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Nr. 218 / z. Vierteljahr
Donnerstag, y. August
Einzelpreis 15 Npf.
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Bier Vunkte für einen angeblich bevorstehenden Wiener Schritt
Was plant Oesterreich?
Wenn der Wunsch der Vater des Gedankens ist
Große Rede des Führers am i?. August
Berlin, 8. August.
Am Freitag, dem 17. August, wird abends um 8 Uhr der Führer über alle deutschen Sender zum deutschen Volke sprechen. Die Rede soll an allen Orten auf die öffentlichen Plätze übertragen werden, ferner ist die Rundsunkorganisation der NSDAP. mit der Organisierung eines großen Gemeinschaftsempfanges beauftragt, damit jeder einzelne Volksgenosse die Möglichkeit hat, die Rede des Führers zu hören. Besitzer von Rundfunkgeräten sollen Hausbewohner, die keinen Rundfunkapparat haben, zum Abhören der Rede des Führers in ihre Wohnung einladen.
Am Montag, dem 13. August, wird um 8.3Ü Uhr abends Reichsminister Dr. Goebbels über die Reichssender Berlin und Deutschlandsender ebenfalls zum deutschen Volke sprechen. Auch für diese Veranstaltung ist ein Gemeinschastsempfang vorbereitet.
Evangelische Nalionalsynode
Berlin, 8. August.
Die Nationalsynode der deutschen evangelischen Kirche tritt am Donnerstagmittag im Preußen- haus zu einer außerordentlich wichtigen Tagung zusammen. Die Beschlüsse und Auswirkungen dieser Tagung werden, wie der Rechtswalter der deutschen evangelischen Kirche, Ministerialdirektor Jäger, am Mittwochabend in einer Pressebesprechung ausführte, von entscheidender Bedeutung für di« Befriedung der Kirche sein.
Den wichtigsten Vorgang des letzten Jahres hätte die Eingliederung der Landeskirchen gebildet. Die Aufnahme der Landeskirchen in ein noch innigeres Verhältnis zur Reichskirche bedeute praktisch, datz die Gesetzgebung der einzelnen Landeskirchen nunmehr auf die Reichskirche übergegangen sei.
Es gibt heute nur noch drei Landeskirchen, die noch nicht eingegliedert sind: Bayern, Württemberg und die reformierte Landeskirche Hannover mit dem Sitz in Aurich. Für die Aufnahme der letzteren werde der Synode ein besonderes Gesetz vorgelegt,. das dazu führen werde, daß alle törichten Angriffe verschwänden.
Die Eesetzgebungsgewalt werde fortan allein von der Reichskirche ausgeübt.
Die kirchenpolitische Linie werde nicht mehr von parlamentarischem Wissen bestimmt sein, sondern von der Reichskirchenleitung im Einklang mit der Eesamtsiihrung des Volkes bestimmt werden.
Gegen den Willen der reformierten Landeskirche soll ein Bekenntnisgesetz nicht ergehen, um jede Eewissensvergewaltigung zu verbieten. Eine weitere Vorlage betreffe den Diensteid der Geistlichen und der Kirchenbeamten. Hauptpunkte bei dem Eid seien Anerkennung des Führers, Anerkennung des Volkstums und Opferbereitschaft dafür sowie Einsetzen für den speziell kirchlichen Dienst.
Schließlich beschäftigt sich ein Gesetz mit der Beflaggn ng von Kirchen und kirchlichen Gebäuden. Die kirchliche Beflaggung sei weder eine Bekenntnisfrage noch eine Kulturfrage, sondern eine Frage im irdischen Raum und eine Frage des Zusammenhanges mit der Volksgemeinschaft. Die Kirchen und Kirchen- gebäude dürften daher keine anderen Flaggen mehr zeigen als die allgemeinen Flaggen der Volksgemeinschaft.
„Auf legalem Wege"
Eine Präger Zeitung über Hitlers Aufstieg zur Macht
Prag, 8. August.
