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Nr 301 / 4 . Vierteljahr
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Mittwoch, 31 . Oktober
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Kritische Lage der Londoner Flottenbefprechungen
Gegensätze prallen auseinander
Im Hintergrund der italienisch-französische Flottenkonflikt
Emigranten wandern
In Paris werden „deutsche" Hetzer des Landes verwiesen
Berlin. 30. Oktober.
Die Berliner Oeffentlichkeit erfährt heute abend, daß in Paris neuerdings täglich 4g deutsche Emigranten den Ausweisungsbefehl erhalten und das Land binnen 2 Tagen verlassen muffen. Wer nicht einwandfrei nachweisen kann daß er sich aus eigenen Mitteln erhält, mutz die Koffer packest, falls es einem französischen Staatsbürger einfallen sollte, einen Antrag auf Aus- weisung zu stellen. Auf diese Weise dürfte sich durchsetzen, datz französische Lrteraten, Schauspieler oder Geschäftsleute, die in den Emigranten ihre Konkurrenten sehend sich dieser Methode bedienen, um den Arbeitsmarkt zu ihren Gunsten zu entlasten. Unter diesen Umständen kann man es verstehen, datz die Hilfskomitees für die deutschen Emigranten immer lautere Hilfsfchreie ausstotzen.
Es ist kaum Jahre her, seit die ersten Emigranten in feierlicher Prozession vom Pariser Ostbahnhof abgeholt wurden und seit man sie als die Helden und Glücksbringer feierte. Die „deutschen" Vaterlandsverräter waren in Frankreich Trumpf. Inzwischen hat sich die Lage völlig geändert. Man weitz jetzt, datz man es mit üblen Schmarotzern und gewissenlosen Hetzern zu tun hat, deren Tätigkeit man im Interesse der Ruhe und Sicherheit unterbinden mutz.
In Berliner politischen Kreisen verweist man darauf, datz diese Welle des Unmutes den Emigranten gegenüber jedoch nur auf Frankreich beschränkt bleibt. Im Saargebiet sind Tausende von Emigranten auch heute noch die Schützlinge des französischen Völkerbundregimes. Sollte, was dem einen recht ist, nicht auch dem anderen billig sein?
Jäger zurückgetreten
Ministerialdirektor Jäger hat sein Amt als Rechtswalter der Deutschen Evangelischen Kirche in vollem Einvernehmen mit dem Reichsbischof niedergelegt.
Der Führer und Reichskanzler hat am Dienstag in Gegenwart des Reichsministers des Innern die Landesbischöfe Marahrens, Meiser und Wurm zu einer Aussprache empfangen.
Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, ist Ministerialdirektor Jäger auf seinen Wunsch aus seinem Amt als preußischer Ministerialdirektor und Leiter der Geistlichen Abteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung ausgeschieden.
Neichshandwerksmeifter dankt
Der Reichshandwerksmeister Schmidt hat an den Führer folgendes Telegramm gerichtet: „Mein Führer! Der Tag des Handwerks in Braunschweig hat seine Weihe durch Ihre Botschaft erhalten. Von der heutigen Arbeitstagung senden Ihnen die führenden Meister des Reichsstandes des deutschen Handwerks ehrerbietigste Grüße.
An Dr. Goebbels wurde folgendes Telegramm gerichtet: „Im Namen des deutschen Handwerks danke ich Ihnen für die zur Braunschweiger Tagung übermittelten Grütze und die Zusage weiterer fördernder Hilfe durch Ihr Ministerium. Mit diesem Dank erlaube ich mir, beste Glückwünsche zum Geburtstage zu übersenden."
Auf das Telegramm des Reichshandwerksmeisters an den Führer ist folgende Antwort eingelaufen: „An Reichshandwerksmeister Schmidt! Ich danke für Ihre Grütze und wünsche Ihrer Arbeit für das deutsche Handwerk Erfolg und Segen. Adolf Hitler."
Rom, 30. Oktober.
In der Sonntagsausgabe des „Popolo d'Jta- lia" zur 12-Jahr-Feier des Faschismus gibt der Staatssekretär des Auswärtigen, Suvich, einen Ueberblick über die Tätigkeit der faschistischen Regierung in der internationalen Politik während des abgelaufenen Jahres. Leider sei heute der Unterschied zwischen Faschismus und wahrer Friedenspolitik nicht immer klar erkannt. Der Pazifismus neige dazu, sich rosige Illusionen zu machen und an den schweren Problemen vorbeizugehen. Die wahre Friedenspolitik hingegen sei aktiv, sie zeige mutig die Gefahren und Uebel auf und suche sie zu heilen, wobei sie auch vor radikalen Mitteln unter Umständen nicht zurückschrecke. Die Außenpolitik der faschistischen Regierung sei von Anfang an solche aktive Friedenspolitik gewesen.
