Ausgabe 
(2.3.1935) Nr. 61
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Nr. 61 / 3 . Jahrgang

Sonnabend, 2 . März

Einzelpreis 12 Nps.

Der Führer im Saartand

Llebergabe an Deutschland

Unterzeichnung des Vrotokolls / Ansprachen Dr. Fricks und Baron Alolsis

Saarbrücken, i. März

Am Kreiöstän behaus zu Saarbrücken würbe Freitag- vormittag um 9.30 Llhr ber feierliche Akt ber Llebergabe bes Gaargebietes an Deutschland burch ben Dreier­ausschuß beö Völkerbundes an Reichöminisier Dr. Frick vollzogen. Die Rückgliederung bes Gaargebietes an Deutschianb ist nunmehr offiziell erfolgt. Das beutsche Gaarlanb ist nach ber fünfzehnjährigen Treuhänber-

schaft bes Völkerbundes wieöer bem Vaterlande ein­verleibt worben. Die Veranstaltung begann mit ber Llnterzeichnung eines Vrotokolls. Zwischen Baron Aloifi unb Reichsinnemmmster Dr. Frick würben Ansprachen gewechselt. Am Anschluß hieran fanb vor bem Gebäude ber ehemaligen Regierungskommission ber feierliche Akt ber Flaggenhissung statt.

Teiumphfadrt Adolf Hitlers durch befreites Land

Saarbrücken, 1. März. Der Führer traf am Freitag um 12.50 Uhr überraschend an der Stadtgrenze von Saar­brücken ein und fuhr dann 25 Minuten lang durch die ganze Stadt durch ein Spalier von SA.-Männern, hinter denen sich eine riesige Volksmenge drängte, die dem Führer ge­radezu überschwängliche Huldigungen be­reitete.

Der Führer war um 7.45 Uhr morgens mit der v 2600 auf dem Flughafen Tempelhof gestartet. Gleichzeitig stieg der Stellvertreter des Führers Rudolf Hetz mit der llv. 52 auf. Außerdem be­fanden sich in der Begleitung des Führers u. a. Herr von Papen, Reichsminister Frank, Reichs­pressechef der NSDAP. Dr. Dietrich, Reichsleiter Bormann, Obergruppenführer Vrückner, Brigade- führer Schaub, Staatssekretär Lammers und der Adjutant der Wehrmacht beim Führer, Major Hotzbach. Der Führer landete um 8.45 Uhr mit seiner Begleitung auf dem Flughafen Mann­heim, wo unter der Führung von Vrigadeführer Schreck die Wagenkolonne des Führers zur Wei­terfahrt ins Saargebiet bereit stand.

Unter dem Läuten der Glocken ging die Fahrt durch festlich geschmückte Städte und Dörfer der schönen Pfalz. Ueberall, wo man den Führer er­kannte, setzte jubelnde Begeisterung ein. Kurz nach 12 Uhr mittags passierte der Führer die nun gefallene Grenze des Saargebiets. „Freie Durch­fahrt zur freien Saar" lautete die Aufschrift des dort errichteten Transparentes. Und nun wie­derholten sich die Begeisterungsstürme in jedem Ort und jedem Dorf des befreiten Saargebiets, das der Führer so überraschend passierte. Von St. Jngbert ab glich die Fahrt des Führers einem Triumphzuge.

Der Führer wurde in der Tür des Hotels „Excelsior" von Reichsminister Dr. Frick und Gauleiter Viirckel empfangen. Von dem Hotel bis weit zum Bahnhof sammelte sich schnell eine außerordentlich große Menge. Der vielstimmige Jubel nahm überhaupt kein Ende.

Vorbeimarsch vor dem Führer

Als der Führer gegen X3 Uhr das Hotel „Ex­celsior" in Saarbrücken verließ, um sich zum Vor­beimarsch am Rathaus zu begeben, begann es wie­der in Strömen zu regnen. Trotzdem war der Ju­bel der Massen wieder unbeschreiblich. Am Rat­hausplatz, gegenüber der Tribüne, nahm dez Führer dann, in seinem Wagen stehend, den Vorbeimarsch der Verbände ab.

