Ausgabe 
(13.8.1934) Nr. 222
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NS.-Eauverlag Weser-Ems E. m. b. H., Zweigniederlassung Bremen, Geeren K-8 / Fernruf: Roland 625.

Nr. 222 / z. Vierteljahr

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Montag, 13. August

Einzelpreis 13 Rps.

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Gauleiter Carl Röver in Bremen

Derr Mampf beginnt!

Austakt

zur Volksbefragung

vk. Bremen, 12. August 1934

Trotze Tage, Augenblicke hervorragender histo­rischer Bedeutung haben wir in den vergangenen Jahren erlebt. Der 30. Januar 1933 brachte die Machtergreifung durch den Nationalsozialismus und damit den Beginn der Neugestaltung des deutschen Staats- und Wirtschaftslebens, den Be­ginn des neuen Deutschen Reiches. Die gewaltige Wahl des 5. März, die Maifeiern der Jahre 1933 und 1934, die überwältigende Volksabstimmung vom 12. November vorigen Jahres, all die er­hebenden Demonstrationen deutschen Einheits­willens stellten eine Festigung dss jungen natio­nalsozialistischen Staates dar und bewiesen die Abkehr des deutschen Volkes von artfremder Jdeeologie. Sie zeigten dem Ausland, das voller Haß, verhetzt durch jüdische Flüchtlinge, Wer un­sere Grenzen sah, wie ein 6b Millionenvolk sich auf sich selbst besann und in seltener Einmütig­keit an seiner Zukunft baute.

Man staunte jenseits der Grenzen über die Neu- werdung des deutschen Volles; man konnte und wollte nicht begreifen, daß ein Volk, daß Deutsch­land jeglichen Zwiespalt überwunden hatte, um in-gemeinsamer Front vor die Welt zu treten. Man bekam Angst vor dem erstarkenden deutschen Volk und schrie: „Lüge!" Man fürchtete die Gleichberechtigung Deutschlands und versuchte, unser Voll wieder zu zerreißen, dadurch, daß man die gemeinsten Unwahrheiten über den national­sozialistischen Staat ausschüttete. Deutsches Volk, beweise jenen Kreisen, die durch ihre Machenschaften uns wie­der zerreißen wollen, daß du ge­willt bist, durch nrchts deinen Weg zur Einheit, deinen Weg zu Arbeit und Frieden hemmen zu lassen.

Unser Führer Adolf Hitler hat zum 19. August zu einer Volksabstimmung aufgerufen, in der das deutsche Volk vor aller Welt bekunden soll, ob es sich mit der Politik seines Kanzlers und Führers verbunden erklärt.

Deutschland wird an die Wahlurne treten und entgegen allen ausländischen Machenschaften be­weisen, daß jene Ergebnisse vorjähriger Wahlen nicht Zufallserscheinungen oder Ergebnisse „ge­züchteter Angstpsychosen" gewesen sind, sondern es wird durch ein erneutes Treuebekenntnis zu Adolf Hitler sein Einverständnis mit der Politik der nationalsozialistischen Regierung geben.

Schon die gestrigen Kundgebungen im ganzen Reich als Auftakt zu der Volksbefragung am 19. August ließen die Verbundenheit des Volkes mit dem Nationalsozialismus, die Verbundenheit mit seiner nationalsozialistischen Führung auf das trefflichste erkennen. Die Führer riefen auf zur Volksabstimmung, zum bejahenden Bekennt­nis zu Adolf Hitler und der Appell fand Wider­hall in den Herzen aller Deutschen. Deutschland erlebte die ersten Kundgebungen zur Abstim­mung und schon gestern — eine Woche vor der offiziellen Befragung — bekannte es sich erneut zum Führer, schon gestern sprach es sein „Ja" auf die Frage des Kanzlers: „Stimmst Du, deut­scher Mann und Du deutsch« Frau, der national- sGialistischen Politik zu?"

