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Dienstag. 30. Oktober
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Nantes
Nach dsm radikalsozialistischsn Parteitag
K.Nü. Bereits vor dem Zusammentritt des radikalsozialistischen Parteitages in Nantes durfte der französische Ministerpräsident Doumergue damit rechnen, daß ihm die Partei Herriots, die in der Abgeordnetenkammer zusammen mit' der Linken jederzeit über das Schicksal des Burgfriedenskabinetts entscheiden könnte, bei der Durchführung seiner Verfassungsreformpläne keine unüberwindbaren Schwierigkeiten in den Weg legen würde. Weit über die Hälfte aller Landesverbände der radikalsozialistischen Partei hatte sich in mehr oder weniger klaren Vorentscheidungen für eine weitere Mitarbeit im Kabinett des Waffenstillstandes ausgesprochen. Bekanntlich gehören der Regierung Doumergue außer Staatsminister Herriot und dem Innenminister Marchandeau noch vier führende Radikalsozialisten an; ihnen allen ist jetzt in Nantes die Blankovollmacht für die Beibehaltung ihrer Koalition mit dem „nationalen Block" erteilt worden. Das heißt: Die größte Partei Frankreichs hat, allen Verlockungen von links her zum Trotz, ihre traditionelle antimarxistische Haltung nicht verleugnet und dem von der sozialistischkommunistischen Front erneut propagierten Kartellgedanken die endgültige Absage erteilt.
Insofern hat der radikalsozialistische Kongreß Klarheit geschaffen. Im Mittelpunkt der Tage ron Nantes stand aber nicht eigentlich eine parteipolitische Frage: Die Absicht Doumergues, auf dem Wege einer legalen Aenderung der Verfassung die Regierungsautorität wesentlich zu stärken, hatte vielmehr eine staatspolitische Entscheidung weittragender Bedeutung gefordert. Obschon der französische Ministerpräsident seinen Reformplan der Öffentlichkeit absichtlich noch nicht in allen Einzelheiten unterbreitet hatte, wußte man doch in Nantes, daß die Regierung das Recht zur „Kammerauflösung ohne Zustimmung des Senats" beansprucht. Nachdem die radikalsozialistischen Senatoren der Verringerung ihrer verfassungsmäßigen Rechte unter Hinweis auf die Gefahr einer Diktatur starke Bedenken entgegengesetzt hatten, glaubte der für die Staatsreform eingesetzte Parteiausschuß die Lösung in der (vom Kongreß gebilligten) Formel gefunden zu haben, „daß im Falle eines ernsten Konflikts zwischen beiden Kammern oder zwischen der Regierung und der Abgeordnetenkammer allein dem Volk die Entscheidung zufällt." Wenn nunmehr zwar nicht anzunehmen ist, Laß sich Doumergue für die Fahrt nach seinem Ruhesitz in Tournefeuille statt nach Versailles zur Nationalversammlung entschließen wird, so harrt doch der verfassungspolitische Konflikt noch wie vor der Lösung. Die Kämpfe, die eigentlich in Nantes stattfinden sollten, werden sich auf Grund des Auftrags Herriots, mit seinem Regierungschef im Sinne einer „Wahrung der republikanischen Grundrechte" zu verhandeln, mit doppelter Schärfe im Kabinett abspielen. Der Führer der Radikalsozialisten wird hierbei seinen Haupigegner nicht im kompromißbereiten Ministerpräsidenten, sondern in Tardieu finden, über dessen Rechtspolitik unser Pariser Mitarbeiter hier kürzlich ausführlich berichtete. Wer Sieger bleiben wird, ist durchaus nicht so sicher vorauszusagen, wie man das Ergebnis von Nantes politisch vorwegnehmen konnte. Immerhin geht Herriot nach seinem Erfolg auf dem Parteikongreß mit recht scharfgeschliffenen Waffen in jenen für Frankreichs innenpolitische Zukunft so wichtigen Kampf.
Doumemue verhandelt
Paris, 29. Oktober.
