v reiner
das amNche Organ -es SenaLs
's—
der Freien Hansestadt öremen
Monats-Bezug: Bei täglichem Erscheinen RM. 2,30 einschließlich 30 Rvs. Äustellunasaebübr- dn^
RM. 2,30 eiiychlreßlrch Ueberweisungsgebühr, ausschl. Postbestellgeld. Der BezugZpreis ist im voraus m entrich. ^ -72 72. - Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch aus EfttattÜng ^rErsatz.
NS.-Eauoerlag Weser-Ems G. m. V. H., Zweigniederlassung Bremen, Eeeren 6-8 / Fernrus: Roland 823.
Nr. 274 / 4. Viertel,adr
Anzeigen-Grundpreise: Die 22-mu>»ZeiIe tm Anzeigenteil 12 Rpf.. die Ig-inw-Zsile im Textteil 7b Rpt- Ermäßigte Grundpreise <sür kleine Anzeigen, Familienanzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen laut Preisliste l. (Nachlaßstaffel v.s Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschlutz 16 Uhr.
Sprechzeit des Verlages werktäglich von 12—13 Uhr. der Schristleitung werktäglich von 18—17 Uhr.
Donnerstag. 4. Oktober
Einzelpreis 15 Nps.
Endlich!
Der Uebersall auf Bergmann Schulz vor dem Obersten Abstimmungsgericht
Saarbrücken. 3. Oktober.
Nach 14 Tagen völligen Schweigens hat sich die Regiernngskommisfion nunmehr endlich ver- mrlrcht gesehen, auf die zahllosen Anfragen der Presse über den hier vielbesprochenen mysteriösen Polizeiübersall auf den Bergmann Anton Schulz aus Miinchwies zu erklären, bah diese Angelegenheit dem Obersten Abstimmungsgericht zur weiteren Behandlung überwiesen worden sei und dessen Entscheidung zunächst abgewartet wc drn müsse. *
Es kann nur außerordentlich begrüßt werden, daß diese Angelegenheit vor dem Forum des neutralen Abstimmungsgerichtes von allen Seiten so beleuchtet wird, wie es der saarländischen Öffentlichkeit im Interesse einer restlosen Aufklärung dieses dunklen Falles schon längst dringend erforderlich schien. Es dürsten keine Zweifel darüber bestehen. daß das Oberste Abstimmungsgericht einwandfrei feststellen wird, wer für Liesen eigenartigen Widerstand eines einzelnen gegen die durch eine Uebermacht von Polizeibeamten verkörperte Staatsgewalt die Schuld trägt. Den Verhandlungen und dem ^ Urteil des Obersten Abstimmungsgerichtes
wird jedenfalls allseitig mit Ruhe und größtem Interesse entgegengesehen.
Wahlen ln Sowjet-Rußland
0. u. Moskau, 3. Oktober.
Die Sowjetunion steht im Zeichen der Wahlen. Diesmal werden die Neuwahlen der Sowjets in einen kürzeren Zeitraum zusammengedrängt als sonst. Im Laufe von 20 Tagen, und zwar vom i. bis 20. November, müssen die Neuwahlen der Dorfsowjets vollzogen sein. Am 20. November beginnen dann die Wahlen der Stadtsowjets und der Bezirks-Sowjetkongresse, die bis zum 10. Dezember durchgeführt sein müssen. Von . diesem Zeitpunkt an wird der große Sowjetkon- gretz im Mittelpunkt des Interesses stehen, der zum 18. Januar nach Moskau einberufen worden ist. Die Regeln über die Wahlen der Deputierten sind bereits bekanntgegeben worden. An erster Stelle steht das Moskauer Gebiet, das 196 Deputierte zu wählen hat. Die gesamte Wahlkampagne, beginnend mit der Neuwahl der Dorfsowjets, wird eine Masse von 90 Millionen Wählern mobil machen.
Der Kreis der Wahlberechtigten ist insofern erweitert worden, als gewisse Gruppen desjenigen Teils der Bauernschaft, der als „kula- kisch" bezeichnet wird, jetzt das Wahlrecht wie- >, dererhalten, das ihnen früher eben wegen der s kulakischen Einstellung aberkannt worden ist. Es handelt sich aber dabei nur um solche Kulaken,' die aus ihren früheren Wohnorten in andere Bewirke verbannt worden sind und dort „sich durch in jeder Hinsicht ehrenhafte Arbeit und uneingeschränkte Unterstützung der Maßnahmen der Sowjetregierung heroorgetan haben".