Zur Frage Abrüstung und Gleichberechtigung heiht es, es liege kein Anlaß vor, hier zu untersuchen, ob der Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund richtig war. Tatsache sei, datz damals Gelegenheit gewesen wäre, Deutschland die praktische Gleichberechtigung zu erteilen und es damit von seinem Schritt abzuhalten. Aus dieser Tatsache habe die italienische Denkschrift vom
London, 30. Oktober.
Der bei den Londoner Flottsnbesprechun- gen »on Japan vorgelegte Plan für eine neue Grundlage der Flottenbeschränkungen ist sowohl von Großbritannien als auch von den Vereinigten Staaten sehr kritisch ausgenommen worden. Wie zuverlässig verlautet, haben die amerikanische Flottermbordnung und auch die an den Besprechungen teilnehmenden britischen Minister den japanischen Vertretern mitgeteilt, datz der japanische Plan „äusterste Schwierigkeiten" darstellt. Diplomatische Beobachter erklären, die Verhandlungen seien zwar nicht an einen toten Punkt angelangt, würden jedoch sehr heikel sein. Macdonald, Simon und Monsell werden
Berlin, 30. Oktober.
Der L-.absleiter der PO., Dr. Ley, erörterte am Dienstagmittag in einer Pressebesprechung die Grundfragen der Organisation der Deutschen Arbeitsfront. Er hob eingangs hervor, datz es völlig unmöglich gewesen sei, den Organisationswust der alten Gewerkschaften beizubehalten. Allein schon verwaltungsmäßig gesehen, habe dieses ganze Durcheinander vereinheitlicht werden müssen. Am 1. Januar 1935 werde diese Organisation vollendet sein. Wenn man angesichts des bereits heute erreichten Erfolges frage, wie diese Neuordnung möglich gewesen sei, so müsse in erster Linie folgendes bedacht werden:
Sei Organisation früher eine Sache der Konstruktion gewesen, so habe der Nationalsozialismus die Bedeutung des Begriffes „organisieren" richtig gedeutet in „wachsen lassen". Die Organisation der Deutschen Arbeitsfront nach neuen nationalsozialistischen Grundsätzen und Gesichtspunkten, nach dem Vorbild der Partei, sei erst erfolgt, als die Verhältnisse schon gedrängt Hütten und nicht umgekehrt. So sei sie aus dem Volke herausgewachsen, und erst das habe den Erfolg verbürgt, aus Klassenfeinden und fanatischen Gegnern eine umfassende Eemein- schaftsorganisation aller schaffenden Deutschen zu machen.
Wenn die Beiträge auch weiter erhoben würden, so liege ihnen doch im Gegensatz zu dem Versicherungscharakter übelster und unsicherster Art aus der marxistischen Zeit im Grunde genommen etwas ganz anderes zugrunde. Sie seien Kampfbeiträge, weltanschauliche politische Beiträge. Die Deutsche Arbeitsfront sehe sie als das Betriebskapital an. um damit einen Schatz im Volke zu heben, Energien im Volke zu mobilisieren, die bisher brachgelegen hätten.
Die neue Verordnung des Führers und Reichs- kanzlers zeige den weiteren Weg auf. Politisch
7. Februar 1034 gefußt, indem es für Deutschland die geforderte Mindestausriistungen vorsah und für die anderen Staaten eine Beschränkung aus den jetzigen Stand.
Aber diese Denkschrift sei aus verschiedenen Gründen nicht durchgedrungen. In England hab« die Abrüstung so tiefe Wurzeln in der öffentlichen Meinung geschlagen, datz keine Regierung dem Volke eine Abmachung vorsetzen konnte, die den Status quo sanktionierte und dazu noch eine Aufrüstung Deutschlands vorsah. Die französische öffentlich« Meinung hingegen hätte jede Regierung hinweggefegt, die die deutsche Aufrüstung mit einer Verminderung der französischen Rüstungen in Zusammenhang gebracht hätte. Neue Möglichkeiten müßten sich nach dem Scheitern der Abrüstungskonferenz erst wieder durch den sogenannten Ostpaktpl'an ergeben. Gewiß habe die italienische Regierung niemals allzu groß« Sympathie für so umfangreiche Systeme von Pakten und Gegenpakten gehabt. Aber in diesem besonderen Falle glaubte sie, ihre Zustimmung zum Ostpakt nicht versagen zu können, teils weil die in London vorgenommenen Aenderungen ihm den Charakter einer Einkreisung Deutschlands nahmen, hauptsächlich aber, weil er in der Frag« der Gleichberechtigung einen Schritt vorwärts er-
in den nächsten Tagen weitere Besprechungen mit den Japanern haben. Vielleicht treffen die amerikanischen und die japanischen Vertreter morgen wieder zusammen. Norman Davis leidet, wie erklärt wird, an „Ermüdung" und manche Kreise sehen darin einen Versuch, die Besprechungen solange wie möglich hinzuhalten.
