Ausgabe 
(1.10.1934) Nr. 271
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Nr. 271 / 4 . Vierteljahr

Montag, i. Oktober

Einzelpreis 15 Rps.

700 000 Volksgenossen auf dem Bückeberg

Wenn der Führer von Sorgen redet, denkt er niemals an Kapitulation!

(eigener s s r i e k t 6sr

b'. L. Breme», 30. September.

Niedersachsen grüßt heute den Führer und mit ihm viele hunderttausend Bauern aus allen deut­schen Kauen. Oft haben wir in diesen Monaten schon bei Führerempfängen anwesend sein dürfen und immer waren uns diese Stunden die köst­lichsten, die uns das Leben geschenkt hat. Gewiß wickeln sich Führerempfänge nach vorgeschriebenem Programm ab, aber jeder Empfang trägt sein besonderes Gesicht. Heute schlagen dem Führer niedersächsische Herzen entgegen und arbeitsge- wohnte, schwielige Hände erheben sich zum Gruß. Das Volk der Niedersachsen ist konservativ in seinem Denken, aber wer seine Herzen gewann, kann der Treue sicher sein. So weiß auch der Führer, daß er heute im Angesicht der Harzer Berge ein Völkchen vorfindet, das ihm blind­lings vertraut. Diese wortkargen Harzer einmal zu sehen, wie ihre Herzen weit sich öffnen, wenn sie dem Führer in die Augen blicken, war für uns ein besonderer Reiz. Also gings heute, als unsere Hansestadt Bremen noch im sanften Mor­genschlummer lag, im Auto nach dem Süden. Leichter Morgennebel lag über den Fluren Nie- dersachserts, ein sanftes Morgenrot kündete den Tag. Ob es heute wieder echtes Hitler-Wetter geben wird . . . ? Beinahe müssen wir ein Fragezeichen dahintersetzen. Wer wie es der Himmel befiehlt. Der Führer hat immer Glück mit dem Wetter.

Schon schmücken sich die Dörfer mit Fahnen und Erntezeichen. Aber als wir Hildesheim passieren, stecken wir schon tief im Festesjubel. Ueberall regen sich in früher Morgenstunde fleißige Hände, um den letzten Hammerschlag für den Straßen- schmuck zu tun. Kolonnen über Kolonnen SA. marschieren in Richtung Goslar. 2e näher wir Goslar kommen, desto farbenprächtiger wird das Straßenlbild. Viele Kilometer weit Fahnenmast an Fahnenmast mit der Hakenkreuzflagge. An jeder Stratzenbiegung Erntekränze Mit bunten im Winde flatternden Fähnchen. Am Ortsein­gang und -ausgang hohe, prächtig geschmückte, sinnige Ehrenpforten mit niedersächsischen Pferde­köpfen geschmückt. Und die ganze 50 Kilometer lange Strecke Hildesheim — Goslar ist in aller Herrgottsfrühe schon mit einem SA.-Spalier zu beiden Seiten besetzt.

In Goslar

Seit 5 Uhr früh ist Goslar aus seiner Ruhe aufgeschreckt. Alles, was laufen kann, ist auf den Beinen. Vor dem Orte parken schon riesige Auto­kolonnen und dann geht ein Spalier von For­mationen aller Art und Zivil bis zu sechs Rei­hen tief direkt bis zum Flugplatz. Etwa 20 000 Menschen mögen die Südseite des Flugplatzes, der für die Zuschauer freigegeben ist, bevölkern. Es ist nicht leicht, sich glücklich mit dem Auto zum Flugplatz durchzuladen, aber es gelingt schließlich.

