Ausgabe 
(13.1.1935) Nr. 13
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Nr. 13 /1. Dietteljahr

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Sonntag, 13 . Januar

Anzeigen ° Grundpreise: Die 22.mw.Zeile im Anzeigenteil 12 Rps.. die 7l>.mn>.Zeile toi Lertteil 7b Rps. Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Anzeigen, Familienanzetgen u. a.I sowie sonstige Bedingungen laut Preisliste 1. (Nachlaßstassel 0.» Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß IK Uhr. Sprechzeit des Verlages werktäglich von 1213 Uhr, der Schriftleitung we rktäglich von 1817 Uhr.

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Das Kaarland ist deutscht

Der Mhrer: Oach Losung der Sssrftsge besteht kein sichtbarer vernünftiger Grund, daß zwei große Oationen sich

ewig und in alle Zukunft weiter bekämpfen

. Tag -er Befreiung

Feierstunden nach der Abstimmung Saarbrücken, 12. Januar.

^ Die Deutsche Eewerkschaftsfront veröffentlicht

folgenden Ausruf: An die Bevölkerung des Saax- s1 gebietes! Es ist bekannt, daß spätestens am näch- 8 sten Dienstag, dem 15. Januar d. Z.. das Ab- ü stimmungsergebnis zur Kenntnis der ganzen Welt 8 gebracht wird. Es ist zu verstehen, daß aus An- ! laß dieses historischen Geschehens kein Saardeut- i scher in Grube oder Hütte oder Kontor einge- t spannt sein will. Damit alle unmittelbar das Er-

k gebnis der Abstimmung in ihrer Behausung in

I Empfang nehmen können, ruft hiermit die Deut- ^ sche Eewerkschaftsfront Saar und der Eesamtver- s band Deutscher Arbeitnehmer alle saardeutschen Volksgenossen auf, am Dienstag der Arbeit fern- zubleiben.

Dieser Tag ist sür uns Saardeutsche dergrößte Feiertag, den wir bisher erleben dürfen. Die Volksgenossen, die die Pflicht haben, lebenswich­tige Funktionen in den Betrieben auszuüben, müs­sen das Opfer bringen und auf ihrer Arbeitsstätte erscheinen. Aber alle übrigen Arbeiter, Angestellte und Grubenbedienstete einerlei, wer es auch sei müssen am Dienstag durch Arbeitsruhe ihrer Freude über den Sieg Deutschlands Ausdruck geben. Keiner darf fehlen, i Deutsche Eewerkschaftsfront Saar.

^ Im Namen aller angeschlossenen Verbände:

! gez.: Peter Kiefer.

Gesamtverband Deutscher Arbeitnehmer:

I gez.: Karl V rück.

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Für schnelle Rückgliederung

Unterredung Simon-Laval in Genf

Gens, 12. Januar.

Sir John Simon und Laval hatten Sonn­abend nachmittag eine Aussprache, die etwas länger als eine Stunde dauerte. Sie haben sich dabei über alle außenpolitischen Probleme un­terhalten, die nach ihrer Meinung eine schnelle Lösung erfordern. So haben sie die Saar­fragen, die Abrü st ungsfrage, den öster­reichischen Nichteinmischungspakt, den Ostpakt und die Frage einer etwaigen Rück­kehr Deutschlands nach Genf behandelt.

Stündliche Hörberichte Wie die Reichssendeleitung mitteilt, wird der deutsche Rundfunk am heutigen Sonn­tag von der Abstimmung an der Saar stünd­lich besondere Hörberichte senden.

Don englischer Seite ist nochmals betont worden, daß diese großen Friedensprobleme keinen Auf­schub mehr vertrügen und daß man sich mit Energie an ihre Lösung heranbegeben müsse.

Sir John Simon hat, wie man hört, für die Berichterstattung vor dem Kabinettsrat in Lon­don dur Meine Unterredung mit Laval und Aloisi ! wichtige Anhaltspunkte gewonnen.

Es wird von englischer Seite auch heute kein Zweifel gelassen, daß man große» Wert daraus legen würde, die endgültige Entscheidung um das Schicksal der Saar so schnell wie nur möglich in Genf vorzunehmen. Auch von italienischer Seite ist der gleiche Wunsch geäußert worden, während die französische Haltung noch nicht ganz durch­sichtig ist. Es ist aber in jedem Fall erfreulich, daß in dem an anderer Stelle wiedergegebenen Auf­ruf des Völkerbundsrates der Saarbeoölkerung die bestimmte Zusicherung gegeben wird, die Ent­scheidung nach der Abstimmung so schnell wie nur möglich herbeizuführen. Die Logik dieses Stand­punktes ist so einleuchtend, daß er sich auch im Rat ohne Schwierigkeit durchgesetzt hat. Man glaubt auch heute in Genf für den Fall einer klaren Volksentscheidung an der Saar, eine schnelle grundsätzliche Entscheidung in Gens voraussagen zu können, selbst wenn noch technische Einzel­sragen späteren Verhandlungen vorbehalten blei­ben müssen. Von gleicher Bedeutung ist es natür­lich, daß auch das Datum der Rückgliederung gleichzeitig auf einen möglichst nahen Zeitpunkt »erlegt wird.

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Deutsche Erde wird frei)

Deutscher Boden bleibt uns heilig, Grenzlsnd ist geweihtes Land!

