Ausgabe 
(31.1.1940) Nr. 30
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parteiamtliche Tageszeitung

Das des Negierenden Nürgermeister» der Freien iiansestadr öremen

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Imi^onnknnS^^ernsprrcher 51115 Ohernstrafie 86. Fernspr. 5 41 21 In yyke Mühlenvamm Nr. 2

der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkünvungsdlatt des Neichsstaltiialters in oidenburg und Lremen

Nr. 59/10. Jakrgang

Mittwoch, Z1. Januar 1940

Linzelpreis 15 Npf.

Eswalßigs Kuncigslrung im kistoriselHsn Lsrlinsr Lporlpalast

Abrechnung des süstrers mit den Krämern und pstarisäern

Kampfzeit der ganzen Nation!

6sgsn tsuisl mit uncl oiins Lsidstlducii

Vie plutokratien am Pranger / „lleutschland die größte Weltmacht" / In den letzten 5 Monaten

Ungeheures geleistet / vegelfterungsstürme um stdols liltler

Berlin, 81. Januar.

Am 7. Jahrestage der nationalsozialistischen Macht- Wernahme zogen in Berlin die alten Kämpfer der Reichshauptstadt wieder in ihre grobe Kampf- und Ber- sammlungsstätte im Berliner Sportpalast. Wieder wie einst ist Kampfzeit, aber nicht mehr die graste Kampf­zeit der Bewegung und ihrer Formationen, sondern die Kampfzeit der gesamten Nation. Der Sieg m Inneren vor 7 Jahren ist uns an diesem Tage des Eedentens die Bürgschaft sür den Sieg im Kampf nach außen, der uns von der Weltplutokratie und ihren internationalen Helfershelfern ausgezwungen ist. Und so hatte der Berliner Sportpalast an diesem 3V. Januar 1646 an der Stelle, wo in früheren Jahren die Kampf- parole aufrüttelnd in den weiten Raum leuchtete, nur eine einzige Parole des Glaubens und der Zuversicht auszuweisen.

„Mit unseren sahnen ist der Sieg!"

Aus rotem Grunde prangten diese Worte über dem goldenen Hoheitszeichen, das mit den Adlerschwingen die Tribünen für die Ehrengäste überwölbte. Ernst und karg und doch wieder festlich war der Schmuck des ge­waltigen Saales an diesem Abend — der Graste und dem Ernst der Zeit angepastt. Ein Kriegstresfen der Alten Berliner Garde am 7. Jahrestage des Sieges an der Stätte der entscheidenden Kämpfe von einst, ein Kriegstreffen des ganzen Volkes, geschart um den Führer

heute Wiederholung der sührer-Nede

Berlin, 31. Januar Die Rede, die der Führer am Dienstag im Sportpalast hielt, wird heute um 12 Uhr über alle deutschen Sender wiederholt.

— das war diese gewaltige Kundgebung im Berliner Sportpalast, die denkwürdig bleiben wird in den Anna­len der Partei und in der Geschichte des neuen Grost- deutschen Reiches.

krhebenSes vekenntnis der Lreue

Kopf an Kopf harrten die Tausende und aber Tau­sende im Berliner Sportpalast. Nicht die Uniform, sondern das schlichte Arbeitskleid war vorherrschend. So wie diese Menschen aus den Büros, den Werkstätten, von ihren Arbeitsplätzen gekommen waren, so waren sie zum Sportpalast geeilt. Niemandem sah man in diesen Abendstunden Ermüdung von dem schweren Tage­werk an. Freude und Erwartung lag aus ihren Ge­sichtern, die graste Freude, daß sie an diesem bedeutungs­vollen Tage ihren Führer sehen und hören durften. And wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, mit welcher Liebe, mit welcher Verehrung das ganze deut­sche Volk sich um seinen Führer schart, so brauchte man nur einen Blick nach draußen auf die Potsdamer Straße, auf die an den Sportpalast anstoßenden Straßen zu werfen, wo ebenfalls Tausende und aber Tausende trotz grimmiger Kälte und trotz der Dunkelheit unentwegt stundenlang ausharrten, um, wenn sie schon den Führer nicht sehen konnten, so doch ihm zujubeln zu dürfen, um ihrer Liebe und ihrem grenzenlosen Vertrauen Ausdruck zu geben.

Daß auch dirs Ausland diesem Abend die größte Auf­merksamkeit schenkte, bewies die Tatsache, dast die in Berlin weilenden Vertreter der Auslandspreise voll­zählig erschienen waren.