Der schrumpfende Völkerbund
Warschau, 3. Oktober.
Die halbamtliche „Gazeta Polska" stellt in einem Rückblick auf die Genfer Tagung u. a. fest, daß sich der Ausgabenkreis des Völkerbundes im Laufe der Zeit immer mehr verengert. Die Fragen, die mit der Durchführung der Friedcnsver- träge im Zusammenhang stehen, sind fast ganz von der Tagesordnung verschwunden, so die Dan- ziger Frage. Die Minderheiten- und Grenzfragen würden nach Regelung der Saarfrage endgültig verschwinden. Das Gebiet der internationalen Zusammenarbeit der Völker fei auf der letzten Völkerbundsversammlung nicht mehr berührt worden. Das Blatt sagt: „Die Entwicklung des Völkerbundes führt gegenwärtig i dazu, eine Art von KInb zu werden, in dem man
1 die Möglichkeiten der Stärkung des Weltfriedens
1 prüft. Die Aktivität des Völkerbundes schrumpft.
Er verzichtet auf die Regelung der Beziehungen zwischen den Völkern. Es verringert sich die Möglichkeit eines Eingreifens in innere Angelegenheiten des Staates."
Bleibt Genem? Weygünd?
Paris, 3. Oktober.
„Petit Parisien" befaßt sich mit der Personen- frage in der Obersten Heeresleitung, die bis zum Januar geklärt sein muß. Der Generalinspektor des französischen Heeres, General Weygand, müßte infolge Erreichung der Altersgrenze ausscheiden. In allen zuständigen Kreisen soll aber, wie der „Petit Parisien" behauptet, die Auffassung vorherrschen, Laß Weygand wsiterbin im Amte bleiben müsse Man rechne unbedingt mit der Verlängerung seiner Diensttätigkeit. Kriegsminister Marschall Pötain wäre gegen einen Wechsel in der Heeresleitung. Sollte Weygand » wider Erwarten doch den Wunsch haben, auszuscheiden. so käme als aussichtsreichster Nachfolger der jetzige E-eneralstabschef General Gamelin F in Frage, der im Generalstab durch das Mitglied
des Obersten Kriegsrates, General Georges, ersetzt werden würde.
Volitifche Bilanz-Sitzungen
Saison der Staatsbesuche
Rumäniens Kabinettskrise und ihre Lehren
(vraktbsriebt unserer Berlin er LobriktlvituuA)
8. Berlin, 3. Oktober
Die Umbildung des rumänischen Kabinetts Tatarescu hat einen tiefen Blick hinter die Kulissen der europäischen Politik tun lassen. Es hat nach Ansicht maßgebender politischer Kreise der Reichshauptstadt nicht den Anschein, als ob der taktische Kampf und die persönlichen Gegensatz L zwischen dem Ministerpräsidenten und seinem einflußreichen Gegenspieler Titulescu einen ernsten politischen Hintergrund hätten. Man betrachtet auch die von der französischen Presse einstimmig ausgesprochenen Sorgen um Titulescus Position und um das Schicksal seiner traditionellen franzosenfreundljchen Politik besonders nach der neuesten Entwicklung der Lage als — mit oder ohne Absicht — stark übertrieben. Immerhin kann nicht geleugnet werden, daß die französische Orientierung in Rumänien von ihrer früheren Beliebtheit erheblich eingebüßt hat. Man muß sich aber nach wie vor klar darüber sein, daß die Ausrichtung nach Paris auch heute und in absehbarer Zukunft noch als ein Gebot der Staatsräson angesehen wird.
Wenn überhaupt von einer bevorstehenden Kursänderung in Bukarest gesprochen werden konnte, so führt man das in unterrichteten Kreisen darauf zurück, daß sich einerseits Rumänien
in seiner Rolle als Vorposten der französischen Politik durch die russisch-französische Annäherung eingeengt fühlt, und daß andererseits die starke Abkühlung zwischen Warschau und Paris eine neue Lage geschaffen hat, die mit den realpolitischen Aufgaben des Tages nicht immer in Einklang gebracht werden kann.