Unter der lleberschrift „Auf legalem Wege" dringt die in der Tschechoslowakei vielleicht ver- breitetste tschechisch-nationaldemokratische „Narodny Politika" eine ausführliche Darstellung des Aufstieges Hitlers zur Macht, als dessen besonderes Kennzeichen das Blatt feststellt, datz der Führer bei allen seinen Handlungen zu seinem Ziele stets den Weg des Gesetzes befolgt hat. Auch die sogenannte „Diktatur" Hitlers, schreibt die Zeitung, ist legal zustandegekommen und ist lediglich der Ausdruck des Eesamtwillens desBolkes. Obwohl Hitler durch die nationalsozialistische Revolution und durch die tatsächliche Macht es nicht notwendig hätte, versäumt er doch nicht, Las Volk in jeder bedeutenden Angelegen- beit um seine Meinung zu fragen. Gerade deshalb hat dieses zu seiner Führung tiefstes Vertrauen. 2m Gegensatz dazu stellt das Blatt die österreichischen Verhältnisse, wo Dollfutz zwar auch unumschränkt zu regieren trachtete, es aber allein im Verlaufe dieses Jahres zwei heftige Revolutionen gab, die nicht weit vom Bürgerkrieg entfernt waren. Wörtlich schließt das Blatt: „Es ist daher eine bedeutsame Belehrung, datz in den Angelegenheiten der internationalen Politik, die natürlich auch unsere Außenpolitik betrifft, die Welt es nicht nur mit Hitler zu tun hat, sondern stets auch mit dem gesamten Deutschen Reich und dem Volke, das in sich denselben Geist hat als sein nunmehr unumschränkter Führer Adolf Hitler.
(vrulitl,erlebt unserer Serliner Svdriktleitunp:) 81V. Berlin, 8. August.
In wohlunterrichteten politischen Kreisen der' Reichshauptstadt weist man unsere Berliner Schriftleitung darauf hin, datz die deutschfeindliche Presse in Frankreich und Oesterreich sowie «in Teil der italienischen Tageszeitungen schon am Tage nach der Beisetzung Hindenburgs erneut damit begonnen habe, die inzwischen wesentlich beruhigte Stimmung wieder gegen Deutschland aufzuputschen, um damit neuerdings den Boden zu bereiten für einen diplomatischen Schritt Oesterreichs in Berlin.
Ausländische Zeitungen haben bereits „vier Punkte" aufgestellt, die angeblich den Inhalt abgeben sollen für eine Intervention. Diese Bedingungen sollen sich wie folgt gliedern:
1. Auflösung der österreichischen Legion, die angeblich 7060 Mann stark sein soll:
2. Auflösung des österreichischen Kampfringes in Deutschland:
3. Aufhebung der österreichischen Eauleitung und Landes-Inspektion, die in München ihren Sitz und ihre Zweigniederlassungen in verschiedenen Städten Deutschlands haben;
4. Einstellung der gegen Oesterreich gerichteten Rundfunk-Propaganda.
Man sieht, datz der Wunsch der Vater des Gedankens ist. Die Verfolgung der deutsch-bewußten österreichischen Bevölkerung soll also auch innerhalb der deutschen Grenzen fortgesetzt werden.
Ferner soll «ine Gegenwehr gegen die unverschämten Angriffe von Radio-Wien unterbleiben. Man will Deutschland jede Möglichkeit nehmen, den Lllgennachrichten entgegenzuwirken, die über di« wahre Stimmung in Oesterreich systematisch verbreitet werden. Man will das Deutschtum in Oesterreich wie in allen Ländern deutscher Zungen mundtot machen. Nachdem in Oesterreich selbst die Zensur und die Inquisition mit Feuer und Schwert gegen die deutschstämmige Bevölkerung vorgeht, nachdem auch die Schweizer Presse und der Schweizer Rundfunk in die deutschfeindliche Front eingespannt sind, soll jetzt der Generalangriff auf den letzten Hort des österreichischen Deutschtums bis nach Deutschland vorgetragen werden. Man darf einem solchen Schritt mit aller Ruhe entgegensehen.
AttteesteUrrttyew
k. blü. Vor einigen Tagen hat der Führer und Reichskanzler, wie wir berichteten, in einer zwanglosen Unterredung mit Ward Price, dem bekannten Korrespondenten der „Daily Mail", erneut seinen unerschütterlichen, mit zahlreichen Erklärungen des toten Reichspräsidenten übereinstimmenden Friedenswillen bekundet. Die gradlinige Außenpolitik Adolf Hitlers fand während des Gesprächs in dem jedermann verständlichen Satz ihren Ausdruck: „Soweit es an Deutschland liegt, wird es keinen neuen Krieg geben." Auch sonst gab der Bericht des englischen Journalisten Aeußerungen des lertenden Staatsmannes Deutschlands wieder, die sich jeder diplomatischen Zweideutigkeit enthielten und gewissen Auslegungskünstlern des Auslandes für diesen Fall jede Betätigungsmöglichkeit entzogen. Der Kanzler lehnte es ebenso offen wie bestimmt ab, Deutschland die Rolle eines vertauschbaren Objektes anderer Staaten spielen zu lassen: Nicht das Ausmaß der Rüstungen, sondern ihre Ungleichheit würde die Gefahren eines Krieges schaffen, indem sie die stärkeren Nationen ermutigt, ehrgeizige Pläne zu hegen, die die schwächere Nation nicht dulden kann. „Wir verlangen nur, daß utzsere jetzigen Grenzen aufrechterhalten bleiben sollen." Kann man den Defensiv- Charakter der deutschen Außenpolitik noch deutlicher zum Ausdruck bringen?
