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Nr. 105 / 3. Jahrgang
Montag, 12. April
Einzelpreis is Rpf.
Beschlüsse der Konferenz von Gtresa
Das Gchluhkpmmuniqus: Weitere Luftpakt- und Ostpakt-Verhanblungen,- für Unabhängigkeit Oesterreichs,- sinnlose Anklagen gegen Deutschland in der Wehrfrage, England und Italien bekräftigen ihre Locarno-Verpslichtungen
Stresa, 14. April.
Das SchlußkommuniquS der Konferenz von Stresa trägt die Überschrift: Gemeinsame Entschließung der Konferenz von Stresa. Der Wortlaut ist folgender:
Die Vertreter der Regierungen Italiens, Frankreichs und Englands haben in Stresa die allgemeine europäische Lage geprüft im Lichte der Ergebnisse des Meinungsaustausches, der in den letzten Wochen stattgefunden hat, sowie der Entscheidung, die am 18. März von der deutschen Regierung gefällt wurde, und schließlich auf Grund der Auskünfte, die von den britischen Ministern während ihrer kürzlich stattgefundenen Besuche in verschiedenen Hauptstädten Europas erlangt wurden. Nachdem der Einfluß dieser Lage auf die Politik in Betracht gezogen war, wie sie in den Abkommen von Rom und London bestimmt worden ist, fanden sie sich in voller Uebereinstimmung über die verschiedenen Fragen, die besprochen wurden.
1. Sie einigten sich auf eine gemeinsame Linie, die verfolgt werden soll, wenn der französische Antrag an den Bölkerbundsrat zur Sprache kommt.
2. Die Auskünfte, die sie erhalten haben, haben sie in der Ansicht bestärkt, daß die Verhandlungen fortgesetzt werden sollen hinsichtlich der Entwicklung, welche bezüglich der Sicherheit in Osteuropa erstrebt wird.
3. Die Vertreter der drei Regierungen prüften von neuem die österr ei chis ch e L a ge. Sie bestätigten die englisch-franzöfisch-italienischen Erklärungen vom 17. Februar und 27. September 1934, durch die die drei Regierungen anerkannten, daß die Notwendigkeit, die Unabhängigkeit und Unversehrtheit Oesterreichs aufrechtzuerhalten, auch in Zukunft ihre gemeinsame Politik leiten werde. Hinsichtlich des französisch- italienischen Protokolls vom 7. Januar 1935 und der englisch-französischen Erklärungen vom 3. Februar 1935, in welcher der Beschluß bekräftigt wurde, sich gemeinsam zu beraten, im Hinblick auf Maßnahmen, die im Falle der Bedrohung der Unversehrtheit und Unabhängigkeit Oesterreichs ergriffen werden müssen, kamen sie überein, vorzuschlagen, daß Vertreter aller der Regierungen, die im Protokoll von Rom aufgezählt sind, zu einem möglichst frühen Zeitpunkt zusammentreten sollen, mit dem Ziel, die zentraleuropäischen Vereinbarungen abzuschließen.
4. Was den ins Auge gefaßten Luftpakt für Westeuropa betrifft, so bekräftigen die Vertreter der drei Staaten die Grundsätze des Verfahrens das eingeschlagen werden soll, wie es im Londoner Kommunique vom 3. Februar vorgesehen ist, und beschlossen, das Studium dieser Frage aktiv fortzusetzen, in der Absicht, einen Pakt zwischen den fünf Mächten abzuschließen, die im Londoner Kommunique erwähnt werden.
5. Als sie zur Rüst ungs frage gelangten, haben die Vertreter der drei Mächte ins Gedächtnis gerufen, daß das Londoner Kommunique ein Abkommen vorsah, das frei mit Deutschland ausgehandelt werden sollte, um an die Stelle der entsprechenden Klauseln des Teiles V des Vertrages von Versailles zu treten. Sie unterzogen weiter die Handlungen der deutschen Regierung und den Bericht Sir John Simons über seine Unterhaltungen mit dem deutschen Reichskanzler über diesen Gegenstand einer sorgfältigen und besorgten Besprechung.
