Ausgabe 
(21.2.1940) Nr. 51
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

erscheint 7mal wöchentli ch Monatsbezug Mt 2LV einschl. Zu­stellgebühr? PostbezuySprel« monakl. 2/30 E (einschl. 28,7 sAk Post. zelkungsgebühr) zuzügl. 42 Be­stellgeld. BezugSpre!« Ist im voraus ahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreise«. Verlag: NS.-Gauverlag Wcser- EmS GmbH., Bremen, Geeren 6-8. Fernspr.: 54121, Nachtr. u. Sonntg. 51115. vprech z.: Verlag: werktl. 12—13 Uhr? Schriftleltung Diens­tag und Freitag 12Vr—13V, Ubr.

vremer ZM

parteiamtliche Tageszeitung

Vv9 Amtsblatt des Negierenden VÜrgermeisters der Freien Hansestadt vremen

der Natio

flmlliclies Verkülidungsblat^

Änzesge» - Tru

Die 1 nun Zeile lm

78,

triset breite

^ ^ Visgke

Dn-

^ ^ EeschüftS-

vo> >x." ^ ^^cke n : Am Geeren

^ 5 41 21. Nachtruf

^^mgS: Fernsprecher 51115? ^ ^^Eraße 88, Fernspr. 5^4121.

In Svke. Mühlendamm Nr. 2.

Wen Bremens

ieichsstaltiialters in Oldenburg und Lremen

7lr. 51 / 19. Jahrgang

Mittwoch, 21. Februar 1940

kinzetpreis 15 Nps.

Piratenfall tossak nur ein Auftakt

-MLErL.L-

kngUscher Kreuzer erneut auf der Lauer

Zynisches kingeftandnis der britischen Meuchelmörder — Was kngland „fair nennt

Amsterdam, 21. Februar.

In der „Daily Mail" heißt es zu dem ruchlose» Uebcrsall englischer Seestreitkräste aus die „Altmark": „Was sür ein Notenaustausch auch stattfinden mag, wir hossen, daß es der Welt klargemacht werden wird, daß England künftig unter den gleichen oder ähnlichen Umständen genau so han­deln wird, wie in diesem Fall, nämlich fest, furchtlos „fair" und damit mit dem unabänderlichen Entschluß, die Freiheit unter der englischen Flagge zu wahren."

Kopenhagen, 21. Februar.

Der dänische Rundfunk gab Dienstagabend unter Bezug­nahme auf eine italienisch« Quelle eine Meldung wieder, wo­nach «in englischer Kreuzer der swuthalnptvMass« vor der norwegischen Küste stationiert worden sei, zweisellos zu dem Zweck, sich für neue Neutvalitätsbrüche bereit zu halten.

Eindeutiger und aggressiver konnte es das Londoner Blatt den Neutralen wirklich nicht zu verstehen geben,

worauf die unverschämten britischen Piratenaktionen, die ein ausgeklügeltes System der Völkerrechtsverletzun­gen darstellen, hinauswollen: die gesamte neutrale Welt soll unter den brutalen Druck der Heckenschützen, Mordbanditen, Plünderer und Maulhelden vorn Schlage Churchills und seiner hatztriesenden „Cossak"- Mannschast gestellt werden! Das im Jössing-Fjord von der britischen Admiralität befohlene (!) Verbrechen wird, obschon in der gesamten Kulturwelt auf das schärfste verurteilt, ohne jede Verschleierung der ver- abscheuungswllrdigen Motive des Vorgehens der Plu- tokraten sogar noch als Signal zu weiteren hinterhältigen Uebergriffen bezeichnet. So bringt es jedenfalls „Daily Mail" der noch vom Drama an der norwegischen Küste heftig erschütterten nicht- plutokratischen Öffentlichkeit frivol zur Kenntnis. Tatsächlich hat sich denn auch bereits ein englischer

