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Nr. 283 / 4 . Vierteljahr
Sonnabend, 13.
Oktober
Einzelpreis 12 Rpf.
Mitwisser werden vernommen
Fontainebleau das Nest der Marseille-Verschwörer/Wettere Beschuldigungen gegen die französische Volizei / Wenn die Kugeln ihr Ziel verfehlt hätten
Paris, 12. Oktober.
Das Verhör der in Annemasse festgenommenen Benesch und Nova! hat bisher zu folgendem Ergebnis geführt: Der Paß Novaks ist am 5. August 1934 in Trieft ausgestellt worden. Er enthält einen am 26. September in Thierceaux eingetragenen französischen Einreiseoermerk, desgleichen der Paß Benesch', der am 18. Juni in Paris ausgestellt worden ist. Benesch und Novak haben aber zugegeben, daß die Visa und die Einreisevermerke gefälscht sind. Die Paßeintragungen weiden deshalb einer besonderen chemischen Prüfung unterzogen werden. Die Verhafteten behaupten, daß ihnen die Pässe kurz vor der Erenzübeischreitung zugestellt worden sind; durch wen, haben sie nicht verraten. Sie haben zugegeben, einer revolutionären Vereinigung anzugehören, deren nähere Beschreibung sie verweigern. Sie behaupten, Befehl erhalten zu haben, sich nach Paris zu begeben und dort eine führende Persönlichkeit ihrer Vereinigung zu treffen, von der sie einen besonderen Auftrag entgegennehmen sollten, jedoch hätten sie an dem angegebenen Treffpunkt vergeblich^gew^rtet.
Um sich die Zeit zu vertreiben, hätten sie die Umgebung von Paris besucht und so auch in Fontainebleau geweilt. Hier hätten sie durch Rundfunk und Presse von dem Marseiller Anschlag Kenntnis erhalten und sich schleunigst Fahrkarten nach Thonon besorgt, in der Hoffnung, auf! demselben Weg, auf dem sie gekommen waren, zurückkehren zu können., Benesch, der sich anschei-
Saarbriicken, 12. Oktober.
Das verabscheuungswürdige Attentat Plf den König Alexander von Jugoslawien und den französischen Außenminister Barthou gibt, wie bereits von uns berichtet, der separatistischen Journaille des Saargebietes wieder einmal willkommenen Anlaß zu den gemeinsten lügenhaften Berichten. Wir haben schon geahnt, daß man auf irgendeine Art versuchen würde, den Nationalsozialismus für den Doppelmord verantwortlich zu machen. Daß man es indessen sogar wagen würde, Deutschland offiziell des Verdachts zu bezichtigen, ja, die sichere Schuld des neuen Reiches zu behaupten, hätten wir nicht erwartet.
Die marxistische „Volksstimme" des sattsam bekannten und berüchtigten Landesverräters Matz Braun läßt sich in einem aus Belgrad (!) datierten „eigenen Bericht", der wahrscheinlich sin einem Saarbrücker Emigrantencafä entstanden ist, melden, daß ,chie Nachforschungen ergeben haben, daß diese Leute — gemeint sind die kroatischen Kreise — mit Hitlerdeutschem Geld über ungarische Kanäle versorgt worden waren."
