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der Freien Hansestadt öremen
Nr. 56 / 3. Jahrgang
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Montag, 25 . Februar
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Tveueschwur auf den Bührrer
Vereidigung in Bremen
Bremen. 24. Februar.
Wie im ganzen Reiche, gestaltete sich auch in Bremen die fünfzehnjährige Wiederkehr des Parteigründungstages zu einem feierlichen Bekenntnis zum nationalsozialistischen Staat. Am Abend fand die große Vereidigung von 6000 Führern der Bewegung auf dem Messegelände statt. 10 060 Männer aller Formationen waren insgesamt angetreten. Durch Lautsprecher wurde die Feier aus München übertragen. Dann folgte die Eidesleistung. (Ausführlicher Bericht im lokalen Teil.)
Schweizer Wehrvorlage angenommen
Bern, 24. Februar.
Das Gesamtergebnis der schweizerischen Volksabstimmung zur Wehrvorlage beträgt 508 569 Ja-Stimmen gegen 431181 Nein-Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug durchschnittlich 86 v. H. Wider Erwarten hat der sozialistische Kanton Gens mit 19 472 Ja-Stimme» gegen 14 421 Nein- Stimmen die Vorlage angenommen.
Es handelte sich bei dem Volksentscheid ' um die Verlängerung der militärischen Ausbildungszeit bei den einzelnen Waffengattungen. Weiter ist die Schaffung eines modernen Grenzschutzes und die Anlage neuer Grenzbefestigungen geplant. Das Ergebnis des Volksentscheids bedeutet eine empfindliche Niederlage der Sozialdemokraten und der Kommunisten, die also vergeblich gegen die Wehrvorlage Sturm gelaufen haben.
Gchuschnigg in London
London, 24. Februar
Bundeskanzler Schuschnigg und Außenminister Berger-Waldenegg sind am Sonntagnachmittag in London eingetroffen. Zum Empfang waren u. a. Außenminister Simon und der französische Botschafter erschienen. Eine Viertelstunde, nachdem die Minister in ihrem Kraftwagen den Victoria-Bahnhof verlassen hatten, erschien von einem Polizeiaufgebot begleitet, ein 300 Mann starker Zug von Marxisten und Kommunisten am Bahnhof, um eine Kundgebung gegen die österreichischen Minister zu veranstalten. Der Umzug verlief in völliger Ordnung.
parteigründungsseier in München
Adolf Hitler im Kreise feiner alten Kameraden
München, 24. Februar.
Zum machtvollsten Höhepunkt der Feierlichkeit zur Erinnerung an die 15. Wiederkehr des Tages, an dem Adolf Hitler den Grundstein legte für das große Befreiungswerk des deutschen Volkes, gestaltete sich die Parteigründungsfeier am Abend des historischen 24. Februar im Festsaal des Hofbräuhauses in München. Die Kunde, daß der Führer, selbst kommen und sprechen werde, hatte schon lange vor Beginn der großen Kundgebung eine gewaltige Menschenansammlung auf den Zu- gangsstratzen zum Hofbräuhaus zur Folge. In engen Reihen standen sie längst der Häuserfront. Die Menge will aus dieser Begegnung neue Kraft und neuen Mut für den Alltag schöpfen. Je weiter der Zeiger vorrückt und je näher wir
dem Hofbräuhaus kommen, desto dichter wird das Spalier der Menschen, desto tiefer werden die Staffeln. Der Absperrungsdienst der SS. hat große Mühe, die gewaltigen Massen zurückzuhalten.