Kreuzer, wie unser Kopenhagener Mitarbeiter im An­schluß an das Londoner Pressezitat meldet, zur Aus­führung einer neuen Schandtat vor der norwegischen Küste auf die Lauer gelegt. Die Frage liegt nahe, wie die Neutralen die ihnen mit provozierendem Zynis­mus angekündigte Fortsetzung der britischen Seeräuber­streiche zu parieren gedenken. Die freche Aeußerung der „Daily Mail" läßt den sogenannten kleinen Staa­ten keinen Raum und keine Zeit mehr für irgendwelche Zweifel über den Ernst der von England ebenso robust wie planmäßig geschaffenen kritischen Lage. Werden nun die unmittelbar bedrohten neutralen Staaten zur sichernden Tat schreiten? Werden sie alle ihre Kräfte auf die. gemeinsame aktive Verteidigung ihrer von der Londoner Piratenregierung mit Füßen getre­tenen Rechte zu konzentrieren? mü.

Srontsteim - Zielstafen für Truppenlandung

Sie englischen Interventionsplüne — Hintergründe eines Hore-velislras-flrtikels

fler Vestrmaäiksberichr

Berlin, 21. Februar.

Das Lberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Südost- wärts Buscndors aus französischem Boden vernichtete ein Spähtrupp' einen feindlichen Lastkraftwagen mit etwa zwan­zig Mann. — Die Luftwaffe sührte Ausklärungssliigc bis in die nördlich« Nordsee durch.

englischer ranker torpediert

> Rom, 21. Februar.

Der britische Petroleumdampscr „Jmperial Transport" (8022 BRT.) ist torpediert worden. Das Schiff wurde in zwei Teile gespalten. Die Besatzung hatte aus dem rückwärtigen Teil Zuflucht gesucht und wurde nach drei Tagen von einem Kriegsschiff gerettet. — Das dänische Motorschiss „Tietgen" ist in Aarhus durch einen Brand zerstört worden.

Zwei weitere dampser untergegangen

Amsterdam, 21. Februar.

Reuter meldet aus London: Unter den neutralen Schissen, die in der vergangenen Woche sanken, befanden sich auch zwei Schisse, deren Untergang bis jetzt nicht gemeldet worden war, und zwar ein finnisches und ein norwegisches Schiss. Bei dem finnischen Schiss handelte es sich um den Dampfer „Wilja" (6672 BRT.), der infolge einer Explosion unter­ging. Die ganze Besatzung wurde gerettet. Das norwegische Schiss hatte den Namen „Sangsta d" (4297 BRT.). 28 Mann der Besatzung und ein Passagier wurden gerettet.

wieder Flieger über kngland

Irre. Kopenhagen, 21. Februar.

Der frühere englische Kriegsminister Höre Belisha setzt , sich in einem Artikel im „News os the World" mit allein Nach­druck für eine aktivere Hilfe Englands sür Finnland ein. Sicherlich sei, so schreibt Belisha u. a., die bisherige Unter­stützung der Alliierten für Finnland, indem sie den Kauf gewisser Niistungsgegenstände und die Entsendung von Frei­willigen zuließen, nicht alles, was sie tun könnten.

Höre Belisha verweist dann aus die Bedeutung der schwe­dischen Erzlieferungen für Deutschland. Könnte man Deutschland dieser Lieferungen berauben, so würde der Fähigkeit Deutschlands, den Krieg fortzusetzen, eine zeitliche Grenze gesetzt sein. Unter Hinweis auf Artikel 16 der Völkerbundssatzung, der das Durchmarschrecht sür Trup­pen vorsteht, meinte Belisha, daß Norwegen ein treues Mit­glied des Völkerbundes sei und daß England und Frankreich das Recht hätten, die jüngste Entschließung des Völkerbundes auch so auszulegen.

