Ausgabe 
(25.9.1934) Nr. 265
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

-ruerrcch

stiederlM ielvereimg: t bei HM rben, Äs r siegten Nr und setzten Merdtngs ts Äs Kna egen.

ein i führen en R' nnbar

end

nei ar i

rlda nd i Punk sen

ich

k l»r ^ eitnno

llas amUiche Organ -es Senats der Freien Hansestadt Vremen

M°nats-Bezug: Bei tSglrchem Erscheinen RM. 2,80 einschließlich 30 Rpf. Zustellunasgebübr- dur-b di.oll RM- 2,30 elnschließlich Ueberwelsungzgebühr, ausschi. Postbeftcllgeld. Der Bezugspreis ist im voraus zu entrich­ten - Postscheck Hamburg 172 72. - Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch aus Efft-ttung LrErchtz,

NS.-Eauverlag Weser-Ems E. m. b. H., Zweigniederlassung Bremen, Teeren 8-8 / Fernruf ^Roland «25.

1

9

3

4

»nzeigen-Srundpreise: Die W-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 Rps-, die M-mw.Zeile t« Textteil 7b Rps. Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Anzeigen, Famtlienanzetgen «. a> sowie sonstige Bedingungen laui Preisliste 1. (Nachlaßstassel 0.) Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschlutz 1« llhr. Sprechzeit des Verlages werktäglich von 1213 Uhr, der Schriftleitung werktäglich von 1617 Uhr.

Nr. 265 / z. Vierteljahr ;

Dienstag, 25. September

Einzelpreis 15 Rps.

Eine nationalsozialistische Bilanz vor dem Erntedankfest

Gefolge der neuen Agrarpolitik

Die Rundfunkrede des Reichöministerö für Ernährung und Landwirtschaft Waller Darre

Leistungen MHU Punktgewinn.

Vegesack t:0

»lass«

ibahn Marti« nelingen SK

Spiel der Lintzn erdicnt 3:0.

Rordd. Lloyd Zi».

1 : 1 .

8 : 1 .

(2:r).

; Arste« 1 .SchA«-

rGA-Fahm

rrkatastrophe gffieM großen SA.-RMew rrlm. Don Franstest : auf dem Weg n Regen M,1 Ki!»

>le

ow ^srstsM Hirsn bsu/c//

ch in Ansbachtv 10/2 Berlin alsiii»

: in 6:42:10 M>« r. Im Eesamtuzv runmehr «ine« D

r f

Berlin, 24. September

Im Rundfunk sprach Montag der Reichs­minister für Ernährung und Landwirtschaft, R. Walther Darr», über das Thema:Ein Jahr nationalsozialistische Agrarpolitik". Der Minister führte u. a. aus:

Es ist jetzt ungefähr ein Jahr her, daß die beiden großen Grundpfeiler der freuen deutschen Bauernpolittk gelegt wurden. Das Reichsnähr- standsgesetz trat Ende August 1988 in Kraft, und das Reichserbhosgesetz wurde fast genau vor einem Jahr auf dem Vückeberg ver­kündet. Jetzt bietet das Erntedankfest in den nächsten Tagen wieder Gelegenheit zur Be­sinnung und Rückschau.

Die Aufgabe, die mir der Führer gestellt hatte, war nicht allein die Besserung der Landwirt­schaft denn das wäre liberalistische Interessen» politik gewesen sonder» war die Rettung des deutschen Bauern, ohne dem Verbraucher, beson­ders dem deutschen Arbeiter, nennenswert« neue Laste» aufzuerlegen.

