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parteiamtliche Lageszeitung
vss pmrsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt vremen
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mintaas"^?eniiprkcher 51115 Obcrnslraße 86. Fernspr. 5 41 21 In Syke Nllhlenbamm Nr. 2
der Nationalsozialisten Bremens
flnnliches Verkünüungsdlatt des NeichsstatthEers in Videndurg und Vremen
Nr. 8 / 18. Jahrgang
Dienstag, 8. Januar 1948
kinzeipreis 15 Vps
fllblons kritische Wirtschaftslage
Unsicherheiten durch deutsche ll-voote
Sorgenvolle Verachtungen eines kmgeweikten — Sie frage der britischen Kaufkrast
„eines der größten Probleme"
Amsterdam, 8. Januar.
Mit den künftigen wirtschastsstrategischen Notwendigkeiten Englands im Kriege gegen Deutschland besaht sich in der letzten Ausgabe der Zeitschrift „Con- temporary Reviers" Sir Arthur Salter, der offen zugibt, dah durch die Ungewißheit über den Umfang der britischen Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland und der britischen Verluste an Handelsschiffstonnage durch deutsche U-Boote und Minen „zahlreiche Unsicherheiten" gegeben seien. Zur sicheren Durchführung der britischen Pläne forderte er zunächst die Anlegung genügender Vorräte an Nahrungsmitteln und Rohstoffen in England, eine Forderung, die bestimmt nicht leicht zu erfüllen ist, da die im Lande befindlichen Vorräte nach zuverlässigen Berichten sehr gering sind, was auch durch die notwendig gewordenen Rationierungen eindeutig bewiesen ist und weil andererseits neue Zufuhren den deutschen Seekriegsmahnahmen ausgesetzt sind.
Auch Saliers zweite Forderung, dah England seine industrielle Erzeugung bis zum äußersten vergröhern müsse, ist sehr utopischer Natur angesichts der jetzt schon vorhandenen und künftig noch wachsenden Schwierigkeiten der Rohstofsbclieferung und im Hinblick aus den gewaltigen Bedarf der englischen Wehrmacht, der die industriellen Leistungsmöglichkeiten Englands, die den deutschen bekanntlich nicht entfernt gleichkommen, zu einem so grohen Teil in Anspruch nimmt, dah für die Befriedigung des Jnlandbedarfs und der Ausfuhr nur noch ein ganz geringer und völlig ungenügender Sektor verbleibt.
Von besonderer Bedeutung ist die dritte Forderung Saliers, dah England die Finanzierungsprobleme im Inland und im Ausland genauestens beachten müsse, wobei die Finanzierung im Auslande sehr fchwieräg sei. Mit seltener Klarheit wird von Salter betont: dah die Lage im Weltkrieg von 1914 für England völlig von der heutigen verschieden gewesen sei, weil es damals Amerika und dessen gewaltige Kredite zur Verfügung gehabt habe.
Da hellte diese Möglichkeiten fehlen und England in seiner eigenen sinanziellen Stellung bereits schwacher als 1914 ist und infolge seiner stark'zusammengeschmolzenen Goldbestände und seiner Devisenknappheit bereits eine strenge und umfassende Devisenbewirtschaftung einfuhren mutzte, ist es zweifellos richtig, wenn Sal.tex jetzt die Frage der britischen Kaufkraft auf nichtenglsi, schen Märkten als eines der größten Probleme he-'' zeichnet. Es sind bereits jetzt zahlreiche Tatsachen: best kannt, die beweisen, daß diese britische Kaufkraft auf den neutralen Märkten erheblich zurückgegangen ist.r Die starke Abwertung und schwankende Kursentwick-i lung des englischen Pfundes hat das Vertrauen in die/ englische Währung stärkstens erschüttert, und die neutralen Märkte rechnen nach Möglichkeit nicht mehr in englischen Pfund, sondern in der von ihnen jetzt immer mehr als internationale Rechnungseinheit anerkannten amerikanischen Währung. Der empfindliche Devisenmangel Englands, der sich infolge der Unmöglichkeit einer Ausfuhrsteigerung größeren Umfanges noch ständig weiter verschärfen wird, macht auch die britischen Pläne einer Verhinderung deutscher Käufe auf den neutralen Märkten mit Hilfe von Transmanipulationen zunichte. Einmal fehlen England dazu die finanziellen Mittel, und auf der anderen Seite können auch die neutralen Länder nicht gewillt sein, derartige britische Absichten einer Störung ihres normalen Handelsverkehrs widerstandslos hinzunehmen.