Auf den Plätzen zu beiden Seiten des Rednerpultes sah man in vielen Reihen alle Reichsminister. Reichs­leiter, die siihrenden Männer der Partei und des Staates sowie aller Parteigliederungen, viele hohe Ge­nerale des Heeres, der Lustwasse und der Marine.

Fahnen und Standarten marschierten ein und um­säumten das große Podium. Kurz daraus klang auch bereits der Badenweiler Marsch aus, und mit den ersten Klängen sprangen alle die Tausende hoch, reckten die Hand züm Ernst und riefen ihrem gelrebten Füh­rer. der von dem Berliner Gauleiter. Reichsminister Dr. Goebbels, in den Saal geleitet wurde, aus freudig bewegten Herze» ihre Heilrufe zu. Der j>mhrer nahm Platz, aber noch immer schallten die ^reudenruse ihm entgegen, sür die er immer und immer wieder danken muhte.

c. öoebbels eröffnet die Kundgebung

Dr. Goebbels betrat das Rednerpult und eröffnete « Riesenkuni-gebnng mit den Worten: Die Massen­

kundgebung der nationalsozialistischen Bewegung in Berlin im Sportpalast ist eröffnet. Wir National­sozialisten in Berlin und mit uns über die Aetherwellen verbunden das ganze deutsche Volk grüßen den Führer mit unserem alten Kampfruf Siegheil! Siegheil! Sieg­heil! Wieder machte sich minutenlang die Begeiste­rung durch Heilrufe Luft. Immer wieder mußte der Führer mit Handaufheben für die Kundgebung der be­geisterten Menge danken. Endlich konnte Dr. Goebbels fortfahren:

Mein Führer! Am heutigen Abend ist nicht nur Ihr Volk, sondern ist die ganze Welt Ihr Zuhörer. Die Plutokratien des Westens sind wieder einmal dabei, die ganze Welt mit ihrer Liigenslut zu überschwemmen. Sie möchten nach alterproptem Rezept wieder einmal den Versuch unternehmen, das deutsche Volk zu ent­zweien und von Ihnen zu trennen. (Heftige Zurufe und Nieder-Rufe). Aber dieses Rezept (wiederholte stür­mische Zurufe der Entrüstung) wirkt nicht mehr (stür-

Her Wortlaut

Die große Rede des Führers hatte folgenden Wort­laut: Deutsche Volksgenossen und -genossinnen! Sieben Jahre sind eine kurze Zeit. Der Bruchteil eines nor­malen menschlichen Lebens — eine Sekunde kaum im Leben eines Volkes. Und doch scheinen die hinter uns liegenden sieben Jahre länger zu sein als viele Jahr­zehnte der Vergangenheit. In ihnen ballt sich ein gro­ßes geschichtliches Geschehen zusammen: die Wiederaus- erstehung einer von der Vernichtung bedrohten großen Nation. Eine unendlich ereignisreiche Zeit, die uns, die wir sie nicht nur erleben, sondern zum Teil gestalten durften, manchesmal kaum noch iiberblickbar scheint.

Man redet heute sehr oft von demokratischen Idealen: nicht in Deutschland, sondern in der anderen Welt! Denn wir in Deutschland haben ja einst dieses demo­kratische Ideal 15 Jahre lang zur Genüge kennengelernt. Wir selbst haben das Erbe dieser Demokratie ange­treten.

Wir erhalten jetzt wunderbare Kriegsziele vorgesetzt, besonders von englischer Seite. England ist ja in der Proklamation von Kriegszielen erfahren, da es die meisten Kriege der Welt geführt hat. (Stürmische Heiterkeit.)

Es sind wunderbare Kriegsziele, die uns also heute verkündet werden. Es soll ein neues Europa entsteh»! Dieses Europa soll ersüllt sein von Gerechtigkeit, diese Gerechtigkeit macht Rüstungen überflüssig, und daher soll dann endlich abgerüstet werden. (Heiterkeit.) Mit dieser Abrüstung soll die wirtschaftliche Blüte beginnen, Handel und Wandel sollen dann aufleben, und zwar hauptsächlich der Handel, viel Handel, freier Handel! (Erneute Heiterkeit.) Unter diesem Handel soll dann auch die Kultur blühen, und nicht nur die Kultur, son­dern auch die Religion soll dann wieder gedeihen.

mische und ironische Nein-Rufe). Das deutsche Volk steht wie ein Mann hinter Ihnen! (Stürmische Heil-Rufe und dröhnender Beifall).

