Ausgabe 
(8.12.1934) Nr. 339
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das amtliche Vrgan -es Senats

Zeitung

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Nr. 33d / 4. Vierteljahr «

Sonnabend, 8. Dezember

Einzelpreis 15 Ryf.

dienen Deutschland

Tag der nationalen Solidarität

Wir alle

Heute

Die große Aktion, die heute allen Städten Deutschlands ihr Gesicht ausdrücken wird, ist von Gedanken getragen, die zu denen ge­hören, die nur von Nationalsozialisten ge­boren und nur in einem nationalsozialisti­schen Staat durchgeführt werden können. Die Aktion ist ein Ereignis, das in seiner Neuartigkeit bisher kein Beispiel hatte. Sie ist dabei letzten Endes nichts anderes, als eine Folgerung, die sich logisch aus national­sozialistischem Denken ergibt.

Für den, der den Sinn der Volks­gemeinschaft ersaßt hat, bedeutet es nichts, auch einmal die Nachmittags- und Abendstunden auf der Straße zu stehen und für seinen armen Volksgenossen zu sammeln und jedem, der es sehen will, zu demonstrie­ren, daß der Begriff der Solidarität überall zu Hause ist, daß er nicht Halt macht vor den Wohnungstüren der Minister und hohen

Parteiführer, vor den Amtsräumen der Mi- nisterialbeamten, vor den Häusern der großen Künstler, vor den Redaktionen der Schriftleiter.

Der 8. Dezember wird denen, die heute schon tagtäglich treppauf und treppab unter­wegs sind, um für das Winterhilfswerk zu sammeln, ein Tag der Genugtuung sein für manche Verständnislosigkeit, die ihnen ge­rade an den Türen mancher Gutsituierter zu­weilen noch entgegentritt.

Niemand ist zu schade für diesen Ehren­dienst, den Aermsten der Nation zu dienen und auf den Straßen, in den Restaurants und in den Häusern zu sammeln, um da­durch die Not lindern zu helfen. Die Stellung zum Volksgenossen, der sich in Not befindet, ist durch den Nationalsozialismus eine ganz andere geworden. Die Bewegung hat in der Kampfzeit Menschen aus allen

Schichten des Volkes in ihren Ein­heiten zusammengeführt und geprägt. Hier lernte man, an der Not nicht mehr vorbei- zuschauen, sondern den Kameraden beizu- stehen.

Mit der Machtübernahme wuchs aus der Gemeinschaft der Bewegung die Gemein­schaft des ganzen-Volkes. Alles das, was sich in den Bezirken der kleinsten nationalsozia­listischen Einheiten vollzogen hatte, über­trug sich nun auf die Weite der Nation. Die Zeiten sind vorüber, daß die führenden Männer des Staates, des Kulturlebens oder des Schrifttums keine Vorstellung haben von dem, was das Volk empfindet, wie es lebt, wie man den einzelnen in der Gemeinschaft helfen kann. Der heutige Tag wird die Solidarität des Staates und der Führung mit dem letzten Volksgenossen in einer neuen, für jeden eindringlichen Form zum Ausdruck bringen.

Das Volk hat -en Kirchenstreit satt!

Neichsmnenmimster Dr. Trick in einer Massenkundgebung in Wiesbaden / Kirchen sollen

der inneren Erbauung des Menschen dienen

Wiesbaden, 7. Dezember.

In einer von über 5000 Menschen besuchten Kundgebung sprach im Paulinen-Schlößchen Reichsinnenminister Dr. Frick. Die Eroberung der Macht durch den Nationalsozialismus sei nicht Selbstzweck, sie sei nur Mittel zum Zweck, um dem deutschen Volke aus seiner Not zu helfen, um Deutschland wieder groß und stark zu machen und um ihm im friedlichen Wettbewerb der Nationen die Stellung, das Ansehen und die Gel­tung in der Welt zu verschaffen, auf die das deutsche Volk nach seiner ruhmreichen Vergangen­heit und nach seinen unübertroffenen Leistungen berechtigten Anspruch erheben könne. Er ver­wies auf die großen Leistungen, die seit dem 30. Januar 1933 schon vollbracht worden sind, auf die Zerschlagung der Parteien, auf die Ver­nichtung des Partikularismus und die Schaffung einer wahren Volksgemeinschaft. Noch sei nicht der ganze Beamtenkörper nationalsozialistisch. Hier müsse man Geduld haben, zumal doch unter den Systemregierungen jeder Beamte gematzregelt worden sei, der sich dem Nationalsozialismus an­geschlossen habe. Der Minister erwähnte dann die stetig fortschreitende Reichsreform, die vom Ermächtigungsgesetz über das Reichsstatt­haltergesetz bis zur künftigen Neugliederung des Reiches weitergehe, die etwa 20 Gaue vorsehen werde.