Seit einigen Tagen ist Rom, wie jedes Jahr um diese Jahreszeit, bevölkert von Legionen geschwätziger Eäiste, die zweimal im Jahre, frommen Pilgern gleich in die Heilige Stadt kommen. Im April, wenn ihr Flug sie vom fernen Afrika nach Norden Mit und im Herbst, wenn die Reise nach Süden geht, in die Gegenden vom Tschadsee oder ins Innere des schwarzen Erdteils. Geschäftig durchstreifen sie tagelang Roms Straßengewirr nicht wie andere fremde Gäste, nein, wie ortsansässig«, einheimische Römer. Sie nisten auf den Kampanilen, in den Kuppeldächern der Kirchen, sie bewohnen die langen Platanenalleen der Vorstädte und die Laumbepflanzten Kais am Tiber. Noch bevor ihre Ankunft in der Stadt offiziell bekannt wird, weckt uns eines schönen Morgens ihr Gegwitscher und bevor ihr unaufhörliches Schwätzen uns zur Vorsicht mahnt, haben sie uns meist schon einen Gruß gesandt, die frohen Boten unserer fernen Heimat, nur muß man dann meist tags darauf Hut und Anzug zum Reinigen bringen. Gerne nehmen wir Heimatkranken Roin- deutschen aber dies alles hin, denn es find ja gutgemeinte Grütze von Freunden, die aus der Heimat kommen, aus jenem Lande jenseits des Alpenwalls, wo spitze Kirchtürme geheimnisvoll aus dem Herbstnebsl tauchen und in sauberen, waldumrauschten Dörfern deutsche Menschen wohnen, an die wir blutgebunden find, was wir im fernen Welschland nur zu deutlich fühlen müssen. Oh, wie lieben wir diese fröhlichen gefiederten Gesellen. Das merken wir erst recht, wenn sie dann über Nacht plötzlich die wilde Tra- montana wieder aus Rom forttreibt. Wehmut ergreift unser Herz und es scheint uns, als ob etwas fehle. Ungeduldig warten wir dann wieder
nend längere Zeit auch in Brasilien aufgehalten hat, weist eine sehr starke Ähnlichkeit mit einem gewissen Nalis auf, der der französischen und der südslawischen Polizei als verdächtig bekannt war. Einen einwandfreien Beweis wird aber erst der Vergleich der Fingerabdrücke ergeben.
Auf Grund der bisherigen Feststellungen hält die Polizei die beiden Verdächtigen weiter in Haft. Ihnen wird zunächst Paßfälschung und heimliche Erenzüberschreitung, ferner Mitwisserschaft an dem Mord von Marseille zur Last gelegt. An eine Uebersllhrung nach Paris ist vorläufig nicht gedacht.
Dem Verhör wohnt der südslawische Völkerbundsvertreter, Gesandter Fo titsch, bei, der hin und wieder als Dolmetscher eingreift. Der in Fontainebleau entkommene Malny oder Chal- ny irrt immer noch in den Wäldern der Umgebung umher. Die Presse ist sehr aufgebracht darüber, daß auch sein Entkommen nur der unglaublichen Teilnahmlosigkeit und Untenschlossen- heit der Polizei zu verdanken sei. So berichtet „Paris midi", daß am Bahnhof von Fontainebleau, als Ehalny das Weite suchte, die Gendarmen es nicht für tunlich hielten, ihn zu verfolgen, sondern erst die Ankunft der Mobilgardisten abwarteten. Fontainebleau, behauptet das Blatt, scheine übrigens der Zentralpunkt der Verschwörer zu sein-
Ein Kraftwagenführer aus St. Quentin erklärte der Polizei, er habe am Dienstag einen Aus-
Weiter schreibt die marxistische „Gazette": Alexander und Barthou wurden das Opfer eines gedungenen Attentäters, dessen Finger am Hahn seines Repetiergewehres unsichtbar von den allbekannten Mördern geführt wurde, die den Mord über die Grenzen ihres Landes nach ganz Europa getragen haben und den Geschmack besitzen, noch als erste zu kondolieren. Die Staatsmänner Europas aber, insbesondere ihre außenpolitischen Lenker, müssen furchtbar dafür bezahlen, daß sie allzu lange gezögert haben, ein Verbrecherregiment in seinem eigenen Blut« zu ersticken, das nunmehr das Blut der anderen vergießt!"
Dieser Ton schlägt nun doch dem Faß den Boden aus! Weil Matz Braun nun nicht mehr mit Barthou rechnen kann — der 18. November steht vor der Tür —, will man wenigstens versuchen, eine Art Präventivkrieg oder auch nur Drohungen einer solchen Maßnahme gegen Deutschland zu erreichen. Muß dann solch abgrundtiefer -und eklatanter Landesverrat eigentlich immer noch bewiesen oder gar geschont werden?
auf den Frühling, wenn sie wieder kommen und zu heiteren Voten werden sie uns dann, weil sie dann gegen Norden ziehen und unsere Wünsche, unsere Grüße und unser stilles Hoffen mitnehmen in die deutsche Heimat.