Kein Gebiet, das in -er Trennung Sicht zu seiner Heimat stand!

Deutsches Blut wird niemals schweigen, Sicht im Glück und nicht im Leid! Seine Stimme mahnt am stärksten, Wenn sie Stsmmesgut befreit!

Deutscher Wille beugt sich nimmer! Keine Macht ihn niederzwingt! Kämpfen- wächst er, bis die Kette, Die ihn fesseln soll, zerspringt!

Flammenzeichen

(vrLktberiebt unseres ins SaarKedist entsandten U.-T.-8vkri1tIsiters)

Saarbrücken, 12. Januar.

13. Januar 1935 ein Sonntag wie jeder andere, und doch ein Tag, d i Deutschland und die Welt nie vergessen wird; ein Tag, den unsere Nachkommen in Tausenden von Jahren noch als den Geburtstag der deut­schen Freiheit an der Saar festlich begehen werden. Der Weg einer fünfzehnjährigen Fremdherrschaft und Unterdrückung wird heute sein Ende finden. Der Gang des Saarländers zur Wahlurne wird sein letzter Schritt in das weit offen st ehende Tor der Befreiung sein, und wie ein Kind am Vorabend des Heiligen Abends vor Ungeduld fiebert, so fiebert das Saarvolk am Vortage der Ab­stimmung, um endlich auch mit dem Stimm­zettel sein Bekenntnis sür das deutscht Va­terland ablegen zu können.

Eine dicke Schneedecke hat sich in der Nacht zum Sonnabend über die deutsche Saar­erde gelegt. Unaufhörlich fallen die großen Flocken weiter oom Himmel. Das ganze Saargebiet ist von einem riesengroßen weißen Linnen überzogen es ist das Leichentuch sür den Ltotas guo, dessen An­hänger immer mehr die Aussichtslosigkeit ihrer verleumderischen Bemühungen einsehen und die sich heute schon nicht mehr mit dem Tage der Abstimmung, sondern mit den Folgen ihrer auch langsam für sie feststehen­den großen Niederlage befassen. Aus ihren Gesichtern sprechen Angst und Feigheit, und ihre Worte lassen die Sorge um den künf­tigen Aufenthaltsort erkennen.

Währenddessen herrscht in der Bevölke­rung die größte Zuversicht und Ge­wißheit über einen siegreichen Ausgang des Volksentscheides fürDeutschland. In den Straßen hallen von Fassaden der Häuser letzte Hammer- schläge wieder. Riesige Fahnenstangen wer­den angebracht. Kein Haus ohne Girlanden. Zwar ragen die Fahnenstangen jetzt noch kahl in die Gegend, zwar sind die Girlanden noch nicht mit Hakenkreuz- und schwarz­weiß-roten Fähnchen geschmückt, aber am Dienstagmorgen nach Verkündung des Ab­stimmungsergebnisses wird das Caargebiet in ein Meer von Flaggen des neuen Deutsch­lands verwandelt sein.

Seit den frühen Morgenstunden laufen in ununterbrochener Folge die Sonderzüge aus dem Reich in den Saarbrücker Hauptbahnhof ein. Die Deutsche Front hat einen Ordnungsdienst eingerichtet, Hunderte von freiwilligen Helfern nehmen die Rei­senden in Empfang und bringen sie in ihre Quartiere. Für ältere und gebrechliche Leute, die trotz ihrer schweren Leiden die zum Teil langen Reisen angetreten haben, um für ihr Vaterland zu stimmen, stehen Kraftwagen zur Verfügung.

Die Straßen Saarbrückens sind schwarz von Menschen. Nur schubweise kommen Passanten und Kraftwagen vorwärts. In der Innenstadt ist der Schnee zu Matsch und Dreck geworden. Aber alle Leute haben lachende Gesichter. Freude und Begeisterung über die bevorstehende Heimkehr zum Reich leuchtet aus ihren Augen. Nur manchmal verfinstert sich der Blick, wenn ein mit 30 Beamten besetzter Ueberfallwagen der saar- landischen Polizei mit schrillem Signal seine Anwesenheit ankündigt und in schnellem Tempo durch die Straßen fegt.

Wir verlassen gegen Abend die Stadt und gehen hinaus nach dem Winterberg. Durch fußhohen Schnee bahnen wir uns den Weg. Tiefe Dunkelheit um uns. Der Wind treibt die Flocken ins Gesicht und läßt uns den Mantelkragen hochschlagen. Auf Waldwegen geht es vorwärts. Die Aeste und Bäume biegen sich unter der Last des Schnees.

Jetzt sind wir am Ziel. Vor uns ragt das gewaltige Winterb ergdenkmal, eine Erinnerung an die Kriegsjahre 1870/71, in die Nacht hinein. Ganz still ist es hier oben. Nur der Wind pfeift um den Turm, und nasse Flocken schlagen gegen seine Mauern.

Tort unten liegt Saarbrücken, die ur- deutsche Stadt. Tort sind die großen Gru­ben und Industriewerke, deutsches Besitz­tum auf deutschem Boden. Alle halbe Stunde färbt sich der Himmel blutig rot: Tie Hoch­ofen sind ausgeschüttet worden. Heute arbei- ten dort nach meistens Franzosen und ver­führte Teutsche, die einer internationalen Irrlehre nachlaufen. Nur noch kurze Zeit. dann werden dp"ts<H»r ,,nd deutsche