Wenn England jedoch diese Gelegenheit verpasse, dann würde Englands Sache nur noch in trübem Licht erscheinen und die Aufgab« der Alliierten schwerer werden. Einstweilen seien

England und Frankreich in der Defensive. Jetzt sei jedoch die Zeit gekommen, den Krieg wirklich auszukämpfen.

Zwei Zensurlücken in Höre Belishas Propagandaartikel für eine Skandinavien-Intervention betreffen, wie in englischen politischen Kreisen verlautet, die praktischen Vorschlage des -jüdischen Exkriegsministers für die Nebersührung der von ihm vorgeschlagenen Truppen nach Skandinavien. „News Ehroniole" hat bereits handgreiflich angedeütet, was für eine Bewandtnis es mit diesen Empfehlungen haben dürft«, denen bei Höre Belishas vielmonatiger prominenter Mitarbeit im Kriegskabinett und seiner heutigen einflußreichen Berater- stellung sowie bei seiner Kenntnis intimster Vorbereitungen und Pläne die größte Bedeutung zukommt. Höre Belisha sucht nämlich sür eine Verletzung der norwegischen und schwe­dischen Neutralität Stimmung zu machen. Zm letzten Augen­blick scheinen der englischen Zensur Bedenken gekommen zu sein, und sie veranlaßte die Streichung der heiklen Stellen.

In dänischen Kreisen mit guten Verbindungen zu England verlautet, daß die englischen Pläne, die Höre Belisha beinahe verraten hätte, daraus hinauslaufen, den norwegischen Hasen Drontheim als Zielhasen sür Truppenlandungen und als Umschlagplatz für Kriegsmaterial zu benutzen, da von hier aus günstige Bahnverbindungen über Schweden nach Finn­land führen.

Kotzt entkräftete Kalifar

krr. Kopenhagen, 21, Februar.

Nach englischen Meldungen haben deutsche Flugzeuge am Dienstag die englische Küste insbesondere vor Susfolk und Northuinberland überflogen. Am Montag seien deutsche Flug­zeuge vor der Nordostkiiste Schottlands gesichtet worden.

englische Sreuelmeldungen widerlegt

Reval, 21. Februar.

Im Zusammenhang mit der Bsrsenkung des estnischen Dampfers „Linda" in der Nordsee wurde von englifcher Seite die Nachricht verbreitet, die Besatzung der „Linda sei selbst in den Rettungsbooten noch von einem deutschen Flugzeug beschossen worden, wobei ein Mann getötet, der Kapitän und mehrere andere leichter verletzt worden seien. Diese Nachricht war von der estnischen Presse säst durchweg kritiklos gebracht worden, was zu einer Richtigstellung von deutscher. Seite Anlaß gab. Nunmehr sind 10 Mann der Besatzung unter Führung des Zweiten Steuermannes mit dem estnischen Dampfer „Estonia" aus Stockholm in Reval eingetroffen, während der Kapitän, der Erste Steuermann und ein Heizer der „Linda" sich noch IN Norwegen un Kran- kenhauS befinden. Auf die Frage, ob die Besatzung nach der Versenkung des Schisses von einem Flugzeug aus beschossen worden sei, erklärte der Zweite Steuermann der „Linda kategorisch: „Nein, wir haben kein Flugzeug gesehen. Auch geschossen hat aus uns niemand. Der Tod eines Mannes der Besatzung sei durch einen Herzschlag herbeigesuhrt worden. Der Kapitän und die übrigen In Norwegen in Krankenhaus- behandlung verbliebenen Mitglieder der Besatzung der „Linda" haben sich nach Aussagen des Zweiten Steuer- mannes ihre Verletzungen der den Rettungsarbsiten zu­gezogen.

0er norwegische flußenminister über den britischen piralenstreich

Berlin, 21. Februar. In der Storting-Sitzung gab der norwegische Außenminister ,th eine Erklärung über den britischen Angriff aus die Altmark" ab, wobei er eingangs unterstrich, daß sich die englischen Kriegsschiffe einer groben Verletzung der norwegi­schen Hoheitsgcwässer, der norwegischen Neutralität und Sou­veränität schuldig gemacht hätten.

