Ausgabe 
(26.1.1940) Nr. 25
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parteiamtliche Tageszeitung

vas Amtsblatt des Negierenden vürgermeister» der Zreien Hansestadt Sremen

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Nachtru« ?erniraetber 51115 Ohernstraße 88. Fernspr. 5 4121 In Syke Mühlenbamm Nr. 2

der NattonaisozmkstenVremens

flmtliches verNünöungsdlalt des NeilHsstatstiaiters in Mdenburg und Lremen

Nr. 25/10. Jahrgang

Zreiiag, 26. Januar 1940

kinzeipreis 15 Nps.

toulondre als verstilndigungsfemd

der elzemalige französische öotschaster belötigle sich in öerttn als siandlanger der pariser Kriegs- sietzer / Neue deutsche Verlaulbarung zum französischen Selbbuch

Berlin, 26. Januar.

Amtlich wird als vierte deutsche Veröffentlichung zum französischen Eelbbuch verlautbart:

Mitte November 1838 entsandte die französische Re­gierung Herrn Coulondre als Botschafter nach Berlin. Der neue Vertreter Frankreichs, der im Gegensatz zu seinem Vorgänger Francois Poncet Berussdiplomat war, kam zu besonders günstiger Stunde nach Deutsch­land. Im Verfolg der Konferenz von München schien Aussicht zu bestehen, dah der vom Führer seit Jahren gewünschte endgültige Ausgleich mit Frankreich nun wirklich angebahnt werden könnte. Schon vor der Ab­reise von Francois Poncet war das grundsätzliche Ein­verständnis der beiden Regierungen über das dann am 8. Dezember in Paris unterzeichnete deutsch-französische Abkommen erzielt worden, durch das die deutsch- französische Grenze als endgültig anerkannt wurde.

Der neue französische Botschafter legte in Berlin offensichtlich Wert daraus, sich nach außen hin als An­hänger der deutsch-französischen Verständigung auszu­geben. Als solcher führte er sich bei allen deutschen Stellen ein und betonte bei jeder sich bietenden Ge­legenheit immer wieder, daß er kein anderes Ziel habe, als der Sache der deutsch-französischen Verständigung und des europäischen Friedens zu dienen.

Die jetzt im französischen Gelbbuch veröffentlichten Dokumente beweisen jedoch, daß Coulondre von Anfang bis Ende seiner Berliner Tätigkeit genau das Gegen­teil getan hat. Daß er als typischer Vertreter der Diplomatie des Quai d'Orsay auch in Berlin in die Eedankengiinge der herkömmlichen französischen Politik verstrickt blieb, und daß er nicht das Format besaß, für schöpferische Gedanken einer neuen europäischen Politik Verständnis aufzudringen, wird zwar für niemand, der ihn persönlich gekannt hat, eine besondere Ueberraschung sein. Man weiß, daß die zünftigen Beamten des Quäi d'Orsay seit langen Jahren niemals etwas anderes ge­kannt haben, als die Pose der Einkreisung und Nieder- haltung Deutschlands, die sie auch gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland des Jahres 1939 noch mit den Reden Richelieu? und Poincares verwirklichen zu können glaubten.

Die Berichte Coulonbres verdienen aber insofern eine besondere Beleuchtung, als sie in ganz ungewöhn­lichem Maße den Mangel an eigener politischer Einsicht durch taufend unwahre Behauptungen und vor allem durch eine verantwortungslose, systematische Hetze gegen Deutschland zu ersetzen suchen. Es ist direkt erstaunlich, daß die französische Regierung diese Berichte, die im Grunde nur gegen ihre Politik zeugen, zu einem Haupt­bestandteil ihres Eelbbuchcs gemacht hat. Vielleicht er­klärt sich das dadurch, daß Coulondre selbst der Haupt- redakteur des Eelbbuches war und in seiner Eitelkeit, seine schriftstellerischen Leistungen in solchem Umfang gedruckt zu sehen, keinen Blick mehr für die seinem Lande abträglichen Folgen der Veröffentlichung hatte.

Diesem französischen Botschafter war von Anfang an jedes Mittel recht, um die deutsche Politik zu verdächti­gen und zu entstellen. Er suchte in seiner Berichterstat­tung in jeder Weise Mißtrauen gegen das Reich zu wecken und seine Regierung von einer Politik des Aus­gleiches mit Deutschland abzubringen.