Am Eingang zum Festsaal nimmt das Gedränge beängstigende Formen an. Die vielen Hunderte, die keinen Zutritt haben, wollen trotzdem Zeuge sein der denkwürdigen Feier. Der Festsaal selbst zeigt sich — und das steigert den Eindruck ganz gewaltig — in demselben einfachen Schmuck wie an jenem 24. Februar 1920. Keine Girlanden, keine Kränze, keine Hoheitszeichen schmücken den Saal. Nur eine einzige Hakenkreuzfahne hängt von der rechten Seitenwand des Saales herab und davor steht das Pult, von dem aus der Führer und vor
ihm sein Stellvertreter sprechen werden. Der Saal selbst ist überfüllt, obwohl nur die 2000 alten Kameraden, die Inhaber des Vlutsordens und des Goldenen Parteiabzeichens mit wenigen anderen Teilnehmern eingelassen wurden. Frauen und Männer, alte Kämpfer und Kämpferinnen, die das Glück hatten, Adolf Hitler nahe zu sein, als er sein Werk begann. Sie hatten die Kraft und den Glauben zu seiner Gefolgschaft und die Liebe zu Deutschland.
Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, wird mit Jubel begrüßt. Unter den Klängen des Liedes „Unsere Fahne flattert uns voran" werden die Fahnen der Bewegung hereingetragen. Kurze, knappe Kommandos ertönen. Dann nimmt der Stellvertreter des Führers, Pg. Rudolf Heß, das Wort.
Die Rede des Stellvertreters des Führers
„Seid würdig Adolf Hitlers, daß er stolz auf Euch sein kann"!
Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Hetz, hielt bei der Vereidigung folgende Ansprache:
Ueberall in Deutschland sind wieder die Männer und Mädchen angetreten, die sich dem Führer im Treueschwur für ihren Dienst an Volk und Bewegung verpflichten wollen. Politische Leiter, Führer der HJ., Führerinnen des VDM., Führer des Arbeitsdienstes, Führer der Arbeitsfront, legen den Eid dem Führer ab an dem Tage, an dem er vor 15 Jahren die deutsche Revolution durch die Verkündung des nationalsozialistischen Programms einleitete. Ich nehme den Eid ab aus dem gleichen Saal, in dem damals der Führer sprach, als er zum ersten Mal sein Programm verkündete, aus dem gleichen Raum, in dem er stand, als vor ihm die jungen Stoßtrupps der Bewegung, die werdende SA, den ersten Kampf lieferte und zur Sprengung kommandierte Marxisten das erste Mal das Kampffeld räumen mutzten unter den Hieben nationalsozialistischer Kämpfer, aus dem gleichen Saal, in dem das erste Blut der Bewegung floß.
Ich spreche zu euch draußen angesichts vieler Männer und Frauen, die noch Zeugen waren der ersten Programmverkündung und der ersten Kämpfe, die zum Führer und seiner Bewegung sich bekannten als diese noch in ihren kleinsten Anfängen stand, die zu ihr hielten, trotz Spotts und Hohns der anderen, die jedes Opfer zu brin
gen bereit waren und so dem Führer das Durch- halten ermöglichten. .
Ich stehe hier vor Tausenden, die sich dann hin- zugesellten in einer Zeit, da kaum die Eeburts- stätte des Nationalsozialismus, München, den Namen Hitler kannte, geschweige denn die übrige Welt.
Die Frauen und Männer hier vor mir tragen die Ehrenzeichen der Bewegung als Sinnbilder dafür, daß sie dem Führer und seiner Bewegung die Treue hielten, daß die für ihn und für Deutschland kämpften und starben, daß sie am 9. November 1923 für den Führer marschierten, Verfolgungen ertrugen und vom Führer nicht ließen, als alles verloren schien.
Sie haben mit ihm den schier sinnlosen Kampf wieder aufgenommen, als Adolf Hitler zurückkehrte aus der Gefangenschaft. Sie haben seinen Sieg ermöglicht, sie sind bei dem Führer geblieben bis zum Siege — und sie sind die gleichen geblieben auch nach dem Siege.
Diese alten Kämpfer und Kämpferinnen sind Vorbild für alle, die heute angetreten sind, in deutschen Landen den Schwur ans Hitler zu leisten. Sie sollen und sie werden die Treue halten, wie die alten sie hielten.