Während die englische Presse im allgemeinen die klaren Darlegungen des Führers richtig verstanden und gewürdigt hat, haben sich maßgebende Pariser Blätter sogar durch das während der Trauer um Hindenburg beobachtete Schweigen der deutschfeindlichen Hetze nicht von einer sinnlosen, zum Teil gehässigen Polemik gegen den Kanzler zurückhalten lassen. Da sich gegen den Inhalt der Friedensbekenntnisse Adolf Hitlers auch auf Grund spitzfindiger völkerrechtlicher Ueberlegungen nichts Positives sagen läßt, setzt man ohne jeden greifbaren Anlaß in die Ehrlichkeit des Führers und Reichskanzlers Zweifel. Eine sehr billige, aber auch sich selbst richtende Methode! Was würden die Franzosen wohl sagen, wenn deutsche Zeitungen im Anschluß an öffentliche außenpolitische Erklärungen des Staatspräsidenten Lebrun oder des Ministerpräsidenten Doumergue die Meinung vertreten würden: „Das ist alles an sich recht interessant, was da gesagt wird, aber es entspricht nicht der Wahrheit, die französischen Staatsmänner reden anders, als sie im Geheimen denken und handeln, zu deutsch: sie lügen!" Die Franzosen würden eine derartige Unterstellung als eine im zwischenstaatlichen Meinungsaustausch nicht übliche Kampfesweise entrüstet zurückweisen. Mit Recht! Die Pariser Schriftleiter haben zudem seit dem Tage, da Adolf Hitler in Deutschland ans Staatsruder berufen wurde, Zeit und Gelegenheit genug gehabt, sich ein eigenes Urteil über den makellosen Charakter und die grenzenlose Aufrichtigkeit des Kanzlers zu bilden. Sie haben zu leichtfertigen Verdächtigungen und Verunglimpfungen unseres Führers um so weniger Veranlassung, als dieser stets mit voller Anerkennung und ehrlicher Achtung von der französischen Nation und ihren Vertretern gesprochen bat.
Es mutz oen allzu gewissenlosen Polemikern jenseits der Rheinlandgrenze einmal offen gesagt werden: Wer Adolf Hitler der Unwahrhastigkeit bezichtigt, beleidigt das deutsche Volk! Denn hinter ihm, dem Träger des höchsten Staatsamtes, steht in einzigartiger Geschlossenheit — die freie und geheime Volksabstimmung am 19. August wird es aller Welt abermals demonstrieren — die anze Nation. Wir wissen, daß Diplomaten er alten Schule, deren traditionelle Lehr- stätte noch immer der Quai d'Orsay ist, sich der Sprache gern zur Verschleierung ihrer Gedanken bedienen. Aus den Zeiten der November-Demokratie marxistischer Prägung her kennen wir aus eigener Anschauung jenen Typ des Redners, der sich rühmte, zu sprechen ohne etwas zu sagen. Der Führer und Reichskanzler hat es wirklich nicht nötig, sich in jenen zweifelhaften Künsten zu üben, oder nach dem Rezept aus Goethes „Faust" zu handeln: „Mit Worten läßt sich trefflich streiten, mit Worten ein System bereiten..." Er hat sich vielmehr vor entscheidenden Stunden, da aufgeregte Parlamentarier sich die
Hllüt .es sonst Neues
Der Führer dankt Danzig
Neun Wachbeamte vor dem Wiener Militärgericht
Schweizer Grenzbesestigungspläne Wieder Zusammenstöße in Algerien
Eine Lektion für die Gaarkommissi'on
Die Beschlagnahmungen bei der Deutschen Front, beim DRV. und der „Gaarkorresponbenz" im Saargebiet als ungerechtfertigt aufgehoben
' ' ' ' Saarbrn^en, 8: 'Äußüst.
Der Untersuchungsrichter des Saargebirtes hat auf die Beschwerde der-Landesleitung der Deutschen Front und der „Saarkorrespondenz" eine Verfügung erlassen, nach der die von der Regie- rungskommission veranlatzte Beschlagnahme der Akten am 24. Juli zu Unrecht erfolgt und sofort aufzuheben sei.
