Ausgabe 
(15.10.1934) Nr. 285
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Üas amUiche Organ Ses Senats

der Kreisn Hansestadt öremen

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Nr. 285 / 4. Vierteljahr

Montag, is. Oktober

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Das Haupt der südslawischen Terrorlslenbande eine Frau?

„Kalemen" war ein vielfacher Mörder

Der Attentäter von Marseille ein mazedonischer Revolutionär

Fragen der Saar

vor dem Finanzausschuß des Völkerbundes

Paris, 14. Oktober.

Der Finanzausschuß des Völkerbundes ver- samelte sich am Sonntagvormittag im Institut für geistige Zusammenarbeit in Paris, um einige mit -der Volksabstimmung im Saargebiet zusammen­hängende und in der Denkschrift des französischen Außenministers Barthou vom 21. August sowie in dem Bries Knox' an den Völkerbundsrat auf­geworfene finanzielle Fragen zu prüfen. Dabei handelt es sich erstens um die Abtretung der Gruben an Deutschland und zweitens im Falle der Rückgliederung um den Rücklauf der im Saarge­biet in Umlauf befindlichen französischen Franken.

Von französischer Seite verlautet, daß der Finanzausschuß während dieser Beratung die Erubenfrage wegen ihrer Schwierigkeit nur strei­fen und sich mehr mit den beiden anderen Fragen befassen werde. Die Beratungen sollen bis zur nächsten Woche dauern. Das Ergebnis soll dem Dreier-Ausschuß mitgeteilt werden, in dem Baron Aloifi den Vorsitz führt. Es ist allerdings mög­lich, daß der Ausschuß die Ausarbeitung dieses Berichts erst in einer späteren Sitzung vornehmen wird. Ueber die Beschlüsse des Finanzausschusses wird erst etwas veröffentlicht werden, wenn sie vom Dreier-Ausschuß geprüft worden sind.

Eine freundliche Geste. . .

Saarbrücken, 14. Oktober.

Die über gute Beziehungen zu der Saar­regierung verfügende separatistische „Neue Saar- Post" ist in der Lage mitzuteilen, daß sich die Regierungs- und Abftimmungskonrmifston ent­schlossen hat, den Saarländern, die am 18. Januar nicht am Ort ihres heutigen Wohnsitzes, sondern auf Grund der Bestimmungen in ihrem Geburts-

Belgrad, 14. Oktober.

Wie von privater, aber gut unterrichteter Seite verlautet, glaubt man in Siidslawien den Urheber der Marseille» Bluttat nunmehr wie­dererkennen zn können. Nachdem in den Blät­tern die Bilder des Mörders veröffentlicht wor­den waren, sollen sich bei den südslawischen Be­hörden unabhängig voneinander zwei Südserven gemeldet haben, die in verschiedenen Städten leben, früher aber längere Zeit in Sofia ge­wohnt haben. Sie erklärte«, nach den Bildern sei der Mörder ein gewisser Wlada Geor- gieff, der den Beinamen Tschrnozemski führte. Er habe der inneren mazedonischen revolutio­nären Organisation (Jmro) angehört.

Eeorgieff, der in dem südbulgarischen Dorf Kamenitza geboren ist, war als einer der aktiv­sten Terroristen bekannt. Er hatte im Jahre 1822 den bulgarischen Abgeordneten Hadschi Di- moff ermordet. Im Jahre 1930 tötete er den be­kannten Anhänger Protegeroffs Tomalewski. Er wurde damals verhaftet und eingekerkert. Ein Jahr später aber wurde er aus dem Gefängnis entlasten. Kurz darauf trat er in die revolu­tionäre Organisation des Wantscha Michaileff ein, dem er einige Zeit auch als Kraftwagenlen­ker diente. Später wurde er von diesem als Kurier für verschiedene Aufgaben im Auslande

verwendet. So soll er auch mit den kroatischen Emigranten Pertschetz und Pawelitsch in Verbin­dung getreten sein.