Mit besonderem Nachdruck kam der Mi­nister dann aus den Streit in der Deutschen Evangelischen Kirche zu sprechen. Es mag sein, so sagte der Minister, daß die Reich skirchenregierung in dem Be­streben» die 28 Landeskirchen in der Reichs­

kirche ausgehen zu lassen, etwas zu stürmisch vorging und Anordnungen er­ließ, die der nötigen Rechtsgrundlage ent­behrten. Dadurch entstand eine Gegenwir­kung. Schließlich sah aber die Reichskirchen- regierung ein, daß dieser Weg einer besse­ren rechtlichen Fundierung be­dürfe, und sie hat da wieder angefangen zu bauen, wo die Rechtmäßigkeit absolut fest­stand, nämlich auf der rechtmäßig erlassenen Verfassung der Deutschen Evangelischen

„Die Seeschlacht bei den Falk­land sin s e l n". Siehe unseren Tatsachen­bericht über den heldenmütigen Untergang des deutschen Ostasien-Geschwaders auf einer Sonderseite im Innern des Blattes.

Kirche. Der Staat denkt nicht daran, sich in kirchliche Dinge zu mischen. Aber es besteht der leider sehr begründete Anlaß zu der Feststellung, daß sich unter dem Deckmantel christlicher Belange hier alle möglichen staatsfeindlichen und landesverräterischen Elemente sammeln, um aus angeblich rein kirchlichem Gebiet ihre Politik zu treiben und auf diesem Wege dem Dritten Reich Schwierigkeiten zu bereiten.

Unter stürmischem Beisall rief der Minister aus: Ich erkläre hierzu, daß die Reichs­

regierung nicht gewillt ist, dieses Treiben bis ins Endlose mit anzusehen, sondern daß sie entschlossen ist, dort, wo es die politischen Notwendigkeiten erfordern, auch gegen solche Staatsfeinde und Landesverräter durchzu- greisen. Das deutsche Volk hat die­sen Kirchenstreit satt. Es hat gar kein Interesse an diesem Zank der Pastoren. Die Reichsregierung hat jedenfalls gar kein Interesse daran, Kirchen, die der inneren Erbauung des deutschen Menschen dienen sollen, die aber nur Zank und Streit ins Volk tragen, mit zu finanzieren.

Sodann wandte sich der Reichsminister dem außenpolitischen Gebiet zu, auf dem der Führer Adolf Hitler und seine Regierung die größten Erfolge auszuweisen haben. Schon jetzt können wir feststellen, fuhr er fort, daß die Stellung Deutschlands in der Welt eine ganz an­dere geworden ist als zur Zeit der Systemregie­rungen, da sich das deutsche Volk zu einer Willens­einheit zusammengeschlossen hat.

Das deutsche Volk will den Frieden, aber wir haben es satt, weiterhin nun Objekt und Spielball anderer Völker zu sein und eine Paria-, eine Helotenrolle weiterhin zu spielen. Ehre und Gleichberechtigung, das sind die beiden Forde­rungen, von denen der Nationalsozialismus nie­mals abgehen wird.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Zeder opfert

Doch hockt die Dot

in manchem Haus Doch reicht das Vrot

an manchem Tisch nicht aus Doch friert ein Dind

und jammert vor sich hin,- Bedenke, dasi wir sind

verschworen einem Sinn: Wir opfern, spenden, geben — Deutschland musi leben!

Wolfgang Drügge

Rededuell Lesliisch-Eckhardl

Der ungarisch-südslawische Streit vor dem Völkerbundsrat

Genf, 7. Dezember.