Zum allgemeinen Befremden der Saarbevölkerung hatte sich die Regierungskommission bekanntlich am 24.-Juli veranlaßt gesehen, mit schärfsten und einschneidendsten .Maßnahmen gegen die Landesleitung der Deutschen Front und die beiden hiesigen Nachrichtenbüros, DNB. und „Saarkorrespondenz", vorzugehen. An diesen Stellen fanden unter Heranziehung eines beträchtlichen Polizeiaufgebots, das auf Fahndung nach Schwerverbrechern schließen ließ, am 24. Juli ausgiebige Haussuchungen statt. Sämtliche Akten wurden beschlagnahmt.
Diesem Vorgehen war der ungeheuerliche, völlig unbegründete Verdacht der Anstiftung zum Morde und die Vermutung einer Mittäterschaft an dem Attentat auf den Emigrantenkommissar Machts zugrunde gelegt. Di« drei Bürohäuser der Deutschen Front wurden sogar für sechs Tage versiegelt, so datz die gesamten Arbeiten der Landesleitung lahmgelegt waren. Selbstverständlich hatten die betroffenen Stellen sofort Beschwerde eingelegt.
In eingehenden Begründungen - wurde dem Amtsgericht dargelegt, daß die Deutsche Front sowie die beiden Nachrichtenbüros aufs schärfste Verwahrung gegen die sie betreffenden Maßnahmen einlegen müßten. Die Regierungskommission jedoch hatte dem Amtsgericht hierauf erklärt: das Vorgehen gegen, die Deutsche Front stütze sich aus den begründeten Verdacht, datz die Auswirkungen der Deutschen Front nach Aufbau, Untergliederung, nach Verbindung, Beziehungen und nach dem Geschäftsgebaren «ine Gefährdung der Regierungsautorität und damit der öffentlichen Ruhe, Ordnung und Sicherheit bedeuteten.
Dieser Gefahr müßte die-Regierungskommission mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln vorbeugend entgegentreten. Diese Begründung der Regierungskommission sollte sinngemäß auf di« Beschlagnahme im DRV. und bei der Saar- korrespondenz Anwendung finden. Aus der Begründung der Regierungskommission ging jedoch eindeutig hervor, datz sie von ihrem ursprünglichen Mordverdacht abrückte und den von ihr angeordneten Beschlagnahmen nachträglich andere, allgemeiner gehaltene Gründe, wie Gefährdung der Staatssicherheit, unterschob. Unterdessen waren dem DNB. sämtliche Akten zurückerstattet worden, und es lag kein« Veranlassung mehr vor, die Beschwerde aufrecht zu erhalten. Selbstverständlich konnten sich die Landesleitung der Deutschen« Front und die Saarkorrespondenz diese Ansicht der Regierungskommission nicht zu- eigen machen und bestanden auf ihrer Beschwerde.
Heute hat nunmehr der Untersuchungsrichter der Land'esleitung der Deutschen Front'ünd der Saarkorrespondenz seine Entscheidung mitgeteilt In der sehr ausführlichen Begründung heißt es:
Eine so umfassende und schwere Maßnahme wie die bei der Deutschen Front vorgenommene Beschlagnahme erheischte zum mindesten, daß irgendwelche Anhaltspunkte für die Beziehungen des Attentäters Baumgärtner zur Deutschen Front
vorhanden seien. Ganz abgesehen von den allgemein dagegensprechenden Erwägungen hat die bisher gerade auch in dieser Richtung geführte Voruntersuchung nicht das Geringste für Beziehungen zwischen dem Machts-Attentiiter und der Deutschen Front ergeben. Die Beschlagnahme ist daher ungerechtfertigt und sofort aufzuheben.
Die Verfügung des zuständigen Untersuchungsrichters hat eindeutig erwiesen, datz die von der Regierungskommission angeordneten Maßnahmen völlig unberechtigt und ohne stichhaltige Begründung erfolgt waren. Sie sind deswegen als reiner Willkürakt gegen die Deutsche Front zu werten. Für diese unerhörten Terrormaßnahmen gegen die Landesleitung der Deutschen Front, die in der Bevölkerung eine begreifliche Beunruhigung während der letzten 14 Tage hervorriefen, trägt daher die Regierungskommission vor aller Welt die volle und nicht abzuleugnende Verantwortung.
Offener Rechtöbruch
Saarbrücken, 8. August.
