Ausgabe 
(7.8.1934) Nr. 216
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Nr. 216 / 3 . Vierteljahr

Dienstag, 7 . August

Einzelpreis is Nps.

oie Imuerkunögevung des lieichstags

Her Mrer würdigt die unvergänglichen Verdienste stindenburgs

lotenklage

Berlin, 7. August

Die Stunde des Abschieds naht im Gleichmaß der Zeit. Unter verdecktem Himmel flattern um­florte Fahnen in allen Straßen und Gassen. Von den Türmen klagen mit ehernem Ton die Glocken. Eine ganze Welt neigt sich in Ehrfurcht vor einem Großen, der sein irdisches Wallen vollendet hat, vor einem Manne, der das Schicksal eines ganzen Volkes auf seine Schultern nahm, der es still und freudig, demütig und fromm, treu und tapfer trug, so schwer es auch sein mochte: „ Bis zu meinem letzten Atemzüge wird die Wiedergeburt Deutschlands meine einzige Sorge, der Inhalt meines Bangens und Vetens sein."

Ein ganzes Volk aber steht in diesen Stunden verhärmten Herzens und mit tränennassen Augen vor seinem Bild. Ein ganzes Volk sieht nicht den Lorbeer der Ehren, die Kaiser und Könige vor ihm, dem Toten, ausbreiten. Es sieht nicht die schwarzumflorten Fahnen aller Nationen dieser Erde, die halbmast gesetzt sind. Es sind -nicht ein­mal die flatternden Lichter, die tröstlich und hoff­nungsreich um ihn erstrahlen. Ein ganzes Volk sieht nur sein Bild, das es im Herzen trug, seit dieser Mann der Retter seines Vaterlandes war. Es steht mit einem Male die Runen, die der Harm um dieses Volkes Ehre, Freiheit und Leben in dieses majestätische Antlitz grub. Es sieht die Augen, die in unendlicher Liebe und Güte jedem seines Volkes entgegenleuchteten und die nun für immer geschlossen sind. Es sieht und spürt im dumpfen Schmerz: Hier ist unser aller Vater von uns gegangen. Denn er war unser! Mag dies stolzes Wort den lauten Schmerz gewaltig übertönen.

Tausende und aber Tausende stehen im ernsten Schweigen vor dem Reichstag. Gedämpftes Licht hüllt den Sitzungssaal ein. Aus dem Flor, dem Grün des Lorbeers, der Tannenreiser, der Trauerweiden und dem Weiß, das in verschwen­derischer Fülle auf den Estraden des Präsidenten, der Regierungsplätze, der Ränge und der Logen blüht, hebt sich beherrschend die monumentale Büste des großen Toten aus der Hand Erwin Scharffs, umrahmt von Lilien und grünendem Lorbeer, im Hintergründe von den tiefverhange­nen Fahnen des alten und des neuen Reiches ab. In Braun und Schwarz, mit umflorter Armbinde, verschiedentlich auch in ziviler Trauerkleidung, haben die Abgeordneten ihre Plätze eingenommen. Das Diplomatische Korps mit dem Dopen, Mon- signore Orsenigo, an der Spitze, ebenfalls im tie­fen Schwarz oder großer Uniform, mit Orden und Ehrenzeichen und umflortem Arm, füllt die Ehren- loge. Die Ehrengäste und die Zuhörer, die die

Bekanntmachung

der Reichspropagandaleitung der NSDAP.

Berlin, 6. August.

Die Reichspropagandaleitung der NSDAP. gibt bekannt: Die Durchführung des Wahlkamp- ses znr Volksabstimmung am 19. August 1931 liegt in den Händen der Reichspropagandaleitung der NSDAP., Anschrift: Reichspropagandaleitung der NSDAP., Berlin W, Voß-Str. 9. Telefon A Jäger 9011.