Auf dem Flugplatz haben Ehrenformationen inzwischen Aufstellung genommen: SA., SS., HJ., BDM., Arbeitsdienst und eine Ehrenhundert- schaft der Landespolizeigruppe Hannover in Stärke von 436 Mann, die besonders aufgefallen ist. Verschiedene Prominente der Partei, dar­unter Dr. Goebbels, Staatssekretär Hier!, bie Minister Rüst und Kerrl und der Chef des Sta­bes Lutze, sind bereits anwesend. Alles ist in höchster Spannung. Flugzeuge der Regierung umkreisen den Flugplatz, aber alle Augen sind nach dem Osten gerichtet, wo die Regierungs­maschinen kommen müssen. Der Führer ist pünkt­lich. Für 10.02 Uhr war seine Ankunft ange­sagt und auf die Minute erscheinen die zwei Ma­schinen am Horizont. Zwei Minuten später kann die Menge bereits den das Flugzeug verlassenden Führer aufs stürmischste begrüßen. Sofort ist natürlich vor dem Flugzeug trotz Absperrung eine kleine Menschenansammlung. Kleine Mädels be­grüßen den Führer, ein Heer von Photographen nehmen ihn zunächst noch in ein gehöriges Trom­melfeuer. Aber das alles dauert kaum eine Minute, als der Führer schon die Fronten der Ehrenkompagnien abschreitet. Er sieht wieder recht frisch und wohl aus und begrüßt die ein­zelnen Kommandanten mit einem herzlichen Händedruck. Inzwischen steigert sich die Begei­sterung der Menge in ungemessene. Die brave SA., die absperrt, hat alle Mühe, die Masse zu zügeln. Mit frohem Lächeln grüßt der Führer während der Fahrt vom Flugplatz zur alten Kaiserpfalz die Goslarer Bevölkerung. Auf dem Marktplatz haben die braven Bergknappen in ihrer schmucken, traditionellen Uniform mit dem Tschako und den grünen Federn Aufstellung ge­nommen und werden vom Führer besonders herz­lichst gügrllßt. Goslar selbst ist bis zum letzten alten Winkel hinein verändert. Alles trägt Fest- schnkuck. Den ehrwürdigen Achtermann kann man kaum wiedererkennen, so glänzt er im Festkleide.

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Von der Kaiserpfalz aus hört man schon lange bevor der Führer den Platz betritt das Jubel­geschrei der Menge, die sich kaum in ihrer Freude zu bändigen weiß. Ein freundliches Bild bietet sich vor der Burg dem Beschauer. Da stehen längs des Weges, der zur Freitreppe der Burg führt, Kopf an Kopf etwa 500 deutsche Bauern. Kein Stamm, kein Land ist vergessen. Malerisch ihre Kleidung aus Urgroßvaters Zeiten. Viel­leicht wird manche Tracht heute nur noch als Paradestück für festliche Gelegenheiten verwendet. Aber das schadet nichts. In diesen alten Stücken liegt deutsche Geschichte und deutsche Mahnung an die Gegenwart. Es sind gar wertvolle Trach­ten darunter, nicht nur wegen ihres Alters, son­dern auch wegen ihrer Qualität und ihres kost­baren Schmuckes. Und manche Hand trägt alte silberne Ringe, die Meisterwerke des Silber­schmiedes alter Zeiten gewesen sind. Den guten Leuten ist trotz ihrer ungewohnten Kleidung doch recht wohl zu Mute. Das ist ein Lachen und Kichern in diesen bunten Reihen, als stecke ein lustiger Kobold dazwischen. Und fast jeder hat etwas für den Führer in seinem Korb oder in seiner Kiepe mitgebracht. Der Führer könnte mit all' diesen Geschenken einen ganzen Gemüse­laden einrichten. Aber die Dinge kommen schon aN' die richtige Adresse.

Inzwischen erscheint der Führer mit Gefolge. Vor der Kaiserpfalz steht stramm ausgerichtet die Ehrenkompagnie der Reichswehr, Goslarer Jäger, die für ihren Oberbefehlshaber präsen­tieren. Reichsbauernführer und Reichsernäh­rungsminister empfängt und begrüßt den Führer und geleitet ihn in den historischen Saal der Kaiserpfalz, wo die Bauernabordnungen aus allen deutschen Gauen versammelt sind.

Darrs begrüßt den Führer

Im historischen Kaisersaal begrüßt nun Reichs­minister Darre den Führer im Namen des Reichsnährstandes auf das herzlichste. Er führt aus:

„Wenn ich heute Ihnen, mein Führer, die Ver­treter des gesamten deutschen Bauerntums mit ihren Landesbauernführern melde, so tue ich das auf einem für das Schicksal des deutschen Bauern­tums geschichtlichen Boden. Vor Jahrhunderten waren niederdeutsche und bayerische Bauern un­ter einem Herzog, und zwar unter einem Herzog aus bayrischem Stand, geeint, unter Heinrich dem Löwen. Dieser Mann rang verzweifelt um eine deutsche Linie der Politik mit seinem Kaiser, der seine Macht außerhalb der Grenzen seines Rei­ches suchte und sein Volk vergaß. Ein eigen­artiger Zufall führte diesen Kampf beider politi-

Mit nicht endenwollendem Beifall empfangen, führte der Führer und Reichskanzler auf dem Bückeberg aus:>

Deutsche Volksgenossen und -genossinnen! Deut­sche Bauern! Zum zweiten Male treffen wir uns heute hier auf diesem gewaltigen Bergabhang.