Herbst ist es in Rom und überall wird man an den Frühling erinnert, und doch hat die Natur ei» Merkwürdiges Naturphänomen ins römische Strahenbild gezaubert, das man als schlimmes Vorzeichen für einen frühen kalten römischen Winter deutet. Ueberall in den römischen Vorstädten begegnet man jetzt zirpenden Grillen und singenden Zikaden. Begegnen ist eigentlich zuviel gesagt, denn zu Gesicht bekommt man nur selten diesen schwarzen häßlichen Käfer. Wenn man aber am Morgen durchs Fenster schaut, wird man von dem zirpenden Laut einer kleinen Grille, die sich hinter dem Fensterladen versteckt hat, freudig begrüßt. Aus Mauernischen jubeln sie uns zu, unter Rinnsteinen halten sie sich versteckt und neulich kam sogar eine Zikade zu uns durch den Kamin und zirpte uns allabendlich ein Lied. Die schelmischen Stimmchen verstummen aber stets, sobald sie Menschen wittern und man möchte fast glauben, daß ihnen bekannt ist, daß der Mensch nicht immer gut und edel sei, sondern manchmal recht grausam sein kann. Da es aber Schwätzer sind, die den Mund nicht lange halten können, verraten sie oft leicht ihr Versteck, wodurch es mir schon manchmal gelungen war, stiller Beobachter ihrer Konzerte zu sein. Es ist eine wahre Lust, zuzuschauen, wie sie ihre Flügel zu schwellenden Segeln aufblähen und sich selbst au den Tönen ihrer eigenen Musik berauschen. Wie im Rhythmus heben und senken sie die seidenen zerbrechlichen Flügel, wodurch Akkorde ausgelöst werden,
iänder, der aus dem V-Zug Paris-Brüssel aus- gestiegen war, von St. Quentin erst nach Lilie und dann nach Roubaix gefahren, wo der Reisende nach Bezahlung des Fahrpreises verschwand. Der Kraftwagenfahrer will in dem Fahrgast den Mann wiedererkannt haben, dessen Bild in der Presse veröffentlicht worden ist. Man hält es nicht für ausgeschlossen, daß dieser Mazedonier einen Anschlag gegen den König Alexander in Paris hätte versuchen sollen. Als der Betreffende in St. Quentin von dem geglückten Anschlag gegen den König in Marseille Kenntnis erhielt, habe er seine Reise unterbrochen.
Die Stadtverwaltung von Marseille veröffentlicht eine Erklärung, in der sie den Gerüchten entgegentritt, daß sie sich gewissen Sicherheitsmaßnahmen anläßlich des Empfanges des Königs von Südslawien widersetzt habe, so namentlich der Verwendung des Heeres für den Ordnungsdienst. Die Marseiller Stadtbehörden halten dem entgegen, daß sie hinsichtlich der Organisierung des Empfanges des Königs überhaupt nicht gefragt worden seien, daß vielmehr alle Ordnungsmaßnahmen von einem aus Paris nach Marseille gekommenen Vertreter der Polizei angeordnet worden seien. Der Bürgermeister von Marseille sei nicht einmal aufgefordert worden, sich dem Zuge zum Empfang des Königs anzuschließen.
Lügen
Die sich katholisch nennende „Neue Saar-Post" kommentiert die Marseiller Ereignisse wie das ein französisches Chauvinistenblatt nicht besser machen könnte. Diese Separatisten merkwürdigster Observanz entblöden sich nicht, mit dem toten Barthou Geschäfte zu machen, indem sie glauben, die französischen Propagandagelder flüssig zu erhalten, wenn sie jetzt ehrlos vor dem Ermordeten kuschen und alle Schmutzkübel gegen Deutschland ausschütten.
Geht Doumergue nach Rom?
(Von unssrsw stänäigsn röwisobsn Llitarbsitsr) äV. Rom, 12. Oktober.
