Ausgabe 
(15.11.1934) Nr. 316
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Nr. 316 / 4. Vierteljahr

Donnerstag, is. November

Einzelpreis 1Z Rpf.

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Die neuernannten Botschafter überreichen in Berlin und Warschau ihre Beglaubigungsschreiben

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Berlin, 14. November.

Der Führer und Reichskanzler empfing heute den zum Botschafter ernannten bisherigen pol­nischen Gesandten, Herrn Jozef Lipski, zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens als Botschafter. Der Botschafter wurde nach dem üblichen Zeremoniell durch den Chef des Proto­kolls, Gesandten Graf Bassewitz, abgeholt und im Wagen des Führers zumHause des Reichspräsidenten" geleitet; das Personal der Botschaft folgte in besonderen Wagen. 2m Vor- hof des Reichspräsidentenhauses erwies eine Ehrenwache dem Botschafter die militärischen Ehrenbezeugungen. An dem Empfang nahmen außer den Herren der Umgebung des Führers und Reichskanzlers der Reichsminister des Aus­wärtigen, Freiherr von Neurath, teil.

Der Botschafter hielt bei Ueberreichung seines Beglaubigungsschreibens in polnischer Sprache eine Rede, die in der Uebersetzung wie folgt lautet:

Herr deutscher Reichskanzler! Ich habe die Ehre, Eurer Exzellenz das Beglaubigungsschreiben zu überreichen, auf Grund dessen der Herr Präsi­dent der Republik Polen mich als außer­ordentlichen und bevollmächtigten Botschafter bei Eurer Exzellenz beglaubigt.

Der Entschluß der Regierungen Polens und Deutschlands, ihre Vertretungen in beiden Haupt­städten zu Botschaften zu erheben, ist von der öffentlichen Meinung unserer beiden Länder mit Genugtuung aufgenommen worden; er ist ein Ausdruck der günstigen Entwicklung der Be­ziehungen zwischen unseren beiden Staaten.

Es ist für mich eine hohe Ehre, in meiner neuen Eigenschaft an der Annäherung unserer Leiden Völker weiterarbeiten zu können in der Ueberzeugung, daß dies nicht allein den polnisch- deutschen Interessen, sondern auch der Sache des allgemeinen Friedens dienlich ist. Seit ich mit der Vertretung der polnischen Re­gierung bei der Reichsregierung betraut worden bin, habe ich mein ganzes Bestreben darauf ge­richtet, die Grundsätze zu verwirklichen, auf denen im Einklang mit der Stellungnahme Eurer Ex­zellenz die von meiner Regierung vollauf geteilt wird die Entwicklung der polnisch- veutschen Beziehungen sich stützen soll. Im Laufe des vergangenen Jahres ist die praktisch« An­wendung dieser Grundsätze, die ihren stärksten Ausdruck in der Erklärung vom 26. Januar 1834 gefunden haben, vorwärtsgeschritten und hat positiv«, für beide Teile günstige Ergebnisse mit sich gebracht.

DieseErklärung hat günstige Voraussetzungen für die Ausnahme der Arbeiten auf den verschiedenen Gebieten der polnisch-deutschen Beziehungen ge­schaffen zur Vertiefung des guten Willens und der objektiven Behandlung der beide Länder betref­fenden Fragen. Von den bisher schon erreichten Ergebnissen kann man mit Sicherheit sagen, daß sie zweifellos einen der wichtigsten und vielleicht wesentlichsten der in letz­

ter Zeit in Europa auf dem Gebiete der Stabilisierung des Friedens er­zielten Gewinne darstellen.

In voller Würdigung der Wichtigkeit dieser Ausgaben werde ich danach streben, daß das in dieser Richtung unternommene, durch persönliche, beiderseitige Beziehungen geförderte Werk sich weiter günstig entwickelt und daß in unseren Völ­kern ein immer besseres auf gegenseitiger Achtung beruhendes Verstehen weiterwächst.

Auf dem wirtschaftlichen Gebiet nach der Auf­hebung des seit Jahren in den polnisch-deutschen Umsätzen bestehenden anormalen Zustandes suchen wir nach weiteren Möglichkeiten in unserem gegenseitigen Warenaustausch. Trotz bestehender Schwierigkeiten, die ihre Ursache in der gegenwärtigen Krise haben, können Nachbar­staaten in einem Zustand gegenseitigen Verstehens

Lösungen finden, die ihren gegenseitigen Inter­essen entsprechen.