(gez.) Dr. Goebbels Reichspropagandaleiter der NSDAP.

weiten Ränge besetzen, tragen ebenfalls das dü­stere Schwarz der Trauer. Die Plätze auf der Regierungsestrade füllen sich rasch. Die Mit­glieder der Reichsregiernng, der Länderregierun­gen, die Staatssekretäre, die Vertreter des Reichs­heeres und der Reichsmarine, alle sind erschienen, um der Weihestunde des großen Toten beizuwoh­nen

Wenige Minuten vor 12 Uhr erscheint in stum­mem Schweigen, mit erhobenem rechten Arm be­grüßt, am Eingang neben dem Sitz des Präsi­denten Hermann Eöring, der Führer im braunen Rock. Mit ihm der Vizekanzler von Papen, die Reichsminister Rudolf Heß, Frick, von Neurath. Der Präsident eröffnete mit wenigen Worten die Feierstunde. Während er spricht, erhebt sich das Haus zu Ehren des großen Toten von den Plätzen. Dann klingt aus dem Chorraum das ge­waltige Heldenlied Beethovens, die Coriolan- Ouvertüre herüber. Auf dem klagenden Grundton bauen sich gewaltige Akkorde auf, sie zeichnen das Bild des großen Toten, seinen Kampf für das von ihm über alles geliebte Vaterland. Eine tief ergreifende Stimmung herrscht im Hause, als der Führer das Wort nimmt und das Bild des gro­ßen Toten nochmals lebendig auferstehen läßt, dem er den Dank der Nation erstattet. Aus dem Herzen lammen seine Worte, zu den Herzen gehen sie, tief erschüttert werden sie aufgenommen.

Als der Führer geendet, geht er zu den Ange­hörigen des Generalfeldmarschalls, um ihnen sein

Beileid auszusprechen. Wehmütig und doch er­hebend steigt die Trauermusik aus der „Götter­dämmerung" empor. Darauf nimmt der Reichs­tagspräsident noch einmal das Wort, um im Na­men des Reichstages die innigste Teilnahme aus­zudrücken. Wiederum erhebt sich das Haus von den Plätzen, die Mitglieder der Reichsregierung verlassen die Estrade und begeben sich zu den Fa- milienmitgliedern, um sich dem Beileid des Hau­ses noch persönlich anzuschließen. Vor dem Ver­lassen des Saales grüßen in schweigender Ehr­furcht die Abgeordneten wie zum Abschied die Büste des großen Toten mit erhobener Rechten.

*

Zu der Trauersitzung des Reichstages konnte nur für geladene Gäste Zutritt erfolgen. Außer den Reichstagsabgeordneten waren Abordnungen aller Stände und Organisationen, der Beamtenschaft,

der Reichswehr, der Arbeitsfront, der Wirtschaft usw. eingeladen worden. Die Anfahrt der Gäste begann bereits gegen 11 Uhr. Dem Krollgebäude gegenüber hatten eine Ehrenkompagnie der Reichs­wehr sowie Abordnungen der Laut espolizei, der Feldjägerei, der Flieger, des Arbeitsdienstes und ein SA-Sturm Aufstellung genommen.

Um 11,15 Uhr ist der Saal bereits dicht besetzt. Die Abgeordneten sind fast ausschließlich in ihren braunen und schwarzen Parteiuniformen erschie­nen, während auf den Tribünen der schwarze Anzug überwiegt. In der Diplomatenloge hat das Diplomatische Korps unter Führung des apo­stolischen Nuntius Orsenigo vollzählig, zum Teil mit Damen, Platz genommen.

Punkt 12 Uhr erscheint Reichskanzler Adolf Hit­ler, von der Trauerversammlung stehend mit er­hobener Hand begrüßt, im Saale, um mit dem Kabinett am Regierungstisch Platz zu nehmen.

Der Reichskanzler trägt die braune Uniform. Neben ihm nimmt der bisherige Vizekanzler von Papen Platz. Daran schließen sich Reichsautzen- minister von Neurath, der Stellvertreter des Führers, Minister Heß, und die übrigen Kabi­nettsmitglieder.

Vor den Abgeordnetenplätzen sind drei Stühle aufgestellt, die von Oberst von Hindenburg und Gattin und Staatssekretär Dr. Meiß­ner eingenommen werden.

Reichstagspräsident Eöring eröffnete die Trauer-. sitzung und begrüßte insbesondere die Vertreter der auswärtigen Mächte, die Verwandten des Ee- neralfeldmarschalls und die übrigen geladenen Gäste sowie die Mitglieder des Reichstages. Das ganze Haus erhob sich von den Plätzen. Der Präsident stellte fest, daß sich der Deutsche Reichs­tag zum Zeichen des Andenkens und der Trauer von den Plätzen erhoben habe.