Sensationelle Erzählungen

die ihm von obskuren Mittelsmännern zugetragen wer­den und oder die er selbst erfunden hat, ja jeder Klatsch und jedes Hintertreppengerücht werden von ihm als bare Münze nach Paris gegeben. Um diese Seite seiner Berichterstattung zu kennzeichnen, mögen folgende Bei­spiele genügen:

Schon am. Dezember 1938, also wenige Wochen nach Antritt seines Postens in Berlin, weiß Coulondre dem Reich ohne jede Unterlage, rein aus der Luft ge­griffen. phantastische Eroberungspläne anzudichten, die u. a. die Unterwerfung Ungarns und die Schaffung einer Eroßukraine zum Ziel haben sollen.

Am 17. März 1939 schreibt Coulondre über die Reise des Präsidenten Hacha nach Berlin folgendes:Am Nachmittag des 14. März ließ die deutsche Gesandtschaft in Prag das Palais Czernin (das tschechische Außen- ministerium) wissen, daß es in Anbetracht der Ver­schärfung der Lage nützlich sein könne, wenn der Prä­sident der Republik und der Minister des Auswärtigen sich nach Berlin begeben würden." Aus dieser Dar­stellung soll natürlich gefolgert werden, daß die tschechi­schen Staatsmänner durch deutschen Druck gezwungen worden seien, die Reise nach Berlin anzutreten. In Wahrheit war es bekanntlich Präsident Hacha selbst, der angesichts der Loslösung der Slowakei und der

Berlin, 28. Januar.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Lm Westen keine besonderen Ereignisse. Lnst- wafscnverbiinde führten Jagdeinsätze an der Westfront und Ausklärunasslüge gegen Großbritannien durch. Das PanzerschiffDeutschland", das seit Kriegsaus­bruch Handelskrieg in den Atlantischen Gewässern ge­führt hat, ist vor einiger Zeit in die Heimat zurück­gekehrt.

Nur in drei lakonischen Zeilen meldet der Tages­bericht des Oberkommandos der Wehrmacht die glück­liche Heimkehr derDeutschland". Und dennoch verbirgt sich hinter dieser knappen militärischen Feststellung eine Reihe stolzer Leistungen, wie sie eines deutschen Kriegs­schiffes würdig sind. Viele Wochen lang führte das

chaotischen Zustände in Böhmen und Mähren von sich aus darum bat, zusammen mit seinem Außenminister vom Führer empfangen zu werden. Diese Bitte wurde vom Außenminister Lhvalkowski dem deutschen Ge­schäftsträger in Prag zunächst am Abend des 13. März telefonisch und dann am frühen Morgen des 14. März durch ein persönliches Handschreiben wiederholt, worin der tschechische Minister anfragte,ob Seine Exzellenz der Herr Reichskanzler dem Herrn Präsidenten Dr. Emil Hacha Gelegenheit zu einer persönlichen Unterredung gewähren würde". Hierauf kenn bekanntlich Präsident Hacha nach Berlin und legte in einer Vereinbarung das Schicksal seines Landes in die Hand des Führers.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Panzerschiff fern der Heimat seinen erfolgreichen Han­delskrieg und widerlegte damit mehr als einmal die überheblichen Lügen W. C.'s, der immer wieder be­tonte, daß jede Handelskriegsgefahr für England außer­halb der Nordsee längst gebannt sei. Als sich das Schiff dann anschickte, die Heimfahrt anzutreten, boten die Engländer alles auf, um es durch überlegene Kräfte in ihre Gewalt zu bekommen.

Aber der Lügenlord muß jetzt erkennen, daß er sich wieder einmal verrechnet hat. Sicher geführt durch­brach unser Panzerschiff, den britischen Sperrgürtel. Es wiederholte die meisterhaften Fahrten, die vor ihm schon deutsche Passagier- und Handelsschiffe mit der Bremen" voran geleistet hatten und bewies damit, daß die immer wieder betonte angebliche englische See­herrschaft nur in der Einbildung englischer Minister existiert. Die Fahrt auf den atlantischen Gewässern in den Heimathafen wird die Welt erkennen lassen, daß England durchaus nicht seine Hauptsorge meistert, den unbedingt notwendigen Handel über See ohne Ge­fahr aufrechtzuerhalten. Und wir glauben, daß deutsche Kriegsschiffe den Briten noch oft genug Zweifel an ihrer Sseherrschaft werden aufsteigen lassen.

Mir warne« Neugierige!

Veutschla nd" wieder in der Heimat

das Panzerschiff wurde aus den Namentichow" umgetauft Jagdeinsiche an der Westfront

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kngiischer kriegsftefter empfiehlt Somdardierung Seriins

die Katze im Auftrag seiner englisch-jüdi

New york, 28. Januar.