Minister treten Dienstagvormittag zu einem ettsrat zusammen, dem man nach den Ve- n des radikalsozialistischen Parteitages von s große Bedeutung beimißt. Es rst wahr- ich daß die Frage der Staatsreform ange- en'wird, obwohl noch nicht feststeht, ob be- bestimmte Vorschläge, die einen Ausgleich m den Forderungen des Ministerpräsidenten :n Wünschen der radikalsozialistischen Partei 'eiten zur Erörterung kommen werden. Zu- wird Ministerpräsident Doumergue mit dem r der Radikalsozialisten, Herriot vor der ierberatung eine Zusammenkunft haben rn e aus den Beschlüssen des-radikastozialisil- Parteitages sich ergebenden Möglichkeiten st werden sollen.
er Polizeipräsident in Breslau. Wie der che Preußische Pressedienst mitteilt, hat der ische Ministerpräsident den Regieruilgsrat ,el t in Breslau zum Polizeipräsidenten er-
Gm Interview mit dem deutschen Außenminister
Argentinischer Markt neu eröffnet
Engere Gestaltung der deutsch-argentinischen Wirtschaftsbeziehungen
Berlin, 29. Oktober.
Reichsminister des Aeußeren, Freiherr v. Neurath, hat der Zeitung „Nacion" aus Anlaß des neuen deutsch-argentinischen Abkommens über den Handels- und Zahlungsverkehr eine Unterredung gewährt, in der es u. a. heißt:
Der Abschluß des deutsch-argentinischen Abkommens über den Handels- und Zahlungsverkehr bietet mir eine willkommene Gelegenheit, erneut festzustellen, daß Deutschland stets großen Wert auf enge und ausgedehnte Handelsbeziehungen mit Argentinien gelegt hat und auch für die Zukunft aufrichtig wünscht, daß in dieser Hinsicht keine Aenderung eintritt.
Nachdem Argentinien seine Handelspolitik während der letzten Jahre in neue Bahnen gelenkt und verschiedene Abkommen mit anderen Staaten, so u. a. auch mit England und Italien geschlossen hat,
ist es mir eine besondere Freude, nunmehr zu wissen, daß es den deutschen und argentinischen Unterhändlern gelungen ist, zum Nutzen beider Länder handelspolitische Abmachungen auf neuer Grundlage zu treffen. Ich sehe in dieser Tatsache eine Festigung der alten traditionellen Freundschafts- und Handelsbeziehungen zwischen unseren Ländern.
In Argentinien scheint der wirtschaftliche Tief- stand bereits überwunden: er hat einem lebhaften Konjunkturaufschwung im Wirtschaftsleben Platz gemacht. Auf deutscher Seite ist durch die straffe Zusammenfassung aller wirtschaftlichen, politischen und völkischen Kräfte auf neuer Grundlage die Gewähr dafür geschaffen, daß sich die Initiative der deutschen Industrie und des deutschen Handels weitgehend entfalten kann. Ich verkenne natürlich keineswegs, daß das neue Abkommen nicht alle Hoffnungen erfüllt, die auf beiden Seiten gehegt sein mögen.
Nichtsdestoweniger bin ich überzeugt, daß das Abkommen in hohem Maße geeignet ist, die mengenmäßige Sicherstellung des Absatzes sonstiger wichtiger argentinischer Landesprodukte in Deutschland zu gewährleisten und umgekehrt den deutschen Jndustrieprodukten in Argentinien einen Markt neu zu öffnen. Außerdem sehe ich in der Tatsache, daß es gelungen ist, den Bezug argentinischer Landesprodukte und den Absatz deutscher Jndustrieerzeugnisse auf einer solchen Basis durchzuführen, die die zahlreichen Schwierigkeiten umgeht, die sich im Zahlungsverkehr zwischen so vielen Ländern heute ergeben, ein glückliches Zeichen für die praktische Wirksamkeit des Abkommens.
Und so glaube ich, daß beide Länder aus dem neuen Abkommen die Hoffnung herleiten dürfen, daß sich die deutsch-argentinischen Wirtschaftsbeziehungen in Zukunft zum Nutzen beider Volkswirtschaften immer enger gestalten werden.
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Klassenkamps ein Werk des Teufels
Macbonolö, Baldwin und Simon loben die nationale Regierung Englands
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London, 29. Oktober.
Ministerpräsident Macdonald, der Führer der Konservativen Partei, Valdwin, und der Vertreter der Liberalen, Minister Sir John Simon, legten bei einem Frühstück die künftige Politik der Regierung dar. Macdonald hielt hierbei seine erste politische Rede seit seiner Rückkehr aus Kanada.
Er stellte u. a. fest:
Man könne nicht leugnen, daß das Werk der nationalen Regierung den großen Mittelpunkt des britischen Reiches in seiner Ehre, seiner Achtung und seinem Ansehen mehr gehoben habe als je zuvor. Man hab« gesehen, wie in einer Nation nach der andern in Europa die Freiheit verschwunden sei. „Ich glaube an Freiheit", rief der Ministerpräsident. „Einige Leute sagen, daß ich Gesetze und Ordnung übertreten habe, um sie aufrecht zu erhalten. Wenn es nötig ist, werde ich es wieder
tun." (Diese Bemerkung war offensichtlich eine Bezugnahme auf die Regierungsvorlage über „Aufreizung zur Auflehnung").
