Ausgabe 
(16.1.1935) Nr. 16
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Nr. 16 / 1. Vierteljahr

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Mittwoch, 16. Januar

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Ganz Deutschland jubelt!

Ueber yv Vrozent der Saar-Bevölkerung folgt der Stimme des Blutes und bekennt sich zum Reich

Bei der Volksabstimmung im Gaargebiet am 13. Januar wurden abgegeben für

Deutschland.477119 Stimmen

Frankreich. 2124

Ltatus quo_ 46 513

90,5 Prozent der gezählten Stimmen sind für Deutschland abgegeben

Ungültig waren 2249 Stimmzettel Von 539541 Abstimmungsberechtigten haben 528005 abgestimmt

Der Führer grüßt sein Saarvolk

Gauleiter Bürckel meldet das Ergebnis / Eine Erklärung Dr. Goebbels

Glückliches Saarland

(vi-abtbei-iokt unseres tus SuarKvbiel eutsauäteu L.-r.-8vdi-1ktIvt1vrs)

Saarbrücken, 18. Januar.

Die Freude und Begeisterung, die heute im ganzen Saargebiet über den gewaltigen Abstim- mungserfolg herrscht, ist schwer mit Worten wiederzugeben. Nicht nur in der Hauptstadt ist die Begeisterung grob, «ei«, überall im Lande.

Wir sind heute mittag auf glattgefrorenen Landstraßen mit dem Kraftwagen hinausgefahren in Richtung Neunkirchen, Sulzbach und Dillingen, in die drei Orte, in denen es angeblich nur An­hänger Matz Brauns geben sollte. Die Abstimmung

Dieiei-Ausfchuß für Rtttkkedr

Gens, 15. Januar. Der Dreier-Aus­schuß für die Saar hat heute am frühen Nachmittag nach einer ersten Prüfung der durch die Abstimmung geschaffenen Lage die Meinung ausgesprochen, daß das Saargebiet, entsprechend dem Ergebnis der Volksabstirm mung, wieder an Deutschland fallen müsse. Er beabsichtigt, wie man hört, morgen schon den Völkerbundsrat um eine grundsätzliche Entscheidung in diesem Sinne zu ersuchen.

hat diese Lüge zunichte gemacht. Ueberall wehen die Fahnen des neuen Deutschland. Die Straßen sind überfüllt. Das Deutschland- und Horst-Wessel- Lied klingen auf.

Unsere Fahrt geht weiter in kleine und kleinste Vergmannsdörfer, wo die Menschen wohnen, die am schwersten ihr Brot verdienen müssen. Auch dort ist die Begeisterung kaum noch zu übertreffen. Die kleinsten Hütten sind mit Fähnchen und Tan- nengrün geschmückt.

Unaufhörlich formieren sich in allen Straßen und Ortschaften zwanglos und ohne jede Organi­sation lange Marschkolonnen. Eine Kapelle ist zur Stelle, und der Umzug durch die Straßen beginnt. Der Arbeiter und der Angestellte marschieren in Reih und Glied, alle mit dem einen Ziel nur: Ihrem Vaterlande zu dienen. Die Heil-Rufe wollen überhaupt nicht verstummen. Auch die eng­lischen Soldaten sind von diesem Begeisterungs­taumel erfaßt. Sie ziehen mit der Menge mit, stehen im dichtesten Gewühl und erheben die Hand zum deutschen Gruß.

Viel bejubelt wird die saarländische Blaue Polizei, die sich fast hundertprozentig aus deut­schen Volksgenossen zusammensetzt und die mit zu­sammengebissenen Zähnen bisher den Befehlen emigrierte! Landesverräter vom Schlage des Herrn Machts zur Anwendung des Gummiknüp­pels nachkommen mußten. Heute reiten sie durch die Straßen. Zum ersten Male dürfen sie den Arm zum Gruß erheben.