Nachdem er daraus hingewiesen hatte, daß es der „Alt­mark" gelungen war, auf dem Wege von Südamerika bis nach Norwegen den Engländern zu entkommen, > gab der Außenminister eine ringelnde Schilderung dieses unerhörte­sten englischen Völkerrechtsbruches. In diesem Zusammenhang betonte er nachdrücklich, daß aus den Protest des Komman­danten eines die „Altmark" begleitenden norwegisü>en Tor­pedobootes gegenüber dem Verlangen der Engländer, an Bord der „Altmark" eine Prisenmannschait zu entsenden, der nor­wegische Kommandant zur Antwort bekam, .daß „die Eng­länder von ihrer Regierung den Befehl erhalten hätten, die englischen Gefangenen von der „Altmark" herunterzuholen, wie sehr auch die norwegische Regierung dagegen protestieren sollte," Der Außenminister kam bann auf den deutschen Pro­test zu sprechen. Deutschland habe gegen die englische Neutrali- tktsvsrletzung und dagegen protestiert, daß die norwegische Regierung den deutschen Schissen nicht genug Hiisc zuteil werden lasse. Dazu sei nichts anderes zu sagen, als auf die große Nebermacht hinzuweisen, der sich die norwegischen Kriegsschiffe gegenüber fanden.

Außenminister Koht erwähnte sodann, daß der Minister­präsident dem englischen Gesandten in Oslo gegenüber die stärkste Entrüstung über die grobe und unentschuldbare Ver­letzung norwegischen Hoheitsgebietes zum Ausdruck gebracht

fluch Frankreich drolzl mit Intervention

pariser wulausbrüche — per.'iSe Forderungen an Schweden

m. Brüssel, 21. Februar.

.Die Alliierten müssen sich früher oder später fragen — d i« früher um so besser — ob ,ie recht tun, Neutralitäten respektieren, die sich selbst nicht respektieren können oder llcn" Dieser Satz findet sich rm „Excclsior und ist an Adresse der skandinavischen Länder gerichtet, die von der nröiilckcn Presse in der unverschämtesten Wc,,e getreu dem Kto nicht der Mörder, sondern der Ermordete ist schuldig" ' Der'letiuna der Neutralität bezichtigt werden. Die Alliier- ' erklärt das Pariser Blatt, hätten die Pflicht, das durch ' passive Neutralität" der skandinavliche» Lander gestörte cichgcwicht wiederherzustellen!

Die nochmalige Erklärung des schwedischen Königs vor dem -ckholmer Ministerrat. daß Schweden sich ,n den sinnisch- lMckwn Konflikt weder einmifchen wolle noch könne, hat Par7s regelrecht Wutansbrüstfe ausgelöst. Es gebe Jnter- m — schreibt der alte Kriegshetzer Pcrtinar „n „Ordre über diejenigen Schivedens hinausgingen und verteidigt rden müßten Die Westmächte konnten deshalb eine „statische utralität" nicht dulden. Aus deutsch heißt das. daß Paus i IkonMnaviscken Ländern beweisen will, daß ihre Ncutral,- nicht ^ntereiie der Westmächt« liegt und diese daher villt sind. sich -Mach darüber hinwegzusetzen.

Auch der Chauvinist Kerillis bestätigt dies in einem Hctz- artikel der „Epoqne", wenn er scheinheilig fragt, wie es nur möglich sei, daß Schweden und Norwegen nicht verstünden, daß die einzige Chance sür die Bewahrung ihrer Unab­hängigkeit, in der von den Alliierten verteidigten Sache liege? Ein siegreiches England und Frankreich würden niemais ihre Rechte antasten. (Eine angesichts des „Cossak"-Berbrechens besonders dummdreiste Lüge.) Der Ausging des Krieges aber könne in wertem Ausmaß von der Haltung abhängen die die skandinavischen. Staaten einnehmen würden. Die Erkenntnis also allein mit Deutschland nicht fertig zu werden, treiben die Alliierten dazu, die Neutralen zu vergewaltigen, um dem Krieg um jeden Preis eine größere Ausdehnung zu geben.

