Ausgabe 
(6.2.1935) Nr. 37
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Nr. 3 ? / 3. Jahrgang

Mittwoch, 6. Februar

Einzelpreis is Rps.

Nkichswehrpatwuille

in den Bergen verunglückt

München, 5. Februar.

Nach einer Mitteilung der Deutschen Vergwacht wird seit Montag eine Reichswehrpatrouille, be­stehend aus dem Unterofsizier Haus und den Kanonieren Ecker, Zormeier und Jehmlich, ver­mißt. Die Patrouille befand sich auf dem Wege Esterberg—Alm—Krottenkops—Walchensee. Sie

sollte am Montagmittog in Landsberg am Lech wieder ihren Dienst antreten, ist aber dort nicht eingetroffen.

Nach einer später eingegangene» Meldung sind Unteroffizier Hanf, Kanoniere Ecker, Zormeier und Jehmlich, von einer aus Reichswehr und Bergwachtmännern zusammengesetzten Expedition am Dienstagabend etwa 5V Meter unterhalb des Krottenkopf-Hauses tot aufgefunden wor­den. Die Nachforschungen nach den im Wank- Eebiet bei Earmisch-Partenkirchen vermißten Bergwachtmännern Deck und Hillinger sind bisher ergebnislos verlaufen.

Deutsche Kommunisten hetzen

Verschwörungen in Holland

Amsterdam, 5. Februar.

Der Amsterdamer Polizei glückte es Montag abend, eine geheime Zusammenkunft früherer deutscher Kommunisten zu überraschen und auf­zulösen. Hierbei wurden zehn deutsche Kommu­nisten, darunter ein früherer Reichstagsabgeord­neter, die sich alle aus illegale Weise in der holländischen Hauptstadt aufhielten, verhaftet.

Haussuchungen, die im Anschluß daran in den Schlupfwinkeln der Festgenommenen vorgenom­men wurden, ergäben, daß man eine weit ver­zweigte kommunistische Verschwörung vor sich Hatte, deren Teilnehmer über ganz Holland ver­teilt sind. Die meisten von ihnen hielten sich in Amsterdam und im Limburger Koh­lenbecken auf. Die Montag abend erfolgte polizeiliche Aktion wurde anfangs geheim ge­halten, um die Festnahme weiterer Beteiligter zu ermöglichen. Auf diese Weise konnten im Laufe des Dienstag noch zwölf weitere deutsche Kommunisten hinter Schloß und Riegel gesetzt werden.

Bei der holländischen Regierung schweben zur­zeit Erwägungen darüber, was mit den Fest­genommenen geschehen soll und welche Schritte etwa gegen die übrigen in Holland weilenden deutschen Kommunisten ergriffen werden sollen. Das kommunistische Kammermitglied Schalker stattete Dienstag nachmittag dem Justizminister im Haag einen Besuch ab, um zu verhindern, daß die in Amsterdamer Polizeigewahrsam be­findlichen deutschen Kommunisten womöglich über die deutsche Grenze gesetzt werden.

„Deutsche Morgenfeier" der HI.

Die für den 10. Februar vorgesehene Reichs­sendung der Hitler-Jugend . „Deutsche Morgen­feier" wurde auf Sonntag, 21. Februar, 9—10 Uhr vormittags, verlegt. Im Mittelpunkt der Morgenfeier steht eine Ansprache des Reichsmini­sters R. Walther Darrö. Ferner gelangt eine Kantate des Jungdichters Wolfram Vrockmeier mit der Musik von Heinrich Spitta zur Auf­führung.

Die Betriebsgemeinschast der tragende Pfeiler des sozialen Lebens

Soziale Ehre eindeutig geschützt!

Erste Sitzung des ReichsehrmgerichtshofS/RetchsarbettSminifterGelbte spricht

Berlin, 5. Februar

Der nach dem Gesetz zur Ordnung der natio­nalen Arbeit gebildet« Reichsehrengerichtshof trat Dienstag vormittag im festlich geschmückten Hauptsitzungssaal des Lberverwaltungsgerichts im Berliner Westen zu seiner ersten Sitzung zu­sammen.

