Ausgabe 
(3.1.1935) Nr. 3
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Nr. 3/1. Vierteljahr

Donnerstag, 3 . Januar

VolMk und Wirtschaft Im Gleichschritt!

Bremen als Außenhandelsträger

Vräses Bollmeyer sprach gestern mittag vor der Bremer Kaufmannschaft

Bremen, 3. Januar.

Auf dem gestrigen Konvent der Bremer Kauf­mannschaft in der Börse machte der Präses der Industrie- und Handelskammer, Karl Boll­meyer, bedeutungsvolle Ausführungen über Bre­mens Handel und Wirtschaft, denen wir folgen­des entnehmen:

Es liegt ein Jahr hinter uns, in dem Bremen in schwerem Kampf vor allem um sei­nen Außenhandel und seine Schiff- fahrt gestanden hat, ein Jahr, das die An­spannung aller Kräfte von uns erforderte, Bre­mens Geltung als zweitgrößten See- und Handels­platz zu erhalten. Die Devisenlage des Reiches wirkt sich besonders auf Bremen als einem der beiden größten Importplätze Deutschlands äußerst nachteilig aus.

Wir wissen, das Erbe, welches die heutige Re­gierung antrat» war nicht nur in politischer, son­dern auch in wirtschaftlicher Beziehung ein unsag­bar schweres, und gerade wir in den Hansestädten mußten und müssen noch den Hauptdrnck aushal­ten, um den Gesundungsprozeß unserer innerdeut­schen Wirtschaft zu ermöglichen. Mit umso größerer Genugtuung haben wir die im Name» der Reichs­regierung und in Gegenwart des Führers und Kanzlers in unseren Mauern gegebene Kampf­ansage gegen Autarkie und wirt­schaftliche Vereinsamung vernommen.

Anläßlich des Stapellaufs der „Scharnhorst" er­klärte der Reichsverkehrsminister Eltz v. Rübenach, „daß Deutschland den Anschluß an den Welthandel nicht verlieren darf." Lange Jahre hat Bremen gemeinsam mit seiner Schwesterstadt an der Elbe um dieses Ziel ge- kämpft und lange Jahre hat man im Binnenlands diesen Kampf der Hansestädte übersehen und zum Teil sogar für verfehlt erklärt. Umso mehr freuen wir uns, daß sich gerade der Nationalsozialismus zu der Auf­fassung bekennt, daß Außenhandel n o t t u t.

Wenn selbstverständlich die Politik auch immer das Primäre und die Wirtschaft das Sekundäre sein muß in einem machtvolle« Staatswesen, so würde doch lauf die Dauer die größte politische Macht verkümmern müssen, wenn nicht die wirtschaftliche Machtposition eines Volkes mit der politischen Schritt halten würde.

Der Außenhandel mit seiner Schiffahrt war die friedliche Waffe, mit der wir uns Macht und Ansehen unter den Völkern der Erde eroberten.

Heute, wo wir wiederum am Anfang eines Neubaus in Deutschland stehen, wo wir mit friedlichen Mitteln ein starkes und in der ganzen Welt geachtetes „Drittes Reich" zu schaffen be-

Neue Zusammenlegung von Ministerien

Reichsemädmngs- und preußische« randwirifchaftsminisierium vereinig«

Berlin, 2. Januar.

Reichsminister Darre hat am 1. Januar einen Erlaß an die Nachgeordneten Behörden seines Ge­schäftsbereiches herausgegeben, in dem es u. a. heißt:

Mit Wirkung vom 1. Januar werden das Reichsministerium für Ernährung und Landwirt­schaft und das preußische Landwirtschaftsmini­sterium zu gemeinschaftlicher Arbeit vereinigt. Die Behörde führt die Bezeichnung: „Der Reichs- und preußische Minister für Ernährung und Landwirt­schaft". Als Dienstsiegel wird ausschließlich das Reichssiegel verwendet. Die gesonderten Haus­haltspläne bleiben bis auf weiteres bestehen. Die beamtenrechtlichen Verhältnisse bleiben zunächst unberührt, jedoch sind gemäß Verordnung vom 19. Juli 1934 (Reichsgesetzblatt I S. 719) die Reichsbeamten verpflichtet, auch in Angelegen­heiten des preußischen Dienstes, die preußischen Beamten auch in Angelegenheiten des Reichs­dienstes tätig zu werden. Das gleiche gilt auch für die Angestellten und Arbeiter.

