Ausgabe 
(4.1.1940) Nr. 3
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Mamas ^TTernImecberü 1118 Ohecnstraße 88, Fernspr. 8 <121 In Syke Mühlendamm Nr. 2

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parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden vurgermeisters der Freien Hansestadt vremen

der Nationalsozialisten Vremens

pmtiiches verkünöungsdlatt des Neichsstattiiatters in oidenburg und vremen

Nr. Z / 10. Jahrgang

Donnerstag, 4. Januar 1940

Linzelpreis 15 Nps.

Wie kngland Frankreich lzmtergelzl

Ver Poilu soll für plbwns Machtgier sterben

Llailg krpceß:Warum will man eine Millionenarmee aufbauen? klwa den sranzosen zuliebe?"

rst. Berlin, 4. Januar.

Die britische Regierung hielt es für notwendig, wieder einmal durch eine Geste den Anschein zu erwecken, als ob sie wirklich bereit sei, den französischen Bundesge­nossen, der bisher zu Lande allein die ganze Last des Krieges zu tragen hatte, wirksam zu unterstützen. König Georg erließ daher, wie bereits kurz gemeldet, eine Proklamation, in der neue Jahrgänge zur Musterung aufgerufen wurden. Die aufschlußreiche Art und Weise, wie die englische Presse diese Proklamation aufgriff, ist jedoch bezeichnend für die Taktik, mit der man in London die von Daladier auf dem seinerzeitigen Kriegsrat in Paris erhobene Forderung nach Entsen­dung erheblicher britischer Truppenverstärkungsn auf 'das Festland behandeln zu können glaubt.

Es bedarf keines Scharfsinns zur Feststellung, daß eine angekündigteMusterung" selbstverständlich keines­wegs das Versprechen, geschweige denn eine Garantie bedeutet, daß die betreffenden Jahrgänge tatsächlich ein­gezogen und an die Front geschickt werden.Die Magi- not-Liwis ist schon genügend bemannt und bestückt", schrieb lakonisch derDaily Expreß", der schon von jeher die Ansicht vertrat, daß es das alleinigePrivileg" des Poilu ist, in den Bunkern zu sitzen und für England zu sterben.

Warum will man also eine Millionenarmee auf­bauen? Etwa den Franzosen zuliebe?" Entrüstet wendet sich das genannte Londoner Blatt gegen diesen nach seiner Meinung absurden Gedanken, an dem nur die Offenherzigkeit seiner Formulierung erstaunlich ist. Man hat es sich in England sehr rasch abgewöhnt, seine schmutzige Wäsche an der Siegsriedlinie aushängen zu wollen. Man besorgt dirs lieber zu Hause, wo es zwar weniger appetitlich wirkt, aber immerhin ungefährlicher ist. Getreu der alten britischen Tradition schlägtDaily Expreß" deshalb vor, zwar zum Schein die Musterungen vorzunehmen, jedoch die Einberufungen zu verschieben.

Typisch ist dabei die Begründung dieses zweifellos der City-Meinung entspringenden Vorschlages. Eine große Armee, so argumentiert nämlich das Blatt, werde das Wirtschaftsleben in nicht wiedergutzumachen­der Weise schädigen. Dies zu verhindern, ist natürlich das egoistische Interesse aller jener jüdisch-kapitali­stischen Kreise, die als gegenwärtige Machthaber Groß­britanniens nur das eine Ziel kennen, Deutschland zu vernichten und an dem von ihnen heraufbeschworenen Krieg gewaltig'e Summen zu verdienen.