Mit Bedauern stellen sie fest, daß die Methode der einseitigen Aufkündigung, die von der deutschen Regierung in einem Augenblick angewandt wurde, als gerade Schritte ergriffe» waren, ein in freier Weise ausgehandeltes Abkommen über die Riistungssrage zu erreichen, das össentliche Vertrauen in die Sicherheit einer friedlichen Ordnung unterminiert hat. Darüber hinaus hat das große Ausmaß des veröffentlichten Programms der deutschen Aufrüstung, das schon mitten in der Ausführung begriffen ist, die zahlenmäßigen Schätzungen entwertet, aus die die Anstrengungen für eine Abrüstung bisher gegrün
Dle Ausgabe der SA.
Stabschef Lutze in Magdeburg
Magdeburg, 14. April.
In Magdeburg führte Stabschef Lutze auf einem SA.-Fllhrer-Appell der Gruppe Mitte aus, jeder SA.-Führer habe die ihm anvertrauten SA.- Männer dahin zu erziehen, in blindem Gehorsam jeden Befehl des Führers zu befolgen und ermähnte sie, an sich selbst zu arbeiten und durch ihr Vorleben und ihren Einsatz für die Ziele des Führers ihre SA.-Männer zu Gleichem zu befähigen. Am Sonntag fand dann ein großer Aufmarsch der SA.-Gruppe Mitte statt, wobei Stabschef Lutze ausführte, die SA. habe dafür zu sorgen, daß das: was der Führer Nationalsozialismus nenne, zum geistigen Inhalt des gesamten deutschen Volkes werde. Nach dem Vorbeimarsch begab sich der Stabschef nach Bernburg, wo eine Brücke der SA. eingeweiht wurde.
det waren und die Hoffnungen erschüttert, durch die jene Anstrengungen inspiriert waren.
Die Vertreter der drei Mächte bekräftigen nichtsdestoweniger ihre« ernsten Wunsch, den Frie, den zu erhalten durch Herstellung eines Gefühls der Sicherheit und erklären für sich selbst, daß sie ernstlich bestrebt bleiben, sich an jeder praktischen Anstrengung zu beteiligen, durch die die internationale Verständigung durch Begrenzung der Rüstungen gesördert werden kann.
6. Die Vertreter der Mächte zogen weiter den Wunsch in Betracht, der von den Staaten begründet worden ist, deren Rüstungsstand durch die Friedensverträgo von St. Eermain und Trianon und Neuilly festgesetzt worden ist, die Revision dieses Standes zu erreichen. Sie beschlossen, daß die anderen hierdurch berührten Staaten auf diplomatischem Wege von diesem Wunsch unterrichtet werden sollen.
Sie kamen überein, diesen anderen in Betracht kommenden Staaten die Prüfung dieser Frage zu empfehlen mit dem Ziel, sie durch gegenseitige Verständigung innerhalb des Rahmenwerkes allgemeiner und regionaler Sicherheitsgarantien zu regeln.
Hieran schloß sich ein« englisch-italienische Erklärung folgenden Wortlauts: „Folgende gemeinsame Erklärung ist von den Vertretern Italiens und Englands in Beziehung auf den Vertrag von Locarno abgegeben worden:
Die Vertreter Italiens und Englands als Mächte, die an dem Vertrag von Locarno nur in der Eigenschaft als Earantiemächte beteiligt sind, bekräftigen in formeller Weise alle ihre Verpflichtungen, die aus diesem Vertrag hervorgehen und erklären ihre Absicht, diese getreulich zu erfüllen, falls dies nötig werden sollte. Soweit diese bei
den Mächte diese Verpflichtungen auf sich ge- genommen haben in Beziehung zu allen anderen Teilnehmern des Vertrages von Locarno wird diese Erklärung, die auf der Stresa-Konferenz, an der Frankreich teilnahm, abgegeben wurde, auch den Regierungen Deutschlands und Belgiens förmlich übermittelt werden."
Zum Schluß des Kommuniques heißt es: „Die drei Machte, deren politisches Ziel die gemeinsame Aufrechterhaltung des Friedens innerhalb des Rahmens des Völkerbundes ist, besinden sich in vollständiger Uebereinstimmung, wenn sie sich mit allen praktischen Mitteln jeder einseitigen Aufkündigung von Verträgen widersetzen, durch die der Friede Europas in Erfahr kommen kann, und sie werden daher zu diesem Zweck in enger und freundschaftlicher Zusammenarbeit handeln."