Man glaubt in hiesigen politischen Kreisen nicht, daß Varthous Tod einen wesentlichen Einfluß auf den Gang der italienisch-französischen Verständigungsverhandlungen ausüben wird, um so mehr ja nach einer Verlautbarung aus Paris Barthous vorübergehender Nachfolger Doumergue an dem festgesetztes Datum der Begegnung mit Mussolini, d. h. an dem 6. November, festhalten will und sich die erwähnte Romreise genau nach
die der Resonanzboden ihres stimmgabelähnlichem Körpers als melodisches Trillern weitergibt. Einer selbstspielenden Mandoline gleicht der zierliche Körper einer Zikade und die Entomologen behaupten, daß dieses Auf- und Nieder des FIL- gelmantels im Nervensystem der kleinen Tiere ein Wonnegefühl erzeugt und daß das Eszirp nichts anderes sei, als ein lautes Aufjauchzen. Mir scheint es eher der Ausdruck höchster Lebensfreude und der Lobgesang eines kleinen Lebewesens an seinen Schöpfer.
Flieger musizieren
8ckulr-0ornhui-g ckriglsick sisichsIuftorcksLtsr Im ausverkauften großen Saal der „Glocke", den die Bremer Flieger zu Ehren ihrer musizierenden Berliner Kameraden mit Grün und mit den Fahnen der nationalen Erhebung und den blauen Farben des deutschen Luftsport-Ver- Landes geschmückt hatten, waren nach dem „Auftakt" des Programms mit Fanfaren, Spiel- maunsmusik, dem Sprechchor der Orchestergemeinschaft und den „Kreuzritter-Fanfaren" die Erwartungen grade derer sehr hoch gespannt, die — um der Sache willen, für die sich Generalmusikdirektor Rudolf Schulz - Dornburg mit seinem angesehenen Namen als Dirigent und besonderer Kenner der Musik Händels verbürgt! — das zweite Konzert dieses Orchesters in Bremen zunächst einmal von der rein musikalischen Seite her hören wollten. Und da hat der Dirigent sich selbst gleich am Anfang seines Programms eine sehr bemerkenswerte Aufgabe gestellt: er brachte von Gabrieli „Vierstimmige Musik für vier Jn- strumentenchöre" aus dem 16. Jahrhundert und gleich daneben eine „Deutsche Funk-Ouvertüre" von Roters. Auf der einen Seite alte chorische
dem bereits ausgearbeiteten Plan abwickeln soll. Man befürchtet jetzt jedoch, daß an einen ent- gültigen Abschluß dieser Verhandlungen nicht vor einigen Monaten zu denken sein wird, weil man doch unter allen Umständen den südslawischen Faktor in das Abkommen mit aufnehmen müsse und aller Voraussicht nach sich die Dinge in Süd- slawien nicht so schnell klären dürften, daß Frankreich seine Vermittlerrolle zwischen Italien und seinem Nachbar wieder aufnehmen könne.
Obwohl man hinsichtlich des Zustandekommens der italienisch-französischen Verständigung ohne Barthou in hiesigen politischen Kreisen angeblich
In seinem soeben erschienenen, vom Institut zum Studium der Iudenfrage in Zusammenarbeit mit der Antikomintern im Nibelungen-Verlag herausgegebenen Buch „Jude und Arbeiter" hat F. O. H. Schulz einen Abschnitt aus der Tragödie des deutschen Volkes ausgegraben. Es mangelt nicht an wissenschaftlichen und volkstümlichen Abwandlungen des Problems der jüdischen Rasse; aber nirgends hat man ein so überreiches, sorgsam gesichtetes und — vor allen Dingen! — unmittelbar aktuelles Urkunden- material zusammengetragen, wie es der Verfasser in mühsamem und wirklich nicht erfreulichem Studium getan hat. Erst nach der Lektüre dieses Buches besitzt man die restlosen, schlagenden Beweise für die innige Verfilzung zwischen Judentum und Marxismus. Es stimmt schon, wenn im Geleitwort der beiden Herausgeber geschrieben wird: „Jude und Arbeiter — nicht ein Problem von Führer und Gefolgschaft, sondern von Verführern und Verführten; nicht eine naturgegebene Kampf-, Lebens- und Interessengemeinschaft von Unterdrückten, sondern — widernatürlichste Partnerschaft und politischer Parasitismus eines fremdrassigen, in allen Hinsichten dem deutschen Arbeiter un- gleichwertigen Elementes". Gleichermaßen kann man die Schlußfolgerungen unterstreichen, daß dieses Buch eine der schärfsten Waffen im Kamps gegen den Mordechais- mus — wie der Marxismus konsequenterweise genannt werden sollte — ist und immer mehr werden wird.