Vernon Vartlett, der Leitartikler derNews Chro- nicle", schrieb dieser Tage einen höchst charakteristischen Artikel. Sein Haß gegen die Deutschen, die er als Raufbolde" undinternationale Gangster" beschimpft, ist ebenso infernalisch wie verbissen. Gerade aus diesem Grunde aber erregt er sich darüber, daß Englands Kriegsführung noch keinerlei Erfolge zu verzeichnen hatte, während die Öffentlichkeit systematisch belogen und durch einenunberechtigten Optimismus" ge­täuscht werde. Er beschuldigt die Regierunghalber, verwirrter oder verspäteter Entscheidungen". Das eng­lische Volk hasse zwar den Krieg, es sei aber bereit, zu einer starken Fortsetzung des Krieges beizutragen, be­hauptet Vartlett in erheiternder Inkonsequenz. Es sei

geringe Artillerie- und SpUktrupp-siitigkeit

Berlin, 4. Januar.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

An der Westfront geringe Artillerie- und Spähtrupp- tätigkeit, Grenzüberwachung- und Aufklärungsflüge.

Bei dem Versuch, in die deutsche Bucht einzufliegen,

wurden drei britische Bickers-Wcllrngton-Bomvcnflug- - « ' ? -

zeuge modernster Bauart von deutschen Messerschmitt- kann man die Bedeutung der Autarkieparole für das fluqzeuaen abgeschossen. Auf deutscher Seite sind Wer- faschistische Italien ermessen wenn man sich die natur- luste nicht eingetreten " I lrche Armut des Landes an Rohstoffen, an Kohle, Erzen,

jedoch nicht bereit zuzusehen,wie seine Chancen von ängstlichen alten Männern vergeudet werden, die sich weniger um das Wohlergehen der Bevölkerung aller Nationen kümmern als um die Erhaltung ihrer eige­nen Macht und ihrer eigenen Standesvorteile."

Abgesehen von der bereits erhärteten Tendenz dieses New Chronicle"-Artikels ist es immerhin interessant, daß man sich anscheinend auch in England allmählich Gedanken darüber macht, in welch senilen Händen das Schicksal des Empires liegt. Es ist gewiß eine aus­schließliche Angelegenheit des englischen Volkes, hier­über zu urteilen und vielleicht auch gewisse Konsequen­zen zu ziehen. Uns interessiert vielmehr Bartletts Be­stätigung jener Tatsache, die nicht nur in England und Frankreich, sondern vor allem auch in den neutralen

Ländern als heilsame Erkenntnis wirken mag: Daß es der britischen Regierung nicht um das Wohl und Wehe anderer Völker, um die Verwirklichunghuma­nitärer" und anderermenschheitsbeglückender" Phra­sen geht, sondern allein um die Erhaltung der eige­nen. Macht, die' Durchsetzung des plutokratischen Welt­herrschaftsanspruches und die Ausbeutung aller Natio­nen. 2n einem Punkt hat Pernon Vartlett darum aller­dings recht, wenn er behauptet, daß in diesem Krieg die Befähigung die einzige Qualifikation darstellt". Das deutsche Volk hat in diametralem Gegensatz zum englischen seinenBefähigungsnachweis" längst er­bracht, und es wird ihn auch erbringen, bis den profit- und machtgierigen Kriegshetzern an der Themse Hören und Sehen vergeht.

Segen die Vorherrschaft der Plutokratien

Siornale d'Jtalia" ;u Äußerungen des lemps

wirtschaftlichen Konflikte der Welt verantwortlich seien. In Wirklichkeit habe Versailles den drohenden Sieg der drei gewaltigen asttarkischen Imperien bedeutet. Mit diesem Siege hätten die großen Demokratien an­dere Völker ihrer Lebensrechte beraubt. Zu den reichen Schätzen ihres Mutterlandes, ihrer Imperien und ihrer Kolonien hätten Frankreich und England noch die Deutschland und der Türkei abgenommenen Gebiete hinzugefügt. Frankreich und England redeten nur des­halb nur nicht von nationaler Wirtschaft, weil sie diese bereits auf Grund ihres ungeheuren territorialen Be­sitzes verwirklicht hätten. Um diesen imperialen Wirt­schaftsblock in vollem Maße auszuwerten, hätten aber Frankreich und England denGrundsatz der lebens­wichtigen imperialen Interessen" aufgeteilt, die ge­schützt werden müssen, und deshalb eine Politik der Aufrüstung und der über die ganze Welt verstreuten Flottenstützpunkte sowie der Kontrolle der Zufahrts­und Durchfahrtsstraßen betrieben.