700 000 Männer und Frauen sind zusammen­gekommen, um erneut ein Bekenntnis abzulegen zum deutschen Volke und zum deutschen Reiche. Vor wenigen Jahren schien eine solche Kund­gebung unmöglich zu sein. Und doch gab es auch damals eine deutsche Heimat und deutsche Men­schen. Der Traum einer solchen Demonstration deutschen Eeineinschafts- und Lebenswillens konnte nur im neuen Reiche seine Verwirklichung finden. Es ist der Gedanke der deutschen Volks­gemeinschaft, der von den Führern unserer frü­heren Klassenparteien einst verspottet und verlacht wurde und nun vor uns mit sieghafter Kraft seine Auferstehung feiert. Indem wir ihn alle in uns erleben, befähigt er uns zu Leistungen, die als Erscheinung unseren Gegnern geradezu un­verständlich sind.

Vielleicht wird morgen wieder eine Pariser Zeitung schreiben, wie viele Millionen die deut­sche Reichskasse an die einzelnen Menschen aus­geteilt haben mag, die heute hier am Vückeberg versammelt sind. (Protestkufe). Es ist ihnen unbegreiflich, daß Hundert- und abermals Hun­derttausende aus eigenem Willen und unter eigenen Opfern an einem solchen Tage zusam­menströmen, ohne dafür einen zunächst sicht­baren Vorteil materieller Art gewinnen zu können. Rätselhaft bleibt ihnen das Wunder dieser deutschen Auserstehung, weil sie selbst in Partei- und Klasjcnwah» befangen sind.

Wir aber wissen, daß in diesem symbolhaften Bekenntnis zur deutschen Volksgemeinschaft auch ein ungeheurer sachlicher Gewinn verborgen ist. Wenn die Zerrissenheit unseres früheren Lebens

schen Weltanschauungen in der Stadt Goslar zu­sammen. Heinrich der Löwe siegte nicht und das Kaiserreich der Hohenstaufen zerbrach daran, da es seine Grundlage nicht in Blut und Boden ge­sucht hatte. Damit sank auch Goslars alte Herr­lichkeit. Damals begann erstmalig die Main­linie. Heute ist das deutsche Bauerntum wieder geeint und begrüßt hier in Goslar Sie, mein Führer, als einen Führer aus bayrischem Bauernblut. In eigenartigem Kreislauf schließt sich wieder die Kette unserer Geschichte. Was Heinrich dem Löwen, einem Bayern wie Sie, nicht gelang, erleben heute Sie, mein Führer:

In der alten Stadt Goslar die Huldigungen

des geeinten Bauerntums!

Wir Bauern sehen darin ein Symbol für

eine glückverheißende deutsche Zukunft!"

Dann stellt Reichsbauernführer Darre dem Führer die Bauernabordnungen aus den einzel­nen Gauen vor, die zum Teil im Braunhemd, zum Teil in der Tracht ihrer Heimat erschienen sind. Der Führer unterhält sich nun mit den einzelnen Bauernabordnungen lange Zeit und es entwickelt sich eine lebhafte Unterhaltung.

Gespräch des Führers mit den Bauern

Die Bauern erzählen von ihrem Wirken, spre­chen über die Lage der Landwirtschaft und dan­ken dem Führer für die tatkräftige Förderung ihrer Arbeit und dafür, daß er sie zum ersten Stand Deutschlands gemacht hat. Der Führer fragt, wie die Ernte gewesen sei, ob sie geborgen sei, erkundigt sich nach den Fruchtbeständen, nach der Pferdezucht, fragt die Bauern nach ihrem Schicksal. Und so hört man, wie das Geschlecht des einen Bauern schon tausend Jahre auf dem rheinischen Hof sitzt, daß Bauern von der Saar anwesend sind, deren Familien seit Jahrhunder­ten mit der Scholle verwurzelt sind, man sieht Angehörige alter Bauerngeschlechter, die Deutsch­land schon tausend treuester Söhne geschenkt ha­ben. Auch Bauern aus Danzig sind anwesend mit kernigen Gesichtern, mit schwieligen Fäusten und erdverwachsen die Niedersachsen. Alte Kampfkameraden trifft der Führer wieder, die er schon in den Jahren des Ringens sah und tauschte mit ihnen Erinnerungen aus.