Krankreich stellt -ie Dinge aus den Kopf
Unhaltbare Beschuldigung Deutschlands in der Denkschrift an den Völkerbund
Gens, 14. April
In der französischen Denkschrift zum deutschen Wehrgesetz, die dem Völkerbundsrat zugeleitet wurde, heißt es u. a.:
Am 16. März hat der Deutsche Reichskanzler die Berliner Botschafter der europäischen Mächte zu sich gerufen, um ihnen vom Wortlaut eines Gesetzes Kenntnis zu geben, das in Deutschland die Allgemeine Wehrpflicht wiederherstellt. An demselben Tage trat das Gesetz in Kraft. Dieser Maßnahme war schon am 9. März die offizielle Ankündigung der Wiedererrichtung einer deutschen Militärluftfahrt vorausgegangen.
In zwei ihrer wichtigsten Bestimmungen sind somit die Klauseln des Friedensvertrages formell zurückgestoßen worden. Es ist dies die Krönung langer und methodisch im geheimen verfolgter Anstrengungen; es ist dies der Beweis der Bedeutung der in Deutschland bereits vollbrachten Ausrüstung.
Noch am 2V. Dezember bestritt der Luftfahrtminister, daß das Reich mehr als einige Versuchsapparate besitze. Drei Monate sind seither verstrichen und der Reichskanzler Hitler ist in der Lage, den britischen Staatssekretär davon zu unterrichten, daß das Reich auf dem Gebiete der Luftfahrt bereits die Gleichheit mit England erreicht habe.
„Formeller Vertragsbruch"
Die Initiativen, an die hier erinnert worden ist, sind ein formeller Bruch der hauptsächlichsten Klauseln des Teiles V des Versailler Vertrages. Der Völkerbund, der auf Achtung der internationalen Verpflichtungen begründet und Wächter eines Paktes ist, dessen Präambel anerkennt, daß die Staaten, die „die Zusammenarbeit zwischen den Nationen entwickeln wollen" und „ihnen den Frieden und die Sicherheit garantieren wollen", „gewissenhaft alle Verpflichtungen der Verträge in den gegenseitigen Beziehungen zwischen den organisierten Völkern anerkennen" müssen, kann nicht gleichgültig bleiben bei der Behauptung einer politischen Methode, die direkt den Grundsätzen, auf welchen sie beruht, und dem Zweck, den er sich gesteckt, zuwiderläuft.
Bei der Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund hat sich die Versammlung ausdrücklich auf Teil V des Vertrages berufen, um das Militär-, Marin«-, und Lustfahrtstatut festzusetzen, dem das Reich entsprechen müßte. Indem die deutsche Regierung die Bestimmungen, die ihr Militärstatut regeln, für null nick nichtig erklärt, hat sie mit Ileberlegung einen der Faktoren zerstört, auf denen ihr« Mitarbeit an der Genfer Einrichtung begründet ist.
Am 3. Februar ds. Js. wurde auf die Initiative der französischen und der englischen Regierung hin ein Programm ausgestellt, das von allen dem Frieden dienenden Mächten mit Genugtuung aufgenommen wurde. Dieses Programm hatte selbst die Reichsregierung angenommen. Ihre Beschlüsse vom 16. März haben es indessen entschieden gefährdet. Es wäre nutzlos, wollte sie sich auf die Maßnahmen berufen, die andere Regierungen sich gezwungen sahen in ihrem eigenen Lande zu ergreifen, denn diese Maßnahmen wurden durch die Entwicklung der deutschen Rüstungen gerechtfertigt.
Der Dölkerbundsral soll entscheiden
Der Bölkerbundsrat hat die Pflicht, sich über die Verantwortlichkeit der so geschaffenen Lage und über die Folgen, die sie nach sich zieht, auszu- sprechen. Er muß auch die Schlußfolgerungen bekanntgeben, die die Regierungen für ihre Abkommenspolitik daraus zu ziehen haben, die den Willen haben, die europäische Sicherheit aufrechtzuerhalten und zu vermitteln.