An der Spitze des Zuges marschieren drei" Be­reitschaften preußischer Landespolizei, dahinter eine Bereitschaft pfälzischer Landespolizei aus Ludwigshafen. Polizeigeneral Daluege tritt an den Wagen des Führers und meldet. Dann setzt die Musikkapelle ein und der Tritt der Polizei- bereitschaften hallt über das Pflaster. An die Spitze schließen sich PO., geführt oom Stellver­tretenden Gauleiter Saarland, Leyser, Abord­nungen der SA.-Eruppe Kurpfalz. Danach die pfälzischen Sturmfahnen der SA. An die SA. reiht sich das nationalsozialistische Kraftfahrkorps, das von Korpsfuhrer Hühnlein dem Führer gemeldet wird. Dahinter kommt unter Führung von Reichsarbeitsführer Hier! der Arbeitsdienst mit geschultertem Spaten, darunter viele Saarländer, die noch vor einigen Wochen zur Abstimmung im Saargebiet weilten. Nach dem Vorbeimarsch des Arbeitsdienstes meldet der Präsident des Deut­schen Luftsportverbandes, Bruno Loerzer, die deut­schen Flieger. Danach sieht man einen Sturm pfälzischer Marine-SA. und dann in langem Zugs die Männer, die den Kampf an der Saar getragen haben: die Deutsche Front. Dorangetragen wer­den hier die Fahnen der einstigen saarländischen SA.-Formationen und der ehemaligen Ortsgrup­pen der NSDAP., die nun wieder erstehen werden.

Zahlreiche Alte Kämpfer der nationalsoziali­stischen Bewegung sieht man in diesen Reihen, deren Kennzeichen die schwarze Sturmmütze ist, um derentwillen so mancher in der Zeit des Saar­kampfes bittere Not litt. In weißen Hemden dann der Ordnungsdienst der Deutschen Front. Diesem Ordnungsdienst ist es zu danken, wenn es in all den Tagen des heftigen Kampfes im Saargebiet ruhig blieb. Die pfälzische HJ. kommt nun und um den Mund des Führers spielt ein Lächeln, als er die Begeisterung der Jungen aus ihren Augen leuchten sieht. Die pfälzische SS.-Standarte 10 eröffnet den Vorbeimarsch der SS. und dann schließt diese Inständige Bezeugung deutscher Zu­sammengehörigkeit, diese sinnfällige Darstellung der Heimkehr der Saar ins-Reich, die Leibstan- darte Adolf Hitlers, geführt von SS.-Ober- gruppenführer Joseph Dietrich.

Gegen vier Uhr ist der Vorbeimarsch zu Ende. Der Führer ist völlig durchnäßt, aber sein Gesicht verrät helle Freude. Der Führer begibt sich nun mit seiner Begleitung m das Rathaus, um dort den Dreier-Ausschuß zu empfangen.

Der historische Akt

Saarbrücken, 1. März.

Kurz nach 9 Uhr begaben sich die Mitglieder des Dreierausschusses des Völkerbundes mit ihren Begleitern vom Schloß Halberg nach Saar­brücken, wo das Zusammentreffen mit dem Reichsinnenminister Dr. Frick im Kreistagssaal des Kreisständehauses erfolgte. Von deutscher Seite nahmen an der feierlichen Usbergabe neben Reichsminister Dr. Frick Staatssekretär Trauert, Ministerialrat Vollert und die Legationsräte Braun von Stumm und Strohm teil. Weiter waren Gauleiter Vürckel, seitens der Regierungs­kommission Minister Koßmann und Minister Ehrenroth sowie als Saarreferent des Völker­bundssekretariats der Däne Krabbe anwesend.