Indem ich Eurer Exzellenz für das mir bisher bewiesene Vertrauen meinen Dank ausspreche, möchte ich zugleich versichern, daß ich gemäß den Weisungen meiner Regierung nichts unterlassen werde, um an der Entwicklung der Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern zu arbeiten. Ich habe die Ehre, Eure Exzellenz zu bitten, mir bei der Erfüllung meiner Aufgaben Unter­stützung gewähren und mir weiterhin Eurer Exzellenz Vertrauen entgegenbringen zu wollen."

Der Führer und Reichskanzler erwiderte mit folgenden Worten:

Herr Botschafter! Ich habe die Ehre, aus Ihren Händen das Schreiben entgegenzunehmen, mit dem der Herr Präsident der Republik Polen

Sie als außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafter bei mir beglaubigt.

Auch ich sehe in der Erhebung der beiden Ver­tretungen Deutschlands und Polens zu Bot­schaften ein erfreuliches Zeichen für die glückliche Entwicklung,, die die Beziehungen zwischen unseren Län­dern g en o m m e n h a b e n. Der Neugestaltung dieser Beziehungen, die sich auf dem übereinstim­menden Entschluß der deutschen Regierung und der polnischen Regierung stützt, kommt angesichts der mannigfachne Schwierigkeiten in der gegen­wärtigen politischen Lage Europas eine ganz besondere Bedeutung zu. Sie ist geeig­net, nicht nur der Förderung der Interessen der beiden Länder zu dienen, sondern auch ein wich­tiger Faktor für die Sicherung des allgemeinen Friedens zu sein. (Fortsetzung auf Seite 2)

Hitler hat -en Frieden gerettet"

Bedeutsame Stellungnahme Italiens zur Friedenspolitik Deutschlands

Budapest, 14. November.

Aus maßgebenden politischen Kreisen wird dem römischen Vertreter des nationalenUj Magyarsag" die Auffassung der italienischen Regierung über die gegenwärtige Stel­lungnahme Italiens zu Deutschland in einer auffallend bestimmten Form folgender­maßen wiedergegeben:

Die italienische Regierung leugnet, daß, wie vielfach behauptet worden ist, eine Verschlechte­rung in den Beziehungen zwischen Deutschland und Italien eingetreten ist. Hierfür liegen keiner­lei Anzeichen vor. Die offiziellen Vertreter des heutigen Deutschland haben niemals erklärt, daß sie Oesterreich Deutschland einverleiben wollte,,.

Der geplante gemeinsame Schritt der Groß­mächte ist daher in diesem Frühjahr auch unter­blieben. Zwar hat die italienische' Regierung während der Juli-Revolution militärische Maß­nahmen an der österreichischen Grenze getroffen, die jedoch lediglich dem Schutze des gefährdeten österreichischen Regimes galten. Diese Maßnah­men wurden sofort rückgängig gemacht, als der Reichskanzler Hitler die deutsche Grenze den aus Oesterreich flüchtenden Anführern der Revolu­tion sperren ließ. Damit hat Hitler den Frieden Mitteleuropas gerettet.

Die deutschfeindliche Stimmung kam seitdem nur in der Presse zum Ausdruck und sollte lediglich den entschlossenen Willen des Ducs über dieSiche - rung der Unabhängigkeit Oester­reichs dartun. Von deutscher Seite hat man seit­dem öfter wissen lassen, daß keinerlei Propaganda für die Verwirklichung des Anschlußgedankens

mehr stattfinde und daß jetzt zunächst eine gewisse Zeitspanne der Beruhigung notwendig sei, um eineRegelungd erden tsch-ö st erreichl- schen Frage zu finden. Es ist vor allem der Fürst Starhemberg gewesen, der seitdem aufs entschiedenste ucke Verhandlungen mit den­jenigen abgelehnt hat, die zu einem früheren Zeit­punkt für den Anschlußgedanken eingetreten waren.

In den Beziehungen zwischen Deutschland und Italien herrsche gegenwärtig Windstille. Mit Genugtuung kann aber festgestellt werden, Laß das gute deutsch-italienische Ver­hältnis unverändertfortbesteht. Auch die Entsendung des Vizekanzlers von Papen nach Wien kann als ein beruhigendes Moment be­zeichnet werden.

