ö reiner
öas amtliche Organ -es Senais
6—
Nützlich ^'stellungsgebühr: durch die Pos,
teu. - Postscheck Hamburg 172 72. - Betriebs9öEn°„ ^ ^Bezugspreis ist im voraus zu entrich-
Nr. 23 / i. Vierteljahr "
Zcttmg
-er Freien Lansefta-I vremen
19 3 5
7b Rps.
Anzeigen - Grundpreise: Die Ermäßigte Grundpreise (s'
Preisliste l. lNochlaßstasse. -.. -, -
Sprechzeit des Verlages werktäglich von 12«—13 Uhr. der Schriftleitung werktäglich von 18—17 Uhr.
Mittwoch, 23. Januar
Einzelpreis is Nps.
Weite der Hetzer
^ü- gab nach dem 3«. Januar 1933 Tage und Wochen, in denen Deutschland die Zielscheibe einer noch nie erlebten Auslandshetze wurde. Die über das „Regime Hitlers" füllten ganze Spalten sogar solcher Blätter, die ernst zu nehmen waren. Die mit jüdischem Kapital finanzierte, auch heute noch nicht überwundene Irreführung der öffentlichen Weltmeinung nahm zeitweise derart widerliche Formen an. daß es nicht ganz leicht war, der Verleumdung Einhalt zu gebieten? Um so freudiger verfolgen wir jetzt, nach den tiefgreifenden Ereignissen an der Saar, den siegreichen Vormarsch der Wahrheit. Wer sich dessen erinnert, wie ungerecht selbst eine Persönlichkeit wie Sir Allsten Lhamberlain (von 1924 bis 1929 Englands Staatssekretär des Reicheren), noch bis vor kurzem den Nationalsozialismus beurteilte, wird dessen letzte Erklärungen über das neue Deutschland und seinen Führer als Beweise eines erfreulichen Gesinnungswandels lebhaft begrüßen. Zum ersten Male hört man aus seinen Worten etwas wie Glaube an Adolf Hitler mitschwingen, so, wenn er „nicht bezweifelt, daß die Friedens- Dersicherung des Führers in Aufrichtigkeit gesprochen ist." Diese im großen Londoner Blatt „Daily Mail" enthaltene Aeußerung des einflußreichen englischen Politikers wird seine Wir- r. kung auf jene Kreise des Jnselreichs, die noch immer unter dem Einfluß der Hetzer und Ver- , leumder stehen, gewiß nicht verfehlen.
„Die Saarabstimmung hat den Nachweis dafür erbracht, daß das Evangelium Hitlers einem Volk von Vergangenheit, Tradition und Erziehung nichts Wesensfremdes ist" — diese Worte lesen wir im freisinnig-demokratischen Luzerne: Tagblatt, das sogar von einer „faszinierenden Wirkung des deutschen Nationalsozialismus" spricht. Auch Aeußerungen tschechoslowakischer Blätter bestärken in uns die Ueberzeugung, daß die Saar- . llinder am- -13. Januar mit ihrem glänzenden Bekenntnis zu Deutschland nicht nur einen national- politischen Erfolg---errungen, sondern - darüber hinaus bisher falsch unterrichteten außerdeutschen Journalisten, Politikern und Staatsmännern den Weg zu einem besseren Verständnis des Nationalsozialismus geebnet haben. Das Hauptorgan der (stärksten) tschechischen Agrarpartei, der Präger „Venkov", trifft den Nagel auf den Kopf, wenn in einem seiner Artikel an die Emigrantenpresse die Mahnung gerichtet wird: „Es geht nicht an, verschiedene Kombinationen, Mutmaßungen und bewußte Irrlehren über Deutschland in die Welt zu setzen. Das Saargebiet hat alle Gerüchtemaiherei über Deutschland hinweggefegt." Wir möchten hinzufügen: Auch die Gerüchtemacher hat es hinweggefegt!
Dreier-Ausschuß tagt in Neapel
Der Völkerbundsrat hatte durch seinen Beschluß vom 17. Januar seinen Dreier-Ausschuß beauftragt, zusammen mit der deutschen und französischen Regierung sowie der Regierungskommission des Saargebiets die im Hinblick auf die Rückgliederung der Saar zu treffenden Maßnahmen festzusetzen. Auch die Ausfllhrungs- bestimmungen der durch Deutschland und Frankreich eingegangenen Verpflichtungen sollten getroffen werden. Der Dreier-Ausschuß hat jetzt ^schlössen, seine nächste Tagung in Neapel abzuhalten.