Das einheitliche Ministerium umfaßt folgende Fachabteilungen: I. Verwaltung, II. Wirtschafts­politik, III. Holzwirtschaftspolttik, IV. Bauern- und Bodenrecht, V. Zoll- und Handelspolitik, VI. Wasserwirtschaft und Landeskultur, VII. Bäu­erliche Siedlung und staatseigener Grundbesitz,

VIII. Eestütwesen, IX. Preußische Veterinärver­waltung.

Mit der Leitung der Abteilungen sind beauf­tragt worden: Abteilung I. (Verwaltung): Mi­nisterialdirigent Dr. Hellich; Abteilung ll. (Wirt­schaftspolitik): Ministerialdirektor Dr. Moritz (In dieser Abteilung ist eine besondere Unter­abteilung für Vieh- und Milchwirtschaft einge­richtet worden, mit deren Leitung Ministerial­dirigent Dr. Böse betraut wurde); Abteilung III. (Volkswirtschaftspolitik): Ministerialrat Parch- mann; Abteilung IV (Bauern- und Bodenrecht): Ministerialdirektor Dr. Harmening; Abteilung V (Zoll- und Handelspolitik): Ministerialdirektor Dr. Köhler. Abteilung VI (Landeskultur- und Wasserwirtschaft): Ministerialdirektor Niermann; Abteilung VII (Bäuerliche Siedlung und staats­eigener Grundbesitz): Ministerialdirektor Dr. Runte (in dieser Abteilung ist eine Unterabtei­lung für bäuerliche Siedlung eingerichtet wor­den, mit deren Leitung Ministerialrat Dr. Kum­mer beauftragt wurde). Abteilung VIII (Eestüt­wesen): Oberlandesstallmeister Dr. Seyffert; Ab­teilung IX (Preußische Veterinärverwaltung): Ministerialdirigent Pros. Dr. Müssemeier.

Auf Ersuchen des preußischen Ministerpräsiden­ten Göring werden mit Wirkung vom 1. Januar 1935 ab aus dem Reichs- und preußischen Mini­sterium für Wirtschaft und Arbeit die Verkehrs-

Untergang der Wikinger in Grönland

SOS Jahre Wikinger-Siedlung und ihr Ende

Der dänische Archäolog« Dr. Nörlund hat über die Besiedlung Grönlands durch die Wikinger im Jahre 1009 und ihren Untergang Ende des 14. Jahrhunderts aufschlußreiches Material ge­sammelt. Gerade über den Untergang der Wi­kinger haben diese Forschungen interessante Tat­sachen ergeben, die verdienen, der Allgemeinheit mitgeteilt zu werden, denn das Schicksal der Wi­kinger in Grönland sollte besonders uns Deutsche beschäftigen.

Die Kolonisten am Rande der Welt Dix Kolonisten „am Rande der Welt" sind eigentlich aus zwei Hauptgründen in ihrer neuen Heimat untergegangen, einmal weil Europa sie vergessen hatte, zum andern, weil in Grönland klimatische Veränderungen um das 14. Jahrhun­dert eingetreten sind, die eine Bebauung des Landes erschwerten, wenn nicht unmöglich mach­ten. Schon gegen Ende des 13. Jahrhunderts wurde der Handelsverkehr der nordischen Staaten mit Grönland schwächer, da die Schiffsverluste immer größer wurden, wahrscheinlich durch das Anschwellen des Treibeisstroms, der noch heute Grönland blockiert. Da die Kolonisten Holz nicht zur Verfügung hatten, so konnten sie auch keine eigenen Schiffe bauen.