Der Senat setzt sich aus zwei Mitgliedern des Reichsehrengerichtes, Reichsgerichtsrat Dr. Schröder und Reichsgerichtsrat Losz zu­sammen. Der vom Reichsarbeitsminister berufene Beisitzer ist der wiirttembergische Wirtschafts­minister Lehn ich. Ferner gehören dem Senat ein Vertreter aus den Kreisen der Betriebsführer und ein weiterer aus den Kreisen der Gefolg­schaftsmitglieder an.

Vor Beginn der Verhandlungen sprach Reichs­arbeitsminister Franz Seldte, um auf die hohe Bedeutung der sozialen Ehrengerichtsbarkeit für die Neugestaltung unseres sozialen Lebens hinzu­weisen. Der Minister erklärte, in ausgesprochenem Gegensatz zum früheren Rechtszustand sei nunmehr das Schwergewicht der gesamten arbeitsrechtlichen Gestaltung in den einzelnen Betrieb gelegt. Ar­beitgeber und Arbeitnehmerverbände ständen nun

nicht mehr in (zum Klassenkampf ausgearteten) Jnteressenkämpfen einander gegenüber. Das gemeinsame Interesse, das alle, die in einem Betriebe gemeinsam schafften, an dessen Blühen hätten, sei die Grundlage des sozialen Ausgleiches. Deshalb sei der Gesetzgeber zur Aus­gestaltung und Betonung der Betriebsge­meinschaft gekommen. Diese Welt sei nach den Grundsätzen der gegenseitigen Treu«, des Vertrauens und der Kameradschaft ausgerichtet.

Dieser Stellung der Betriebsgemeinschaft als des tragenden Pfeilers des sozialen Lebens ent­spräche es, wenn zu ihrer Verwirklichung und zu ihrem Schutze in grundlegend neuen Gedanken- gängen eine eingehend geregelte soziale Ehrengerichtsbarkeit errichtet worden sei. Dadurch sei zum ersten Male das Zusammen­leben von Unternehmern und Betriebsangehöri­gen auf den Begriff der sozialen Ehre abgestellt worden. Hiernach handele im Arbeitsleben nur derjenige ehrenhaft, der die ihm je nach seiner Stellung innerhalb der Betriebsgemeinschaft ob­liegenden Pflichten gewissenhaft erfülle und sich durch sein Verhalten der Achtung würdig erweise, die sich aus seiner Stellung ergäbe. So sei ein neuer nationalsozialistischer Ehrbegriff entstan­

den, der sich messe an den Erfordernissen des Ge­meinwohls und der den einzelnen lediglich nach seiner sittlichen Haltung zu diesen Erfordernissen bemesse.

Aus der hohen Einschätzung der sozialen Ehre ergebe sich die hohe Aufgabe der Ehrengerichte. Diese hätten rücksichtslos alle diejenigen aus der Gemeinschaft der Schaffenden auszumerzen und durch Strafen zu brandmarken, die den Geboten der Ehre zuwiderhandeln. Gleichzeitig hätten die Ehrengerichte eine wichtige Erziehungs­arbeit zu leisten.

Während als erste Instanz für jeden Bezirk eines Treuhänders ein Ehrengericht gebildet worden sei, schwebe über allen Ehrengerichten als endgültige Berufungsinstanz der Reichsehrengerichts- hof in seiner besonderen Zusammensetzung von zwei richterlichen Mitgliedern, je einem Vetriebs- führer und einem Vertrauensmann sowie einer von der Reichsregiernng bestimmten Persönlichkeit. Wie alle obersten Gerichtshöfe, so habe auch der Reichsehrengerichtshof für die Einheitlich­keit der Rechtsprechung auf diesem Gebiet sowie für grundsätzliche Auslegung der Bestimmun­gen und für eine sinngemäße Fortbildung des Rech­tes Sorge zu tragen.

Saisonbedingter Arbeitsrückgang

Gtettenlosigkeit in diesem Winter weit geringer als früher

Der Arbeitseinsatz im Winter steht immer vor den besonderen Schwierigkeiten, die den Beschäs- tigungsmöglichkeiten bei Außenarbeiten dusch die jahreszeitlichen Einflüsse gesetzt sind. Langdauernde Frostperioden legen naturnotwen- dig derartige Arbeiten still und die hierbei Be­schäftigten müssen entlassen werden und kommen als Arbeitslose in Zugang, auch wenn die Aus­sicht besteht, daß diese nach Beendigung der Kälteperiode ihre verlassenen Arbeitsplätze wie­der einnehmen können.