Die Regierungskommission des Saar- gebietes hat heute eine Verfügung erlassen,
Saarbrücken, 8. August,
In der Separatistenpresse findet sich am Mittwoch ein angeblicher Bericht der Wiener „Reichspost" über „Spionagszentrale im Saargebiet", „Schwarze Mordlist«", Terrororganisationen" und ähnliche surchteinflößende Einrichtungen. Nach diesem Greuelbericht soll der Emigrantenkommissar Machts bei seinen Haussuchungen nicht nur einige Flugblätter gefunden haben, sondern auch einer gefährlichen und verzweigten „Spionageorganisation" auf die Spur gekommen sein. Das aufgefundene Material hätte unzweideutig bewiesen, daß sich gewisse Stellen mit dem Plan -befaßten, in der allernächsten Zeit in das Saar- land einzubrechen und hier eine Art Strafexpe- dition zu veranstalten. Der FAD. im Saargebiet sei das Zentrum und die Werbestelle für die saarländische Legion gewesen. Es habe sich im übrigen herausgestellt, datz das amtliche deutsche Nachrichtenbüro das getarnte Hauptquartier der deutschen Terroristen gewesen sei und daß auch Dokumente, die sich aus die aufgedeckte Spionageaffäre bezogen, dort versteckt worden seien.
Ganz wild geht es in dem Bericht zum Schluß her, indem behauptet wird, daß man bei den verschiedenen Beschlagnahmungen auch Böller, Bomben, Höllenmaschinen und Handgranaten gefunden habe, mit denen die Gleise an der französischen Grenze in die Luft gesprengt werden sollten, um französische Truppenzusammenzie- hungen zu verhindern.
Dieser blühende Wahnsinn ist zu grotesk, als daß er der Öffentlichkeit vorenthalten werden dürfte. Durch diesen Bericht scheint man jedoch eine Erklärung dafür gefunden zu haben, aus welchen Gründen sich die Regierungskommission ausgerechnet so stark für den FAD. interessiert hat. Es dürfte hier ein zwar nicht sehr schlauer, aber erfindungsreicher Denunziant am Werk ge-
in der sie sich weigert, der gemeldeten heutigen Entscheidung des Untersuchungsrichters entsprechend die beschlagnahmten Akten der Landesleitung der Deutschen Front und der „Saarkorrespondenz" freizugeben. Sie begründet ihre Ablehnung mit der Berufung auf das allgemeine Landrecht als Priiventio- maßnahme.
*
Wenn irgendwo noch ein Zweifel daran möglich war, daß die Regierungskommission des Saargebiets die Geschäfte landfremder Elemente besorgt und gegen die saardeutfche Bevölkerung parteiisch eingestellt ist, so ist dieser Zweifel nunmehr beseitigt. In ihrer Einstellung gegen das nationalbewußte Deutschtum hat sie sich nun schon zu einer offenen Mißachtung richterlicher Autorität hinreißen lassen. Mit dieser Entscheidung hat sie sich in bewußten Gegensatz zu den im Saargebiet geltenden Rechtsgrundsätzen gestellt. Die Lage ist damit eindeutig geklärt.
wesen sein, der wieder-einmal versuchte, den hiesigen Behörden etwas über illegale Tätigkeit der Deutschen Front weiszumachen.
Der Geist des Hasses und der Verleumdung um jeden Preis, der sich ungestört in der Separatistenpresse des Saargebietes breitmachen darf, wird u. a. auch durch die Kommentare zum Ableben des Reichspräsidenten von Hindenburg beleuchtet. Ein Blatt zum Beispiel wie die „Volksstimme" spricht von dem Verstorbenen als „dem Abgott des nationalsozialistischen Deutschland" und beschuldigt ihn in nicht wiederzugebenden Schmähungen als „den Repräsentanten des ungei- stigen Barbarismus und eines der Zivilisation abholden Deutschland".
Eine ernste Frage stellt sich immer dringender an Herrn Knox: Ist man gewillt, derartige Ereuelphantasten und Schmähungen weiterhin zu dulden? Ist es mit den sonst so strengen Ansichten über die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung vereinbar, wenn man Darstellungen und Beleidigungen ungeschoren läßt, die offensichtlich die Aufpeitschung und Beunruhigung der Bevölkerung bezwecken?
Verfahren gegen Memelländer
Erklärungen des litauischen Justizministers Kowno, 8. August.
Außer dem Landtagspräsidenten Dreßler werden jetzt noch drei weitere führende Persönlichkeiten im Memelgebiet durch den Untersuchungsrichter von Schauten verhört und bis zum Ablauf des Verfahrens unter Polizeiaufsicht gestellt. Der litauische Justizminister erklärte in einer Unterredung zur Frage des Verfahrens, daß bisher 1237 Personen verhört worden sind. Von diesen wurden 142 als mitschuldig zur Verantwortung gezogen. 15 von ihnen sind geflüchtet, einer ist ermordet worden, 86 befinden sich in Gefängnissen
Lügen -er Separaiisten-Presse