öedenkrede Wolf lWers

„wer seinem Volke so die Irene kielt, soll selbst In Irene nie vergessen sein"

Die Trauerfeier wurde eingeleitet durch die Coriolan-Ouvertüre von Beethoven. Nachdem die Musik verklungen ist, erteilt Präsident Eöring dem Führer und Reichskanzler das Wort. Reichs­kanzler Adolf Hitler betritt die Tribüne und wen­det sich zunächst an den trauernden Sohn des ver­storbenen Reichspräsidenten. Dieser erhebt sich und dankt dem Führer mit dem deutschen Gruß.

Der Führer hielt dann folgende Rede:

Herr und Frau von Hindenburg! Verehrte Trauergemeinschaft! Abgeordnete, Männer des Deutschen Reichstages!

Seit Monaten litten wir unter einer schweren Sorge. Die Kenntnis von der Erkrankung des hochehrwürdigen alten Herrn erfüllte Millionen deutsche Herzen mit innerer Bangigkeit um das Leben eines Greises, der uns mehr war, als nur das Staatsoberhaupt. Denn dieser Mann, den seit nunmehr bald 87 Jahren der Allmächtige in seinen Schutz genamn^en hatte, war für uns alle zum symbolischen Ausdruck der unzerstörbaren, sich stets erneuernden Lebenskraft unseres Volkes geworden. Der schicksalshafte Wille der Vorsehung hatte ihn sichtbar emporgehoben über das Maß des Alltäglichen. Als die Nation ihre höchste Würde in seine Hände legte, wurde diese Stelle erst znr höchsten Würde gebracht. Unzertrennlich ist uns allen der deutsche Reichspräsident ver­bunden mit dem ehrwürdigen Namen des nun­mehr Dahingeschiedenen.

Jetzt, da wir uns anschicken, dem teuren Toten die letzten Ehren zu erweisen, überfällt uns erst die Erkenntnis von dem Umfang und der Größe dieses einzigartigen Lebens. Und wir beugen uns demütig vor dem unerforschlichen Willen, der mit dem scheinbar zufälligen oder gar belanglosen einer Lebensgestaltung dient, die der forschende Mensch erst nachträglich in der ganzen wunderbaren Not­wendigkeit der Zusammenhänge steht und erkennt.

Reichspräsident Eeneralfeldmarschall von Hin­denburg ist tot. Wenn wir uns bemühen, die Empfindungen zu erklären, die die ganze Welt im Innersten bewegt, möchten wir auf solche Art in immer neuer Dankbarkeit uns des großen Dahingeschiedenen erinnern. Indem wir aber, ge­fangen von dem Wunsche, der geschichtlichen Ge­rechtigkeit zu entsprechen, mit der Erforschung die­ser Erscheinung beginnen, ermessen wir erst den Umfang und den Inhalt eines Menschenlebens, das in solcher Größe in Jahrhunderten nur sel­ten wiederkehrt.

Wie hat sich das Gesicht dieser Welt verwandelt seit jenem 2. Oktober 1847, da Paul von Hin­denburg geboren wurde?

Inmitten einer Revolution nahm dieses Leben seinen Anfang. Der Geist des politischen 2ako- binismus ließ Europa damals nicht zur Ruhe kommen. Die Ideen einer neuen, vermeintlichen Menschlichkeit rangen gegen die Elemente und Formen einer überalterten Ordnung. Als das Jahr 1848 sein Ende nahm, schienen wohl die hellen Flammen erstickt, allein die innere Gärung war geblieben.

Die Welt kannte damals noch kein Deutsches Reich, kein Italien. In Preußen regierte Fried­rich Wilhelm IV. Das Erzhaus Habsburg be­herrschte nicht nur den Deutschen Bund, sondern auch Venezien und die Lombardei. Die Balkan- staaten aber waren tributäre Provinzen des tür­kischen Reiches.

Preußen selbst genau so wie die anderen Staa­ten des Deutschen Bundes innerlich schwach und unfähig, die Menschen mit einer wirklich tra­genden Idee zu erfüllen. Die Schande von OI- mütz brennt in den Herzen der wenigen wirklichen Patrioten.