Keine Verhandlung ist möglich, wenn im Laufe dieser Verhandlungen einer der Teilnehmer das willkürlich an sich reißt, was Gegenstand der Verhandlung ist. Die Anstrengungen der friedlichen Nationen gehen darauf hinaus, durch die Angriffs-, gegenseitigen Erleichterungs- und Beistandsverpflichtungen zwischen den Staaten ein weites System der kollektiven Sicherheit zu schaffen. Ist es der Mühe wert, diese Anstrengungen fortzusetzen, wenn zugegeben wird, daß der Verstoß gegen eine übernommene Verpflichtung, so feierlich sie auch sei, keine anderen Folgen nach sich zieht als eine moralische Ablehnung und wenn man keinerlei Risiko eingeht, indem man sich von seinen Verpflichtungen befreit und der verletzende Staat in der llnbestraftheit eine Ermutigung zu neuen Verletzungen findet. Der Völkerbundsrat kann einer solchen Bedrohung gegen die internationale Ordnung nicht gleichgültig gegenüberstehen, ohne seiner Aufgabe nicht gerecht zu werden.
Die französische Regierung wartet vertrauensvoll darauf, daß sich der Völkerbundsrat über die ihm unterbreitete ernste Lage ausspricht, daß er über die Gegenwart beschließt und die Zukunft sichert.
Die Denkschrift ist von einer Note Lavals vom 9. April an den Generalsekretär des Völkerbundes begleitet, in welcher er sich auf sein Telegramm vom 20. März, durch das er die Einberufung des Völkerbundsrates verlangt hat, beruft.
*
Die französische Denkschrift geht in ihrer Grundtendenz völlig darüber hinweg, daß sich Deutschland in einer Zwangslage befand und ihm sein Vorgehen durch das Verhalten der anderen vorgeschrieben wurde. Es gab für Deutschland nur eine Möglichkeit und nur eine selbstverständliche Pflicht: Notgedrungen alle Vorkehrungen und Vorbereitungen für eine angemessene Wehr so weit zu treiben, daß in dem Augenblick, in dem die letzte Hoffnung schwand, den Versailler Vertrag durch die anderen erfüllt zu sehen, die angesichts Deutschlands Lage unentbehrlichen Rüstungsmaßnahmen schlagartig einsetzen konnten. Diesem offenkundigen Tatbestand wurde in der Denkschrift direkt Gewalt angetan.
Wenn in der Denkschrift die Präambel des Völkerbundsstatuts zitiert wird, die ihren Mitgliedern Frieden und Sicherheit garantiere, dann hat Deutschland seit 1626, dem Beginn der Arbeiten jenes „vorbereitenden Abrüstungsausschusses", bis zum Jahre 1934, also neun Jahre lang, unermüdlich und vergeblich darum gekämpst, diesen Satz der Präambel auch für sich angewendet zu sehen. Wenn also der Völkerbund als „Wärter der Verträge" Deutschland gegenüber in jahrelangen schweren Verzug geriet, so lag das daran, daß er untätig zusah, wie die anderen Mächte sich um die eigene Abrüstung drückten und darüber hinaus ihre Rüstungen überstürzten, ohne ihren jeweiligen Rüstungsstand entsprechend dem Völkerbundsstatut anzumelden.
Wenn sich Deutschland weiter bei Eintritt in den Völkerbund auf das künftige Militär st atut des Völkerbunds verpflichtete, so hat es sich so lange an diese Zusage gehalten, solange noch der Schimmer einer Hoffnung bestand, daß die anderen Mächte zur loyalen Herstellung eines solchen Statutes schreiten würden. Erst die Ueberzeugung, daß dies im Sinne der Sicherheit für alle nie geschehen würde, gab Deutsch- kant seine Handlungsfreiheit unbestreitbar' und zwangsläufig wieder. Wenn sich dem Erfolg der Genfer Konferenz Schwierigkeiten entgegensetzten, so ist die Frage kaum schwer zu beantworten, wer diese Schwierigkeiten schuf.