In diesem Falle ist zweifellos ein bedeutungs­voller Sieg der von Mussolini vertretenen Ideen zu sehen. Die italienische Regierung hat seit Jah­ren in der ALriistungs- und Eleichberechtigungs- srage wie auch in den Völkerbundsfragen die deutschen Wünsche aus großen außenpolitischen Gesichtspunkten heraus unterstützt.

Die gleiche Haltung nimmt die italienische Re­gierung jetzt in der Saarfrage ein. Sie hält es für unerläßlich, daß die Abstimmung im Saar­gebiet ohne jede Einmischung von außen her stattfindet. Sollte dennoch eine Einmischung Frankreichs in der einen oder anderen Form er­folgen, so werde die italienische Regierung ihre Entscheidung treffen.

In den Verhandlungen zwischen der italieni­schen und französischen Regierung ist seit dem

Marseiller Attentat kein weiterer Schritt mehr getan worden. Infolge der Pariser Regierungs­krise ist auch auf diesem Gebiet alles noch völlig unbestimmt. Mussolini hat auch weiterhin die Lage gegenüber Frankreich und der Kleinen Entente fest in der Hand.

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Wenn der Jahresbericht des Carlsberg-Fond in der dänischen Presse bekanntgemacht wird, so schließt sich meist nur eine kurze Erläuterung mit Zahlenangaben an, die über die Verteilung von etwa 2V- Millionen Kronen im Laufe des Be- richtsjahres Mitteilung macht. Und doch ver­diente eigentlich dieser Termin zum Gegenstand einer besonderen nationalen Feierstunde gemacht zu werden.

Der Name Carlsberg ist für alle Zeiten mit der dänischen Geschichte verbunden. Er ist Symbol und Wirklichkeit gewordener Gemeinschaftssinn in bester Form, er ist Ausdruck für den Grundsatz. Gemeinnutz geht vor Eigennutz", wie auch für das ihm entsprechende Handeln. , Carlsberg-Fond" heißt die Stiftung, die Ei­gentümerin der beiden vereinigten größten Braue­reien Dänemarks ist. Das Stiftungsvermogen von fast 65 Millionen Kronen ist in diesem Riesen­unternehmen angelegt, dessen Reinverdienst seit Fahren der Kunst und Wissenschaft des Landes zu­gute kommt.

Der Carlsberg-Fond wurde im Jahre 1876 mit 1 Million Kronen von I. E. Jacoben gestiftet, um aus den zur Verfügung gestellten Mitteln wissen­schaftliche Zwecke zu fördern. Im Laufe der Jahrs wurde die Stiftung ausgebaut, bis sie schließlich Eigentümerin der BrauereiAlt-Carlsberg wurde.

Förderte I. C. Jacobsen auf dies« Weise die Wissenschaft Dänemarks, so unterstützte sein Sohn Earl Jacobsen durch die Errichtung des Neu- Carlsberg-Fond die Kunst seines Vaterlandes.

' Der Alt- und der Neu-Carlsberg-Fond wurden zu einer Verwaltungsgemeinschast verschmolzen und haben im Laufe der Jahre die kulturelle Entwick­lung des dänischen Volkes in einer stillen, aber außerordentlich bedeutungsvollen Weise be­einflußt.

Seit 1906 besitzen die Leiden Carlsberg-Braue- reien eine gemeinsame Leitung unter der Bezeich­nung:Die Carlsberg-Vrauereien-Jnhaber: der Carlsberg-Fond". Die Direktion besteht aus 5 Professoren, Mitgliedern der Kgl. dänischen Aka­demie der Wissenschaften, die in einem eigenen Verwaltungsgebäude, das vom Carlsberg-Fond errichtet wurde, ihren Sitz hat. Die Tätigkeit des Carlsberg-Fond zur Förderung und Unterstützung kultureller und wissenschaftlicher Zwecke umfaßt verschiedene Gebiete:

Das Carlsberg-Laboratorium, das sich aus dem Brauerei-Laboratorium entwickelt hat, besitzt eine chemische und eine physiologische Abteilung, in denen Männer, wie Professor Johann Kjeldahl und Professor Emil Christian Hansen der Wissenschaft dienten. Diese beiden bahnbrechenden Geister haben dem Carlsberg- Laboratorium Weltruf gewonnen. Die Ent­deckung Kjeldahls, eine Methode zur Bestimmung des Stickstoffs in organischen Stoffen, war bahn­brechend und wird heute in der ganzen Welt 'benutzt. Auf ihr konnten zahlreiche weitere Fort­schritte auf dem Gebiete der Physiologie und der organisch-technischen Chemie aufgebaut werden.