An die Seite ihrer wirtschaftlichen Vorherrschaft ist damit die politische Hegemonie getreten, die, wie die gegenwärtigen Ereignisse beweisen, nicht den totalitären Staate», sondern lediglich den großen plutokratischen Demokratien eigen ist. Diese Hegemonie allein hat vor allem die großen Gegensätze zwischen den Völkern ver­ursacht.

Rom, 4. Januar.

Unter der UeberschristDer Friede und die Freiheit" greift der Direktor des halbamtlichenEiornale d'Jtalia" die Aeußerungen desTemps" auf, wonach eine Befriedung Europas die Freiheit der Wirtschaft zur Voraussetzung habe und die wirtschaftliche Iso­lierung das Haupthindernis sei, das einer Wieder­annäherung der Völker im Wege stehe, um festzustellen, daß das offiziöse französische Organ offenbarein besse­res Europa" als Folge des Zusammenbruchs der auto­ritären Regime und der Wirtschaftsautarkien anstrebe.

Italien, so schreibt das halbamtliche Blatt, erblicke die Uebel, an denen die Welt kranke, in einer ganz an­deren Richtung als der Temps. Was auch immer ge­schehen mag, so schreibt das angesehene römische Blatt, Italien wird das System seiner Nationalwirtschaft ver­teidigen und nicht gestatten, daß man diese innere Ord­nung antastet, die nunmehr einen wesentlichen Teil seines nationalen Lebens ausmacht. Die wirtschaft­liche Selbständigkeit, und das möge sich der Temps ge­sagt sein lassen, ist für Italien der wichtigste Faktor gegenüber den wirtschaftlichen und politischen Gewalt­tätigkeiten der anderen Großmächte.

Das halbamtliche Blatt widerlegt dann das Mär­chen, wonach die.totalitären Staaten durch ihre Autarkiepolitik für'die Krise und die politischen und

ks geßt um die nackte tristen;

Autarkie und freikeit Probleme, die Seutschland und Italien gleichermaßen betreffen

i<l. Berlin, 4. Januar

Der Aufstieg des italienischen Imperiums ist eng ver­knüpft mit seiner sehr energisch erstrebten wirtschaft­lichen Unabhängigkeit des Landes, deren Notwendigkeit durch den wirtschaftlichen Erdrosselungsversuch der de­mokratischen Sanktionen 1930/36 dokumentiert wurde. Es gehört zu den wichtigsten politischen Grundsätzen des Faschismus, daß die völlige wirtschaftliche Freiheit die wichtig st e Voraussetzung einer vollkommenen politischen Unabhängigkeit ist. Mussolini setzt diese- Er­kenntnis mit leidenschaftlicher Energie in die Tat um, die nur dann ganz zu verstehen ist, wen man einmal Italiens geographische Lage betrachtet. Vom Duce selbst wurde Italiens Position mit dem WortGefangener des Mittelmeers" deutlich präzisiert. Zum anderen

Neue englische Lügemoahe

See finnisch-rusfische Konflikt muß kerkalten Sinnlose Verdächtigung der klaren deutschen kaltung

Berlin, 4. Januar.

Das englische Liigenministerium, dessen Propaganda- walzen so abgespielt sind, daß kein Mensch ste mehr hören mag, geschweige ihnen glaubt, hat sich in seiner Hilflosigkeit neuerdings den finnisch-russischen Konflikt ausgesucht, um Deutschland einer unklaren Haltung zu verdächtigen.

So werden zur Zeit von England und Frankreich in die europäische Presse Meldungen lanciert, wonach Deutschland Finnland mit Waffen unterstütze, wahrend gleichzeitig dieselben Quellen verbreiten, daß NuMnd Deutschland um militärische Hilfe gebeten und Deutich­land diese Hilfe in Gestalt von Offizieren, Technikern und Kriegsmaterial nach Rußland entsandt habe.