Der verhältnismäßig milde Winter 1933 auf 1934 hatte eine sehr späte und nur einmalige Freisetzung von 344 000 Arbeitskräften im Mo­nat Dezember gebracht. In diesem Winter be­gann die Zunahme an Arbeitslosen jedoch schon im November mit 85 000, denen im Dezember wei­tere 252 000 folgten, womit der Gesamtrückgang immer noch mit 7000 unter dem des Vorjahres zurllckblieb.

Da die Kältewelle jedoch auch den Januar hindurch in ganz Deutschland anhielt, wird mit einer weiteren erheblichen Zunahme an Arbeits­losen aus den.Außenberufen zu rechnen sein. Sie ist aus den angegebenen Gründen unvermeidlich und kann auch nicht durch vermehrte Einstellung in der Industrie wettgemacht werden. Denn die Entlassungen in den Außenberufen kommen stoß­weise und umfassend, während die Mehreinstel-

lungen in Industrie und Wirtschaft allmählich und dem Bedarf entsprechend vor sich gehen.

Vergleicht man die Zunahme der jahreszeit­lichen Arbeitslosigkeit in den Fahren vor der nationalsozialistischen Machtergreifung mit der des Vorjahres und der voraussichtlichen Entwick­lung in diesem Jahre, so wird man feststellen können, daß das regelmäßige Anschwellen der winterlichen Arbeitslosigkeit gegenüber früher erheblich kleinere Ausmaße angenommen hat.

Die Zahl der Arbeitslosen nahm während der Wintermonate 1027—28 um 1,022 Millionen zu, 1928—29 um 1,899 Millionen, 1929—30 um 1,800 Millionen, 1930—31 um 1,720 Millionen, 1931—32 um 1,505 Millionen, 1932—33 um 0,892 Millio­nen, dagegen 1933—34 nur um 0,344 Millionen zu. Während also in den früheren Jahren der Beschäftigungsrückgang des Winters zwischen ein bis zwei Millionen Menschen erfaßte, ist dieser im Borjahr noch weit unter einer halben Million geblieben und wird auch in diesem Winter wesent­lich gegenüber den Zahlen der Jahre 1927—1933, in denen sich gleichzeitig der konjunkturelle Nie­dergang spiegelte, zurückbleiben.

Wenn dennoch das Ausmaß des winterlichen Beschäftigungsrückganges in diesem Jahre größer sein wird als im Vorjahre, so darf daraus nicht ein Nachlassen in der energischen Bekämpfung der Arbeitslosigkeit geschlossen werden. Es ist viel­mehr zu berücksichtigen, daß seit dem Vorjahre

die Gesamtzahl der Arbeitslosen um weitere 1,7 Millionen abgenommen hat, daß also der Aus­gangspunkt der winterlichen Zunahme bei einem Stand von 2,27 Millionen Arbeitslosen im Okto­ber 1934 gegenüber 3,7 Millionen im Herbst 1933 liegt.

Ganz abgesehen von den Mehreinstellun- gen in den mitte rungsunabhängigen Berufen sind also im vergangenen Jahre auch ganz erheblich viel Arbeitskräfte neu den Außen­berufen zugeströmt, die nun eine entsprechend grö­ßere Freisetzung zur Folge haben müssen.

Die Zunahme der Arbeitslosenzahlen im Winter ist also ein ganz natürlicher Vorgang, der sich im Wirtschaftsleben immer wieder abspielen muß, und der vor allem auch beweist, daß das national­sozialistische Deutschland, entgegen den immer wieder aus dem Auslande auftauchenden Behaup­tungen, die Arbeitslosigkeit nicht auf dem Wege künstlicher Beschäftigung beseitigt, sondern einzig und allein durch organische Wirtschaftsbelebung, die dann in den Saisonberufen ebenso organisch dem Wechsel unterworfen ist.

Neichstagung der NSV. in Kassel. Das Haupt­amt für Volkswohlfahrt in der Reichsleitung der NSDAP. hält vom 18. bis 22. Februar in Kassel eine große Reichstagung ab, an der sämtliche Gau­amtsleiter der NSV., sowie die Leiter der Wohl­fahrtsabteilungen bei den Eauämtern der NSV. teilnehmen werden.

