Ausgabe 
(11.8.1934) Nr. 220
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Nr. 220 / z. Vierteljahr

Sonnabend, 11 . August

Einzelpreis 15 Rps.

Bedeutsame Rede des Regierenden Bürgermeisters Dr. Martert

Nmorönung der Großschiffahrt

Liniendienste in Kürze verselbständigt / Gesunder Wettbewerb / Vor einer Wende im Außenhandel

Bremen, 10. August.

Regierender Bürgermeister Dr. Martert machte gestern im Schütting vor den Mitgliedern der Handelskammer Bremen grundlegende und rich- tungweisende Ausführungen über „Außenhandel und Seeschiffahrt", die in Kürze für das gesamte Weser—Ems-Eebiet praktische Bedeutung erlangen werden. Wir geben nachstehend den Eedankengang dieser wichtigen Rede wieder:

Der gegenwärtige Zeitpunkt, in dem sich die Wirtschaft des deutschen Volkes mit der Frage beschäftigt, Vorbereitungen für den Herbst und Winter zu treffen und in dem die große Waren- schau auf der Leipziger Messe vor der Tür steht, dürste geeignet sein, einen kurzen lleberblick über die verflossenen Monate zu geben.

Zunächst ist durch die Beauftragung des Herrn Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht mit der Füh­rung des Reichswirtschaftsministeriums auf dem Wege zur einheitlichen Wirtschaftsführung in Deutschland ein großer Schritt vorwärts getan. Wir alle kennen die starke und zielsichere Hand des Herrn Dr. Schacht. Wir wissen, daß er schon schwierigste Situationen bestanden hat — ich er­innere nur an die Herausführung des deutschen Volkes aus der Inflation — und haben das volle Vertrauen, daß die deutsche Wirtschaft unter sei­ner Führung einen geschlossenen und geraden Kurs in den Herbst und Winter hineinsteuert.

Hinsichtlich der S e eschiffahrt ist ja be­kannt, daß unter Führung des Reichsverkehrs­ministers in enger Zusammenarbeit mit Hamburg und Bremen eine Reorganisation der Uebersee- schiffahrt in Angriff genommen worden ist. Zu­grunde liegt die Reorganisation die von Herrn Bürgermeister Krogmann und mir vertretene und von den beiden Hansestädten getragene Auf­fassung, daß an Stelle großer Konzerne wieder einzelne von den Reedern geführte Linien ent­stehen sollen. Dem Plane liegt weiter zugrunde der Gedanke, daß die Seeschiffahrt auf eigenen Füßen stehen muß und daß sie grundsätzlich ohne Subventionen zu arbeiten hat, wenn sie gesund und lebenskräftig bleiben will. Wir wissen, daß diese unsere Auffassung auch von der großen See­fahrtnation England geteilt wird, während andere Nationen glauben, mit Subventionen ihre Seeschiffahrt hochentwickeln zu können. Die Schwierigkeit für die deutsche Seeschiffahrt liegt in der Abwertung. der Valuten vieler Länder, wodurch einem Lande wie Deutschland, das seine Währung auf Eoldbäsis hält, in der Preisfrage für Frachten und Personen schwierige Aufgaben gestellt sind. Diese Schwierigkeiten müssen über­wunden werden, denn wir sind uns mit unserem Führer und Reichskanzler und dem Reichsbank­präsidenten darüber völlig einig, daß eine Ab­wertung der Mark nicht in Frage kommen kann.

Die Durchführung der Reorganisation der Seeschiffahrt ist jetzt soweit gediehen, daß greif­bare Pläne für die Fahrt nach Südamerika- Ost k Liste, die Afrika-Fahrt und die Le­vante-Fahrt ausgearbeitet sind und dem Reichsverkehrsministerium vorliegen. Der Führer der deutschen Seeschiffahrt, Herr Staatsrat Etz berger, hat seine Ausgabe, in dieser Richtung für das Reichswirtschaftsministerium gutachtlich tätig zu sein, mit Ernst und Energie angefaßt, so daß die Hoffnung besteht, noch in diesen Monaten znm Ziel zu kommen.

Für Bremen ist es nicht mehr leicht, Lei, dem natürlichen Uebergswicht von Hamburg die Blüte seines Hafens aufrecht zu erhalten. Aber die in Berlin ebenso wie in Hamburg und Bremen an­erkannte Tatsache, daß der gesunde Wettbe­werb zweier deutscher Ausfallstors nach llebersee notwendig ist, verschafft sich immer wieder Gel­tung und wird letzten Endes des Reorganisati­onsplan gestalten.