Das Verantwortungsgefühl vor der Gemein­schaft, das die nationalsozialistische Agrarpolitik leiten mutzte, war um so höher zu veranschlagen, als wir vor einem Jahr tatsächlich vor einem Trümmerhaufen standen. Die Zerstörung des deutschen Bauerntums war schon so weit gegangen, daß wir nichts mehr flicken oder reparieren konnten, sondern wir an einen völligen Neu­bau von Grund auf herangehen mußten, der natürlich auch Zeit und anfängliche Reibungs­verluste in Anspruch nahm. Denn es ist selbstver­ständlich, daß ein so einmaliger und tiefgreifender Vorgang wie die Ablösung eines Wirtschafts­systems durch ein aperes wie es hier voll­zogen wurde nicht ohne Reibungen und An­fangsschwierigkeiten sich vollziehen konnte.

Die beiden Grundpfeiler dieses Neubaues habe ich bereits erwähnt: das Reichserbhosgesetz und das Reichsnährstandsgesetz. Durch diese beiden Grundgesetze wurden zwei ganz neue Gedanken in die Landwirtschaft, und damit in die Wirtschaft

leisterfechter Lima ihrig plötzlich » ranzose seine ech d sieben Jahre dam zwei Golde»! orett- und Dege»-

Oslebshaust»

,sch°2

«rauen - ^ - WedN

-Fiaucv

Brema

cainn Z

ben

übsrhaupt hineingetragen:

Sicherheit und Ordnung

Diese Sicherung oder Stetigkeit war aber nur zu erreichen durch eine Ordnung, und zwar zunächst durch eine Ordnung der Menschen selbst, wie dies in der ständischen Gliederung im Reichsnährstands­gesetz eingeschlossen ist; vor allen Dingen aber durch eine Ordnung der landwirtschaftlichen Er­zeugnisse und ihres Weges zum Verbraucher. So entstand auf den beiden Grundgesetzen die Markt­ordnung als eine notwendige Folge, genau so wie andererseits die Marktordnung nur möglich war auf den Grundvoraussetzungen der im Erbhof- und Nährstandsgesetz enthaltenen Gedanken der Sicher­heit und Stetigkeit.

Mit der Marktordnung war es aber erst mög­lich, die vielen und zum Teil bisher unlösbar erscheinenden Aufgaben zu meistern, die einer nationalsozialistischen Agrarpolitik gestellt waren. Es wurde nämlich möglich, die Preiskatastrophe in der Landwirtschaft auszuhalten und eine ent­scheidende Besserung der Erlöse herbeizuführen, ohne den Verbraucher fühlbar zu belasten.

Es wurde möglich, an die Stelle wilder und unberechenbarer Preisschwankungen eine feste und stetige Preisentwicklung zu setze«, die sich genau vorausberechne» und -bestimme» ließ. Und

Generalmajor von Hindenburg

scheidet aus dem Heeresdienst

Berlin, 21. September.

Oberst von Hindenburg, der Sohn und lang­jährige erste Adjutant des verewigten Reichsprä­sidenten und Generalfeldmarschalls scheidet mit dem 80 . September auf seinen Antrag aus dem Heeresdienst aus. Ihm ist der Charakter als Ge­neralmajor mit der Erlaubnis zum Tragen der Eeiieralsuniform verliehen.

schließlich wurde es durch die Marktordnung mög­lich, die Stellung der Landwirtschaft im neuen Reich zu heben und zu stärken, ohne dabei, wie früher, mit unseren außenwirtschaftlichen Be­ziehungen und Interessen in Konflikt zu kommen; im Gegenteil: Die Marktordnung ermöglichte

sogar eine Ausgestaltung bestimmter Handelsbe- Siehungen aus ganz neuer Grundlage.

Erste Aufgabe war die Rettung des Dauern vor dem Zugriff der Gläubi­ger und Rettung aus der weltwirtschaft­lichen Preiskatastrophe. Die Zahl der durchgeführten Zwangsversteigerung«^landwirt­schaftlicher Grundstücke ist von dem Höchststand im Mhre 1932 von 6080 bereits im vergangenen Jahr auf 1862 zurückgegangen: der Fläche nach ist sogar ein Rückgang von 153 770 Hektar auf 27481 Hektar zu verzeichnen.