Prinz Wilhelm wird König von Preußen. Der Knabe Hindenburg aber erlebt nun das große Triumvirat der politischen und militärischen Reorganisation unseres Volkes. Vismarck, Moltke und Roon treten ein in die Geschichte.

Während die Amerikanische Union siegreich den Bürgerkrieg überwindet, geht Preußens Weg von den Dllppelner Schanzen nach Königgrätz. In diesen Regimentern aber marschiert mit ein blut­junger Sekonde-Leutnant, tapfer und begeistert: Paul von Hindenburg. Ein Schrappnell zerschlägt seinen Helm und gibt dem jungen Kämpfer für des Reiches Einigkeit damit die feurige Taufe.

Vier Jahre später hat ihn das Schicksal er­wählt, Zeuge zu sein in der Stunde der Geburt des Deutschen Reiches. Da Vismarck die Prokla­mation über des neuen Staates Kraft und Herr­lichkeit und seinen Willen, sich zu mehren an den Gütern des Friedens und der Kultur, beendet hat und des neuen Reiches Kaiser zum erstenmal leben läßt, fährt auch der Degen des Leutnants von Hindenburg empor und kreuzt sich zum Schwur für Kaiser und Reich.

Ein Leben der Arbeit für dieses neue Reich nimmt nun seinen Anfang. Der große Kaiser stirbt, ein zweiter und dritter kommen, Vismarck wird entlassen, Roon und Moltke schließen die Augen.

Deutschland aber wächst als ein Garant des Frie­dens und einer wirklichen europäischen Ordnung. Die Welt erhält ein neues Gesicht. Aus allen Ge­bieten der Menschheitsentwicklung löst eine um­wälzende Erfindung die andere ab. Immer von neuem erweist sich das Bessere als des Guten Feind. Deutschland wird Großmacht.

Dem Leben dieses Reiches und unseres Volkes ununterbrochen dienend, nahm der kommandie­rende General von Hindenburg am 18. März 1911 als bljähriger Mann seinen Abschied. Damit schien sein Dienst beendet zu sein. Ein namenloser Offi­zier unter all den anderen zehntausend, die stets ihre Pflicht erfüllen, dem Vaterland dienen und dennoch unbekannt vergessen sind.

Als daher der Weltkrieg über Deutschland her­einbricht und das deutsche Volk in der heiligsten Ueberzeugung, unschuldig angegriffen zu sein, sich zum Widerstand erhebt, da trifft in schwerer Stunde der Ruf des Kaisers einen Mann, der, im Ruhestände lebend, am Krieg und Kriegs­beginn so unschuldig war, wie es nur irgend- jemand in dieser Welt sein konnte. Am 22. August 1914 erhielt Hindenburg den Auftrag, den Ober­befehl einer Armee in Ostpreußen zu übernehmen. Acht Tage später erfahren zum erstenmal das deutsche Volk und die Welt von dieser Ernennung und erhalten damit Kenntnis vom Namen des neuen Generalobersten.

Wolffs Telegraphisches Büro meldet amtlich:

„Unsere Truppen in Preußen unter Führung

Me Irauer in Wmka

Newyork, 6. August.

Die amerikanische Presse steht weitgehend unter dem Eindruck der Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen Reichspräsidenten von Hindenburg. Ueber die Vorbereitungen zur Beisetzung werden ausführliche Berichte gebracht. Auch die Trauer­feier des Reichstages am Montag sowie der volle Text der Rede des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler erscheinen in großer Aufmachung auf den ersten Seiten der Blätter. In verschiede­nen Kirchen Newyorks wurde beim Gottesdienst am Sonntag des verstorbenen deutschen Reichs­präsidenten gedacht.

des Generalobersten von Hindenburg haben die vom Narew vorgegangene russisch« Armee in der Stärke von fünf Armeekorps und drei Kavallerie­divisionen in dreitägiger Schlacht in der Gegend von Eilgenburg und Ortelsburg geschlagen und verfolgen sie jetzt über die Grenze. Der General­quartiermeister von Stein."