Die enge Zusammenarbeit zwischen den Bürger­meistern der beiden Hansestädte verbürgt auch, daß der Wettstreit nicht Formen eines tödlichen Konkurrenzkampfes annimmt, der für das deutsch« Volk nur schädlich wäre.

Einige Sorg« bereitet noch der Europa­dienst. Aber auch hier wird ein Ausweg ge­sunden werden, und ich bin der festen Ueberzeu­gung, daß, wenn an die Mitarbeit und die Opferfreudigkeit der Bremer Wirt­schaftskreise appelliert wird, sie sich den Er­fordernissen unserer alten Hansastadt nicht ver- fchliehen werden.

Der Außenhandel

hat nicht weniger schwierige Fragen zu lösen. Auch hier ist die Schwere der Aufgabe dadurch bedingt, daß die Abwertung der fremden Valuten unsere Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt. Es wird deshalb nach Mitteln und Wegen gesucht, um diese Wettbewerbsfähigkeit herzustellen, ohne auf den Weg der Subvention zu verfallen.

Niemand, der die Wirtschaft Deutschlands und der anderen Länder kennt, wird auf die Tau«' glauben können, daß z. B der am ii?-. f'd afrikanische oder australische Farmer ici::e 7lo'-

stoffe, wie Baumwolle, Wolle, Tabak usw. anbaut, um sie mangels Absatzmöglichkeit nach Deutschland seiner Regierung anzubieten.

Vielmehr werden sie alle dahin streben und auch bei ihren Regierungen vorstellig werden, mit Deutschland einen Weg zu suchen und zu finden, um den Absatz wieder auf die alte Höhe zu brin­gen.

Auch von Deutschland aus sind ernsthafte Be­strebungen, die Erfolg versprechen, in die- fer Richtung in Gang. Dazu bedarf es Sachkennt­nis und vorzüglicher Einrichtungen, wie wir sie etwa in der Baumwollbörse in Bremen haben. Das Reichswirtschaftsministrrium erkennt diese Organisation vorbehaltlos als vorbild­lich an.

Wir wissen, daß der rein primitive Tausch in der heutigen Zeit auf die Dauer die Lösung nicht bringt, sondern daß für die Tauschidee, auf der ja

letzten Endes jeder Außenhandel beruht, Wege zu beschreiten sind, die den Absatzbedürfnissen und den Finanzierungsmöglichkeiten entsprechen. Die Findigkeit des Kaufmanns und der für den Export arbeitenden Industrie muß hier die richtigen Wege erkunden und beschreiten und wird es. tun, wenn die schützende Hand des Reichswirt­schaftsministers über ihr schwebt.

Zur Findigkeit muß auch die Opferbereit­schaft und der Wagemut kommen, begründet auf dem Optimismus, daß das deutsche Volk über alle Schwierigkeiten hinweg unter der Führung Adolf Hitlers vorwärts geht! Wir müssen und werden auch in Deutschland die Gehirn« der Chemiker und Techniker anspannen, um der Natur das abzutrotzen, was sie in anderen Himmelsgegenden und Klimate» freiwillig und im Uebermaß spendet.

Wir haben schon überraschende Erfolge damit erzielt, wie die Herstellung des Stickstoffs z. B. zeigt, und je weniger Verständnis im Auslande für die natürliche Ingangsetzung des Warenaus­tausches besteht, um so mehr wird Liese Anstren­gung in Deutfchland erfolgen. Das bedeutet aber nicht, daß wir etwa uns gegen den Warenaus­tausch grundsätzlich einstellen, sondern im Gegen­teil:

Der Grundsatz des deutschen Volkes im national­sozialistischen Dritten Reich wird immer sein, daß der Wohlstand aller Völker die beste Grund­lage für eine friedliche Menschheit ist, die sich in der Kultur fortschreitend herausentwickelt und bei allen Völkern einen angemessenen Lebens­standard erzeugt.

Deutschland wird unter Führung Adolf Hitlers nicht müde werden, aus diesem Wege voranzu- schreiten!

