Ausgabe 
(11.10.1934) Nr. 281
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Nr. 281 / 4 . Vierteljahr

Donnerstag, 11. Oktober

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Folgen der Bluttat von Marseille

Heute Thronbesteigung König Peters » / Einsetzung eines Regentschastsrateö

Die Untersuchung der Leiche des Attentäters

Noch ein Todesopfer

Marseille, 10. Oktober.

Eine von den beim Anschlag auf den König von Siidslarvien verletzten Frauen ist heute ihren Verletzungen erlegen. Damit hat sich die Zahl der Opfer auf vier erhöht.

In Krankenhausbehandlung befinden sich neun Personen, darunter der französische General und Mitglied des Obersten Kriegs­rates Georges, der nachts operiert wurde und dessen Befinden sehr ernst ist, ferner drei Franzosen, darunter ein Kino-Opera- teur» vier Französinnen und ein lljähriger Junge. Außerdem sind zwei weitere Verletzte in ihren Wohnungen in ärztlicher Behand­lung und zwar ein Polizeiinspektor, der einen Beinschuß davongetragen hat und eine Witwe.

Eine interessante Entdeckung

Paris, 10. Oktober.

Wi« aus Marseille berichtet wird, hat die Po­lizei den Revolver geprüft, mit dem Petrus Kalemen den Anschlag ausgeführt hat. Es han­delt sich um einen 20 schüfst gen automa­tischen Revolver neuester Konstruktion. Zu einer Tasche des Rockes des Mörders fand man außerdem mehrere Patronenstreifen, so daß er über IM Schuß Munition verfügte.

Die Untersuchung der Leiche -es Attentäters führte zu einer sehr interessanten Entdeckung. Am linken Unterarm hatte Kalemen eine Täto­wierung, die eine Krone von 5 bis 6 Zentimeter Durchmesser darstellte, von einem Totenkopf mit zwei gekreuzten Knochen umgeben war, und außerdem einige Buchstabenabkiirzungen auswies. Es handelt sich bei den Buchstabenabkiirzungen um die Worte: Freiheit oder Tod! Ein südsla­wischer Journalist erklärte, daß diese Tätowierung das Zeichen der mazedonischen Komitadschi sei.

Die französische Polizei sucht jetzt vor allem festzustellen, ob Kalemen Helfershelfer gehabt hat. Die Tatsache, daß seine Spur in keinem der Marseiller Hotels aufzufinden war, läßt die Ver­mutung zu, daß er bei einem Freunde Wohnung genommen hatte. Es wäre natürlich von großer Bedeutung, diesen Freund festzustellen.

Der Anschlag hat die Bevölkerung so stark er­regt, daß die wildesten Gerüchte im Umlauf sind. So wurde behauptet, daß fünf oder sechs mit Dol­chen und Revolvern bewaffnete Männer den Mör­der umgeben hätten, als dieser von einem Offi-

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zier niedergeschlagen wurde. Es sollen sich Zeu­gen bereiterklärt haben, dies durch ihre Aussagen zu bekräftigen. ,

Eine Meldung aus Brüssel besagt, daß die Lütticher Polizei sich in der letzten Zeit mit eini­gen verdächtigen Kroaten, die in Lüt­tich wohnten, zu beschäftigen gehabt habe, darun­ter mit einem Kantinenwirt Sokota, der Belgien am 1. Juli ohne Angabe seines Wohnortes ver­lassen habe. In einer anderen kroatischen Kan­tine in Lüttich habe sich ein Bergarbeiter namens Petrus Kalmenski aufgehalten, der ebenfalls seit kurzem Lüttich ohne Wohnungsangabe verlassen habe. Man frage sich deshalb, ob die Ähnlich­keit des Namens des Letztgenannten mit dem Mörder des Königs Alexander ein bloßer Zufall sei.

TestamentselDffnung in Belgrad

Belgrad, 18. Oktober.