Ein Zankapfel aus der Welt geschafft
Wichtiger politischer Bahnverkauf
Die chinesische Ostbahn geht von Gowjeirußlanb an Manbfchukuo über
Tokio, 22. Januar.
Nach einer Berhandlungsdauer von 19 Monaten wurden am Dienstagvormittag die Verhandlungen über den Verkauf der chinesischen Ostbahn durch Sowjetrußland endlich zum Abschluß gebracht. Sowjetrußland hat mit dem Verkauf der Bahn nach japanischem Urteil seine imperialistischen Ziele in Ostasien aufgegeben. Der zum Abschluß gelangte Vorvertrag enthält alle Einzelheiten des Ueberganges der Bahn an Mandschu- kuo. Danach tritt die Sowjet-Union folgende Werte ab: 1726 Kilometer Bahnstrecke, das gesamte Vahnmaterial, Fabrikanlagen und umfangreichen Besitz an Ländereien und Wald. Der Ee- samtpreis beträgt 17Ü Millionen Yen. Ein Drittel dieses Betrages ist in bar zu zahlen. Die chinesische Ostbahn wird mit der Sibirischen Bahn verbunden werden. Die bei der Bahn beschäftigten sowjetrussischen Beamten müssen innerhalb von
fünf Monaten nach der Sowjetunion zurückkehren. Der Hauptvertrag über den Bahnverkauf soll im Februar in Tokio unterzeichnet werden.
»
Die chinesische Ostbahn, die kürzeste Verbindung zwischen dem Baikal-Gebiet und der russischen Kllstenprovinz mit Wladiwostok, hat eine interessante Entwicklung durchgemacht. 1896 wurde in Petersburg zwischen dem „chinesischen Bismarck", Li-Hung- Tschang, und dem russischen Staatsmann Fürsten Lobanow ein Abkommen geschlossen, das den gemeinsamen Bau und Betrieb der Chinesischen Ostbahn vorsah und den russischen Einfluß in der Mandschurei begründete. Ueberaus wechselvoll gestaltete sich seitdem das Schicksal der Bahn. Immer aber wurde sie als die Basis der russischen Macht im Fernen Osten angesehen. Wladiwostok heißt zu deutsch: Beherrsche den Osten! Mit der Revolution von 1917 wurde Rußland zeitweise aus der Mandschurei ausgeschlossen.
Wie 1905 das Bestreben Rußlands, sich einen eisfreien Hafen im Fernen Osten zu sichern, zum Krieg mit Japan führte, so bildete die Ostchina-Bahn im letzten Jahrzehnt einen Gegenstand ständiger Reibereien und Unzuträglichkeiten, Zusammenstöße und Zwi- schenfälle, bis der Ausbruch von kriegerischen Verwicklungen schließlich als unvermeidlich angesehen 'wurde. Die Ostchina-Bahn war für Sowjetrußland politisch ein Objekt, das der Sowjetmacht im Fernen Osten als der eigentliche Tragpfeiler galt. Auch wirtschaftlich war sie em Geschäft, warf sie doch in ihren besten Jahren einen Gewinn von einer Milliarde Pen ab. Obwohl schlecht organisiert und durch Verwaltungskomplikationen gehemmt, war sie unzweifelhaft eine der ertragreichsten Eisenbahnen der Welt. In ihre Verwaltung teilten sich später Sowjetrußland und China, dessen Stelle nach Bildung des Freistaates Mandschukuo die gemeinsame japanisch-mandschurische Verwaltung einnahm.
„Wie ich zum Führer fand...!"
Gespräche mit Menschen, öle sich aus innerster Ueberzeugung zur großen Volksgemeinschaft bekannten
Are Aeetstturäc.-
Wir setzen im folgenden die Veröffentlichung der Arbeit des Schriftleiters Herbert Seehoser > fort, der .sich an Männer und Frauen verschiedener Stände und Berufe gewandt hat mit der Frage: „Wie fanden Sie zum Führer? „Wie fanden Sie zur Volksgemeinschaft?"