Die Wikinger waren an die Scholle gebunden Man kann sich leicht vorstellen, warum die „Nordmänner" in Grönland auf die Dauer ihr Leben nicht fristen konnten, wenn man die Es­kimokultur und die Lebensweise der Wikinger gegenüberstellt! Als Bauern waren die Wikinger auf ei ren festen Wohnsitz angewiesen, sie waren an ihre Scholle gebunden, obgleich sie sich auch als Jäger und Fischer betätigten. Die Fang-'-ätze

für Seehunde und Wale bleiben aber nicht stetig, und bei einer solchen Veränderung folgen die Eskimos den Tieren und brechen ihre Zelte ab, um sie an einem passenden Ort wieder aufzu­stellen. Die Wikinger konnten aber nicht einfach heute hier und morgen dort ihre Gehöfte auf­bauen.

In Grönland wurde es kälter Um die Wende des 14. Jahrhunderts herum müssen sich in Grönland klimatische Verände­rungen vollzogen haben, die sich besonders für die Viehzucht verheerend ausgewirkt haben; das Futter wurde knapp und der Milchertrag natür­lich immer schlechter, die Ernährung stark beein­trächtigt. Auch der Anbau von Gerste (b^g) konnte nicht mehr in dem notwendigen Maße erfolgen, da die Gletscher weiter vorrückten und den schmalen fruchtbaren Landstreifen kleiner werden ließen. Das Klima wurde durch den Eisstrom kälter und feuchter, nicht nur in Grön­land, sondern auch in Nordamerika, den^i auch dort hat man für dieses Jahrhundert an den Jahresringen der Bäume klimatische Verände- rungen festgestellt.

Nachschub aus Europa blieb aus Vielleicht hätte den Kolonisten geholfen wer­den können, wenn aus Europa Nachschub ge­kommen wäre. Aber das Heimatland war in dem Glauben, daß die Siedler sich selbst ernähren könnten und so blieb Korn und Vieh zur Auf­frischung der Bestände aus. Von Fisch und dem Fleisch der Seehunde konnten die Wikinger aber nicht allein leben, denn sie waren diese Nahrung > >ü'hi g'wohnt.

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ginnen, haben Schiffahrt und Außenhandel mehr denn je die friedliche Verbindung mit dem Aus- land zu pflegen. Unsere Schlüsselstellung im Herzen Europas kommt uns dabei entgegen. Bremen und Hamburg als den beiden deutschen Ueberseehandelsplätzen mit ihren jahrhunderte­alten Beziehungen und Erfahrungen wird hier­bei eine große Aufgabe gestellt.

Schon oft seit den Zeiten der Hanse haben diese beiden Städte dem deutschen Reich durch ihren Ueberseehandel gewaltige wirtschaftliche Kraft verliehen, und immer war es zum Segen Deutschlands, wenn Bremen und Hamburg wirtschaftliche Blüte- jahre durchmachten. Umso notwendiger ist es, den beiden Außenhandelsträgern Bremen und Hamburg zur Durchführung ihrer schwieri­gen Aufgabe alle Unterstützung angedeihen zu lasten, die notwendig und möglich ist.

Vermehrte Ausfuhr ist gleichbedeutend mit er­höhter Einfuhrmöglichkeit. Wenn wir also lauf Mittel und Wege sinnen, unsere Ausfuhr noch weiter zu fördern, so dienen wir damit gleich­zeitig unserem Jmporthandel und der Rohstoff verarbeitenden Industrie und damit dem Volke in seiner Gesamtheit.

(Fortsetzung der Rede auf der 1. Lokalseite.)