In der ZeitschriftLiberty" befürwortet der englische Schriftsteller H. G. Wells die rücksichtslose Bombardie­rung Berlins als einziges Mittel, um wie er sich ausdrückt - Deutschlandden Ernst der Lage klarzu­machen". Mit zynischer Brutalitätbegründet" Wells diesen Vorschlag mit der Erklärung, daß er nicht die übertrieben zarten Empfindungen anderer für das deutsche Volk teile, das endlich einmal spüren müsse, was seine Regierung anderen Nationen zufüge". Zum Unglück der gesamten Menschheit sei Berlin 1918 nicht gründlich bombardiert worden. Die gründliche Zerstö­rung deutscher Städte, Bombardierungen und derglei­chen würden auf das deutsche Volk eine heilsame Wir­kung ausüben

Der vielsagende Vorschlag des sattsam bekannten deutschfeindlichen Kriegshetzers Wells enthüllt wieder einmal das wahre Gesicht der edlen britischen Mensch­heitsbeglücker. Brutaler kann der Vernichtnngswille Albions gegenüber der deutschen Nation nicht bekundet werden: Der tatenlustige Schreibtischstratege hat nicht nur seine eigene Meinung zu Papier gebracht, sondern

schen Geldgeber aus dem Sack gelassen und ihr obendrein noch Schellen umgehängt. Die Chamberlains und Churchills werden ihre helle Freude an Wells' zynischer Offenheit haben, aber wie werden die eng­lischen Flieger, die bereits einen anschaulichen Be­griff von der Ueberlegenheit der deutschen Luftstreit- kräfte gewinnen konnten, über jenen bezeichnenden Wunschtraum denken? Sie dürften sich kaum einer Täu­schung über die schwere Niederlage hingeben, die ihnen bei einem Bombenangriff auf die Reichshauptstadt sicher wäre. Diejenigen verbrecherischen Elemente des briti­schen Piratenstaates aber, die wirklich ernsthaft mit dem Gedanken einer Bombardierung Berlins oder ande­rer deutscher Städte spielen sollten, seien in keinem Zweifel darüber gelassen, daß die Vergeltungs- aktion seitens der deutschen Luftwaffe bestimmt nicht ausbleiben würde: Diese Antwort würde um ein Vielfaches (!) wirksamer ausfallen als das wahnwitzige Unternehmen neugieriger englischer Bom- benwerfer!!.

Von der Heimat mit Freude und Stolz begrüßt, ist das Schiff mit seiner tapferen Besatzung nun in die heimischen Gewässer eingelaufen. Da der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht den Namen Deutschland" für ein neues größeres Schiff vorgesehen hat, wurde das bewährte Panzerschiff nach seiner mili­tärisch erfolgreichen Operation in den atlantischen Ge­wässern auf den NamenLützow" umgetauft. Der Name jenes kühnen deutschen Kriegshelden, dessen wilde ver­wegene Jagd auf den Feind im Volkslied fortlebt, schmückt nun das Schiff. Er wird und soll ein Symbol für die künftigen Taten und Aufgaben sein, zu denen Schiff und Mannschaft bereitstehen.

Vie Umbenennuny

Berlin, 28. Januar.

Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat die Umbenennung des PanzerschiffesDeutschland" aus den NamenLützow" besohlen, da der Name Deutschland" für ein größere Schiff vorgesehen ist. Der ursprünglich aus den NamenLützow" getaufte Schwere Kreuzer wird gleichfalls umbenannt werden.

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Der Krieg der 3V Jahre

Mit einem Streit über die religiösen und politischen Gerechtsame der kaiserlichen Untertanen in den Habs­burgischen Erbländern hatte der Krieg der dreißig Jahre, der deutsche Krieg, im Jahre 1618 begonnen. Dann hatte dieser Streit das ganze Reich ergriffen und sich zu einem erbitterten Existenzkampf zwischen Prote­stanten und Katholiken ausgewachsen, bis er sich nach und nach wandelte, so daß sich die feindlichen Religio­nen plötzlich in einer Front dem Kaiser gegenüber- sahen und der Streitfall auf den Nenner: kaiserliche

Zentralgewalt, gegen territoriale Selbständigkeit ge­bracht Word,:: war. Und endlich hatten sich die Frem­den des Krieges bemächtigt, um so viel als möglich im trüben zu fischen.