Landarbeiter sind da von der Wasserkante mit dem goldenen Ehrenzeichen der Partei auf der Brust. Männer, die gegen Marxismus und Reak­tion dem Nationalsozialismus in Mecklenburg und Pommern kämpfend halfen. Der Führer bringt in der Unterhaltung zum Ausdruck, daß die Arbeit der Bauernschaft ein tägliches Wagnis sei, da er gegenüber anderen Berufsständen nie­mals die Sicherheit habe, ob seine Arbeit auch

das deutsche Volk und deutsche Reich in endlosen inneren Krisen die beste Kraft unserer Menschen zwecklos verbrauchen ließ, dann setzt die von die­sem Brudorkampf erlöste deutsche Nation ihre innere Stärke nunmehr wahrhaft schöpferisch und damit Werte schaffend an. Diese konzentrierte Kraft zur Daseinsbehauptung braucht unser deut­sches Volk aber heute dringender denn je, nicht weil wir Nationalsozialisten regieren, sondern weil 15 Jahre lang vor uns andere regiert haben. (Beifall.)

Denn uns hat ja leider das Schicksal nicht zu Erben eines blühenden Geschlechtes, sondern eines durch und durch bankerotten Unternehmens ge­macht. Wir konnten uns am 30. Januar des ver­gangenen Jahres nicht in Ruhe die Hände reiben und Erwägungen anstellen, wie wir die deutsche Politik, die deutsche Wirtschaft und überhaupt das deutsche Leben geruhsam und dennoch erfolg­reich weiterführen könnten.

Nein, uns blieb nichts anderes übrig, als augen­blicklich zu handeln. Aus dem ganzen Reich kam ein einziger Notschrei: die Städte vor dem finan­ziellen Ruin, die Markt- und Dorfgemeinden vor dem Zusammenbrach oder besser mitten in ihm, die Industrie vor dem Zusperren der letzten Fa­briken, der Handel vor dem vollständigen Erlie­gen, das Bauerntum in vielen Gebieten mitten in der Auspfändung, ein Drittel aller erwerbs- fähigen Menschen zum Stempelngehen verdammt und überall Schulden und leere Kassen. Wenn wir schon unseren früheren Gegnern ein Kompliment machen wollen, dann kann es nur das ein« sein: Daß sie fortgewurstelt haben, solange es nur irgendwie ging.

An dem Tage, da wir die Macht übernahmen, wußten sie weder politisch noch wirtschaftlich irgendeinen gangbaren offenen Ausweg.

Kann es eine schrecklichere Charakterisierung des damaligen Zustandes geben, als die stille selbst-

bezahlt werde. Er sei abhängig von Wetter und Wind. Ein Tag könne ihm die Hoffnung eines Jahres rauben. So trage der Bauer das größte Risiko für die Ernährung des deutschen Volkes und dieses Risiko müsse man ihm danken.

Als der Führer den Kaisersaal nach einer Stunde der Aussprache mit seinen deutschen Bauern wieder verläßt, überreichen ihm Berg­leute aus dem Oberharz ein traditionelles Eru- benlicht und tragen ihm eine Bitte vor.