Bei der Lächerlichkeit dieser Propagandamethoden erübrigt es sich, darauf hinzuweisen, daß alle die je Be­hauptungen völlig aus der Luft gegriffen sind. Sre be­weisen lediglich die plumpe Art, mit der England er­neut versucht, die klare deutsche Haltung im fnnnich- russtschen Konflikt der Zweideutigkeit zu bezichtigen, um hierdurch bei den Neutralen Verwirrung z» stiften und sie durch solche dunklen Machenschaften für die Ziele der Westmächte einzuspannen.

KintergriinSe eines Sotschafterurlaubs

dos. Amsterdam. 4. Januar.

Die Abreise des britischen Botschafters Seeds aus Moskau, der z«r Berichterstattung nach London gerufen

worden ist, wird von der englischen Presse als ein un­bedeutender Vorgang hingestellt, dem keinerlei po­litische Bedeutung Leizumessen sei: DieTimes" schrei­ben beispielsweise, der Botschafter sei urlaubsreif, da er über ein Jahr keinen Urlaub mehr gehabt habe. In Wirklichkeit ist Seeds jedoch nach London beordert wor­den, um Material für die bevorstehende Veröffent- lichunq eines Weißbuches zu liefern, das die englisch,- russischen Beziehungen behandeln soll,

Seeds hat an der Themse viele Feinde, da maßgebende Politikm: ihn in erster Linie mit für die schwere Ab­fuhr veranwortlich machen, die die britischen Unter­händler seinerzeit im Kreml bezogen. Es besteht kein Zweifel, daß er schon lange von seinem Posten abberu­fen worden wäre, wenn nicht die für England unerfreu­liche Situation einen solchen Schritt verboten hätte. Daß der Botschafter vor seiner Abreise noch eine leb­hafte Aussprache mit Außenkommissar Molotow gehabt hat, wird von den Blättern vollkommen unterschlagen. Holländischen Meldungen zufolge soll Molotow sich bei der Gelegenheit heftig über die britische Einmischung in den Finnenkonflikt und über die antirussische Haltung in Genf beschwert haben: Molotow soll dabei erklärt haben, daß sich die Beziehungen zwischen den beiden Staate» noch weiter verschlechtern würden, -wenn Eng­ladn seine rußlandseindliche Politik nicht ärgere.

Petroleum, aber auch an anbaufähigem Boden im Ver­hältnis zu der steigenden Bevölkerungszahl vor Augen hält.

Härter fast als die Verwirklichung des politischen Erotzmachtanspruches Italiens im 19. Jahrhundert ist der heutige, bereits von so viel Erfolgen begleitete Kampf die dauernde und endgültige Sicherung der wirtschaftlichen Eroßmachtstellung zu unterbauen und zu vervollkommnen, Berücksichtigt man diese Voraus­setzung der italienischen Autarkiepolitik, dann wird klar, daß Angriffe gegen die'Autarkiebestrebungen der tota­litären Staaten, wie sie in diesen Tagen der offiziöse Temps" unternahm, von Italien als Angriff und Dro­hung gegen seine Stellung betrachtet werden und eine entsprechend scharfe Reaktion hervorrufen. In diesem Sinn ist die Antwort Gaydas an denTemps" zu wer­ten, die wir Deutschen Wort für Wort unterschreiben können, Gayda hat dabei die ganze Verlogenheit der angeblichen wirtschaftlichen Freiheitsparolen aufgedeckt, mit denen die Plutokratien jetzt gegen die jungen Völ­ker bei den Neutralen hausieren gehen. Wie es wahr ist, daß für die jungen Nationen die Autarkie eine Vor­aussetzung ihrer Freiheit ist, so ist es nach italienischer Ausfüllung nicht minder wahr, daß sich hinter den wirt­schaftlichen und politischen Anmaßungen der Westmächte, wie sie imTemps" zum Ausdruck kommen, nacktes egoistisches Hegemoniestreben derer verbirg:, die ihre imperialc Autarkie" auf Kosten der bevolkerungstar- ken, jungen, arbeitsamen Nationen längst verwirklicht haben und durch das Versailler System für alle Zeiten z« erhalten trachteten. (Fortsetzung auf Seite 2)

knglandfalirt rodesfakrt

Stockholm, 4. Januar.