Eine weitere Abteilung des Carlsberg-Fond fördert die Wissenschaft im allgemeinen. So wurden Expeditionen unterstützt, Ausgrabungen gefördert, die Herausgabe bedeutender Werke. Studienreisen von Gelehrten und Forschungen aller Art ermöglicht. Chemie, Physik, Zoologie. Botanik, Anatomie, Physiologie, Geologie. Mathematik, Astronomie, Philogie, Archäologie. Kunstgeschichte, Sprachwissenschaften. Meteoro­logie, Ethnographie wurden aus diese Weise unterstützt. Es wurden weiterhin Stipendien verteilt und verdienten Gelehrten ein lebens- längjlicher Ehrensold zugewiesen. Ein hervor­ragender dänischer Gelehrter bemerkt zu dieser

umfassenden Wirksamkeit des Carlsberg-Fond: die dänische Wissenschaft kann den Carlsberg- Fond nicht entbehren".

Als dritte Abteilung gehört dem Carlsberg- Fond das Nationalhistorische Museum zu Frede­riksborg an, durch dessen Förderung I. C. Jacob­sen seinem vaterländischen Sinn Ausdruck ver­liehen hat. Das unter Christian IV. 160325 er­baute Schloß Frederiksborg war 1859 nieder­gebrannt und wurde auf Betreiben I. C. Jacob- sens wieder aufgebaut. Frederiksborg ist mit sei­nem holländischen Renaissance-Stil eine der größten Sehenswürdigkeiten des Nordens; es ist eine wahre Heimstätte vaterländischer Erinne­rungen von der Einführung des Christentums in Dänemark bis zu den neuesten Zeiten. Auch heute noch werden aus den vom Carlsberg-Fond jährlich fließenden bedeutenden Zuwendungen Kunstschätze für dieses nationale Museum ange­kauft, das dem Dänenvolk die Bedeutung der Landesgeschichte vor Augen führt. Ganz beson­dere, Bewunderung verdient die von Dr. Carl Jacobsen gegründete letzte Abteilung des Fond, dieNeu-Carlsberg-Elyptothek". In dieser Skulpturensammlung findet man die erlesensten Schätze der Bildhauerei vereinigt und in einem, von echtem Kunstverständnis zeugenden Sinn un­tergebracht.

Zahllos sind die Gaben, die der Carlsberg- Fond stiftete, um die Stadt Kopenhagen mit Kunstwerken, Denkmälern und Gebäuden zu schmücken. Genannt seien nur dieEefion-Fon- täne", das Meisterwerk Anders Bundsgaards, Stefan SindingsWalküre", dieLuren-Bläser" auf dem Rathausplatz, der Nikolaiturm und nicht zum wenigsten die Gebäude der Carlsberg- Brauereien und der Neu-Carlsberg-Glqptothek selbst, den Werken der Professoren Vilh. Dahle- rup und Hack Kampmann.

Zu den gemeinnützigen Stiftungen der Fami­lie Jacobsen gehört auch die Ehrenwohnung, die von I. L. Jacobsen 1852 erbaute Villa, die nach den testamentarischen Bestimmungen des Stifters

Merkwürdige Rechtsprechung

. Der Internationale Oberste Gerichtshof in Saarlouis hat den Buchhändler B aus aus Saarbrücken wegen Widerstandsleistung bei der im Juli d. I. in der Kaiserstraße in Saarbrücken stattgefundenen Haussuchung beim DNB. und der Saar-Korrespondenz zu drei Wochen Gefängnis verurteilt. Durch Denunziation eines bekannten Separatisten war Baus seinerzeit angezeigt wor­den, den mit der Durchführung der polizeilichen Aktion in der Kaiserstraße betrauten Polizei­beamten Widerstand geleistet zu haben. 2n erster Instanz wurde er zu 200 Franken Geldstrafe ver­urteilt, worauf der Staatsanwalt Berufung ein­legte.

