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Nr. 327 / 4. Vierteljahr
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Montag, 26. November
Weihnachtsarbeit für Genf
Die Behandlung der südslawischen Anklageschrift / Entscheidung nicht vor
dem 10. Zanuar 1935
Belgrad, 25. November.
Die „Prawda" erklärt, datz eine Entscheidung des Völkerbundsrates hinsichtlich der südslawischen Anklageschrift gegen Ungarn nicht vor dem 10. Januar zu erwarten sei. Für die Beratung der Note ist nach den Informationen des Blattes folgendes Verfahren in Aussicht genommen:
Der Wlkerbundsrat wird sich am 3. oder 4. Dezember versammeln, um in einer geheimen Sitzung die Einzelheiten der Tagesordnung festzusetzen. In der darauf folgenden öffentlichen Sitzung wird zuerst einmal die Aussprache über die Saarfrage durchgeführt. Nach ihrer Erledigung wird der Völkerbundsrat die südslawische Anklage gegen Ungarn behandeln. Die Verlesung des umfangreichen Memorandums wird mindestens zwei Tage in Anspruch nehmen. Hierauf wird der Völkerbundsrat einen Ausschutz zur Prüfung der Anklageschrift einsetzen. Der Ausschutz wird sich während der Weihnachtsfeiertage seiner Aufgabe unterziehen und dann dem Völkerbundsrat Bericht erstatten. Da die griechisch- katholischen Feiertage erst am 10. Januar enden, ist vor dieser Zeit mit einer Entscheidung über die Anklageschrift nicht zu rechnen.
Eine Erklärung Zeftitfchs
Parts, 25. November.
Der südslawische Außenminister Iestitsch hat dem Genfer Havas-Vertreter erklärt: „Nur auf die dringenden Vorstellungen gewisser Mächte hätte ich mich bereit erklärt, datz das südslawische Gesuch erst auf der ordentlichen Januar-Tagung geprüft werden sollte. Wenn jetzt die ungarisch« Regierung der Auffassung ist, datz die Angelegenheit aus der kommenden außerordentlichen Ratstagung zur Behandlung kommen soll, dann kommt sie damit den Wünschen Südslawiens entgegen."
Die „Prawda" berichtet, datz der südslawische Außenminister Iestitsch nach Belgrad abgereist ist,
um der Regierung über die Lage in Genf im Zusammenhang mit der südslawischen Anklageschrift Bericht zu erstatten. Am Sonnabend kehrt er wieder nach dort zurück, um das angekündigte Veweismaterial dem Völkerbund zu überreichen.
Besprechung Lava! — Litwinow
Moskau, 25. November.
Halbamtlich wird mitgeteilt, datz am heutigen Montag die Aussprache zwischen dem Autzen- kommissar Litwinow und dem französischen Außenminister Lava! in Genf fortgesetzt werden soll, an der auf sowjetrussischer Seite auch der neue Botschafter in Paris, Potemkin und der Generalsekretär Rosenberg teilnehmen werden. Der französische Botschafter in Moskau, Alphand, hat im Autzenkommissariat verschiedene Besprechungen gehabt, darunter auch mit dem ehemaligen Gesandten Arosew, der in besonderer Kulturmission nach Paris beordert worden ist.
Wie weiter verlautet, werden demnächst auch mehrere Mitarbeiter des Autzenkommissariats nach Genf reisen, um an den Arbeiten im Eene- ralsekretariat des Völkerbundes teilzunehmen. Die Beamten werden dem Generalsekretär Rosenberg unterstellt werden.
Frankreichs Note an Polen
Paris, 25. November.
Ueber den Inhalt der Antwortnote an Polen sind bisher keinerlei Einzelheiten bekanntgeworden. Auch die amtlichen Stellen hüllen sich in Stillschweigen. Selbst sonst gut unterrichtete Kreis« und die Pgriser Blätter beschränken sich auf den Hinweis, datz die französische Note in freundschaftlichstem Tone gehalten sei und weites Entgegenkommen der französischen Regierung beweise. Das „Oeuvre" betont in diesem Zusammenhang, das französische Angebot- sei durch die Zustimmung der Sowjetunion und der Kleinen Entente während der Genfer Unterredungen gefestigt worden. Das Entgegenkommen der an dem Nordostpakt interessierten Staaten scheine im wesentlichen darin zu bestehen, datz die Eingliede-
Nicole m Bedrängnis
0,5 Millionen Franken Defizit im Kanton Gens.