Was dk Preisentwicklung > angeht, fo gebe ich einen Vergleich der Großhandelspreise für land­wirtschaftliche Erzeugnisse auf dem Weltmarkt und in Deutschland nach dem Stande vom August 1834. Danach brachte Roggen in Rotterdam 56 Mark, in Deutschland 158 Mark je Tonne, Weizen in Li­verpool 68 Mark, in Deutschland 188 Mark je Tonne, Schweine in Chikago 12 Mark, in Deutsch­land 47 Mark je Zentner. Butter in Kopenhagen 78 Mark, in Deutschland 254 Mark je Doppel- zentner, Speck in Kopenhagen 107 Mark, in Deutschland 184 Mark je Doppelzentner, Gier in Kopenhagen Pfennig, in Deutschland 8 Pfen­nig das Stück.

Diese Preise gelten, wie gesagt im Großhandel oder an den Börsen. Und so wie der Vollstreckungs­schutz die Stetigkeit der Erzeugnisse gewährleistet, so verschafft diese Preisgestaltung dem Bauern höhere Erlöse und gewährt ihm auch eine Stetigkeit des Ertrages. Andererseits aber wirken sich du/ch die Marktordnungen diese erheblichen Preisunterschiede gegenüber dem Welt­markt in der eigentlichen Lebenshaltung nicht so fühlbar aus, wie ein Vergleich mit dem Auslande zeigt.

Räch einer Uebersicht des internationalen Ar­beitsamtes für Oftober 1933, die auch noch bis August 1934 Gültigkeit haben'soll, kosten im Ein­zelhandel: ein Kilo Weizenmehl in Deutschland 45 Pf., in Frankreich 44 Pf; ein Kilo Butter in Deutschland 3,12 Mark, in Frankreich 3,60 Mark; ein Kilo Schweinefleisch in Deutschland. 1,66 Mark, in Frankreich 2,30 Mark) ein Kilo Kartoffeln in Deutschland 7 Pf., in Frankreich 8 Pf.; ein Liter Vollmilch in Deutschland 23 Pf., in Frankreich 25 Pf.; «in Ei in Deutschland 12 Pf., in Frank­reich 18 Pf.

Die gesamten Lebenshaltungskosten in Deutschland sind im August 1934 gegen­über dem August 1933 nur um 4,1 v. H. gestiegen, die Kosten Ur Ernährung allein um 7,5 v. H. Diese Steigerung ist nicht größer als etwa die für die meisten Textilerzeugnisse, und außer­dem wurde damit nur «in vorangegangener un­gewöhnlicher Rückgang der Ernährungskosten wieder ausgeglichen. Denn will man die tatsäch­lich eingetretenen Preiserhöhungen verstehen, so muß man bedenken, daß die Kennziffer für Er­nährungskosten von ihrem Höchststand im März 1929 von 159,3 bis 166,2 im März 1933 zurück­

gegangen war, also ganz erheblich mehr als etwa die Löhn«, und daß sie bis August 1934 erst auf 118,5 gestiegen war, also erst 23 v. H. des früheren gewaltigen Sturzes wieder aufgeholt hatte. Und schließlich bewegte sich dirs« Steigerung der Er­löse der Landwirtschaft durchaus im Rahmen des Volkseinkommens. Allein das gesamte Arbeits­einkommen betrug noch im vorigen Jahre 26,5 Milliarden Mark; im ersten Halbjahr 1934 war es auf fast 15 Milliarden Mark gestiegen; das be­deutet aufs Jahr umgerechnet ein- Erhöhung um 13 v. H. Gleichzeitig ist das landwirtschaftliche Einkommen von 6,5 auf 7,3 Milliarden Mark ge­stiegen, also «ine Erhöhung um 12,3 v. H.