Oesterreich und das Deutschtum

Bundeskanzler Schuschnigg: Dollfußkurs wirb nicht verlassen! / Schönberg- Hartenstein: Wir werden nie unsere gesamtdeutsche Mission vergessen

Wien, 1b. August

Bundeskanzler Schuschnigg hat vor feiner Abreise nach Ungarn dem Wiener Vertreter der Stephani-Agentur eine Erklärung über sein weiteres Regierungsprogramm gegeben, in der er u. a. ausführte: Die österreichisch« Re­gierung werde den Aufbau des ständisch geglie­derten, nach christlichen Grundsätzen autoritär geführten Staates vollenden. Die Autorität solle nicht blindlings von oben her kommen, sondern im Volke verwurzelt sein, so wie auch die voll­endete Autorität Mussolinis von der überwälti­genden Mehrheit des italienischen Volkes ge­tragen werde.

Ueber den autoritären, christlich gegliederten Staat wolle die Regierung zum inneren Frieden kommen. Nur über eine Epoche des inneren Friedens könne der wirtschaftliche Wie­deraufbau gelingen. Die Regierung wolle eine Regierung des ganzen Volkes, eine Regierung der Arbeiter, Bauern und Bürger sein.

Sie wolle die Bevölkerung vor allem davon überzeugen, daß Not und Arbeitslosigkeit nicht mit Gewalt oder Aufruhr gelöst werden könnten, son­dern nur durch Eintracht und friedliche Zusammen­arbeit. Das sei ein Programm des inneren Friedens. Frieden bedeute aber nicht Schwäch«; wer den inneren Frieden mit Gewalt oder durch andere Umtriebe stören wolle, werde die Regie­rung zu gegebener Stunde hart finden.

In der Außenpolitik werde die Regierung den österreichischen Kurs des Bundeskanzlers Dollfuß nicht verlassen. Sie werde vor allem jene Wirtschaftspolitik, die in den römischen Proto­kollen ihren Ausdruck gefunden habe/ ganz im Geiste der Männer durchführen, die diese Proto­kolle unterschrieben hätten. Die Erhaltung der vollen Selbständigkeit und Unab­hängigkeit Oesterreichs übernehme die Re­gierung als den unverrückbaren Grundsatz ihrer Außenpolitik.

Die Regierung könne sich mit einer theoretischen Anerkennung der Unabhängigkeit nicht begnü­gen, sondern sie müsse darauf dringen, daß jeder Versuch einer illegitimen oder gewaltsamen Ein­flußnahme auf die inneren Angelegenheiten un­terbleibe. Die Regierung habe nicht die geringste Sorge um den deutschen Charakter des Landes, denn niemand denke daran, dem österreichischen Volk seine Art und sein nationales Wesen zu nehmen.

In diesem Zusammenhang will Schuschnigg einen scharfen Unterschied zwischen politischen und kulturellen Aufgaben machen: Es

könne in Oesterreich eine nationale Frage nie­mals in kulturellem, sondern nur im engsten politischen Sinne — genauer gesagt, nur in par­teipolitischem Sinne — geben.

Essen, 10. August.

Generaloberst FürstSchönburg-Hartem stein, der als offizieller Vertreter der öster­reichischen Wehrmacht an den Trauerfeierlich­keiten für den verstorbenen Reichspräsidenten Ge­neralfeldmarschall von Hindenburg teilgenommen hatj äußerte sich in einer Unterredung mit dem Vertreter der „National-Zeitung" über seinen Besuch in Deutschland und seine Ein­drücke-

Der Fürst entstammt einem uralten deutschen -'»delsgeschlkcht. Der nun 71jährige war während

er Jahre 189ä bis 1897 österreichischer Militär-

vollmää/'gter in Berlin. Während des Well­iges befehlige er die österreichisch«,' Truppen

in Tirdl und leitete die große Offensive gegen die Italiener im Jahre 1917, an der deutsche Truppenabteilungen hervorragend beteiligt waren. Bekanntlich war der Fürst auf Bitten des ver­storbenen Bundeskanzlers Dollfuß im vorigen Jahre als Heeresminister in das österreichische Kabinett eingetreten, trat aber angesichts der Entwicklung der Dinge in Oesterreich später zu­rück.

Fürst Schönburg-Hartenstein betonte gleich eingangs der Unterredung, daß er ein sehr guter Teutscher sei und daß es ihn über alles schmerze, daß zwischen dem Brudervolk ein derartiger Zwist überhaupt ausgebrochen sei. „Es war für mich", so führte er aus „ein tiefes Erlebnis, als Vertreter der österreichischen Wehrmacht an dem Leichenbegängnis des verstorbenen Generalfeld­marschalls von Hindenburg teilnehmen zu dürfen. Die zwei Tage in Berlin und Tannenberg werden für mich in immerwährender-Erinnerung bleiben. Ich war mein ganzes Leben nicht Politiker, son­dern nur Soldat. Und gerade deshalb, im Ge­denken an die viereinhalbjährige Waf­fenbrüderschaft, wo reichÄeutsche und österreichisch« Truppen Schulter an Schulter kämpften, wo Teutsche aller Stämme und Gaue sich zusammenfanden in der Verteidigung ihres großen deutschen Vaterlandes, berührt es mich sehr schmerzlich, wenn ich den Bruderzwist sehe, der zwischen den deutschen Gauen ausgebrochen ist!!