Der Verfasser hält sich von jedem Werturteil fern. Er läßt ausschließlich urkund - lichbelegteTatsachen sprechen. Jedes einzelne Kapitel ist mit einem Literat; rver- zeichnis versehen; und man darf behaupten, daß der Name jedes maßgebenden jüdischen Schriftstellers, jedes prominenten Vertreters des Judentums darin verzeichnet ist, der sich seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts einen Namen gemacht hat. Es wird dem Judentum ein Spiegel vorgehalten, der das asiatische Gorgohaupt in seine ganzen erschreckenden Häßlichkeit erkennen läßt.
Vom jüdischen Einbruch in die deutsche Arbeiterschaft bis zum deutschen Aufbruch des 30. Januar 1933 ist keine Episode des jüdischen Kampfes um die Unterhöhlung des Reiches und um die Weltrevolution vergessen worden. Der Arbeiter, der den Ermüden Marx alias Mordechai in seiner ganzen gefühlsmäßigen Roheit selbst der eigenen Mut-
Musik eines bedeutenden Italieners, Lehrmeisters Heinrich Schützs, der in Deutschland gewirkt hat, von einem klug aufgeteilten Orchester gespielt, aus dem das Ensemble der Zugposaunen durch schlackenlose Technik und feine Kultiviertheit hervorragte — auf der anderen Seite eine geschickte Bearbeitung der Pausenzeichen unserer deutschen Sender, die durch den klar gegliederten Vortrag fesselte. Damit hatte sich das Orchester als künstlerisches Instrument legitimiert. Die Musizier- möglichkeiten sind groß. Die Besetzung ist geschult und nach sorgfältiger Leistungsauslese zusammengestellt. Die Instrumente sind dem Klangcharakter nach untereinander abgestimmt, der Chor der Bläser ist bereichert durch Instrumente wie Baß- trompete. Bassetthorn, Baßsaxophon. So entstanden Effekte, die an den satten fülligen Klang der Orgel erinnern und ungemein farbenprächtig getönt sind. Daß die Zuhörer mitgingen, daß sie selbst in den teilweise sehr gespannten Akkorden durch die Funkouvertüre folgten, daß sie Freude hatten an dem Humor der modernen Komposition, ja, daß sie mit dieser Musik lebten und sie erlebten, das bewies der spontan einsehende rückhaltlos herzliche Beifall.
„Vier kleine Orchesterstücke" von Vruckner, be- ziehungsklug anknüpfend an den 11. Oktober, den Todestag des Meisters, aufs Programm gebracht und in der intimen Art der Musik für Kammerorchester dargestellt, Hans Pfitzners romantische Ouvertüre u Kleists „Käthchen von Heilbronn", thematisch durchsichtig aufgelockert und verständlich vermittelt, und endlich Richard Strauß' „Rosenkavalier"-Walzer bestreiken den sinfonischen Teil des Programms. Daß der „Ro- senkavalier" die Begeisterung für Schulz-Dorn- burg und sein Orchester auf den Höhepunkt brachte, daß angesichts dieser stürmischen Peffalls- Lezeugungen nach dem rhythmisch wahrlich hinreißenden und doch wieder nicht billig virtuosen
infolge der schon weit vorgeschrittenen Verhandlungen keinerlei Bödenken zu haben scheint, werden die letzten Meldungen aus Paris, nach denen Herriot als voraussichtlicher Nachfolger Barthous gedacht ist, hier doch mit sehr gemischten Gefühlen aufgenommen, die sich zweifelsohne in der folgenden Aeußerungen des Giornale d'Jtalia widerspiegeln: „. . . Wenn auch die Männer verschwinden, die Probleme bleiben deswegen doch und auch Doumergue wird, solange für Barthou kein Nachfolger da ist, auf das Werk des Toten, das kurz vor seinem Abschluß stand, entsprechende Rücksicht nehmen müssen. (Siehe auch Seite 2.)
ter gegenüber an den dargebotenen dokumentarischen Zeugnissen erkannt hat, der die Auszüge aus der widerlichen vielbändigen Schnorrerkorrespondenz des „Weltbeglückers" mit seiner Hauptgeldquelle, dem Barmer Fabrikantensohn Friedrich Engels, gelesen hat, wird nicht mehr daran zweifeln, daß Marx als Theoretiker und als Politiker keineswegs vom Mitleid für die Armen bestimmt gewesen ist, sondern daß er ein kaltherziger Spekulant war, der die erste Aufgabe seines verfehlten Lebens im Kampf gegen die rassenmäßig bedingte gesellschaftliche Deklassierung gesehen hat und der sich im sogenannten klassenbewußten Proletariat den Rächer schassen wollte, der ohne Volk und ohne Glauben den Sieg über Raumgebundenheit, Nation, Gott und Vaterland davontragen sollte.