Der neunundsechzigjährige Alfred K., aktives Mitglied einer Regimentsvereinigung. Wir überraschen ihn, als er gerade ein Bild des Führers in seinem Zimmer aufhängt. Es hängt noch nicht ganz lotrecht, es muß etwas mehr zur Mitte geschoben werden.
Ein herrliches Bild! Wie er leibt und lebt! Das wollte ich eigentlich in Oel haben, da würde es sich noch schöner machen, aber vorläufig . . . nein, wirklich, so habe ich ihn gesehen, wie er rausging aus dem Sportpalast, ganz nahe an mir vorüber!"
„Die Begegnung hat einen tiefen Eindruck hinterlassen?"
„Also, ich sage Ihnen, das ist ja ein Soldat wie er im Buch steht. Da hatten wir doch mal bei den „Vierzehnern" — nee, warten Sie mal, das muß in Königsberg gewesen sein — oder war das etwa bei den „Neunern"? Also ich sage Ihnen, 's ist ja ganz egal, wo es war, — soo ein Mann!"
„Sie sind ja ganz begeistert?"
„Kann ich auch! Was wir jetzt wieder für einen Zug in der Kolonne haben . . . Wir sind doch
jetzt alle in der SA.-Reserve. Da geht's jetzt wieder stramm ran. Das müssen Sie sich mal mit ansehen, da erkennen Sie uns vielleicht nicht mehr wieder. Da machen wir den Jungen noch was vor, wir altes Eisen!"
„Vor einem Jahr aber, waren Sie doch noch anderer Meinung?"^
„Unsereiner kann sich eben nicht so schnell umstellen. „Gut Ding will gute Weile haben", wie mein seliger Lehrer Kritschbaum immer sagte. Na, den haben wir ja auch geärgert! Einmal bei Glatteis, wir in Pantinen und er in Stiefeln, machen wir einen Ausflug und dann schliddern wir uns 'ne Bahn und sagen: „Herr Lehrer, wollen Sie's nicht auch mal versuchen?" Und der Dussel läßt sich auch verleiten und da liegt er schon auf allen Vieren und dann kloppen wir ihn ab und dann immer mit der Faust rein ins Kreuz . . ."
„Sie sind ja wirklich in bester Stimmung. Die neue Zeit ist also eine glücklichere Zeit für Sie geworden?"
„Das kann man wohl sagen. Wir waren ja hirnverbrannt, gerade wir Aelteren, aber diesmal haben die Küken doch recht behalten, wenn sie vorlaut ihren Schnabel aufrissen. Das ist wirklich der einzige Führer! Schreiben Sie's rein in die Zeitung: Wenn es hart auf hart geht und Adolf Hitler ruft, dann sind wir alle da und dann soll er feine Freude an uns haben!"
An AaitacAettee-
Der siebenundzwanzigjährige Bauarbeiter Erwin L., parteilos, jetzt beim Bau der Reichsautobahn beschäftigt. Unter , einem Schuppen klopft er Steine zu^Schotter und macht für fünf Minuten Pause:
„Das ist nämlich das Schönste an der Geschichte, daß wir trotz des Frostes weiter unsere Arbeit haben. Im Baugewerbe, gerade beim Tiefbau, ist das man sonst solche Sache. Wenn's nämlich friert, ist auch die Arbeit alle."
„Man hat vorgesorgt für den Winter. Man hat die Arbeiten, die auch bei strengster Kälte verrichtet werden können, in kluger Voraussicht zurückgeschoben."
„Ja, die Organisation ist ganz phantastisch. Da steckt lleberlegung dahinter und man spürt den Willen."
„Es ist der Wille des Führers!"
„Wir wissen's alle, das ist es! Fragen Sie rum hier, bei uns allen am Baulos. Diese Reichsautobahn hat's in sich. Da ist ja Arbeit, gar nicht abzusehen ist das und das beruhigt."
„Sie waren lange arbeitslos?"
„Immerhin vier Jahre und sieben Monate. Haben Sie eine Ahnung, was das heißt?"
„Schicksal!"
„Quatsch, Schicksal. Das heißt Selbstmord! Nischt im Leibe und nischt am Leibe und jeden Tag dasselbe hoffnungslose Theater, da geht einem mal der Hut hoch."