In Anwesenheit von Prinz Paul, Minister­präsident Uzunowitsch, dem Belgrader Stadtkom­mandanten, Kommandant der Königlichen Garde General Giwkowitsch, und dem Flügeladjutanten des verstorbenen Königs Alexander wurde die Testamentseröfsnung vorgenommen. In dem Testament hat König Alexander während der Minderjährigkeit des Königs Peter zu Regenten eingesetzt: Prinz Paul Karageorgewitsch, den

Senator und ehemaligen Minister Dr. Zedenko Stankowitsch und den Van der Vanschaft Sau Dr. Jvo Perowitfch. Als Nachfolger für Prinz Paul ist der Kommandierende General und mili­

tärische Befehlshaber von Belgrad, Tomitsch, für Senator Stankowitsch der Senator Banjanin und für Perowitfch Senator Zetz bestimmt worden.

Die Agence Avala kündigt in einer amtlichen Verlautbarung an, daß der älteste Sohn des Königs Alexander I. als Peter II. am 11. Okto­ber den Thron Slldslawiens besteigt.

In der Proklamation an das Volk hierzu heißt es: Unser großer König Alexander I. ist als

Opfer eines erbärmlichen Anschlags am 9. Okto­ber um 4 Uhr in Marseille verstorben. Der Märtyrerkönig hat mit seinem Blut sein Frie­denswerk besiegelt, für das er seine Reise in das verbündete Frankreich unternommen hatte. Ge­mäß Artikel 36 der Verfassung besteigt sein erst­geborener Sohn König Peter II., den Thron des Königsreichs Südslawien. Die Königliche Regie­rung, das Heer und die Flotte haben König Peter II. den Treueid geschworen. Die König­liche Regierung übernimmt in Einstimmung mit Artikel 48 der Verfassung die Regierung bis zum 11- Oktober, um die Ablegung des Treueides ge­mäß Artikel 59 und 42 der Verfassung vorzu­bereiten. Die letzten Worte, die König Alexander mit seinem letzten Seufzer aushauchte waren: „Wacht über Südslawien." Die Königliche Regie­rung ruft die ganze südslawische Nation auf, in Treue und Würde über diese Erbschaft zu wachen.

Belgrad, 19. Oktober.

Ein Ministerrat hat anläßlich des tragischen Todes des Königs Alexander eine Landestrauer

von sechs Monaten festgesetzt. In ganz Südslawien sind Trauergottesdienste angesetzt. Zur Vorbe­reitung der Trauerfeierlichkeit wird ein beson­derer Ausschuß gebildet werden. Von allen Häu­sern wehen bereits Trauerfahnen und sämtliche Schulen werden geschlossen bleiben.

Königin Maria in Marseille

Marseille, 10. Oktober.

Königin Maria von Südslawien ist Mittwoch früh im Sonderzug in Marseille eingetroffen. Zum Empfang hatten sich der Marineminister und Vertreter sämtlicher Behörden eingesunden. Die Königin, die in tiefer Trauer am Arme von Frau Herriot den Zug verließ, wurde sofort zur Prä- sektur geleitet, wo die Leiche des Königs auf­gebahrt liegt. Während der Fahrt von Lyon nach Marseille hatte die Königin mehrere Ohnmachts- ansälle. Sie wird wahrscheinlich Marseille sofort wieder verlassen und über Paris nach Belgrad zurückkehren.

Paris, 10. Oktober.

Ein großer Teil der Morgenpresse veröffent­licht die Berichte über den Anschlag in Marseille mit Trauerrand. Bilder zeigen den Wagen in dem Augenblick des Anschlags. Man steht die Gestalt des Mörders auf dem Trittbrett hängen und bemerkt, wie der Vegleitoffizier sein Pferd herumreißt, um das Attentat zu verhindern. Auf einem anderen Bild sieht man auf den Kiffen des offenen Wagens die bewußtlose Gestalt des

Königs. Wiederum ein anderes Photo zeigt, wie der schwerverletzte französische General Geor­ges in Galauniform weggetragen wird.