Bremen beging den Auftakt der Volksbefra­gung am Domshof. Flaggen schmückten die Häu­ser um den Domshof und den Marktplatz. Stolz wehten die Symbole des geeinten Deutschlands im Wind und weithin leuchtete das schwarze Hakenkreuz, als wollte es uns an den Ernst dieser Tage erinnern. Schon verhältnismäßig früh hatte

sich eine zahlreiche Zuschauermenge auf dem wei­ten Platz eingefunden, die Zeuge des Aufmarsches der SA.-Standarte 75, die Zeuge der wegweisen­den Rede unseres Reichsstatthalters und Gau­leiters Carl Rover werden wollte. Die einzelnen Sturmbanne der Standarte waren am Morgen in ihren Bezirken zum ersten Propagandamarsch durch Bremens Straßen angetreten. Kommandos erschallten und dann marschierten sie los, mar­schierten durch Bremen, wie sie vor Jahren durch unsere Heimatstadt zogen, um die Bevölkerung wachzurütteln und sie zu erinnern an die Schwere der Zeit. Wuchtig schlugen die Tamboure ihre Trommeln, bliesen die Hornisten ihre Pfeifen und Hörner und trotzig erklang der Sturmgesang der marschierenden Kolonnen.

Ernst sahen die SA.-Männer mit vorwärts- gerichtetem Blick in die Zukunft. Sie haben die

Forderung der Stunde verstanden. Noch ist kaum eine Woche verstrichen sei der Aufhebung des Ur­laubs, noch ist das Verbrechen des 30. Juni, das die SA. zum Verräter am Führer machen wollte, in aller Erinnerung, aber schon wieder stehen die braunen Mannen mitten drin im Ringen um Deutschland, im Kampf für Adolf Hitler. — An den Fenstern der Häuser erscheinen die Männer und Frauen Bremens, sie treten auf die Straße und Arm auf Arm reckt sich den Sturmscharen zum Gruß entgegen. Fest klingt der Schritt der SA. und er hallt wider auf den sonntäglichen Straßen der Stadt. „Vorwärts, der besseren Zu­kunft entgegen!", ist die Losung, und die Stürme marschieren und rufen Bremen heraus zu der gewaltigsten Volksbefragung.

Als die gesamte Standarte 75 auf dem Doms­hof Aufstellung genommen hatte, war der weite

Platz von einer nach Tausenden zählenden Menge gefüllt, die voller Erwartung der Rede des kampferprobten Mitkämpfers harrte. In der Be­gleitung des Reichsstatthalters betraten Kreis­leiter Pg. Blanke, an der Spitze der Senats­vertretung Reg. Bürgermeister Dr. Markert, sowie SA.- SS.- und Parteiführer den Platz. Markig erklang die Stimme des Standarten­führers, Führer der SA.-Standarte 75, Köwing, zu den Versammelten: „Zu Ihnen spricht jetzt unser Reichsstatthalter und Gauleiter Carl Röver." Als dann Reichsstatthalter Röver die schlicht und einfach ausgeschmückte Rednertribüne betrat, hoben sich ihm zum Gruß die Sturm­fahnen und die Standarte, und dann eröffnete der Gauleiter den Kampf zur Volksbefragung am 19. August:

Deutschland und Adolf Hitler sind eins

Großkundgebung in Bremen zum ly. August

Gauleiter Röver führte aus:

Deutsche Männer, deutsche Frauen! Kameraden von der SA.! Am nächsten Sonntag soll das deutsche Volk zur Urne gehen, um Lei diesem Volksentscheid seine Stimme für Deutschland ab­zugeben. Deutschland und Adolf Hitler ist ein und dasselbe. Deutsche Volksgenossen! Wenn wir uns die Frage vorlegen, ist noch ein anderer Mann in Deutschland vorhanden dem wir das Schicksal des Volkes vertrauensvoll und ruhig in die Hände legen können, als unserem Adolf Hitler, so sagen wir: „Nein!" Er ist der beste deutsche Mann unter uns. In den ersten Augusttagen zog ein Mann hinaus, um die deutsche Heimaterde zu ver­teidigen. Es war ein Mann jung an Jahren, der seit seiner frühesten Jugendzeit die Nöte des Le­bens kennenlernte.

Große Pläne reiften in seinem Kopf, mitzu­arbeiten, zu helfen und zu schaffen. AIs Melde­gänger erfüllte er in den Reihen der deutschen Regimenter wie so viele andere unbekannte Sol­daten seine Pflicht. Damals entstand schon bei diesem Manne der Entschluß, nachdem er die po­litischen Wirrnisse als Jüngling erkannt hatte, sich hineinzustellen in den politischen Kampf zur Erneuerung des deutschen Volkes. Das Kriegs- r ende nahte, eine Revolte löste die andere ab, j und, schwer verwundet, fast erblindet, lag dieser unbekannte Soldat des Weltkrieges im Lazarett. In ihm wuchs der Wille, das deutsche Volk aus seinen Nöten zu befreien. Jetzt begann der po­litische Kampf. um die Seele des deutschen Menschen.