Hier in diesem Raum stand der Führer einst in zerschlissenem feldgrauen Rock, kaum mehr sein eigen nennend als diesen, denn er gab ja alles
immer wieder hin für die Bewegung und bis heute ist er auch der gleiche geblieben, jederzeit bereit, alles zu opfern für das Werk, dem er dient. Was die Wenigen damals in ihm sahen, sieht heute die Welt: Den großen Führer, der seinem Volke lebt und der nichts keimt als sein Volk. Wie er als Frontsoldat einst kämpfte für sein Deutschland, so kämpfte und kämpft er heute als der erste Soldat der Revolution für sein Deutschland.
Sein Kampf gilt der Erfüllung dessen, wofür die Millionen an der Front des Weltkrieges ihr Leben ließen. Sein Sieg gibt ihrem Tode Sinn, so wie sein Sieg auch Sinn gab dem Tode derer, die ihr Leben opferten, damit das neue Deutschland werde.
In Erinnerung an die toten Kämpfer legt ihr heute den Eid ab, der euch an Adolf Hitler bindet, der euch einreiht in Adolf Hitlers Führerschaft, der euch zu kämpferischem Einsatz verpflichtet, jederzeit bereit zu sein für das heutige Deutschland und die nationalsozialistische Revolution.
Ihr sollt schwören, stets dem Befehl des Führers zu folgen: ihr sollt schwören, stets in seinem Geiste zu handeln. Vergeht nie: Das Handeln in seinem Geiste gereicht euch zur Ehre, vas Handeln wider seinem Geist gereicht ihm zum Leid.
Nachtfahrt ins Gruseln
Gin Erlebnis, erzählt von Otto Liingen
oöhnlich ist es ein« leichtfertige Redensart, jemand von sich behauptet, ihm hätten die > zu Berge gestanden. Ich. muß zugeben, il im Leben ist mir das geschehen. Aus t standen mir die Haare zu Berge, eine haut lief von den äußersten Zehenspitzen bis Haarwirbel: es stockte der Atem, die Nüstern :n sich, meine Augen müssen zuerst unge- lich weit aus den Höhlen gequollen sein, ehe n den Lidern verdeckt wurden... erinnere mich dessen in allen Einzelheiten. Zug hatte die Steppen der Ukraine durchrast, iefand er sich hinter Tanganrock mitten in wrdkaukasischen Ebene, etwa fünfzig Kilo- von Wladikawkas, dem Tor nach Grusinien, nt: da, wo die Heerstraße Alexanders des m an dem himmelstllrmenden Kasbeck und is vorbei in den Sonnenkessel von Tislis sich
iterwindet. . . . ^
war stockfinstere Nacht, so dunkel, wie ich es nemals erlebt hatte. Plötzlich knechten d'e sen auf freier Strecke, mitten rn der Steppe, ebendige Schlange keuchte noch etwas und naufte dann sanft. Ich riß das Fenster auf erig zu erf-ckhren, was da los wäre. s h i. gar nichts, buchstäblich nicht die Hand vor 'lugen. Da mutz sich mir der Teufel ms k aeschwungen haben: Ich trat vom !, schritt ein Stück den schwach beleuchtet.n , entlang, drückte die Wagentür auf und ftand
rrum eigentlich, wußte ich nicht recht, es blieb ruck gar keine Ueberlegung dafür: Elle ich . ich die Absicht hatte, einig« Meter den Zug ng zu laufen und vom Schaffner des nachpsn -ns die Ursache des plötzlichen Anhaltend M >ren. Wozu, was mich das eigentlich anging, stfe ich heute noch nicht. Warum konnte
durfte ein Zug nicht plötzlich einmal auf offener Strecke anhalten? Das war doch nichts Außergewöhnliches und ereignete sich überall in der Welt, in jeder Nacht ein paar Mal. Mußte deshalb ein Reisender, ohne dazu aufgefordert zu werden, sein Abteil verlassen? — Jedenfalls, für all diese ebenso nüchternen wie logischen Erwägungen blieb keine Zeit. Kaum war ich mehr aus dem Abteil gefalle.n als geklettert, ruckte der Zug wieder an. Im ersten Schreck wollte ich auf das Tritbrett springen. Aber ich verpatzte es. Ein Stück lief ich mit, ich hätte noch ganz gut einsteigen können, glaubte ich, aber stockfinster war die Nacht, unheimlich. Man sah nichts, gar nichts und da bekam ich plötzlich Angst, von den Rädern erfaßt zu werden. Das Dümmste und Lächerlichste, was ein Mensch in solch einer Lage tun kann, tat ich nun. Ich blieb stehen und schrie aus Leibeskräften: „Halt, Haalt! Haaalt!"