Sir Arthur Salter hat auch der Frage des Ladevermögens der britischen Handelsflotte eine besondere Bedeutung für die künftige Entwicklung der britischen Wirtschastskriegsführung zugesprochen.' Offenbar beginnt man in gewissen britischen Wirtschaftskreisen heute schon zu erkennen, daß die Wirksamkeit der deutschen Seekriegsmahnahmen wohl geeignet ist, in abseh-
seindliches Spähtruppuniernokmen abgewiesen
Berlin, 9. Januar.
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Westen wurde im Grenzgebiet westlich Merzig ein feindliches Spähtruppunternchmen unter Verlusten für den Feind abgewiesen."
barer Zeit die britische Handelstonnage in einem solchen Umfange zu vermindern, dah dadurch alle noch so fein ausgeklügelten wirtschastsstrategischen Pläne gefährdet werden.
Vor Szenemvechsel in London
Auch der Direktor der britischen Zensur zurückgetreten
London, 9. Januar.
Amtlich wird mitgeteilt, daß der Direktor der britischen Zensur, Vizeadmiral Usborne, zurückgetreten ist. Usborne sei zurückgetreten, so heißt es, um einen neuen Posten zu übernehmen, „für den er auf Grund seiner Erfahrungen und feiner Dienste besonders geeignet ist." Es solle sich um einen Posten handeln, der im Zusammenhang mit dem Sonderprogramm der Admiralität steht. '
Vizeadmiral Usborne erklärte Journalisten gegenüber, daß sein Rücktritt, der bekanntlich von der öffent
lichen Meinung schon lange und dringend gefordert wurde, „auf seinen eigenen Wunsch hin" erfolgt sei. Er glaube, daß er im Schiffsbau dem Lande „noch größere Dienste" erweisen könne als auf seinem Posten als Zensor.
Diese Mitteilungen dürften von der englischen Bevölkerung nur mit sehr gemischten Gefühlen aufgenommen werden. Es zweifelt zwar niemand daran, daß jeder Durchschnittsengländer dem Lande größere Dienste erweisen könnte, als dies Usborne als Zensor getan hatte, aber es weiß auch jeder, daß das so gut wie nichts bedeutet. Im übrigem machte der Vizeadmiral — offensichtlich um sich einen guten Abgang zu verschaffen — geheimnisvolle Andeutungen. Er erklärte, er habe „eine Idee". 2m Interesse der nationalen Sicherheit könne er aber nicht sagen, worin diese Idee bestehe. Er ließ jedoch durchblicken, daß es sich um eine Idee handele, die er schon seit langem hege, und die jetzt eine „große Sache" geworden sei . . .
Me SchUsverluste halten weiter an
wieder über lS00l> tonnen an einem tag versenkt — Sänemaeks dezimierte Handelsflotte
Amsterdam, 9. Januar.
Der Dampser „City of Marsaille", 8317 BRT., erhielt beim Auslaufen auf eine Mine an der schottischen Ost- küste gestern ein großes Leck mittschiffs. Ein Lascar- Matröse wurde getötet, 13 indische Seeleute wurden verwundet. Die Explosion ereignete sich einige Minuten nachdem der Lotse an Bord gekommen war. Der Dampfer wurde in einen Hafen eingeschleppt.
Der britische Dampser „Cedrington Court" (5189 BRT.) ist nach einer Explosion am Sonntag an der Südoftküste innerhalb von 19 Minuten gesunken. Der Schiffsjunge war durch die Explosion sieben Meter hoch in die Lust geschleudert worden, konnte aber mit einem Beinbruch gerettet werden.
Reuter Zufolge ist der englische Dampfer „Townsley" (2888siPRT.) an der Südoftküste Englands auf eine Mine'.belaufen und gesunken. Die Mannschaft konnte gexerW werden.
' britische Trawler „Kingston Cornelian", 449
BRT'., *a:rk nach einem Zusammenstoh mit dem fran- zösiichenrDassagicrdampfer „Chclla", 8929 BRT., am FkWsgiWnd.in der Meerenge von Gibraltar. Die ge- sckhÄMrsgtznntz des Trawlers, 16 Mann wurde getötet. DU.„Ehc>la" wurde am Vorderteil beschädigt.
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Kopenhagen, 9. Januar.