Diesen Gleichklang mit der heutigen Wirt- schaftsentwicklung wird man der Landwirtschaft auch dann zubilligen können, wenn man bei der Beurteilung die Lberwirtschaftlichen oder irra­tionalen Gesichtspunkt« ganz ausscheidet. Das ergibt sich auch schon aus der ausschlaggebenden, ich möchte sagen, überragenden Stellung, die die Landwirtschaft in der deutschen Eesomtroirischast einnimmt.

Wenn beispielsweise die Landwirtschaft in d« Arbeitsschlächt ungefähr 200 000 Erwerbslose auf­genommen hat, so ist zu berücksichtigen, daß diese Ausnahme dauernd sein dürfte «nd daß es jetzt praktisch keine Arbeitsloflskel 1 in der Landwirt­schaft mehr gibt. Rehe« dieser unmittelbaren Mitwirkung an -er Arbeitsschlächt, die noch er­heblich verstärkt werden kann, find vor allem aber auch die mittelbaren Auswirkungen zu berück­sichtigen. (Fortsetzung auf Seite 2)

Seltsame Saarverordnung

Durch dieNeue Saarpost" ist der Inhalt zweier wichtiger Verordnungsentwürfe der Ab­stimmungskommission bekannt geworden, von denen der erste in den nächsten Tagen in einer Sonderausgabe des Amtsblattes der Regierungs­kommission erscheinen wird, während der zweite erst tzach Erfüllung gewisser Formalitäten gegen­über dem Völkerbund veröffentlicht werden soll. Erst auf Grund des Berichtes derNeuen Saar­post" konnten vom Generalsekretär der ALstim- inungskommiffion die entsprechenden Auskünfte eingeholt werden, wobei indes nicht festgestellt werden konnte, von welcher Seite die Indiskretion begangen wurde.

Dir drste größere Verordnung enthält Aus- sührungsbestimmungen über das Verfahren bei Einsprüchen gegen die Eintragung in die Stimmliste. Einsprüche sollen nach Möglichkeit erleichtert und Hemmnisse in der Durchführung des Verfahrens beseitigt werden. Beachtung ver­dient vor allem eine Erweiterung des Paragra­phen 23 Abs. 2 der Wahlordnung, der festsetzt, daß Einsprüche begründet, datiert und unterzeichnet sein müssen. Die neue Verordnung verlangt, daß, wer einen Einspruch einlegt, demjenigen, gegen den er ihn erhebt, durch eingeschriebenen Brief davon Mitteilung macht. Diese Bestimmung ist

Nachdem wir kürzlich einen Aufsatz unse­res römischen Mitarbeiters über die Frage der Verständigung zwischen Rom und Paris gebracht haben, lassen wir hier Ausführun­gen unseres ständigen Pariser Ä2.- Mitarbeiters zum gleichen Thema folgen:

Der italienisch-französische Gegensatz liegt in den räumlichen Gegebenheiten begründet. Bei der Geburt des italienischen National­staates war er mit zur Welt gekommen. Cavour hatte die Bundesgenossenschaft Na­poleons lll. durch die Opferung von Nizza und Savoyen erkauft. Wohlerwogene Vor­teile veranlaßten die römische Regierung, dem Bund der Mittelmächte beizutreten. Allerdings war auf die Italiener von dem Augenblick an nicht mehr zu rechnen, als die Gegenseite England für sich gewonnen hatte. Italien kann im Kriegsfalle keiner Mächte­gruppe angehören, die mit dem Britischen Imperium im Kampf liegt.

Die große Enttäuschung von 1919 hat den italienisch-französischen Gegensatz außer­ordentlich verschärft. Die Friedensver­träge erfüllten bei weitem nicht die hoch­gestellten italienischen Hoffnungen, die an den Londoner Judas-Pakt von 1915 ge­knüpft waren. Zwar erhielt Italien die Brennergrenze, denn in der Vertei­lung kerndeutschen Landes waren jene

vor allem auf Betreiben des Abstimmungs­gerichtshofes aufgenommen worden und soll es unmöglich machen, daß, wer einen Einspruch gegen Eintragung in die Stimmliste erhebt, sich ver­stecken kann.

