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Bremer Zeitung erscheint täglich (auch Montags). Monatsbezug: RM. 2.30 einschl. 30 Rpf. Zustellnngsgebnhr; durch die Post RM. 2.30 einschl. Ucberweisungsgebnhr, ausschl. Postbestellgeld. Der Bezugspreis ist im voraus zu entrichten. Postscheck Hamburg 172 72. Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch aus Erstattung oder Ersatz. NS.-Eauverlag Weser-Ems E. m. v. H., Bremen, Am Teeren 8—8 / Fernsprecher: Roland 625.
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Nr. 3 ? / 3. Jahrgang
Mittwoch, 6. Februar
Einzelpreis is Rps.
Nkichswehrpatwuille
in den Bergen verunglückt
München, 5. Februar.
Nach einer Mitteilung der Deutschen Vergwacht wird seit Montag eine Reichswehrpatrouille, bestehend aus dem Unterofsizier Haus und den Kanonieren Ecker, Zormeier und Jehmlich, vermißt. Die Patrouille befand sich auf dem Wege Esterberg—Alm—Krottenkops—Walchensee. Sie
sollte am Montagmittog in Landsberg am Lech wieder ihren Dienst antreten, ist aber dort nicht eingetroffen.
Nach einer später eingegangene» Meldung sind Unteroffizier Hanf, Kanoniere Ecker, Zormeier und Jehmlich, von einer aus Reichswehr und Bergwachtmännern zusammengesetzten Expedition am Dienstagabend etwa 5V Meter unterhalb des Krottenkopf-Hauses tot aufgefunden worden. Die Nachforschungen nach den im Wank- Eebiet bei Earmisch-Partenkirchen vermißten Bergwachtmännern Deck und Hillinger sind bisher ergebnislos verlaufen.
Deutsche Kommunisten hetzen
Verschwörungen in Holland
Amsterdam, 5. Februar.
Der Amsterdamer Polizei glückte es Montag abend, eine geheime Zusammenkunft früherer deutscher Kommunisten zu überraschen und aufzulösen. Hierbei wurden zehn deutsche Kommunisten, darunter ein früherer Reichstagsabgeordneter, die sich alle aus illegale Weise in der holländischen Hauptstadt aufhielten, verhaftet.
Haussuchungen, die im Anschluß daran in den Schlupfwinkeln der Festgenommenen vorgenommen wurden, ergäben, daß man eine weit verzweigte kommunistische Verschwörung vor sich Hatte, deren Teilnehmer über ganz Holland verteilt sind. Die meisten von ihnen hielten sich in Amsterdam und im Limburger Kohlenbecken auf. Die Montag abend erfolgte polizeiliche Aktion wurde anfangs geheim gehalten, um die Festnahme weiterer Beteiligter zu ermöglichen. Auf diese Weise konnten im Laufe des Dienstag noch zwölf weitere deutsche Kommunisten hinter Schloß und Riegel gesetzt werden.
Bei der holländischen Regierung schweben zurzeit Erwägungen darüber, was mit den Festgenommenen geschehen soll und welche Schritte etwa gegen die übrigen in Holland weilenden deutschen Kommunisten ergriffen werden sollen. Das kommunistische Kammermitglied Schalker stattete Dienstag nachmittag dem Justizminister im Haag einen Besuch ab, um zu verhindern, daß die in Amsterdamer Polizeigewahrsam befindlichen deutschen Kommunisten womöglich über die deutsche Grenze gesetzt werden.
„Deutsche Morgenfeier" der HI.
Die für den 10. Februar vorgesehene Reichssendung der Hitler-Jugend . „Deutsche Morgenfeier" wurde auf Sonntag, 21. Februar, 9—10 Uhr vormittags, verlegt. Im Mittelpunkt der Morgenfeier steht eine Ansprache des Reichsministers R. Walther Darrö. Ferner gelangt eine Kantate des Jungdichters Wolfram Vrockmeier mit der Musik von Heinrich Spitta zur Aufführung.
Die Betriebsgemeinschast der tragende Pfeiler des sozialen Lebens
Soziale Ehre eindeutig geschützt!
Erste Sitzung des ReichsehrmgerichtshofS/RetchsarbettSminifterGelbte spricht
Berlin, 5. Februar
Der nach dem Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit gebildet« Reichsehrengerichtshof trat Dienstag vormittag im festlich geschmückten Hauptsitzungssaal des Lberverwaltungsgerichts im Berliner Westen zu seiner ersten Sitzung zusammen.