Macdonald fuhr fort, so lange er und seine Mitarbeiter Gesetze machen könnten, die kein Mann und keine Frau verhinderten, die Freiheit zu verteidigen, würden sie nicht Leiseitestehen und davon absehen, die Schritte zu tun, die sie für notwendig erachten, um die Freiheit des Ganzen zu schützen. DasLandkönne sich imAugenblick eine Rückkehr zur Parteipolitik nicht leisten. Macdonald rief besonders die junge Generation zur Mitarbeit auf. Sie solle in der nationalen Regierung den Ausdruck einer großen Philosophie sozialen Fortschritts sehen. Stabilität und organische Evolution seien die einzige Politik, die Regierung und Nation weiterbrächten. Der Klassenkamps sei ein Werk des Teufels.
Nach Macdonald sprach Baldwin. Was auch immer die Ansicht über die nationale Regie
rung im Innern sei — so sagte er — im Ausland stehe sie hoch im Ansehen wegen des Auftrages, der ihr vom englischen Volk erteilt worden sei und wegen der Gemeinschaft, die hinter ihr stehe. Ich sehe, so erklärte Baldwin, in der nahen Zukunft keine Aussicht für eine Rückkehr zu den Parteikämpfen von früher. Es müsse alles getan werden, um die Einheit aufrechtzuerhalten, die augenblicklich in der nationalen Regierung besteht. Das englische Volk müsse erneut überredet werden, die nationale Regieruug mit einer weiteren Machtspanne zu betrauen.
Auch Sir John Simon erklärte, daß das System der politischen Zusammenarbeit fortdauern müsse. Im Ausland bestehe kein Zweifel daran, daß die nationale Regierung für England gut gewesen sei. Das augenblickliche Zeitalter sei ein Zeitalter nicht des Zwistes, sondern der Zusammenarbeit.
Dr. Eckener in Amerika
Gedankenaustausch mit Regierungsmitgliedern Washington, 29. Oktober.
Dr. Eckener, der auf Einladung der Bundesregierung zurzeit hier weilt, wurde von sämtlichen in Frage kommenden Behörden eingehend über seine Erfahrung im internationalen Luftschiff- verkehr und über die Einrichtung eines Nordatlantischen Flugdienstes befragt. Er hatte eine Reihe Unterredungen mit dem Postminister, dem Han- delsminister und Vertretern der Admiralität. Montag nachmittag wurde Dr. Eckener von Präsiden t R o o s e v e l t ins Weiße Haus zum Tee geladen, wo zwischen beiden Männern eine Aussprache über Ozeanflüge stattfand, denen Roose- velt sehr reges Interesse entgegenbringt.
Montag vormittag erschien Dr. Eckener vor dem amerikanischen Luftfahrtausschuß und gab in Anwesenheit zahlreicher Zuhörer bereitwilligst Auskunft über die Entwicklung und den gegenwärtigen Stand des Luftschiffbetriebes In einer 20 Seiten langen Denkschrift legte Dr. Eckener außerdem auf Wunsch des Ausschusses genaue Einzelheiten dar, aus denen hervorgeht, daß der Flugverkehr über dem Nordatlantik nicht nur durchführbar, sondern auch ungefährlich und wirtschaftlich sei. Am Schluß des Besuches sprach der Ausschuß Dr. Eckener für seine wertvollen Ratschläge herzlichen Dank aus.
26 Aufständische getötet
Freimaurer organisierten den Putsch in Spanien Madrid, 29. Oktober
Die Beteiligung des Freimaurertums an den Ereignissen in Asturien wird immer deutlicher. Unter den bisher verhafteten Revolutionären befinden sich hervorragende Logenmitglieder. Auch aus den beschlagnahmten Schriftstücken, die zum Teil aus der spanischen Hauptstadt herrühren sollen, geht die verantwortliche Beteiligung weiter Freimaurerkreise hervor. Nach den bisherigen Ermittlungen, durch die der geistige Urheber der Vorgänge in Asturien festgestellt werden soll, kann angenommen werden, daß die Sozialdemokraten und Kommunisten unter der geistigen Führung des Freimaurertums gestanden haben und die gesamte Organisation in der Hand gemeinsamer geheimer Ausschüsse gelegen hat. In 'Nordafrika, das sehr stark unter dem Einfluß der Logen steht, ist es bereits erwiesen, daß die
führenden Köpfe der antinationalen Kräfte fast ausschließlich Freimaurer gewesen sind.