Die zweite Verordnung soll allen Abstimmungs­parteien die Möglichkeit geben, alleLokale zu benutzen. Wenn eine Partei nachweislich nicht in der Lage ist, Räume für ihre Abftimmungs» propaganda zu erhalten, werden ihr solche gegen angemessene Entschädigung der Inhaber zur Bersügung gestellt. (Siehe auch Seite 2!)

scheinheiligen Herren, die angeblich nur für das Selbstbestimmungsrecht der Völker ge­dämpft haben wollten, sehr freigiebig. Aber die dalmatinische Küste fiel an Jugoslawien. Frankreich und England sicherten sich den Löwenanteil aus dem ehe­mals türkischen Besitz. Und beim Raub der deutschen Kolonien ging Italien überhaupt leer aus.

Nun hatten die Alliierten den Italienern im Londoner Vertrag (Artikel 13) einigeEntschädigungen" zugesagt. Man kann es den Italienern nicht verdenken, wenn sie die Ueberlassung von einzelnen wertlosen Wüstenstrichen an der Grenze Lr>- biens nicht alsEntschädigung" anzuerken­nen gewillt waren. In einem Abkommen von 1919 trat Frankreich die Karawanen- straße von Ghadames nach Ghat nebst eini­gen Oasen und das Gebiet von Fezzan bis zu .. Tummogebirge an Italien ab, eine Neu­erwerbung von zweifelhaftem Wert, da sich das ganze Gebiet damals noch in den Hän­den der aufständischen Senufn befand. Von den Englänoern erhielt Italien im Jahre 1924 ein Stück des Dschuba-Landes, welches an Italienisch-Somaliland grenzt und zwei Jahre später einige Oasen an der Grenze von Lybien, ohne daß sich die Italiener da­mit auch nur annähernd als abgefunden be­trachteten. Sie verlangten von Frankreich zunächst einen Zugang zum Tschad-See und schließlich eine Verbindung zum Golf von Guinea. Als Rechtsnachfolger der Türkei in Nordafrika (nach dem erfolgreichen Wafsen- gang mit den Türken und der Besitzergrei­fung Tripolitaniens im Jahre 1911) haben sie ihrer Meinung nach Anspruch auf das Sultanat Borku und das dazwischenliegende Gebiet von Tibesti; das französische Mandat Wer das ehemals deutsche Kamerun for­dern sie auf Grund des genannten Artikels des Londoner Vertrages. Die Franzosen haben allen diesen Forderungen bisher ein entschiedenes Nein entgegengesetzt. Ihre Erfüllung würde bedeuten, daß durch das französische Kolonialreich in Nordafrika ein italienischer Korridor geführt würde, der Französisch - Westafrika von Französisch-

Aequatorialafrika trennte.

Die italienischen und franzö­sischen Interessensphären schnei­den sich noch an Zahlreichen anderen Stellen Nordafrikas und des Mittelmeerraumes. Auf der Linie AlgierMarseille erwartet Frankreich im Kriegsfalle den Nachschub an farbigen Soldaten. Auf der Linie Gibraltar- Neapel, bezw.Genua, die jene andere Linie kreuzt, bringen englische Kohlenschiffe ihre kostbare Fracht in das kohlenarrne Land. Die französischen Fäden, die nach Bel­grad, Bukarest und Athen gezogen sind, kreu­zen sich mit den italienischen nach Wien, Budapest und Ankara. Schnittpunkte man­nigfaltiger Art liegen im Orient. Brenn­punkt desGegensatzes der beiden Länder aber ist Tunis, wo 100 900 Italiener sich von der Herrschaft der 70 000 Franzosen frei machen wollen. Ein Vertrag von 1896 hatte den Italienern freie Nieder-^ lassung eingeräumt. AIs sie sich aber in ' 40 Jahren um 80 000 Köpfe vermehrt hatten, bekamen die Franzosen es mit der Angst. Sie schränkten das Niederlassungsrecht ein, bestimmten, daß die eingewanderten Ita­liener im dritten Glied Franzosen w>.- !> » müßten und verlängerten den Ruinpio