Der Senat setzt sich aus zwei Mitgliedern des Reichsehrengerichtes, Reichsgerichtsrat Dr. Schröder und Reichsgerichtsrat Losz zusammen. Der vom Reichsarbeitsminister berufene Beisitzer ist der wiirttembergische Wirtschaftsminister Lehn ich. Ferner gehören dem Senat ein Vertreter aus den Kreisen der Betriebsführer und ein weiterer aus den Kreisen der Gefolgschaftsmitglieder an.
Vor Beginn der Verhandlungen sprach Reichsarbeitsminister Franz Seldte, um auf die hohe Bedeutung der sozialen Ehrengerichtsbarkeit für die Neugestaltung unseres sozialen Lebens hinzuweisen. Der Minister erklärte, in ausgesprochenem Gegensatz zum früheren Rechtszustand sei nunmehr das Schwergewicht der gesamten arbeitsrechtlichen Gestaltung in den einzelnen Betrieb gelegt. Arbeitgeber und Arbeitnehmerverbände ständen nun
nicht mehr in (zum Klassenkampf ausgearteten) Jnteressenkämpfen einander gegenüber. Das gemeinsame Interesse, das alle, die in einem Betriebe gemeinsam schafften, an dessen Blühen hätten, sei die Grundlage des sozialen Ausgleiches. Deshalb sei der Gesetzgeber zur Ausgestaltung und Betonung der Betriebsgemeinschaft gekommen. Diese Welt sei nach den Grundsätzen der gegenseitigen Treu«, des Vertrauens und der Kameradschaft ausgerichtet.
Dieser Stellung der Betriebsgemeinschaft als des tragenden Pfeilers des sozialen Lebens entspräche es, wenn zu ihrer Verwirklichung und zu ihrem Schutze in grundlegend neuen Gedanken- gängen eine eingehend geregelte soziale Ehrengerichtsbarkeit errichtet worden sei. Dadurch sei zum ersten Male das Zusammenleben von Unternehmern und Betriebsangehörigen auf den Begriff der sozialen Ehre abgestellt worden. Hiernach handele im Arbeitsleben nur derjenige ehrenhaft, der die ihm je nach seiner Stellung innerhalb der Betriebsgemeinschaft obliegenden Pflichten gewissenhaft erfülle und sich durch sein Verhalten der Achtung würdig erweise, die sich aus seiner Stellung ergäbe. So sei ein neuer nationalsozialistischer Ehrbegriff entstan
den, der sich messe an den Erfordernissen des Gemeinwohls und der den einzelnen lediglich nach seiner sittlichen Haltung zu diesen Erfordernissen bemesse.
Aus der hohen Einschätzung der sozialen Ehre ergebe sich die hohe Aufgabe der Ehrengerichte. Diese hätten rücksichtslos alle diejenigen aus der Gemeinschaft der Schaffenden auszumerzen und durch Strafen zu brandmarken, die den Geboten der Ehre zuwiderhandeln. Gleichzeitig hätten die Ehrengerichte eine wichtige Erziehungsarbeit zu leisten.
Während als erste Instanz für jeden Bezirk eines Treuhänders ein Ehrengericht gebildet worden sei, schwebe über allen Ehrengerichten als endgültige Berufungsinstanz der Reichsehrengerichts- hof in seiner besonderen Zusammensetzung von zwei richterlichen Mitgliedern, je einem Vetriebs- führer und einem Vertrauensmann sowie einer von der Reichsregiernng bestimmten Persönlichkeit. Wie alle obersten Gerichtshöfe, so habe auch der Reichsehrengerichtshof für die Einheitlichkeit der Rechtsprechung auf diesem Gebiet sowie für grundsätzliche Auslegung der Bestimmungen und für eine sinngemäße Fortbildung des Rechtes Sorge zu tragen.