Die südslawischen und die bulgarischen Behör­den arbeiten Hand in Hand, um den Sachverhalt um Eeorgieff restlos zu klären. Von Sofia soll bereits eine Meldung in Belgrad eingelaufen sein, die die südslawischen Vermutungen über Eeorgieff bestätigt, In der Meldung soll beson­ders auf die vollständige Ähnlichkeit der Photo­graphien Eeorgiesfs und des Marseiller Mörders hingewiesen werden.

Paris, 14. Oktober. ,

Bei dem gegenwärtigen Stand der polizeilichen Untersuchung über das Marseiller Attentat ergibt sich folgendes Bild: Die Terroristengruppe bestand aus vier oder fünf Personen, uwter denen sich eine Frau befand. Diese junge, auffallend schöne Frau stieg am vergangenen Sonntag in einem erst­klassigen Hotel in Aix-en-Province ab und war von einem jungen Mann begleitet, der mit stark sla­wischem Akzent sprach. Sie trug sich unter dem Namen Marie Voudruf ein, gab an, 1910 in Trieft geboren und tschechoslowakische Staatsangehörige zu sein. Ihr Begleiter verließ sofort wieder das Hotel. Am Abend nahm die Frau mit einem anderen Slawen die Mahlzeit ein, nach dem Essen verließ der Besucher das Hotel- Die junge Frau

suchte allein ihr Zimmer aus. Wie groß war aber das Erstaunen des Kellners, als er am Montag­morgen das Frühstück brachte und im Zimmer einen Unbekannten bemerkte, der in der Nacht un­bemerkt heraufgekommen war. Montagabend ver­ließen beide das Hotel, nur die Frau kehrte spät nachts zurück.

Der unbekannte Mann, der, wie man heute weiß, sich Egon Kwaternik nennt, war zusammen mit dem Mörder Kalemen und dem noch gesuchten Malny in einem Hotel dritter Klasse abgestiegen und hatte sich unter dem Namen Egon Krämer eintragen lassen. Er fuhr am Montagabend in einem Mietauto nach Avignon. Kalemen und Malny, die den Montag zusammen verbracht hatten, trennten sich am Dienstagmittag. Kale­men begab sich nach Marseille, während sich Malny im Taxi nach Avignon fahren ließ, von wo aus er sich im Zuge nach Paris bezw. Fontainebleau begab. Wohin sich die junge Frau begeben hat, konnte noch nicht festgestellt werden. Es scheint jedoch festzustehen, daß sie das Haupt der Terro­ristenbande war.

I» Annemasse wurden am Sonntagvormittag vier Verdächtige festgenommen, als sie versuchten, heimlich die Grenze zu überschreiten. Ihre Aus- weise scheinen gefälscht zu sein.

„Es ist heuie schöner als damals"

ort abstimmen mästen, freie Fahrt zu gewähren. Die Legitimation als Abstimmungsberechtigter wird als genügender Ausweis für die Bahn­beamten bezeichnet.

Wir hätten der Saarregierung gar nicht soviel Verständnis zugetraut!

Bestätigtes Wahlergebnis

Sitzung des Wahlprüsungsgerichts beim Reichstag Berlin, 14. Oktober.

Das Wahlprüfungsgericht beim Reichstag trat am 13. Oktober unter dem Vorsitz des Mitgliedes des Reichstages Franz Stöhr zur abschließenden Prüfung der Reichstagswahl und Volksabstimmung vom 12. November 1933 zusammen. Als Beisitzer amtierten die Mitglieder des Reichstages Wilh. Schwarz (Memmingen) und Dr. Curt Fischer (Berlin), sowie die Reichsgerichtsräte Dr. Zeiler und Dr.' Boas, als Reichsbeauftragter für das Wahlprüfungsverfahren der Ministerialrat im Reichsministerium des Innern Dr. Medicus.