(Fortsetzung auf Seite 2)
Treue um Treue
Wenn der Nationalsozialismus den Anspruch aus die Totalität seines Staates erhebt, so kann er das, weil seine Verfechter dieses Recht durch den Einsatz aller eigenen . Kraft und unter Verzicht auf alle eigenen Vorteile erkämpft haben. Dankbar erkennt jeder aufrechte Teutsche die Opfer und Leistungen der Nationalsozialisten an, die nicht für sich, sondern für die Sache des deutschen Volkes und damit für die Sache jedes einzelnen Volksgenossen anderthalb Jahrzehnte gekämpft haben. Freudig bekennen sich Millionen und aber. Millionen zu dem Führer und seiner Idee.
Aber auch die nationalsozialistische Presse kann für sich beanspruchen, nicht vergessen zu werden. Was sie zu ihrem Teil zum Gelingen und zur Durchführung der Ziele in der Kampfzeit geleistet hat und heute noch leistet, verdient beachtet zu werden.
Schon rein sachlich betrachtet, muß man zu der Feststellung gelangen, daß nur der wahrer Mittler sein kann, dessen eigenes Empfinden eins ist mit dem, was er vermitteln will und soll. Es würde keinem Menschen wohl einfallen, sich die Lehre Christi aus dem Talmud aneignen zu wollen, ebensowenig, wie der Tonkünstler sein Können durch das Studium der klassischen Literatur zu vertiefen suchen würde. Darüber hinaus ist festzustellen, daß der Vorwurf der Einseitigkeit, der zu starken Betonung der politischen Linie, der den Zeitungen der nationalsozialistischen Presse so gern gemacht wird, unberechtigt ist.
Es war geradezu die Ausgabe und liegt zutiefst im Wesen der NS.-Presse begründet, politisch zu sein und zu bleiben. Sie wird auch in Zukunft diese Grundtendenz beibehalten und muß sie beibehalten, wenn sie ihr Eigenleben und ihre hohe Bestimmung nicht aufgeben will. Allerdings wird auch ihr Gesicht sich ändern, nun die ersten Etappen aus dem Marsch zum Endziel, auf dem sie Stoßtruppdienst verrichtet hat, hinter uns liegen.
Immer aber wird die NS.-Zeitung den anderen etwas voraus haben: Ueber das Geschehen in der großen Politik, in der Vertretung sozialpolitischer Belange, in der Behandlung der Wirtschaftsfragen vom nationalsozialistischen Standpunkt, in allem, was das Wollen des Nationalsozialismus und das Vollbringen durch den Nationalsozialismus widerspiegelt, wird die nationalsozialistische Zeitung den ersten Platz vor den anderen Druckerzeugnissen unerschütterlich behaupten.
Sieht man ab von diesen sachlichen Erwägungen und ruft die Erinnerung wach an das, was gewesen, so dürfte, müßte wohl gar ein Gefühl der Dankbarkeit den Anlaß
Kämpf mit -em Seetiger
Haifang mit der Handschlinge
- Die Haifische sind die Tiger des Meeres. Wie Kie Tiger am Lande, fürchten aber auch sie die Nähe des Menschen. Nur wenn sie angegriffen Seiden, gehen sie auf den Menschen los. Hat das Dier aber einmal Blut gekostet, kann es nicht mehr davon lassen und geht den Menschen immer wieder in blindwütigem Haß an.
Ich sah Haifische in allen Meeren der Welt gefangen und gelötet werden. Niemals aber habe ich wieder einen solch aufregenden und nerven- aufpeitfchenden Kampf gesehen, wie an der Küste von Neu-Irland: Es gibt nichts, was die Todesverachtung und die Eeschicklichkeit der Kanaken übertreffen würde, mit der sie den Haifisch im persönlichen Kampf mit der Handschlinge bezwingen.
Wir fuhren mit dem Motorboot des Konsuls in die Bucht, in der die Kanaken den Haien auflauerten. Wenige Meter von einem Kanu, in d'em zwei Eingeborene sitzen, stellen wir den Motor ab und lassen uns in der Dünung treiben.
Der rückwärts sitzende Kanake nimmt ein langes Stück Holz, das sich an beiden Seiten flach verbreitert. In der Mitte ist ein Griff, an den ' beiden Seiten sind zwei Löcher eingebohrt, durch , welche eine starke Schlinge aus Bast gezogen wird.