Saisonbedingter Arbeitsrückgang
Gtettenlosigkeit in diesem Winter weit geringer als früher
Der Arbeitseinsatz im Winter steht immer vor den besonderen Schwierigkeiten, die den Beschäs- tigungsmöglichkeiten bei Außenarbeiten dusch die jahreszeitlichen Einflüsse gesetzt sind. Langdauernde Frostperioden legen naturnotwen- dig derartige Arbeiten still und die hierbei Beschäftigten müssen entlassen werden und kommen als Arbeitslose in Zugang, auch wenn die Aussicht besteht, daß diese nach Beendigung der Kälteperiode ihre verlassenen Arbeitsplätze wieder einnehmen können.
Der verhältnismäßig milde Winter 1933 auf 1934 hatte eine sehr späte und nur einmalige Freisetzung von 344 000 Arbeitskräften im Monat Dezember gebracht. In diesem Winter begann die Zunahme an Arbeitslosen jedoch schon im November mit 85 000, denen im Dezember weitere 252 000 folgten, womit der Gesamtrückgang immer noch mit 7000 unter dem des Vorjahres zurllckblieb.
Da die Kältewelle jedoch auch den Januar hindurch in ganz Deutschland anhielt, wird mit einer weiteren erheblichen Zunahme an Arbeitslosen aus den.Außenberufen zu rechnen sein. Sie ist aus den angegebenen Gründen unvermeidlich und kann auch nicht durch vermehrte Einstellung in der Industrie wettgemacht werden. Denn die Entlassungen in den Außenberufen kommen stoßweise und umfassend, während die Mehreinstel-
lungen in Industrie und Wirtschaft allmählich und dem Bedarf entsprechend vor sich gehen.
Vergleicht man die Zunahme der jahreszeitlichen Arbeitslosigkeit in den Fahren vor der nationalsozialistischen Machtergreifung mit der des Vorjahres und der voraussichtlichen Entwicklung in diesem Jahre, so wird man feststellen können, daß das regelmäßige Anschwellen der winterlichen Arbeitslosigkeit gegenüber früher erheblich kleinere Ausmaße angenommen hat.
Die Zahl der Arbeitslosen nahm während der Wintermonate 1027—28 um 1,022 Millionen zu, 1928—29 um 1,899 Millionen, 1929—30 um 1,800 Millionen, 1930—31 um 1,720 Millionen, 1931—32 um 1,505 Millionen, 1932—33 um 0,892 Millionen, dagegen 1933—34 nur um 0,344 Millionen zu. Während also in den früheren Jahren der Beschäftigungsrückgang des Winters zwischen ein bis zwei Millionen Menschen erfaßte, ist dieser im Borjahr noch weit unter einer halben Million geblieben und wird auch in diesem Winter wesentlich gegenüber den Zahlen der Jahre 1927—1933, in denen sich gleichzeitig der konjunkturelle Niedergang spiegelte, zurückbleiben.
Wenn dennoch das Ausmaß des winterlichen Beschäftigungsrückganges in diesem Jahre größer sein wird als im Vorjahre, so darf daraus nicht ein Nachlassen in der energischen Bekämpfung der Arbeitslosigkeit geschlossen werden. Es ist vielmehr zu berücksichtigen, daß seit dem Vorjahre
die Gesamtzahl der Arbeitslosen um weitere 1,7 Millionen abgenommen hat, daß also der Ausgangspunkt der winterlichen Zunahme bei einem Stand von 2,27 Millionen Arbeitslosen im Oktober 1934 gegenüber 3,7 Millionen im Herbst 1933 liegt.
Ganz abgesehen von den Mehreinstellun- gen in den mitte rungsunabhängigen Berufen sind also im vergangenen Jahre auch ganz erheblich viel Arbeitskräfte neu den Außenberufen zugeströmt, die nun eine entsprechend größere Freisetzung zur Folge haben müssen.
Die Zunahme der Arbeitslosenzahlen im Winter ist also ein ganz natürlicher Vorgang, der sich im Wirtschaftsleben immer wieder abspielen muß, und der vor allem auch beweist, daß das nationalsozialistische Deutschland, entgegen den immer wieder aus dem Auslande auftauchenden Behauptungen, die Arbeitslosigkeit nicht auf dem Wege künstlicher Beschäftigung beseitigt, sondern einzig und allein durch organische Wirtschaftsbelebung, die dann in den Saisonberufen ebenso organisch dem Wechsel unterworfen ist.