Was den Grundsatz betrifft, eine Verhandlung sei unmöglich, wenn einer der Teilnehmer das an sich reißt, was Gegenstand der Verhandlungen ist, so sprechen alle französischen Aufrüstungsmaßnahmen — zuletzt dre Einführung der zweijährigen Dienst- zeit — Frankreich das Recht ab, als Anwalt diese These zu vertreten. Wenn Frankreich glaubt, Deutschland an die „Feierlichkeit" seiner in Versailles ausgezwungenen Verpflichtungen erinnern zu sollen, so sei hier nur an die im Schlußprotokoll von Locarno seitens Frankreich ebenso feierlich wie freiwillig übernommene Verpflichtung erinnert, unverzüglich zur Abrüstung zu schreiten.
Friedensreden nach Gtresa
Erklärungen Lavals, Flandins und Macdonalds
Paris, 14. April.
Außenminister Laval, Ministerpräsident Flan- din und der englische Ministerpräsident Macdonald haben vor dem Verlassen Stresas kurze Erklärungen abgegeben. „Mit Flandin habe ich", so erklärte Laval, „die Genugtuung, in Stresa die enge Solidarität der drei Regierungen bestätigt gesehen zu haben. Wir werden das Gespenst des Krieges zurückdrängen, wenn Frankreich stark bleibt, wenn die Moral unserer Volksgenossen gut bleibt und wenn die Einigung aller Franzosen weiter besteht. Bevor ich Stresa verlasse, möchte ich meinem Wunsche Ausdruck geben, den Frieden recht bald als lebendige Wirklichkeit zu sehen." — Flandin erklärte u. a.: „Wenn Eroß-Britannien, Italien und Frankreich sich vereint und entschlossen fühlen, stellen sie eine materielle Macht dar, hinter der die Welt sich gesichert fühlen kann. Es ist möglich, daß in Europa neue Schwierigkeiten auftauchen. Sie werden durch die enge Zusammenarbeit überwunden werden, die in Stresa zwischen den Regierungen dreier Völker zutage getreten ist."
Macdonald führte aus: „Ich bin sehr froh, daß die Konferenz vorüber ist, und besonders darüber, daß sie ein so erfolgreiches Ende nahm. Wir haben einen Beweis unserer Solidarität in den Absichten und der gemeinsamen Entschiedenheit gegeben. Der Zweck unserer Konferenz war, den Frieden zu sichern. Ich glaube, daß die Konferenz von Stresa hierzu einen wertvollen und dauernden Beitrag geliefert hat."
Der Führer im Ruhrgebiet
Essen, 14. April.
Der Führer stattete am Sonntag dem 88jähri- gen Parteigenossen und bekannten Wirtschafts- sührer Eeheimrat Emil Kirdorf auf dem Streithof bei Mülheim (Ruhr) einen Besuch ab und besuchte gelegentlich dieser Anwesenheit im Industriegebiet auch verschiedene Jndustrieunter- nehmungen in Bochum und Essen.
Blutige Zusammenstöße in Indien. 2n verschiedenen Teilen Indiens kam es zu blutigen Zusammenstößen zwischen Hindus und Mohammedanern, bei denen mehrere Personen getötet und zahlreiche verletzt wurden.
Unser Vagvsspivgel
Der Führer und Reichskanzler besichtigte mehrere industrielle Betriebe im Ruhrgebiet. In einem SchlußkommuniquS werde« die Beschlüsse von Stresa mitgeteilt.
In Genf ist die französische Denkschrift an den Völkerbund zur Frage des deutschen Wehr- gesetzes veröffentlicht werden.
Die Sammelaktion der Inneren Misste« nah« in Bremen «ine» erfolgreichen Verlauf.
Bei den Rümpfen um die deutsche Fußballmeisterschaft unterlag Hannover 98 gegen Schalke 94 2:3 (1:1).
Der Besuch von der Kieler Förde besiegt« in der Bremer Kampfbahn Komot 3:1. Deutschlands Hockeyfranen verloren ihr Länderspiel gegen England.
Was bringt Genf?
(Vraktbsriviit unseres navb 8trvsa entssnätsn kr.-kvkriktlvitsrs)
Stresa, 14. April.