An der Ostkiiste von England ist vor einigen Tagen der schwedische DampferLars Magnus Trozclli" (140» Tonnen) aus Norrköping auf eine Mine gelaufen und gesunken. Die Explosion erfolgte im Achterschiff und war so heftig, daß das Schiff auseinanderbrach und innerhalb kürzester Zeit sank. Bon der 22 Mann starken Besatzung wurden 15 Mann von einem anderen Schiff aufgenommen. Der Rest scheint ums Leben gekommen zu sein. Die gerettete Besatzung traf am Dienstag in Bergen ein, wo sie über den Untergang des Schiffes Bericht erstattete.

Der schwedische DampferKjell Villncr" (Eotenburg, 844 Tonnen) strandete in der Nacht zum Sonntag in der Nähe von Svartcskäer. Dem Schiff scheint keine unmittelbare Gefahr zu drohen.

Reval, 4. Januar.

In der Nordsee ist der estnische DampferMina" (1172 Tonnen) mit 17 Mann Besatzung anscheinend in­folge Auslaufens aus eine Mine gesunken.

Die <tes öeikvs-e«»

Politische Erfolge und ihre Vorbedingung

In einer der Römeroden des Horaz, deren ftaats- politische Bedeutung der große Historiker Mommsen schon vor Jahrzehnten in einem grundsätzlichen und be- ziehungsreichen Aufsatz niedergelegt hat, wird neben den allgemeinen Kriegstugend'en auch das Schweigen in dem denkwürdigen Vers gefeiert:Auch treues Schweigen findet seinen sicheren Lohn!"

In einem überwundenen Zeitalter, in dem die Deut­schen über alles und jedes in einer falsch verstandenen Freiheit sprachen, fiel es den gelehrten Erklärern schwer, die Mahnung des Horaz in einem ursächlichen Zu­sammenhang mit den gepriesenen Soldatentugenden der Opferfreudigkeit, der Härte und der inneren Festigkeit zu bringen. Die Mahnung zum Schweigen konnte Ho­raz nur an die Beamten und Vertrauten des Augnstus gerichtet haben, so meinten die allermeisten.

Heute, da Deutschland einen ähnlichen Kampf durch- ficht, wie einst das nationale Rom gegen den volks- fremden Einfluß des Orients, wird manche Beziehung deutlicher: Horaz rechnete.Schweigen ganz allgemein zu den Kriegstugenden; Schweigen ist im Kriege notwen­dig, für die Regierung notwendig für jeden einzelnen Volksgenossen, Die Behauptung des Römers, der im Dienst des großen Augustus stand, wird für uns Deutsche klar, wenn wir uns die Zeiten während des Weltkrieges vor Augen stellen: Politische Rührigkeit war mit po- litischep Redseligkeit verbunden. Der Kampf der Mei­nungen spiegelte sich wieder in parlamentarischen Rede­duellen und parteigebundenen Zeitungsartikeln zur Freude und auch zur Orientierung des dankbaren Aus- landes. In diesem-Zusammenhang ist es wertvoll, an eine Tatsache zu erinnern, die in der deutschen Oeffent- lichkeit wenig bekannt ist: Als die Franzosen nach dem Waffenstillstand in Straßburg einzogen, rühmten sich einige elsässische und lothringische Abgeordnete laut und offen, die Ergebnisse der geheimen Besprechungen der Fraktionskonferenzen über die Schweiz nach Frankreich geleitet zu haben. Sicherlich ist auf diesem Wege man­ches zu Öhren der Feinde gedrungen, was die Landes­verteidigung schwer gefährdete. Aber die Gepflogen­heiten des Reichstages verlangten in öffentlichen und geheimen Sitzungen eine Aussprache über alle wich­tigen Fragen des Krieges und der Kriegsfllhrung. Schweigen, das damals, wie das Beispiel der landes- verräterischen Abgeordneten beweist, so notwendig ge­wesen wäre, war eine politische Unmöglichkeit.