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Jugendbewegung im Rechisleben

Von der Aufbauarbeit des Sozialen Amtes der NZF. im Zahre 1934

angelegenheiten einschließlich der Betreuung der staatlichen Häfen, Brücken und Fähren sowie aus dem preußischen Landwirtschaftsministerium die persönlichen und damit verbundenen sächlichen Verwaltungsangelegenheiten derjenigen Wasser­baubehörden, die auch für das Reich tätig sind, vom Reichsverkehrsministerium übernommen.

Lava! fährt heute nach Nom

Paris, 2. Januar.

Der Quai d'Orsay veröffentlicht am frühen Nachmittag nachstehende amtliche Verlautbarung: „Aus Einladung der italienischen Regierung wird sich Außenminister Lava! am Donnerstag abend um 20.30 Uhr nach Rom begeben, wo er wichtige Besprechungen haben wird, die beide Länder interessieren und die sich auf allgemeine politische Fragen als Abschluß der Besprechungen beziehen, die in der letzten Zeit aus diplomatischem Wege gepflogen worden sind."

Außenminister Laval wird sich drei Tage in der italienischen Hauptstadt aufhalten. Die franzö­sischen Minister waren am Mittwochmorgen zu einem sehr langen Ministerrat zusammengetreten, in deren Verlauf der Außenminister den genauen Stand der französisch-italienischen Verhandlungen darlegte.

Degeneration und Unterernährung

Die Untersuchungen Dr. Nörlunds haben die Annahme, daß die Kolonisten am Rande der Welt wegen Unterernährung zugrunde gegangen sind, in erschütternder Weise bestätigt. Es wur­den in Gesiäuderesten aus dem 14. Jahrhundert Trachten und Skelette gefunden, die deutlich Krankheit und Not mit all den furchtbaren Folge­erscheinungen erkennen lassen. Immer wieder kommt man zu dem Ergebnis: chronische Unter­ernährung! Das Lebensalter der letzten Wi­kinger auf Grönland war sehr niedrig, und be­sonders kommt die schlechte Ernährung besi dem kleinen Wuchs der Siedler zum Ausdruck und zwar waren die Frauen nicht größer als 140 em und die Männer zwischen 155 und 160 om. Bei einer Reihe von Skeletten wurden Krankheiten festgestellt, Schwäche im Rücken, an den Armen und Beinen, Rachitis. Beckenverengung und Nückenmarkstuberkulose! Auch deuten krankhafte Zähne und Kiefern auf Skorbut!

Eine genaue Untersuchung der Schädelform hat ergeben, daß eine Rassenvermifchung mit den Eskimos nicht stattgefunden hat. Im Erd­reich sind eingefrorene Trachten der Wikinger ge­funden worden, die im Boden unverfallen einen Zeitraum von 500 Jahren überdauert haben. Ein Kleid, daß einer 30- bis 40jährigen Frau gehört haben muß, zeigt bei der Aufstellung, daß die Trägerin an Rückgratsverkrümmung und Rück­gratsschwäche gelitten hat. Auch die zu enge Beckenöffnung der Skelette zeigt, daß die Frauen nicht mehr fähig waren, Kinder zu gebären. Das Völkchen der Wikinger in Grönland mit den schlimmen rachitischen Erscheinungen war auch durch Inzucht degeneriert, das frische Blut aus Europa fehlte und damit war die Rasse zum Untergang bestimmt. Welch' ein Unterschied zwi­schen den letzten Wikingern und den ersten Ein­wanderern, die unter Erich dem Roten um das Jahr 1000 nach „Grünland" gekommen waren,