Neichstagung der NSV. in Kassel. Das Hauptamt für Volkswohlfahrt in der Reichsleitung der NSDAP. hält vom 18. bis 22. Februar in Kassel eine große Reichstagung ab, an der sämtliche Gauamtsleiter der NSV., sowie die Leiter der Wohlfahrtsabteilungen bei den Eauämtern der NSV. teilnehmen werden.
Äm Heim der deutschen Kriegsblinden
3119 Mitbürger besitzt das Reich, die durch den Weltkrieg ihr Augenlicht verloren haben und heute, wie alle ihre anderen Leidensgenossen, die Zivilblinden, mit verdoppeltem Kräfteaufwand für ihr Auskommen, ihre Existenz kämpfen müssen. Wenn man diesen Opfern des Krieges 'auch nach bestem Willen entgegenkommt, so müssen sie doch noch ihrerseits diese Hilfe ausbauen, nach ihren Erfahrungen dirigieren, damit sich wirklich die soziale Lage der Kriegsblinden etwas heben kann.
Für diese Betreuungsfürsorge, die von Berlin aus alle im Reich lebenden Kriegsblinden erfaßt, fehlte bisher vor allem eine Zentralstelle, ein Büro, denn das bisherige Privatarbeitszimmer des Vorsitzenden konnte schon räumlich die notwendige Arbeit nicht mehr leisten. Der Führer mußte erst sein Amt übernehmen, um den Blinden den langersehnten Wunsch nach einer zentralen Verwaltung zu erfüllen. Anläßlich des Geburtstages Adolf Hitlers wurde dem Vorsitzenden des Bundes von der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung ein Scheck über 50 000 Mark zur Erwerb eines Hauses aus dem Eeburtstagsfond zur Verfügung gestellt; den Ambau des Hauses wollte die NSKOV. aus eigenen Mitteln übernehmen.
> In einer stillen Seitenstraße des südwestlichen Berlins fand man das passende Heim, das im Augenblick von oben bis unten renoviert und seinen zukünftigen Zwecken entsprechend umgebaut wird. Der kleine Büroraum ist bereits notdürftig hergerichtet: Ein Schreibtisch, ein Aktenschrank, ein Tisch, ein Stuhl und ein Telephon genügen um den Aufbau der Zentralstelle zu leiten. Hier fjndet man den Vorsitzenden, Amtsgerichtsrat Plein, als er gerade die freudige Mitteilung
eines bekannten Jndusiriewerkes erhält, das sich bereit erklärte, sämtliche elektrischen Anlagen zu stiften. Wieder eine Sorge weniger, denn ein Teil der im obersten Stockwerk gelegenen Gastzimmer sind bereits durch Spenden eingerichtet worden.
Herr Amtsgerichtsrat Plein, der seit Jahren die Kriegsblinden führt, gehört selbst zu den 3119. Er verlor an der Westfront sein Augenlicht und sollte nun natürlich auch entweder Bürstenbinder oder Klavierstimmer werden. Durch unerhörte Tatkraft gelang es ihm, sein juristisches Studium nicht nur zu vollenden, sondern auch noch mit dem Prädikat „gut" zu bestehen. Herr Plein ist heute Lehrer am Amtsgericht. Und wie die meisten seiner Leidensgenossen besitzt auch er ein kaum glaubliches Orientierungsvermögen. Mit dem Stock und einer Hand tastend, führt er seine Besucher durch das neue Haus und wenn er mitunter auch noch einmal anstößt oder die Türe nicht sofort findet, so weiß er doch schon glänzend im Hause Bescheid. Zunächst sitzt man aber noch im notdürftig hergerichteten Büro, um einiges über die soziale Lage der Kriegsblinden zu erfahren. Rund 4000 deutsche Frontkämpfer kehrten als Blinde in die Heimat zurück. In jedem Jahr sterben etwa 40 bis 50, so daß es heute noch etwa 3000 gibt. Im bewußten Gegensatz zu den Siegerstaaten behandelte man die deutschen Kriegsblinden nie als bemitleidenswerte Opfer, denn man nahm ihnen nicht das Selbstvertrauen, sondern im Gegenteil — man stärkte ihre Tatkraft. Man machte keine hilflosen Geschöpfe aus ihnen, sondern verpflanzte sie unmittelbar ins bürgerliche Leben. 90 Prozent der Kriegsblinden sind verheiratet, 1400 wohnen bereits in eigenen Siedlungshäusern. Betrachtet
man die Blinden nach ihrer Beschäftigung, kann man den Erfolg der geförderten Tatkraft mühelos erkennen. Abgesehen von den 300 Kameraden, die außer dem Verlust des Augenlichts noch weitere Leiden besitzen und bettlägerig sind und außer den 500, die heute leider noch ohne Arbeit sind, haben die anderen sämtlich eine Beschäftigung. 300 sind als Vürobeamte tätig, über 100 sind als Akademiker in staatlichen Diensten oder im freien Beruf, 300 sind bei Behörden in den verschiedensten Stellungen und 200 Kriegsblinde wurden allein in diesem Jahr untergebracht. Zahlreiche Urteile und Zeugnisse beweisen, daß der Kriegsblinde voll und ganz seine Pflicht erfüllen kann — vorausgesetzt, daß ihm eine Arbeit zugewiesen wird, die er auch bewältigen kann.