Eine Durchsicht des dänischen Schiffsregisters über die Zugänge und Abgänge während der zweiten Hälfte des Dezember vermittelt einen traurigen Eindruck von den schweren Verlusten der dänischen Handelsflotte durch den englischen Seekrieg. Der kleinen Liste über zwei Neubauten steht die lange Kolonne der Löschungen gegenüber. In ihr sind verzeichnet als Verluste in zwei kurzen MMe»: der 1921 in Dnndce gebaute Dampfer „Ove TvD (2135 BRT.), der 1998 in Sunderland gebaute Dampfer „Magnns" (1338 BRT.), der 1890 in Grimsvy gebaute Zweimast-Motorkutter „John Bull" (88 BRT.), der 1875 in Rye gebaute Zweimast-Motor- kuttcr „Anna" (76 BRT.), der 1882 gebaute Zweimast- Motorkntter „Man" (67 BRT.), der 1923 in Kopenhagen gebaute Dampfer „Scotia" (2499 BRT.), der 1884 in Sunderland gebaute Dampfer „Jytte" (1877 BRT.), der 1818 in Aalborg gebaute Dampfer „Jägersborg" (1254 BRT.), der 1995 in Frederikstad gebaute Dampfer „Hanne" (1980 BRT.) und der 1939 im Aus- land gekaufte Dreimastschoner „Grethe" (284 BRT.). Zu diesen zehn Verlusten kommen dann noch zwei Abgänge durch Verkauf an das Ausland und eine Ab- wrackung.
Irübe Plane in Westeuropa
knsiisch-jranzösische kriegskelzer versuchen, Seukschlanv und Nußland zu diffamieren
ick. Berlin, 9. Januar.
Immer mehr verschärft sich in den Hauptstädten des Westens das Streben, durch Gewinnung neuer Kriegsschauplätze jenem Zustand ein Ende zu machen, der von Tag zu Tag wachsend die Situation der Kriegstreiber im eigenen Lande verschlechtert und die Nerven aller jener schwächt, die einen Sinn ihres Opfers nicht zu erkennen vermögen. Es scheint, als sähen die chauvinistischen Publizisten den einzigen Ausweg darin, an irgendeiner Stelle Bewegung in die Fronten zu bringen. Nun sind die Tage, da man schon Expeditionskorps in Finnland landen sah, vorbeigegangen, ohne daß die Hilfe real« Formen angenommen hätte. Die Opferung der Neutralen scheint der einzige Ausweg zu sein, und so sparen sie alle, deren Namen mit dieser Rolle schon fest verknüpft sind, nicht mit Lockungen und Kassandrarufen, um neutrale Staaten in den Dienst ihrer Sache zu stellen. An der Spitze wieder Oberst Fabry. „Neutrale", so ruft er, „ihr seid nirgends in Sicherheit!" Es ist wie eine blutige Ironie, daß ausgerechnet er, dessen ganzes Streben darauf ausgeht, den Krieg auszuweiten, als Warner auftritt. Heute oder morgen könne der Brand sich auch auf ihren Boden ausdehnen, so, predigt er den Neutralen, ob sie abwarten wollen, bis ihr Haus brenne, ehe sie nach Hilfe riefen? Und er schließt — in
kiner spielt mit dem Feuer
Kann sich Veigien solche flrtikel leisten!
kl. Brüssel, 9. Januar.
Trotz der gefährdeten Lage ihres Landes gibt es immer noch belgische Journalisten, die nicht aufhören können, mit dem Feuer zu spielen, d. h. mit einem Eintritt Belgiens in den Krieg zu liebäugeln. So unternimmt es der Autzenpolitiker der Brüsseler „Gazette", wieder die angeblichen Vorteile der Verlängerung der französischen Front bis zur Maas und zum Albertkanal aufzuzeigen. Nur um dem erstaunten Leser eine solche Betrachtung überhaupt verständlich zu machen, geht der Verfasser von einem deutschen Einmarsch aus oder auch einer „Bedrohung", durch die der Anschluß Belgiens an die Alliierten herbeigeführt würde. Er bemüht sich, in dieser Tarnung geradezu den Franzosen einen solchen Schritt schmackhaft zu machen.
Früher, so heißt es in dem Artikel, bestand die französische militärische Doktrin darin, daß man einen deut
schen Angriff hinter den eigenen befestigten Linien abwarten müsse. Die englische Regierung habe sich aber für- eine andere Strategie eingesetzt, und vor allem habe die belgische Armee in drei Monaten neue wertvolle Verteidigungsstellungen geschaffen, so daß die französischen Truppen in ihnen den Kampf ebensogut aufnehmen könnten wie in ihren eigenen Positionen. Im weiteren Verlauf werden die Möglichkeiten der Frontausdehnung auf das farbigste geschildert, und ganz Deutschland wird als hoffnungslos dargestellt.