Nach kurzer Vorstellung und Begrüßung wurde von den Mitgliedern des Dreierausschusses, Reichsinnenminister Dr. Frick und Herrn Krabbe ein Protokoll über die Rückgliederung des Saar­gebietes unterzeichnet, das folgenden Wortlaut hat:

„Durch Beschluß vom 17. Januar 1935 hat der Rat des Völkerbundes den Zeitpunkt der Wieder­einsetzung Deutschlands in die Regierung des Saarbeckengebietes gemäß dem am 28. Juni 1919 in Versailles unterzeichneten Friedensvertrag aus den 1. März 1935 festgesetzt. In Ausführung dieses Beschlusses hat der mit den Fragen des Saargebietes beauftragte Rechtsausschuß, be­stehend aus den Vertretern Italiens, Argen­tiniens und Spaniens, seiner Exzellenz Baron

Saarbrücken, 1. März.

Tausende drängen sich gegen 10 Uhr auf den großen Rasenplätzen zwischen Regierungsgebäude und den Ufern der Saar. Alle umliegenden Fenster und Dächer sind dicht besetzt, aller Augen sind auf die großen Fahnenmasten und an der Regierungskommisston gerichtet, an denen in wenigen Minuten die Fahnen des neuen Deutsch­land flattern werden.. Kurz nach 10 Uhr treffen die Autokolonnen der Ehrengäste ein, an der Spitze die Reichsminister Dr. Frick und Dr. Goebbels. Die Menge bricht in laute Heil­rufe aus. Zum ersten Male präsentieren sich die führenden Männer des Reiches und der Bewe­gung der Saarbevölkerung. Man sieht zahlreiche höhere SS.-Führer mit Reichsfiihrer Himm­ler, SA.-Führer mit Gruppenführer Loyken, Führer des Arbeitsdienstes mit Reichsarbeits­führer Hier!, weiter bemerkt man fast sämt­liche Reichsleiter sowie viele Offiziere der Reichs­wehr und der Landespolizei. Die beiden Bischöfe von Trier und Speyer sind ebenfalls anwesend.

Um 10.15 Uhr begibt sich Reichsminister Dr. Frick auf den neben dem Regierungsgebäude errichteten riesigen Turm, der das hohe Gebäude fast noch zu überragen scheint. Als der Minister oben ankommt, brausen ihm Heilrufe entgegen. Dr. Frick ergreift sodann das Wort zu einer An­sprache, in der er ausführt: Deutsche Vrüder und Schwestern von der Saar! Deutsche Volksgenossen!

Die Stunde der Befreiung hat geschlagen!

Die Regierung des Saarlandes ist soeben auf die Reichsregierung übergegangen. Was das Saarvolk seit 15 Jahren unabänderlich gewollt und am 13. Januar 1935 klar und unanfechtbar vor aller Welt bekräftigt hat, ist heute Wirklich­keit geworden.

Das Saarland, über 1900 Jahre ein Bestandteil des Reiches, kehrt heute nach langen Jahren der Trennung wieder heim ins große Vaterland. In dieser feierlichen Stunde gedenken wir aller deutsche» Abstimmungskämpfe in Nord und Süd,

*

Aloifi, Botschafter Seiner Majestät des Königs von Italien, Kavinettschef des italienischen Mini­sters der auswärtigen Angelegenheiten, Seine Exzellenz Herr Cantilo, Botschafter der argen­tinischen Republik in Rom und Seine Exzellenz Herr Lopez Olivan, spanischer Gesandter in Bern, mit dem heutigen Tage im Namen des Völker­bundes die Regierung dieses Gebietes feierlich an Deutschland, das hierbei durch den Reichs­minister des Innern, Herrn Dr. Frick, vertreten war, übertragen. Zu Urkund dessen haben die vorerwähnten Vertreter des Völkerbundes und der deutschen Regierung" das vorliegende Proto­koll errichtet.