Der Status guo wird in diesen Stunden an der Saar feierlich beerdigt. Trauerkarten werden ver­trieben:Eine mit französischem Franken-Serum am Leben gehaltene Mißgeburt, Status guo, ist nach längerem, mit überaus großer Geduld ertra­genem Leiden an ihrem 15. Geburtstag in die Hölle gefahren", so lautet der Text. In den Um­zügen werden Status-guo-Puppen am Galgen mitgefühlt. An den Verlagsgebäuden der separa­tistischen BlätterVolksstimme" undGeneral­anzeiger" sind Plakate angebracht mit der Auf­schriftWegen Todesfall geschlossen". Kein ein­ziges dieser Druckerzeugnisse ist heute erschienen. Sie konnten nur mit Lügen existieren, heute glaubt das Volk ihnen nichts mehr. Und wo die Schreihälse geblieben sind? Natürlich haben sie sich aus dem Staube gemacht. In der Nacht zum Dienstag haben bereits 35 kommunistische Funk­tionäre den Schnellzug nach Paris benutzt.

Das ganze Saargebiet ist feierlich illuminiert. Wir sitzen im Schreibzimmer unseres Hotels. Marschklänge dringen zu uns herauf. Auf der Straße formiert sich der große Festzug. Jung und alt marschiert in dieser endlosen Reihe. Es ist eine einzige unabsehbare Kette brennender Fackeln. Jeder Berufsstand, jede Innung ist im Zuge ver­treten. Da marschieren die Bäcker mit ihrer großen Jnnungsfahne, da sind die Fleischer, Schlosser, die Bergleute mit ihren Lampen usw.,

Ein prächtiges Bild der Einheit und Ge­schlossenheit eines Volkes. Das Deutschland-Lied erttingt. Es ist ein grandioses, einzigartiges Be­kenntnis zu Volk und Führer, das von dem Elockengeliiut sämtlicher Kirchen des Saarlandes feierlich gesegnet wird. Ob das die Herren von Versailles w " a- haben?

Im Anschluß an die Verlesung des Abstim­mungsergebnisses im Saargebiet richtete Gauleiter Josef Bürckel

von Neustadt aus folgende Ansprache an den Führer:

Mein Führer! Wir stehen alle im Banne des welthistorischen Augenblicks, da ein Volk seine eigene Sprache spricht. 528 999 Deutsche haben ihre gültige Stimme in die Waagschale der Geschichte gelegt. Davon haben sich 98,5 Prozent aller gül­tigen Stimmen zu ihrem Baterlande bekannt. So ist diese Sprache ehern und eindeutig, weil sie das Echo des Gesetzgebers selbst ist.

Die Welt mag sie verstehen, diese Sprache in ihrer Klarheit und Eindringlichkeit. Sie hallt über die Grenzen und möchte einen tausendjähri­gen Kampf als endgültig beendet erklären und aller Welt verkünden:Der Rhein ist Deutschlands Strom und nicht Deutschlands Grenze." Zwei Nachbarreiche aber wollen zur Ruhe kommen, um in Ehren dem Frieden der Welt zu dienen.

Mein Führer, in tiefster Ergriffenheit darf ich die Deutschen von der Saar an den Altar unserer Einheit und Schicksalsge­meinschaft führen. Dieses Volk hat die deutsche Prüfung bestanden und damit zugleich ein Be­kenntnis abgelegt zum neuen Deutschland der Kraft, der Treue und der Ehre! Dieses Bekennt­nis ist geadelt durch die Jahre nationaler, seeli­scher und wirtschaftlicher Not. Dazu versuchte internationaler politischer Haß alles llndeutsche zu organisieren gegen das eigene Vaterland. Das Volk blieb stark und voll Inbrunst und Liebe bei Volk und Heimat. Erschütternd sind die Zeug­nisse deutscher Treue vom 13. Januar. Eine Frau sank in einem Wahllokal tot zusammen. Sie durste sich zu ihrem Deutschland bekennen. Dieses Glück brach ihr das Herz. Eine andere Mutter tarb vor Erregung, noch bevor sie die Wahlzelle erreichte. Ein 92jähriger marschierte 18 Kilo- meter weit auf vereister Straße, um seine deutsche Pflicht zu erfüllen. Ein nahezu 80jähriger Deut­scher lehnte es ab, sich zur Wahlurne fahren zu lassen und sagte:Ich habe beim Earde-Erena- dier-Regiment Nr. 1 gedient." Er wollte zu Fuß dabei sein, wenn die abgesprengte KompanieSaar" sich durchschlägt zum Heimat­regimentDeutschland". Aus China kommt eine saardeutsche Mutter. Sie ist sechzehn Tage unterwegs aus Sibirien, wo ihr Zug zwei Tage im Schnee und Eis stecken blieb. Sie will heim und dabei sein, wenn ihre Heimat der Welt die Frage nach dem deutschen Charakter beantwortet. In einem kleinen Ort bei Saarbrücken ringen zwei Menschen mit dem Tode. Das Herz wäre ihnen gebrochen, hätte man sie nicht auf der Trag­bahre an die Wahlurne gebracht, wo sie unter Tränen vielleicht ihre letzte Pflicht erfüllten! Einem alten Mütterchen fällt bei der Uebergabe des Stimmscheines dieser aus den zitternden Händen. Der Vorsitzende erklärte die Stimme für ungültig. Das Mütterchen aber erklärt schmerzlich weinend, daß sie im Kriege zwei Söhn« verloren habe und nun noch um die Stimme komme, die doch diesen beiden gehöre.