So wenig aber in Genf ein Schlußstrich unter die Entwicklung der letzten Zeit gesetzt wurde, so wenig ist mit der vollkommenen Umbildung des rumänischen Kabinetts und mit dem Königsbesuch in Sofia die Lage eindeutig geklärt worden. Vielmehr darf man annehmen, daß erst die nahe Zukunft die Wandlungen — wenn von solchen überhaupt gesprochen werden kann — zutage treten lassen wird. Nach den zahlreichen bedeutsamen Staatsbesuchen der letzten Monate stehen uns noch verschiedene sehr wichtige Zusammenkünfte bevor, die die angeschnittenen Probleme bis zur letzten Konsequenz aufrollen werden, und die man daher als die politischen Vilanzsitzungen einer zwischenzeitlichen Entwicklung bezeichnen darf. die ungewöhnlich reich an aufsehenerregenden Ereignissen- gewesen ist.
Eine bekannte Persönlichkeit des politischen Lebens der Reichshauptstadt wies unsere Berliner Schriftleitung darauf hin, daß das Zusammentreffen und die zeitliche Reihenfolge wichtigster
Besprechungen zwischen den verantwortlichen Vertretern verschiedener bedeutender Staaten nicht zufällig sein kann. In den nächsten Tagen wird, wie man weiß, Ministerpräsident Gömbös seinen Besuch in Warschau abstatten und dabei grundsätzliche Fragen regeln, die sowohl Polen als auch Ungarn angehen. Fast am gleichen Ta?« wird der jugoslawische König in Paris eintreffen, wo immer noch das Zentralhirn der Kleinen Entente arbeitet. Und dann soll nach allem, was man hört, noch in diesem Monat die Reise Varthous nach Rom stattfinden, von der es allerlei zu erzählen geben dürfte. Denn gerade die Besprechung Mussolinis mit dem französischen Außenminister wird von entscheidender Bedeutung für die'Entwicklung der europäischen Politik werden.
Bis spätestens zum Abschluß dieser Bilanz- besprechungen werden die Dinge im Fluß bleiben. Es wäre nach der letzten Entwicklung verfrüht, jetzt schon von französischen Mißerfolgen zu reden. Denn das letzte Wort ist bisher noch zu keinem einzigen aktuellen Problem gesprochen worden mit Ausnahme desjenigen, das mit dem Einzug Sowjetrußlands in den Völkerbund abgeschlossen wurde. (Siehe auch Seite 2.)
Japans Wehrwille
Forderungen des Kriegsministers / Gesetzentwurf über Mandschukuo
Tokio, 3. Oktober.
„Times" meldet aus Tokio, das Kriegsministerium hat 16 000 Exemplare einer Flugschrift verbreitet, deren Inhalt, wie das Blatt „Nitschi- Nitschi" versichert, die persönlichen Ansichten des Kriegsministers, des Generals Hayaschi, wiedergibt. In der Flugschrift wird eine wirtschaftliche Reorganisation des Landes gefordert und ein starkes Heer, das der Lage im Fernen Osten entspreche. Zurzeit des Zaren sei Rußland im Niedergang gewesen. Jetzt habe Japan nicht nur Mandsch >ukuo, d. h- ein Gebiet vom dreifachen Umfange Japans, zu verteidigen, sondern es stehe auch der Sowjet-Union gegenüber, die seit Beendigung des Fünfjahresplanes ein mächtiger militärischer Staat geworden sei. Japan müsse deshalb seine militärische Macht besonders in der Luft stärken. Mehr als 6000 Flugzeuge seien.in der Lage, Japan anzugreifen, während Japan nur 1000 Flugzeuge besitze. Eine Streitmacht von 3000 Flugzeugen sei notwendig, um Japan davor zu bewahren, in der Luft von einer Anzahl fremder Mächte geschlagen zu werden.