Die Geschlossenheit des nationalsozialistischen Staa­tes hat diese Gefahr endgültig beseitigt. Die politischen Erfolge der letzten Zeit, die sich unter dem Gesetz des Schweigens so rchch und so sicher herausstellten, bewie­sen die Richtigkeit, dieser Auffassung. Schweigen ist das höchste Gebot in der Gemeinschaft des deutschen Volkes, das gezwungen ist, seine höchsten Güter mit den Waffen zu verteidigen. Wer sich als Deutscher gegen die Schwei­gepflicht versündigt, handelt unverantwortlich und dumm zugleich. Wir wissen, daß die Feinde in einer Zeit, in der die. deutsche Regierung durch sinnvolles Schweigen sich die politische Handlungsfreiheit nach allen Seiten wahrt, nur darauf lauern, diese oder jene Nachricht zu erfahren untn auszuwerten. Mancher Wich­tigtuer, der immer und immer wieder seine aufrichtige Vaterlandsliebe versichert, kakn es sich nicht verkneifen, diese oder jene Tatsacheunter dem Sieg«! der Ver­schwiegenheit" an Freunde und Bekannte weiterzugeben. Diese aber verbreiten ihre Neuigkeit ebenso wichtig­tuerisch wie ihr Gewährsmann so lange und so oft, bis sie alle Welt und auch der Feind kennt. Den Scha­den hiervon hat das Vaterland, wenn auf diesem Wege dem feindlichen Ausland Dinge bekannt weiden, die jeder Einsichtige verborgen hält.

Mit denselben Schwätzern rechnet der feindliche Ge­heimdienst, wenn er Nachrichten verbreiten will, die ihre Wirkung auf die Stimmung des deutschen Volkes ausüben sollen: plötzlich taucht eine Nachricht auf, die der Aengstltche dem Aengstlicheu oder der Böswillige dem Böswilligen anvertraut. Diese Nachricht mag noch so widersinnig sein, sie findet sicherlich ihre Verbreiter, ^ede derartige Flüsterpropaganda, sie mag beabsichtigt oder unbeabsichtigt, leichtfertig oder bösartig sein, zer- stört die Arbeit und die Fürsorge derjenigen Deutschen, denen das Wohl des Vaterlandes höchste Pflicht ist Vorsorgliches Schweigen und, wenn es notwendig wird energische Zurechtweisung unverantwortlicher Schwätzer wird besonders in den Zeiten des Krieges zur Not-

immmlkiiimmiiliiiiilmmimuimilimmmmrilmmmmmiimmrmrilimttmii

Unser Vsgssspssgsl

(Unsers ksiikigs Lmsgads nmksllt aodt Zeiten)

Die Londoner Liigenzentrale bemächtigt sich jetzt auch des fnnnsch-russischcn Konfliktes zu einer sinn- lo,en Verdächtigung Deutschlands.

Die Bevölkerung Deutsch-Ostafrikas denkt nicht lasieü' ^ ben britischen Krieg hineinzerren zu

Englische Zeitungen geben offen zu, ihre Nüstungs- anstrengungcn nicht den Franzosen zuliebe zu ver­stärken.

Washington protestiert gegen die Beschlagnahme amerikanischer Post.

Eiornale d'Jtalia" wendet sich scharf gegen die Vor­her!,chaft der Plutokratien.

Es werden jetzt auch Vergütungen für Schwestern- helferrnnen und Helferinnen, die bisher ehrenamt­lich tätig waren, gewährt.

DerKaperkrieg der HJ.« ergab fast S Millionen Reichsmark.

Für den Amtsgerichtsbezirk Bremen wurde ei«, Amtsanwaltschast gebildet.

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