Im Vordergrund des internationalen Inter­esses steht seit heute die ungarisch-süd­slawische Streitfrage, die sich in den letzten Tagen wesentlich verschärft hat. Die Aus- weisungen von zahlreichen ungarischen Staats­bürgern aus Südslawien und die Form dieser Ausweisungen hat in ungarischen Kreisen stärkste Erregung hervorgerufen. Ein Zeichen dieser er­höhten Spannung ist auch die Ankunft des un­garischen Außenministers Koloman von Kanya in Genf. In Gerüchten wird sogar von der Mög­lichkeit gesprochen, daß auch Graf Vethlen noch zur Verstärkung der ungarischen Delegation hier eintreffen wird. Der ungarische Außenminister hat noch gestern in der Nacht eine Unterredung mit dem italienischen Delegierten Baron Aloisi gehabt.

Wie vorgesehen, eröffnete an Stelle Beneschs der portugiesische Delegierte Vasconcelles die Rats­sitzung. Er faßte den Sachverhalt der südslawi­schen Klage noch einmal ganz kurz zusammen und erteilte dann dem südslawischen Außenminister Jeftitsch das Wort. Der südslawische Außen­minister begann mit der Feststellung, daß der ' Mord an König Alexander und Var-

thou in der Welt die größte Erregung hervor­gerufen habe, besonders aber das südslawische Volk aufs schwerste erschüttert habe. Mit Recht habe sich eine starke Volksstimmung gegen diejenigen gewandt, die die Verbrecher durch ihre moralische Unterstützung befähigt haben, ihre finstere Tat zu vollbringen. Das südslawische Volk habe dabei nicht nur seinen heldenhaften König betrauert, sondern es habe sogleich empfunden, daß der Mord eine schwere Bedrohung des Friedens be­deutet. Trotzdem habe das Volk seine Würde und seine Kaltblütigkeit bewahrt, aber nur deshalb, weil es noch Vertrauen in die Völkerbundsein­richtungen habe, von denen es erwarte, daß sie den Frieden und die internationale Moral schützen. Von den gleichen Gefühlen beseelt, wende er, Jeftitsch, sich heute nun an den Völkerbund, um vor ihm auf die Verantwortung hinzuweisen, die die ungarischen Behörden auf sich geladen hätten.

Er sei sich dabei bewußt, daß eine derartige Anschuldigung als ungewöhnlich scharf erscheinen müsse, zumal wenn sie in so bestimmten Aus­drücken vor dem höchsten Organ der internationa­len Gemeinschaft erhoben wird. Deshalb habe

Martin Weise

Erzgebirgischer Weihnachtszsuber

Erzgebirgifcher Weihnachtszauber! Wohl nir­gends im deutschen Vaterlands wird das liebe Weihnachtsfest so innig und so sinnig gefeiert, umwoben mit altem, gutem Brauchtum, wie in dem sächsisch-böhmischen Grenzland, dem Erzge­birge. Aus den tiefverschneiten Hütten an den Hängen und in den finsteren Waldtälern erstrahlt das Licht der Weihnacht schon lange vor dem eigentlichen Fest. Aus den niederen, armseligen Hütten dieses Erenzgebirges geht die heilige Weihnacht auf die Reise, bepackt mit dem Spiel­zeug, das unter den fleißigen Händen der Ge­birgler in den Wochen und Monden vor Weih­nachten entsteht, bepackt mit vielen pausbackigen Weihnachtsengeln, lichtertragenden Bergmännern, lustigen Räucherkerzchenmännern und den schönen, bunten Mettenlaternen.

Die erzgebirgische Spielwarenindustrie, die sich in der Welt einen guten Namen erworben hat, ist erst etwa zweihundert Jahre alt. Der erz­gebirgische Weihnachtszauber dagegen reicht viel weiter zurück. Als in der Gegend von Riffen der Erzbergbau eingestellt werden mußte, be­gannen d.ie Bergleute, um einen neuen Erwerb zu haben, ihre in der Freizeit erprobten Schnitze­reien in größerem Umfange und für den Verkauf herzustellen. Aus der Liebe zur Heimat und dem traditionellen Bergmannsleben entstanden die Figuren der Bergknappen und der Weihnachts­engel, entstanden die Spielzeughäuser, ganz den eigenen einfachen Hütten nachgebildet, entstanden die Tiere nach den Vorbildern der eigenen Haus­tiere. Sie wurden so manchem Kinde da draußen in der Welt oft liebstes Spielzeug. Aus gesun­dem, bodenständigem Dolkstum werden diese viel­fältigen Spielzeuge geschaffen.