London, 30. Oktober
Die Morgenpresse befaßt sich mit dem bisherigen Verlauf der Flottenbefprechungen. Die Lage gilt keineswegs als aussichtsvoll. Japans Forderungen sollen vorläufig eine völlige Stockung der Verhandlungen herbeigeführt haben. „Times" berichtet Einzelheiten über die Aussprache zwischen den englischen und amerikanischen Vertretern. Dabei soll hauptsäch-
völlig eindeutig und klar, besage sie, wie Dr. Ley hervorhob, nicht etwa, daß die Deutsche Arbeitsfront die Rechtsnachfolgerin der alten Gewerkschaften sei, denn sie sei die Zusammenfassung aller schaffenden Deutschen, nicht nur einzelner Zweige. Das Reichsarbeitsgericht sowohl wie das Reichsgericht hätten ia auch schon früher einstimmig die vollkommene Neuartigkeit dieser Organisation bestätigt. Die Deutsche Arbeitsfront, die heute finanziell das Gesundeste darstelle, was je bestanden habe, sei weiterhin auch auf eigenes Vermögen aufgebaut.
Hingegen Hätten die alten Gewerkschaften allein schon an dem Ballast ihres wirtschaftlichen Aufbaues zugrunde gehen müssen, und es sei die Aufgabe, allen noch da und dort mitgeschleisten Ballast abzustoßen; es solle nur das übernommen
Washingto«, 30. Oktober.
Dr. Cckener, der nun Montag ausführlich vor dem Luftfahrtausschuß über den Stand des Luftschiffbetriebes sprach, erläuterte auch seine Pläne für die Zukunft. Er machte dabei die Zusiche- rung, daß er im Sommer 1035 mit dem neuen Zeppelin-Luftschiff „l, 2 120" Versuchsfahrten zwischen Friedrichshafen und Nordamerika unternehmen wolle. Er stelle das neue Luftschiff auch für zehntägige Rundfahrten in Amerika zur Verfügung. Im Herbst 1035 würde „I- 2 120" in den Südatlantik-Dienst eingestellt werden. Der Luftfahrtausschuß versprach, dem Bundeskongreß eine
schien und damit eine zukünftig« Abrüstung erleichtern würde.
Nach dem Scheitern der Ostpaktfrage stehe es nicht der italienischen Regierung zu, neue Vorschläge auf diesem Gebiet zu machen. Jedenfalls sei Italien in der Frage der Abrüstung immer bereit, die Brücke über den tiefen Abgrund, der Frankreich und Deutschland trenne, mit- schlagen zu helfen. Freilich könne es weder Frankreich noch Deutschland dazu zwingen, über diese Brücke hinüberzuschreiten.
Zur Donaufrage, deren Wichtigkeit besonders hervorgehoben wird, wird u. a. ausgeführt, die österreichische Unabhängigkeit sei ein wesentlicher Faktor des Friedens und des Gleichgewichts in Europa. Und nur wegen dieses Friedens und Gleichgewichts stehe Italien in erster Linie bei der Verteidigung der österreichischen Unabhängigkeit. 2n diesem Zusammenhang zitiert der Verfasser die Rede Mussolinis in Mailand: „Diejenigen, die behaupten, datz Italien in jener Republik aggressive Ziele verfolge und eine Art von Protektorat über sie ausüben möchte, sind entweder nicht auf dem laufenden oder sie lügen bewußt. Italien handelt Oesterreich gegenüber in allen seinen politischen Aeußerungen nur im Interesse des europäischen Friedens."
lich die Lage behandelt worden sein, die durch die neuen japanischen Vorschläge entstanden ist. Sowohl im englischen wie im amerikanischen Lager wird als Haupthindernis die japanische Forderung nach völliger Gleichheit der Eesamttonnage der drei Seemächte betrachtet. Immerhin wäre man zu Abänderungen am Washingtoner Vertrag grundsätzlich bereit und zwar ist nach der „Times" bei der britischen Delegation eine größere Bereitschaft dazu zu finden, als bei der amerikanischen. Gegenüber dem japanischen Versuch, zwischen Kriegsschiffen mit ausgesprochenem Angriffscharakter und solchen mit ausgesprochenem Verteidigungscharakter zu unterscheiden, ist man auf britischer Seite keineswegs geneigt, zuzugeben, datz das U-Boot ausschließlich eine Verteidigungswaffe darstelle. (Forts. S. 2.)