Er gründete einen Arbeiterverein mit dem Ziele, dem deutschen Volke eine neue Weltanschau­ung zu geben'als. Voraussetzung für die Erneu-, erung des Volkes. So sind sie dann hinausgezo-. gen mit glühendem Herzen, mit glühender Liebe für Volk und Vaterland, an deren Spitze dieser unbekannte Gefreite des Weltkrieges, Adolf Hit­ler, marschierte. Und so vernahmen auch wir hier an der Nordwestecke Deutschlands von dem Willen dieses Mannes, wir hörten von seinen 25 Thesen, die er an die Tore Deutschlands schlug, diese 25 Thesen, die ein neues politisches Glau­bensbekenntnis sind, woran sich jeder wahrhaft echt deutsche Mann und jede wahrhaft echt deut­sche Frau aufrichten soll im Glauben an Deutsch­land; Gesetze, die nicht von Menschenhand ge­schaffen wurden, Gesetze, die der Himmel uns ge­geben hat, die da heißen: „Blut und Hei­materde", die da heißen: „Rasse und

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Seele"; Gesetze, die das deutsche Volk aus den Niederungen seiner Zerrissenheit emporführen sollen.

Kameraden der SA und Volksgenossen! Das alles hat Adolf Hitler in einem 14jährigen Rin­gen erfüllt. Wenn heute noch Menschen glauben, Adolf Hitler sei nicht der rechte Mann, so wollen wir nur die Tat des Führers herausstellen, daß er es war, der durch seinen Kampf das deutsche Volk zu einem einheitlichen politischen Glaubens­bekenntnis, dem Nationalsozialismus, geführt hat, und damit eine neue Weltanschauung und Gesell­schaftsordnung gegründet hat.

Es ist das Verdienst unseres Reichskanzlers, alle Schranken des Widerstandes gebrochen zu haben und für ein einheitliches Ziel, das ewiges Deutsch­land heißt, eingetreten und dabei rücksichtslos gegen alle Widersacher der Neuerstehung unseres Vaterlandes vorgegangen zu sein. Er legt allen eine Verpflichtung auf, nunmehr zu zeigen, daß das Deutschland vom 19. August sich nicht ge­ändert hat gegen den 12. November 1933. Das ist aber seit der Machtübernahme ein anderes Deutschland als in den 14 Jahren nach dem Kriege, und auch ein anderes Deutschland als der Jahrzehnte vor dem Kriege.

Der Gefreite des Weltkrieges

Wohl haben wir dem Eisernen Kanzler unend­lich zu danken, aber die Schranken der einzel­nen Länderhoheiten mit ihren kleinen Diadochen an der Spitze vermochten es nicht, den Traum der Jahrtausende, den Willen des deutschen Volkes, zu einem einheitlichen Volk und einem einheit­lichen Reich zu kommen, zu verwirklichen.

Es mußte erst der Gefreite des Weltkrieges aus­stehen und die flammende Fackel des Glaubens und des Willens für Freiheit und Ehre, für Ar­beit und Brot in das Volk hineinschleudern und durch einen unaufhörlichen Prozeß der Arbeit auf allen Levensgebieten unseres Volkes eine neue Lebensgrundlage zu schaffen.

Der große greise Feldherr des Weltkrieges, der einzige Präsident unseres deutschen Volkes, der Verkörpere! der Tradition, der Ehre und der Pflichterfüllung, das Vorbild eines echten deut­schen Mannes, verband sich mit dem jungen Adolf Hitler, der das deutsche Volk einer neuen Weltanschauung entgegenführte. Es ist die schönste Stunde der deutschen Ge­schichte, als am 21. März des vergan­genen Jahres der greife Marschall und der junge Soldat des Weltkrie­ges sich zu einem Bund die Hände reichten für Deutschlands Wohler­gehen. Und von dieser Stunde ab, deutsche Männer und Frauen, beginnt dann langsam die Wiedergenesung unseres deutschen Volkes. In allen Lebenslagen beginnen sich die Hände und die Geister wieder zu regen, alles arbeitet freudig mit am Wiederaufbau.