Als Hauptbelastungszeugen erschienen in der Verhandlung verschiedene bekannte Emigran­tenkommissare. Allein auf ihre Aus­sagen gestützt sprach der Oberste Gerichtshof sein hartes Urteil, ohne die Zeugenaussagen der Ver­teidigung zu berücksichtigen, aus denen klar her­vorging, daß die Emigrantenpolizisten in unver­antwortlicher Weise mit Gummiknüppeln auf Fußgänger, darunter auf Baus, eingeschlagen hätten. Der Internationale Gerichtshof glaubte erwiesen zu sehen, daß Bauswährend der Mani­festation das Volk aufgewiegelt habe" und daß er als einvigilanter Mensch im Schoße der NSDAP." angesehen werden müsse.

einer Persönlichkeit, einem Mann oder einer Frau, zur Verfügung gestellt werden soll, die durch Tätigkeit auf dem Gebiet der Wissenschaft, Literatur, Kunst oder auf andere Weise sich Ver­dienste um die Volksgemeinschaft erworben hat. Auf Vorschlag der Direktion des Carlsberg-Fond entscheidet die Kgl. dänische Akademie der Wis­senschaften über die Besetzung dieser Wohnung. Gegenwärtig lebt in ihr der weltbekannte Atom­forscher Professor Niels Bohr.

So haben sich im Carlsberg-Fond die Leihen Männer 2. C. Jacobsen selbst ein Denkmal ge­setzt, wie es eindrucksvoller kaum ein zweites geben dürfte. Hat der erste es verstanden, die Interessen der Wissenschaft mit denen des Er­werbslebens zu verbinden, so hat sein Sohn durch sein Lebenswerk zum Ausdruck gebracht, daß es möglich ist, bei aller Nüchternheit des Alltags-

Goslars

politische Bedeutung

Von

Rolsvä LokulLS,

Stabshauptabteilungsleiter v im Reichsnährstand

Wir haben schon mehrmals Gelegenheit ge­nommen, und oie Gründe dargelegt, die den Reichsnährstand bewogen haben, die alte Kaiserstadt Goslar zur Reichsbauernstadt zu erklären. Wir haben dabei den Widersinn aufgezeigt, der darin liegt, daß der Selbst­verwaltungskörper des deutschen Bauern­tums ausgerechnet in einer Großstadt die ihm aus der Zeit heraus erwachsenden Auf­gaben erfüllen soll. Es liegt doch klar auf der Hand, daß der Millionenstadt, trotz ihrer staatlichen und kulturellen Bedeutung, eines restlos fehlt das ist der Geruch der Erde, das ist das unmittelbare Gebundensein an das Bauerntum, an seine täglichen Sorgen und an seine täglichen Freuden.

Dann schien es aber auch weiterhin un­verantwortlich, die Familien jener Menschen, die aus dem Bauerntum heraus in die Füh­rung des Reichsnährstandes entsandt werden mußten, aus ihrem bäuerlichen Lebenskreis restlos herauszureißen und ihren Kindern die primitivsten Grundlagen des bäuerlichen Da­seins, gesunde Entwicklungsmöglichkeit, Raum, Sonne und bäuerliche Arbeit für im­mer zu nehmen. Bei diesen Entschlüssen war die Ansicht entscheidend, daß nur dort die Führung des Gesamtbauerntums sein darf, wo die Möglichkeit der ständigen persönlichen Fühlungnahme mit dem Bauern aus seinem Hofe gegeben erscheint.

Am wesentlichsten jedoch bei der Wahl Goslars erschien der Gedanke, daß, wenn schon Berlin verlassen wird, die neue Stadt der zentralen bäuerlichen Führung dann eine solche sein muß, die in ihrer Geschichte am engsten dem Bauerntum verbunden erscheint und deren Bedeutung in den Jahrhunderten der Vergangenheit dem Bauerntum von heute ebenfalls noch von Belang sein konnte. Diese zuletzt erwähnte Voraussetzung erfüllte Goslar am eindeutigsten. . -

Die Worte des Reichsbauernführers an den Führer beim Bauernempfang in Goslar an­läßlich des diesjährigen Erntedankfestes haben die enge Beziehung Goslars zu dem deutschesten Herzog, zu Heinrich dem Löwen und zu seiner besonderen Bedeutung inner­halb der deutschen Geschichte klar heraus­gestellt. Für uns steht die Gestalt des Wel­sen, trotz seiner nur halb beendeten Aufgabe, auch heute noch als eine Verpflichtung vor uns, zu deren Erfüllung wir uns eindeutig und klar bekennen!