2n dem Auto, gegen das der Anschlag vollführt wurde, befand sich auf dem Rücksitz König Alexan­der und Außenminister Barthou, ihnen gegen­über General Georges. Der Wagen wurde von einem Polizeichauffeur gesteuert. Das „Journal" gibt dem Wunsche Ausdruck, die Leiche des er­mordeten südslawischen Königs zur besonderen Ehrung nach Paris zu überführen, das ja das Ziel seines Besuches gewesen sei, und eine Nacht am Grabmal des Unbekannten Soldaten unter dem Triumphbogen aufzubahren, damit die Be­völkerung von Paris dem auf französischen Bo­den gefallenen ausländischen Herrscher eine letzte Ehre erweisen könne.

Die Leiche Varthous wurde in den frühen Morgenstunden aus dem Krankenhaus in das Ge­bäude der Präfektur von Marseille übergeführt, wo sie neben der sterblichen Hülle des Königs Alexander aufgebahrt wurde. Der Raum ist in eine Kapelle verwandelt.

Einstweilen Doumergue...

Paris, 10. Oktober.

Bis zur endgültigen Regelung der Nachfolge Varthous hat Ministerpäsident Doumergue die Leitung des französischen Anßenministeriums über­nommen. (Weitere Meldungen auf Seite 2.)

Aufstand sowjetrusstfcher Truppen

Die ehemalige SPLl wirb eingesetzt / Drei Tage erbitterter Kampf

Mehr als 1000 Tote

Charbin, 10. Oktober.

Auf Umwegen gelangte die von den Sowjets aufs schärfste geheim gehaltene Nachricht von einem Ausstand russischer Truppen nach hier. Es wird zuverlässig gemeldet, daß sich im Bezirk der Stadt Tschita bereits seit einigen Tagen unter den Truppen der roten Armee eine gewisse Gä­rung bemerkbar machte bis dann, anscheinend planmäßig ein offener Ausstand losbrach. Unter den Aufständischen befand sich ein großer Teil Ko­saken und Burjaten. In einer Schlacht, die mit erbitterter Zähigkeit ausgesuchten wurde, gab es mehr als 1000 Tote. Sie endete mit der vollen Vernichtung der meuternden Truppen.

Wir erfahren dazu folgende Einzelheiten: Mit Windeseile hatte sich die Nachricht in der Um­gebung verbreitet, daß unter den Soldaten der Garnison Pokrowka ein Aufstand ausge- brochen sei. Für manchen Bauern war dies keine Ueberraschung mehr, und innerhalb von kürzester Zeit erhielten diese Truppen von allen Seiten Zuzug. Rotarmisten aus den umliegenden Dör­fern kamen gleichfalls, und bald hatte sich eine ansehnliche Militärabteilung gebildet, die unter, sich Ordnung und Disziplin wahrte. Mit Heu­gabeln und Sensen bewaffnet kamen selbst die Bauern, die ferner die Truppe durch Lebensmittel unterstützten. Sämtliche Pferde des Bezirks wur­den ihnen freiwillig gebracht.

Die Aktionen der Aufständischen erfolgten schlag-

16,Z Millionen Menschen betreut

Das Winterhilsswerk 1933/34

Berlin, 10. Oktober.

Die Rsichsführung des Winterhilfswerkes des deutsches Volkes 1933/34 hat soeben der Oeffent- lichkeit ihren Rechenschaftsbericht übergeben. Danach sind im vorigen Winter 16 617 681 Per­sonen einschließlich Familienangehörigen betreut worden. Von dem Gesamtspendenaufkommen in Höhe von rund 358,1 Mill. RM. (davon 184,2 Mill. RM. Gel-spenden) gelangten 346,6 Mill. zur Verteilung, 3,4 Mill. dienten zur Deckung der Verwaltungskosten und 8,1 Mill. wurden iür das Winterhilsswerk 1934/35 vorgetragen.

Eine der imponierensten Zahlen in dem Rechen­schaftsbericht ist die Angabe über die 16,6 Mill. Betreute, die durch das Winterhilsswerk versorgt worden sind. Gerade diese Zahl ergibt einen Einblick in die Vielseitigkeit der geleisteten Arbeit. Denn es ist klar, daß es sich bei dieser Zahl nicht etwa um Hilfsbedürftige im üblichen Sinne des Wortes handeln kann. Die Zahl der wirklich notleidenden Volksgenossen, denen Hunger und Kälte unmittelbar drohten, ist nur ein Bruchteilder oben a-nannten Zahl. Aber die

artig. Sie erschienen überraschend vor den nächsten Stationen und entwaffneten die dortigen Trup­pen, um ihre eigene Bewaffnung zu ergänzen. Wieder erhielten die Aufständischen reichen Zu­wachs. Verfügten sie zuerst neben Gewehren und Maschinengewehren auch über eine Halbbatterie mit Panzerwagen sowie drei Lastautomobilen, so hatte sich das Material bald verdreifacht.