Beisetzung Philippe Verthelots. Der ehemalige Generalsekretär des französischen Autzenministe- riums Philipps Berthelm wurde Sonntag vormittag in Neuilly bei Paris in der Gruft seiner Familie beigesetzt.
Neue Demonstrationen in Prag
Prag, 25. November.
Einem Bericht der Polizeidirektion zufolge versammelten sich Sonntag vor der Mittagsstunde vor dem Großen Repräsentantenhaus in Prag erneut tschechische Studenten in größerer Zahl, die sich zum Nationaltheater begaben, wo sie sich zerstreuten. Gegen 14 Uhr versammelten sich vor dem Gemeindehaus wiederum Demonstranten, denen sich auch nichtstudentische Elemente beigesellten. Sie versuchten wiederholt, zum Neuen Deutschen Theater vorzudringen, wurden aber von der Sicherheitswache aufgehalten und zerstreut, bzw. in die Nebengassen abgedrängt. Solche Ansammlungen wiederholten sich im Laufe des Nachmittags und abends an verschiedenen Stellen der inneren Stadt, doch wurden sie von der Polizei auseinandergetrieben. Bis 18.30 Uhr wurden von der Polizei 34 Personen angehalten.
Getmöekrise in der Bretagne
Paris, 25. November.
Angesichts der unveränderten französischen Getreidekrise sind verschiedene Landwirte in der Bretagne zur Selbsthilfe geschritten. Da es ihnen wegen der festgesetzten Eetreidepreise nicht möglich war, ihre Kornvorräte abzusetzen, haben sie ! : entschlossen, das Getreide selbst zu vermahlen,
Brot zu backen und dieses dann zu billigeren Preisen unmittelbar an die städtischen Verbraucher zu verkaufen. In der Umgebung von Rennes sind bereits drei solcher Backöfen in Betrieb, in denen täglich 1800 Kilogramm Brot verarbeitet werden. Die Bauern erklären, datz sie mit dieser Maßnahme gleichzeitig auch das „gute Brot" von früher erzielen wollen.
Die Getreidekrise ist nach wie vor Anlaß größter Beunruhigung in den interessierten Kreisen. Das Ministerpräsidium hat daher eine neue beruhigende Erklärung veröffentlicht. Trotz der bereits bekanntgegebenen Dementis, heitzr es darin, würden von gewissen Spekulanten falsche Nachrichten über die Regierungsvorlage zur Behebung der Getreidekrise verbreitet. Demgegenüber werde erneut festgestellt, datz diese Frage nur durch die Kammern gelöst werden könne, denen in kürzester Zeit die Regierungsvorlage zugehen werde. Solange die Kammern keine neuen Bestimmungen träfen, blieben die bisherigen jedoch in Kraft.
sten Jahr sollen 60 000, in den weiteren Jahren je 100 000 Volksempfänger hergestellt werden.
Die Ausdehnung des Rundfunks in ^Polen wird nach einem Erlaß des Innenministers nach Kräften gefördert werden. Der Erlaß ordnet an, datz auf dem flachen Lande durch Eemeindespar- kassen den einzelnen Bauern Darlehen zur Anschaffung des Volksempfängers gegeben werden sollen. Außerdem sollen Genossenschaften und andere ländliche Organisationen Zuschüsse durch die Kreiskassen erhalten, wenn sie Empfänger mit Lautsprecher anschaffen.
Amerika erwartet Geld
London, 25. November.
Die Vereinigten Staaten haben der britischen Regierung eine Kriegsschuldsorderung übersandt und sie daran erinnert, datz die Bezahlung von 23 534153 Pfund Sterling am 15. Dezember fällig werde.
GchiffskoMsion
Samuel Jnsull freigesprochen
Chicago, 25. November.
Samuel Jnsull, der in Verbindung mit dem Zu- sammenbruch der Corporation der Securities Company wegen Betruges zum Schaden des Staates angeklagt war, wurde von den Geschworenen freigesprochen. Auch sämtliche 16 Mitangeklagte erzielten ein freisprechendes Urteil. Die Geschworenen berieten zwei Stunden. Der Jnsull-Prozetz hat im ganzen acht Wochen gedauert. Nach der Bekanntgabe des Freispruches veranstalteten die im Gerichtssaal Anwesenden eine Kundgebung für Jnsull und die übrigen Freigesprochenen.