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Nach der künftigen Einstellung Oesterreichs gegenüber dem Reich befragt, bemerkte der Fürst: Ich bin nicht befugt, über Politik zu sprechen. Doch ist Bundeskanzler Schuschnigg ein aufrichtiger und ehrlicher Deutscher, der das Eesamtdeutschtum immer und immer wieder betont hat. Es wird und muß einen Weg der Verständigung gebe». Von unserer Seite ist der Wille da, hat doch auch Adolf Hitler erst vor wenigen Tagen einem aus­ländischen Korrespondenten erklärt: „Wir werden Oesterreich nicht angreifen, aber wir können die Oesterreicher nicht hindern, ihre frühere Verbin­dung mit Deutschland wiederherzustellen."

Fürst Schönburg-Hartenstein gab der Zuversicht Ausdruck» daß es Adolf Hitler, der so Großes ge­leistet habe, auch gelingen werde, den Konflikt zweier Brudervölker beizulegen. Was immer auch kommen möge, so schloß er, wir Deutsche Oester­reichs werden nie und nimmer unsere gesamt­deutsche Mission vergessen. Wir Deutsche Oester­reichs werden unser Schicksal nie und nimmer in nichtdeutsche Hände legen.

Deutsch-russisches Protokoll

Im Reichswirtschastsministerium haben aus Grund des deutsch-sowjetrussischen Wirtschafts­protokolls vom 2V. März dieses Jahres mit Ver­tretern der Handelsvertretung der UdSSR. Ver­handlungen über die Abnahme sowjetrussischer Waren stattgefunden. Diese Verhandlungen haben zum Abschluß eines Protokolls geführt, welches am 8. August unterzeichnet worden ist.

Gauleiter Bürckel Saarbevollmächtigter

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Neustadt a. H., 19. August.

Der Führer und Reichskanzler hat ! en pfälzischen Gauleiter Joseph Bürckel «n Stelle des zum deutschen Gesandten in Wien ernannten Herrn von Papen zum Saarbevoll nächtigten der Rerchsrsgierung ernannl

Joseph Bürckel ist einer der bekanntesten Vor­kämpfer der Bewegung. Auf einem der gefähr- detsten Posten in der ehemals besetzten Pfalz, hielt der außergewöhnlich geschickte und geistvolle Platzhalter des Führers die Stellung, immer und stets im Angriff liegend. Er hatte nicht nur gegen die Besatzung zu stehen, sondern auch gegen die schwarz-rote Interessengemeinschaft zu fechten, und als die trüben Wellen eines landesverräteri- schen Separatismus das für die Reichseinheit so wichtige pfälzische Erenzland umspülten, da stellte er seinen Mann, wie jeder aufrechte Pfälzer. 2n späteren Gerichtsverhandlungen mußte zum Be­dauern seiner politischen Gegner festgestellt wer­den, daß „der Gauleiter der Pfalz in vorderster Front durch tapfere Tat sein Deutschtum unter Beweis stellte"

Persönlich außerordentlich bescheiden und an­spruchslos, vorbildlich in seiner Lebenshaltung, ist Joseph Bürckel wahrhafter Sozialist im besten Sinne des Wortes.

Das deutsche Saarvolk, von Natur aus mit feinem Empfinden ausgestattet, sieht in Gauleiter Bürckel den treuen Gefolgsmann des Führers und den Sachwalter des Deutschtums, den Wah­rer deutscher Ehre in der Westmark. Die politischen wirtschaftlichen und kulturellen Fäden, die Pfalz und Saar von jeher verbanden, sind von nun an enger geknüpft. Aus der Landschaft der bedrohten Westmark hervorgegangen, ist Joseph Bürckel einer der besten Kenner ves Saarproblems.