Hierbei wurden zwischen Baron Aloisi und Reichsinnenminister Dr. Frick Ansprachen ge­wechselt. Die Ansprache Aloisis lautet: „Im Namen des Völkerbundes und in meiner Eigen­schaft als Vorsitzender des Dreier-Ausschusses, der alle. mit dem Saargebiet zusammenhängenden Fragen geregelt hat, habe ich die Ehre, heute die tatsächliche Uebergabe des Saargebietes an das Reich zu vollziehen. Hiermit schließt eine Seite der Nachkriegsgeschichte und verschwindet ein Element der Beunruhigung in den Be­ziehungen der Völker untereinander. Ich gebe dem Wunsche Ausdruck, daß die Lösung dieses Problemes, die nach langen und schwierigen im Geiste der Loyalität und des gegenseitigen Ver­ständnisses geführten Verhandlungen erzielt wor­den ist, von guter Vorbedeutung für die Ruhe und den Frieden Europas sein möge."

in Ost und West, wo deutsche Treue sich tausend­fältig bewährte.

Wenn heute die Hoheitszeichen des Deutschen Reiches wieder frei in den Lüften über einer be­freiten Saar flattern und aller Welt den Sieg der Freiheit des deutschen Saarvolkes künden, wenn zur gleichen Stunde in allen Teilen des Reiches, von Konstanz bis Flensburg, von Beuthen und Tilsit bis Aachen und Saarbrücken, die Fahnen des Dritten Reiches hoch in den Lüften wehen und die Elockenklänge der deutschen Dome und Kirchen sich mit dem tausendfältigen Ertönen der Sirenen der Stätten unserer Arbeit und der Schiffe unserer Hafenstädte zu einem einzigen Jubelklang vereinigen — dann soll dies vor aller Welt wie ein Schwur unseres großen deutschen Volkes sein:

„Wir wolle« frei sein, wie die Väter waren!" Niemals mehr wollen wir dulden, daß deutsches Land uns mit Gewalt entrisse» wird. In diesem geschichtlichen Augenblick, der durch die Flaggen­hissung symbolisch die endgültige Wiedervereini­gung des Saarlandes mit dem Deutschen Reiche vollzieht, fordere ich Sie auf, mit mir einzustimmen in den Ruf: Unser großes deutsches Volk, das ewige Deutschland und unser geliebter Führer und Reichskanzler Adolf Hitler „Sieg-Heil!"

Beim Kommando „Heißt Flagge!" gehen feier­lich die Fahnen des neuen Deutschlands hoch. Nicht enden wollender Jubel begleitet diesen Akt. Der Präsentiermarsch ertönt, nochmals ergreift Reichsminister Dr. Frick das Wort, um ein drei­faches. Sieg-Heil auf den Führer auszubringen. Die Menge stimmt begeistert in das Deutschland- und Horst-Wessel-Lied ein und läßt es sich nicht nehmen, anschließend das Trutzlied der Saar aus schweren Zeiten „Deutsch ist die Saar", spontan zu singen.

Im Anschluß hieran hielt Reichsminister Dr. Frick eine Rede, in der es heißt:

„Der heutig« Tag bringt die Wiedereinsetzung Deutschlands in die Regierung des Saarlandes. Damit wird praktisch verwirklicht, was das Saar­volk seit 15 Jahren unabänderlich gewollt und was es am 13. Januar 1935 klar und unanfecht­bar vor aller Welt bekräftigt hat: Die endgültige Wiedervereinigung des Saarlandes mit dem deutschen Vaterlande. Mit Stolz und Freude feiert ganz Deutschland den heutigen Tag. Er ist aber nicht nur für Deutschland von Bedeu­tung. Wie Sie bereits bemerkt haben, wird der Schlußstrich unter ein Kapitel der europäischen Politik gezogen, das in den vergangenen Jahren die Beziehungen zweier großer Nachbarvölker belastet hat.

