Deutschland wird dann auch die besten Soldaten dieses Friedens, der jedem seine Ehre läßt, stellen. Diesem Frieden hat sich das deutsche Volk mit seinem Führer verschworen."
Im Anschluß an die Kundgebung erfolgte ein Vorbeimarsch der Alten Garde vor dem Reichsstatthalter Robert Wagner.
fen, wir für das Rechnungsjahr 1938 auf 150 Millionen RM. festgestellt.
5. Lautet eine vom Reich garantierte Forderung über eine ausländische Währung, so wird für die Anrechnung der Garantieverpflichtung auf die Ermächtigungssumme ihr Reichsmarkbetrag nach den Mittelkursen errechnet, die in der letzten vor der Garantieerklärung ausgegebenen Steuerkursbeilage des Deutschen Reichsanzeigers und Preußischen Staatsanzeigers für Auszahlungen veröffentlicht sind. Dies gilt auch, sofern auf Grund früherer Ermächtigungen Forderungen über ausländische Währungen garantiert sind.
8 8. Im Rechnungsjahre 1935 erhält die Deutsche Reichspost für die Auszahlung von Renten aus der Unfall- und aus der Invalidenversicherung und für den Verkauf von Marken der Invalidenversicherung von den beteiligten Versicherungsstellen eine Vergütung, die Höhe setzt der Reichsarbeitsminister im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Finanzen und dem Reichspostminister fest.
Luk GteNenbesetzung
Z 9. 1. Im Rechnungsjahre 1935 müssen in den Hoheitsverwaltungen freiwerdende besetzbare Planstellen des unteren und des einfachen mittleren Dienstes, soweit sie nicht mit entbehrlichen Beamten oder soweit sie nicht im Wege der Versetzung oder innerhalb der gleichen Laufbahn im Wege der Beförderung besetzt werden, zu mindestens 90 v. H. mit geeigneten Wartegeld- empsängern oder mit Versorgungsanwärtern besetzt werden. Das gleiche gilt für 50 v. H. der freiwerdenden Stellen des gehobenen mittleren Dienstes. Die Besetzungssperre nach den Sätzen'1 und 2 gilt nur für Planstellen solcher Laufbahnen, die dem Stellenvorbehalt für Versorgungsanwärter unterliegen. Sie gilt nicht für die Stellenbesetzung mit Personen, die am
1. Oktober 1931 bereits außerplanmäßige Beamte waren.
2. Abs. 1 Sätze 1 bis 3 gilt für die Deutsche Reichspost mit der Maßgabe, daß freiwerdende besetzbare Planstellen a) des unteren Dienstes nur zu 80 v. H., b) des einfachen mittleren Dienstes nur zu 90 v. H. mit geeigneten Wartegeldempfängern oder Versorgungsanwärtern besetzt zu werden brauchen und daß auf die restlichen Hundertteile die vorhandenen außerplanmäßigen Beamten einzurechnen sind. 3. Ausnahmen sind zulässig, wenn Versorgungsanwärter nicht vorgemerkt und auch durch Ausschreibung nicht zu erlangen sind.
8 10. 1. Der Reichsminister der Finanzen wird ermächtigt. Planstellen von Beamten der Länder von dem Haushalt eines Landes auf den des Reiches oder eines anderen Landes zu übertragen.
2. Werden im Falle des Abs. 1 die Stelleninhaber gleichzeitig übernommen, so führen sie bis zum Ende des Rechnungsjahres oder bis zu einer anderweitigen gesetzlichen Regelung ihre bisherigen Amtsbezeichnungen weiter; sie erhalten bis dahin Grundgehalt nach den Sätzen, die ihnen nach dem Recht des Landes, aus dem sie übernommen werden, zustehen.
8 11. Der Reichsminister der Justiz wird ermächtigt, mit Zustimmung des Reichsministers der Finanzen Ausgaberechte, die bei übertragbaren Titeln der Justizhaushalte der Länder am Schluß des Rechnungsjahres 1934 verblieben sind, zu dem in diesen Titeln vorgesehenen Zwecke für das Reich n Anspruch zu nehmen.
Der Führer und Reichskanzler AdolfHitler. Der Rcichsminijtcr der Finanzen Gras Schwerin von Krosigk.