Das Saarvolk ist dem Führer dankbar, einem Manne die Verantwortung in die Hände gelegt zu haben, der durch zehnjährigen Kampf im um­strittenen Gebiet Beweis dafür erbracht hat, daß er Nationalismus und Sozialismus in seiner Perlen n«rki>rp»rk

L. 1. Die Reichsregierung hat das deutsche Volk für den 19. August zu einer Volks­abstimmung aufgerufen. An diesem Tage soll die bereits durch Gesetz vom 2. August d. I. vollzogene Tatsache der Zusammen­legung der beiden höchsten Aemter des Reiches und der damit verbundenen Ueber- tragung der Befugnisse des Reichspräsiden­ten auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler vom Volke gebilligt werden. Der 19. August soll nicht etwa eine ver­fassungsmäßige Bestätigung dieses Gesetzes sein, dazu hat die Regierung genug Voll­machten — die Volksabstimmung hat viel­mehr ihre Grundlage darin, daß in allen für Volk und Vaterland schicksalhaften Fragen das Volk selbst seine Stimme ab­geben soll. Der Führer hat stets darüber gewacht, daß in den Kampfjahren Vertrauen die Grundlage der Bewegung war, und er wacht heute darüber, daß Vertrauen die Grundlage des nationalsozialistischen Staa­tes ist.

Es gibt auch heute schon wieder Leute, die glauben, in dem 19. August eine Rückkehr zu Methoden der Weimarer Verfassung sehen zu können. Ihnen ist zu antworten: Die vom Führer gewünschte Volksabstimmung ist keine „Konzession für die Masse", sondern der Ausdruck der Sicherheit einer in sich gefestigten Staatsfllhrung. Der na­tionalsozialistische Staat ist nicht Selbstzweck, sondern er dient dem Volke. Und aus diesem Grunde soll das Volk selbst über seine Füh­rung und sein künftiges Schicksal entschei­den.

Nach dem Tode des Reichspräsidenten von Hindenburg hat Reichskanzler Adolf Hitler die alleinige Führung der deutschen Nation übernommen. Er hat die schwere Verantwor­tung, die er bisher mit dem verewigten Reichspräsidenten teilte, allem auf seine Schultern genommen. Das Vertrauen, das das Volk dem großen Feldmarschall des Weltkrieges entgegen gebracht hatte, kon­zentriert sich nunmehr allein auf den Füh­rer. In seiner Hand liegt das deutsche Schicksal.

Seit der Uebernahme des Staates durch den Nationalsozialismus hat sich unter der Führung Adolf Hitlers in unserem Volke ein Erneuerungsprozeß vollzogen, der etwas Einzigartiges und Gewaltiges darstellt. Die

Freiheit der Wahl gewährleistet

Berlin, 19. August.

Der Herr Reichsminister des Innern hat ange­ordnet, daß bei der Abstimmung am 18. August für den Schutz der Stimmlokale und der Abstim­menden unbedingt zu sorgen ist. Die zuständigen Stellen sind ferner angewiesen worden» jede mögliche Vorsorge zu treffen, daß die Stimm­berechtigten entsprechend der ausdrücklichen An­ordnung des Reichskanzlers ihren Willen in sreier und geheimer Abstimmung bekunde» können. Nie­mand darf in der Ausübung seines Stimmrechts behindert werden. Jede Belästigung von Stimm­berechtigten, namentlich auch vor den Stimm­lokale», soll mit allenMitteln verhindert werden.

Auffassungen von Volk und Politik, von Kultur und Wirtschaft, vom Leben überhaupt haben sich grundlegend gewandelt. Parla­ment und Parteien wurden vernichtet, die Einheit der deutschen Nation hergestellt. Und alles dieses konnte nur geschaffen wer­den durch den Glauben des Volkes an seinen Führer.

Heute hält Adolf Hitler als Oberhaupt der deutschen Nation das Leben 65 Millionen '"utscher Volksgenossen in seiner Hand. Und wenn wir in einer Woche wieder zur Wahl­urne schreiten, um ihm das Gelöbnis unver­brüchlicher Treue und bedingungsloser Ge­folgschaft auszudrücken, so werden wir an diesem Tage nicht das Schauspiel vergange­ner Wahlkämpfe um die Bestellung des Füh­rers der deutschen Nation erleben.. Das deut­sche Staatsoberhaupt wird nicht mehr wie bisher auf dem Verrechnungswege bestimmt, wo drei oder vier Kandidaten um die Stim­men heischten. AdolfHitleri st unser Führer, und am 19. August geht es nicht um einen „Wahlerfolg", sondern um ein Bekenntnis innerer Geschlossenheit und un­zerstörbarer Verbundenheit zwischen Volk und Führer. Der 19. August soll ein Appell der Gefolgschaftstreue

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