Die deutsche Regierung ist überzeugt, daß mit der Erledigung der Saarfrage ein wichtiger Schritt zur Besserung der allgemeinen politischen Lage in Europa und zur Förderung der fried­lichen Zusammenarbeit der Völker getan ist. Diese» Sinn und diese Bedeutung des heutigen Tages hervorzuheben, ist mir ein besonderes Be­dürfnis." Reichsinnenminister Dr. Frick dankte dann dem Dreierausschuß für seine unparteiische Arbeit und schloß seine Ansprache mit den Worten:

„Indem ich nunmehr im Namen des Reiches die Regierung des Saarlandes übernehme, habe ich die Ehre, Sie, Meine Herren, die Mitglieder des Dreierausschusses und Ihre Mitarbeiter, im deutschen Saarlande namens der Reichsregierung herzlich willkommen zu heißen."

Die Ehrengäste begeben sich sodann wieder zu ihren Wagen, um eine Rundfahrt durch Saar­brücken anzutreten, die zu einem wahren Triumphzug wird. Ueberall ertönen immer wieder Heilrufe,' es herrscht eine Begeisterung, die sich nur mit der Zubelstimmung des 15. Januar vergleichen läßt.

Gleich nach der Flaggenhissung auf dem Re­gierungsgebäude ging auf dem Gebäude der Bergwerksdirektion und auf der gegenüber­liegenden Erubenschule die deutsche Flagge hoch.

Bewußt der historischen Stunde harrten viele Tausende der Saarbrücker Bürger und ihrer aus­wärtigen Gäste in den Straßen um die Berg­werksdirektion, wohin Lautsprecher die Feier vor dem Regierungsgebäude übertragen. Ein Sturm der Leibstandarte im Stahlhelm mit aufge­pflanztem Seitengewehr, eine Hundertschaft Landespolizei mit Karabinern und 1500 Saar­bergleute in ihren Uniformen bildeten vor der Direktion ein Dreieck. Als die Feier am Regie­rungsgebäude vorüber war, nahm der Bergmann Johann Keßler aus Quierschied das Wort. Er führte u. a. aus: „Wir sind eins mit dem deutschen Vaterlande, von dem uns nichts mehr trennen kann. Damit ist ein politisches Unrecht wieder gutgemacht, das man uns in Versailles 1919 zugefügt hatte. Die Saargruben, die schon unseren Vorfahren Arbeit und Brot gaben, ge­hören wieder Deutschland. Unserem Vaterlands und seine Führer geloben wir heute unver­brüchliche Treue, die wir beschwören mit unserem alten Gruß: Glückauf!

Auf Geheiß Keßlers senkten sich die Fahnen und der Trauerflor, den sie sechzehn Jahre lang ge­tragen, wurde ersetzt durch einen Hakenkreuz­wimpel. Dann sprach Kreisleiter Dürrfeld. Nun zog der neue Generaldirektor der Saar­gruben Bergassessor Dr. Wächter das Haken­kreuzbanner an der Stelle hoch, wo seit 16 Jahren Frankreichs Hoheitszeichen geweht. Vierzehn lange schwarz-weiß-rote und Hakenkreuzslaggen wurden am Gebäude gehißt.

Glückliche Stunden!

Blut stärker als Vapier

* Bremen, 2. März.

Die Wiedereingliederung des Saarlandes in das Reich ist vollzogen. Unter einem Jubel, den ganz Deutschland am Rundfunk teilnehmend, innigst miterlebte, ging der ge­schichtliche Akt vor sich. Und wenn am Mor­gen des 1. März noch etwas an der über­schäumenden Freude unserer saarländischen Volksgenossen fehlte, so wurde dies schon am Nachmittage des unvergeßlichen Tages be­hoben, als die geheimsten Hoffnungen des Saarlandes Wirklichkeit wurden: des

Führers Besuch.

Der Führer und Kanzler des Teutschen Reiches — wahrlich überbürdet mit Arbeit und Mühen um das deutsche Volk — ließ es sich nicht nehmen, selbst ins Saarland zu eilen, um zugegen zu sein am Tage des großen Ereignisses, teilzunehmen an dem Feste der Heimkehr des Saarlandes in das Reich, den ungeheuren Jubel zu teilen und mitzuerleben das unaussprechliche Glück von rund einer Million Menschen deutschen Blutes, die den Anschluß an das deutsche Vaterland wiedergefunden haben.