Nach Prüfung der Wahlbeschwerden und der allgemeinen Rechts- und Ordnungsmäßigkeit der Wahl und Abstimmung verkündete das Wahl­prüfungsgericht beim Reichstag gemäß K 12 der Wahlprüfungsordnung folgendes Urteil: Die

Wahlen zum Reichstag am 12. November 1933 sind gültig. Die Abgeordnetensitze sind ordnungs­mäßig aus die Kreiswahlvorschläge und auf den Reichswahlvorschlag verteilt worden. Die Volks­abstimmung am 12. November ist gültig. Die Mehrheit der abgebenen gültigen Stimmen, näm­lich 98,1 v. H., lautet auf „Ja".

Dr. Ley und Dr. Goebbels aus dem Gauparteitag in Köln

Köln, 14. Oktober.

Der Gauparteitag Köln-Aachen brachte am Sonntag die beiden großen Reden des Reichs­propagandaleiters Dr. Goebbels und des Stableiters der PO. und Führers der DAF-, Dr. Ley, als Höhepunkt und Abschluß des Gau- kongresses. — Als

Dr. Ley

an das Rednerpult trat, wurde er von den Tau­senden, die die Halle füllten, begeistert begrüßt. Er führte u. a. aus:

Unsere Bewegung ist die Gemeinschaft der Treue, und wo könnte ich mehr von Kameradschaft und Treue reden, als in diesem Saal, wo Sie mit mir zusammen diesen großen Kampf durchgeführt haben und wo wir die Bewegung aus den dumpfen und engen Gassen herausholten. Wenn ich in diesem Gau bin und so manches alte Kameraden­gesicht sehe, so überkommt mich eine Sehnsucht nach diesen Tagen und ein Stolz, daß diese Men­schen aus dem Volk das Gewaltige erkämpfen konnten, um Deutschland wieder frei zu machen. Wir waren alle einfache Menschen, keiner von uns hatte einen Namen- Aus allen Schichten kamen wir: Arbeiter, Bauern, Studenten, Bürger, Hand­werker, wir fanden uns zusammen. Wir hatten kein großes Programm, das wir Punkt für Punkt abrollen lassen konnten. Ja, wir hatten jahrelang den Führer noch nicht gesehen und kämpften im Glauben an diesen Mann, weil uns eine innere Stimme zu ihm hintrieb.

Wir haben damals vielleicht geglaubt, wir waren freiwillig gekommen. Aber schon kurze Zeit später, nachdem wir einige Jahre diesen Kampf führten, mußten wir beobachten, daß wir nicht wieder zurückkonnten, daß über uns ein ehernes und eisernes Muß stand.

Früher sind wir aus diesen Sälen nach Hause gegangen, müde und vielleicht mancher hoff­nungslos, wenn man dort vor einer tobenden Menge sprach und es fast schien, als ob kein Er­folg zu verzeichnen sein werde. Und am näch­sten Morgen, da kam dieses Mutz wieder über uns und zwang uns, am Abend wieder zu spre­chen. So ging es all den alten SA.-Männern und den Kameraden von der PO., und so, wie es an jedem einzelnen Abend ging, so ging es Tag für Tag, Monat für Monat und Jahr für Jahr. Wir haben oft gefragt: Wann wird es ein Ende haben? Niemand konnte uns darauf eine Antwort geben, niemand wußte es.

Der Führer sagte: „Es kann kurz sein, es kann lange dauern, ob wir es erleben, weiß ich nicht; aber eines ist gewiß: Wir werden siegen."