Oeuvre" erklärt mit drohendem Ton, die Alliierten könn­ten nicht zulassen, daß die Neutralität zur Tarnung von Hinterhalten diene Die an Norwegen gerichtete Drohung der Activ» Francaisc" wird noch um einen Ton deutlicher, wenn sie erklärt, der Krieg nähere sich Skandinavien in gefährlicher Weise. Das Bild der sranzösischen Presse wird abgerundet durch einige scheinheilige Bemerkungen, wie z, B. die des „Matin", der erklärt, wenn Schweden und Norwegen ange­griffen würden und um Hilsc rufen sollten, würden Frank­reich und England diesem Rufe sofort folgen. Hier scheint der Wunsch der Baker des Gedankens zu sein.

habe und stellte zu den Verteidig,ingsversuchcn des englisck Gesandten eindeutig s-st, daß das deutsche Schiff in jcd Falle das Recht hatte, norwegisches Gebiet zu passieren, gäbe überhaupt kein Bölkerrcchtsgcsetz, welches einer lricgsi renden Macht verbiete. Gefangene durch neutrales Gebiet führen. Hinfichtlich der lügnerischen Unterstellungen des ei lische» Gesandten, daß Norwegen deutsche U-Boote aus n wcgischem Gebiet hätte operieren lassen, verwies der Auß »„nister auf seine Erklärung vom 18. Januar, wonach ni der geringste Beweis dafür bestehe, daß irgendein Schiff nerhalb der norwegischen Hohcitsgewässer torpediert Work fei. Er erwähnte hierbei auch die deutsche Erklärung v 14. Februar, daß kein deutsches U-Boot zu der fraglichen Z in diesem Scegcbiet zugegen war und fügte hinzu daß seitens Norwegens von der englischen Regierung erbetenen , geblichen Beweise bis heute nicht zu erhalten gewesen seien.

Koht entkräftete dann jedes einzelne der Argumente Lord Halifax bei der Unterredung mit dem norwegischen < sandten in London vorgebracht hatte und bezeichnete die ei lischen „Klagen" als völlig grundlos. Es schiene so schloß Außenminister Koht diese Betrachtung, daß die englische t gicrung offenbar glaube, sich sowohl über die Rücksichten > -das Völkerrecht, als auch über die Rücksichten aus einen II ncn Staat hinwegsetzen zu können, was im offenen Wid spruch zu den Prinzipien stehe, die gerade England so feierlich verkündet habe.

Im Kugelregen der Meuchelmörder

Wie die Einwohner don. Jössinghavn den feigen Mordüberfall erlebten

Oslo, 21. Februar

Ueber das Vorgehen der Engländer bei dem Uebcrsall Jossingsjord berichtet „Tagbladet" noch Einzelheiten: Fossil havil ist ein kleiner VerbinLungshascn einer Titancrzgru Da in den letzten 14 Tagen leine Verschiffungen stattgesun! haben, war das Eis im Fjord ungcsähr lN Zentimeter sto Die „Altmark" hatte jedoch leine Schwierigkeiten die Eisd, zu durchbrechen und drehte bei der Kaianlage in der inne, Fjordbucht bei. Die breite Fahrrinne, welche die „Altma ins Eis gebrochen hatte, zeigte dem englischen Kreuzer ! Weg, so daß er ohne jede Lotscnthilsc direkt zur Altma in den Fjord hinciiistcuern konnte. Die Bewohner von I nnghavn wurden durch Schüsse. Lärm und Schreie alarmie ,lc konnten »n hellen Licht der Scheinwerfer das Entern Engländer aus die „Altmark" und das weitere grauenvr Drama bis in setze Einzelheit verfolgen. Ein Rcttungsbo das von der „Altmark" hcruntergelassen war, schlug um. 1 deutschen Seeleute wollten schwimmend und teilweise iil das Eis lausend das Land erreichen, während ihnen die .1 geln der Engländer um die Ohren pfiffen. Aus der kurz Strecke vom User bis zur Landstraße sind deutliche Blutspui zu sehen. Zerschossen und blutend versuchte einer der Ti­schen, kriechend den Weg zu erreichen. Er wurde später in l Krankenhaus gebracht. Ein norwegischer Marincsoldat I Deckung hinter einem Hause suchte, wurde von dem Scheinw serlicht ersaßt und erhielt einen Schutz in die Hand. V> deutsche Matrosen fanden Unterkunft in den Häusern der » liegenden Ortsebaiten. Sie waren völlig durchnäßt. Die n wcgische Bevölkerung nahm sich ihrer hilfreich an.