In der Stadt Mandschuria wurde inzwischen die Meldung von dem Aufstand nach Tschita über­mittelt. Die Lage war für die Sowjetregierung äußerst kritisch. Hier entzog man den dortigen Truppen die Waffen und verbot das Verlassen der Kasernen. Angehörige der ehemaligen GPU. übernahmen den Wach- und Sicherheitsdienst in der Stadt. Der Kriegszustand wurde ver­hängt. Mit Sonderzügen und Lastautos zog man GPU.-Qeute aus der näheren und weiteren Um­gebung in aller Eile heran. Die Fackel des Auf­standes hatte sich entzündet und lohte weiter auf. Nur einem Glücksumstand ist es zu verdanken ge­wesen, daß es gelang, den Herd des Aufstandes schnell zu umkreisen. Die Aufständischen, die wuß­ten, daß das Gelingen ihres ganzen Planes nur davon abhing, daß sie schnell genug weitere Massen um sich sammeln konnten, scheuten sich nicht, in Gewaltmärschen auch des Nachts weiterzuziehen. In der Nacht nun stießen sie aus die Vorhut der- ihnen entgegengeschickten GPU. Mit unvergleich- lichem Schneid gingen sie sofort zum Angriff über und es gelang ihnen tatsächlich, die Regierungs­truppen zurückzuwerfen Während diese jedoch wei­tere außerordentliche Verstärkung erhielten, slo-

vielseitige zusätzliche Hilfe, die Rentenempfänger, kinderreiche Familien, Arbeitslose, Kleinrentner, Kurzarbeiter und dergleichen erhalten haben, drückt sich in diesen 16,6 Mill. aus. Besonders bei besonderen Anforderungen durch Krankheiten, Todesfälle, Geburten, Unfälle, Wohnungswechsel usw. wurde vielseitige Hilfe gewährt.

Rückgang öe Arbeitslosigkeit

Berlin, 18. Oktober.

Nach einem Bericht der Reichsanstalt für Ar­beitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung ist die Zahl der Erwerbslosen um weitere 115 388 Personen zurückgegangen. Danach ist die Sep­temberentwicklung als außerordentlich günstig anzusprechen. (Ausführlicher Bericht im Ha"dels- teil dieser Ausgabe.)

ver-

Titulescu als rumänischer Außenminister etdigt. Titulescu hat das Amt als Außen­minister im neuen Kabinett Tatarescu angenommen und bereits den Eid geleistet.

gen gleichzeitig von Tschita schwere Bomb eir­und Kampfflugzeuge ab.

Mit unvergleichlichem Mut leisteten die Auf­rührer Widerstand und lieferten eine Schlacht, die sich über drei Tage ununterbrochen hinzog. Dann waren die Truppen aufs Aeußerste erschöpft. Mu­nitionsmangel machte sich bemerkbar. Aber noch einmal stand der Erfolg aus des Messers Schneide. Die aus Tschita direkt zugezogenen Rotarmisten weigerten sich, weiter gegen die Aufständischen vorzugehen. Es gelang jedoch, die Führer zu ent­waffnen. Sie wurden kurzerhand erschossen. Dann wurde von den GPU.-Leuten auch unter der Mannschaft ein Blutbad angerichtet, das ab­schreckend auf jeden wirkte, der es noch mit den Aufständischen hielt

Wieder schwirrten die Bombenflugzeuge über den Stellungen der Aufständischen. Als das dumpfe Aufschlagen der Gasbomben hörbar wurde, be­gann sich der Sieg zu entscheiden. Drohend kroch das Gas über die Erde dahin und vernichtete alles.