Die Teiumphsahrt Goslad-Hameln

An diese Führerfahrt durch Niedersachsen wird man noch lange denken. Es war eine Fahrt, die so reich an Eindrücken und so überschäumend vor Liebe für den Führer gewesen ist, daß auch der Führer, der doch manch Aehnliches schon erlebt hat, sichtlich bewegt davon war. Die Zahl der Menschen, die auf der dreistündigen Fahrt rechts und links die Straßen bevölkerten, ist auch nicht annähernd zu schätzen. Und nur mit ganz wenig Augenblicken Unterbrechung pflanzten sich die Heil-Rufe von Mund zu Mund tausendfältig fort. Die Dörfer hatten geradezu gewetteifert im Aus­schmücken der Straßen. Sinnig, man möchte sagen künstlerisch, waren zum Teil die Früchte des Feldes aufgebaut. Hochbeladene Erntewagen mit einem lustigen Völkchen Bauernkinder reih­ten sich in den Dorfstraßen aneinander. Unzäh­lig waren die Erntekränze in mannigfachster Form und nach Hunderten zählten die Ehren­pforten. Manch' kernige und auch launige In­schrift schmücken die Ehrenpforten. Da dankt der junge Bauer dem Führer und verspricht Wehr- haftigkeit, dort wird das edle Waidwerk heran­gezogen und ein anderer Spruch lautet lakonisch: „Führer, wir grüßen Dir!" In den Ortschaften ist auch der letzte Mann und die letzte Frau auf der Straße, um den Führer zu grüßen. Beson­ders unsere Hitler-Jungens und Mädels haben heute einen großen wichtigen Tag. Eine eigene Ehrenpforte haben sie dem Führer sogar in einem Orte errichtet.

Die alte Bischofsstab« Hilbesheim

ist überhaupt nicht mehr wiederzuerkennen. So ein Schmuck an Fahnen und frischem Grün hat das Auge selten gesehen. Ganze Häuserfronten waren in Grün eingehüllt, dazu fast überall frischer Anstrich der alten ehrwürdigen Giebel. Wahrhaftig nicht nur ein Bild zum Malen, son­dern ein Bild, bei dem man Freudentränen weinen könnte. So hat sich dieses Hildesheim, ehemals Hochburg des Zentrums, verändert. Nicht nur äußerlich, auch innerlich. Denn ein solches Festbild kann nur hervorgebracht werden, wenn die Herzen dabei sind.

sondern stärker geworden"

sichere Ueberzeugung dieser anderen Parteiführer, daß wir solchen Schwierigkeiten gegenüber uns ohnehin keing sechs Wochen lang würden halten können? Man lese doch die Prophezeiungen unserer Gegner in den Monaten Februar und März des vergangenen Jahres nach, und man wird immer wieder auf die eine Feststellung stoßen: Der Na­tionalsozialismus kann höchstens zwei bis drei Monate regieren, dann muß der Zusammenbrach auch ihn beseitigen.

Wenn es daher heute Leute in Deutschland gibt, die sagen, daß die Bauern mit Schwierig­keiten zu kämpfen hätten, dann kann ich ihnen das nur aufrichtig bestätigen. Es sind die Schwierigkeiten, die ein Mensch zu überwinden hat, der ein durch und durch bankrottes Geschäft übernimmt und nun mit dreifachen Anstrengun­gen und zehnfachen Sorgen das wieder gut­machen muß, was andere faul und leichtsinnig zugleich in 15 Jahren vorher verwirtschaftet hatten (Beifall).

Ich frage Euch, meine deutschen Bauern, die Ihr in dieser Stunde hier und im ganzen Reiche mithört, habt Ihr selbst in den letzten Jahren etwa keine Sorgen gehabt? Ich glaube, mehr als genug! Hattet Ihr keine Schwierigkeiten? Sicher­lich mehr als zu viel! Was kann man aber von einer Regierung anders erwarten, die in einer solchen Zeit die Führung der Geschäfte einer Na­tion übernimmt, als daß sie selbst die gleichen Sorgen zu tragen und dieselben Schwierigkeiten zu überwinden hat, die das ganze Volk bedrücken?

Nicht wir Nationalsozialisten und nicht ich haben zum Beispiel dem deutschen Bauern Sorgen geschaffen. Aber die Sorgen der deutschen Bauern haben uns schwer bedrückt und zu schaffen gemacht. Ich möchte aber zunächst gar nicht von einem einzelnen deutschen Stand reden, sondern vom Stand der allgemeinen Verhältnisse.

(Fortsetzung der Rede auf Seite 2.)

Don Hildesheim gehts in die

alte Rattensängerstadt Kamel«, die in voller Geschäftigkeit ist. Sie ist der Durch­gangspunkt zum Bückeberg und kaum hat man Hameln verlassen, als sich längs des Weges Zelt­stadt um Zeltstadt erhebt. Hunderte von fliegen­den Händlern preisen die berühmten warmen Würstchen, Erfrischungen, Zuckerzeug und Fest­postkarten an. Die Bierzelte gleichen belagerten Festungen. Dazwischen stehen die Lastautos des Hilfszuges Bayern, die warmes Essen und warme Getränke ausgeben.