Der Staat Illinois beabsichtigt übrigens, einer anderen Meldung zufolge, seine Anklage gegen Jnsull aufrechtzuerhalten und das gerichtliche Verfahren gegen ihn fortzusetzen.
Kiel, 25. November
Beim Einlaufen in die Holtenauer Schleuse kollidierten in der Nacht zum Sonntag der mit oberschlesischer Kohle beladene, von Danzig nach Port Said befindliche englische Dampfer „Lao- medon" l6700 BRT.) mit dem lettischen Dampfer „Talvaldis". Der lettische Dampfer trug schweren Schaden an der Kommandobrücke davon. Der Engländer setzte ohne Schaden seine Reise fort.
Wichtiges - kurz gesagt
Reichsführer SS. Himmler in Koblenz. In Koblenz fand am Sonntag eine SS.-Fllhrer- tagung im Bereich des SS.-Oberabschnitts Rhein statt. Reichssllhrer SS. Himmler nahm an der Führerbesprechung auf der Marksburg teil. Anschließend besichtigte Reichsführer Himmler auf dem Ehrenbreitstein die 5. und 78. SS.-Stan- darte. ^
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ZLmeläeL, ssiusu Rilektriti erklärt.
polen baut Volksempfänger
Warschau, 25. November.
Ein Volksempfänger soll auch in Polen demnächst hergestellt werden. Der Verband der elektrotechnischen Jndnstie beabsichtigt die Herstellung des Volksempfängers aus inländischem Material. Es wird sich dabei um einen Zwei-Röhren-Emp- fänqer handeln, dessen Verkaufspreis 130—140 Zloty also etwa 70 RM. betragen soll. 2m er-
Obergruppenführer Hühnlein spricht zu 5000 Männer des NSKK. Die Berlin-Brandenburger Formationen des NSKK. waren in Stärk« von 5000 Mann am To.enionntag in Potsdam am Ehrenmal der Kraftfahrer ausmarschiert, um in einer erhebenden Feierstunde der Toten zu gedenken.
Anschlag in Barcelona. Auf den Direktor der Stratzenbahngesellschaft von Barcelona ist ein Altentat verübt worden. Der lleberfallene wurde von drei Kugeln getrosjen und erheblich verletzt.
Einzelpreis is Npf.
rung der bereits abgeschlossenen zweiseitigen Verträge in das neue Paktsystem als möglich erklärt werde und datz auch den besonderen Beziehungen Polens zu Litauen und der Tschechoslowakei Rechnung getragen werden könne, um dadurch Polen von vornherein jeden Vorwand zu einer Ablehnung zu nehmen.
Ueberhaupt scheint die französische Regierung bestrebt zu sein, klare Verhältnisse zu schaffen, um festzustellen, was sie von der polnischen Politik zu halten habe. Das „Journal" kommt im Zusammenhang mit dieser Frage auch auf die Erklärungen Archimbauds in der Kammer zu sprechen. Man wolle, heißt es, der Oeffentlichkeit einreden. datz die Franzosen auf die Waffenhilfe Sowjetrußlands rechnen könnten. Die These von der russischen Dampfwalze gehe aber immer zu Lasten der französischen Sparer.
Die entsoksickenäs lZssxrsekuvg in Oevk. Vor cleiv sukssbeveiregencksn Vorstoü Tugoslavisns Zögen Ungarn versammelten sieb äis in Osnk anvessncksn Vertreter cksr Kleinen Kntsnts mit cksm kraimösisolisn Kubenministsr Kaval rm einer Lssprsobung. Von links naeli rsobts: Der tsobsebisobs Ossanäts in l?sris O s n s Ic ^ , cksr kranLösisoke Kullsnininistsr
Kaval, äsr ruinänisobs Kubenminister Titulsson, cksr jugoslavisolis Knksnininistsr 3 sk - titsok nnck ganv im Voräorgrnnä, sur Kamera gsvanät, ckugoslavisns stanäiger Vertreter in
denk, Kotitsoli.
Gewitterwolken auf dem Balkan?
Genf, 25. November.