nr »och von Vierteljahr zu Vierie einmal in Tunis war. wird schon im bild den überwiegend italienisch.» <!" bemerkt haben. Der Widerstand ^ italienischen Bevölkerung gegen die krampf­haften französischen Assimilierungsbestrebun- gen wird von Rom aus nach Kräften mate­riell und ideell unterstützt. Die faschistische

Aufschwung des Fremdenverkehrs

Staatssekretär Funk aus der Tagung des Bundes deutscher VerkehrSverbände

Vreslau, 24. September

Auf der Tagung des Bundes deutscher Verkehrs- oerbände, die hiöt unter, dem Vorsitz des Bundes-j Präsidenten, Staatsminister Esser, stattfand, über-! brachte Staatssekretär Funk die Grüße und Wün­sche der Reichsregierung, insbesondere des Reichs-; Ministers für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, dessen Initiative und tatkräftiger Förderung die Regierungsmaßnahmen in erster Reihe zu verdanken sind, die den Fremdenverkehr in Deutschland in der nunmehr abgeschlossenen Saison zu einer so überaus erfreulichen Entwick­lung gebracht haben. Der RufLernt Deutschland kennen, reist nach Deutschland!" ist durch eine großzügige Propaganda in den verflossenen ein­einhalb Jahren überall in der Welt gehört woü>en. Gelang es uns doch, so führte Staats­sekretär Funk aus, aus dem internationalen Plakatwettbewerb als Sieger hervorzugehen und einen überaus wertvollen Preis nach Deutschland zu bringen. Die vielen Zehntausende von Aus­ländern, die dem Rufe Deutschlands gefolgt und zu uns gekommen sind, erlebten sozusagen das deutsche Wunder, indem sie feststellen mußten, daß es sich nirgends in der Welt besser, ruhiger und angenehmer reist als in Deutschland, Diese Aus­länder, die die deutsche Fremdenpropaganda nach Deutschland brachte, wurden die besten Propagan­disten für Deutschland. Es gab naturgemäß auch böswillige und feindselige Ausländer, die nur hierherkamen, um in Dingen herumzuschnüffeln, die sie gar nichts angingen. Was würden wohl die Engländer und Amerikaner sagen, wenn deut­sche Reisende in ihren Ländern Einblick in Straf­verfahren und Untersuchungsaffären verlangen würden, wo jeder harmlose deutsche Geschäfts­reisende dort schon als ein gefährliches Werkzeug derGoebbels-Propaganda" beargwöhnt wird.

Bei uns sind in diesem Sommer zahlreiche Rei­sende, insbesondere aus England, Frankreich und Amerika gewesen, die ihrer Empörung darüber Lust machte», daß die ausländischen Zeitungen ihnen ein völlig verzerrtes und lügenhaftes Bild über Deutschland gegeben hätten.

Auf dem Wege, den wir mit so gutem Erfolg beschritten haben, müssen wir weitergehen und un­ermüdlich weiterbauen an diesem Aufklärungs­und Verständigungswerk, das die beste Gegen­propaganda gegen den Hetz- und Lügenfeldzug unserer Feinde im Auslande darstellt.

Fremdenverkehrspropaganda ist Friedenspolitik!

Wir dürfen nicht müde werden, für deutsche Kultur und deutsche Sitten, für die Schönheit der deutschen Landschaft und die Aufbauarbeit des na­tionalsozialistischen Staates im Auslande zu wer­ben. Mit dieser Werbung erfüllen wir die hohe Aufgabe, beizutragen zur Verständigung der Völ­ker und die Friedenspolitik unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler wirksam zu unter­stützen.