Die an dem gegenwärtigen Wirtschaftssystem geübte Kritik gründet sich auf dem Grundsatz, daß eine wirksame Landesverteidigung von einer vollkommenen Vereinheitlichung der geistigen und moralischen Kräfte des Volkes abhänge. Das jetzige kapitalistische System, so wird in der Flugschrift ausgeführt, führt zu einer Bereicherung einer kleinen Minderzahl und zur Verarmung der großen
Massen, besonders der Bauern und Fischer. Es sollten daher Anstrengungen unternommen werden, um zu einem „moralischen Wirtschaftssystem" zurückzukehren, das von der jetzigen Volkswirtschaft verdrängt worden sei, deren Grundlagen die ausländischen Lehren vom Individualismus bilden.
Die Flugschrift kommt auch beiläufig auf die Frage der Seemacht zu sprechen und sagt, das gegenwärtige System des Stärkeverhältnisses zu anderen Mächten sei für einen selbständigen Staat unerträglich. Wenn die Flottenkonferenz von 1938 fehlschlagen sollte, dann werde es eine Krise geben, die nicht nur diplomatische Verhandlungen, sondern ein Zusammenfassen der ganzen Nation erfordere.
Ministerpräsident Okada, Kriegsminister Hajaschi und Außenminister Hirota haben vereinbart, das folgende Gesetz dem japanischen Kabinett zur Beschlußfassung vorzulegen:
1. Das bisherige System der vereinigten Aemter des japanischen. Botschafters in Mandschukuo und des Chefs der japanischen Armee in der Provinz Kwantung wird aufgelöst. Beide Aemter werden in Zukunft getrennt verwaltet.
2. Der außerordentliche diplomatische Vertreter Japans in Mandschukuo vertritt nicht nur Japan auf den diplomatischen Gebieten, sondern überwacht auch die Tätigkeit der japanischen Zivilbehörden, wie der Polizei und des Gerichtswesens
in Mandschukuo. Die letzte entscheidende Instanz für die japanische Justiz und Polizei ist das japanische Außenministerium.
3. Es wird ein besonderer Posten eines Zivilgouverneurs in der Provinz Kwantung geschaffen, der direkt dem japanischen Kabinett unterstellt ist.
4. Innerhalb des japanischen Kabinetts wird eine besondere Abteilung für mandschurische Angelegenheiten geschaffen.
K
Die Erklärungen des ehemaligen Chefs der amerikanischen Luftstreitkräfte Generals Mitchell, über einen Krieg der Zukunft zwischen den Vereinigten Staaten und Japan hat in politischen Kreisen Tokios größtes Aufsehen erregt. Die Be- hauptung Mitchells, Aipan sei als der größte Feind der Vereinigten Staaten anzusehen und seine Forderung, daß die amerikanische Regierung sich zum Kampfe gegen die Japaner durch den vermehrten Bau von Flugzeugen vorbereiten müsse, werden in japanischen politischen Kreisen als ein Versuch ausgelegt, sich wegen der Verstärkung der amerikanischen Luftflotte zu rechtfertigen. Die japanische Regierung werde deshalb durch ihren Geschäftsträger in Washington Schritte unternehmen und darauf hinweisen, daß solche Erklärungen nicht beruhigend für die Beziehungen zwischen Japan und den Vereinigten Staaten wirken könnten.
Barthou feiert Delcasss
Einweihung einer Eedenk-Tafel für den früheren französischen Außenminister
Paris, 3. Oktober
Die Freunde Delcassss haben an einem Hause in Paris, das Delcasss lange Jahre bewohnt hatte, eine Gedenktafel anbringen lassen, die am Mittwoch eingeweiht wurde. Die Denktafel hat folgenden Wortlaut: „Hier hat Delcasss, der im Jahre 1882 geboren wurde und im Jahre 1923 gestorben ist, gewohnt. Seine Politik als französischer Außenminister war dem Ansehen und der Größe seines Vaterlandes gewidmet".
Die Gedächtnisrede Lei der Einweihung hielt Außenminister Barthou, der mit Delcasss befreundet war. Vor allem, so führte Barthou u. a. aus, habe Delcasss. diplomatische Fähigkeiten besessen. Er habe sich die Frage vorgelegt, wie Frankreich aus der Isolierung herauskommen könne, in die es durch seine Niederlage in der zweiten Hälfte des vergangenen Jabr- hunderts geraten sei. Seine wirklich« Rolle hab« Delcasss in der Zeit gekielt, als er Außenminister gewesen sei. Das außenpolitische Programm Del- -assös lasse sich oahingehend umreißen, daß Delcasss a» der französisch-italienischen Aussöhnung, an der französüch-spanilcheii Zusammenarbeil und an dem französisch-englischen Bündnis habe arbeiten wallen.