Dieser unbändige Glaube war es, der uns be­seelte, und Treue war es, die uns zusammen­schloß. Wir kamen als Soldaten, hatten soldati­sches Empfinden und folgten dem Soldaten, weil wir in ihm alle Tugenden sahen, die ein Soldat haben muß: Treue, Kameradschaft und Glauben. Wie will ein Soldat kämpfen, wenn er keinen Glauben hat? Wenn nur der Verstand ihn re­gieren würde, wie würde er alle die Strapazen,

Die Heimkehr des toten Königs

Alexanders > Leiche auf südslawischem Boden

SpUt (Spalato), 14. Oktober, der 100 000 Menschen wohnten der Ankunft Zerstörers „Dubrownik" bei, der den Leich- des Königs brachte. Die südslawische Kriegs- , die vollzählig in Split zusammengezogen begann um 8 Uhr Kanonenschüsse abzufeuern Zeichen, daß sich das Geschwader mit dem König nahte. Um diese Zeit setzte auch in lirchen das Glockengeläut ein, das bis 10 Uhr ittags anhielt, als der Zug mit dem Le:ch- des Königs die Stadt in der Richtung nach m verließ. Im Hafen lagen fünf Eroßkampf- e der englischen Mittelmeerflotte mit dem iralsschiff „Queen Elizabeth".

n Kai war ein gewaltiger 18 Meter hoher afalk errichtet worden, der von vier hohen ien flankiert war. auf denen große ^-euer nten. Wenige Minuten nach 6 Uhr lief das -wadei in den Hafen ei».

e südslawischen und die englischen Kriegs- e gaben den Königssalui ab. Als das Fall- niedcrgelajsen war, begaben sich Prinz Arsen. Oheim des verstorbenen Königs und Bruder ig P-i^ > d:e Mitglieder der Regierung und

die Vertreter der Parlamente an Bord des Zer­störers „Dubrownik". Sodann kam der französische Marineminister Piötri, der auf dem Schlacht­schiff „Colbert" den Zerstörer begleitet hatte, und der Kommandant des englischen Mittelmeer­geschwaders, Admiral Fisher, an Bord, um dem toten König die Ehrenbezeugung zu erweisen.

Südslawische Marineoffiziere trugen nun den Sarg aus den Kai und stellten ihn unter den Klängen der Nationalhymne auf den Katafalk. Die Truppen gaben die Ehrensalve ab und senkten die Fahnen- Südslawische Flugzeuge umkreisten in geringer Höhe den Hafen und warfen Blumen und Kränze auf den Sarg. Der Erzbischof von Schibenik (Sebenizo) hielt einen kurzen Trauer­gottesdienst ab Dann begann die ungeheure Men­schenmenge zum Katafalk emporzusteigen und an der Bahre des Toten vorbeizuziehen. Es waren meist Bauern und Bäuerinnen aus Dalmatien, die in ihrer Nationaltracht erschienen waren. Es war unmöglich, alle Menschen zum Katafalk heraus­zulassen. Denn schon um 10 Uhr wurde der Sarg nach dem Babuhof gebracht, wo ein Sonderzug für die Weiterfahrt bereitstand- Prinz Arsen, die Mitglieder der Regierung und die Voltsoertreter sowie der französische Marineminister begleiteten den Zug. Auch die Strecke nach Agram war zu beiden Seiten von der Bevölkerung besetzt.

Belgrad, 14. Oktober.

Der Leichenzug mit den sterblichen Ueberresten des Königs Alexander traf am Sonntag um 21.13 Uhr in Agram ein. Der König wurde im Hof- Warte-saal aufgebahrt. Sein Leichnam bleibt bis Montag nachmittag in Agram. Entgegen dem ursprünglichen Programm wird der Sonderzug erst in den späten Abendstunden des Montag in Belgrad ankommen.