Äm Heim der deutschen Kriegsblinden

3119 Mitbürger besitzt das Reich, die durch den Weltkrieg ihr Augenlicht verloren haben und heute, wie alle ihre anderen Leidensgenossen, die Zivilblinden, mit verdoppeltem Kräfteaufwand für ihr Auskommen, ihre Existenz kämpfen müssen. Wenn man diesen Opfern des Krieges 'auch nach bestem Willen entgegenkommt, so müssen sie doch noch ihrerseits diese Hilfe ausbauen, nach ihren Erfahrungen dirigieren, damit sich wirk­lich die soziale Lage der Kriegsblinden etwas heben kann.

Für diese Betreuungsfürsorge, die von Berlin aus alle im Reich lebenden Kriegsblinden erfaßt, fehlte bisher vor allem eine Zentralstelle, ein Büro, denn das bisherige Privatarbeitszimmer des Vorsitzenden konnte schon räumlich die not­wendige Arbeit nicht mehr leisten. Der Führer mußte erst sein Amt übernehmen, um den Blin­den den langersehnten Wunsch nach einer zen­tralen Verwaltung zu erfüllen. Anläßlich des Geburtstages Adolf Hitlers wurde dem Vor­sitzenden des Bundes von der Nationalsozialisti­schen Kriegsopferversorgung ein Scheck über 50 000 Mark zur Erwerb eines Hauses aus dem Eeburtstagsfond zur Verfügung gestellt; den Ambau des Hauses wollte die NSKOV. aus eigenen Mitteln übernehmen.

> In einer stillen Seitenstraße des südwestlichen Berlins fand man das passende Heim, das im Augenblick von oben bis unten renoviert und sei­nen zukünftigen Zwecken entsprechend umgebaut wird. Der kleine Büroraum ist bereits notdürftig hergerichtet: Ein Schreibtisch, ein Aktenschrank, ein Tisch, ein Stuhl und ein Telephon genügen um den Aufbau der Zentralstelle zu leiten. Hier fjndet man den Vorsitzenden, Amtsgerichtsrat Plein, als er gerade die freudige Mitteilung

eines bekannten Jndusiriewerkes erhält, das sich bereit erklärte, sämtliche elektrischen Anlagen zu stiften. Wieder eine Sorge weniger, denn ein Teil der im obersten Stockwerk gelegenen Gast­zimmer sind bereits durch Spenden eingerichtet worden.

Herr Amtsgerichtsrat Plein, der seit Jahren die Kriegsblinden führt, gehört selbst zu den 3119. Er verlor an der Westfront sein Augen­licht und sollte nun natürlich auch entweder Bür­stenbinder oder Klavierstimmer werden. Durch unerhörte Tatkraft gelang es ihm, sein juristi­sches Studium nicht nur zu vollenden, sondern auch noch mit dem Prädikat „gut" zu bestehen. Herr Plein ist heute Lehrer am Amtsgericht. Und wie die meisten seiner Leidensgenossen be­sitzt auch er ein kaum glaubliches Orientierungs­vermögen. Mit dem Stock und einer Hand ta­stend, führt er seine Besucher durch das neue Haus und wenn er mitunter auch noch einmal anstößt oder die Türe nicht sofort findet, so weiß er doch schon glänzend im Hause Bescheid. Zunächst sitzt man aber noch im notdürftig hergerichteten Büro, um einiges über die soziale Lage der Kriegs­blinden zu erfahren. Rund 4000 deutsche Front­kämpfer kehrten als Blinde in die Heimat zurück. In jedem Jahr sterben etwa 40 bis 50, so daß es heute noch etwa 3000 gibt. Im bewußten Ge­gensatz zu den Siegerstaaten behandelte man die deutschen Kriegsblinden nie als bemitleidens­werte Opfer, denn man nahm ihnen nicht das Selbstvertrauen, sondern im Gegenteil — man stärkte ihre Tatkraft. Man machte keine hilf­losen Geschöpfe aus ihnen, sondern verpflanzte sie unmittelbar ins bürgerliche Leben. 90 Prozent der Kriegsblinden sind verheiratet, 1400 wohnen bereits in eigenen Siedlungshäusern. Betrachtet