Mitten in einem fremden Land schrie ich meinen Todesschrecken hinaus. Ich hätte gerade so gut auch „Zungenwurst" rufen können oder „Harzer Käse",' in ebenso tierischer Angst, es hätte in dem Auaenblick dieselbe Wirkung haben müssen, nämlich" daß mich niemand aus dem Dunkel heraus begriffen hätte. Umso lauter schrie ich, je schneller sich der Zug nach vorwärts bewegte. Ein Luftdruck feate dabei mein« linke Backe entlang, warnte mich, allzu nahe an die Wagen heranzukommen. Da sah ich die Schlußlichter. Wie ein Irrsinniger begann ich nun zu laufen: die Lichter wurden immer kleiner, meine Füße immer schneller. Sie berührten kaum noch die Streck«, bis, ja bis die roten Lampen weit vorn in einer Biegung als kleinste, mikroskopische tänzelnd« Flammenamöben mit dem letzten Wagen entschwanden. Da sackt« ich erschöpft zusammen. Alles begriff ich jetzt. Die furchtbare Lage, in der
ich mich befand, etwa fünfzig Kilometer von der nächsten Eisenbahnstation entfernt. Es konnte kurz vor Mitternacht sein. Wenn man nur wenigstens die Hand vor den Augen gesehen hätte! Wo war ich? Lag ich am Rande eines Majorkafeldes oder einer Wiese, befand ich mich an einem. Sumpf oder vor fruchtbarem Ackerboden? Es wäre eine große Erleichterung gewesen, wenn man den Horizont gesehen hätte, ein paar Bäume vor fliegenden Wolken, vielleicht hinter einer Hecke, die Umrisse eines Zwiebelturms. Ich begann, in mich hinein zu jammern und zu schimpfen. Ein Narr, ein Vorwitziger, ein Neugieriger, der nun bestraft wurde. Die Angst schien vor uferlosen Selbstbezichtigungen zurückzutreten. Laut schrie ich immer wieder, vielleicht war es doch Furcht: „Du Narr!" und schlug mich an die Stirn.
Plötzlich war auch dieses Stadium der Schwäche überwunden. Auf einmal schienen meine Ohren doppelt so scharf zu hören, meine Augen bobr:-n sich in die Nacht. Der ganze Körper wurde elastisch. Alle Muskeln spannten sich, die Nasenflügel bebten, sie nahmen Witterung wie bei einem Wolf oder Fuchs. Nicht die Spur von Angst war zurückgeblieben, aber wiederum schien ich auch von keiner Ueberlegung beherrscht zu sein. Jede Bewegung, die ich macht«, schien nicht mehr aus dem Gehirn, sondern dem Blut unmittelbar zu kommen. Zuerst trat ich fest auf beide Füße. wippte auf den Zehenspitzen, reckte den Hals, wie wenn ich über dickstes Gras einer Prärie zu 'ckauen hätte Das Gesicht war gespannt. Das Gehör, der Geruch, das Gefühl auf der Hautoberfläche reagierte ganz neu, ich merkte Widerstände, die Sommernacht schien nicht mehr still, sondern heftig bewegt, voller Strömungen zu sein. Ein Wirbeln. Gurgeln und Strudeln der Wind« .'gürte ick auf meiner Haut. Ganz sicher sckritt 'ch vom Bahndamm durch die Dunkelheit, tastete mit den Händen, meine Fingerspitzen signalisierten wie von selbst leichte oder grobe Widerstände.