Die umfangreichen abschließenden Veröffentlichungen, die am Sonntag in Stresa herausgegeben worden sind, zerfallen in verschiedene Teile von sehr verschiedenem Charakter und sehr verschiedener Bedeutung. Soweit es sich in dem offiziellen Schlußprotokoll um Feststellungen tatsächlicher Art über die Stellungnahme der Verhandlungspartner von Stresa zu den schwebenden Problemen handelt, enthalten dies« Erklärungen kaum irgendwelche Gegensätze zu dem von der Reichsregierung gestern amtlich bekanntgegebenen deutschen Standpunkt. Jedenfalls wäre es durchaus denkbar, daß im Laufe der weiteren Verhandlungen bei allseitigem guten Willen und unter entsprechender Berücksichtigung der deutschen Voraussetzungen doch noch ein gemeinsames Abkommen über die europäische Friedenssicherung erreicht wird.
Soweit dagegen das Schlußprotokoll, und vor allem die besondere französische Erklärung, über tatsächliche Feststellungen hinaus Anklagen allgemeiner Art erhebt, hat man es mit Erörterungen und zum Teil sogar mit haltlosen Deklamationen zu tun, denen nicht einmal historischer Wert, geschweige denn aktuelle Bedeutung beigemessen werden kann; denn diese Behauptungen und Beschuldigungen, die sich ganz einseitig gegen Deutschland richten, gehen am wirklichen Sachverhalt der geschichtlichen Entwicklung der letzten Jahre vollkommen vorüber und treffen den Kern der Sache nirgends auch nur annähernd. In den von zuständiger Seite veröffentlichten Anmerkungen zu der französischen Erklärung find diese keineswegs stichhaltigen Anklagen Frankreichs gegen uns schon widerlegt worden. Es bleibt von dieser ganzen fruchtlosen Diskussion immer wieder nur die Feststellung übrig, daß man uns nicht den Vorwurf machen kann, wir hätten einen Vertrag verletzt, der ja in Wirklichkeit von den anderen Partnern doch längst durchlöchert worden war.
Die internationalen Verhandlungen, die am Montag in Genf fortgesetzt werden, werden sich jedenfalls nicht auf der Grundlage dieser französischen Anklagen gegen Deutschland bewegen dürfen, wenn ein Abkommen zur Garantie des europäischen Friedens mit Beteiligung Deutschlands erreicht werden soll. Dann darf auch der Völkerbund sich jedenfalls nicht auf den völlig einseitigen Standpunkt der französischen Denkschrift stellen, denn damit würde er der Rückkehr Deutschlands nach Genf selbst den Weg hoffnungslos verbauen. Der französische Antrag, der in Genf gestellt werden soll, ist zwar noch nicht bekanntgegeben worden, aber man kann angesichts der Haltung der anderen Regierungen wohl damit rechnen, daß eine einseitige Stellungnahme des Rates gegen uns in Genf schwerlich beschlossen werden wird. Man wird auch in Genf einsehen, daß es zwecklos ist, sich mit der Vergangenheit aufzuhalten und aus ihr einseitige Anklagen gegen Deutschland herzuleiten, statt sich mit wichtigen Zukunftsaufgaben zu befassen. Für diese aber haben die amtlichen Feststellungen über unsere Bereitschaft zur Beteiligung an Nichtangriffspakten deutlich genug den Weg gewiesen, auf dem die Anderen vorwärts schreiten müssen.
Sven Hedin zurückgekehrt
Berlin» 14. April.
Der schwedische Forschungsreisende Sven Hedin, einer der treuesten Freunde Deutschlands, ist aus Moskau kommend Sonntag in Berlin eingetroffen. In einer Rundfunkansprache äußerte er seine Freude, wieder in Europa zu sein und teilte mit, daß er in Stockholm ein neues Reisewerk über seine letzte Expedition fertigstellen wolle.
Oeldampser untergangen. Auf dem La Plata ist das argentinische Petroleumschiff „Caloria" untergegangen. Der Schiffsfllhrer und die Besatzung sind ertrunken.
Schweres Eisenbahnunglück. Der Pyrenäen- Expreß entgleiste auf der Strecke Hendaye-Paris in der Nähe von Bordeaux, wobei drei Insassen ums Leben kamen und zehn schwerverletzt wurden.