Das, mein Führer, sind die von der Saar! Ihre Sehnsucht ist Deutschland! Ihr Glaube ist Deutsch­land! Ihre Treue ist Deutschland! Adolf Hitler,

sei du ihr Schirmherr! Denn du bist ja Deutsch­land! Unser Deutschland!

Nach der Rede des Gauleiters Bürckel hielt der

Führer und Kanzler des Deutschen Reiches

über alle deutschen Sender folgende Ansprache:

Deutsche! Ein 15jähriges Unrecht geht seinem Ende entgegen! Das Leid, das man so vielen Hundert­tausenden von Volksgenossen an der Saar in dieser Zeit zugefügt hat, war das Leid der deut­schen Nation! Die Freude über die Rückkehr unserer Volksgenossen ist die Freude des ganzen Deutschen Reiches. Das Schicksal hat es gewollt, daß nicht überlegene Vernunft diesen ebenso sinn­

Flanöin verftändigungsbereit

(Siehe die wichtigen Erklärungen des französischen Ministerpräsidenten aus der 3. Seite des Hauptblattes)

losen wie traurigen Zustand beendete, sondern der Buchstabe eines Vertrages, der der Welt den Frieden zu bringen versprach und doch nur end­loses Leid und ununterbrochenes Zerwürfnis im Gefolge hatte. Um so größer ist unser Stolz, daß nach fünfzehnjähriger Vergewaltigung die Stimme des Blutes am 13. Januar 1935 ihr machtvollstes Bekenntnis aussprach!

Wir wissen es alle, meine lieben Volks­genossen und Genossinnen von der Saar:

Wenn heute in wenigen Stunden im gan­zen Deutschen Reich die Glocken läuten wer­den. um dadurch äußerlich die uns erfüllende stolze Freude zu bekunden, dann verdanken wir dies euch Deutschen an der Saar, eurer durch nichts zu erschütternden Treue, eurer Opfergeduld und Beharrlichkeit, genau so wie eure Tapferkeit. Weder Gewalt noch Verführung hat euch wankend gemacht im Bekenntnis, daß ihr Deutsche seid, wie ihr es stets gewesen und wir alle es sind und bleiben werden! So spreche ich euch denn als des deutschen Volkes Führer und des Rei­ches Kanzler im Namen aller Deutschen, deren Sprecher ich in diesem Augenblicke bin, den Dank der Nation aus und versichere euch des Glückes, das uns in dieser Stunde bewegt, da ihr nun wieder bei uns sein wer­det als Söhne unseres Volkes und Bürger des neuen Deutschen Reiches.