Nun werfen die Leute einen Kranz hohler, aneinandergereihter Kokosnüsse in die Dünung und schlagen mit Hölzern auf die hohl klingenden Nüsse. Das Geräusch hört sich an, als ob ein Schiff Anker werfen und die Ankerkette mit Gerassel in den Grund sinken würde. Bald kommen von der offenen See einige Haifische herange- schwommen.
Ein riesiger Hai mit heimtückischen Augen nähert sich dem Kanu. Der Kanake springt ins
/ Don Alexander Thayer
Wasser. In der linken Hand hält er einen toten Fisch, mit der rechten Hand die Bastschlinge.
Der Hai versucht, unter den Köder zu kommen und den Fisch mit den fünf Reihen seiner scharfen Zähne zu packen.
Wehe, wenn der Mann nicht rechtzeitig seine Hand zurückzieht. Der Verlust seines ganzen Armes wäre die Folge. Der Hai merkt nicht, wie sich die um seinen Kopf geworfene Schlinge zusammenzieht. Der Kanake läßt den Fisch in seiner Hand los und greift nach dem an seinem Gürtel befestigten Messer.
Der Hai ist rascher und beißt den Mann in den Fuß. Blut entströmt der nicht gerade gefährlichen Wunde. Ein Stück Fleisch ist aus dem Schenkel gerissen. Das Blut in dem Wasser scheint den Hai wahnsinnig vor Gier zu machen.
Nun stößt der Eingeborene mit der Faust das Messer bis zum Griff in den Bauch des Haifisches. Der Fisch krümmt sich vor Schmerz in all seinen Sehnen, schnellt seinen Leib hin und her und versucht, den unter ihm durchtauchenden Mann abzuschütteln
Doch eisern hält der Kanake die Schlinge fest, zieht sie immer mehr zusammen. Ein mächtiger Schlag des Haifisches zertrümmert den Ausleger des kleinen Kanus, der zweite Mann stürzt ins Wasser. Todesschreck lahmt sekundenlang die anderen Boote. Zwei weitere Haifische sind an den Kampfplatz herangeschwommen. Starr blicken alle auf die kleinen Dreiecke der Rückenflossen. die>über der Oberfläche des Wassers hin und her gleiten.
Luftschnappend taucht der Kopf des Mannes mit der Handschlinge aus dem Wasser. Jetzt sieht er die beiden anderen Bestien. Das Tier, das er mit dem Messer schwer verletzt hat, ist noch immer nicht ermattet. Mit unheimlicher Ge-i schwindigkeit schießt ein zweiter Hai heran. Da
kommt ein neuer Mann ihm zu Hilfe, mit einem Fisch und der Schlinge in den Händen schwimmt er auf den Hai zu. Von unserem hohen Motorboot aus können wir die geschmeidige Gestalt des Eingeborenen unter Wasser deutlich erkennen, dicht daneben den dunklen Rücken, den weißen Ansatz des Bauches und die spitze Schnauze des Seetigers.
Ab und zu öffnet sich das Gebiß der Bestie, wenn sie nach den Gliedern des Kanaken schnappt.
Der Hai wirft sich mit einem plötzlichen Ruck auf sein Opfer, schießt mit dem Kopf aus dem Wasser. In diesem Moment schwimmt ein neues Tier auf den Mann zu. Ein fürchterlicher Schrei erschüttert die Luft. Der Kanake hat den zweiten Haifisch im Rücken erkannt, weiß nicht, welchem er zuerst die Bastschlinge über den Kopf werfen soll. Im nächsten Augenblick muß das Entsetzliche geschehen. Der Mann wirft dem Hai die Schlinge über den Kopf. Der Hai ist zurückgeschnellt und schießt in wilden Stößen hin und her, den Kanaken unter dem Wasser nachziehend. Dabei schnappt das Maul des zweiten Hais nach dem Fuße des durch das Wasser gezogenen Eingeborenen. Dunkles Blut trübt das klare Wasser, das Bein ist oberhalb des Knies abgebissen.
Jetzt kommen zwei neue Kanus zu Hilfe. Mit Messern in der Hand springen die Kanaken in die See. Das Wasser ist in weitem Umkreis blutig gefärbt. Ein neuer Hai nähert sich dem immer noch im Wasser kämpfenden Mann. Wir versuchen sofort, ihm mit dem Motorboot den Weg abzuschneiden. Zu spät. Wir sehen nur mehr, wie die Haie in dem sich durch das ausströmende Blut rotfürbenden Wasser den Kanaken in Stücke reißen. Nicht einmal unsere auf gut Glück ins Wasser gefeuerten Revolverkugeln halten sie von ihrer blutigen Mahlzeit ab
Die anderen Boote haben inzwischen das umgestürzte Kanu aufgerichtet. Mit Triumph schleppen die zwei Kanaken das erste erlegte Tier an Land.