Tannenberg war geschlagen! Von nun ab aber ist das größte Ringen der Weltgeschichte un­zertrennlich verbunden mit diesem Namen. Er hat mit seinem großen Gehilfen die Krise des Jahres 1916 wieder gewendet und als Chef des deutschen Feldheeres die Nation so oft vor der Vernichtung gerettet. Wäre die politische Führung unseres Vol­kes in dieser Zeit gleich würdig der militärischen gewesen, so würde Deutschland die schwerste Demü­tigung vor der Geschichte erspart worden sein!

Als die Novemberrevolution endlich doch das Deutsche Reich und das deutsche Volk zerbrach, da wurde durch die schon geschichtlich gewordene Erschei­nung des Eeneralfeldmarschalls wenigstens die ärgste Katastrophe vermieden. Zum zweitenmal trat der Heerführer in den Ruhestand. Und ein zweites Mal wurde er wieder gerufen. Am 26. April 1925

Rundfunkübertragung des Staatsbegräbnisses

Die Uebertragung des Staatsbegräbnisses am Tannenbergdenkmal wird Dienstag abend um 26.00 Uhr wiederholt. Anschließend bringt der Deutschlandsender für den gesamten deutschen Rundfunk die Worte des Reichspräsidenten Gene­ralfeldmarschall von Hindenburg, die er am 11. November v. Js. über den Rundfunk an das deut­sche Volk richtete. Alle Hörer werden so noch ein­mal die Stimme des großen Deutschen vernehmen können.

erwählte ihn das deutsche Volk zum Präsidenten des Reiches, und ohne daß man es damals ahnte, damit zum Schirmherrn der neuen nationalen Re­volution.

Und hier erfülle ich nun die Pflicht einer wahrheitsgetreuen Feststellung, wenn ich vor dem deutschen Volke in ergriffener Dankbarkeit aus das unmetzbare Verdienst hinweise, das sich der Eeneralfeldmarschall geschichtlich erworben hat durch die in seinem Namen geschlossene Versöh­nung der besten deutschen Vergangenheit mit einer heiß erstrebten besseren deutschen Zukunft. Seit der Stunde, da ich als Kanzler des Reiches in seine ehrwürdige Hand den Eid ablegen durfte, empfand ich steigend immer mehr die Gnade eines Schicksals, das uns diesen väterlich­gütigen Schirmherr« gegeben hat.

Gleich einem mystischen Bogen spann sich das Leben dieser Erscheinung von der verworrenen Revolution des Jahre 1848 über einen unfaßbar langen Weg zur nationalen Erhebung des Jah­res 1933. Das deutsche Volk kann nur beglückt sein über die Fügung einer Vorsehung, die seine deutscheste Erhebung unter den Schutz und Schirm seines ehrwürdigsten Edelmannes und Soldaten stellte.

Wir, die wir nicht nur das Glück besaßen, ihn zu kennen, sondern jeder zu unserem Teil mit­helfen durften am Wunder dieser neuen Aufer­stehung unseres Volkes, wollen in dankbarer Er­innerung das Bild dieses großen Deutschen fest in unser Herz einschließen. Wir wollen es be­wahren als ein teures Vermächtnis einer großen Zeit und -ollen es weitergeben an die Geschlechter, die nach uns kommen.

(Fortsetzung auf Seite 2)