Es ist ein stolzes Gefühl, von der Vorsehung zum Repräsentanten einer Nation be­stimmt zu sein. In diesen Tagen und in den kom­menden Wochen, da seid ihr, meine Deutschen von der Saar, die Repräsentanten des deutschen Vol­kes und des Deutschen Reiches. Ich weiß, ihr wer­det so wie in der Vergangenheit unter den schwer­sten Umständen auch in den nun kommenden Wochen glücklichster Siegesfreude nicht vergessen, daß es der heißeste Wunsch mancher wäre, noch nachträglich an eurer Rückkehr in die große Hei­mat einen Makel feststellen zu können.

Haltet daher auch jetzt höchste Disziplin!

Das deutsche Volk wird euch dafür um so mehr ! danken, als durch euer Einstehen eine der am I

schwer st en tragbaren Spannungen in Europa beseitigt wird: denn wir alle wollen an diesem Akt des 13. Januar einen ersten und entscheidenden Schritt sehen auf dem Wege einer allmählichen Aussöhnung jener, die vor 20 Jahren durch Verhängnisse und menschliche Unzu­länglichkeiten in den furchtbaren und unfrucht­barsten Kampf aller Zeiten getaumelt sind.

Eure Entscheidung, deutsche Volksgenossen von der Saar, gibt mir heute die Möglichkeit, als unserem opfervollen geschichtlichen Beitrag zu der so notwendigen Befriedung Europas die Erklärung abzugeben, daß nach dem Vollzug eurer Rückkehr das Deutsche Reich keine territo­rialen Forderungen an Frankreich mehr stellen wird! Ich glaube, daß wir damit auch den Mächten gegenüber unsere Anerkennung ausdrücken für die im Verein mit Frankreich und uns getroffene loyale Ansehung dieser Wahl und ihre im weiteren Verlauf ermöglichte Durchfüh­rung. Unser aller Wunsch ist es, daß dieses deut. sche Ende eines so traurigen Unrechts zu einer höheren Befriedung der europäischen Menschheit beitragen möge.

Denn: So groß und unbedingt unsere Ent­schlossenheit ist. Deutschland die Gleichberech­tigung zu erringen und zu sichern, so sehr sind wir gewillt, uns dann nicht jenen Auft gaben zu entziehen, die zur Herstellung einer wahrhaften Solidarität der Na­tionen gegenüber den heutigen Gefahren und Nöten erforderlich sind.

Ihr, meine deutschen Volksgenossen von der Saar, habt wesentlich dazu beigetragen, die Er­kenntnis über die unlösliche Gemeinschaft unseres Volkes und damit über den inneren und äußeren Wert der deutschen Nation und des heutigen Rei­ches zu vertiefen.

Deutschland vankt euch hierfür aus Millionen übervoller Herzen!

Seid gegrüßt in unserer gemeinsamen, teuren Heimat, in unserem einigen Deutschen Reich!

Anschließend sprach

Relchsministep Dr. Goebbels

im deutschen Rundfunk. Er führte aus:

Deutsches Volk! Die Entscheidung ist gefallen. Unsere deutschen Vrllder und Schwestern haben in den Städten und Dörfern des Saargebietes mit dem Stimmzettel unsere deutsche Heimat vertei­digt. Sie sind Pioniere deutscher Treue und deut­schen Volkstums gewesen. Männer und Frauen aller Stände und Berufe haben vor der ganzen Welt bekannt: Dieses Land ist deutsch, und deutschsollesewigbleiben! Wirt ant­worten ihnen: So wie ihr uns die Treue ge­halten habt, so werden wir zu euch in Treue und brüderlicher Verbundenheit stehen. Ein fünfzehnjähriger Kampf um deutsches Land hat damit seinen glorreichen und sieghaften Abschluß gefunden. Das Reich öffnet weit seine Tore, um das Saarvolk zurück zum Mutterlands zu holen. Bewegt erheben wir unsere Herzen zu Gott. der unserem Kampf um deutsches Land so sichtbar seinen Segen gegeben hat. Aus Not und Be­drückung ist Vaterlandsliebe und Opferbereit­schaft. Volksgemeinschaft und nationale Solidari­tät geboren worden, den Deutschen aller Zeiten