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K. -lü. Die letzten Worte des in Marseille ermordeten Königs Alexander von Süd­slawien lauteten, wie jetzt bekannt wird: „Wacht über Südslawien!" Nichts vermag die heroische Vaterlandsliebe und den staats- männischen Weitblick des so jäh abberufenen Königs besser zu kennzeichnen als diese seine letzte Mahnung. Auch aus der Aufforderung an den Belgrader Außenminister Ieftitsch, (der Alexander aus seiner Reise nach Frank­reich begleitete): „Erhaltet die südslawisch- französische Freundschaft!" spricht der konse­quente Wille, die erkämpfte Staatseinheil Südslawiens unter allen Umständen mit den bisherigen außenpolitischen Mitteln zu festigen. Der auf Grund des königlichen Testaments eingesetzte Regent­schaftsrat, über dessen Zusammensetzung wir an anderer Stelle berichten, dürfte jenen Willen des Ermordeten weiterhin um so mehr verkörpern, gls die ihm angehörenden Persönlichkeiten dem König schon zu dessen Lebzeiten bei seiner Reformarbeit zur Seite standen. Auch die Pressestimmen zur Bluttat von Marseille lassen, soweit die südosteuro- päischen Verhältnisse beleuchtet werden, den Schluß zu, daß im politischen Kräftespiel des Balkans durch das tragische Ende des Königs Alexander eine nennenswerte Ver­änderung nicht eintreten wird.

Wie steht es dagegen nach dem Tode des französischen Außenministers Barthou, der seiner Nation gleichfalls bis zum letzten Atemzüge mit jeder Faser seines Wesens er­geben war, mit der Außenpolitik des Quai d'Orsay? Wird sie gegenüber Deutschland, indem bis zur endgültigen Neu­besetzung des so wichtigen Ministerpostens zunächst der französische Regierungschef Doumergue an die Stelle Varthous tritt, »'.mmehr eine wesentlich andere Richtung einschlagen? Wir haben hier bereits gestern betont, daß die Kunde von der entsetzlichen Bluttat in Deutschland sofort das Gefühl tiefen menschlichen Bedauerns gegenüber den Opfern und des Abscheues gegenüber den Tätern auslösen mußte. Diese ehrliche, nicht nur als Geste anzusehende Mittrauer des deutschen Volkes kann auch nicht durch die Feststellung beeinträchtigt werden, daß sich der französischen Außenpolitik noch ein­mal der Weg zu einer unmittelbaren Verständigung mit Deutschland öffnet, zu einem hochherzigen Verzicht auf die nun einmal veralteten und gefährlichen Methoden der Vorkriegsdiplomatie. Im An­gesicht der Majestät des Todes schweigt jede politische Meinungsverschiedenheit; zu einer ausführlichen Kritik der außenpolitischen Ergebnisse des Lebenswerks Varthous ist die Zeit noch nicht gekommen. Nicht in die Ver­gangenheit mit ihren Irrtümern, Fehlschlü­gen und Unklarheiten, sondern in die noch zu gestaltende Zukunft Europas möchten wir daher den Blich richten.

Die eine der großen Chancen, die sich Frankreich bieten, liegt auf dem Gebiet der Abrüstung. Varthous Hauptstreben, Frankreichs Sicherheit durch den Ausbau und die Festigung des in Paris zentralisier­ten Bündnissystems zu garantieren, stand einer Abrüstung nicht nur im Wege, sie mußte wegen der stillschweigenden Bejahung der „akuten Kriegsgefahr" sogar zu einem Wettrüsten führen. Längst hat man es in allen beteiligten Staaten erkannt, daß der

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Der Führer eröffnet das Winterhilsswerk. Blick in oen Sitzungssaal der Krolloper wäm-iw dc. großen Rede des Führers, mit der er das Winterhilsswerk 1934/85 eröffnete. In der ersten Mini­sterbank steht man von rechts nach links die Reichsminister Dr. Goebbels, Eöring und Frick, in der zweiten Ministerbank von rechts nach links v. Blomberg, Dr. Schacht, Seldte, Darrö, v Eltz-

Rübenach und Dr. Eürtner.