Großes Aufsehen erregte die Ankunft des Slovenenführers, des Pfarrers Dr. Koroschetz, im Spliter Hafen, als der König dort aufgebahrt lag. Dr. Koroschetz, der infolge seiner unversöhn­lichen Haltung zum Belgrader Regime auf der dalmatinischen Insel Hwar anderthalb Jahre lang interniert war, kam überraschend mit einem Sonderschiff und begab sich sogleich zum Katafalk, wo er lange Zeit im Gebet verbrachte- Später erklärte er Journalisten: In dem Augenblick, wo ganz Siidslawien an der Bahre des großen Königs weilt, muß alles vergessen werden. Wir alle müssen für das Wohl Siidslawiens arbeiten und leben. — Die Erklärung des ehemaligen Slovenenführers wird so aufgefaßt, daß er nun­mehr bereit ist, seine Opposition gegen Belgrad aufzugeben.

die im Schützengraben zu überwinden sind, aus­halten können, wenn er errechnen wollte, was seine Taten wert sind? Der Kampf der ver­gangenen Jahre war sehr hart und manchmal überkommt uns Wehmut. Viele sagen: Früher war es schöner als heute. Aber, meine Partei­genosten, das ist nicht wahr! Das wäre genau so, als wenn der Soldat sagen wollte: Im Kriege war es schöner als heute, schöner deshalb, weil wir die Kameradschaft fühlten, und schöner, weil wir eine treue Gemeinschaft waren. Es war doch so, daß jeder wußte, was der einzelne wert war. In unserer Gemeinschaft konnte keiner mehr erscheinen als er war, weil er tatsächlich beweisen mußte, was er konnte und was er zu opfern bereit war. Heute gibt es Hunderttau-

6 Tote eines Autounfalles

Paris, 14. Oktober.

Eine siebenköpfige Familie wollte am Sonn­tag in einem Kraftwagen das auf dem 1648 Me­ter hohen Puy de Dome bei Clermont-Ferrand gelegene Observatorium erreichen. Auf. einem für Kraftwagen nicht zugänglichen Weg stürzte der Wagen einen steilen Abhang hinab und be­grub alle Insassen unter sich. Sechs Personen waren auf der Stelle tot.

sende, die den Kampf nicht mehr fühlen und des­halb glauben, er sei nicht da.

Hätten wir den Krieg gewonnen, dann wären wir vielleicht nicht so tief an die Wurzeln unseres Volkstumes wieder vorgedrungen. Erst die all­gemeine große Not hat uns auch die Urquelle unserer Kraft wiederfinden lassen. Die Zustände in zahlreichen anderen Ländern der Welt mit ihren Unruhen, Streiks, Revolutionen, Attentaten und dergleichen setzte Dr. Goebbels im Gegensatz zu der Ruhe und Ordnung, die heute in Deutsch­land herrscht und die allein eine Wiedergesundung des deutschen Volkes und der deutschen Wirtschaft ermöglicht. „Der Erfolg gibt recht, und deshalb haben wir recht, weil wir Erfolg haben. Denen aber, die längst vergessen haben, welche Zustände noch vor zwei Jahren in Deutschland herrschten, denen das Gespenst des Bolschewismus heute nur noch eine Erinnerung an fernste Zeiten ist und die heute plötzlich sich zur Kritik berufen fühlen, sagte er: „Wir haben es jedenfalls nicht vergessen, daß Deutschland einmal am Rande des Abgrundes gestanden hat, und wir wollen, daß das deutsche Volk auch nicht vergißt, daß wir das Land vom Abgrund zurückgerissen haben. Unser Werk zu werten hat nur der das Recht, der selbst daran mitgearbeitet hat-

Wcnn heute Uebcrkluge meinten, wir hätten jetzt wenig Devisen und Rohstoffvorräte und es sei schwer, über diese Schwierigkeiten hinwegzu­kommen, dann müssen wir sagen: Wir haben wenig Devisen und Rohstoffe, weil Du Dich nicht beizeiten gegen die Regierungen gewehrt hast, die Deutschland in diese aberwitzige Ver­schuldung hineinstürzten.