In wenigen Minuten hatte ich festgestellt, daß
ich mich auf einer Wiese befand, die noch niemals gemäht war. Die Erasbüschel dufteten stark. Hier hockte ich mich nieder und lauschte in das Dunkel der Nacht. Es war gar nicht mehr entsetzlich, sondern ganz natürlich. Ja, ich konnt« sogar schon unterscheiden: ich sah hohe und niedere Erasbüschel neben mir. Meine Ohren vernahmen schon vielerlei Geräusche, vom weichen Knacken meiner Kniegelenke bis zum Fortrascheln einer Maus, eines Vogels. Dazwischen Geräusche, die von Erasspitzen herabfallende Käfer verursachten. Ja, manchmal vermeinte ich bei der unendlichen Skala der Laute einer lebendigen, betriebsamen Steppennacht das Aufplatzen eines Fruchtknotens unterscheiden zu können. Allmählich aber befiel mich Müdigkeit, das Blut wurde immer dicker und unempfindlicher, kaum daß es dem Bewußtsein zu signalisieren für nötig erachtete, nun doch in den dämmernden Tag hinein- zuschlafen . . .
Da weckte mich etwas Grausiges. Beim Aufrichten spürte ich heißen Brodem im Nacken. Ich lag auf den Knien und krümmte mich nach vorn wie ein Wurm. Dabei lud sich jeder Nerv mit Widerstand und Entsetzen. Ich spürte ganz deutlich, wie mir die Haare einzeln zu Berge standen, immer mehr, in jeder Hundertstel Sekunde weitere tausend Härchen, bis der ganze Körper ein einziges Sträuben nach vorn war, mit der Stirn in der Winkelneigung zur Erde. Der Brodem im Nacken berührte jetzt meine Ohren. Fremder Speichel troff an ihnen herunter. Ein heißer, rauher Lappen fegte ungestüm das gesträubte Kopfhaar entlang, es war ein Wollustgesühl ves Todes. So müssen Tiere des Urwaldes empfinden, wenn sie vor dem Rachen des Tigers oder Panthers liegen: keine Zuckungen mehr, da, wo unnatürlicher Widerstand in natürliche Wider- standslosigkeit übergeht, nur noch die Lust, endlich gefressen zu werden. Der rauhe Lappen fegte jetzt auch von der Seite her über mein Gesicht ich hatte das Gefühl aufgerissener Wangen und einer fortgeleckten Nase. Die Augen kniff ich fest zu-
Seid würdig eures Führer, daß er stolz auf euch sein kann, und daß ihr nicht in Un- würde vergeht. Kraft eigenem Willens schwört ihr den Eid; brecht ihr ihn, schließt ihr euch durch eigene Schuld aus der Volksgemeinschaft aus.
Bedenkt euch, ob Ihr den schweren Eid zu leisten vermöget, ob ihr ein Leben lang halten könnt, was ihr heute schwört. Und wir alle, die wir einst Adolf Hitler die Treue schwören, nutzten diesen feierlichen Augenblick des Bedenkens, um uns zu fragen, ob wir zu jeder Stunde und in jeder Handlung die Treue hielten, ihm und seinem Geist. —- Bedenkt euch um eurer selbst willen, bedenkt euch um des Mannes und dessen Werkes willen, dem ihr dient. Bedenkt euch um Deutschlands willen und bedenkt euch um der Toten willen, die für dieses Deutschland ihr Leben gaben. Gedenkt in diesem Augenblick Horst Wessels, der seinen Eid vor fünf Jahren mit seinem Leben besiegelte.
Ich gebe euch jetzt Bedenkzeit. Niemand soll Schaden daraus erwachsen, wenn er seine Hand nicht zum Schwur erhebt und dann hingeh :, sein Amt niederzulegen.
Wehe dem, der schwört und seinen Eid bricht!