Wie aus Oviedo berichtet wird, wurden bei der Aushebung eines Aufständischennestes in den Bergen durch Regiernngstruppen 28 Revolutionäre getötet. Es sollen sich noch weitere Trupps von Aufständischen in Asturien versteckt halten. Falls sie bei der Aufforderung, sich zu ergeben, Widerstand leisten, haben sie rücksichtslose Bestrafung zu erwarten.
Deutsch-dänisches Abkommen
Im Auswärtigen Amt wurde am Montag durch den Staatssekretär des Auswärtigen Amts und den Berliner Königlich Dänischen Gesandten Kammerherrn Zahle ein deutsch-dänisches Abkommen über Erleichterungen im kleinen Erenz- verkehr unterzeichnet. Das Abkommen bezweckt, den kleinen Grenzverkehr an der deutsch-dänischen Grenze entsprechend den Bedürfnissen der Bewohner der Grenzgebiete zu regeln. Es tritt einen Monat nach Austausch der Ratifikationsurkunden in Kraft.
Wahrheit setzt sich durch
Würdigung der Erfolge der nationalsozialistischen Politik durch ein griechisches Blatt
Athen, 29. Oktober
In einem ausführlichen Leitartikel bespricht die in Griechenland am meisten gelesene unabhängige rechtsstehende Zeitung „Hestia" die Bestrebungen nach staatlicher Erneuerung, wie sie heute in Italien, Frankreich, England und Deutschland zu beobachten seien. Ein besonderes Lob wird hierbei den deutschen Bemühungen um diese Ziele gezollt. Vor allem fesselt es die Aufmerksamkeit des Lesers, daß die günstigen Ergebnisse der von Hitler geführten Politik auf allen Gebieten des sozialen, politischen und wirtschaftlichen Lebens besonders gewürdigt werden. Lurch diese Erfolge, so sagt die Zeitung u. a., werde Deutschland sicherlich stark und einig werden und zuversichtlich in eine bessere Zukunft blicken.
I können.
Das Buch und der Schaffende
Von
Osrksrck Ltarobs
Wir Nationalsozialisten wissen, daß das Volk selbst der ewig fließende Quell der Kunst ist. Nur die jüngste Vergangenheit hatte das vergessen. Wir brauchen nicht bis ins Mittelalter zum Meistergesang und zur Blüte des Volksliedes zurückzugreifen, um das Volk als Nährboden künstlerischen Schaffens zu erkennen. Johann Sebastian Bach, Goethe, Wagner und Hebbel, sie alle sind Kinder des Volkes gewesen. Der Liberalismus züchtete erst den Standesdünkel, und mit ihm wurde die offizielle Kunst zum
Norwegische Aufträge für deutsche Werften!
(Näheres im Schisfahrtsteil)
mindesten aus eine ganz bestimmte Schicht beschränkt, die es gar nicht merkte, daß ste eigentlich Spielball bolschewistischer Kräfte wurde, die sich ihr getarnt näherten.
Für die Literaten gab es den Remarque, und den Musikern wurde eine „Dreigroschenoper" als „Kunst" serviert. In Wirklichkeit handelt es sich um Propaganda für den Bolschewismus, dessen Drahtzieher genau wußten, daß sie an große Teile sogenannter „gebildeter" Menschen niemals allein von der Politik aus herankämen. Die Kunst war zu einer Angelegenheit volksfremder Intellektueller geworden, und jedem, dem das natürliche Gefühl sagte, daß diese Hirn- produkte angeblicher „Künstler" nichts mit wahrer Kunst zu tun hatten, wurde vorgeworfen, er sei ungebildet oder ein Banause. Kein Wunder, daß die breiten Massen des Volkes dieser Art von Kultur entfremdet wurden, die nicht gebunden war an die rassischen Voraussetzungen derer, für die sie bestimmt war. Ja, ganze Teile des Volkes wurden grundsätzlich ausgeschlossen aus dem Kreis derjenigen, die überhaupt die Kunst verstehen und empfangen sollten. Der Arbeiter galt den Intellektuellen als viel zu primitiv und ungebildet, um überhaupt als Kunstverstehender in Frage zu kommen.