Die deutsche Nation hört nicht mehr aus die Stim­men, die von London oder Paris zu uns herüber­bringen. Das deutsche Volk hört heute nur noch aus eine Stimme, und das ist die Ihre! (Stürmische Heilruse). Die Lügenkapitäne der westliche» Plutokratien geben sich umsonst Mühe: ihr Geschrei ist nur eine Ausgeburt ihrer Angst. Das deutsche Volk lehnt ihre Versuche mit kalter Verachtung ab. I» unerschütterlichem Vertrauen steht es zu Ihnen und hat sich am heutigen Abend wie­der um Sie versammelt, am 36. Januar, dem Tage un­serer großen Revolution. Es ist ein Tag der Verbun­denheit des Volkes und der Dankbarkeit zu Ihnen. Und das wollen wir Ihnen am heutigen Abend versprechen: unser Dank soll nicht ein leeres Wort sein: unser Dank ist Kampf und Arbeit für Ihre große Sache! (Stürmi­scher Beifall und Heilrufe). Der Führer spricht!

>er sührerrede

Mit einem Wort: Es soll jetzt das goldene Zeitalter kommen! Dieses goldene Zeitalter ist uns nun sreilich schon einige Male illustriert worden, und zwar von den­selben Leuten, die es heute wieder beschreiben. Es sind ziemlich alte, abgeleierte Platten. Die Herren können einem wirklich leid tun, daß sie nicht einmal einen neuen Gedanken gefunden haben, um ein großes Volk damit wieder zu ködern. Denn

das ffat man uns ja alles schon lm Jaffre lS!8 versprochen!

Auch das damalige Kriegsziel der Engländer war ja das „neue Europa", die „neue Gerechtigkeit", diese neue Gerechtigkeit, die das „Selbstbestimmungsrecht der Völ­ker" als wesentlichstes Element enthalten sollte. Damals versprach man ja auch schon eine Gerechtigkeit, die das Tragen von Waffen in der Zukunft überflüssig erschei­nen lassen würde.

Daher gab es auch damals bereits das Programm der Abrüstung, und zwar der Abrüstung aller. Und um diese Abrüstung nun besonders sinnfällig zu machen, sollte sie gekrönt werden durch einen Bund der abge­rüsteten Nationen. Sie sollten in der Zukunft alle ihre Differenzen — denn daß es noch einige Differenzen geben würde, daran wenigstens zweifelte man damals noch nicht — in freier Rede und Gegenrede wegreden — wie das unter den Demokratien so üblich ist. (Heiter­keit.) Es sollte auf keinen Fall mehr geschossen werden! (Erneute Heiterkeit und Beifall.) Man erklärte im Jahre 1918, daß es ein gesegnetes und gottwckhlgesälliges Zeitalter werden sollte.

(Fortsetzung auf Seite S)

Wieder «eu« de«>ff«ele -««Ufer Versenkt

flufklörungofliige der deutschen Luftwaffe von den Vrknepg bis zur Iftemsemünduns

ünd. Berlin, 31. Januar

Deutsche Fliegerverbände wurden auch im Laufe des 30. Januar zur Aufklärung über der Nordsee und der englischen Küste von den Orkneys bis zur Themsemündung eingesetzt. Hierbei wurden wie­derum sieben bewaffnete Handelsdampfer ver­senkt, ein weiterer schwerer und mehrere andere leicht beschädigt. Außerdem wurden zwei britische Vorpostenboote zum Sinken gebracht.

Trotz stärkster Flakabwehr von allen angegriffenen Schissen und trotz Einsatzes zahlreicher feindlicher Jäger wird nur ein eigenes Flugzeug vermißt.

Fn der lodesküste gesunken

London, 31. Januar.

Wie man in London erfährt, find der dänische Dampfer „England" (2318 BRT.) und der norwegisch«

Dampfer „Hosanger" (1596 BRT.) gesunken. Vesatzungs- mitglieder des Dampfers „Hosanger" wurden von einem britischen Schiff ausgenommen. Ferner ist das nor­wegische Schiff „Faro" (844 BRT.) nach einer Explo­sion gesunken.

0er Heeresbericht nom Z0. Januar

Berlin, 31. Januar.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Rahmen der Ausllärungsslüge der Lustwaffe in der Nordsee wurden am 26. Januar, wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben, feindliche Geleitziige bewaffneter Handelsdampser und Vorpostenboote an­gegriffen. Trotz stärksten feindlichen Abwehrfeuers und der Gegenwehr britischer Jagdverbändc wurden sieben feindliche bewaffnete Handelsschiffe und zwei Vor- postcnboote vernichtet.'Ein scindlicher Jäger wurde bei Hartlcpool abgeschossen. Sämtliche eigenen Flugzeuge sind wohlbehalten zurückgekehrt.