In den verschneiten Hütten sitzt oft die ganze Familie um den Tisch, selbst die Kleinsten sind eifrig tätig beim Bemalen der hölzernen Gestalten, die der Vater oder Großvater vom Reifen schlug und dann mit kühnen Griffen zurechtfchmtzte, ihnen Leben gebend.

Eine Reise in das Spielzeugland, in den erz- gebirgischen Weihnachtszauber mitten im kalten Winter, gehört wohl zu den schönsten Weihnachts­freuden, die man sich bereiten kann. Man mutz einmal dabei sein und schauen, wie alle die Fi­guren, die Woihnachtsengel und Bergleute, Räu­chermänner und Nußknacker, Tiere und Wagen, Leuchter und Pyramiden, die in der ganzen Welt bei groß und klein Weihnachtsfreude bereiten, unter geschickten Händen entstehen, gedrechselt und gedreht, geschnitzt und bemalt werden, wie flink die Finger Messer und Pinsel führen. Es liegt ein eigener Zauber über diesem Schaffen in den engen, schmucklosen Stuben.

Am Weihnachtsabend aber, da leuchten auch sie, diese niedrigen, dämmrigen Stuben. Da brennen viele Lichter und machen sie hell. Die Weihnachts­krippen und Weihnachtsberge, die oft Hunderte von Figuren haben, hat der fürsorgliche Haus­vater aufgebaut, sie zaubern alle erdenklichen Wunder hervor und machen die einfachen Men­schen dankbar und froh. Die Bergspinnen, bunt­bemalte Reifen mit Lichtern besteckt, strahlen ver­schwenderisch ihr Licht an die Balkendecke und in den niedrigen Raum. Trotz mancher Not und Entbehrung erhalten sich die Menschen hier oben in den armseligen Hütten am Hange und drunten in den langen düsteren Tälern eines, was immer wieder Bewunderung hervorruft und wovon wir Menschen alle lernen können: das Kindsein die still«, innere Freude an einfachen Dingen.

In den Abendstunden des Heiligabends, so zwischen 6 und 7 Uhr, ist solch ein erzgebirgisches Spielzeugmacherdorf am schönsten beleuchtet, da mutz man einen Rundgang durch das Dorf halten. Ueberall kann man in den Weihnachtsglitzerglanz der Stuben sehen, Bergmannsleuchter und Weih­nacht-engel mit grünen, roten, gelben und blauen Lichtern in den Händen, stehen auf den Fenster­brettern und leuchten in das Dunkel des Winter­abends. Hier in solch einem erzgebirgischen Spielzeugmacherdorf wird der Heiland in einem jeden Jahre aufs Neue geboren. Die Bewohner, soweit sie noch nicht verbildet sind und sich ihre einfache Art und ihr kindliches Gemüt erhalten haben, erleben immer wieder mit tiefer, reiner Freude dieses große Mysterium.

Wenn die Weihnachtsglocke zur Christmette ruft, dann wird es lebendig in tiefverschneiter Land­schaft. Von allen Seiten, selbst aus den entle­gensten Waldhütten strömen die Menschen, alt und jung, ein jedes eine Laterne tragend, zur Kirche. Jungen und Mädel haben jetzt in gleicher Weise ihre große Stunde. In weißen Engels­gewändern, mit goldenen und silbernen Sternen beklebten, wippenden Flügeln, mit Diademen von Galdpapier im Haar, die Füße in hohen dicken Filzschuhen, trippeln sie mit hochroten Wangen durch den Schnee und ziehen dann feierlich sin­gend in das Gotteshaus ein. Ueber ein Meer von flackernden Lichtern schwebt ihr Heller Gesang von der heiligen Weihnacht. Da erklingen die Stimmen von Josef und Maria, den Engeln, Hirten und den drei Königen. Die Christmette wird zum Weihnachtsspiel eigener Art.