Eine solche Propaganda ist ein Verbrechen an der Neutralität, da sie darauf gerichtet ist, einen französisch-englischen Einmarsch in Belgien stim- müngsmäßig vorzubereiten. Wärmn macht die belgische Regierung von ihren Vollmachten so geringen Gebrauch und schweigt zu diesem empörenden Treiben?
dem verbrecherischen Versteckspiel die Rolle bis zuletzt wahrend — mit einem Satz, der in der Tat verdient, als allgemeine Wahrheit festgehalten zu werden: Mit den Brandstiftern gemeinsame Sache zu machen, sei eine eigentümliche Neutralität. Wo Fabry spricht, kann d'Ormesson nicht schweigen. Gewiß, die Neutralen beschwerten sich, daß der Krieg lange dauern werde, aber es läge ja in ihrer Hand, ihn abzukürzen. Diese unverblümte Einladung zum Ueberfall auf Deutschland bleibt die Parole des „Figaro", ebenso wie der „Matin" das Schlagwort verficht, dieser Krieg sei kein Kampf zwischen Deutschland und Frankreich, sondern zwischen Deutschland und Europa. Wünsche und Wirklichkeiten! Nun gehen diese Tendenzen keineswegs von Paris allein aus. Schon des öfteren hatte sich London des jüdischen Journalisten Poliakoff bedient, wenn es galt, trübe Pläne unverbindlich ans Tageslicht zu lancieren. So hat denn auch jetzt „Augur" in der Antwerpener „Metropole" einen Artikel untergebracht, der nichts anderes zu beabsichtigen scheint, als den westlichen Politikern ebenso wie den Neutralen einen Krieg gegen die Sowjetunion besonders schmackhaft zu machen. Dabei — die Murmanküste erscheint dem jüdischen Eazettier ebenso verlockend wie die Oslfelder von Baku — verschweigt man keineswegs, daß alle diese Pläne und Ziele nur dazu dienen, die Blockade Deutschlands zu verstärken und auf den Osten auszudehnen. „Aus diesen Gründen", so fährt Poliakoff fort, „aber auch aus anderen. die zu enthüllen es noch zu früh ist, erklären wir, daß Großbritannien nicht zögern wird, die Konseguen- zen aus der Aktion Rußlands zu ziehen: ebenso ist es sicher, daß eine britische Garantie für Schweden in Wirklichkeit weitaus logischer ist als eine Garantie für Rumänien." Die lebte und größte Chance bestehe darin, so heißt es schließlich daß der ganze Norden Eurovas in das Abenteuer (!) hineingezogen werde. In der Tat, sehr interessant!
Sir ffnderlon stak Soklemmunsen
Amsterdam, 9. Januar.
Der englische Innenminister Sir Anderson, der für den Luftschutz verantwortlich ist hat in Glasgow eine Rede gehalten, in der er erklärte, daß der „Dämmerzustand der letzten Monate" vorübergehen könne und der Luftschutz auf der Hnt sein müsse. Die Maßnahmen, die bisher ergriffen worden seien, seien durchaus nicht als übertrieben zu bezeichnen. Er, Anderson, sei im Gegenteil darüber, daß nicht genügend getan worden fei. recht besorgt.
„Wer andern eine Grube gräbt . .
Ncwyork. 8. Januar. Das britische Han- delsschiffahrtsministcrium hat sechs amerikanische Handelsschiffe gekauft. Der Verkauf bedarf jedoch noch der Genehmigung durch den amerikanischen Schifsahrtsausschutz.
L. jVüii. Mit der am 1. Februar wirksam werdenden Beschlagnahme der britischen Handelsflotte seitens der Londoner Regierung ist die katastrophale Schiffsraumverknappung in England, hervorgerufen durch die Erfolge der deutschen Gegen- blockade, weder zu beseitigen noch in ihrer Auswirkung ausreichend zu kompensieren. Albions Schiffahrt wird weiterhin in wachsender Not bleiben, ja, die aus dem Zwang der Lage . heraus ergriffenen außerordentlichen Maßnahmen des britischen Handelsfchiffahrtsministeriums bestätigen nur, daß die Schiffsverluste Englands die Grenze des Erträglichen bereits überschritten haben.