und beibehalten werden, was dem Arbeitsmenschen nutze und Vorteil bringe. Die früheren Eewerkschaftshäuser an sich z. B., zumeist aufgebaut unter bewußter Anwendung des Primitivitätskultes, patzten nicht in den neuen Staat, dessen Eemeinschaftshäuser das Schönste sein mutzten, was die Stadt auszuweisen habe. Die kommenden Ausführungsbestimmungen zu der neuen Verordnung würden im einzelnen genaue Klärung bringen. Es gelte jetzt, nicht übermütig zu werden, wie Dr. Ley mit Nachdruck hervorhob, und den Sinn der Verordnung nicht mitzzuver- stehen.
Es komme besonders darauf an, Disziplin zu halten und unter gar keinen Umständen über das Ziel hinauszuschießen. Gelinge das, so werde diese Verordnung den größten Segen für unser Volk bringen.
Vorlage zugehen zu lassen, in der von der Regierung Mittel für die Durchführung der Versuchsfahrten des „I- 2 120" nach Nordamerika zur Vorbereitung eines regelmäßigen Nordatlantischen Lustschiffdienstes durch Bau von drei bis vier Zeppelin-Luftschiffen sowie für die Ausbildung der für diese Luftschiffe benötigten Mannschaften angefordert werde», falls sich die zuständigen Behörden für die Annahme des Planes Dr. Eckeners entscheiden sollte».
Dr. Eckener empfahl dem Lustfahrtausschuß ferner die Einrichtung eines die Welt umspannenden Luftschifsdienstes zwischen Deutschland, Nordamerika» Südamerika, Holländisch-Jndien und Brktisch-Jndien. Ein seetüchtiges Luftschiff, so sagte er, sei bereits vorhanden. Man müsse nur ohne Zögern zugreifen. Das Heliumgas, das für die Verwirklichung dieses großen Planes erforderlich sei, müsse allerdings von der Regierung der Vereinigten Staate», die das Helium-Monopol besäße, zur Verfügung gestellt werde». Eckener belegte zahlenmäßig, daß der Zeppelin-Dienst zwischen Deutschland und Südamerika einträglich ist.
Spannung London-Kairo
London, 30. Oktober
„Times" veröffentlicht einen Bericht ihres Korrespondenten in Kairo, der sich mit der neuerdings aufgetretenen Spannung in den ägyptisch-britischen Beziehungen befaßt. Ziemlich unverhüllt wird darin der Rücktritt des Ministerpräsidenten Yehia Pascha verlangt. Im einzelnen wird dazu u. a. ausgeführt, es „herrsche die Empfindung", daß das ägyptische Kabinett nicht mehr lange mit dem Rücktritt auf sich warten lassen werde. Der Ministerpräsident Yehia Pascha habe seine Beziehungen zum britischen Oberkom- missar in Aegypten äußerst schwierig gestaltet, und zwar gerade in einem Augenblick, in dem eine enge Fühlung zwischen der britischen und der ägyptischen Regierung ganz besonders wünschens-. wert sei.
Der englische OLerkommissar für Aegypten hat vor einiger Zeit der ägyptischen Regierung einige „Ratschläge" erteilt, deren Ziel es gewesen sein soll, eine Besserung der innerpolitischen Lage in Aegypten herbeizuführen
England
und Skandinavien
(Von unserem stänäigsa noräisebsn O. L.-Lorrssponäsntsn)
Kopenhagen, Ende Oktober.