Nicht minder verächtlich grinst aus den Dokumenten die Fratze des Chajim Wolfsohn, der als Ferdinand Lassalle in die traurigsten Abschnitte der Geschichte des deutschen Arbei- tertuws eingegangen ist. Und neben ihm tauchen nicht weniger als 900 jüdische Namen auf, die einer wie der andere die Bedeutung böser Geister haben, die der deutschen Arbeiterbewegung aufgesessen sind, bis die Stunde der Befreiung schlug.
Es ist kaum notwendig zu betonen, daß auch die unheilvolle Rolle des „deutschen" Judentums während des Weltkrieges, wäh-
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rend der Vorgeschichte von Versailles, in der Weimarer Republik der parlamentarischen Demokratie, in der mehr oder weniger sozialistischen Tages- und Zeitschriftenliteratur bis zum großen Kriege entsprechend gewürdigt worden ist. Das Ergebnis der Untersuchungen ist vernichtend und erschütternd; viel eindeutiger noch und wirklichkeitsnäher als es die schwungvollste Rede des Agitators jemals sein könnte. Denn kein einziger Satz des ganzen Buches kann abgeleugnet, verdreht oder entkräftet werden, alle etwa zweifelhaften, verschiedenartig ausfaßbaren und nicht ganz hieb- und stichfesten Unterlagen wurden bei einer letzten Sichtung des
Vortrag eine Zugabe („Perpeiuum mobile" von Johann Strauß) fällig war, blieb vorauszusehen. Den lieben Gästen muß man indessen ausdrücklich bescheinigen, daß es ihnen in hohem Maße gelungen ist, nicht nur für diesen Strauß, sondern vornehmlich auch für Vruckner und Pfitzner die Herzen zu gewinnen — und neue junge Menschen in hoffentlich recht großer Zahl auf die Dauer zu gewinnen für diese Musik.
Überraschungen über Ueberraschungen brachte der letzte Teil des Abends: „Blasmusik" von Wagner, Gräner, Zilcher, Iurek und Johann Strauß. Und hier zeigt das Orchester, daß es eine andere Aufgabe, eine nicht minder schöne, glänzend lösen kann. Aus Volks- und Marschmusik macht es auf Grund gut durchgearbeiteter Partituren „Eebrauchsmustk", die wir heute brauchen, weil sie mit neuem Geist erfüllt ist und höhere Ansprüche erfüllt als die, welche man bisher an solche Musik stellte. Ueber den „uniformen" Grundriß schematischer Marschmusik hinaus gibt Generalmusikdirektor Schulz-Tornburg mit seinen Bläsern zum Beispiel dem Deutschmeister- oder dem Radetzky-Marsch ein persönliches Gesicht! Und daß solches Musizieren begeistert, im wahren Sinne des Wortes begeistert und erhebt, das hat die einmütige Beteiligung des Publikums bewiesen, als es Buchhorn- Buders Marschlied der deutschen Flieger, „Fliege empor", vom Orchester begleitet, wie eine große Gemeinschaft und Gemeinde sang.
Ter Teutsche Luftsport-Verband hat mancherlei Gründe, auf dieses Orchester stolz zu sein, das Fliegerkapitän Generalmusikdirektor Schulz- Dornburg organisiert und erzogen hat zu einem vorbildlichen Instrument und Klangkörper mit werbenden und kulturellen Aufgaben.
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Ihre einzige Stärke:
Unverschämte Verleumdungen Deutschlands durch die Geparatlstenprefse
(Von unserem stünckiAea 8aarbriivkerII. -8. -Alitnrdeiter)
Mmische Verbstbilder
An LvectrrsUeL ^eues it'Aee Ee VoAeL