kwiger Schutzkerr

k. Nü. „Hindenburg ist nicht tot, er lebt... als ein ewiger Schutzherr des Deutschen Reiches und der deutschen Nation" — diese Worte hat der Führer und Reichskanzler in seiner gestrigen Traueransprache vor dem Reichstag dem deutschen Volke aus der Seele gesprochen. Die ruhmverbürgenden Siege des genialen Feldherrn, die Herzenstiefe des stets opferbereiten Menschen Hindenburg, die Spannkraft des nationalen Wollens und der sich mit seltener Lebensweisheit paarende Zukunftsglaube des Reichspräsiden­ten, alles das kannja auch der Tod nicht zu völligem Nichtsein auslöschen. Nicht nur trotzt das leuchtende Vorbild des großen Deutschen der Vergänglichkeit des Irdischen: es erzeugt im Blutkreislauf der Nation sogar immer wieder neues Leben, neues Sein. Aber noch in einem anderen Sinne ist uns Hindenburg nicht gestorben. Das trauernde deutsche Volk fühlte es ge­stern bei der ernsten Ansprache Adolf Hitlers erneut mit unbeirrbarer Gewißheit: der sicherste Garant dafür, daß des toten Reichs­präsidenten Vermächtnis restlos erfüllt wird, fft die Persönlichkeit des Führers. Das Be­kenntnis, das der Reichskanzler gestern wie­derum vor der ganzen Nation ablegte,-jeder­zeit für des Volkes Freiheit und Ehre kämp­fen und dem Reich das Glück des Friedens sichern zu wollen, war die straffe Willens­erklärung eines Mannes, der schon zu Leb­zeiten des Generalfeldmarschalls die sich an den Namen Hindenburgs knüpfende Tradi­tion in Ehrfurcht und Dankbarkeit gepflegt und vertieft hat. Mehr noch, der greise Reichspräsident hat seine am Tag von Pots­dam ausgesprochene Hoffnung, daß wir Deut­sche nach seelischer Erneuerung einmal frei von Eigennutz und Parteienzank uns zu einem geeinten, freien, stolzen Reich erheben werden, unter der nationalsozialistischen Führung noch auf der Höhe seines Schaffens der Erfüllung entgegenreifen sehen.

Wir erinnern uns in diesem Zusammen­hang auch des Wortes Hindenburgs, das er am ersten Nationalfeiertag der Jugend mit auf den steilen Lebensweg gab: „Nur wer

Ehrfurcht vor der Vergangenheit

unseres Volkes hat, kann dessen Zukunft meistern." Nun, der Soldat, der am 2. August den Generalfeldmarschall ablöste, hat, in Er- füllung einer Forderung Goethes, wie kein anderer neben dem „ewigen Schutzherrn des Reiches" das Erbe der Väter, um es zu be­sitzen, erworben. Er hat es der ganzen Nation zu unveräußerlichem Besitz zurück- erkämpft. Gibt es eine sinnvollere Be- tonung der einmaligen Bedeutung Hinden­burgs, eine ergreifendere Ehrung der im Heimgegangenen verkörperten deutschen Vergangenheit, als sie in der Tatsache zum Ausdruck kommt, daß der Generalfeldmar­schall auf Grund eines freien Entschlusses Adolf Hitlers den Titel Reichspräsident mit ms Grab nimmt? Der Führer legt sich die schwere Bürde des höchsten Staatsamtes auf seine Schulter, nach außen hin aber nur seine stärkere Verantwortung betonend. Auch dieser nicht nur als eine Geste zu wertende Schritt des Kanzlers offenbart die mit der Bescheidenheit Hindenburgs wesensver- wandte Schlichtheit wahrer Größe. Als die Nation ihr oberstes Amt in Hindenburgs Hände legte, wurde diese Stelle erst zur höchsten Würde gebracht — in jenem Urteil des Führers liegt zugleich eine Huldigung und eine Verpflichtung.

Reichskanzler kurz nach seinem Besuch ir Neudeck von einer für sein ganzes Leber unvergeßlichen Minute, in der er zum letzter Male den Eeneralfeldmarschall sehen unl sprechen konnte. Die schwere Sorge und da- Bangen jener Stunden zwischen Leben unt Tod klang auch aus der gestrigen Trauer- Kundgebung des Führers. Aber sieghaft setzte sich die Erkenntnis durch: das ar Erfolgen so reiche Wirken des Entschlafener ist uns A n s p o r n u n d H o f f n u n g! An-

sporn zur Nacheiferung, Hoffnung auf die gluckhafte Vollendung des gigantischen Auf­bauwerkes!

Vov unserem geistigen Auge zog gestern, als Adolf Hitler das Lebensbild Hindenburgs zeichnete, ein gewaltiges politisches Ge­schehen vorüber, eine geschichtliche Ent­wicklung, die von der „verworrenen Re­volution 1848" über Bismarcks zielweisende Reichsgründung und das ungeheure Völker- ringen des Weltkrieges zum nationalsoziali­stischen Durchbruch des Jahres 1933 fuhrt. In der Tat: erst so konnten wir den Um­fang und den Inhalt eines Menschenlebens