Wenn jemand glaubt, daß der Führer noch nichts geleistet hat, so irrt er sich gewaltig. Ver­langen wir von einem Adolf Hitler nichts Un­menschliches. Was in 14 Jahren durch die Män­ner der November-Revolte zerschlagen und zer­stört wurde, kann nicht in so kurzer Zeit wieder­gutgemacht werden. Auch ein Adolf Hitler kann nicht in wenigen Monaten Deutschland zurückfüh­ren zu den Zeiten der Blüte der Vorkriegszeit. Um diese Blüte wieder zu erreichen, bedarf es schweren Kampfes und schwerer Arbeit. Denn die deutsche Seele war krank und der deutsche Kör­per war krank. Sie waren alle auseinandergegan- gen; die Arbeiter der Stirn und die Arbeiter der Faust achteten einander nicht mehr. Erst der Führer Adolf Hitler schaffte hier Wandel, bis der deutsche Mensch wieder anfing, sich auf sein eigenes Ich im Rahmen seiner Person und im Rahmen seines Volkstums zu besinnen. Wir schick

ten uns an, dem deutschen Volk eine neue Gesell­schaftsordnung zu schaffen, die nicht urteilt nach dem Kittel eines Arbeiters und nicht nach Ge­burt und Eeldsack, sondern die den Menschen ein­zig und allein bewertet nach seiner Leistung für Deutschland, nach seiner charakterlichen Veran­lagung, nach seiner blinden Treue, seiner blinden Liebe, nach seinem blinden Glauben an Deutsch­lands Sendung in der Geschichte des eigenen Vol­kes und damit auch an seine Sendung für die Völker der Erde.

Kameraden, wir wollen Kämpfer und Verfechter sein eines aufrichtigen Friedenswillens, mit unserem Führer Adolf Hitler wollen wir zum Wähle unseres Volkes und Vaterlandes diesen Lebenskampf durchkämpfen, leder an seinem Platz, in gegenseitiger Anerkennung und Achtung der Persönlichkeit Werte schaffen und arbeiten, zu Nutz und Frommen unserer deutschen Kinder, denen wir einmal das Erbe unserer Arbeit in die Hände legen müssen. Denn, Volksgenossen, wir wollen doch arbeiten und schaffen und uns mühen, .damit wir dereinst auch bestehen können vor dem höchsten Richter, vor dem wir Rechenschaft abzulegen haben. Für uns Nationalsozialisten gibt es nur einen Kampf, das ist der Kampf und der Einsatz zur Erhaltung unserer Art und Rasse als der der Inhalt unseres Lebens.

Wenn wir Adolf Hitler am nächsten Sonntag unsere Dankesschuld abstatten wollen, weil er uns errette, wollen wir uns mit einigen Begriffen auseinandersetzen, Begriffen, die gelernt werden müssen, weil sie immer verfälscht wurden.

Röhm schon 1931 Verräter

Der Stellvertreter des Führers. Rudolf Hetz, sagte uns, als wir zur Tannenbergfeier hinausfuhren, es möge niemand in der SA. bei sich den Glauben auskommen lassen, als sei am 30. Juni Adolf Hitler zu hart ge­wesen. Es steht jetzt fest — und es wird darüber auch ein Bericht seitens der Regie­rung Adolf Hitler der deutschen Oessentlich- keit vermittelt werden — datz bereits im Jahre 1831 der Verräter Röhm sich mit unseren früheren feindlichen Mächten verbunden hat, um Geld zusammen- zuschnorren, um dann die SA. loszulösen von der Partei, sie politisch selbständig zu machen mit dem Ziele der Vernichtung Adolf Hitlers! (Psui-Rufe!) „Kameraden, von die­ser Minute an will ich das Wort „Rühm" euch gegenüber nicht mehr in den Mund nehmen." Dies steht fest, aus meinem Mund habt ihr vernommen, was Wahrheit ist, und ihr Kameraden, ich fühle es euch nach, habt lange Monate in einem Zwiespalt leben müs­sen. Man hat euch trennen wollen von uns. Es ist gleichgültig, ob ihr einen braunen oder schwarzen Bruder fragt: wir sind National­sozialisten, sind Glieder eines großen Kör­pers, der Deutschland heißt."

Ihr, Männer und Frauen, die Ihr aus irgend­einem Grunde bis zum 30. Januar 1933 nicht in die Reihen der Bewegung Adolf Hitlers einge­treten seid, wir bewerten Euch heute nicht als Menschen minderen Rechtes, wir sagen heute nicht, daß Ihr als Menschen zweiter Klasse ge­kennzeichnet seid. Adolf Hitler will alle 65 Mil­lionen Deutsche, die leben und von einer deut- chen Mutter geboren sind. zusammenfassen für das Ziel eines ewigen Deutschland (Fortsetzung auf Seite 2)

Das e/^cKcke „Ja/"

!?. L. Bremen. 13. August.