Der Braunschweiger Löwe verkörpert für uns zwei Aufgaben, deren eine seinem Leben selber als Ziel gesetzt war. Die Lösung dieser Aufgabe ist heute noch gleich dringlich und gleich brennend. Wenn es damals, unter anderen Voraussetzungen galt, die Elblinie zu überwinden und den dahinter liegenden Raum deutschen Bauerntums zu erschließen, so gilt es heute nach wie vor, die Ueberwin­dung des Begriffes Ostelbien.

Es gab inmitten unserer aber tausend­jährigen Geschichte einmal eine Elblinie, und

lebens der Kunst zu dienen und dem Sinn für Schönheit Ausdruck zu verleihen. Der Grund­gedanke, der in beiden Männern einheitlich leben­dig war und der in ihren Taten den reinsten Ausdruck gefunden hat, war der unbedingter Selbstlosigkeit und hingebender Vaterlandsliebe. So stehen nicht nur die Wortebsboremus pro pstris" über dem Haupteingang der Carlsberg­brauereien, vielmehr ist der GrundsatzGemein- nutz geht vor Eigennutz" ständig unter diesem Symbol verwirklicht worden.

Das dänische Volk besitzt in diesem lebenden Denkmal seiner besten Söhne ein Vorbild des Gemeinschaftssinns, das in den heutigen Wirren der Zeit in seiner ganzen Bedeutung zweifellos noch nicht vollständig verstanden wird.

Das neue Deutschland vermag aus seinem eige­nen Schicksal heraus das Denken und Handeln der Leiden Jacobsen voll zu würdigen.

Im Wien der Vorkriegszeit spielte Herr von Sch. eine große Rolle: Er hatte es aus kleinsten Anfängen, ohne nennenswerte Schulbildung übri­gens, ganz aus eigener Kraft, bis zum Vorsitzen­den eines der größten Jndustriellenverbände, zum erblichen Adel und, natürlich, zu einem sagen­haften Vermögen gebracht. Doch war er im all­gemeinen mehr gefürchtet als beliebt; denn sein Temperament wie seine Einfälle waren unbe­rechenbar.

Eines der ihm nahestehenden Werke führte seit Jahren mit dem Fiskus einen Wasserrechtsprozeß, der nicht von der Stelle zu bringen war. Eines Tages erschien Herr von Sch. bei dem betreffen­den Ministerialreferenten, Hofrat L'., erbat den Akt zur Einsicht, machte verschiedene Ausführungen und ging mit verbindlichem Abschied.

Gleich nachher wollte der Referent den Akt wieder beiseitelegen, fühlte eine ungewohnte Dicke und fand beim Nachsehen zwischen den Blät­

tern eine neue saffianlederne Brieftasche mit 30000 Kronen eingeklemmt. Große wütende Em­pörung über den schamlosen Vestechungsversuch!

Der Sektionschef, ein alter Skeptiker, hörte die aufgeregte Meldung seines Untergebenen mit wei­sem Lächeln an und riet zur gütlichen Beilegung, bei einem Skandal komme nicht viel heraus, be­sonders nicht gegen den Herrn von Sch. Aber der Hofrat ließ sich nicht halten und rief sofort die Polizeidirektion an, um die Anzeige loszuwerden.

Schon nach den ersten Sätzen unterbrach ihn der Polizeidirektor freudestrahlend-Wie? Der Herr von Sch.? Eine Brieftasche? Nur eine? Der Herr von Sch. hat nämlich schon Verlustanzeige ge­macht. Aber er hat. sagt er. ,w-.'i Brieftaschen verloren. Nur eine ist gesunden, bitte? Ich werde das Nötige sofort veranlassen."

Der Hofrat soll es bedauert haben, dem Rat seines Vorgesetzten nicht gefolgt zu sein

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