Der große Kamvnsrat prüfte in seiner Sitzung vom Sonnabend die Finanzlage des Kantons. Staatsratspräsident Nicole legte dabei dar, 6,5 Millionen seien nötig, um das Haushaltsgleichgewicht herzustellen. Er kündigte Eehalts- und Lohnkürzungen sowie die Erhöhungen verschiedener Steuern an. Um die verlangte Finanzhilfe zu erlangen, müsse der Haushalt ausgeglichen sein. Die Redner der bürgerlichen Parteien erklärten, die sozialistischen Mitglieder der Regierung hätten nach der Abstimmung vom letzten Sonntag zurücktreten sollen. Nicole erwiderte, datz die sozialistische Mehrheit feig wäre, wenn sie jetzt ging«. Er versicherte, zum Wohl« Genfs wirken zu wollen.
Der Minöerhetten-KonslM zwischen Albanien und Griechenland
Budapest, 25. November.
Datz man auf dem Balkan von einer wirklichen Befriedung, wie sie auf der Konferenz der Balkanentente in Ankara als nahezu erreicht hingestellt wurde, in Wirklichkeit noch weit entfernt ist, zeigt mit peinlicher Deutlichkeit der Minderheit e n kon f l i k t zwischen Albanien und Griechenland, der neuerdings wieder akut zu werden begann. Schon seit langer Zeit ballten sich hier im Süoosten bedrohliche Wetterwolken zusammen. Die alten albanisch-griechischen Streitigkeiten, die zum Teil bis in die Vorkriegszeit zurückreichen, sind jedenfalls wieder neu aufgelebt. Im Grunde handelt es sich auch hier nur um eine der vielen gefährlichen Auswirkungen der sogenannten Friedensverträge. Auch zwischen Albanien und Griechenland hat die nach Kriegsende durchgeführte Grenzziehung nationale Minderheiten geschaffen und kaum überbrllckbare Gegensätze zurückgelassen.
Im einzelnen handelt es sich bei dem jetzt plötzlich zu einer akuten Gefahr erwachsenen Konflikt zwischen Albanien und Griechenland um das Schicksal der etwa 150 000 Seelen umfassenden Bevölkerung Südalbaniens. In Griechenland freilich erkennt man nicht einmal die Bezeichnung SlldalLanien an, sondern nennt das Gebiet von Argyrokastro, das nach dem Weltkriege endgültig bei Albanien verblieb, „besetztes Nord- Epirus". Schon diese scharfe Gegensätzlichkeit in der territorialen Frage läßt erkennen, datz hier kaum überbrllckbare Gegensätze liegen. Aber auch über die eigentliche Nationalität der Bewohner dieses Gebietes konnte bisher zwischen Tirana und Athen auch nicht im entferntesten eine Einigung erzielt werden. Während die Griechen die Bevölkerung der umstrittenen Gebiete' in ihrer Gesamtheit kurzerhand als griechische Minderheit bezeichnen, steht die albanische Regierung auf dem Standpunkt, datz in Slldalbanien höchstens 20 000 Griechen wohnen, datz aber die übrigen 120 000 Bewohner unbedingt albanischer Nationalität seien — wenn sie auch, was nicht geleugnet werden könne, griechisch-orthodoxen Glaubens seien.
Die griechischen Statistiken, so argumentiert man in Tirana, stammten überhaupt nur aus der Zeit der türkischen Herrschaft und vor allem aus der Zeit, in der infolge der Zusammenarbeit zwischen der türkischen Regierung und dem Patriarchat von Stambul einfach alle Einwohner der damaligen Türkei als Griechen bezeichnet wurden, wenn sie sich zum griechisch-orthodoxen Glauben bekannten. Was nun die von griechischer Seite erhobenen Beschwerden hinsichtlich der Schulver- hältnisse in Südalbanien anlangt, so haben die Albanier hier kurzerhand den Spieß umgedreht und ihrerseits Beschwerde gegen die Griechen erhoben, weil sie die Albaner, die in der griechischen Erenzprovinz Tschamuria wohnen, ohne eine einzige Minderheitenschule ließen.