man die Blinden nach ihrer Beschäftigung, kann man den Erfolg der geförderten Tatkraft mühelos erkennen. Abgesehen von den 300 Kameraden, die außer dem Verlust des Augenlichts noch wei­tere Leiden besitzen und bettlägerig sind und außer den 500, die heute leider noch ohne Arbeit sind, haben die anderen sämtlich eine Beschäf­tigung. 300 sind als Vürobeamte tätig, über 100 sind als Akademiker in staatlichen Diensten oder im freien Beruf, 300 sind bei Behörden in den verschiedensten Stellungen und 200 Kriegsblinde wurden allein in diesem Jahr untergebracht. Zahlreiche Urteile und Zeugnisse beweisen, daß der Kriegsblinde voll und ganz seine Pflicht er­füllen kann — vorausgesetzt, daß ihm eine Arbeit zugewiesen wird, die er auch bewältigen kann.

In den optischen Werken in Wetzlar und Eöt-

tingen sind seit Jahren kriegsblinde Optiker tätig, die Telephonzentralen von zwei staatlichen Aemtern in Baden und Pommern werden von Vundesbrüdern bedient. Selbst als Packer im Kistenversand sind Blinde beschäftigt, genau so wie sie als Gärtner, Tankwarte, Maler und Bild­hauer ihren Mann stellen. Die Zahl der blinden Bürstenmacher und Klavierstimmer ist gering. Natürlich sucht der „Bund erblindete! Krieger" laufend nach neuen Beschäftigungsmöglichkeiten, denn sämtliche Mitglieder wollen möglichst rasch der Mildtätigkeit entzogen werden.

Für alle diese verschiedenen Arbeitsgebiete ist das neue Heim die Zentrale. Mann kann in einem richtigen Vürobetrieb sicher die bisher ge­leistete Arbeit um ein Vieles steigern. Das ist notwendig, denn die Mitglieder wohnen ja nicht allein in Städten, sondern auch in abgelegenen Ortschaften, die ab­seits vom Verkehr liegen. Der Für­sorge der Bundesarbeit soll aber jeder im gleichen Maße teilhaftig werden. Daher sehen ja auch die Kriegsblinden mit einer so großen Dankbarkeit zur Staatsführung, da st: sich bewußt dieser treuesten Söhne des Vaterlandes annimmt Der Führer hat bei zahlreichen An­lässen die Betreuer der Blinden empfangen, hat ihre Wünsche und Bitten entgegengenommen und — erfüllt. Daß Adolf Hitler am Tage der roten Revolution selbst mit einem Augenleiden in Pasewalk lag. schafft sicher ein besonderes Verstehen zwischen dem Führer und seinen blinden Anhängern.

Herr Plein erhebt sich, um jetzt >n einem Rundgang das neue Heim zu zeigen. Das Haus das von einem Park umgeben ist, besitzt große

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Olympiade der Arbeit

ir. viü. Bremen, 6. Februar.

Die deutsche Jugend rüstet zum zweiten Reichsberufswettkampf, der in einigen Tagen auch in Bremen mit einem groß angelegten Schaufensterwettbewerb be- ' ginnen wird. In organisatorisch weit­gespanntem Rahmen wird in einzelnen Be­rufszweigen der Nachwuchs wie im Vorjahr vor aller Öffentlichkeit Rechenschaft über sein Können und feine Spitzenleistungen ab­legen. Der Trieb, die eigenen Kräfte zu messen und im Wettstreit bis zum äußersten zu stählen, gehört zum Wesen vor allem der nationalsozialistischen Jugend. Ja, es ist eine oft bestätigte Erfahrung: Das richtungwei- sende Ziel, das Vorbild des Meisters, wird für den Gesellen erst dann zum Ansporn un­ermüdlichen Schaffens, wenn der Weg zur Höhe aus eigenem Willen zurückgelegt, wenn das Erreichte auch zur Leistung gleich­wertiger Kräfte in Beziehung gesetzt werden kann. Das ist letzten Endes der Sinn jedes ernsten Wettbewerbs überhaupt, sofern er sich nicht in den Gvenzbezirken des Spiels verlieren will.