Auf dieselbe Art und Weise werden noch zwei weitere Haie gefangen und an Land gezogen. Die Haut wird sofort abgezogen und in der Sonne zum Trocknen aufgehängt, das Fleisch wird teilweise verzehrt.
„Wollen wir noch dem nächsten Kampf zusehen?"
Die Amerikaner mit ihrem °Hang zum Monumentalen, ihrer Rekordsucht auf fast allen Gebieten menschlicher Betätigung haben sich die Ausgabe gestellt, das größte Denkmal der Welt zu schaffen. Seit erdenklichen Zeiten war es das Bestreben der Völker, ihren Großen wuchtige Denkmale und Grabstätten zu setzen, sie im Material fortleben zu lassen. Man denke nur an die Pyramiden von Cheops und Chefren, an die altindischen und chinesischen Mausoleen und andere Zeugen altertümlicher Helden- und Totenehrung. Sie alle sollen nunmehr durch das amerikanische Nationaldenkmal auf dem Mount Rushmore in den Schatten gestellt werden.
Aus den Wochenschauen der Lichtspielhäuser erfuhr man gelegentlich in Bild und Ton einiges von den riesigen Ausmaßen dieser Denkmalsan- lage. Erst kürzlich sickerten nähere Angaben durch die Presse der Vereinigten Staaten. Danach plant man, den vier bedeutendsten amerikanischen Präsidenten, nämlich Iefferson. Washington, Lincoln und Theodor Roosevelt, ein unvergängliches Denkmal zu setzen, und zwar soll es eine heroische Kruppe dieser vier Präsidenten werden, die mit Dynamit aus den Gränitfelsen des Mount Rushmore herausgesprengt werden. Unter dieser Kruppe, welche die Größe der berühmte» ägyptischen Sphinx um ein Mehrfaches übertrifft, wird auf einer 35 Meter hohen und 25 Meter breiten Eranittafel die Geschichte der Vereinigten Staaten
fragt der Konsul. Wir dankten. Wir hatten von den ersten Kämpfen genug. Manche Eingeborene hatten im Lauf der Jahre drei, vier Söhne durch Haie verloren. Unsere erwartungsvolle Jagdstimmung war rasch abgeflaut. Abends wurden aus unseren Dampfer einige Ballen Haifischhäute verladen.
in unvergänglichen Lettern und versaßt von dem früheren Präsidenten Calvin Coolidge eingemeißelt. Die Figuren des Denkmals selbst sind vom Scheitel bis zu den Hüften auf 70 Meter bemessen, entsprechen also dem Maß einer 140 Meter hohen Gestalt. Von den Hüften abwärts gehen sie ins Eranitgestein über. Wenn man bedenkt, daß von dem bereits fertiggestellten Kopf Washingtons das Gesicht allein vom Kinn bis zum Scheitel zwanzig Meter mißt, erhält man eine ungefähre Vorstellung von der Größe ruck dem Umfang dieser Figuren.
Unter Leitung des Bildhauers Eutzon Borglum ist seit 1927 ein Heer von Facharbeitern bei der Anlage, die langsam ihrer Vollendung entgegengeht, beschäftigt. Welche Schwierigkeiten dabei zu überwinden sind, geht unter anderem daraus hervor, daß die meisten Meißelarbeiten mit großen Bohrern ausgeführt werden mußten, die von - einem eigens zu diesem Zweck in der Nähe angelegten Elektrizitätswerk betrieben wurden. Die an den steil abfallenden Felswänden beschäftigten Arbeiter sitzen festgeschnallt auf Körben, die an Drahtseilen hängen und durch Handwinden in jede Lage gebracht werden können. Eine Absturzgefahr besteht somit nicht für die Arbeitenden, selbst wenn sie ohnmächtig oder verletzt werden. Wann dieses Monumentalwerk der Lefsentlichkeit über- geben wird, steht noch nicht genau fest.
Dx. Riskaxä 6raut. -
Wie -äs größte Denkmal der Welt entsteht