Die „Altmarl" liegt aus Grund. Ten Eingang des Fjor! bewachen drei norwegische Kriegsschiffe.

Anschauungsunterricht für die Neutralen

Die britische Presse, die allen Anlaß hätte, schamvoll über den niederträchtigen Piratenakt der „Cossak" zu schweigen, schwelgt stattdessen in den tollsten „Sieges"- hymnen auf den „Husarenstreich" des Zerstörers, dessen „Heldentum" in überschwenglicher Weise gefeiert wird. Nichts kennzeichnet mehr den moralischen Tiefstand der Plutokratien. Wenn hier überhaupt von einem Husa­renstreich die Rede sein kann, dann gebührt dieser Ruhm der „Altmark", die sich monatelang auf gefahrvollsten Wegen vom Südatlantik bis nach Südnorwegen durch­schlug, wo sie unter brutaler Verletzung der norwegi­schen Neutralität im Jössingfjord überfallen wurde. Wenn eine Uebermacht von sechs Kriegsschiffen einem Handelsdampfer auflauert dessen wehrlose Besatzung mit Maschinengewehren, Pistolen und Handgranaten überwältigt, dann ist dies wahrhaftig kein Heldentum, sondern feiger Meuchelmord! Um ihn zu vertuschen, wird jetzt von Reuter behauptet, daß die „Altmark" — die sich im Jössingfjord in Sicherheit bringen wollte! — die Feindseligkeiten gegen den (angreifenden) Zerstörer begonnen und auf die Entermannschaft geschossen habe. Am gleichen Tage ging jedoch über den Londoner Rund­funk der Bericht eines der britischen Piraten, der schil­derte, ioie die Engländer auf das Deck der „Altmark" stürmten, deren Besatzung keinen größeren Widerstand geleistet habe. Es sei deshalb mehr ein Versteckspiel ge­wesen, das an eine Rattenjagd (!) erinnerte. Diese zynische Darstellung der Ermordung Wehrloser kennzeichnet nicht nur die Vertiertheit der britischen Banditen, sondern straft auch alle anderen Behauptun­gen Lügen. Auch diejenigen des Lord Halifax, der sich neben lächerlichen Beschuldigungen der norwegischen Regierung die verlogene Ausrede leistete, die briti­schen Gefangenen seien aus der „Altmark" wie Hunde behandelt worden. Bekanntlich haben die astgeblich Mißhandelten ausdrücklich dem deutschen Kapitän für ihre korrekte und anständige Behandlung gedankt. Aber davon will man in England nichts wissen. Man lügt und erfindet Greuelmärchen, um sich an ihnen als „Sie­ger" berauschen zu können. Jedem anständigen Men­schen treibt eine solche Verworfenheit und Roheit die Schamröte ins Gesicht. Englands Minister haben es sich selbst zuzuschreiben, wenn man heute in der Welt nur noch mit Abscheu von ihnen' spricht!