In den optischen Werken in Wetzlar und Eöt-
tingen sind seit Jahren kriegsblinde Optiker tätig, die Telephonzentralen von zwei staatlichen Aemtern in Baden und Pommern werden von Vundesbrüdern bedient. Selbst als Packer im Kistenversand sind Blinde beschäftigt, genau so wie sie als Gärtner, Tankwarte, Maler und Bildhauer ihren Mann stellen. Die Zahl der blinden Bürstenmacher und Klavierstimmer ist gering. Natürlich sucht der „Bund erblindete! Krieger" laufend nach neuen Beschäftigungsmöglichkeiten, denn sämtliche Mitglieder wollen möglichst rasch der Mildtätigkeit entzogen werden.
Für alle diese verschiedenen Arbeitsgebiete ist das neue Heim die Zentrale. Mann kann in einem richtigen Vürobetrieb sicher die bisher geleistete Arbeit um ein Vieles steigern. Das ist notwendig, denn die Mitglieder wohnen ja nicht allein in Städten, sondern auch in abgelegenen Ortschaften, die abseits vom Verkehr liegen. Der Fürsorge der Bundesarbeit soll aber jeder im gleichen Maße teilhaftig werden. Daher sehen ja auch die Kriegsblinden mit einer so großen Dankbarkeit zur Staatsführung, da st: sich bewußt dieser treuesten Söhne des Vaterlandes annimmt Der Führer hat bei zahlreichen Anlässen die Betreuer der Blinden empfangen, hat ihre Wünsche und Bitten entgegengenommen und — erfüllt. Daß Adolf Hitler am Tage der roten Revolution selbst mit einem Augenleiden in Pasewalk lag. schafft sicher ein besonderes Verstehen zwischen dem Führer und seinen blinden Anhängern.
Herr Plein erhebt sich, um jetzt >n einem Rundgang das neue Heim zu zeigen. Das Haus das von einem Park umgeben ist, besitzt große
Die Aenlrale iler s<iüi>K5l>Ijni!eil in lZei'lin
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Olympiade der Arbeit
ir. viü. Bremen, 6. Februar.
Die deutsche Jugend rüstet zum zweiten Reichsberufswettkampf, der in einigen Tagen auch in Bremen mit einem groß angelegten Schaufensterwettbewerb be- ' ginnen wird. In organisatorisch weitgespanntem Rahmen wird in einzelnen Berufszweigen der Nachwuchs wie im Vorjahr vor aller Öffentlichkeit Rechenschaft über sein Können und feine Spitzenleistungen ablegen. Der Trieb, die eigenen Kräfte zu messen und im Wettstreit bis zum äußersten zu stählen, gehört zum Wesen vor allem der nationalsozialistischen Jugend. Ja, es ist eine oft bestätigte Erfahrung: Das richtungwei- sende Ziel, das Vorbild des Meisters, wird für den Gesellen erst dann zum Ansporn unermüdlichen Schaffens, wenn der Weg zur Höhe aus eigenem Willen zurückgelegt, wenn das Erreichte auch zur Leistung gleichwertiger Kräfte in Beziehung gesetzt werden kann. Das ist letzten Endes der Sinn jedes ernsten Wettbewerbs überhaupt, sofern er sich nicht in den Gvenzbezirken des Spiels verlieren will.