Wie wenig kannten die Intellektuellen den deutschen Arbeiter! Sie wußten nicht, daß ihm nicht nur die materielle Not, sondern in viel stärkerem Maße die seelische an den Grundlagen seines Daseins rüttelte. Er lechzte förmlich nach geistiger Kost. Und die marxistischen Propheten nutzten das aus und verstanden es, diesem seelischen Bedürfnis des schaffenden Menschen entgegenzukommen, indem sie ihr klassenkämpferisches Ideengut bei kultisch aufgezogenen Morgenfeiern, in den Arbeitergesangvereinen usw. verbreiteten.
Dem Nationalsozialismus war seit Anbeginn fernes Kampfes klar, daß die Arbeiterfrage keine Magenfrage ist. Gewiß ist die Erfüllung materieller Forderungen eine ganz selbstverständliche Voraussetzung, denn wo der Hunger regiert, hört alles Streben nach Höherem und Geistigem auf. Sie ist aber nicht das Entscheidende.
Der neue Staat und der ihn tragende Nationalsozialismus haben daher erst einmal versucht, die vom Liberalismus und Marxismus dem schaffenden deutschen Menschen planmäßig eingeimpften Minderwertigkeitsgefühle zu beseitigen und allen zu lehren, stolz auf die Arbeit zu sein, die sie leisten. Neben der seelischen Ausrichtung des schaffenden Menschen und der Förderung der Kunst,
Marxistische Korruption
Maßregelung belgischer Goziallften durch ihre eigene Partei
Brüssel, 29. Oktober
Am Sonnabend und Sonntag hielt die sozialistische belgische Arbeiterpartei einen außerordentlichen Parteitag ab. Hinter verschlossenen Türen wurde zunächst über den Fall der „Ar- Leiterbank" verhandelt. Dieses völlig nach kapitalistischen Grundsätzen aufgebaute und verwaltete marxistische Unternehmen hatte vor geraumer Zeit die Schalter schließen müssen. Die Regierung hatte sich damals zu einer finanziellen Unterstützung entschlossen und dadurch den völligen Zusammenbrach der mit der Bank zusammenhängenden sozialen und wirtschaftlichen Einrichtungen der Partei verhindert. Ueber die Geschäftsführung der leitenden Persönlichkeiten hat eine von der Partei eingeleitete Untersuchung vor einiger Zeit recht bezeichnende Dinge ans Tageslicht gebracht.
So hat einer der Hauptbeteiligten, der ehemalige Minister Anseele, der zu den Gründern der Partei gehört, es verstanden, für sich
allein aus dem Unternehmen eine verschleierte jährliche Tantieme zu ziehen, die nach unwidersprochen gebliebenen Zeitungsmeldungen 400000 Franken, zeitweise sogar 050 000 Franken betragen hat! Der Parteitag beschloß nunmehr gemäß den Vorschlägen des Untersuchungsausschusses, Anseele zur Niederlegung seiner wirtschaftlichen und finanziellen Aemter aufzufordern. Von einem Ausschluß aus der Partei und einer Entziehung seines politischen Mandats wurde mit Rücksicht aus seine Verdienste um die Partei abgesehen.
Ein anderer Beschuldigter, der Abgeordnete Vnlthazaraus Gent, hat es fertiggebracht, in seiner Eigenschaft als Finanzdezernent der Stadt Gent städtische Gelder in die Arbeiterbank zu stecken, als diese schon vor dem Zusammenbrach stand. Er sowohl wie der frühere Generalsekretär der Partei, Roosbrock, sind mit einem „Tadel" davongekommen. Der Senator Franko is, der Finanzsachverständige der Partei, ist
aufgefordert worden, alle Aemter, auch sein politisches Mandat, niederzulegen. Verschiedene Mitglieder wurden aus der Partei ausgeschieden.
In einer öffentlichen Sitzung beschäftigte man sich sodann mit einigen Parteiangehörigen in führender Stellung, die gegen die Partei- disziplin verstoßen hatten. Der „Hauptangeklagte" war der mit dem Kommunismus sympathisierende Abgeordnete Spaak, der seit geraumer Zeit mit seinem Blatt „Action Socialist«" der Parteileitung große Sorgen bereitete. Spaak hat viele Anhänger auf dem radikalen Flügel und bei dem Nachwuchs der Partei. Seine Opposition wurde in letzter Zeit der Parteileitung sehr gefährlich und drohte, zu einer Spaltung zu führen. Nach längerer Aussprache hat der Parteitag eine Kompromißentschlietzung angenommen, die der Entscheidung aus dem Wege geht und die es Spaak ermöglicht, seine oppositionelle Zeitung auch noch weiter herauszugeben. — Zur Frage eines Eintritts der Sozialisten in die Regierung wurde kein Beschluß gefaßt.
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