Dieser Plan Dclcassi's habe nichts aggressives gegen irgend jemand enthalten. Aber, so schaltete Barthou hier fragend ein, sei es nicht die Gewohnheit gewisser Länder, anderen Staaten
unter dem Vorwand der Einkreisung die Isolierung zuzuschreiben, die nur eine Folge eigener Fehler sei? An der Verwirklichung seiner Politik habe Delcasss sieben Jahre gearbeitet, bis sie durch einen Bruch von außen her unterbrochen worden sei. Delcasss habe, ohne seinen Gefühlen der Bitterkeit öffentlich Ausdruck zu geben, das Schicksal hingenommen, das ihm eine unvorhergesehene Ungerechtigkeit aufgezwungen hatte. Alle Fragen, die mit diesem politischen Geschick in Zusammenhang stünden, seien noch nicht aus dem Bereich der Polemik herausgetreten. Es werde Sache der Geschichte sein, hier die Verantwortlichkeiten festzustellen. Doch habe wohl die Rückkehr Delcassös als Außenminister während des Krieges durch den Willen der Regierung und mit einstimmiger Billigung der öffentlichen Meinung den Charakter einer Wiedergutmachung angenommen. Könne man Delcasss, wenn er sich damals vielleicht nicht so gezeigt habe, wie man es von ihm erwartet habe, Fehler vorwerfen, von denen niemand angesichts der ungeheuerlichen Ereignisse ausgenommen sei? Delcasss sei der Wegbereiter Joffres gewesen.
Amerikanische«- Flugzeugexport
Washington, 3. Oktober.
Wie das Handelsministerium mitteilt, sind im August 107 Flugzeuge aus den Vereinigten Staaten ausgeführt worden, darunter 19 nach Kolumbien, 19 nach China, 9 nach Mexiko und je eins nach Italien, Frankreich und der Tschechoslowakei. Nach Deutschland wurde kein Flugzeug ausgeführt.
„Oesterreich eine Monarchie"
Neue Erörterungen der Habsburger Frage Wien, 3. Oktober.
In einer Versammlung des monarchistischen Reichsbundes der Oesterreich«! am Dienstag teilte Herzog Dr. Max von Hohenberg mit, daß vor wenigen Tagen mit der österreichischen Regierung Verhandlungen wegen der Rückgabe des Habsburger Vermögens begonnen hätten. Der Stellvertreter des Leiters der ostmär- kischen Sturmscharen, Major Killel — der Leiter der ostmärkischen Sturmscharen ist bekanntlich der Bundeskanzler Schuschnigg — erklärte, daß die Sturmscharen eins seien mit den Monarchisten. Oesterreich sei eine Monarchie gewesen und bleibe es. — Zum Schluß polemisierte der Führer der österreichischen Lsgitimisten, Gesandter a. D. Wiesner gegen die Kleine Entente. Es sei zu begrüßen, so sagte er, daß Außenminister Verger- Waldenegg das Ansinnen der Kleinen Entente auz eine Verzichterklärung Oesterreichs in der Habsburger Frage abgelehnt habe.
Vizeadmiral a. D. Ritter von Mann gestorben. Am Dienstagmittag starb in Bad Reichenhall Exzellenz Ernst Ritter von Man», Edler von Tischler, ehemaliger Staatssekretär des Reichsmarineamtes und Vizeadmiral a. D., im Alter von 70 Jahren.
Aufbauwerk der deutschen Äugend
Die strenge Einheitlichkeit im Kamps um den wirtschaftlichen Bestand der Nation bedingt natürlich trotz der besonderen Pflegebedürftigkeit der Jugend, trotz ihrer neuen Stellung im politischen Leben der Nation, eine klare Unterordnung auch ihres Arbeitslebens unter die Lebenserfordernisse der deutschen Wirtschaft. Das klingt hart, insbesondere. wenn man den traurigen, unheilvollen Lebensweg der jungen Generation unserer Tage zurückverfolgt. Aber wir leben in einer spartanischen Zeit, in der das Einzelschicksal keine Geltung beanspruchen darf. Und niemand bejaht diese Zeit mehr als die Jugend, die sich politisch formiert hat und die politische Idee hineintrug in ihr Privatleben, in ihre Arbeitsstätten, in die Betriebe.