Der Führer hat vor nicht zu langer Zeit vor nationalsozialistischen Journalisten das Gleichnis vom Familienvater, der am Tisch mit seinen Kindern sitzt und ihnen täglich und immer wieder ein und dasselbe predigen muß, gebraucht und dieses Gleichnis auf das deutsche Volk bezogen. An dieses köstliche Bild, das von tiefer Liebe zum Volke sprach, werden wir bei der Volksabstimmung am 19. August erinnert. Eigentlich ist es eine Selbstverständlichkeit, daß jeder Deutsche, der nur ein ganz klein wenig logisch denken kann und'mit offenen Augen durchs Leben geht, am nächsten Sonntag seinen Stimm­zettel mit „Ja" abgibt. Aber wir wollen diese Selbstverständlichkeit mit der Beweis­kraft der Tatsachen untermauern, nicht, weil wir befürchten, daß diese Abstimmung nicht einen vollen Erfolg für den Führer bringen würde, sondern, um unser Volk zu über­zeugen, daß die Abstimmung, namentlich außenpolitisch gesehen, von emer so über­ragenden Bedeutung ist, wie noch keine po­litische Wahl je vor ihr es gewesen war. Wenn daher in diesen Tagen bis zum Sonn­tag vieles erzählt und geschrieben wird, was uns allen bekannt und in Fleisch und Blut übergegangen ist, so geschieht diese Auf­frischung des Geistes lediglich deshalb, daß jeder Volksgenosse auch mit ehrlichem Ge­wissen sein ehrliches „Ja!" abgeben kann. So ungebunden und frei, wie der Führer sich dem Volke gestellt hat, um die Uebernahme des Reichsprästdentenamtes sich vom Volke be­stätigen zu lassen, so frei und auch überzeugt soll das Volk dem Führer seine Ja-Stimme geben. Und wir sind ebenso überzeugt davon, daß das Volk, wenn es die Taten der na­tionalsozialistischen Regierung prüft, es nur zu einem Ergebnis kommen kann: „Führer, du hast unser Vertrauen. Unser „Ja" kommt aus ehrlichem Herzen. Wir müssen dir folgen, wenn wir unsere Zukunft glückhaft bauen wollen. Wir sind mit dir auf Gedeih und Verderb für immer verbunden! So will es das Schicksal und so will es Gott!"

Wir möchten den Mann kennenlernen, der heute noch die Stirn besitzt, zu behaupten, es hätte sich seit der Uebernahme der Macht durch Hitler nichts zugunsten des Volkes und des Reiches überhaupt geändert. Wie war es denn bis zum 30. Januar 1933? Konnte jemand sorglos sein Haus verlassen? Konnte man sich ohne Gefahr für Leib und Leben aus der Straße bewegen? Mord und Todschlag waren an der Tagesordnung. Die Verbrechen häuften sich in einem derartigen Ausmaße, daß zu einem großen Teil die Presse gar keine Notiz mehr davon nahm. Und nicht nur po­litische Verbrechen, auch die gemeinsten Ver­brechen aus Eigennutz und Mordgier began­gen, nahmen rasend überhand. Es war doch

so, daß wir bald in dieser Beziehung mit Wild-West-Verhältnissen in Konkurrenz tre­ten konnten. Der Verbrecher triumphierte, der ehrliche Mensch galt wenig mehr. Es war tatsächlich fünf Minuten vor zwölf. Ein Jahr später hätten wir die schönste Räuber- Republik in Deutschland gehabt — oder den Bolschewismus. Eines so schlimm wie das andere. Der moralische und der physische Tod lauerte vor jeder Tür. Das alte System stand im Zeichen der Gewissenlosigkeit. Deutscher, hast du etwa schon vergessen, wie man mit deinen Steuergeldern umsprang? Wie sich die Parteibonzen mästeten, wie Pa­läste der öffentlichen Hand entstanden, wie man, ungeachtet der steigenden Not, praßte und Völlerei trieb? Kannst du dich an die wohlbeleibten Schiebergestalten erinnern, die mit den notwendigsten Lebensmitteln und Be­darfsartikeln ihre unverschämten Geschäfte machten, nur immer darauf bedacht, ihren Geldbeutel zu füllen? Denkst du noch an die unzähligen Notverordnungen, die immer neue Not verordneten? Lohn- und Gehalts-

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