Und der Reichsberufswettkampf ist wahr­haftig, das Wort hier in seiner volkstüm­lichen Nebenbedeutung gebraucht, kein „Sport"! Taten, sichtbare Werte, Fortschritte der Berufsausbildung sollen unter Beweis gestellt werden. Die Jugend des national­sozialistischen Deutschland will nicht stehen- bleiben bei der Gesinnung (die freilich unbedingter Ausgangspunkt erfolgreichen Wirkens ist), sie will vorstoßen zu ehren­vollen praktischen Arbeitsergeb­nissen, zur höchsten Leistung, die immer mehr als oberstes Ausleseprinzip Geltung gewinnt. Nicht das Wollen des einzelnen, nicht einmal sein Können an sich gibt für. die Beurteilung seines Berufswertes ben Ausschlag, sondern das, was er wirklich schafft. Mit anderen Worten: Es ist der Schritt vom. Wissen zum Anwenden, vom Begreifen zum Gestalten, der im Verlauf des Berufswettstreites von jedem Teilneh­mer gewagt werden muß. Von jedem!

Doch die von der HI. im Zusammenwirken mit der Deutschen Arbeitsfront organisierte große Leistungsschau wird keineswegs um des einzelnen willen, sondern mit dem Blick auf die Gesamtinteressen der na­tionalen Wirtschaft ourchgefllhrt. Es gilt, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaftskräfte überhaupt zu fördern. Ge­rade unserem Nachwuchs fällt hier die wich­tige Aufgabe zu, sich für den Kampf der Qua­litätswaren auf dem Weltmarkt so zu rüsten, daß die Höchstleistungen des deutschen Ar­beiters überall den sicheren Sieg davontra­gen. Das Ziel kann hier gar nicht weit ge­nug gesteckt werden. Jeder Berufszweia hilft hier mit — wenn nicht unmittelbar, so auf nicht zu überspringender Vorstufe — Deutsch­lands Schwert, die Wirtschaft, zu schärfen. Seit der Machtübernahme durch den Na­tionalsozialismus wird im Deutschen Reich planmäßig für die zusätzliche Ausbildung eines allen Ansprüchen gewachsenen Fach­arbeiternachwuchses gesorgt. Nicht etwa aus Freude am Spezialistentum geschieht dies, sondern um einer national-ökonomischen Notwendigkeit ersten Ranges, der Konkür-

Sonnenterrasien. Im Erdgeschoß befindet sich der Verkaufsraum für Vlindenwaren, der der Hand­werkerfürsorge untersteht. Hierher kommen alle die Produkte, die von Kriegsblinden angefertigt wurden und keinen Absatz fanden. Der Verkauf soll kein Dankopfer, kein Almosen darstellen, denn er wird rein geschäftsmäßig betrieben. Vor allem auch nicht mehr durch Hausierer. Man wird von der Arbeit Filme herstellen und diese laufend den Einkäufern der staatlichen Aemter, großer Gesellschaften, den Warenverwaltern der Behör­den usw. vorführen, um sie zum Ankauf dieser hochwertigen Erzeugnisse anzuregen. Das Waren­lager mit einem Ausstellungsraum bildet die wirtschaftliche Abteilung. Im ersten Stockwerk liegen die Verwaltung, die Sprechzimmer, der Tagesraum und dann vor allem die große Büche­rei, die heute noch in einem Privathause unter­gebracht ist und erst kurz vor der Eröffnung hier­her kommt. Der kriegsblinde Archivar ist heute aber schon fleißig an der Arbeit, um die jüngste, wesentliche Literatur abzuschreiben. Da es ihm geglückt ist eine Reihe ehrenamtlicher Hilfskräfte zu bekommen, schreitet die Arbeit rasch fort. 7000 Bücher sind bereits vorhanden. Der Hunger nach geistiger Nahrung ist sehr groß.

Im zweiten Stockwerk liegt der Wohnraum der Verwalter, dann folgen die Gastzimmer, die durchreisenden Kriegsblinden zur Verfügung ge­stellt werden. Heute sind diese Räume erst not­dürftig eingerichtet, denn die, meisten Möbel sol­len erst kommen.

Im April 1935 — am Geburtstage des Führers — wird Deutschlands erstes Kriegsblindenheim aus den Namen Adolf Hitler getauft und er­öffnet und von diesem Tage an wird das ge­samte Kriegsblindenwesen so straff organisiert sein, daß die heute leider noch so häufig vor­kommenden Betrügereien und Schwindeleien un­ter dem Deckmantel „alles für unsere Blinden" nur noch der Vergangenheit angehören.