Wie ausschließlich die arbeitende Jugend heute in ihren besten, politisch regsamen Teilen ihr Berufsleben als Aufgabe und Arbeit im Dienst des deutschen Volkes und seiner wirtschaftlichen Zukunft betrachtet, beweist sie in diesen Tagen wiederum durch ihre Bestrebungen zur außerbetrieblichen, zusätzlichen Berufsschulung, die am 1. Oktober ds. Is. in Form von Kursen, Arbeitsgemeinschaften usw., im ganzen Reich einsetzten. Der Reichsberufswettkampf der Hitler-Jugend hatte schon im Frühjahr durch seine Eigenart als Kampf um die erfolgreichste Arbeitsleistung die Aufmerksamkeit aller Kreise, insbesondere aber die Anerkennung der Wirtschaft selbst und der wirt- schaftsständischen Organisationen gesunden.
Nun kommt der Winter mit seinen langen Abenden und macht naturgemäß in der sozialen Arbeit der Hitler-Jugend, aus der die zusätzliche Berufsschulung nur! einen Ausschnitt darstellt, eine bewußte Umstellung von dem Einsatz in ländlichen Betrieben (Landhilfe, Landdienst usw.) auf die praktische und theoretische Berufsschulung in den städtischen Arbeitsräumen notwendig. Die Vorbereitungen sind heute im ganzen Reich gum Abschluß gebracht. Die Arbeit kann beginnen. Und sie wird beginnen. Denn sie ist nicht Arbeit und Einsatz für die Jugend selbst, für ihre besonderen Forderungen, sondern sie ist Arbeit für die deutsche Wirtschaft und den deutschen Staat. Sie. steht ausschließlich unter dem Grundsatz, den der Leiter des Sozialen Amtes der Reichsjugendführung, Obergebietsführer Axmann, so oft zum Ausdruck gebracht hat, wenn er betonte, daß die deutsche Jugend, insbesondere die politisch aktive Jugend, ihre Aufgabe in der Wirtschaft allein in der größtmöglichen Steigerung der beruflichen Lei- stungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit zu sehen habe.
Die Hitler-Jugend — soviel läßt sich heute schon aus ihren Bestrebungen folgern — hat den Weg vom revolutionären Sturm auf das alte System zum praktischen, stetigen Einsatz im Aufbauwerk des Führers, dessen Namen sie trägt, gefunden. Sie konnte das um so mehr, als sie von einer engstirnigen Verfechtung ihrer — vielleicht sehr berechtigten — Belange abging und zunächst einmal ihren tatsächlichen Leistungswillen unter Beweis stellte.
Durch den Reichsberufswettkampf hat sie zunächst die gesamte, ihr zugehörige Arbeitsfrontjugend auf ihr gegebenes Aufgabengebiet verwiesen und sie somit in die Front des Aufbaues eingereiht, darüber hinaus aber wurde sie Wegbereiterin für den Berufsschulungsgedanken im nationalsozialistischen «taat. Wenn heute von der Notwendigkeit einer gewissenhafteren Berufsschulung und Be- rufserziehung gesprochen wird, dann verdankn wir es im wesentlichen dieser Aktion. Denn sie hatte ihren Wert nicht in den beruflichen Spitzenleistungen, die gezeigt wurden, sondern in den Zeichen einer vernachlässigten und schadhaften Berufsausbildung und Berufsmethodik. Wenn Lehrlinge im vierten Jahr nicht in der Lage waren, die Aufgaben des zweiten Jahres zu meistern, und diese Erscheinung wurde betriebs- oder gewerbsweise wiederholt festgestellt, dann war ohne weiteres ersichtlich, daß die betreffenden Jugendlichen nicht mit angemessenen Arbeiten beschäftigt oder nicht ordnungsgemäß in ihrem Berufe ausgebildet wurden.
Auf der anderen Seite hat sich in zahllosen
yM 25 «LE«? Nette«
Neuordnung der Württembergischen Landeskirche
Zuchthaus für ungetreue Amtswalter Estland wird autoritär regiert Am 11. Oktober Hauptmann-Prozeß