1. S. v. Bremen, S1. Januar.

Es hat der Führer den siebten Jahrestag der nationalsozialistischen Machtergreifung nicht vorüber­gehen lassen, ohne in seiner einprägsamen, unerreichbar großen Rhetorik zu seinem Volke zu sprechen, das mitten im Kriege gegen die Feinde begriffen mehr denn je be­geistert zu dem Manne aufblickt, der ihm das Groß­deutsche Reich schuf und damit die Sehnsucht des Volkes von Jahrhunderten erfüllte. Es sprach der Führer, im­mer wieder von ungeheuren Beifallsstürmen unter­brochen, über die besonderen Fragen, die heute das deutsche Volk bewegen, und stellte dabei schonungslos die Feinde Deutschlands bloß, die unter dem Mantel von Humanität und Recht in Versailles bereits das größte Unrecht aller Jahrhundert« am deutschen Volke begingen und, wenn sie könnten, dieses Unrecht jetzt nvq übertreffen würden.

Die Neuordnung Europas und eine damit ermög­lichte allgemeine Abrüstung, wirtschaftliche Blüte der Nationen („viel Handel"!) und Blüte der Kultur und Religionen — kurz das goldene Zeitalter — soll an­geblich ihr Kriegsziel sein. Der Führer konnte ihnen in gerechtem Grimme die Maske vom Gesicht reißen und sie darauf festnageln, daß sie diese ihre Kriegsziel« (die auch von 1914 bis 1918 angeblich auf ihren Fah­nen standen), in Versailles bereits verrieten und über die Völker durch die verruchten Reparationen wirt­schaftliche Verelendung brachten, eine Verelendung, die selbst bis auf die Siegernationen sich erstreckte. Von Kultur und Religion war nicht mehr die Rede, und der Versailler Vertrag wurde Englands Bibel. Der Führer konnte des weiteren in grimmiger Ironie den Pharisäern und Krämern an der Themse vorhalten, wie verlogen ihre Losung von dem Vertrauen war, das Deutschland zu ihnen hätte haben müssen, wie sie besonders dieses Vertrauen des demokratischen Deutsch­lands, ihres Deutschlands also — denn es war ja das Versailler Deutschland — schändlich mißbrauchten, und wie vergeblich Deutschland bettelte und protestierte ge­gen alle Ungerechtigkeiten, die ihm 1918 und nachher widerfuhren.

Lehrreich für das deutsche Volk und eindrucksvoll für die Welt war des Führers Vergleich unseres heutigen Kampfes mit dem Kampf der nationalsozialistischen Be­wegung bis 1933, der Bewegung, die aus der Erkennt­nis geboren war, daß man auf der Welt nicht bitten, nicht protestieren, sich nicht herabwürdigen darf, wenn man etwas erreichen will, sondern daß man sich selber helfen muß. Anstatt des Hoffen? gab der Führer dem deutschen Polk den Glauben an sich selbst, den Glauben an seine inneren Werte, an seine Arbeitskraft, seine Intelligenz und seinen eigenen Boden. Daß daraus der innere Aufstieg erwuchs, rief den Haß der anderen hervor. Sie werden sich ja wohl noch erinnern, diese Buben, die nichts als Deutschlands Machtlosigkeit und Armut wollen, wie sie über den vom Führer verkün­deten Vierjaihresplan seinerzeit herfielen. Wie sie von Störung der Weltwirtschaft sprachen, einer Weltwirt-

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Unser IsgSssviegsI

(Ilvssrs ksutlgs Ausgabe uwkaüt 1« 8sikso)

In einer gewaltigen Rede im Berliner Sportpalast rechnete der Führer schonungslos mit den Pluto- Iratien ab und gab erneut seiner Siegessicherheit Ausdruck.

Anläßlich des 36. Januar bekannte sich Italien er­neut zur deutsch-italienischen Schicksalsgemeinschast. Wieder versenkte die deutsche Luftwaffe sieben be­waffnete Handelsdampser und zwei britische Vor­postenboote.

Frankreichs Ministerpräsident hielt eine von den übelsten Schmähungen gegen Deutschland strotzende Brandrede.

Die mangelhafte Organisation und die Kältewelle hat in England einen beispiellosen Verkchrswirr- warr herbeigeführt.

In Rumänien ist ein Pctroleumkartell gegründet worden.

Zum Gedenken des 36. Januar fanden erhebende Feierstunden in Bremens Rcservelazaretten statt. Schwester Erna Volte, die neue Gausachbearbeitcrin des Reichsbundes der Freien Schwestern sprach über die Ausgaben dieser zweiten Schwesternoraanisation im Amt sür Volkswohlsahrt.