Da unken jetzt die Emigranten: Es wird ein icharfer Winter kommen, und in diesem Winter wird das nationalsozialistische Regime zusammen­brechen. Möglich, daß ein scharfer Winter kommt, aber unmöglich, daß wir vor einem Winter kapitu­lieren." (Fortsetzung auf Seite 2)

Nationale Solidarität

Nach dem ersten Eintopssonntag

Der erste Eintopssonntag des „WHW." 1934 ist vorüber. Sein . Erfolg weist, daß des Führers Appell auf fruchtbaren Boden ge­fallen ist. Mit der wirtschaftlichen Seite der Angelegenheit darf man also zufrieden fein. Auch im Hinblick darauf, daß sich die Ergeb­nisse aus den Eintopfsonntagen in der Folge — wir wissen das aus den Erfahrungen des verflossenen Jahres — weiter steigern wer­den.

Damit aber ist noch nicht alles erschöpft, was zum Eintopssonntag zu sagen ist und was, hinaus über die materielle Seite, seine Bedeutung ausmacht.

Wenn der Führer bei der Eröffnung des „WHW." 1934 erklärte, daß wir die „natio­nale Solidarität" schaffen müssen im Kampfe gegen die Not, so ist damit klar und deutlich zum Ausdruck gebracht, daß alle Aktionen im Rahmen des „WHW." viel mehr sind, als nur ein bloßes Rechenexempel.

Hier gibt es nämlich auch eine ideelle Seite, der die gleiche Bedeutung zugemessen werden muß wie der finanziellen.

Wenn der Direktor Krause zum Eintops­sonntag seine Mark oder gar zwei und drei gibt, dann tut er damit nur seine verdammte Pflicht und Schuldigkeit. Wenn er aber in seinem Heim an diesem Tage wirklich aus die sonst bei ihm übliche Speisenfolge ver­zichtet und nur ein Eintopfgericht aus den Tisch bringen läßt, dann hat er erst wahr­haft' ersaßt, was dem Begriff „Nationale Solidarität" zugrunde liegt: An solchen Tagen, die zu Lpsertagen der Nation für ihre armen Volksgenossen proklamiert sind, auch einmal wirklich nicht mehr haben zu wollen, als das Leben den anderen, wirt­schaftlich weniger günstig gestellten, gewährt!

In den öffentlichen Verpflegstätten, in den Gasthöfen und Hotels ist es ja nun so, daß wirklich — mag einer noch so viel zahlen können oder wollen — nur Eintopfgerichte verabreicht werden während der Periode der Eintopsgerichtsonntage. Der Zweck der Uebung würde aber illusorisch werden in diesem Augenblick, wenn nun die Volksge­nossen, die es sonst gewohnt sind, an Sonn­tagen in Gasthöfen zu essen, es vorzögen, zu Hause ihren Lbulus fürs „WHW." zu spen­den und sich im übrigen an Dingen dort güt­lich täten, die nun einmal auf der Speise­karte des Eintopssonntags nicht zu finden sein sollen.

Wer so handelt, will nicht die vom Führer verlangte nationale Solidarität und läßt in jeder Beziehung jene innere anständige Haltung vermissen, die allein den National­sozialismus ausmacht und bestimmt, ob je­mand. im wahren Sinne dieses Begriffes Volksgenosse ist.

Hier muß man wieder voranstellen, daß nicht die Gabe und ihre Höhe allein maß­geblich ist, sondern wiederum das Bestim­mende, wie sie gegeben wird und ob der Geber daraus für sich persönlich zumindest eine Einschränkung in seinen sonstigen Ge­wohnheiten herleitet.

Direktor Krause und Kanzlist Meier und mit ihnen der Erwerbslose Schulze, sie sollen am Eintopssonntag sozusagen aus einem Topf essen, um auch hiermit zu do­kumentieren, daß sie einer Volks- und Schicksalsgemeinschaft angehören und be­griffen haben, worum es eigentlich geht. Nicht allein um Geld, sondern um den Geist! k.

Dee Hfloek Lowtttay

BSV. — Hannover 98 9:6 (9:3)

Werder — Viktoria W'burg 3:3 (2:2)

Berlin Fußballhochschulmeister

Abschluß der Werbewoche „Gesunde Frau durch Leibesübungen"