Auf dem Bückeberg

Der erste Blick vom Tal hinauf zum Bückeberg erscheint einem, als wäre dort oben ein Bienen­schwarm ausgeschwärmt. Eine ungeheuere Men­schenmasse schiebt sich oben hin und her. Rechts und links säumen den mächtigen Berg Tausende von Hakenkreuzfahnen ein und oben thront eine riesige Tribüne, während am Fuß des Berges eine kleinere Rednertribüne errichtet ist. End­lich hat sich der Wagen Platz geschaffen und steht hoch oben am Berg auf dem Parkplatz verstaut. Wir genießen von der Pressetribüne aus einen wundervollen überwältigenden Anblick des gan­zen Bildes. Dort unten rechts ein riesengroßes, silbergraues Hakenkreuz, das sich über mehrere Felder erstreckt: Es ist das Zeltlager des Arbeits­dienstes, der hier, nahezu 1000 Mann stark, die schwierigen Terrainarbeiten gemeistert hat. Un­ter uns zu Füßen 700 000 Menschen — sage und schreibe: Siebenhunderttausend! — ein Bild far­benfroh und strotzendes Leben. Da ist alles bunt durcheinandergewiirfelt: Zivil und Uniform.

Aber Disziplin wird gehalten. Ab und zu macht jemand schlapp, jedoch die Zahl ist unbedeutend. Jetzt marschieren an die tausend Fahnen und Standarten auf. Bunter wird 'noch das Bild. Das Rot leuchtet weithin. Und wenige Viertel­stunden später marschieren die Bauern in ihren Trachten im großen Mittelgang, der von Tribüne zur Tribüne führt, auf und verschönern dieses farbige Bild um ein vielfaches. Die Diploma­ten kommen und nehmen ihre Ehrenplätze ein. Drüben weit links am Wäldchen ists auch leben­dig geworden. Man sieht die Silhouetten reiten­der Kavallerie. Richtig. Die Reichswehr wird uns ja heute eine Gefechtsübung noch zeigen. Aber im Westen ballen sich über dem Gebirge dunkle Wolken zusammen. Wird zum Schluß die Kundgebung doch noch verregnet werden? Es wäre wirklich schade, denn seit 6 Uhr morgens sind diese 700 000 hier schon zusammengeströmt. Ein leichter Regenschauer geht auch wirklich nie­der, aber dann bricht wieder siegreich die Sonne durch die Wolken. Das Wetter verzieht sich. Die Kundgebung ist gerettet. Wann wird der Führer kommen? Um 3 Uhr ist sein Erscheinen angesagt. Aber um 3 Uhr melden 80 riesige Lautsprecher, daß er erst eben in Hameln eingetroffen sei. Man mutz Geduld haben. Eine solche Dreistundenfahrt geht langsam vor sich, denn jeder Ort will den Führer sehen und der Führer ist nicht der Mann, der nach der Art des Fllrstenbesuches im 100- Kilometer-Tempo an der Menge vorbeirast.

3,35 Uhr verkünden

21 Salutschüsse,

daß der Führer am Festplatz eingetroffen ist. Alle Augen blicken gespannt ins Tal, wo eine lange Auto-Kolonne des Weges kommt. Der Führer ist es. Wieder setzt jener, unbeschreibliche Jubel der Masse ein. Der Führer schreitet an der Seite des Generalobersten von Blomberg die Front der Ehrenkompagnie ab und begibt sich dann zwischen den Bauern in Trachten, sie leb­haft begrüßend, zur großen Ehrentribüne, auf der Höhe, wo ihn ein neuer Sturm der Begei­sterung empfängt. Fast vergebens sucht man die Masse, auch die Zuschauer auf der Ehrentribüne, zu beruhigen. Endlich gelingt es Dr. Goebbels

sich durchzusetzen, der aber auch gleich am Anfang mehrmals seine Rede unterbrechen muß, weil der Beifall kein Ende finden kann.

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Werder schlägt Hannover 97 4:0 Kehraus der Segler

Loof fährt schnellste Fahrt im Hamburger Stadtvarkrrennen

Die Deutschlandriege in Bremen

Die programmatische Mde des Führers

„Deutschland ist in den 12 Monaten nicht schwächer.