Sie hatten das Land hin und her gerissen, ihm tau­send und aber tausend Wunden geschlagen und es restlos erschöpft. Man kann ermessen, was dieser Krieg das Reich und das deutsche Volk gekostet hat, wenn man nur einmal die Zahlen für Württemberg betrachtet. Im Ausgang des Dreißigjährigen Krieges lagen in dieser deutschen Landschaft nicht weniger als 8 Städte, 45 Dörfer, 230 öffentliche und 30 086 Privatgebäude in Schutt und Asche. Dazu waren 40 000 Morgen Wein­gärten, 248 000 Morgen Ackerland und Gärten und 24 000 Morgen Wiesenland teils vernichtet, teils muß­ten sie aus Mangel an Menschen brach liegen. Diese Zahlen stammen nicht etwa aus dem Jahre 1648, son­dern aus dem Jahre 1654, in dem man den Krieg schon zu überwinden begann.

Es ist eines der vielen Wunder, die eben nur in Deutschland möglich sind, und die sich von Jahrhundert zu Jahrhundert wiederholt haben, daß die nicht zu ver­derbende Kraft dieses Volkes sich immer wieder über die Ruinen der Zeit erhob, um eine Zukunft neu zu zimmern. An den Fremden lag es bestimmt nicht, daß dies gelang. Sie hatten endlich ihre Interessen be­friedigt gesehen. Sie hatten im Lande gehaust wie die Teufel, ganz gleich ob es sich um Franzosen oder Schwe­den handeln mochte. Sie waren in einem Land, das keinen eigenen Willen mehr hatte, und sie behandelten es dementsprechend.

Nun also hielten sie den Zeitpunkt für gekommen, sich zusammenzusetzen. Im Friedenssaal zu Osnabrück kann man die intelligenten und intriganten Profile dieser Friedensstifter betrachten. Da sieht man das ver­schlagene blinzelnde Auge des kaiserlichen Gesandten Max Grasen von Trautmannsdorf, da kann man die Schweden Adler Salvius und Johann Oxenstjerna, des Kanzlers unebenbürtigen Sohn bewundern. Da kann man sie »alle sehen, die Jahre brauchten, bis sie an einem Tisch zusammenkamen, Jahre, bis sie sich hin­reichend beschnüffelt hatten, und Jahre, bis sie endlich dasFriedens"-Jnstrumont und seine Durchführung unter Dach und Fach bekamen. Sie hatten eine Ge- mütsruhe ohnegleichen. Während das Land noch im Jahre 1645 unter den Lasten des Krieges seufzte, unter­hielten sie sich über die bahnbrechende Frage, ob den Gesandten der Kurfürsten vielleicht das Prädikat Exzellenz" zuzubilligen sei!

Franzosen und Schweden waren einträchtlich beisam­men, und sie hieben wacker auf das Reich ein. Sie war­fen als erstes einen Zankapfel in die Debatte, dessen verderbliche Wirkung das Reich zu einem elenden Untergang treiben sollte: sie verlangten für jeden

Reichsstand die unverkürzte Geltung der sogenannten landeshoheitlichen Rechte, einschließlich des Rechts mit auswärtigen Staaten Bündnisse zu schließen! Und dann begannen sie sich vom Reichsgebiet auszusuchen, was ihnen gefiel. Am eiligsten hatten es die Schweden, die mit dieser Raffgier schlagend die Märe widerlegten, ihr König Gustav Adolf sei nur um des Evangeliums willen in Deutschland gelandet. Sie nahmen sich ganz Vorpommern mit Rügen, und von Hinterpommern noch Stettin, Earz, Damm, Golnau und div Insel Wollin nebst dem Frischen Haff dazu, außerdem noch Wismar mit seinem Hafen und die Bistümer Bremen und Verden. Dafür erhielten sie denn einen Sitz im deut­schen Reichsverband und damit im Reichstag (!) sowie das Recht, in diesen Gebieten ein eigenes Appellations­gericht zu gründen und damit sein Recht dort einzufüh-

Unser Vsgessmegel

(Die ksntigs Lusgsbo nwkaüt nebt Seiten)

PanzerschiffDeutschland" kehrte nach ersolgreicher Feindfahrt in die Heimat zurück und wurde aus den NamenLützow" umgetauft.

Ein englischer Kriegshetzer empfiehlt die Bombar­dierung Berlins.

Das englische VorpostenschiffNewshaven" ist ge­sunken.

Ueber die kriegshetzerischen Taten des früheren französischen Botschafters in Berlin werden wich­tige dokumentarische Einzelheiten berichtet.

General Weygand zieht erneut politische Kreise in Ankara.

Amtswalterappell der NSKOV.

Wieder errangen acht Bremer Betriebe DAF.- Leistungsabzeichen.