In der Geschichte der nationalsozialistischen Jugendbewegung wird das Jahr 1934 ein­mal als das wichtigste Jahr sür die Jugend nach der Machtübernahme durch Adolf Hitler bezeichnet werden. Nicht nur, daß 1934 die Massen der neu Hinzugekommenen organi­satorisch eingebaut, eine gewaltige Führer­schulung eingerichtet oder ein geordneter Dienstplan ausgestellt wurden. Die Hitler- Jugend hat in Baidur v. Schi rachs Werk „Die Hitler-Jugend, Idee und Gestalt" ihr Programm und ihre politische Sanktion für die Zukunft erhalten, im Reichsberufs- wettkampf hat sie sich ihr Symbol geschaffen und der ganzen Welt gezeigt, daß sie nicht auf Schlachtfeldern die Probleme lösen will, sondern in friedlichem Wettstreit sich zur Leistung und der Arbeit in der Gemeinschaft bekennt. In den großen Zeltlagern hat sie einen neuen Stil der Ürlaubsgestaltung aller Jugendlichen, gleichgültig ob Arbeiter oder Unternehmer, gefunden. Sie hat damit der Jugend der grauen Großstädte die Heimat und ihre Schönheit erschlossen, sie hat in ihren Heimabenden ein Gemeinschaftsleben der Jugend über Klassen und Stände hinweg begründet, das in der Welt einzig dasteht, darüber hinaus hat die nationalsozialistische Jugend aktiv am Neubau des Reiches mit­gewirkt, was ihr Einsatz bei allen Einrich­tungen des Staates zeigt, die in irgendeiner Beziehung zur Jugend stehen.

Wenn ein neues Iugendrecht ebenfalls aus den Reihen der Hitler-Jugend entstehen soll, so galt es, die Voraussetzung im vergan­genen Jahr hierfür zu schaffen: den Einsatz. von Rechtsreferenten. Das soziale Amt der Reichsjugendsührung hat unter Wahrung des von seinem Leiter, Obergebietsführer Axmann, mit Nachdruck vertretenen Grund­satzes der Leistung und des Könnens bei der Einrichtung des Rechtsreferentenstabes aus alte HI.-Fllhrer und HJ.-Kameraden zurück-

die als große und> gesunde, stämmige Menschen das „grüne Land" voller Hoffnungen betreten hatten.

Europa erinnert sich der Kolonisten

Um das Jahr 1500 erwachte plötzlich nochmals das Interesse in Europa für die Siedler in Grön­land. Aber es war schon zu spät. Der erste Europäer, der die Wikingerkolonien wieder auf­suchte, war der Engländer John Davis im Jahre

gegriffen, die in den Jahren des Kampfes in der Front der Jugendbewegung standen und die heute als junge Rechtsanwälte, Assesso­ren oder Referendare die notwendigen Kenntnisse mitbringen, um das Rechtsleben der Jugendbewegung zu gestalten. Mit der Einrichtung der Rechtsreferenten in den Ge­biets- und Bannstäben wurde sofort eine Rechtsschulung auf dem Fachgebiet des sehr unübersichtlichen Iugendrechts verbunden, die dann zu einer leicht verständlichen Schulung der Formationen unter Berücksich­tigung der sich ständig wiederholenden Rechtfälle des ' täglichen Lebens erweitert wurde. Zur fachlichen Ausbildung der jungen Juristen mußte der Rechtsreferent des So­zialen Amtes, Dr. Theo Goldmann, einen allgemein verständlichen Leitfaden über das geltende Iugendrecht und der im einzelnen Rechtsfall zu . ergreifenden -Maßnahmen schaffen. Diese Arbeit des Jahres 1934 hat zur Folge gehabt, daß heute überall bis zu jedem Bann, zurzeit sogar Unterbaun, ein ausgebildeter . und in allen praktischen Rechtsfragen geschulter Referent eine wich­tige und notwendige Arbeit leistet.