Sitte und Brauch winden einen bunten Kranz um die erzgebirgische Weihnacht. Unter ihnen spielt der „Heiligabendjchmaus", der aus neuner­lei Gerichten besteht, eine bedeutn,u: Rolle. Auch er gehört zu dem er^g ' ^ ;8.-ih»achis-

zauber mit seinem Glitzerglanz. Im ganzen Jahre ist die Lebensweise des Gebirglers äußerst bescheiden, die Kost karg, am Heiligabend aber wird nicht gegeizt, er ist der größte und schönste Festtag des Erzgebirglers im ganzen Jahr. Da ist in einer jeden Stube das Märchen, das Wun­der, liebster Gast.

Die Not der Bewohner des Erzgebirges, die vielen Spielzeugmacher, die das ganze Jahr be­sorgt sind, unseren Kindern mit ihren Erzeug­nissen Weihnachtsfreude zu bereiten, ist noch immer groß. Helfen wir ihnen, indem wir unseren Kindern auf den Weihnachtstisch gute erzgebir­gische Volkskunst legen.

Walter von Molo

Das ewige Um-

Ich kenne einen Mann. der bereits graue Haare hat, und der das ist, was man klug nennt. Er hat auch vieles im Leben erreicht, und wenn man genau zusieht, so hat er keinen Gegner zu fürchten. Aber er hat sehr viele Gegner.

Ist der Mann schlecht? Ist er egoistisch? Ist er roh oder heimtückisch? Er ist gerade das Gegenteil von dem allen. In seiner Kindheit wurde er von seiner Mutter dahin erzogen, daß alle Menschen nach Höherem streben und man das Geistige mehr als das Materielle achten müsse. Danach handelt der Mann. Aber danach handeln ist schwer. Die Menschen zeigen sich immer wieder anders. Wenn der Mann ihnen hilft oder sich für sie einsetzt, dann beißen sie nach seiner Hand, die er ihnen gibt. Wenn er seine ganze Kraft vertut, die Menschen zu Höherem oder Geistigem zu erziehen und zu führen, dann lachen sie ihn entweder aus oder sie tun eine Zeitlang mit, dann aber werden sie bös­artig und fallen von ihm ab. Wenn der Mann selbstlos ist, dann werden die Menschen mißtrauisch

.und halten ihn für einen geriebenen ethischen Schwindler. Und die Frauen — er komm- immer wieder darauf, daß die Madonna auf jeden Fall besser gewesen sein muß.

Wenn der Mann solches erfährt, und er erfährt es immer wieder und wieder, dann nimmt er sich vor, von unn an hart und egoistisch wie die andern zu fein. Aber da kommt er sich bald komisch vor. Letzthin traf ich ihn in solcher Stimmung. „Weißt nun du, was mein Fehler ist?" sagte er, „ich bin im Innern ein ewiges Kind."

„Warum klagst du darüber?" antwortete ich, „das ist doch das Schönste?" Heißt es nicht: Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen."

Da sah der Mann sehr ernst vor sich nieder, und ich merkte an seinem Eesichtsausdruck, daß er an die Richtigkeit dieses Satzes nach seinen Erfahrun­gen nicht recht glauben konnte. Ich sagte:

„Wolltest du so alt und grau in deinem Innern sein wie die anderen?"

Da sah mich das Kind mit den grauen Haaren an und lächelte.

„Nein," antwortete der Mann, „das wäre ja fürchterlich; ich will schon so bleiben."

„Na also!" sagte ich, und nun lachten wir beide.

Wir glauben...

Wir tragen das Leben in unserer Hand Wir lieben es heiß, unser Vaterland.

Wir wandern am Rhein, im Süden, im Norden. Wir sind unserer ^Heimat Söhne geworden.

Wir kennen Heide und Städte und Meer,

Wir kennen die Schleusen, das Brachland, das Wehr, Den Bauern am Pfluge, den Fischer im Boot, Den Rhythmus der Arbeit und Sorge und Not. Doch hier ist das Deutschland, an das wir glauben, Nie sollen die Fremden die Zukunft uns rauben.

lloino llürnrt.