Der englische Lordsiegelbewahrer Eden, der besondere Reisevertreter des britischen auswärtigen Amtes in politischen Angelegenheiten, hat in diesen Tagen den Regierungen der drei skandinavischen Staaten einen Besuch abgestattet. Die skandinavische Presse ist auffallend eifrig bemüht gewesen, diese skandinavische Reise Edens als einen harmlosen Freundschaftsbesuch hinzustellen, dem keine besondere politische Bedeutung beizumessen ist und der jedenfalls keine Spitze gegen andere Nationen hat. Sogar sonst ausgesprochen deutschfeindliche Presseorgane haben bei dieser Gelegenheit den traditionellen Willen der skandinavischen Länder zur strikten Neutralität in der auswärtigen Politik unterstrichen und auch die große Bedeutung von der Aufrechterhaltung und dem Ausbau der freundschaftlichen Beziehungen zu dem großen Nachbarvolk im Süden hervorgehoben. Für den deutschen Beobachter klingt dies fast zu schön, um ganz wahr zu sein. Das plötzliche Sicherinnern der sonst deutschfeindlichen Zeitungen, was deutsche Kultur für die skandinavischen Völker bedeutet und gerade anläßlich des Besuches eines englischen Staatsmannes, scheint etwas verdächtig. Und doch bergen die schönen Versicherungen einen Kern von Aufrichtigkeit in sich. Sie sind nämlich ausschließlich an die eigenen Völker gerichtet und auch die deutschfeindlichen Zeitungen wissen nur zu genau, daß die überwältigende Mehrheit dieser Völker für strikte Neutralität und Pflege der freundschaftlichen Beziehungen mit Deutschland ist. Diese Mehrheit ist es, die anläßlich des englischen Besuches beruhigt werden soll.
In der Tat hat Edens skandinavische Reise keine solche Bedeutung für die große Welt- olitik, wie etwa die Reisen Barthous sie atten. Es gilt als ausgeschlossen, daß der englische Staatsmann die skandinavischen Regierungen etwa für einen Ostlocarnopakt yat interessieren wollen. Andererseits handelt es sich natürlich auch nicht um eine reine Vergnügungsreise oder einen Freundschaftsbesuch des englischen Lordsiegelbewahrers. Die Reise muß also eine Informationsreise sein und als ein Glied in den englischen Bemühungen, Skandinavien wirtschaftlich und politisch zu gewinnen, bewertet werden.
Diese Bemühungen setzten bekanntlich besonders intensiv em, als die englische Wirtschaft am härtesten unter der Krise zu leiden hatte, und sie haben mit der allgemeinen Konjunkturbesserung keineswegs nachgelassen. Im Gegenteil sind diese Bestrebungen, die anfänglich nur wirtschaftliche Ziele verfolgten, nachträglich auch auf das kulturelle und politische Gebiet ausgedehnt worden. Englisch-skandinavische Gesellschaften zur Pflege der kulturellen Beziehungen sind selbst in kleinen Städten gegründet worden, und sie entwickeln eine lebhafte Tätigkeit, veranstalten Vortrüge bekannter englischer Persönlichkeiten usw.
Angesichts der Rührigkeit der englisch-skandinavischen Gesellschaften ist es traurige Pflicht des Berichterstatters, feststellen zu müssen, daß die deutsch-skandinavischen Gesellschaften ihrerseits über Schwierigkeiten klagen, deutsche führende Persönlichkeiten als Vortragende zu gewinnen.
Daß England und die skandinavischen Länder eine allgemeine politische Fühlungnahme miteinander wünschen, ist an und für sich nicht verwunderlich. Die nordische Staatengruppe und das britische Jnselreich sind
Neuordnung in Katalonien
Sonderbeauftragter der spanischen Regierung entsandt
Madrid, 30. Oftober.
Ministerpräsident Lerroux erklärte Pressevertretern, die Regierung habe die Absicht, einen Sonderbeauftragten nach Katalonien zu entsenden mit der Aufgabe, dort die politischen Notwendigkeiten und insbesondere die weitere Anwendung des katalanischen Autonomiestatuts zu studieren. Lerroux betonte hierbei ausdrücklich, daß im Gegensatz zur bisherigen Uebung ia Zukunft die gesamte Polizei Kataloniens wieder ausschließlich von der Madrider Zentralregierung abhängen werde. Diese Notwendigkeit sei klar erwiesen durch die letzten Vorgänge in Katalonien. Der Ministerpräsident bestätigte ferner das ,chon seit einiger Zeit umlaufende Gerücht, wonach der frühere Minister Prieto nach Frankreich entkommen sei.
Wie aus Ooiedo in Asturien gemeldet wird, sind dort 41 Kinder, die den revolutionären Kämpfen zum Opfer fielen, beerdigt worden! Inzwischen konnten zwei weitere Kinderleichen aus den Trümmern eines zerstörten Hauses geborgen werden.
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Italien will vermitteln
GS Will ln der Frage der Abrüstung den „tiefen Abgrund zwischen Deutschland und Frankreich"
erneut überbrücken helfen
Zusammenfassung aller Schassenden
Dr. Leg über Grundfragen der Deutschen Arbeitsfront
Kommt -er Welt Luftschiffs-iensi?
Dr. Eckeners Pläne mit dem neuen Großluftfchiff