Und der Reichsberufswettkampf ist wahrhaftig, das Wort hier in seiner volkstümlichen Nebenbedeutung gebraucht, kein „Sport"! Taten, sichtbare Werte, Fortschritte der Berufsausbildung sollen unter Beweis gestellt werden. Die Jugend des nationalsozialistischen Deutschland will nicht stehen- bleiben bei der Gesinnung (die freilich unbedingter Ausgangspunkt erfolgreichen Wirkens ist), sie will vorstoßen zu ehrenvollen praktischen Arbeitsergebnissen, zur höchsten Leistung, die immer mehr als oberstes Ausleseprinzip Geltung gewinnt. Nicht das Wollen des einzelnen, nicht einmal sein Können an sich gibt für. die Beurteilung seines Berufswertes ben Ausschlag, sondern das, was er wirklich schafft. Mit anderen Worten: Es ist der Schritt vom. Wissen zum Anwenden, vom Begreifen zum Gestalten, der im Verlauf des Berufswettstreites von jedem Teilnehmer gewagt werden muß. Von jedem!
Doch die von der HI. im Zusammenwirken mit der Deutschen Arbeitsfront organisierte große Leistungsschau wird keineswegs um des einzelnen willen, sondern mit dem Blick auf die Gesamtinteressen der nationalen Wirtschaft ourchgefllhrt. Es gilt, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaftskräfte überhaupt zu fördern. Gerade unserem Nachwuchs fällt hier die wichtige Aufgabe zu, sich für den Kampf der Qualitätswaren auf dem Weltmarkt so zu rüsten, daß die Höchstleistungen des deutschen Arbeiters überall den sicheren Sieg davontragen. Das Ziel kann hier gar nicht weit genug gesteckt werden. Jeder Berufszweia hilft hier mit — wenn nicht unmittelbar, so auf nicht zu überspringender Vorstufe — Deutschlands Schwert, die Wirtschaft, zu schärfen. Seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus wird im Deutschen Reich planmäßig für die zusätzliche Ausbildung eines allen Ansprüchen gewachsenen Facharbeiternachwuchses gesorgt. Nicht etwa aus Freude am Spezialistentum geschieht dies, sondern um einer national-ökonomischen Notwendigkeit ersten Ranges, der Konkür-
Sonnenterrasien. Im Erdgeschoß befindet sich der Verkaufsraum für Vlindenwaren, der der Handwerkerfürsorge untersteht. Hierher kommen alle die Produkte, die von Kriegsblinden angefertigt wurden und keinen Absatz fanden. Der Verkauf soll kein Dankopfer, kein Almosen darstellen, denn er wird rein geschäftsmäßig betrieben. Vor allem auch nicht mehr durch Hausierer. Man wird von der Arbeit Filme herstellen und diese laufend den Einkäufern der staatlichen Aemter, großer Gesellschaften, den Warenverwaltern der Behörden usw. vorführen, um sie zum Ankauf dieser hochwertigen Erzeugnisse anzuregen. Das Warenlager mit einem Ausstellungsraum bildet die wirtschaftliche Abteilung. Im ersten Stockwerk liegen die Verwaltung, die Sprechzimmer, der Tagesraum und dann vor allem die große Bücherei, die heute noch in einem Privathause untergebracht ist und erst kurz vor der Eröffnung hierher kommt. Der kriegsblinde Archivar ist heute aber schon fleißig an der Arbeit, um die jüngste, wesentliche Literatur abzuschreiben. Da es ihm geglückt ist eine Reihe ehrenamtlicher Hilfskräfte zu bekommen, schreitet die Arbeit rasch fort. 7000 Bücher sind bereits vorhanden. Der Hunger nach geistiger Nahrung ist sehr groß.
Im zweiten Stockwerk liegt der Wohnraum der Verwalter, dann folgen die Gastzimmer, die durchreisenden Kriegsblinden zur Verfügung gestellt werden. Heute sind diese Räume erst notdürftig eingerichtet, denn die, meisten Möbel sollen erst kommen.
Im April 1935 — am Geburtstage des Führers — wird Deutschlands erstes Kriegsblindenheim aus den Namen Adolf Hitler getauft und eröffnet und von diesem Tage an wird das gesamte Kriegsblindenwesen so straff organisiert sein, daß die heute leider noch so häufig vorkommenden Betrügereien und Schwindeleien unter dem Deckmantel „alles für unsere Blinden" nur noch der Vergangenheit angehören.