Wie man sieht, sind vorläufig die Meinungsverschiedenheiten zwischen Albanien und Griechenland so außerordentlich groß, datz wenig Aussicht für einen Ausgleich bestehen dürfte. Erschwerend kommt nun noch hinzu, datz in der letzten Zeit diese Gegensätzlichkeit der amtlichen Auffassungen auch unter der Bevölkerung selbst zu immer ernsteren Konflikten geführt hat. So kam es Ende Oktober in Argyrokastro zu ernsten Demonstrationen gegen Griechenland. Dabei wurden auch Steine gegen das dortige griechische Konsulat geschleudert. Wie weit bei dieser Verschärfung der Situation auch von anderer „interessierter Seite" nachgeholfen worden ist, läßt sich natürlich schwer feststellen. Tatsache ist jedenfalls, datz von diesem Augenblick an die Meinungsverschiedenheiten zu einem offenen Konflikt wurden und diplomatische Interventionen folgten. Die Gefahr scheint im Augenblick um so größer als in diesen Tagen Athener Blätter melden, datz sich in verschiedenen griechischen Staaten, besonders auf dem Peloponnes, Selbstschutzformationen gebildet haben, die unter
Führung ehemaliger Offiziere stehen und sich die Aufgabe gestellt haben, ihre unterdrückten Vrllder im „besetzten Nord-Epirus" zu befreien. Diese Formationen haben sich einem Zentralkomitee unverstellt, dessen Hauptziel die Befreiung von Nord-Epirus ist. Wir erleben also jetzt in diesem Teile des Balkans das gleiche, was wir jahrelang um Mazedonien erlebt haben und was .dort immer wieder ein ernstes G.efahrenmoment für den Frieden in diesem Teile Europas darstellte.
Man könnte diesen ganzen Konflikt als nebensächlich und für die europäische Politik unbedeutend abtun, wenn es sich nicht gerade um Albanien handelte, also um ein Gebiet, das als Schlüsselpunkt für die machtpoliti- schen Bestrebungen anderer Mächte ganz erhebliche Bedeutung besitzt. Hier in Albanien stoßen ja die italienischen Bestrebungen, sich auf dem Balkan ein Glacis zu schaffen, scharf mit den grotzsüdslawischen Plänen zusammen. Wer Albanien, und vor allem Südalbanien in der Hand hat, der hat den Schlüssel zur Vormachtstellung der Adria in der Hand. Nun weiß man ja andererseits, datz sich gerade im Laufe dieses Sommers das Verhältnis Albaniens zu seinem italienischen Protektor ziemlich stark abgekühlt hat und datz Südslawien bemüht ist, an Stelle Italiens zum Schutzherrn des kleinen Albanien zu werden. Ein offener Konflikt zwischen Albanien und Griechenland würde daher zwangsläufig ein Eingreifen der beiden, an diesem Gebiet besonders interessierten Mächte Italien und Südslawien zur Folge haben können. Mit dieser Möglichkeit und Gefahr wächst aber der griechisch-albanische Streit in die große europäische Politik hinein.
Von Blomberg wieder gesund
Dresden, 25. November Reichswehrminister Generaloberst von Vlom- berg, der sich einige Wochen zur Erholung auf dem Weißen Hirsch aufgehalten hat, trat am Sonntagvormittag in Begleitung seines persönlichen Adjutanten, Hauptmänn v o n der Dek- ken, auf dem Luftwege die Rückreise nach Berlin an. Zu seiner Verabschiedung hatten sich neben dem Befehlshaber des Wehrkreises IV, Generalleutnant List, der Minister des Innern, Dr. Fritz, Oberbürgermeister Dr. Zörner und der Präsident des Luftamtes, Schweickhard, einge- funden. Der Reichswehrminister äußerte sich bei seinem Abschied überaus befriedigt über seinen Dresdener Aufenthalt, der ihm durch tägliche ausgedehnte Spaziergänge in der Dresdener Heide besondere Erholung gebracht und ihm auch die Möglichkeit geboten habe, die Schönheiten Dresdens und seiner Umgebung zu genießen. Besonders dankbar gedachte der Generaloberst der genußreichen Stunden, die ihm der Besuch des Staatstheaters, besonders der Oper, bereitet hatte.
Anerkennung für DeutMcmö
Brüsseler Autosalon eröffnet
Brüssel, 25. November.
Am Sonnabendabend wurde der diesjährige Brüsseler Autosalon durch Oberbürgermeister Max eröffnet. Die Schau ist sehr reichhaltig. Die bekanntesten Firmen der Welt sind vertreten. Eine große Anziehungskraft üben die deutschen Stände auf das Publikum aus. Mercedes-Benz, Auto- Union. Stoewer und Adler sind mit ihren neuesten Modellen vertreten Langjährige Besucher Brüsseler Autosalons versichern, datz Deutsch-, no niemals so repräsentativ in Erscheinung getreten sei. wie in diesem Jahre. Gegenstand allgemeiner Neugier ist auf dem Stand oer Auto-Union der Rennwagen Hans von Stucks.