Durch Gozialismus zur Nation
Baldur von Schirach auf der Zungarbeiter-Kundgebung in Essen
Gesetz für die Etatssührung im Reich
Saraniieermächiigungen zur Förderung des Außenhandels
Bismarck „novas Reich
i. April isis — i. April 1S3Z
WM
lr. blü. Am heutigen 1. April vor 120 Jahren wurde Otto von Bismarck, der erste Kanzler des Teutschen Reiches, geboren. Wenn das deutsche Volk an diesem Tage seiner auch als des Gründers des zweiten Reiches gedenkt — und das geschieht mehr als je aus dem Gefühl tiefer Dankbarkeit heraus —, so wäre es müßig und entspräche nicht der Würde dieses nationalen Erinnerungstages, wollten wir hier die (geschichtlich bedingten) Unvollkommenheiten des Bis- marckschen Reichsgebäudes sowie die Tatsache seines Zusammenbruchs im Schlußakt des Weltkrieges erneut. beleuchten. Eine solche allzu kritische Beurteilung des nationalen Einigungswerkes von 1871 würde zudem aus zwei Gründen nicht dem Wahrheitsgehalt des historischen Geschehens gerecht:
Einmal waren dem politischen Wollen Bismarcks, das im Inhalt der Proklamation Kaiser Wilhelms durchaus nicht das Endziel der Einigungsbewegung sah, in den dynastischen Verhältnissen Deutschlands un- überwindbare Grenzen gezogen. Es wäre angesichts der von München ausgegangenen nationalsozialistischen Einigungsbewegung reizvoll, den ernsten Schwierigkeiten auf den Grund zu gehen, die im Januar 1871 bei der „Wiederherstellung des deutschen Reiches" zum Beispiel Bayern mit dem Verlangen nach voller Selbständigkeit seiner auswärtigen Beziehungen und seines Heerwesens verursachte. Gemessen an den psychologischen Hemmungen und den persönlichen Widerständen, die Bismarck bei einem Teil der deutschen Fürsten zu überwinden hatte, wird sein Werk jedenfalls für alle Zeiten als die gigantische Leistung eines unsterblichen Teutschen, eines nur in Jahrhunderten wiederkehrenden Großen gelten. Wie der Gründer des zweiten Reiches sogar um Formen und Symbole des Deutschen Bundes verzweifelt kämpfen mußte, ja, in wie starkem Maße dieser Kampf das Groteske streifte, wissen wir aus den Verhandlungen, die im Versailler Hauptquartier wenige Stunden vor Fertigstellung des Textes für die Kaiserproklamation stattfanden.
Zum anderen kann kein Zweifel bestehen: Das von Bismarck gelegte Fundament des Reiches hat nicht nur die Zeit des Zerfalles der alten Reichsverfassung überstanden, sondern es ist auch als „der erste Bauabschnitt" anzusehen für die Grundlagen des stolzen und mächtigen Gebäudes, das Adolf Hitler als der Schöpfer der Volkseinheit der deutschen Nation für alle Zukunft errichtet. „Je mehr gemeinsame Reichseinrichtungen wir schaffen, desto mehr befestigen wir das Reich" — erst der Führer und Kanzler des Dritten Reiches ist es, der jene vorausschauende Erkenntnis Bismarcks, aus einem in Blut und Boden wurzelnden Wollen heraus, in die Wirklichkeit umsetzt. Die gerade heute, am 1. April, erfolgende endgültige Abschaffung der Länderjustizverwaltungen und die Uebertragung ihrer Aufgaben und Funktionen auf die Relchsjustiz- verwaltung kann in diesem Zusammenhang als symbolischer Akt auch für den architektonischen Aufbau einer alles umfassenden Reichsverwaltung geweitet werden, deren Organisation Bismarcks geniale Staatskunst wohl als notwendig ansehen, aber nicht mehr praktisch verwirklichen konnte.
Geschichtlich bedingt war schließlich im Reichsgefüge des Bundesstaates auch das bedenkliche Nebeneinander, zum Teil sogar Gegeneinander von Wehrpolitik und Außenpolitik, dessen unheilvolle Wirkung Bismarck durch sein großartiges, mit dem deutsch-russischen Rückversicherungsvertrag abgerundetes Bündnissystem zwar lange Zeit mit Erfolg abschwächen, aber doch nicht über seine Amtstätigkeit hinaus beschwören konnte.