Die theoretischen „Möglichkeiten", die bei John Bulls Bemühungen um Ersatz des verlorenen Schiffsraumes eine gewisse Rolle spielen, erweisen sich nämlich bei näherem Hinsehen als völlig unzulänglich. So ist zunächst der Austausch der Handelsschiffe innerhalb des Empire nur in beschränktem Umfange durchzuführen. Für den überseeischen Warenverkehr fallen 36 vom Hundert der britischen Handelsflotte von vornherein aus, da es sich bei diesem Kontingent um Kllstenschiffe im engeren Sinne handelt, deren Einzeltonnagen für Transporte nach dem englischen Mutterland zu niedrig sind. Ferner sind die britischen reinen Passagierdampfer, soweit sie nicht ohnehin als Hilfskreuzer eingesetzt werden, im Warenverkehr kaum zu verwenden, zumal der englische Schiffbau schon seit längerer Zeit der Bevorzugung moderner, mit Spezialeinrichtungen ausgestatteter Liniendampfer gegenüber Tramp- dampfern Rechnung trug. Auch die Tankdampser lassen sich nicht ohne Herbeiführung neuer Schäden aus den Sonderflotten des Empire herausziehen. Schließlich müßten nach einer Unterbindung des englischen Schiffsverkehrs zwischen Auslandshäfen automatisch schwere Devisenverluste für London eintreten. Die an sich schon gesunkene „Schiffahrtsgeltung" Großbritanniens würde derartigen Rückschlägen, wie es sich auch aus anderen Anlässen bald zeigen dürfte, nicht mehr gewachsen sein.
Wie steht es mit dem Ersatz der vernichteten Schiffe durch Neubauten? Hier wirken dem Wunsche als dem Vater des Gedankens gleichfalls unüberwindbare Schwierigkeiten entgegen, da jenseits des Kanals die wirtschaftlichen und arbeitstechnischen, Voraussetzungen zur Anpassung der Bauleistung an den gesteigerten Schisssraumbedarf nicht gegeben sind. Die bedenkliche Lage ist durch folgende Tatsache gekennzeichnet: Vor 1914 war England der bedeutendste Schisfsproduzent der Welt, seit einiger Zeit dagegen zählt es zu den Ländern, die auf Einfuhr von Schiffsraum angewiesen sind. Die Statistik der Stapelläufe weist diese rückläufige Bewegung dahingehend nach, daß im Durchschnitt der Jahre 1934/38 von einhundert Stapelläusen sieben auf britischen Werften erfolgten, während es 1913 zwanzig Stapelläufe waren. So hat sich denn die Zahl der verfügbaren englischen Werftarbeiter in der Nachkriegszeit erheblich verringert: dieser auch in den übrigen britischen Industrien herrschende Facharbeitermangel macht sich um so empfindlicher bemerkbar, als Englands gegenwärtige Baukapa- zität von 2,5 Millionen Tonnen zu mehr als dem vierten Teil für Kriegsschiffneubauten in Anspruch genommen ist. Von einer Auftragserteilung an Auslandswerften muß Britannien 'im großen und ganzen schon deshalb absehen, weil diese den erhöhten Eigenbedarf der vom englischen
MIIIIMIIII,I,I,»I, nimm IHIIII,I,i,i»,i„II,„I,II»,»II, »I,,I,II„„„III
Unser IfsKsssDZeZSi
(Unsers ksukiZs Ziusgalls nmkslll sollt Ssitsn)
Englands Wirtschaftsschwierigkeiten spitzen sich von Tag zu Tag zu.
Erneut wurden an einem Tage über 15 999 Tonnen britischen Frachtraumes vernichtet.
Durch den von England vom Zaun gebrochenen Krieg erlitt Dänemarks Flotte schwerste Schäden. Die Labour Party spricht in einer Unterhaus-Entschließung ihr Mißfallen über Chamberlain aus. Auch der Zensor des britischen Lügenministeriums, Vizeadmiral Usborne, wurde ausgebootet.
Englische und französische Kriegshetzer find weiter aus der Suche nach Schmutzkübeln, um Deutschland und Rußland zu diffamieren.
Die russische Lustwasse unternahm weitere Angriffe auf militärische Ziele in Finnland.
An der Universität Berlin wurde eine auslands- wisscnschastlichc Fakultät eröffnet.
Der Reichsarbeitsminister hat mit Wirkung ab 15. Januar die Urlaubssperre wieder aufgehoben.