Treue und Dank

kr. Kill. Die Entscheidung ist gefallen: Die Bevölkerung des Saargebietes hat sich irr unzweideutiger, erdrückender Mehrheit zur Heimat, zu Deutschland, zu ihrem Reich be­kannt. Die Nation konnte einen unver­gleichlichen, nunmehr in die Geschichte ein­gegangenen Sieg erringen. Das deutsche Volk hat zwar ein anderes Ergebnis der Abstimmung nicht erwartet, jeder ehrliche Franzose, ja die ganze Welt hat bereits mit ihm gerechnet aber nun, da wir vor der vollendeten Tatsache stehen, läßt das Treue­bekenntnis des Saarlandes wiederum alle Herzen in unbändiger Freude höher schla­gen, bricht nach den Stunden unerträglicher Spannung im ganzen Reich die Begeiste­rung wie ein Flammenmeer lodernd empor! Die Treue und Beharrlichkeit einer über- wältigenden Dolksmehrheit triumphiert über die kläglich zusammengebrochene Hetze einer gesinnungslosen Verräter-Clique. Wir alle im Reich erwidern das Bekenntnis der Stammesbruder mit /dem überquellenden ' Gefühl heißen Dankes und dem Gelöbnis, daß wir die Leidenszeit der wieder ganz zu uns gehörenden Mitstreiter nie vergessen werden.

Und so begrüßen wir euch, ihr heimkeh­renden Saarländer, aus der Gewißheit her­aus, daß mit eurem Treuebekenntnis zum Deutschtum zugleich eine gewaltige Kund­gebung für den Führer, für das von ihm geschaffene Dritte Reich erfolgte. Wir grüßen euch mit dem stolzen Bewußtsein, daß ihr bei eurer Rück­kehr euer Vaterland anders vorfindet, als ihr es vor 15 Jahren, vor der Zeit der vor­übergehenden Trennung, verlassen mußtet, daß ihr ein geeintes, zukunftssreudiges, in aller Welt wieder geachtetes Reich euer eigen nennt. Der von Adolf Hitler eingelei­tete Wiederaufbau ist noch nicht beendet, aber eure Kräfte, ihr kampferprobten Volks­genossen an der Saar, werden das Werk mit vollenden helfen, zu dem ihr solange nur in Sehnsucht und Bewunderung empor- schauen konntet!

Nun ist auch der Weg zur Verständigung mit Frankreich, zur Losung des europäischen ' Kernproblems, endgültig frei. Deutschland wird, so erklärte der'Führer in seiner mit­reißenden, im Anschluß an die Meldung des Saarbeoollmächtigten gehaltenen Rundfunk­rede, nach vollzogener Rückgliederung des Caargebietes keine territorialen Forderungen an Frankreich mehr stellen. Daß der Führer und Reichskanzler zu diesem Wort ebenso fest und bestimmt wie zu der Versicherung

eine große Erinnerung und feier­liche Mahnung. !

Aus Anlaß des überwältigenden Saarsieges hat der Reichs- und preußische Minister des Innern folgendes angeordnet:

Heute, Dienstag, 15. Januar, flaggen die Ge­bäude ves Reiches, der Länder, der Gemeinden und der Körperschaften des öffentlichen Rechts, sowie die öffentlichen Schulen. Diese Anordnung gebe ich hiermit amtlich mit dem Hinzufügen bekannt, daß eine schriftliche Benachrichtigung -er Behörden nicht erfolgt.

Ich gebe ferner davon Kenntnis, daß die Lei­tung der Evangelischen Kirche, sowie die zustän­digen Stellen der katholischen Kirche im Deutschen Reich veranlaßt haben, daß heute, Dienstag. 15. Januar, von 12 bis 1 Uhr mittags, die Glocken sämtlicher Kirchen läuten. Der Reichs­minister für Volksaufklärung und Propaganda fordert das ganze deutsche Volk auf, sich der Be- flaggung weit und breit, in Stadt und Land so­fort anzuschließen. In einer halben Stunde muß ganz Deutschland in ein Flog- genmeer verwandelt sein. Diese Be- flaggung ist Ausdruck unserer Freude über den großen nationalen Sieg und unseres Dankes an die bewährt« vaterländische Treue unserer Brüder und Schwestern an der Saar.