Der Stellvertreter des Führers gibt eine Bedenk- pause. Dann kommandiert der Gauleiter des Traditionsgaues München-Oberbayern, Staatsminister Wagner: „Führerschaft Adolf Hitlers, stillgestanden!" Gedämpft ertönt von einem Streichquartett gespielt das Horst-Wessel-Lied. Der Stellvertreter des Führers: Ihr, die ihr zur Vereidigung angetreten seid, erhebet die Hand zum Schwur und sprecht mir nach:
„Ich schwöre Adolf Hitler unverbrüchliche Treue, ihm und den Mix von ihm bestimmten Führern unbedingten Gehorsam!" Und in ganz Deutschland sprechen Hunderttausende mit erhobener Schwur- Hand Wort für Wort mit. Noch einmal spricht Rudolf Heß: Die Eidesleistung ist geschehen. Wir alle, die wir Adolf Hitler verschworen sind, grüßen den Führer Deutschlands Sieg Heil!
Und die gleichen Hunderttausende, die soeben sich ihrem Führer auf Tod und Leben gelobt haben, und dazu die Millionen, die zugleich mit ihnen aufmarschiert waren zu dieser Feierstunde, bekräftigen den Eid, den sie alle einmal geschworen haben, mit dem alten Kampfruf, mit dem auf den Lippen Hunderte ihr Blut gaben.
AIs der Führer den Saal betritt, umgibt ihn wie immer gleich einem schützenden Mantel die herzliche Liebe seiner alten Kameraden. Kurz kündigt Gauleiter Wagner den Führer an, und dann zwingt seine Rede wieder wie einst und wie immer nicht nur die 2000 in Bann, die hier im Saale ihn sehen, sondern mit ihnen alle die.Millionen, die in Lautsprechern in Sälen und Stuben, in weiten Blocks auf Plätzen und Straßen aufmarschiert sind. (Die Rede des Führers veröffentlichen wir in der morgigen Ausgabe.)
Als ich aus der Ohnmacht erwachte, war es Tag geworden. Neben mir lag ein ausgewachsenes — Kalb und wiederkäute, es warf die Grasspeise im Rachen hin und her und stieß dabei von Zeit zu Zeit. die Zunge aus dem Maule.
Mein Erlebnis könnte, ich drei Tage später den Professoren des naturwissenschaftlichen Museums von Tiflis, in das ich mich zu Studienzwecken mehrere Wochen begeben wollte, erzählen. „Sie haben Glück gehabt", antworteten die Wissenschafter, „ebenso hätten sie in derselben Nacht von einem wirklichen Königstiger, wie er manchmal über die persischen Hochpässe bis in das kaukasische Flachland vordringt, angehaucht werden können."
Die Macht des Sterndeuters
Zur Zeit Ludwigs XI. von Frankreich lebte am Hofe ein s kluger Astrologe, der ück rühmen konnte, die besmdere Gunst des Königs zu besitzen. Doch auch gegen ihn zeigte der Herrscher ein unfreundliches Benehmen, als der Sterndeuter den ^lod eines Freundes Ludw'gs voraussagte und die Prophezeiung sich auch ustr'.ich nach acht Tagen erfüllte. Dem König war diese richtige Voraussage verdächtig. Er nalim -ich vor, den Mann zu strafen und zwar so, daß auch seine Weisheit lächerlich gemacht werde. Er ließ den Ster ideuter zu sich kommen und sagte: Du bist doch ein so kluger Mann und weißt alles voraus... So prophezeie ietzt, wann und uuf welche Art du selbst sterben wirst." Als diese Frage ausgesprochen wurde, standen aber schon hinter einem Vorhang versteckt einige handfeste Soldaten, d' auf ein Klingelzeichen des Herrschers hervorbrechen und den Armen aus dem Fenster weifen sollten. Der Astrologe ahnte etwas Aehnliches. Er schwieg einen Augenblick und antwortete dann: „In den Sternen steht von der Art meines Todes nichts geschrieben, wohl aber, daß ich drei Tage vor dem Ableben Sr Majestät mein Leben lassen muß." Der Wurf aus dem Fenster unterblieb aus begreiflichen Gründen für immer.