Zu dieser Arbeit gehören auch der Rechts­schutz der HI.-Einheiten, d. h. die Beratung bei Abschluß von Verträgen usw. Wenn man bedenkt, daß zu dieser Tätigkeit noch die Erledigung von rechtlichen Gesuchen und An­trägen der Jugendlichen und ihrer gesetz­lichen Vertreter, die Zusammenarbeit mit den Gerichten und die juristische Bearbeitung von Disziplinarfällen in der Hitler-Jugend gehört,, so kann man die Bedeutung dieses im Jahr 1934 gleichsam aus dem Boden ge­stampften Rechtsreferates in den Sozialen Aemtern der Hitler-Jugend ermessen. Hier erwachsen dem Staat die besten Juristen von morgen, Männer, die ihr juristisches Können tagtäglich mit dem praktischen Leben in Einklang zu bringen haben, die Diener der

1585. Er fand ein Grab mit mehreren Leichen, die mit Seehundsfell bedeckt waren und auf denen ein Kreuz lag, ein Zeichen, das die Wikinger bis zu ihrem Untergang Christen geblieben und dem Glauben treu waren, den einst den ersten Koloni­sten Leif, ein Sohn Erich des Roten, gebracht hatte. So war die Wikingerkultur in Grönland ausgelöscht, der letzte Wikinger war in das Grab gesunken, Europa kam zu spät!

Die einzige Uolonialschule Europas

Wie Deutschland seine Kolonisten ausbildet / Ein Tatsachenbericht von fritz C>. Peil

Es ist, recht besehen, eigentlich seltsam, daß Deutschland, die einzige europäische Großmacht ohne Kolonien, zugleich auch das einzige Land ist, das über eine Schulungsstätte für junge Men­schen verfügt, die als deutsche Kolonisten in die Tropen gehen wollen. In dem bescheidenen Städt­chen Witzenhausen an der Werra, im preußischen Regierungsbezirk Kastei, liegt die Deutsche Ko­lonialschule, von dessen Leiter, Dr. Arning, ich zunächst mit kurzen Worten über Sinn und Lei­stung der Anstalt Aufklärung erhalte. Hier hat man schon immer fest an die koloniale Zukunft des Reiches geglaubt und glaubt natürlich heute nur noch fester daran. Der Staat selbst nimmt am Gelingen der kolonialen Schulung größtes Interesse und zeigt dies in einem beträchtlichen jährlichen Zuschuß von rund 70 000 Mark. Hier­bei drängt sich als erste die Frage auf, ob denn die ausgebildeten jungen Leute nun warten müssen, bis wir wieder Kolonien besitzen, oder ob sie schon vorher ein Unterkommen finden?

Dr. Arning bittet mich zu den Landkarten, die an den Wänden hängen und auf denen ersichtlich ist, wie viele Kolonisten der Schule im Ausland festen Fuß gefaßt haben. Es sind in den Jahren 1919 bis 1933 fast 700 junge Menschen nach den

verschiedensten Ländern in Amerika, Afrika und Australien ausgewandert, was gewiß eine statt­liche Anzahl ist.

Die Aussichten der Auswanderer sind nach An­sicht Dr. Arnings, der sich auf statistische Unter­lagen stützt, durchaus gut, denn nach umfassend vorgebildeten Deutschen herrscht immer noch größte „Nachfrage". „Man hat in den meisten Kolonialgebieten noch keinen unserer Schüler ab­gebaut", versichert mir der Leiter der Anstalt.

Nun schließt sich ein Rundgang durch die Schule an. Sie ist ein altes Zisterzienserkloster mit wundervollen gotischen Bogengängen. In der Ka­pelle und all den übrigen Gebäuden bewegen sich allerdings keine abgeschiedenen Mönche mehr, sondern hier pulst das Leben junger Menschen. Neben den Klosterbauten sind inzwischen neue Gebäude entstanden, die für den Schulbetrieb er­forderlich waren, und draußen vor dem Städt­chen Witzenhausen liegt das 1000 Morgen große Gut, desto- Ertrag einen erheblichen Teil des Eigenbedarfs der Schule deckt. In diesem Mustergut finden die zukünftigen Farmer alles, was sie später „drüben" einmal mühsam er­halten müssen. In den geräumigen Stallungen stehen 50 Kühe, ein Dutzend Pferde, 300 Schafe,