Was der Anschauungsunterricht von mehreren. Jahr­hunderten Weltgeschichte nicht vermocht hat, das hat jetzt jedenfalls der Fall der „Cossak" erreicht. Die eng­lische Brutalität, die eine Schranke in moralischen Nor­men, rechtlichen Satzungen und Kodifikationen des Völ­kerrechts nicht kennt, liegt offen zutage, und es gibt kein neutrales Land, das nicht mit Entsetzen die Meldungen über die grobe Verletzung der norwegischen Neutralität kommentiert hätte. Daran ändert nichts die Tatsache, daß in der Schweiz und Holland gewisse Blätter, deren moralische oder finanzielle Bindungen nicht näher un­tersucht werden sollen, sich zum Sprachrohr englischer Gegenstöße gegen das Uebermaß ihrer Schuld machen. Aber weder die Entlastungsversuche, die die offizielle englische Politik unternahm, yoch jene, die den Umweg über bezahlte „neutrale" Organe wählen, haben dem englischen Rechtsbruch auch nur einen Bruchteil von seine Schwere nehmen können.

Ein Schwall von Schlagworten strömte aus den be­kannten Londoner Quellen. Man sprach von einem „illegalen Gefangenentransport", von „nachlässigem Verhalten der norwegischen Behörden", oder gar von einer „Wiederherstellung des mißbrauchten Rechtes durch die „Cossak", man scheute sich nicht, nach erprob­ter Technik rührselige Geschichten von dem Todesmut und der edlen Menschenliebe britischer Offiziere zu er­finden — die angeblich ins Wasser gesprungen sind, um deutsche Seeleute zu retten — nur um von dem bru­talen Vorgehen der britischen Mörder abzulenken. Die­sem Zweck mag auch die Absicht des Londoner Jnfor- mationsministeriums dienen, die ganze Affäre in Form eines „Unterhaltungsfilms" zu behandeln, der nach dem Plan von Sir Kenneth Clark dem „Heldentum" der „Cossak"-Matrosen gewidmet sein soll — eine Verherr­lichung des Mordes!

Alles das sind Gegenstöße, die angesichts der klaren Konturen dieses Falles zum Scheitern verurteilt sind. Der norwegische Außenminister Koth hat in seiner Er­klärung vor dem Storting die Rechtslage ausführlich behandelt und betont, daß sich das deutsche Schiff in jeder Weise korrekt verhalten hat und „aus jeden Fall das Recht hatte, norwegisches Gebiet zu passieren". Die Grundlosigkeit der englischen Argumente hat hier eine Unterstreichung erfahren, die von einer Seite kommt, der England gewiß nicht den Vorwurf einer grundsätz­lich feindlichen Haltung machen kann. Die Piraterie steht ungeschützt durch entschuldigende Momente scho­nungslos nackt am Pranger. Dieser jüngste Fall in der langen Reihe britischer Rechtsbrllche hat eindeutig die Bestätigung dafür erbrächt, daß alle Reden von briti­scher Humanität, von der Aufgabe Englands, für Recht

INIMINNIMI,»NllNIININIIIllNItNININNMIIlllNIMINII,IMMUN»,,»,IlMIMIINN

Vnissr

Der norwegische Außenminister verurteilte öffentlich den britischen Piralenstreich.

Ehamberlain gab zu», „Eossak"-Piratc„sall eine skanda­löse Erklärung ab.

Drontheim wird von den Engländern offen als Ziclhascn sür britische Truppenlandungen bezeichnet.

Wieder wurde ein englischer 80M-To.-Tankcr torpediert. Die Moskauer „Jswcstija" geißelte Churchills Versuch der Kriegsausweitung.

Die Russen stehen vor Wiborg.

Ein Bremer NSKK.-Sturmsiihrer berichtete seine Erleb­nisse bei der Vorbereitung der Wolhhnicn-Trccks.

Bremens ältester aktiver SA.-Mann begeht heute seinen 75. Geburtstag.

-