Und wer besser als gerade der Führer hätte den Gefühlen Ausdruck geben können, die bei der großen Feier der Nation gemein­sam mit dem Saarland alle Deutsche be­wegte? Wohl konnte der Stellvertreter des Führers der Bedeutung des Tages vornehm­lich in außenpolitischer Hinsicht gedenken, -wohl konnte Reichspropagandaminister Dr. Goebbels geharnischte Abrechnung halten mit den Emigranten, wohl konnte Gauleiter Bürckel in ganz ausführlicher Weise der Be­deutung des Nationalsozialismus für das Reich und das wiedergewonnene Saarland Rechnung tragen und denen zu Herzen reden, die verführt von Verrätern und fremden Söldlingen am 13. Januar abseits gestanden waren. Das, was der Saarländer nach seinem Kampfe und seinem glänzenden Sieg an Empfindungen in sich trug, vermochte nur e^n Adosi Hitler in zündende Worte zu fassen. Und wie er den Ton traf, das be­wies zur Genüge der immer und immer wieder ausbrechende Jubel und die zahl­losen Siegheil-Rufe, die ihn umbrausten.

„Ihr habt durch Euer Bekenntnis für Deutschland mir meine Arbeit erleichtert, die kein anderes Ziel hat, als Deutschland frei und glücklich zu machen", sprach er, und mit berechtigtem Stolze konnten die Saar­länder ihrer Verdienste um die deutsche Sache gedenken. Deutschland frei und glücklich zu machen, das ist nach den Worten des Führers fortan nun auch die Aufgabe, an der die Saarländer in Zukunft mitzuarbeiten be­rufen sind, die in ein Haus zurückkeh­ren, das kein fertiges Haus ist, sondern erst ausgebaut werden soll zu einer der deutschen Nation würdigen Wohnung. Sie werden und sollen nun mit dem deutschen Volke in gleichem Takt marschieren und in gleicher Emsigkeit arbeiten. Ein neues Deutschland mit einer geläuterten Volksgemeinschaft, ehrenhaft und frei, ist das Ziel, das der Füh­rer auswies und, wenn er den Glauben, die Treue und den Willen der wackeren Kämpfer an der Saar in seiner Rede ver­herrlichte, so erinnerte er gleichzeitig daran, daß es diese Eigenschaften sein müßten, die auch in Zukunft am Werke des deutschen Staatsaufbaues zu sein hätten.

Es sollte, wie er sagte, nur ein kurzer Be­such im Saarland für dieses Mal sein. Der Führer war nur zu einer kurzen Begrüßung der wieder der deutschen Nation eingeglie­derten saarländischen Volksgenossen ge­kommen und versprach wiederzukommen und oft noch zu kommen, das Saarland zu ehren, dem die ganze Nation für seine heroische Haltung während des Saarkamp- ses unvergänglichen Dank schulde. „Es wäre mir unmöglich gewesen, heute in Berlin oder anderswo zu sein, meinHerz hat mich zu Euch geführt." In tiefer Ergrif­fenheit sprach dies der Führer, in tiefster Ergriffenheit und unaussprechlicher Dank­barkeit vernahm es das Saarland. Und in­dem der Führer den Gefühlen des Saarlandes die ja seine eigenen sind, in flammenden Worten Ausdruck gab, knüpfte er das Band, das Deutschland mit dem wiedergefundenen Lande auch in den Jahren der Trennung fest umschlang, nun vollends unauflöslich. Und unvergeßlich wie der 13. Januar, der Tag des Sieges, der Tag lebendigster V o lksverbundenheit des Saarlandes mit der deutschen Nation, wird jedem saar­ländischen Volksgenossen in Erinnerung blei­ben der 1. März, der Tag der Krönung jenes Sieges und der innigsten Verbunden­heit des Saarlandes mit dem Führer.

Die feierliche Flaggenhissung

Dr. Frick: „Niemals mehr wollen wir dulden, daß deutsches Land uns mit Gewalt entrissen wird"