Die zentrale Organisation des Reichsausschusses unter Leitung des Reichspropagandaministers und des Präsidenten der Verkehrsverbände und Bäder hat sich sehr gut bewährt.

Wer in diesem Sommer durch die deutschen Bäder und die Hauptstätten des deutschen Frem­denverkehrs kam, konnte überall eine freudige Stimmung und eine dankbare Anerkennung der Regierungsmaßnahmen feststellen, denn überall hatte der Fremdenverkehr sich stark gehoben Wir danken allen, die an diesem Werke mitgearbeitet und zu seinem Gelingen beigetragen haben. Auch die Tätigkeit der Parteiorganisationen, ins­besondere der NS,-GemeinschaftKraft durch Freude" und der Hitler-Jugend, darf nicht ver­gessen werden. Das Reis-n in Deutschland ist wieder ein Lebensbedürfnis des deutschen Volkes geworden Die Zeiten sind überwunden, wo eine Auslandsreise sozusagen zum Lebensstandard ge­hörte, wo das Reisen das Vorrecht einer be­stimmten, kleinen Gesellschaftsschicht war! Wn verpönen die Auslandsreisen keineswegs Das Ausland sollte sich stets bewußt -sein, daß es den deutschen Reisenden und Forsch-rn in erster Reihe die Entdeckung seiner Schönheiten und Sehenswürdigkeiten verdankt. Augenblicklich haben wir kein Geld und keine Devisen für Auslands­

reisen. Wir sind wirklich nicht solche Banausen und Lokalpatrioten, daß wir uns grundsätzlich gegen das Reisen ins Ausland wenden! Wir wünschen sehr und hoffen, daß auch das deutsche Volk in breiten Schichten sich wieder Auslands­reisen leisten kann. Aber. wer ins Ausland refft, sollzunächst einmal die Heimat kennen­gelernt haben! Und dieser Forderung hat die neue deutsche Fremdenverkehrspolitik Geltung ver­schafft.

Eine neue mächtige Reisebewegung hat das deutsche Bolk ergriffen. Wir wissen jetzt wieder, was uns Deutschland ist! Und die ganze Welt soll es wissen, daß Deutschland ein herrliches Rei­seland und ein schönes Vaterland ist, das wir lie­ben und ehren und um dessen Macht und Ehre wir kämpfen und ringen. Wir dürfen nicht müde werden, von diesem Deutschland zu sagen und zu singen, dessen Macht und Ehre das beste Unter­pfand des Friedens ist.

Im Anschluß an die Rede des Staatssekretärs Funk auf der Tagung des Bundes deutscher Ver­kehrsverbände teilte der Bundespräsident, Staats­minister Esser, mit, daß der Führer ihn ermächrigt habe, im Einvernehmen mit dem Reichspropagan­daminister Dr, Goebbels alle Maßnahmen zu -ref­fen, um dem deutschen Fremdenverkehr auch in dem kommenden Arbeitsjahr die nötigen Erfolge zu verschaffen und zu sichern. Von dieser Er­mächtigung werde er weitestgehend Gebrauch ma­chen, Mit größtem Beifall wurde der Beschluß des Bundespräsidenten von der stark besuchten Ver­sammlung entgegengenommen, daß die nächste Hauptversammlung 1935 des Bundes deutscher Verkehrsoerbände und Bäder nach Saar­brücken einberufen werden wird.

An den Führer und Reichskanzler wurde ein Telegramm gesandt, in dem die Träger des g deutschen Fremdenverkehrs geloben, treu den ihnen vom Führer gegebenen Richtlinien die Arbeit fortzuführen zur Mehrung des deutschen Ansehens >m Auslande und Herstellung einer noch innige­ren Verbindung und Verschmelzung der im natio­nalsozialistischen Reich geeinten deutschen Volks­genossen.

Aaetkotts AvMeeise

Das ^iec /canLöslsckett ran AaÜen